Archiv des Stichworts „STAEDTLER”

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STAEDTLER Galileo

Mittwoch, 24. Mai 2017

Vor knapp 20 Jahren im Sortiment von STAEDTLER Deutschland war der Zirkel „Galileo”1.

STAEDTLER Galileo

Zum Größenvergleich ein STAEDTLER Mars Lumograph 100 im damaligen Design2

Der von Christian Leibeck, Helmut Hufnagl und Peter Weiß erdachte „Zirkel mit Einstell­mitteln” (so die Patentschrift) stellte in zweifacher Hinsicht eine Verbesserung gegenüber anderen Zirkeln dar.

STAEDTLER Galileo

Aus der Patentschrift

Beim Gebrauch eines herkömmlichen Zirkels ist es nötig, ständig den Schwerpunkt zu ver­lagern, um den Kontakt sowohl der Zirkelspitze als auch der Mine zum Beschreibmaterial sicherzustellen. Der „Galileo” indes bietet aufgrund seiner Konstruktion eine verbesserte Schwerpunktlage vor allem beim Zeichnen mittelgroßer Kreise. Ein weiterer Vorteil besteht in der einfachen und schnellen Verstellbarkeit der Zirkelschenkel ohne spezielle Ausstattung oder Hilfsmittel, da durch die Anordnung des Einstellmittels beim „Galileo” das Hebelgesetz ausgenutzt wird und so ein kurzer Einstellweg entlang der Einstellachse einen großen Ver­stellweg der Zirkelspitzen bewirkt. – Am Lehrstuhl für Ergonomie der Universität München bescheinigte man dem „Galileo” eine im Vergleich zu anderen Zirkeln bessere Handhabung bei den in der Schule üblichen Radien.

Das Design des Zirkels stammt von Christian Leibeck, der u. a. die triplus-Reihe, die aufstell­bare STAEDTLER-Box, „The Pencil”, Spitzer und einiges mehr für STAEDTLER gestaltet hat. Der „Geo-Lernzirkel” (so das Etikett) hatte die Artikelnummer 558 40-xx3 und wurde in einer Klappbox mit transparentem Deckel und einem Röhrchen Ersatzminen angeboten.

Leider war dem „Galileo” kein langer Erfolg vergönnt. Durch den in der Schule eher sport­lichen Umgang mit dem Zirkel kam es vor, dass die Schenkel ruckartig geöffnet wurden. Weil man keine Schnellverstellung vorgesehen hatte, fiel dabei das Spindellager he­raus, was zu zahlreichen Reklamationen und schließlich zum Ende des „Galileo” führte. – Das Pa­tent ist inzwischen erloschen.

Danke an Wowter für den „Galileo” und Helmut Hufnagl für viele Details!

  1. Die Wort-Bildmarke „Galileo” wurde 1997 eingetragen und 2006 gelöscht.
  2. Diese Form des Mars-Kopfes hatte man von 1973 bis 2001, und 2003 stellte man von Groß­buchstaben auf die noch heute übliche Gemischtschreibung um.
  3. xx war der Farbcode.

Schnell aufgetischt

Sonntag, 27. November 2016

Wer sich am Nachmittag des gestrigen Samstag das Fernsehprogramm des WDR zugeführt hat, sah gegen 16.55 Uhr einen Glastisch, dessen Platte auf zahlreichen STAEDTLER Noris 122 ruhte.

Schnell aufgetischt

Schnell aufgetischt

Man beachte den Spitzer in der Mitte. – Der Tisch steht im Museum der Designerin Rossa­na Orlandi in Mailand. Die Sendung „2 für 300: Tamina in Mailand” ist noch bis zum 2.12.16 abrufbar; der Noris-Tisch hat seinen sehr kurzen Auftritt bei etwa 8:20.

Kurz notiert

Dienstag, 19. Juli 2016
  • Bereits vor einigen Monaten ist STAEDTLER bei den ergosoft-Stiften (Mars, Noris und einige Farbstifte) von imprägnierter Linde aus Ostasien (unten) auf unbehandelte Linde aus Europa (oben) umgestiegen.
    Staedtler Noris ergosoft
    Manche Händler haben noch beide Varianten. – Danke an STAEDTLER für die Details zum Holz!
  • Bei Espacenet fiel mir die Patentschrift für ein „Pencil Sharpening Footwear Device” auf.
    Pencil Sharpening Footwear Device
    Die Idee von Maritza H. Broche aus Tampa, Florida (USA) soll die Verfügbarkeit eines Bleistiftspitzers erleichtern, in dem dieser in der Schuhsohle untergebracht wird. Dabei nimmt die Öffnung in der Sohle nicht nur den Spitzer auf, sondern auch einen Radierer; letzterer muss entnommen werden, um den Spitzabfall zu entfernen. Eine ungewöhn­liche Idee!

Die perfekte Kombination

Montag, 18. Juli 2016

Die perfekte Kombination

STAEDTLER Mars Lumograph 100 B und Möbius+Ruppert Pollux

Frohe Ostern!

Sonntag, 27. März 2016

Frohe Ostern!

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Donnerstag, 11. Februar 2016

Einer der für mich schönsten Rot-Blau-Stifte ist der Mars Lumochrom 2642 von J.S. Staedtler1.

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Der Farbstift Lumochrom2, den es in 24 Farben und dieser Rot-Blau-Variante gab, kam Mitte der 1950er Jahre auf den Markt und war bis in die 1990er Jahre hinein erhältlich. Mit seiner recht harten Mine wurde er hauptsächlich Technischen Zeichnern angedient, und so gab es ihn nicht nur holzgefasst, sondern auch als 2-mm-Mine.

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Das Alter dieses Lumochrom 2642 schätze ich auf etwa 50 Jahre. Wie andere Stifte von Staedtler aus der damaligen Zeit zieren ihn der goldfarbene Prägedruck mit zum Teil unge­wöhnlich gestalteten Buchstaben (z. B. das A und das M), der Viertelmond3 und das astro­nomische Zeichen für den Mars sowie dessen beide Monde Phobos und Daimos. Auf der abgewandten Seite findet sich die Blindprägung „74″. – Der Blick auf das blaue Ende lässt vermuten, dass der Stift zuerst komplett rot und dann halb blau lackiert wurde.

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Der Farbstift ist 7,6 mm4 und die Mine 2 mm dick. Sie ist bruchstabil, hat eine sehr saubere Abgabe, sättigt gut und bietet eine gute Wischfestigkeit; mit einem hochwertigen Radie­rer5 und etwas Geduld lässt sie sich weitgehend, aber nicht vollständig entfernen. – Es fällt auf, das das Rot ganz leicht ins Violette geht, also einen geringen Blauanteil hat. Dieses wohl 60 Jahre alte Faltblatt6 aus der Frühzeit des Lumochrom belegt, dass man beim 2642 Karminrot (2625) und Blau (2619)7 kombiniert hat:

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Ein feiner Stift!

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Den Ursprung und den erstmaligen Verwendungszweck der Rot-Blau-Stifte kenne ich bis heute nicht, aber ich konnte ein paar Hinweise finden:

  • Im Austellungskatalog „Pencils” schreibt Marco Ferreri, dass italienische Lehrer normale Fehler rot und gravierende Fehler blau markieren.
  • Im 2. Weltkrieg haben deutsche Soldaten auf Karten die feindlichen Truppen in Rot und die eigenen in Blau eingetragen.
  • Deutsche Krankenschwestern haben den Blutdruck in Rot und die Körpertemperatur in Blau notiert.

Aber wer weiß – vielleicht dachte mal jemand, dass das eine ansprechende Kombination wäre, und hat einfach einen solchen Stift hergestellt …

  1. Firmen- und Produktname werden eigentlich in Versalien geschrieben, doch zur besseren Les­barkeit wähle ich die Gemischtschreibung.
  2. Der Name war von 1953 bis 2003 geschützt.
  3. Der Viertelmond, angemeldet 1887 beim Amtsgericht Nürnberg, gilt als eines des frühesten Warenzeichen für Bleistifte.
  4. Schlüsselweite 7,2 mm.
  5. Getestet mit dem Plus Tree's Air-in Hard.
  6. Die andere Seite bewarb den Kurbelspitzer 5700 D.
  7. Nach der Umstellung auf neue Artikelnummern im Jahr 1967 hatten diese Farben die Nummern 104-29 und 104-3.

Paperworld 2016 (1)

Freitag, 5. Februar 2016

Vor wenigen Tagen gingen die Paperworld und die zeitgleich stattfindende Creativeworld in Frankfurt/Main zu Ende; hier der erste Teil meiner kurzen und nicht repräsentativen Noti­zen. – Diesmal nicht vertreten waren u. a. Atoma, Brunnen, Dahle, Haff, Herlitz, Koh- I-Noor, LAMY, Pilot, Plus, Schneider und Schwan-Stabilo.

Der Auftritt von STAEDTLER stand ganz im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums von FIMO. Es gab auch einen Aufsteller mit Bleistiften, darunter der Mars Lumograph, doch zu meiner großen Überraschung wurde nicht dessen erweitertes Sortiment präsentiert. – Bei Faber-Castell und Eberhard Faber sind mir keine Neuheiten aufgefallen, ebenso wenig bei KUM.

Paperworld 2016 (1)

Neu vom Schweizer Hersteller Caran d'Ache ist der Bleistift GENIUS 353 mit Touch­screen-Tip, den es mit schwarzem und weißem Lack, aber nur in HB gibt. – Der Tip ist nicht abnehmbar.

Paperworld 2016 (1)

Zu sehen war auch das im vergangenen August eingeführte Geschenkset „Swiss Wood” mit einem Bleistift aus Jura-Buche und einem aus Arve nebst Radierer und Magnesium-Spitzer. Letzterer trägt außer „Made in Germany” auf dem Messer keine Kennzeichnung, doch ich vermute aufgrund der Ähnlichkeit, dass er wie der Spitzer im Technograph-Set von Eisen stammt.

Paperworld 2016 (1)

Paperworld 2016 (1)

Bei zwei der vier Bleistifte eines Sets der GRAFIK-Serie fielen mir außermittig sitzende Minen auf.

Paperworld 2016 (1)

Vorgestellt wurden zudem zwei Sonderausführungen des im Jahr 1930 erstmals erhältli­chen Fixpencil, mit dem der Schweizer Architekt Mario Botta gewürdigt wird. Die Sets mit Fixpencil, Graphitmine in B und vier wasservermalbaren Farbminen sind ab April erhältlich.

Paperworld 2016 (1)

Die wohl ungewöhnlichsten Bleistifte der diesjährigen Paperworld kommen vom Start-Up Manaomea.

Paperworld 2016 (1)

Das Münchener Unternehmen fertigt sie nach eigenem patentierten Verfahren aus Jute, Flachs und anderen Naturfasern sowie Biopolymeren. Die Materialien für die beiden Bleistif­te und das Mäppchen stammen meist aus Entwicklungsländern und immer aus Bio-Anbau, und beim gesamten Herstellungsprozess wird auf Fairness und Umweltverträglichkeit ge­achtet. Die verwendete Technik bietet große Gestaltungsfreiheiten, und so lassen sich Stifte in unterschiedlichen Profilen, Farben und Oberflächen fertigen.

Paperworld 2016 (1)

Bei Pentel konnte ich erfahren, dass die Verfügbarkeit der Metallvariante des 0,2-mm-Druckbleistifts Pentel orenz in Deutschland davon abhängt, wie gut die anderen Ausfüh­rungen ankommen.

Paperworld 2016 (1)

Die großartigen Ecoline-Wasserfarben des niederländischen Anbieters Royal Talens gibt es ab sofort auch als Pinselstift. – Interessantes Detail: Die Farbe in den Pinselstiften ist etwas konzentrierter als die im Glas, damit die Farben zueinander passen. Würde man den Pin­selstift nachfüllen (was möglich ist), wäre der Abstrich zu hell.

Paperworld 2016 (1)

Im zweiten Teil geht es um DOMS, Viarco und CARL.

Veranschaulichung

Samstag, 30. Januar 2016

Mit zwei bemerkenswerten Veranschaulichungen wartete Franz Maria Feldhaus in seiner zwölfseitigen Schrift „Der Bleistift” aus dem Jahr 1922 auf.

Veranschaulichung

(zum Vergrößern anklicken)

Acht Züge mit je fünfundzwanzig Waggons, davon vier mit Holz und vier mit Kohle, zeigen den damaligen Jahresverbrauch von J.S. Staedtler für die Bleistiftproduktion. Noch beein­druckender indes ist folgende Abbildung:

Veranschaulichung

Würde man alle damals von Staedtler pro Jahr gefertigten Stifte – etwa 65.000.000 Stück – aneinanderreihen, so käme man auf 11.375.000 Meter (zum Vergleich: Die Erdachse ist 12.712.000 Meter lang).

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