Museum

Pentel Smash

Zu den belieb­tes­ten Druck­blei­stif­ten in Japan gehört der 19871 ein­ge­führte Pen­tel Smash2.

Pentel Smash

Das groß­ar­tige Video „Pen­tel Smash: From R&D to Rare Finds“ aus dem sehr emp­feh­lens­wer­ten Kanal „Great Mecha­ni­cal Pen­cils“ stellt die­sen beson­de­ren Druck­blei­stift, des­sen Pro­duk­tion bei­nahe ein­ge­stellt wor­den wäre, aus­führ­lich vor und prä­sen­tiert zahl­rei­che span­nende Details, dar­un­ter ein über­ra­schend unbe­kann­tes. Aber Vor­sicht: Wenn man noch kei­nen Smash hat, kann das Video dazu füh­ren, dass man unbe­dingt einen haben möchte, und wenn man bereits einen hat, besteht die Gefahr, dass man einen wei­te­ren kauft.

  1. Genauer: 1987 kam der Smash in 0,5/0,7/0,9 mm und 1988 in 0,3 mm. – Quelle: Pen­tel Pen­cils Iden­ti­fi­ca­tion Book, V2025.04, Seite 360..
  2. Warum Pen­tel Deutsch­land ihn nicht im Sor­ti­ment hat, ist mir ein Rät­sel.

STAEDTLER FIBLOGRAPH

Für einen ganz beson­de­ren Zweck diente STAEDTLER sei­nen Kun­den vor gut einem hal­ben Jahr­hun­dert den Farb­stift FIBLOGRAPH an.

STAEDTLER FIBLOGRAPH

Der FIBLOGRAPH war gedacht für die Arbeit mit der Rechen­fi­bel „Welt der Zahl“1, einem Mathe­ma­tik­buch für Grund­schü­ler. Es gab ihn in den Far­ben Rot, Blau und Gelb zusam­men mit einem Kunst­stoff­spit­zer und einem ein­fa­chen Ver­län­ge­rer aus Pappe in einer Schiebeschachtel.

STAEDTLER FIBLOGRAPH

Der FIBLOGRAPH ist gut 11 cm lang und 7,6 mm dick. Seine Kenn­zeich­nung umfasst den Vier­tel­mond, der bis in die 1960er Jahre hin­ein genutzt wurde, sowie das astro­no­mi­sche Zei­chen für den Pla­ne­ten Mars (Speer und Schild) und seine bei­den Monde Pho­bos und Dei­mos. Die Lücke in den Arti­kel­num­mern (7310, 7311 und 7313) lässt ver­mu­ten, dass es die­sen Farb­stift auch noch in ande­ren Zusam­men­stel­lun­gen gab. – Die Vari­ante des Mars­kopfes auf der Schach­tel wurde 1963 eingeführt.

Sein Abstrich ist sau­ber und leicht krei­dig, aber auch bei leich­tem Schreib­druck nicht gut radier­bar2. Die Far­ben sind kräf­tig, wobei das Blau ganz leicht in Rich­tung Vio­lett geht.

STAEDTLER FIBLOGRAPH

Ich habe mich an STAEDTLER gewandt und fol­gen­des erfahren:

Der Fib­lograph 7310H ist in den uns vor­lie­gen­den Kata­lo­gen nur im Jahr 1961 zu fin­den. Dort wer­den die Fiblograph-​Stifte unter der Rubrik „Für die Schule“ geführt: „Diese Stifte sind spe­zi­ell für das Arbei­ten mit der Rechen­fi­bel ‚Die Welt der Zahl‘ ent­wi­ckelt wor­den.“ Sie waren in den Minen­far­ben rot, blau und gelb erhält­lich. Als Beson­der­heit wurde erwähnt, dass sie „abwasch­bar auf glat­ten Flä­chen und Folien“ schreiben.
Fiblograph-​Stifte wer­den in den Preis­lis­ten von 1963 bis 1965 auf­ge­führt. Bei der Umstel­lung der Arti­kel­num­mern 1966 schei­nen sie keine neue Arti­kel­num­mer erhal­ten zu haben. Da sie ab 1966 auch nicht mehr in den Preis­lis­ten zu fin­den sind, ist anzu­neh­men, dass sie seit­dem nicht wei­ter pro­du­ziert wurden.

Kurz nach­dem ich das obige Set gefun­den hatte, stieß ich auf ein weiteres.

STAEDTLER FIBLOGRAPH

Die Stifte in die­sem Set haben die neue Arti­kel­num­mer und den gold­far­be­nen Prä­ge­druck in Ver­sa­lien, der mei­nes Wis­sens zeit­gleich eingführt wurde. Der Rest ist iden­tisch, und ange­sichts der soge­nann­ten Links­händ­be­schrif­tung ver­mute ich, dass die­ses neuere Set aus den spä­ten 1960er Jah­ren stammt.

Der FIBLOGRAPH ist ver­schwun­den, doch der Ein­satz von Farb­stif­ten für den Mathe­ma­tik­un­ter­richt ist geblie­ben. So schrei­ben Rechen­an­fän­ger in deut­schen Grund­schu­len die Zeh­ner mit Rot und die Einer mit Blau und nut­zen dafür gerne einen Rot-​Blau-​Stift. Ein inter­es­san­tes Pro­dukt ist auch der Mathe­stift des öster­rei­chi­schen Her­stel­lers JOLLY, der die Far­ben Rot, Blau und Grün und eine Blei­stift­mine vereint.

Danke an STAEDTLER für die Details!

  1. Der Unter­neh­mens­ge­schichte der Westermann-​Gruppe zufolge ging das bis heute ver­wen­dete Schul­buch „Welt der Zahl“ aus den Rechen­wer­ken für Volks- und Bür­ger­schu­len von August Braune und Hein­rich Hanft, ver­öf­fent­licht 1887 bei Schroe­del, her­vor und erschien erst­mals 1949.
  2. Getes­tet mit dem SEED Radar.

Frühling

Damit nie­mand denkt, die­ses Web­log und sein Betrei­ber seien ein­ge­schla­fen, hier ein Foto von drei farb­lich zur Früh­lings­sonne pas­sen­den Druck­blei­stif­ten des japa­ni­schen Her­stel­lers Pilot. Von oben: H223 (1980–2000), H233 (1990–2000), H-​323 (ab 20001). – Nur letz­ter wird noch ange­bo­ten; er ist die Export­va­ri­ante des nur in Japan erhält­li­chen S32.

Frühling

Das war’s auch schon für heute.

  1. Quelle für die Jah­res­an­ga­ben: Twitter/​X.
  2. Den S3 für 0,3- und 0,5-mm-Minen gab es auch mal in einem trans­pa­ren­ten Gelb, doch diese Vari­ante wurde Ende 2022 aus dem Sor­ti­ment genom­men.

STAEDTLER Mars technico 780

Seit über einem hal­ben Jahr­hun­dert auf dem Markt: Der Fall­mi­nen­stift Mars tech­nico 780 von STAEDTLER. Heute ein kur­zer Blick auf sechs Gene­ra­tio­nen die­ses mars­blauen Klassikers.

STAEDTLER Mars technico 780

Über die Jahr­zehnte hat der Mars tech­nico 780 einige Ände­run­gen erfah­ren, doch die wesent­li­che Form ist seit den 1970er Jah­ren geblie­ben1. Im Gegen­satz zu sonst habe ich dies­mal lei­der keine ver­läss­li­chen Quel­len für die Gene­ra­tio­nen und die Jah­res­an­gabe, so dass ich Irr­tü­mer und Lücken nicht aus­schlie­ßen kann.

  1. Der Gestal­tung des Mars­kopfes nach stammt diese Gene­ra­tion aus der Zeit zwi­schen 1963 und 1973. Auf der abge­wand­ten Seite trägt sie die Kenn­zeich­nung „780 MARS-​TECHNICO“2. Im Drü­cker befin­det sich ein Minen­spit­zer, der bis heute geblie­ben ist. – Diese Vari­ante gab es auch mit der soge­nann­ten Linkshänder-Beschriftung.
  2. In den 1970er Jah­ren ändert sich die Gestal­tung des Clips, wobei diese frühe Form noch ver­gleichs­weise auf­wän­dig ist. Der Name „TECHNICO“ ver­schwin­det, ebenso der Ring ober­halb des Griffs.
  3. Diese Gene­ra­tion, wohl aus den 1980er Jah­ren, hat einen ein­fa­che­ren Clip. Wie beim Vor­gän­ger gibt es den Mars­kopf auf dem Ring, doch es kommt die Kenn­zeich­nung „GERMANY“ auf dem Clip hinzu. – Hier gibt es einen Wider­spruch zur Abbil­dung unten, aber die­sen kann ich mir nicht erklären.
  4. In den 1990er Jah­ren wird der Drü­cker ver­ein­facht. Er hat keine Griffril­len mehr, aber einen Kunst­stoff­ein­satz, und ist deut­lich leich­ter, wodurch sich der Schwer­punkt des Mars tech­nico 780 gut 10 mm nach vorne verschiebt.
  5. Spä­ter kehrt der Name „tech­nico“ – in ande­rer Schreib­weise – zurück. Der Mars­kopf wan­dert an das Ende des Clips und „GERMANY“ an die Krümmung.
  6. 2016 wird die aktu­elle Gene­ra­tion auf der Insights-​X vor­ge­stellt. Der Mars tech­nico 780 hat nun einen Här­te­grad­in­di­ka­tor: Der Ring des Clips (immer noch mit Mars­kopf und „GERMANY“) trägt die Här­te­grade „red“, 4H, 2H, H, HB, B, 2B und 4B sowie „red“ und „blue“; durch Dre­hen des Clips bringt man den gewünsch­ten Här­te­grad auf Pfeil­höhe. „GERMANY“ ver­schwin­det vom Schaft, doch dafür gibt es auf der abge­wand­ten Seite einen Strich­code, die GTIN und „MADE IN GERMANY“3. Zudem ist das Mars­blau etwas dunk­ler4. – Mit die­ser Gene­ra­tion wird das Sor­ti­ment um eine schwarze Vari­ante und einige Jahre danach mit zwei in „Sand“ sowie „Rose­wood“ erweitert.

Min­des­tens die Gene­ra­tio­nen 3 und 4 waren auch mit Här­te­grad­kenn­zeich­nung auf dem Schaft erhält­lich. Das Etui der 2-​mm-​Minen Mars car­bon ent­hält aber schon sehr lange einen Kunst­stoff­drü­cker in zum Här­te­grad pas­sen­der Farbe, die man statt des Metall­d­rü­ckers nut­zen kann. – Das gezeigte Eti­kett stammt von einer Packung STAEDTLER Mars Lumochrom aus der Zeit zwi­schen 1969 und 1973.

STAEDTLER Mars technico 780

Als kleine Zugabe hier die Seite mit den Fall­mi­nen­stif­ten (damals „Zei­chen­minen­hal­ter“ genannt) aus dem STAEDTLER-​Katalog des Jah­res 19825.

STAEDTLER Mars technico 780

Der hoch­wer­tige und bis auf den Strich­code sehr anspre­chende STAEDTLER Mars tech­nico 780 gehört auf jeden Schreib­tisch, und mit etwas Glück fin­det man die alten Ver­sio­nen zu akzep­ta­blen Preisen.

Nach­trag vom 8.3.26: Es gab min­des­tens noch eine Gene­ra­tion zwi­schen der hier gezeig­ten ers­ten und zwei­ten. Diese hatte einen Griff mit Ring und einen Drü­cker wie die erste sowie die glei­che, aber links­lau­fende Beschrif­tung und kei­nen am Schaft mon­tier­ten Clip (mög­li­cher­weise gab es davon auch eine Vari­ante mit einem auf­ge­steck­ten Clip). Ich ver­mute, dass sie Mitte der 1960er Jahre ange­bo­ten wurde. Danke an Armin für den Hinweis!

  1. Zum Innen­le­ben kann ich lei­der nichts sagen, da sich der Mars tech­nico 780 nicht zer­stö­rungs­frei zer­le­gen lässt.
  2. Die Wort­marke „Mars-​Technico“ wurde 1951 ein­ge­tra­gen. – Vor­gän­ger des 780 war mei­nes Wis­sens der MARS-​TECHNICO 48000.
  3. Erfreu­li­cher­weise kann man diese Kenn­zeich­nung mit einem Radie­rer ent­fer­nen. Es blei­ben zwar sehr leichte Ver­tie­fun­gen, aber die sind das klei­nere Übel.
  4. Der Unter­schied ist jedoch nicht ganz so groß wie im Foto. – Der Ver­gleich mit alten Exem­pla­ren ist mit­un­ter schwie­rig, da sich der Kunst­stoff und damit auch die Farbe ändern kann.
  5. Die reiz­volle Illus­tra­tion des Innen­le­bens habe ich im Detail unter „Kunst und Tech­nik“ gezeigt.

Kurz notiert

  • Dem Bei­trag „New Releases from Mitsu­bi­shi Pen­cil (Uni, Lamy) in March 2026“ auf Red­dit zufolge soll es von Mitsubishi/​uni im Mai einige neue und sehr inter­es­sante Pro­dukte geben. Dazu gehö­ren ein LAMY-​Druckbleistift mit Kuru-​Toga-​Mechanismus, ein 3-​Farben-​Stift im Stil des one P und natür­lich limi­tierte Farb­va­ri­an­ten belieb­ter Schreib­ge­räte, dar­un­ter den Kuru Toga Metal in Orange und den Zento Signa­ture in Messing/​Sand, die mich beide ansprechen.
  • Tom­bow hat den Kata­log 2026/​2027 ver­öf­fent­licht. Über das Hamburger-​Menü kön­nen ein­zelne Sei­ten und der kom­plette Kata­log als PDF her­un­ter­ge­la­den werden.
  • Auch von Zebra gibt es den neuen Kata­log 2026-​2027; ein Down­load als PDF ist nur von Einzel- oder Dop­pel­sei­ten mög­lich. Die Neu­hei­ten sind im Novelty Cata­lo­gue (PDF) zusammengefasst.
  • Die Schreib- und Zei­chen­ge­rä­te­fa­brik Phil­ipp Mutsch­ler, 1928 in Hei­del­berg gegrün­det und bis 2015 aktiv, hat u. a. für STAEDTLER pro­du­ziert und ist heute weit­ge­hend ver­ges­sen. Ich habe sie im Knockology-​Forum ange­spro­chen, wor­auf es einige inter­es­sante Ant­wor­ten gab.
  • Der popu­läre Druck­blei­stift Pen­tel Kerry ist seit kur­zem in der limi­tier­ten und exklu­siv für Kitera her­ge­stell­ten Vari­ante „Retro Green“ erhält­lich. Die Farbe, der halb­trans­pa­rente Kunst­stoff und das alte Logo machen ihn in mei­nen Augen sehr attrak­tiv. – Quelle: Red­dit.
  • Mit dem Intaglio gibt es einen neuen Druck­blei­stift von Sakura. Er hat einen Schaft aus Alu­mi­nium und wird in vier Far­ben, aber nur für 0,5-mm-Minen ange­bo­ten und kos­tet 2700 Yen (knapp 15 Euro).
  • 2014 hat Pen­tel den Druck­blei­stift orenz her­aus­ge­bracht. Er nutzt 0,2-mm-Minen und ist der Nach­fol­ger des PG2, der 1981 auf den Markt kam und um 2007 aus dem Sor­ti­ment genom­men wurde. Dem ers­ten orenz folg­ten etli­che Vari­an­ten, auch in 0,3 und 0,5 mm, und 2017 stellte Pen­tel den orenz­nero mit auto­ma­ti­schem Minen­vor­schub vor. Von die­sem gibt es ab 23. Januar drei Sets mit farb­lich abge­stimm­tem Radie­rer und Minen­be­häl­ter in Schwarz sowie in den limi­tier­ten Far­ben „green black“ und „car­bon black“1. Diese Sets sind für die Minen­durch­mes­ser 0,3 und 0,5 mm erhält­lich und kos­ten 7200 Yen (gut 39 Euro). – Zum orenz­nero siehe auch die sehr lesens­wer­ten Bei­träge „Pen­tel orenz­nero Review“ und „Homage to the Pen­tel orenz­nero“.

Nach­trag:

  1. Wer meint, dass auf­grund des Namens­zu­sat­zes „nero“ die Aus­wahl zukünf­ti­ger limi­tier­ter Far­ben ein­ge­schränkt ist, irrt – da gäbe es z. B. „true black“, „real black“, „dark black“, „mid­night black“, „soft black“, „medium black“, „warm black“ und „clas­sic black“.

Pentel GRAPH

Im Jahr 1965, also vor 60 Jah­ren, hat das japa­ni­sche Unter­neh­men Pen­tel den Druck­blei­stift GRAPH vor­ge­stellt. Er war nicht der erste Stift mit dem Minen­durch­mes­ser 0,5 mm – das war der Pen­tel 380 drei Jahre zuvor1 –, doch seine Gestal­tung sollte Vor­bild für zahl­rei­che andere Druck­blei­stifte nicht nur von Pen­tel2 wer­den und bis heute weiterleben.

Pentel GRAPH

In der Ori­gi­nal­ver­pa­ckung mit trans­pa­ren­tem Deckel …

Der GRAPH war in schwarz, rot und grün sowie in drei Gene­ra­tio­nen3 erhält­lich. Mit 4-​mm-​Minenführungsröhrchen, abnehm­ba­rem Clip und Behäl­ter für zwölf Minen4 hatte er bereits die Merk­male, die auch viele aktu­elle Druck­blei­stifte kennzeichnen.

Pentel GRAPH

… und ohne

Die hier sepa­rat mit­ge­lie­ferte Rei­ni­gungs­na­del (das kleine Falt­blatt infor­miert über ihre Ver­wen­dung) wan­derte spä­ter unter den Drü­cker und wurde vor eini­gen Jah­ren von fast allen Her­stel­lern aus Sicher­heits­grün­den weg­ge­las­sen. – Mei­nes Wis­sens war der GRAPH der erste Druck­blei­stift von Pen­tel mit ver­schraub­tem Drücker.

Pentel GRAPH

Rück­seite mit Hin­wei­sen zum Gebrauch

Ein Jahr nach der Markt­ein­füh­rung in Japan gab es den GRAPH auch in Deutsch­land, wie diese Anzeige5 aus dem Jahr 1966 zeigt6.

Pentel GRAPH

Dem GRAPH folgte der 1971 der GRAPH II, der als wesent­li­che Neue­rung einen Här­te­grad­in­di­ka­tor7 hatte und schon 1972 vom PG5 abge­löst wurde. Letz­te­rer sah sei­nem Vor­gän­ger sehr ähn­lich, war aber deut­lich anders auf­ge­baut8.

Pentel GRAPH

Der leicht bau­chige Kunst­stoff­schaft des GRAPH ist in der Mitte sechs­flä­chig und läuft an bei­den Enden rund zu. Auf einer Flä­che trägt er den Reli­ef­druck „PENTEL GRAPH PENCIL MADE IN JAPAN 5“, wobei „5“ eine Prä­ge­marke ist. Die Ein­heit aus Mecha­nik und Minen­be­häl­ter hat unter­halb der Zwinge ein Gewinde, mit dem sie jeweils zur Hälfte in die Spitze und in den Schaft geschraubt wird9. Der Drü­cker steckt im Minen­be­häl­ter und wird durch das in den Schaft geschraubte koni­sche End­stück, eben­falls aus Kunst­stoff, gehal­ten. Im Gegen­satz zu den Stif­ten, bei dem nur die Kappe abge­zo­gen und viel­leicht noch der Radie­rer ent­nom­men wer­den muss, macht diese Kon­struk­tion das Nach­fül­len von Minen zwar umständ­li­cher, ver­hin­dert aber, dass etwas klap­pert oder ver­lo­ren geht. – Der Clip hält nur durch Kraft­schluss, so dass keine unschöne Aus­spa­rung zu sehen ist, wenn man ihn weglässt.

Der cha­rak­te­ris­ti­sche „GRAPH“-Schriftzug10 fin­det sich heute noch auf dem Schaft des PG5 und das Kür­zel „PG“ (für „Pen­tel Graph“) in den Arti­kel­num­mern sowie „Graph“ in den Namen etli­cher Druck­blei­stifte von Pentel.

Pentel GRAPH

Anläss­lich des 60-​jährigen Jubi­lä­ums des GRAPH hat Pen­tel bereits im Okto­ber schwarze limi­tierte Vari­an­ten der Druck­blei­stifte Graph­Gear 500, Graph­Gear 1000 und GRAPH 1000 FOR PRO her­aus­ge­bracht, die es sowohl ein­zeln als auch im Set mit einem Bei­le­ger gibt. Diese drei Modelle sind zwei­fel­los sehr beliebt, haben aber bis auf den Namens­zu­satz nichts mit dem GRAPH zu tun. Eine Neu­auf­lage des GRAPH wäre natür­lich schön, aber ver­mut­lich zu auf­wän­dig gewe­sen, aber warum hat man nicht den PG5 in einer beson­de­ren Ver­sion ange­bo­ten?11

Doch ob Neu­auf­lage, Jubi­lä­ums­box oder sonst etwas: Der ori­gi­nale Pen­tel GRAPH ist und bleibt einer der Klas­si­ker unter den Druckbleistiften.

  1. Pen­tel bot die 1960 ein­ge­führte Fein­mine zunächst in 0,9 mm und dazu die Druck­blei­stif­tel Pen­tel 100 sowie spä­ter Pen­tel 101 an. 1962 folg­ten 0,5 mm mit dem Pen­tel 380 und 0,7 mm mit dem Pen­tel 271; 1968 stellte Pen­tel die 0,3-mm-Mine mit dem Pen­tel Mecha­nica vor und 1976 die 0,4-mm-Mine mit dem Pen­tel PG4. – Die 0,2-mm-Mine und der erste Druck­blei­stift für die­sen Durch­mes­ser, der Super 2, kamen 1972 von New­man.
  2. Siehe z. B. „Pen­tel Graph Pen­cil and deri­va­tive designs“.
  3. Der hier gezeigte stammt aus der zwei­ten Gene­ra­tion. – Die Unter­schiede sind mini­mal und beschrän­ken sich auf die Form des Clips, den Pro­duk­ti­ons­code und die Ver­pa­ckung; eine Über­sicht gibt es unter „Pen­tel Graph Coll­ec­tion“.
  4. Die ganz frü­hen Druck­blei­stifte konn­ten nur eine Mine auf­neh­men.
  5. Der Begriff „Kon­takt­knopf“ gefällt mir.
  6. Die Ver­pa­ckung und der Bei­le­ger die­ser Export­ver­sion sind unter „Pen­tel Graph Pen­cil – 2nd Gene­ra­tion /​ Ger­man Ver­sion“ zu sehen.
  7. Der erste Druck­blei­stift von Pen­tel mit Här­te­grad­in­di­ka­tor war der Mecha­nica von 1968.
  8. Siehe „Graph II vs PG5“ im her­vor­ra­gen­den Pen­tel Pen­cils Iden­ti­fi­ca­tion Book.
  9. Durch die bei­den Gewinde war das Ent­for­men des Schafts auf­wän­dig. Beim PG5 gibt es das vor­dere Gewinde nicht mehr; statt­des­sen wird díe Ein­heit von hin­ten ein­ge­steckt und sitzt ver­dreh­si­cher im Schaft.
  10. Die Schrift­art ähnelt sehr der Futura Black von Paul Ren­ner aus dem Jahr 1928.
  11. Von einem Anbie­ter in Korea gibt es einen beson­de­ren PG5, der sich auch als Jubi­lä­ums­mo­dell sehr gut gemacht hätte. Aber wer weiß – viel­leicht sehen wir ja etwas Der­ar­ti­ges zum 60-​jährigen Jubi­läum des PG5 im Jahr 2032 (bei Gele­gen­heit gibt es mehr zu die­sem PG5).
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