Archiv der Kategorie „Bleistifte”

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Globalisierung

Dienstag, 12. Juni 2018

Globalisierung

Zwei Teile dieses Handspitzers von Eisen, einer schwarz lackierten Ausführung des Modells 040, wurden an sehr weit voneinander entfernten Orten gefertigt.

Globalisierung

Das Messer „Made in Germany”, der Korpus „Made in China” – doch woher kommt die Schraube? Und wo wurden die Teile zusammengebaut?

Werkzeug

Sonntag, 10. Juni 2018

Der japanische Hersteller Pilot hat die Typenbezeichnung „2020″ für etliche Druckbleistifte genutzt, angefangen vom sehr günstigen Modell aus Kunststoff bis hin zum 2020/ST mit Edelstahlschaft aus einem Stück (letzteren gab es zudem in zwei Größen). Alle mir bekann­ten Varianten hatten den „Shaker”-Mechanismus, bei dem die Mine durch kurzes Schütteln des Stifts transportiert wurde1. Der gezeigte wird auch als 2020 YOUNG bezeichnet und war in mindestens sieben Farben erhältlich. Diese Ausführung mit transparentem Griffstück spricht mich besonders an, da man hier einen Teil der Mechanik sieht. – Shinwa ist ein ja­panischer Anbieter von Messgeräten, zu dessen Sortiment auch Blei- und Farbstifte gehö­ren. Bei diesem Acryl-Lineal gefallen mir die Ziffern, die Hilfen zum einfachen Zeichnen von parallelen Linien und die sehr gute Verarbeitung.

  1. Die Typenbezeichung „2020″ hat einen besonderen Hintergrund: Im Japanischen kann die Zahl „20″ als „fure” ausgesprochen werden, ebenso das Verb „schütteln”; damit sagt „2020″, was man für den Minenvorschub tun muss. – Von Pilot gibt es auch zwei „Shaker”-Modelle mit „Fure Fure” im Namen, und zwar den Corone (HFC20R) und den Sprinter (HFST20R).

Nr. 211

Sonntag, 3. Juni 2018

In aussortiertem Gerümpel entdeckt und gerettet: Ein alter Doppelspitzer aus Magnesium.

Nr. 211

Auf der Rückseite finden sich die Artikelnummer 211 und das bis 1992 genutzte Logo von Möbius+Ruppert. Es hatte zwi­schen M und R zwei Geodreiecke und ein Spitzloch, wobei letzteres zuweilen für ein „O” gehal­ten und das Logo dann als „MOR” gelesen wurde.

Nr. 211

Dieser Spitzer ist seit mindestens 50 Jahren mit dieser Nummer im Sortiment des Erlanger Herstellers, denn bereits ein Katalog aus den 1960er Jahren führt ihn auf.

Nr. 211

Im Katalog von 1938 findet sich das sehr ähnliche Modell 17 aus „Elektron-Metall”; mög­licherweise war das der Vorgänger.

Nr. 211

Der heutige 211 ist mit seinem geriffelten Griffmulden und dem Oberflächendekor etwas gefälliger.

Nr. 211

Ein Klassiker!

Schmuckstück

Samstag, 2. Juni 2018

Zu den zahlreichen Werbeartikeln von STAEDTLER gehörten auch Wand-Thermometer. Einige Jahre jünger als das Exemplar, das in den späten 1950er Jahren für die Marke MARS LUMOGRAPH warb, ist dieses mit symbolisch dargestellten Farbstiften.

Schmuckstück

Der Mars-Kopf erlaubt eine ungefähre Datierung, denn die hier gezeigte Variante wurde von 1963 bis 1973 genutzt. – Auch wenn dieses Thermometer wohl eher für das Laden­lokal des Händlers oder das Büro des gewerblichen Kunden gedacht war, so schmückt es nach einigen Jahren in der Schublade jetzt die Wand an meinem Schreibtisch.

Caran d'Ache Graphicolor Graphit/Rot

Donnerstag, 31. Mai 2018

Der Schweizer Hersteller Caran d'Ache hat auf der diesjährigen Paperworld zwei holzgefass­te Stifte der Reihe „Graphicolor”1 vorgestellt, nämlich den Graphit/Highlighter-Stift 370.240 und den Graphit/Rot-Stift 370.070. Um letzteren soll es hier kurz gehen.

Caran d'Ache Graphicolor Graphit/Rot

Natürlich erinnert er an einen anderen Graphit/Rot-Stift aus dem gleichen Haus, und zwar an „The Editor”, der für CW Pencil Enterprise gefertigt wird.

Caran d'Ache Graphicolor Graphit/Rot

Dachte ich zunächst, dass diese beiden Stifte bis auf die Beschriftung identisch sind, so war ich überrascht, einen einzigen Unterschied2 zu finden, und zwar bei der Graphitmine. Im Vergleich mit dem STAEDTLER Mars Lumo­graph entspricht die subjektive Härte des „Edi­tor” etwa H und die des Graphicolor etwa F, so dass letzterer rund einen Härtegrad wei­cher ist. Mir gefällt das sehr gut, denn die Mine des „Editor” ist mir zu hart. – Warum man sich bei diesem Stift und beim „Editor” für eine vergleichsweise weiche und wasservermal­bare Farbmine entschieden hat, ist mir ein Rätsel.

Caran d'Ache Graphicolor Graphit/Rot

Gespitzt mit dem Möbius+Ruppert Pollux (Graphit) und dem Kurbelspitzer CARL Decade DE-100 (Rot)

Damit ist der Graphicolor 370.070 mein Favorit unter den zurzeit erhältlichen Graphit/Rot-Stiften3. Aber es gibt noch einige zu testen …

  1. Genauer: GRAPHICOLOR, aber zur besseren Lesbarkeit wähle ich die Gemischtschreibung.
  2. Ich will natürlich nicht ausschließen, dass ich weitere Unterschiede übersehen habe.
  3. Das Maß aller Dinge ist für mich der Tombow LV-KEV, der jedoch leider nicht mehr hergestellt wird.

Alte Kreise

Samstag, 26. Mai 2018

Mit einem sehr alten Zirkel hat mich kürzlich mein Leser Wowter überrascht.

Alte Kreise

Dieser Zirkel, der wohl um die 100 Jahre alt sein dürfte, ist hauptsächlich aus Messing, gut 11 cm lang und trägt keine Kennzeichnungen.

Alte Kreise

Statt der üblichen Tuschefeder oder der Graphitmine hat er einen 4 mm dünnen Bleistift. Es sieht jedoch so nicht so aus, als wäre dieser ab Werk vorgesehen gewesen, denn er wurde bearbeitet, damit er besser in die Aufnahme passt. Zudem fällt auf, das der untere Teil des Schenkels mit der Spitze aus einem anderen Metall besteht. – Ich wüsste zu gerne, durch welche Hände dieser Zirkel gegangen ist und welche Aufgaben er erfüllt hat!

Alte Kreise

Danke an Wowter für diesen ungewöhnlichen Zirkel!

Sonderanfertigung (4)

Samstag, 19. Mai 2018

Zu den Druckbleistiften der Serie 925 25 von STAEDTLER muss man wohl nichts mehr sa­gen, denn diese erfreuen sich anhaltender Beliebtheit. Der in Japan und mit Ausnahme des Minenvorratsbehälters komplett aus Metall gefertigte Stift, den es in sechs Minendurch­messern gibt, war zunächst nur dort erhältlich, doch nach der Vorstellung auf der Paper­world 2009 in Frankfurt/Main gab es ihn auch hier1. Leider hat ihn STAEDTLER Deutschland 2012 wieder aus dem Sortiment genommen, aber die japanische Variante2 ist bei zahlrei­chen Versendern problemlos und schon ab 9 Euro erhältlich.

Sonderanfertigung (4)

Vor einer Weile kam mir das Foto eines 925 25 mit Holzschaft unter3, was mich angeregt hat, bei [Name und Website entfernt], der mir bereits zwei geschmackvolle Bleistiftverlän­gerer gefertigt hat, zwei Schäfte in Auftrag zu geben. Heute kamen die guten Stücke.

Der oben gezeigte Schaft ist aus Kirschholz4. Mir gefällt die Kombination aus hellem Holz und dem Metall sehr gut, und so freue ich mich über dieses Unikat5. – Pro Schaft habe ich 14 Euro bezahlt.

Nachtrag vom 19.6.18: Bei der hier gezeigten Variante sitzt ein Metallgewinde im Holz­schaft.

  1. Die 1,3- und die 2,0-mm-Variante waren hier jedoch nie erhältlich.
  2. Die Stifte unterscheiden sich meines Wissens nur in der Kennzeichnung.
  3. Leider finde ich die Quelle nicht mehr.
  4. Der zweite ist aus Nussbaum und wird seinen Auftritt bei anderer Gelegenheit haben.
  5. Wie auf Twitter zu sehen, sind die Schäfte des STAEDTLER 925 25 und des Platinum Pro-Use MSD-1000B austauschbar, so dass der Holzschaft auch auf letzteren passen müsste. – Dort wird die Typenbezeichnung MSD-1500 angegeben, aber die ist falsch.

Pentel Accu Graph

Sonntag, 29. April 2018

Mein Interesse an Bleistiften und Zubehör hat wechselnde Ausprägungen. Mal benutze ich nur einen einzigen holzgefassten Bleistift, mal führe ich eine größere Auswahl mit mir herum und habe Spaß an der Vielfalt. In manchen Wochen schreibe ich ausschließlich mit Druckbleistiften, und dabei kommt es vor, dass ich Stücke, die ich vor langer Zeit gekauft habe, wiederentdecke. So erfreue ich mich zurzeit erneut an der „Accu Graph”-Serie des ja­panischen Herstellers Pentel, die in den späten 1970er Jahren1 auf den Markt kam und wohl bis in die 1990er hinein erhältlich war.

Pentel Accu Graph

Der erste war der PG1505 (0,5 mm)2, dem kurz darauf der PG2003 (0,3 mm)3 folgte4. Zwei Jahre danach kam der PG1804 (0,4 mm), den es im Gegensatz zu den anderen bei­den nur in Japan gab5. Diese Druckbleistifte gefallen mir noch genauso gut wie vor zehn Jahren, als ich auf sie aufmerksam geworden bin – ich finde sie funktionell, hochwertig und ansprechend gestaltet, obwohl (oder vielleicht gerade weil) sie nach 40 Jahren etwas alt­modisch wirken.

Pentel Accu Graph

Auch wenn ich bezweifle, dass der Accu Graph für das Technische Zeichnen angeboten wurde (denn dafür fehlt die 0,7-mm-Variante), bietet er doch alles, was man bei dieser Profession schätzte: das feste, vier Millimeter lange Minenführungsröhrchen, die exakte Führung der Mine, den verlässlichen Minentransport in kleinen Schritten6, die Griffzone für sehr guten Halt, den weit vorne liegenden Schwerpunkt und den abnehmbaren Clip7. Na­türlich sind diese Eigenschaften auch beim Schreiben von Vorteil.

Pentel Accu Graph

Die erste Generation des Accu Graph hatte keinen Härtegrad-Indikator, und in diesem sehe ich auch die einzige Schwachstelle. Das Etikett darin ist nicht sehr strapazierfähig, denn wenn man häufiger auf das Fenster im Ring fasst, löst sich der schwarze Aufdruck. Daher habe ich bei zwei Stiften das Etikett durch silberfarbenes Klebeband ersetzt, um weder auf den beschädigten Druck noch (nach Entfernen des Etiketts) auf das messingfarbene Teil darunter zu schauen. – Als kleinen Schönheitsfehler könnte man noch die geringfügigen Farbdifferenzen zwischen Schaft und Endstück des PG2003 und PG1804 bezeichnen.

Pentel Accu Graph

Mit damals 1500 bis 2000 Yen waren diese Druckbleistifte vergleichsweise teuer, doch was heute dafür verlangt wird, ist ein vielfaches davon – für einen neuwertigen Accu Graph der zweiten Generation werden inzwischen 100 US-Dollar und mehr gefordert, und Exemplare der ersten und unbenutzte in Originalverpackung erzielen oft weit höhere Preise8.

Bei den Minen bevorzuge ich übrigens die des Mitbewerbers Pilot. Habe ich früher die Pen­tel Ain in B und 2B benutzt, so bin ich schon vor einigen Jahren auf die Pilot Eno Neox 2B und dann auf den Nachfolger Pilot Neox Graphite 2B umgestiegen; Schwärzung, Bruchfes­tigkeit, Gleitfähigkeit und Radierbarkeit finde ich hervorragend.

Update vom 20.6.18: Der Stift hieß nicht „Accugraph”, sondern „Accu Graph” und wur­de in den Katalogen mit dem Trademark-Zeichen „™” geschrieben.

  1. Bei den Jahresangaben bin ich mir nicht sicher.
  2. Dem PG1505 ging der PG15 voraus, der einen silberfarbenen Schaft und ein Griffstück mit anderer Oberfläche hatte.
  3. Ich wüsste gerne, warum der PG2003 eine andere Spitze und als einziger der drei Stifte einen dekorierten Schaft hat.
  4. Soweit ich weiß, waren diese Stifte nur in Japan und den USA, aber nicht in Deutschland erhältlich.
  5. Die vollständigen Typenbezeichungen lauten PG2003ED, PG1804DD und PG1505AD, wobei „PG” meines Wissens für „Pentel Graph” steht, eine Bezeichnung, die bereits in den 1960er Jahren verwendet wurde und sich auch heute noch bei vielen Modellen findet.
  6. Der Vorschub bei einmaligem Drücken entspricht etwa dem Minendurchmesser.
  7. Auf einen Radierer im Drücker hat man hier verzichtet.
  8. Beim Kauf eines solchen Stifts lohnt der genaue Blick auf die verchromten Teile wie z. B. den Clip, denn von diesen kann sich die Beschichtung ablösen.
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