Bleistifte

„Die Staedtler’schen Bleistifte“

Ein­fach schön: Der Titel der Bro­schüre „Die Staedtler’schen Blei­stifte und ihr Entwicklungsgang“.

„Die Staedtler'schen Bleistifte“

Die 22,5 × 28,5 cm große Bro­schüre infor­miert auf zwölf Sei­ten über die Geschichte des Blei­stifts und die Sta­edt­ler­sche Blei­stift­fa­brik; viele Abbil­dun­gen von Blei- und ande­ren Stif­ten sowie Fotos der Her­stel­lung bie­ten inter­es­sante Ein­drü­cke aus der dama­li­gen Zeit. Ich nehme an, dass die Bro­schüre aus den 1910er Jah­ren stammt, denn sie erwähnt Ände­run­gen im Unter­neh­men im Jahr 1912; auch die Dar­stel­lung des STENOGRAPHIE 325 (vor 1908), MARS 1225 (1908) und Noris 278 (1910er Jahre) passt dazu. – Ich werde wohl noch eini­ges dar­aus zeigen.

Vie­len Dank an Chris­tof für diese Broschüre!

STAEDTLER Noris junior

Neu von STAEDTLER: Der Blei­stift Noris junior für Kin­der1.

STAEDTLER Noris junior

Zum Grö­ßen­ver­gleich: Der STAEDTLER Noris 120

Der – so der Text auf der Karton-Einzelverpackung – „per­fekte erste Kin­derblei­stift im extra gro­ßen Stift­for­mat“ ist 12,5 cm lang, hat einen Durch­mes­ser von 14,8 mm und eine etwa 9,5 mm dicke Mine des Här­te­grads 2B.

STAEDTLER Noris junior

Die Kan­ten des hexa­go­na­len Stifts sind stark abge­run­det und die werk­sei­tige, leicht kon­kave Spitze ist abge­flacht. Beim Blick auf das Ende des Noris junior fällt ein Stop­fen in Minen­di­cke auf; ich schließe dar­aus, dass die Mine kür­zer als der Stift ist. – Ange­sichts der Mase­rung des Hol­zes tippe ich auf Weihrauch-Zeder, doch ein Aroma kann ich nicht wahrnehmen.

STAEDTLER Noris junior

Der matte Lack ist ver­gleichs­weise dünn, aber glatt (der Stift wurde erst gelb lackiert, dann kamen die schwar­zen Strei­fen). Auch der Prä­ge­druck und die Kenn­zeich­nung auf der gegen­über­lie­gen­den Flä­che sind makel­los. – Die Mine glei­tet leicht, schreibt sau­ber und schwärzt gut.

STAEDTLER Noris junior

Pas­send zum Noris junior und für andere Stifte mit einem Durch­mes­ser von 13 bis 16 mm gibt es einen Behäl­ter­spit­zer, der von Möbius+Ruppert gefer­tigt wird. Er hat einen Ver­schluss, der zum Spit­zen mit dem Stift auf­ge­drückt wird und sich durch Feder­kraft selbst­tä­tig schließt; so kön­nen kleine Fin­ger nicht an das Mes­ser gelangen.

STAEDTLER Noris junior

Der Kunststoff-Einsatzspitzer arbei­tet sehr gut und nimmt einen unge­fähr 0,3 mm dicken Span ab, erzeugt jedoch einen klei­nen Zap­fen. – Nach dem Spit­zen fal­len einige Poren in der Mine auf.

STAEDTLER Noris junior

Der Noris junior hat die Arti­kel­num­mer 141 und kos­tet knapp 3 Euro; den Behäl­ter­spit­zer Noris junior 514 16 gibt es für etwa 8,50 Euro. – Der Blei­stift gehört zur „Noris junior“-Serie, die auch Farb­stifte, Wachs­mal­krei­den und einen wei­te­ren Spit­zer umfasst.

Danke an STAEDTLER für den Noris junior und den Behälterspitzer!

Nach­trag vom 23.5.21: Ich konnte es mir nicht ver­knei­fen, einen Noris junior längs teil­weise zu halbieren.

STAEDTLER Noris junior

Der Stop­fen ist 3,4 cm lang und zwi­schen ihm und dem Ende der Mine ist eine etwa 4 mm lange Lücke. Die Mine ist ca. 8,7 mm lang, nimmt also knapp 70% des Stifts ein.

  1. „… jeden Alters“ bin ich geneigt hin­zu­zu­fü­gen.

Camel

Die Marke „Camel“ von STAEDTLER, ein­ge­tra­gen am 23.7.1935, wird hier schon lange nicht mehr genutzt1 und ist auch im Aus­land nur noch sehr sel­ten anzu­tref­fen. Einen der weni­gen Blei­stifte mit die­sem his­to­ri­schen Namen hat STAEDTLER Iran im Pro­gramm2.

Camel

Der STAEDTLER camel 131 10 ist rund, 7,4 mm dick und nur im Här­te­grad HB ver­füg­bar. Ich finde es schön, dass man auch ein klei­nes Kamel auf­ge­bracht hat. – Inter­es­sant ist, dass hier der Vier­tel­mond zu sehen ist; in Deutsch­land gibt es ihn bereits seit den frü­hen 1960er Jah­ren nicht mehr.

Camel

Neben die­sem Blei­stift gibt (gab?) es noch den sehr ähn­lich gestal­te­ten Rot­stift 131 10-29, doch ich kann ihn auf der Web­site von STAEDTLER Iran nicht mehr finden.

Danke an STAEDTLER Deutsch­land für das Muster!

  1. Ein alter Camel-Bleistift ist unter „Ein klei­nes Kamel“ zu sehen. – Bis vor eini­gen Jah­ren hat STAEDTLER Thai­land Farb­stifte unter die­sem Namen ange­bo­ten.
  2. Es sieht so aus, als gäbe es auch in Süd­afrika noch einen Camel-Bleistift; seine Farb­ge­bung erin­nert an den STAEDTLER tra­di­tion.

Kurz notiert

Der Schwei­zer Her­stel­ler Caran d’Ache hat ein neues „Swiss Wood“-Set vor­ge­stellt. Es steht unter dem Motto „Nes­presso“ und ent­hält drei Blei­stifte aus FSC-zertifiziertem Schwei­zer Holz1 mit Zier­kap­pen in unter­schied­li­chen Kaffeekapsel-Farben. Die Nen­nung von Nes­presso, die Prä­gung „A recy­cling story is in your hands“ sowohl auf der Kar­ton­ver­pa­ckung als auch auf den Blei­stif­ten und die Beschrei­bung „3 Metallic-Kapselfarben Rosa, Grün und Gold“ haben bei mir den Ein­druck erweckt, als wären die Kap­pen aus wie­der­ver­wen­de­tem Alu­mi­nium, doch in die­sem Video von Caran d’Ache ist bei 0:36 zu sehen, dass es sich um Tauch­kap­pen han­delt. In der eng­li­schen Pro­dukt­be­schrei­bung heißt es zudem „Leads con­sis­ting of 25% cof­fee grounds“ (auf der deut­schen Web­site zum Set fehlt die­ses Detail). Sollte diese Angabe stim­men, so wäre es inter­es­sant zu wis­sen, wie sich diese unge­wöhn­li­che Bei­mi­schung auf die Schreib­ei­gen­schaf­ten und die Bruch­fes­tig­keit der Mine aus­wirkt. – Das Set ist ab Ende Mai erhält­lich und kos­tet 19,90 Euro.

Durch den „Nespresso“-Schriftzug auf der Ver­pa­ckung und den Blei­stif­ten sowie die Kap­sel­far­ben wirkt die­ses Set auf mich wie Wer­bung für den Kap­sel­kaf­fee. Hinzu kommt, dass ich den Text „A recy­cling story is in your hands“ für über­trie­ben halte, denn der ein­zige wie­der­ver­wer­tete und wie­der­ver­wert­bare Teil des Sets ist die Kar­ton­ver­pa­ckung. Dies und der hohe Preis machen die­ses Set für mich unat­trak­tiv, und so werde ich vom Kauf absehen.

Nach­trag vom 13.5.21: Im aktu­el­len News­let­ter von Caran d’Ache (hier nach­zu­le­sen) gibt es wei­tere Details zu die­sem „Swiss Wood“-Bleistift, die mich jedoch rät­seln las­sen. Es heißt:
„Nach der Rück­ge­win­nung des Kaf­fee­sat­zes kann ihn Caran d’Ache zusam­men mit Gra­fit, Ton und natür­li­chen Bin­de­mit­teln in die Paste der Mine integrieren.“
Wel­che Bin­de­mit­tel sind das denn? Ich dachte bis­her, Gra­phit­mi­nen kom­men ohne sie aus.
„Dann wer­den die Minen gezo­gen und bei über 300 Grad gekocht.“
Wie soll das gehen? Und warum wer­den die Minen nicht gebrannt? Haben diese Blei­stifte viel­leicht Farb­mi­nen mit Gra­phit als farb­ge­bende Sub­stanz? (Das könnte auch die Bin­de­mit­tel erklären.)
„Im Anschluss wird eine dünne Lack­schicht auf das Ende der Stifte auf­ge­tra­gen, um sie zu versiegeln.“
Ist nicht der ganze Blei­stift lackiert?
Die Fotos im News­let­ter sind her­vor­ra­gend, doch die Details seltsam.

  1. Mich wun­dert, dass im Gegen­satz zum letz­ten letz­ten „Swiss Wood“-Set die Holz­art nicht genannt wird; ich tippe jedoch auf Jura-Buche wie beim 348.

120 Jahre MARS

Heute vor 120 Jah­ren wurde die Marke „MARS“ für STAEDTLER ein­ge­tra­gen, eine der ältes­ten und bekann­tes­ten Mar­ken für Schreib- und Zei­chen­ge­räte1.

Als J.S. Staedtler2 damals das Sor­ti­ment ent­wi­ckelte, baute man ver­schie­dene Preis­grup­pen auf und gab die­sen eigene Mar­ken. Das Unter­neh­men Hardt­muth in Wien und Bud­weis, das zu die­ser Zeit eine füh­rende Posi­tion hatte, ver­trieb seine Spit­zen­pro­dukte unter „Koh-I-Noor“, dem Namen des berühm­ten Dia­man­ten. Die neue Marke sollte den irdi­schen Glanz noch über­tref­fen, und so ent­schied man sich für den strah­len­den Pla­ne­ten Mars.

Das erste Pro­dukt mit dem neuen Mar­ken­na­men war der Kopier­stift MARS-COPIER, der noch im sel­ben Jahr auf den Markt kam. 1908 folgte der Blei­stift MARS 1225, der Vor­gän­ger des MARS LUMOGRAPH 28863. Mit die­sen Stif­ten wurde auch die „mars­blaue“ Poli­tur eingeführt.

120 Jahre MARS

J.S. STAEDTLER MARS 1225 (ver­mutl. 1920er Jahre)

120 Jahre MARS

Anzeige (1925, Ausschnitt)

Manch­mal umrahmte man „MARS“ mit dem astro­no­mi­schen Zei­chen für den Pla­ne­ten (Speer und Schild) sowie des­sen Mon­den Pho­bos und Deimos.

120 Jahre MARS

J.S. STAEDTLER Mars Lumo­graph 02886

Die Aus­rich­tung an der Spit­zen­marke führte dazu, dass man „MARS“ in den Fir­men­na­men auf­nahm. Dop­pel­na­men waren damals aktu­ell – es gab Faber-Castell, Lyra Orlow, Schwan-Stabilo und Koh-I-Noor Hardtmuth.

120 Jahre MARS

Anzeige (1940, Ausschnitt)

Als STAEDTLER nach dem zwei­ten Welt­krieg das Mar­ken­ge­schäft im In- und Aus­land neu auf­baute, gab es Über­le­gun­gen, „MARS“ zur allei­ni­gen Fabrik­marke zu machen, auch weil „Staedtler“ in man­chen Län­dern nur schwer aus­zu­spre­chen war. Dies wurde ver­wor­fen, doch „MARS“ blieb lange Namenszusatz.

120 Jahre MARS

Lösch­blatt (ca. Mitte der 1950er Jahre, Ausschnitt)

Ab den 1960er Jah­ren nutzte man „MARS“ aus­schließ­lich für die Pro­dukte des tech­ni­schen Zeichnens.

120 Jahre MARS

Wand­ka­len­der (ca. Mitte der 1960er Jahre, Ausschnitt)

Heute gibt es unter die­ser Marke holz­ge­fasste und mecha­ni­sche Blei­stifte, Tusche­zeich­ner, Zei­chen­ge­räte und Zube­hör. – Wie es zum Marskopf kam, wird Thema eines zukünf­ti­gen Bei­trags sein.

Danke an STAEDTLER für die Details!

  1. Noch älter sind nur Atlas und Minerva.
  2. Die­ser Name wurde übri­gens am 18.7.1896 ein­ge­tra­gen.
  3. Nach­fol­ger war 1967 der Mars Lumo­graph 100.

Bleistifthölzer (7)

Mus­grave in den USA bie­tet einen beson­de­ren Blei­stift an.

Bleistifthölzer (7)

Der Ten­nes­see Red ist aus der Vir­gi­ni­schen Zeder1 (Juni­pe­rus vir­gi­niana, engl. [eas­tern] red cedar) gefer­tigt. Die­ses Holz war frü­her für Blei­stifte üblich, wurde dann aber knapp und durch die Kali­for­ni­sche Weihrauch-Zeder (Calo­cedrus decur­rens, engl. incense cedar) abge­löst. Diese Umstel­lung fand bereits vor vie­len Jahr­zehn­ten2 statt, und so trifft man heute keine Blei­stifte aus Vir­gi­ni­scher Zeder mehr an.

Auch Mus­grave hat die­ses Holz vor lan­ger Zeit genutzt3. Man nahm den reich­li­chen Bestand vor Ort in Ten­nes­see und ver­ar­bei­tete sogar Zaun­bret­ter von Far­mern, denen man dafür Metall­zäune gab. Am Anfang hat man die Brett­chen auch nach Europa ver­kauft, doch vor etwa 100 Jah­ren schrumpfte der Bestand und man ging zur Kali­for­ni­schen Weihrauch-Zeder über. Die Pläne, erneut zum his­to­ri­schen Holz zu grei­fen, gab es schon län­ger, und 2019 brachte man den Ten­nes­see Red auf den Markt.

Die Fer­ti­gung barg einige Her­aus­for­de­run­gen, und so sind die Minen im Ten­nes­see Red nicht immer zen­trisch und man­che Exem­plare ganz leicht gekrümmt. Mus­grave spricht diese Pro­bleme offen an, was mir sehr sym­pa­thisch ist, und emp­fiehlt auch einen elek­tri­schen Spit­zer. Es fällt auf, dass sich der werk­sei­tig unge­spitzte Ten­nes­see Red selbst in der Gra­nate nicht ganz so leicht spit­zen lässt; ich ver­mute, dass das Holz nicht mit den heute übli­chen Ver­fah­ren behan­delt wurde und daher nicht die ver­traute leichte Schneid­bar­keit bie­tet. Unnö­tig zu sagen, dass das Duft der Vir­gi­ni­schen Zeder groß­ar­tig ist und ganz anders als das der (oben­drein auch mal mit Aro­men behan­del­ten) Weihrauch-Zeder. – Wäh­rend die Her­stel­ler frü­her das rote Kern­holz für höher­wer­tige und und das gelblich-weiße Splintholz für güns­tige Blei­stifte genutzt haben, unter­schei­det Mus­grave nicht und ver­wen­det auch nur Klar­lack4, so dass es zu unge­wöhn­li­chen, aber durch­aus reiz­vol­len Fär­bun­gen kommt.

Bleistifthölzer (7)

Wei­tere inter­es­sante Details zu Mus­grave gibt es unter „Mus­grave and the pen­cil sup­ply chain“ bei pen­cil talk.

Danke an Matt für den Ten­nes­see Red!


Da ich Inter­esse an wei­te­ren Exem­pla­ren des Ten­nes­see Red5 und auch am Sin­gle Bar­rel 1066 hatte, aber bei der Online-Bestellung kein Ver­sand nach Deutsch­land mög­lich ist, habe ich mich an das Unter­neh­men gewandt und gefragt, ob man nicht eine Aus­nahme machen könne. Lei­der bekam ich keine Ant­wort, doch ein Leser mei­nes Web­logs, der sich nach einen euro­päi­schen Ver­trieb erkun­digt hat, wurde auf Makers Cabi­net in Eng­land ver­wie­sen. Die­ses Unter­neh­men, Her­stel­ler des Hovel und des Iris, hat aller­dings keine Pro­dukte von Mus­grave im Online-Shop, dafür aber eine bemer­kens­werte For­mu­lie­rung in den Geschäfts­be­din­gun­gen: „We reserve the right to refuse ser­vice to anyone for any rea­son at any time.“ Das ist alles nicht sehr erquicklich.

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  1. Genau­ge­nom­men ist „Vir­gi­ni­sche Zeder“ nur eine der alter­na­ti­ven Bezeich­nun­gen für den – wie der Baum bota­nisch kor­rekt heißt – Vir­gi­ni­schen Wachol­der. Da die­ser Name im Zusam­men­hang mit Blei­stif­ten außer­halb von Fach­krei­sen jedoch unüb­lich ist, bleibe ich bei „Vir­gi­ni­sche Zeder“.
  2. Etwa 50 bis 100 Jahre; die Anga­ben streuen stark, auch bei Mus­grave (siehe fol­gende Fuß­note).
  3. Unter „The History of our Ten­nes­see Red™ Pen­cil“ heißt es „But fast-forward to the ’60s and ’70s – we pha­sed out cedar pen­cils made from Eas­tern Red Cedar and repla­ced it with the more abundant and easier to use Cali­for­nia Incense Cedar“, doch unter „A Shift to Pro­duc­tion“ schreibt man „The pivot to pro­duc­tion from mil­ling in 1919 was timely because toward the mid-1920s, Ten­nes­see sources of red cedar logs and rail fen­ces slowly star­ted to dwindle. It was then the Cali­for­nia incense cedar – a fast-growing, ple­nti­ful wood with simi­lar cha­rac­te­ris­tics to the Ten­nes­see variety – repla­ced it.“
  4. Übri­gens wurde erst der Prä­ge­druck und dann der Klar­lack auf­ge­bracht.
  5. Vor allem die aus dem glei­chen Holz gefer­tigte Box mit 24 Blei­stif­ten fand ich sehr atrak­tiv.
  6. Die­ser Blei­stift ist Mus­gra­ves ande­rer aus der Vir­gi­ni­schen Zeder gefer­tigte Blei­stift, doch im Gegen­satz zum Ten­nes­see Red wurde der Sin­gle Bar­rel 106 nicht aus neuem Holz, son­dern aus alten Brett­chen gefer­tigt, die man in den 1930er Jah­ren ver­ges­sen und viele Jahre spä­ter wie­der­ge­fun­den hat.

J.S. STAEDTLER Dictation 2325

Zu der inzwi­schen fast aus­ge­stor­be­nen Gat­tung der Stenografie-Bleistifte gehörte der Dic­ta­tion 2325 von J.S. STAEDTLER USA1.

J.S. STAEDTLER Dictation 2325

Ebenso wie der Mon­gol Ste­no­gra­phic 596 von Eber­hard Faber ist der Dic­ta­tion 2325 nur 6,5 mm dick2 und ab Werk beid­sei­tig gespitzt. Die Kenn­zeich­nung des mit 180 mm unge­wöhn­lich lan­gen Blei­stifts finde ich reiz­voll, vor allem das kur­sive „DICTATION“ und den gekrümm­ten Fir­men­na­men3; auch der schwarze Prä­ge­druck macht sich auf dem hell­blauen, metal­lisch glän­zen­den Lack sehr gut. – Wie alt der Dic­ta­tion ist, weiß ich lei­der nicht, aber da STAEDTLER den Vier­tel­mond bis in die 1960er Jahre hin­ein genutzt hat, gehe ich von min­des­tens 60 Jah­ren aus; auch die Gestal­tung sprä­che dafür.

J.S. STAEDTLER Dictation 2325

Mit dem STAEDTLER Mars steno­fix (letzte Vari­ante, 2011)

Der Här­te­grad der 2 mm dicke Mine ent­spricht etwa dem STAEDTLER Mars Lumo­graph H. Sie hat eine sau­bere und spar­same Abgabe, eine zur Härte pas­sende Schwärzung und ist sehr gut radier­bar4.

J.S. STAEDTLER Dictation 2325

Spitze ab Werk und mit dem CARL Angel-5

Die Bruch­fes­tig­keit des Dic­ta­tion ist recht gut, doch im Pol­lux bricht seine Spitze repro­du­zier­bar ab; in der Gra­nate lässt er sich aller­dings gut spit­zen. – Beim Holz spre­chend die Mase­rung und das sehr leichte Aroma für Weihrauchzeder.

J.S. STAEDTLER Dictation 2325

Der Dic­ta­tion ist einer der vie­len Blei­stifte, die es mal gab und die inzwi­schen ver­schwun­den sind. Von wel­chen der heu­ti­gen Blei­stifte wird man das in 30 oder 50 Jah­ren sagen?

Nach­trag vom 16.4.21: Von STAEDTLER konnte ich erfah­ren, dass der Stand­ort in Mont­ville, New Jer­sey, von 1971 bis 2005 bestand. Der Dic­ta­tion 2325 ist also höchs­tens 50 Jahre alt und damit deut­lich neuer als ich dachte.

  1. Zum Stand­ort Mont­ville, New Jer­sey, habe ich keine ver­läss­li­chen Details. Er muss jedoch bis min­des­tens 1994 exis­tiert haben, denn die­ser Nach­ruf in der Chi­cago Tri­bune gilt dem Vize­prä­si­den­ten des Unter­neh­mens, der von 1966 bis 1994 tätig war.
  2. Für meine nicht allzu gro­ßen Hände ist der Dic­ta­tion zu dünn; ich wüsste gerne, wie die dama­lige Ziel­gruppe das emp­fand.
  3. Eine Blind­prä­gung gibt es nicht.
  4. Getes­tet mit dem SEED Radar.
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