Tinte

The Bartleby

Schon über drei Jahre online, aber für mich neu: The Bart­leby, ein – so der Unter­ti­tel – Maga­zin für Papier- und Schreibkultur.

The Bartleby

Das zwei­spra­chige, sehr geschmack­voll gestal­tete Web­log befasst sich mit Künst­lern und ihren Wer­ken, Schreib­ma­te­ria­lien und Zube­hör sowie ver­wand­ten The­men. Die hohe inhalt­li­che Qua­li­tät und die große Viel­falt spre­chen mich sehr an.

Her­man Mel­ville ließ Bart­leby den Schrei­ber sagen, „Ich möchte lie­ber nicht“, doch ich sage: Ich möchte, und zwar noch viele Bei­träge in die­sem schö­nen Web­log lesen.

Danke an Mat­thias von Blei­stift für den Hin­weis auf The Bart­leby!

Kurz notiert

  • Das vor weni­gen Tagen offen­ge­legte Patent „Pen­cil Shar­pe­ner“ des japa­ni­schen Her­stel­lers Kut­s­uwa beschreibt einen Kur­bel­spit­zer, bei dem der Win­kel des Frä­sers und damit der Spitz­ko­nus ver­stell­bar ist. – Danke an Wow­ter für den Hinweis!
  • Amü­sant: Der „Far Side“-Cartoon vom 23. Okto­ber 2020.
  • Es sieht so aus, als hätte Pla­ti­num den nicht nur bei Urban Sket­chern belieb­ten Car­bon Pen aus dem Pro­gramm genom­men. Die japa­ni­sche Web­site führt ihn nicht mehr auf und viele Anbie­ter haben ihn nicht mehr vor­rä­tig (ledig­lich auf eBay und Ama­zon Mar­ket­place gibt es noch ein paar Ange­bote, wenn auch zu recht hohen Preisen).
  • STAEDTLER Japan fei­ert das 30-jährige Jubi­läum der Druckbleistift-Serie 925 und hat dazu wei­tere limi­tierte Modelle angekündigt.

Nach­trag vom 14.11.20: Der erste limi­tierte STAEDTLER 925 25/35 wird hier vorge­stellt. Er wird mit zwei unter­schied­li­chen Drü­ckern, aber nur in 0.5 mm ange­bo­ten und bie­tet die Mög­lich­keit, statt des Här­te­grads den Marskopf aus­zu­wäh­len. Eine nette Idee!

Kurz notiert

  1. Das gezeigte Exem­plar der „Alvin-Granate“ (gekauft vor gut zehn Jah­ren) trägt im Gegen­satz zu dem hier erhält­li­chen am ver­jüng­ten Ende die Kenn­zeich­nung „GERMANY“.

Kurz notiert

  • Wer jemals einen nicht­run­den Blei­stift (z. B. einen Zim­mer­manns­blei­stift) in einem für nor­male Blei­stifte gedach­ten Spit­zer ange­spitzt hat, weiß vom unbe­frie­di­gen­den Ergeb­nis: An der Seite mit dem größ­ten Radius reicht das Holz zu weit an die Spitze. Möbius+Ruppert aus Erlan­gen geht die­ses Pro­blem mit dem – so die kürz­lich veröffent­lichte Gebrauchs­musterschrift – „Spit­zer für Blei­stifte mit einem Quer­schnitt, der in ortho­go­na­len Raum­richtungen unter­schied­li­che Abmes­sun­gen auf­weist“ an. In die­sem wer­den Blei­stifte mit ova­lem oder recht­ecki­gem Quer­schnitt über eine Zwangs­führungseinrichtung an einer defi­nier­ten exzen­tri­schen Bewe­gungs­bahn am Mes­ser ent­lang geführt, so dass eine an den Quer­schnitt des Stifts ange­passte Spit­zen­form ent­steht. Mit Adap­tern kann der Spit­zer auch für Stifte mit ande­ren Quer­schnit­ten genutzt werden.
  • Das Patent „Erasing Tool“ des japa­ni­schen Her­stel­lers Mitsu­bi­shi Pen­cil Co. beschreibt einen Radie­rer, der keine Radier­späne pro­du­zie­ren und die Pig­mente von radier­ba­ren Farb­stif­ten absor­bie­ren soll. Wenn ich die Beschrei­bung rich­tig ver­stehe, ist der Ra­dierer licht­durch­läs­sig und ver­färbt sich durch den Gebrauch, indem er die Farbe des radier­ten Stifts aufnimmt.
  • Das Gebrauchs­mus­ter „Vor­rich­tung zum Spit­zen von Stif­ten mit spitz­ba­rer Umhül­lung, Minen und Krei­den“ von Faber-Castell stellt einen Spit­zer vor, der sich mit plattenför­migen Redu­zier­ele­men­ten an Stifte unter­schied­li­cher Durch­mes­ser anpas­sen lässt. Die Reduzier­elemente sind dreh- oder klapp­bar aus­ge­führt und kön­nen mit dem Spit­zer ver­bun­den und zusätz­lich mit einem Ver­schluss aus­ge­stat­tet sein.
  • In einer erneu­ten Zusam­men­ar­beit von UNIQLO und Tom­bow Japan ent­stand ein T-Shirt zum Klas­si­ker Tom­bow 8900. Ich find's schick!
  • Und noch­mal Mitsu­bi­shi: Der Ende ver­gan­ge­nen Jah­res vor­ge­stellte Kugel­schrei­ber Jet­stream Edge, der eine Spitze von nur 0,28 mm hat, ist ab Mitte Juni in drei wei­te­ren limi­tier­ten Schaft­far­ben erhältlich.

Kurz notiert

  • pen­cil talk teilt mit, dass die Pro­duk­tion des Blei­stifts Mirado (vor­mals Mikado) nach 100 Jah­ren ein­ge­stellt wurde. – Es wäre inter­es­sant zu wis­sen, ob Paper­mate auch den Mar­kennamen aufgibt.
  • Den Druck­blei­stift Pen­tel orenz gibt es jetzt auch mit Metall­griff.
  • Mit dem uni-ball one hat Mitsubishi/uni einen neuen Gel-Roller auf den Markt gebracht. Er soll ein inten­si­ve­res Schwarz, leben­di­gere Far­ben und eine bes­sere Kan­ten­schärfe ha­ben und ist in den Strich­brei­ten 0,38 und 0,5 mm und in jeweils zehn Far­ben erhältlich.
  • Der Titel „Pen­cils You Should Know – A History of the Ulti­mate Wri­ting Uten­sil in 75 Anec­do­tes“ von Caro­line Wea­ver, kürz­lich erschie­nen bei Chro­ni­cle Books, hat mich erst neu­gie­rig gemacht, dann aber ent­täuscht. Die Bin­dung ist so steif, dass man das Buch nur schwer auf­schla­gen kann, und auch der Inhalt über­zeugt mich nicht. Die Aus­wahl der ge­zeigten Blei­stifte finde ich selt­sam und die Qua­li­tät der Fotos bes­ten­falls mittel­mäßig (so sind z. B. einige glän­zende Prä­ge­dru­cke schlecht abge­bil­det). Hinzu kom­men Merkwürdig­keiten im Text: So schreibt die Autorin z. B. beim Caran d'Ache The Edi­tor „I desi­gned the Edi­tor pen­cil“, doch das stimmt nicht, denn bereits 1857 hatte Johann Faber einen Rot-Graphit-Stift im Sor­ti­ment, und beim Craft Design Tech­no­logy item 17 hätte ich den Hin­weis auf die Beson­der­heit die­ses Blei­stifts, näm­lich des­sen Polymer­mine, erwar­tet (warum sollte man ihn sonst ken­nen?). Die Idee hin­ter die­sem Buch finde ich gut, doch die Um­setzung lei­der nicht; ich habe es retourniert.

uni LIMEX

Bereits seit Ende Sep­tem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res im Sor­ti­ment des japa­ni­schen Her­stel­lers Mitsubishi/uni: Der Kugel­schrei­ber LIMEX mit einem Schaft aus dem gleich­na­mi­gen Mate­rial, der zum über­wie­gen­den Teil aus Kalk­stein besteht.

uni LIMEX

Das japa­ni­sche Unter­neh­men TBM Co., Ltd. hat LIMEX als Alter­na­tive zu Poly­pro­py­len und Polyethy­len ent­wi­ckelt und 2014 paten­tie­ren las­sen. Der Kalk­stein, der bis zu 80% die­ses Werk­stoffs aus­macht, ist welt­weit reich­lich vor­han­den und kann sehr effi­zi­ent recy­celt wer­den. LIMEX lässt sich auch für die Her­stel­lung von Papier- und Kar­to­nal­ter­na­ti­ven nut­zen, und aus den Res­ten, die dabei anfal­len, wird der uni LIMEX gefertigt.

uni LIMEX

Die Form des uni LIMEX ent­spricht der des 1979 ein­ge­führ­ten Kugel­schrei­bers uni BOXY 1001, und der Drü­cker und die Ras­tung dürf­ten die glei­chen wie bei die­sem sein. Unge­wöhnlich ist jedoch die Kenn­zeich­nung: Wäh­rend der Name des Her­stel­lers recht unschein­bar ange­bracht ist, fin­den sich das LIMEX-Logo und der Schrift­zug so pro­mi­nent auf dem Clip, als würde der Stift das Mate­rial bewer­ben2. – Lei­der schreibt die mit­ge­lie­ferte Mine (0,7 mm, schwarz, Art.-Nr. S-7S) nicht so leicht wie die Jetstream-Minen des glei­chen Her­stel­lers, doch es gibt eine ein­fa­che Abhilfe.

uni LIMEX

Die Mine SXR-80-xx3 (z. B. für den Jet­stream 3 Slim Com­pact) hat die glei­chen Abmessun­gen wie die im LIMEX, aber nicht des­sen Ver­di­ckung, mit der sie auf der Feder sitzt; mit etwas Kle­be­band ist diese jedoch schnell ange­bracht4. Der Tausch ist leicht: Rote Ras­tung mit einem spit­zen Gegen­stand in den Schaft drü­cken, bis sich der schwarze Drü­cker he­rausziehen lässt, Mine tau­schen, Ras­tung mit Drü­cker wie­der in den Schaft ste­cken – fertig.

Der uni LIMEX gefällt mir sehr gut: Die unty­pi­sche Form, die kom­pak­ten Abmes­sun­gen, die Farb­ge­bung, die matte, nicht zu glatte Ober­flä­che und natür­lich das unge­wöhn­li­che Mate­rial machen ihn für mich zu einem anspre­chen­den Schreib­ge­rät (ledig­lich die mit­gelieferte Mine ist nicht mein Ding). Trotz der unge­wöhn­li­chen Pro­fils lässt sich der LIMEX auch gut hal­ten, denn die Kan­ten sind abge­run­det, und nahe am Griff gibt es zwei ge­riffelte Flä­chen. – Werde ich jetzt dem Blei­stift untreu? Nein, immer noch nicht.

Der uni LIMEX hat die Arti­kel­num­mer SD-LX-07 und kos­tet 200 Yen (knapp 1,70 Euro); die Mine SXR-80 gibt es für 80 Yen (etwa 0,70 Euro).

Danke an Sola von pen­cils and other things für den uni LIMEX!

Nach­trag vom 5.1.20: Der uni LIMEX mit einem (dem?) Druck­blei­stift BOXY INTERNATIONAL:

uni LIMEX

  1. Es gab auch einige BOXY-Druckbleistifte mit dem typi­schen Vier­kant­schaft.
  2. In der Pres­se­mit­tei­lung von uni heißt es, dass uni und TBM im Sep­tem­ber 2018 eine Kapital- und Geschäfts­al­li­anz ein­ge­gan­gen sind; dies könnte der Grund dafür sein. – Kom­men wei­tere Pro­dukte aus die­sem Mate­rial?
  3. xx = Strich­stärke.
  4. Auch die 0,28-mm-Mine für den uni Jet­stream Edge (SXR-203-28) lässt sich auf die glei­che Weise im uni LIMEX nut­zen. – Eine wei­tere Alter­na­tive ist die Gel-Mine für den uni Style Fit (UMN-139-xx). Aller­dings muss diese nicht nur ver­dickt, son­dern auch um 11 mm gekürzt wer­den.

Kurz notiert

  • STAEDTLER Japan bie­tet den schwar­zen 925 35 wie­der an. Die­ser Druck­blei­stift kam 1990 auf den Markt, wurde aber nach ein paar Jah­ren aus dem Sor­ti­ment genom­men. Die Neu­auflage, mit „B“ für „black“ gekenn­zeich­net, ist in 0,3 mm, 0,5 mm und 2 mm erhältich.
  • uni-ball Japan hat für den 20. Dezem­ber den Jet­stream Edge ange­kün­digt. Mit nur 0,28 mm Durch­mes­ser ist seine Kugel die kleinste, die es bis­her in einem Kugel­schrei­ber gab; zudem soll eine ver­bes­serte Spit­zen­geo­me­trie den Stift noch leich­ter glei­ten las­sen. Den Edge wird es in fünf Far­ben geben, dar­un­ter als limi­tier­ter Auf­lage Orange. – Als frisch­ge­ba­cke­ner Fan des Jet­stream bin ich sehr gespannt!
  • Ich habe zwei Bei­träge erwei­tert. Der zum Gel­schrei­ber uni-ball Signo Needle ent­hält jetzt ein paar Details zum Signo DX und zum Signo Style Fit, und der zum Kugelschrei­ber Jet­stream geht jetzt kurz auf zwei 3D-gedruckte Adap­ter für die Minen SXR-80 ein.

Zeitenwende

Meine Abnei­gung gegen­über Kugel­schrei­bern sitzt tief: Das zähe Schrei­ben, die schmie­rende Tinte, die Fle­cken, die Aus­set­zer, der ungleich­mä­ßige Strich – diese schreck­li­chen Schreib­geräte habe ich nur in der Not und höchst ungern benutzt. Bis jetzt.

So lag auch der uni-ball Jet­stream 3 0.51, den es mal zu einem Hobo­ni­chi Techo gab (und gibt), lange unbe­ach­tet herum, und erst bei mei­ner Suche nach einem roten Stift mit dün­nem Strich habe ich ihn mir näher ange­schaut. Und das war eine Über­ra­schung: Er glei­tet erheb­lich leich­ter und trock­net viel schnel­ler als alle ande­ren Kugel­schrei­ber, die ich kenne, und im Gegen­satz zu die­sen habe ich bei ihm bis jetzt weder ungleich­mä­ßige Linien noch ein ver­stärktes Aus­tre­ten von Tinte, das zu Fle­cken nicht nur auf dem Papier führt, erlebt.

Zeitenwende

uni-ball Jet­stream 3 Slim Com­pact (Art.-Nr. SXE3JSS05.24)

Der Jet­stream wurde bereits 2006 vor­ge­stellt, und so komme ich ziem­lich spät zur Party. In­zwischen gibt es zahl­rei­che Aus­füh­run­gen2 und Strich­stär­ken3, mit denen ich mich aber bis jetzt nur kurz beschäf­tigt habe; vor­erst rei­chen mir der Jet­stream 3 Slim Com­pact 0.5 und der Jet­stream 3 0.384.

Ich weiß nicht, mit wel­cher Zau­be­rei der japa­ni­sche Her­stel­ler uni-ball zu Werke geht, aber der Jet­stream beein­druckt mich. Wenn Kugel­schrei­ber, dann dieser!

Werde ich jetzt dem Blei­stift untreu? Nein, auch dies­mal nicht.

Nach­trag vom 13.10.19: Unter „Line varia­tion“ zeigt Mat­thias die unter­schied­li­chen Strich­stärken eines sei­ner Jetstream-Stifte. Dazu einige Schrift­mus­ter mei­ner Jet­streams in 0,5 und 0,38 mm sowie zum Ver­gleich des uni-ball Signo Needle 0.38 auf dem Notiz­block Elco Office, A6 (kariert, 4 mm):

Schriftmuster

Mini­male Unter­schiede in der Linen­breite gibt es natür­lich immer, aber bei den bei­den dün­nen Jet­streams sind sie sehr gering.

Nach­trag vom 20.10.19: In der Hoff­nung, die rote Mine des Jet­stream 0.5 (SXR-80-05) statt der mit­ge­lie­fer­ten (einer umge­la­bel­ten Schmidt P-8126) im Squire Edi­tor von Baron Fig nut­zen zu kön­nen, habe ich mir den ent­spre­chen­den Adap­ter von Tofty besorgt.

Zeitenwende

Doch lei­der funk­tio­niert das nicht, denn der nur wenig dickere Teil der Mine von uni-ball (3,0 statt 2,3 mm) ver­hin­dert, dass die Mine durch die Spitze des Edi­tors kommt, und das ist auch bei dem Adap­ter der Fall, der die SXR-80-05 im Caran d'Ache 849 nutz­bar machen soll. Die Adap­ter sind prä­zise gefer­tigt und hal­ten die Mine sicher, aber das Innere der bei­den Kugel­schreiber lässt diese Modi­fi­ka­tion auf­grund der Minen­form nicht zu.

  1. Die Hobonichi-Varianten haben jedoch andere Schaft­far­ben und sind anders gekenn­zeich­net.
  2. Und wem die von uni-ball ange­bo­te­nen Schäfte nicht zusa­gen, bekommt bei Tofty's Flash­lights And Pens Adap­ter, um die Jetstream-Minen in ande­ren Stif­ten zu nut­zen (wenn sie nicht schon so pas­sen, denn die Minen gibt es auch G2-Format für Kugel­schrei­ber von Par­ker und als D1 für Mehrfach-Stifte).
  3. Ver­füg­bar sind 0,38 bis 1,4 mm, und für den 20.12.19 hat uni-ball den Jet­stream Edge mit einer Strich­stärke von nur 0,28 mm ange­kün­digt.
  4. Lei­der sind diese in Deutsch­land offi­zi­ell nicht erhält­lich; im Sor­ti­ment von Faber-Castell, dem Ver­trieb von uni-ball für Deutsch­land, habe ich den Jet­stream nur in 0,7 mm gefun­den.
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