Wundersame Welt der Waren (13)

Nach­dem ich mich lange ver­geb­lich gefragt habe, warum es so viele freud­lose Figu­ren gibt, hat mich nun der Besuch eines Kauf­hau­ses in Mainz über­ra­schend auf­ge­klärt: Der moderne Mensch lacht nicht mehr selbst, son­dern lässt lachen, wobei ihm der Ein­zel­han­del hilf­reich und oben­drein sen­sor­ge­stützt unter die Mund­win­kel Arme greift.

Lachende Figuren

Das hier durch ein Schild reprä­sen­tierte Ange­bot1 beschränkte sich zwar auf die in die­ser Jah­res­zeit bevor­zug­ten Gestal­ten, doch ich bin mir sicher, dass mit dem Früh­jahrs­sor­ti­ment zahl­rei­che wei­tere in die Regale kom­men, um die Kund­schaft von der schwe­ren Last die­ser stra­pa­ziö­sen Gefühls­äu­ße­rung zu befreien. – Ob das Out­sour­cing die­ser ganz beson­de­ren Art mit der immer popu­lä­rer wer­den­den Übel­lau­nig­keit (die sich so man­che nicht im Laden erhält­li­che Figur offen­bar zur Kern­kom­pe­tenz gemacht hat) ursäch­lich zusam­men­hängt, konnte ich bis jetzt nicht in Erfah­rung brin­gen. Ebenso unklar ist mir, wes­halb sich das orang­ebe­mützte Mäd­chen auf dem Bild Mund und Nase abdeckt. Hat es womög­lich aus Ver­se­hen per­sön­lich gelacht, anstatt die Hilfe der Figu­ren in Anspruch zu nehmen?

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  1. Ich bitte um Ver­ständ­nis dafür, dass ich die feil­ge­hal­te­nen Spaß­ma­cher aus ästhe­ti­schen Grün­den nicht detail­liert zeige; zudem hoffe ich, dass der mir bis dato unbe­kannte „Weih­nachts­hund“ nur lacht und auf das Sin­gen ver­zich­tet.

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