Archiv des Stichworts „STAEDTLER”

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STAEDTLER Mars Impulsograph 108 70

Freitag, 24. August 2018

Der IBM Electrographic ist wohl der bekannteste Bleistift für das maschinenlesbare Markie­ren, aber es gab noch andere1. Einer davon ist der Mars Impulsograph2 108 70 von STAEDTLER.

STAEDTLER Mars Impulsograph 108 70

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Er wurde im Juli 1959 unter Artikelnummer 2870 eingeführt und als Spezialstift zum Be­schriften von Lochkarten im Zeichenlochverfahren angeboten. Parallel dazu gab es Minen dieser Art, und zwar im 6er- und im 12er-Set (Art.-Nr. 8390 und 8392). Mit der Einführung des neuen Nummernsystems im Jahr 1967 erhielt der Mars Impulsograph die Nummer 108 70. Er blieb noch bis Ende der 1970er Jahre in den Katalogen und verschwand dann aus dem Sortiment3.

STAEDTLER Mars Impulsograph 108 70

Der Mars Impulsograph hat den klassischen Mars-blauen Lack und Standardabmessungen, aber eine 2,5 mm dicke Mine. Außer den üblichen Details trägt er die Kennzeichnung „FOR MARKSENSING – FÜR ZEICHENLOCHUNG”; eine Blindprägung kann ich nicht finden. Ein in meinen Augen sehr reizvolles Detail sind die beiden Punkte auf allen sechs Flächen (ich ver­mute, sie beziehen sich auf die Kartenlochung4).

STAEDTLER Mars Impulsograph 108 70

Die weißen Käppchen haben feine Risse, und ebenso wie die Schäfte mancher Exemplare zeigen sie leichte und vermutlich durch unsachgemäße Lagerung bedingte Verfärbungen. Bei drei Stiften ist der Lack entlang der Trennlinie dunkel gefärbt; möglicherweise ist der Leim5 ausgetreten und hat mit dem Lack reagiert.

Exkurs: Zeichenlochung

Die erste Maschine, die Bleistift-Markierungen anhand ihrer Leitfähigkeit erkannte, war die IBM 805 Test Scoring Machine aus dem Jahr 1937. Für dieses unter dem Markennamen „Mark Sense” eingetragene Verfahren wurden später Elektrografik-Bleistifte und Elektro­grafik-Tinte für Füllhalter angeboten.

STAEDTLER Mars Impulsograph 108 70

Markieren und Lesen (Quelle: Automatic Punches General Information Manual; IBM 1959)

Bei der Zeichenlochung wurden die auf der Lochkarte vorgenommenen Markierungen ab­getastet und die dabei entstehenden Ströme verstärkt, um den Lochvorgang auszulösen. Auch dieses Verfahren wurde von IBM er­dacht und erstmals in den 1940er Jahren mit dem IBM 513 Reproducing Punch (Kartendoppler) umgesetzt.

STAEDTLER Mars Impulsograph 108 70

IBM 513 (Quelle: IBM Electric Punched Card Accounting Machines – Principles Of Operation; IBM 1952)

Die Vorteile der Zeichenlochung bestanden darin, dass die Lochkarte mit den Markierungen zum Originalbeleg wurde und alle weiteren Arbeitsgänge automatisch durchgeführt wer­den konnten; so ließen sich auch Fehler minimieren. Zudem konnten die Lochkarten de­zentral erstellt werden. – Zurück zum Mars Impulsograph.

STAEDTLER Mars Impulsograph 108 70

Der subjektive Härtegrad der Mine entspricht etwa 3B des STAEDTLER Mars Lumograph6. Sie gleitet jedoch nicht ganz so leicht, was auf einen geringeren Wach­santeil schließen lassen könnte (was nicht verwundern würde, vermindert das Wachs doch die benötigte Leitfähigkeit des Abstrichs). Die Gebrauchseigenschaften des Mars Impulsograph erfreuen: Abgabe, Schwärzung, Radierbarkeit, Wischfestigkeit und Bruchfestigkeit sind gut bis sehr gut, und im Pollux, der gerne die Schwächen eines Bleistifts offenlegt, machen Mine und Zedernholz eine gute Figur.

STAEDTLER Mars Impulsograph 108 70

Mit dem Möbius+Ruppert Pollux

Die Lochkarte ist verschwunden und damit auch die Aufgabe des STAEDTLER Mars Im­pulsograph, doch die Qualitäten dieses Bleistifts beeindrucken heute noch!

  1. Andere waren der Dixon Sense-A-Mark, der Faber-Castell 9000 E Special und der FILA Electro­graphic 203 (vermutlich gab es noch mehr). – Die neueren Bleistifte für das maschinelle Lesen wie z. B. der General's Test Scoring 580, der Musgrave Test Scoring 100, der Stabilo Exam Grade sowie die „Mark Sheet”-Bleistifte von Mitsubishi und Tombow arbeiten anders, denn ihr Abstrich wird nicht über die Leitfähigkeit, sondern anhand des Reflexionsgrades oder der Licht­durchlässigkeit erkannt (Optical Mark Recognition, OMR).
  2. Eigentlich MARS-IMPULSOGRAPH, aber im Interesse der besseren Lesbarkeit wähle ich hier die Gemischtschreibung und lasse den Bindestrich weg.
  3. Danke an STAEDTLER für diese Details.
  4. Die Löcher in den Lochkarten waren jedoch meist rechteckig.
  5. Bei der hier genutzten Sicherheitsverleimung (gekennzeichnet durch das von zwei Trapezen eingeschlossene „S”) kamen zwei unterschiedliche Leime (Holz/Holz und Holz/Mine) zum Einsatz, was die Bruchfestigkeit der Mine im Holz erheblich verbesserte.
  6. Der Mars Impulsograph ist geringfügig weicher als der IBM Electrographic.

Schmuckstück

Samstag, 2. Juni 2018

Zu den zahlreichen Werbeartikeln von STAEDTLER gehörten auch Wand-Thermometer. Einige Jahre jünger als das Exemplar, das in den späten 1950er Jahren für die Marke MARS LUMOGRAPH warb, ist dieses mit symbolisch dargestellten Farbstiften.

Schmuckstück

Der Mars-Kopf erlaubt eine ungefähre Datierung, denn die hier gezeigte Variante wurde von 1963 bis 1973 genutzt. – Auch wenn dieses Thermometer wohl eher für das Laden­lokal des Händlers oder das Büro des gewerblichen Kunden gedacht war, so schmückt es nach einigen Jahren in der Schublade jetzt die Wand an meinem Schreibtisch.

Sonderanfertigung (4)

Samstag, 19. Mai 2018

Zu den Druckbleistiften der Serie 925 25 von STAEDTLER muss man wohl nichts mehr sa­gen, denn diese erfreuen sich anhaltender Beliebtheit. Der in Japan und mit Ausnahme des Minenvorratsbehälters komplett aus Metall gefertigte Stift, den es in sechs Minendurch­messern gibt, war zunächst nur dort erhältlich, doch nach der Vorstellung auf der Paper­world 2009 in Frankfurt/Main gab es ihn auch hier1. Leider hat ihn STAEDTLER Deutschland 2012 wieder aus dem Sortiment genommen, aber die japanische Variante2 ist bei zahlrei­chen Versendern problemlos und schon ab 9 Euro erhältlich.

Sonderanfertigung (4)

Vor einer Weile kam mir das Foto eines 925 25 mit Holzschaft unter3, was mich angeregt hat, bei [Name und Website entfernt], der mir bereits zwei geschmackvolle Bleistiftverlän­gerer gefertigt hat, zwei Schäfte in Auftrag zu geben. Heute kamen die guten Stücke.

Der oben gezeigte Schaft ist aus Kirschholz4. Mir gefällt die Kombination aus hellem Holz und dem Metall sehr gut, und so freue ich mich über dieses Unikat5. – Pro Schaft habe ich 14 Euro bezahlt.

Nachtrag vom 19.6.18: Bei der hier gezeigten Variante sitzt ein Metallgewinde im Holz­schaft.

  1. Die 1,3- und die 2,0-mm-Variante waren hier jedoch nie erhältlich.
  2. Die Stifte unterscheiden sich meines Wissens nur in der Kennzeichnung.
  3. Leider finde ich die Quelle nicht mehr.
  4. Der zweite ist aus Nussbaum und wird seinen Auftritt bei anderer Gelegenheit haben.
  5. Wie auf Twitter zu sehen, sind die Schäfte des STAEDTLER 925 25 und des Platinum Pro-Use MSD-1000B austauschbar, so dass der Holzschaft auch auf letzteren passen müsste. – Dort wird die Typenbezeichnung MSD-1500 angegeben, aber die ist falsch.

Fundstift

Mittwoch, 11. April 2018

Heute früh auf unserem Parkplatz: Ein STAEDTLER Noris school pencil.

Fundstift

Das hat mich überrascht, denn dieser Bleistift wurde zwar in Deutschland gefertigt, aber offi­ziell nur in England angeboten; meines Wissens ist er schon länger nicht mehr im Sor­timent von STAEDTLER UK. Wie er wohl hier her kam? (Meine Exemplare haben das Haus bis jetzt nicht verlassen.) – Dem Zustand nach lag er wahrscheinlich noch nicht lange dort.

Drei Stifte

Mittwoch, 17. Januar 2018

Als ich das Emblem auf den Minen № 1904 von J.S. Staedtler sah, kamen mir die drei Stif­te1 oben in der Mitte bekannt vor.

Drei Stifte

Und tatsächlich: Auch auf dem Titel der Schrift „Der Staedtler-Stift. Seine vielseitige Ver­wendung, Geschichte und Herstellung” aus dem Jahr 1928 waren sie zu sehen2.

Drei Stifte

Auf der Schachtel des Kopierstift Tradition No. 402 (vermutlich aus den 1930er Jahren) gab es diese Stifte ebenfalls, aber nicht mehr zusammen mit einem Ritterhelm (?) und dem Dreieck mit Viertelmond, Stift und „Mars”-Schriftzug. Der Schild ist geblieben, aber seine Form wurde leicht verändert.

Drei Stifte

Noch deutlicher wurden die drei Stifte auf dem Titel der Schrift „275 Jahre Staedtler-Stift” von 1937 dargestellt.

Drei Stifte

Im Vortitel dieser Schrift war eine minimalistische Variante zu finden.

Drei Stifte

Die ist es wert, vergrößert dargestellt zu werden.

Drei Stifte

Woher diese drei Stifte kommen und welche Bedeutung sie hatten, weiß ich nicht; auch im Archiv von STAEDTLER gibt es dazu leider nichts. So belasse ich es bei der Darstellung und hoffe, irgendwann mehr herauszufinden.

  1. Oder: einige Stifte.
  2. Die Emblems in den ersten beiden Bildern sehen natürlich sehr nach Wappen aus: Wahlspruch, Schild mit Schildfigur, Helm mit Helmzier (letzterer wären dann wohl die drei Stifte zuzuord­nen).

„America's finest Pencil”

Montag, 15. Januar 2018

Mit diesem Etui von J.S. Staedtler USA ließen sich bis zu vier Stifte geschmackvoll prä­sentieren.

„America's finest Pencil”

Das in meinen Augen attraktiv gestaltete Etui ist aus Karton und hat einen Falz aus einem textilen Werkstoff. Sein Design ist ganz anders als das, was ich von Staedtler kenne, und so denke ich, dass es aus der Frühzeit der 1923 gegründeten US-amerikanischen Nieder­lassung stammt und damit gut 90 Jahre alt sein dürfte. Ob die Bleistifte dazugehören, kann ich nicht sagen, aber zeitlich passen sie, denn der Mars 1225 kam 1908 auf den Markt und war noch ein paar Jahre nach der Einführung seines Nachfolgers Mars Lumograph 2886 am 1. August 1930 erhältlich.

„America's finest Pencil”

Danke an Sean von Contrapuntalism für dieses schöne Etui!

№ 1904

Mittwoch, 10. Januar 2018

Heute ein rascher Blick auf die Mars Lumograph Tracing Refills № 1904 von J.S. STAEDT­LER.

№ 1904

Die Gestaltung finde ich außerordentlich gelungen. Der Aufwand, der getrieben wurde, ist beträchtlich: Das Innere ist unterteilt, so dass jede Mine spielfrei in einem eigenen Fach steckt, und das sog. Zwingchen am Minenende, das ein Herausfallen aus dem Minenhalter verhindert, ist mit „GERMANY” und dem Härtegrad gekennzeichnet.

№ 1904

Die Lumograph-Minen mit der Artikelnummer 1904 gab es in verschiedenen Ausführungen. Die deutsche Variante der hier gezeigten Verpackung trug die Bezeichnung „Blei-Einlagen”, und eine andere mit dem Mars-Kopf von 1925 war mit „Blei-Minen” beschriftet. – „Tracing Refills” bezieht sich wohl auf den Einsatz dieser Minen für das technische Zeichnen.

Eine Datierung fällt mir schwer. Die Marke „Lumograph” wurde 1931 eingetragen, und in den 1950er Jahren sahen die Minenverpackungen anders aus. So könnte dieses Set etwa 70 bis 80 Jahre alt sein.

Die 2,5 mm dicken und werkseitig gespitzten Minen sind geriffelt, was den Halt in der Zwinge des Fallminenstift verbessert, und schreiben bemerkenswert sauber und glatt.

Danke an Sean von Contrapuntalism für diese Minen!

Nachtrag: Gar nicht angesprochen habe ich das Logo (wie konnte ich das versäumen?).

№ 1904

Bis auf den Viertelmond sind mir die Herkunft und die Bedeutung der grafischen Elemente fremd, aber ich werde versuchen, mehr herauszufinden. – Oben in der Mitte könnten sich drei Stifte befinden, ähnlich dieser Darstellung, aber das ist nur eine Vermutung.

J.S. STAEDTLER LUNA 6315

Freitag, 5. Januar 2018

Aus einem Konvolut alter Stifte von J.S. STAEDTLER: Der Bleistift LUNA 63151.

J.S. STAEDTLER LUNA 6315

Das Besondere an diesem Bleistift ist sein wellenförmiges Dekor aus drei breiten und drei schmalen Streifen. Es sieht nicht so aus, als wäre eine Schablone wie z. B. beim Bajazzo verwendet worden; vielmehr machen die Streifen den Eindruck, als hät­te man sie mit einem Pinsel aufgetragen.

J.S. STAEDTLER LUNA 6315

Das genaue Alter des LUNA 6315 kenne ich nicht, aber auf einem Etikett neben diesem Stift in der Vertretermappe, die das Konvolut beherbergt, steht „1948″. – Die Wort-Bild­marke „LUNA” wurde 1914 eingetragen; meines Wissens wird sie nur noch von STAEDT­LER Japan für den Druckbleistift LUNA 7612 und von STAEDTLER Malaysia genutzt.

J.S. STAEDTLER LUNA 6315

Die Jahrzehnte hat der LUNA 6315 gut überstanden. Der Lack und die Tauchkappe sind bis auf kleine, wohl durch die Lagerung bedingte Oberflächenschäden in gutem Zustand und die Verleimung ist intakt. Die Mine ist subjektiv etwa so hart wie die des STAEDTLER Mars Lumograph F und schreibt glatt und sauber.

J.S. STAEDTLER LUNA 6315

Unnötig zu sagen, dass mir dieser Bleistift sehr gut gefällt. Das Dekor, der mit dem Ring korrespondierende goldfarbene Prägedruck, der Viertelmond2, die geschmackvolle Typo­grafie (man beachte den ungewöhnlichen Querstrich des „A”), die lange Tauchkappe – das alles finde ich sehr gelungen.

  1. Im Interesse der besseren Lesbarkeit lasse ich die Anführungszeichen weg. – Ich wüsste zu gerne, warum man damals den Produktnamen oft in Anführungszeichen einge­schlossen hat.
  2. Soweit ich weiß, ist der Viertelmond das älteste Warenzeichen von STAEDTLER, denn es wurde bereits 1887 angemeldet (genutzt hat man es bis in die 1950er Jahre hinein).

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