Archiv der Kategorie „Bleistifte”

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„Für Bild und Schrift …

Sonntag, 15. September 2019

… den STAEDTLER-Stift” verkündet diese Papiertüte und hat damit natürlich recht.

Für Bild und Schrift …

Die 12,3 × 18,7 cm große und einseitig bedruckte Tüte ist gut 60 Jahre alt1 und kommt somit etwa aus der gleichen Zeit wie das kürzlich gezeigte Löschblatt. – In den Rahmen am unteren Rand kam vermutlich der Händlerstempel.

Für Bild und Schrift …

Stellvertretend für alle STAEDTLER-Stifte sind hier hier der Bleistift Mars Lumograph 2886 und der Mars Kopierstift 754 zu sehen.

Für Bild und Schrift …

Unnötig zu sagen, dass mir die Gestaltung sehr gut gefällt. – Warum es hier „ANNO 1662″ heißt, obwohl man im Jahr 2010 „175 Jahre STAEDTLER” gefeiert hat, ist hier erläutert.

Für Bild und Schrift …

Das war's auch schon für den heutigen Sonntag.

  1. Datierbar am Mars-Kopf, der in dieser Form von 1952 bis 1957 verwendet wurde.

Pinguin

Dienstag, 10. September 2019

Bleistiftverlängerer mit Kappe sind selten anzutreffen, und so war ich erfreut, beim japa­nischen Anbieter Stationery Program gleich mehrere zu sehen. Sie sind alle auf ihre Weise reizvoll, doch zwei Modelle haben mich besonders beeindruckt und zur einer Bestellung ver­anlasst. Eines davon ist das Modell „Pinguin” (ペンギン)1.

Pinguin

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Der in Japan gefertigte Verlängerer kam sorgfältig verpackt in einer transparenten Folie und einer mil­chigen Polypropylen-Hülle mit einer Stecklasche in Form einer Schreibfeder. Ein klei­ner Pin­guin mit Stift und der Schriftzug „Gojuon” zieren die Hülle2.

Das Modell „Pinguin” wurde entworfen von Kyoko Uino, der Betreiberin des Geschäfts und Bleistiftmuseums Gojuon in Tokyo3, und kam 2007 auf den Markt4. Weitere Modelle folg­ten und erweiterten die „Mimic”5 genannte Serie, zu der auch ein sehr kurzer, ein doppel­ter und ein Verlängerer mit Öse an der Kappe gehören.

Pinguin

Er ist aus Celluloseacetat, gut 20 g leicht und mit Kappe 14,5 cm lang; das Griffstück hat einen Durchmesser von 11 mm. – Die Kappe wird durch einen Metalleinsatz mit fünf Blatt­federn sicher auf dem Griffstück gehalten. Sie ist in ihrem Inneren so ausgeführt, dass sie nur bis knapp über das Griffstück reicht; so wird eine Beschädigung der Bleistiftspitze vermieden.

Pinguin

Der Verlängerer nimmt Bleistifte bis 11 cm Länge auf, und die viergeteilte Klemmung hält selbst einen sehr kurzen Stummel noch zuverlässig, wie am mitgelieferten zu sehen ist6. – Auf dem Griffstück finden sich der lasergravierte Schriftzug „Ginza Gojuon” und der Pin­guin.

Pinguin

Material- und Verarbeitungsqualität des Verlängerers sind makellos, und durch die Kappe so­wie die Möglichkeit, ihn auch mit vergleichsweise langen Bleistiften nutzen zu können, hat er einen hohen Gebrauchswert. Es macht mir große Freude, mit ihm zu schreiben!

Pinguin

Zu meiner großen Überraschung waren neben den Clips noch einige Extras im Päckchen, nämlich zwei Handspitzer aus Kunststoff des japanischen Herstellers NJK7, ein spezieller Bleistift und eine Tintenpatrone mit Roller-Aufsatz8, die man statt eines Bleistifts im Ver­längerer nutzen kann.

Den Bleistift hat Gojuon herstellen lassen. Es ist ein „syakyou enpitsu”, d. h. ein Bleistift zum Transkribieren buddhistischer Sutras (auf einer Fläche des Stifts ist auch eine Doktrin zu fin­den). Normalerweise macht man dies mit einen Pinsel, doch die 4 mm dicke 10B-Mine erlaubt das Schreiben der Zeichen fast wie mit einem solchen9.

Als weiteres Zubehör werden ein Einsatz für eine Jetstream-Mine von uni-ball und eine Leder­hülle angeboten. – Das Griffstück und der Clip sind als Ersatzteil erhältlich.

Pinguin

Bemerkenswert ist auch der Umfang der mitgelieferten Dokumentation. Ich kann leider kein Japanisch, gehe aber angesichts der Zeichnungen davon aus, dass es sich um Anlei­tungen und weiterführende Informationen handelt.

Mit Tetsuya Wada, dem Betreiber von Stationery Program, hatte ich eine sehr freundliche Un­terhaltung per E-Mail. Er ist der Autor einiger Bücher über Schreib­waren und deren Gebrauch und betreibt ein Weblog unter LowPowerStation. Danke an Tetsuya Wada für die zahlreichen interessanten Details und den hervorragenden Service!

Der Bleistiftverlängerer „Pinguin” kostet 11.080 Yen (etwa 94 Euro) plus Porto.

  1. Art.-Nr. 1470.
  2. Diese Hülle ist auch separat erhältlich.
  3. Mehr zu Gojuon unter „Ito-ya and Gojuon, Ginza, Tokyo” bei Contrapuntalism.
  4. Die erste Serie wurde in einem Karton zusammen mit einem kurzen, eigens dafür gefertigten Tombow Mono B und einem Beileger angeboten (Quellen: 1, 2). Eine sehr frühe Vorstellung findet sich in „趣味の文具箱10″ (grob übersetzt „Hobby Stationery Box Vol. 10”), erschienen im März 2008; siehe Seite 3 der Vorschau. – Es fällt auf, dass die erste Variante ein anderes, nämlich ein gerändeltes Griffstück hatte, und hier ist die Ähnlichkeit zu einem Verlängerer von Kutsuwa mit dem gleichen Griffstück zu sehen.
  5. „Mimic” deshalb, weil man mit der Gestaltung des Verlängerers die eines Füllhalters nach­geahmt hat.
  6. Der Anbieter nennt eine Mindestlänge von 1 cm ohne Spitze.
  7. Genauer: Die Modelle 516 und 850.
  8. Hierbei handelt es sich um die Rollerpatrone Universal 852 von Schneider, deren vorderes Ende mit einem Stück Schrumpfschlauch eingefasst wurde, um auf den Durchmesser eines Bleistifts zu kommen.
  9. Siehe dazu auch den „fude enpitsu” von Mitsubishi.

Kurz notiert

Donnerstag, 5. September 2019
  • Vom japanischen Hersteller SEED gibt es jetzt einen transparenten Radierer. Der block­förmige SEED Clear Radar ist in zwei Größen erhältlich und kostet 100 bzw. 150 Yen (etwa 0,90 bzw. 1,30 Euro). – Danke an Sola von pencils and other things für den Hinweis!
  • Das Patent „Pencil Lead” von Mitsubishi beschreibt die Verbesserung der Bruchfestig­keit von Bleistiftminen durch eine 5 µ dünne Kunstharz-Beschichtung. Die Patentschrift ist auch wegen anderer bemerkenswerter Details lesenswert, z. B. zur Herstellung einer Farbmine, bei der zunächst eine graue oder weiße Mine gebrannt und diese dann mit einem Färbemittel imprägniert wird. Darüber hinaus wird Bornitrit als Alternative zu Graphit genannt, und auch ein Bleistifthärteprüfer wird erwähnt (ähnlich dem Elco­meter 501); außerdem wird auf Normen des JISC (Japanese Industrial Standards Com­mittee) verwiesen.
  • Und noch ein Patent: In „Pencil For Writing Or Colouring” beschreibt der französische Hersteller Conté einen durch Coextrusion gefertigten Stift zum Schreiben oder Malen, dessen Mine durch eine schützende Zwischenschicht aus Polystyrol und EVA (Ethylen­vinylacetat) umgeben ist.
  • In diesem Monat kommen zwei neue Produkte von Mitsubishi auf den Markt. Mit einem neuen Rot-Blau-Stift richtet sich das Unternehmen an Schulkinder, und für den Schaft des Kugelschreibers Limex wird das gleichnamige, aus Kalkstein hergestellte Material genutzt.
  • Am Samstag, den 14.9.19 um 20.15 Uhr zeigt die ARD den dreistündigen Film „Ottilie von Faber-Castell – Eine mutige Frau” (das „Making of” gibt es hier). Er basiert auf dem Roman „Eine Zierde in ihrem Hause. Ottilie von Faber-Castell” von Asta Scheib (Rowohlt 1998) und wurde in Tschechien gedreht; die Aufnahmen in der Bleistiftfabrik entstan­den in einer umgebauten Brauerei in Trebon (Quelle). Von Faber-Castell konnte ich erfahren, dass Asta Scheib Zugang zum Familienarchiv hatte, aber ein emanzipatorischer Roman mit nicht allzu viel Bezug zur historischen Realität entstanden ist und man an der Produktion des Films nicht beteiligt war.

Kurz notiert

Donnerstag, 8. August 2019
  • Bereits seit dem 1. August gibt es den Hobonichi Preview Calendar, in dem jeden Tag etwas aus dem Sortiment des Hobonichi Techo 2020 vorgestellt wird. – Der Verkauf beginnt am 1. September 2019.
  • Das kürzlich veröffentlichte Patent „Writing Instrument For Carpentry” beschreibt einen Bleistift zum Übertragen einer unebenen Kontur auf einen Werkstoff. Durch den nicht-rotationssymmetrischen, also z. B. ovalen oder eiförmigen Querschnitt und die außer­mittige Mine dieses Bleistifts besteht dabei die Möglichkeit, den Abstand ohne andere Hilfsmittel wie z. B. einen Anreißzirkel zu variieren.
  • 1978 hat der japanische Hersteller Pilot einen Druckbleistift auf den Markt gebracht, dessen Mine durch Schütteln transportiert wird. Diese Mechanik kam später in weiteren Stiften zum Einsatz, darunter im H-1010 und im 2020, wobei letztere Modellbezeich­nung für viele und z. T. sehr unterschiedliche Varianten benutzt wurde. Am heutigen 8. August kommt der 2020 im klassischen Design wieder, und zwar sowohl in 0,5 mm als auch in 0,3 mm. Er ist in fünf bzw. drei Farben erhältlich und hat ein versenkbares Minenführungs­röhrchen; der Preis liegt bei knapp 7 Euro. – Quelle: シャープペンシル 2020 (フレフレ).

Ramponiert (4)

Samstag, 3. August 2019

Ramponiert (4)

Ein Bleistift unbekannten Fabrikats auf einem Fußweg in Rüsselsheim

MARS

Mittwoch, 31. Juli 2019

Aus der ersten Hälfte der 1950er Jahre1 und damit gut 60 Jahre alt ist dieses 15 × 10,5 cm große Löschblatt, das für die Schreibgeräte der MARS-Serie von STAEDTLER warb2.

MARS

Während die saugfähige Rückseite in zartem Rosa gehalten ist, überwiegt auf der werben­den Vorderseite das am 1. August 1930 mit dem Bleistift Lumograph 2886 eingeführte Mars-Blau.

MARS

Beworben werden hier der Farbstift Mars Chroma 2919 (natürlich Blau), der Mars Kopierstift 754, der Bleistift Mars Lumograph 2886 und ein mir unbekannter Füllhalter. Die Falt­schachtel darf ihren „MARS”-Schriftzug zeigen, und die blassgrauen Rehe im Hintergrund sollen ver­mutlich ein Beispiel dafür sein, was man mit dem Lumograph zeichnen kann.

MARS

Selbstverständlich werde ich diesem Löschblatt den bestimmungsgemäßen Gebrauch vor­ent­halten, denn dafür ist es mir zu schade3.

MARS

Weitere Reklame-Löschblätter gibt es hier und da zu sehen.

  1. Datierbar am Mars-Kopf, der in dieser Form von 1952 bis 1957 verwendet wurde.
  2. Warum heißt es hier „ANNO 1662″, obwohl man im Jahr 2010 „175 Jahre STAEDTLER” gefeiert hat? Wie dies zusammenpasst, ist hier erläutert.
  3. Über die Sinnhaftigkeit dessen kann man sicher streiten.

J.S. Staedtler 1919 (12)

Freitag, 26. Juli 2019

Aus dem hier schon mehrfach in Ausschnitten gezeigten und inzwischen 100 Jahre alten Katalog von J.S. Staedtler: Der Bleistift „Normal” (Nr. 17).

J.S. Staedtler 1919 (12)

(zum Vergrößern anklicken)

Der unter „Feine Schreib- und Zeichenstifte” geführte Bleistift war aus Zedern-Ersatzholz und wurde für „bessere Schreibzwecke” angeboten. – Heute würde man wohl kaum ein Produkt „Normal” nennen, suggeriert dieser Name doch Mittelmaß, aber damals sah man das offenbar anders. Ich finde den Namen großartig!

 Bleistiftspitzer | J.S. Staedtler 1919

Groß und klein

Mittwoch, 10. Juli 2019

Den japanischen Bleistift-Klassiker Tombow 8900, der dieses Jahr sein 70-jähriges Jubiläum feiert, gab es auch mal in einer sehr kleinen Ausführung.

Groß und klein

Während der große 8900 die üblichen Maße hat, ist der kleine gerade einmal 9,5 cm lang und 6,5 mm dick; beide haben eine 2 mm starke Mine. Wann und zu welchem Anlass es den Mini-8900 gab, weiß ich leider nicht. – Der große 8900 und die Faltschachtel tragen noch das alte JIS1-Zeichen, das bis 2008 genutzt wurde.

  1. Japanese Industrial Standards.
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