Archiv der Kategorie „Bleistifte”

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The Bartleby

Mittwoch, 11. November 2020

Schon über drei Jahre online, aber für mich neu: The Bartleby, ein – so der Untertitel – Magazin für Papier- und Schreibkultur.

The Bartleby

Das zweisprachige, sehr geschmackvoll gestaltete Weblog befasst sich mit Künstlern und ihren Werken, Schreibmaterialien und Zubehör sowie verwandten Themen. Die hohe inhaltliche Qualität und die große Vielfalt sprechen mich sehr an.

Herman Melville ließ Bartleby den Schreiber sagen, „Ich möchte lieber nicht”, doch ich sage: Ich möchte, und zwar noch viele Beiträge in diesem schönen Weblog lesen.

Danke an Matthias von Bleistift für den Hinweis auf The Bartleby!

Kurz notiert

Samstag, 7. November 2020
  • Das vor wenigen Tagen offengelegte Patent „Pencil Sharpener” des japanischen Her­stel­lers Kutsuwa beschreibt einen Kurbelspitzer, bei dem der Winkel des Fräsers und damit der Spitzkonus verstellbar ist. – Danke an Wowter für den Hinweis!
  • Amüsant: Der „Far Side”-Cartoon vom 23. Oktober 2020.
  • Es sieht so aus, als hätte Platinum den nicht nur bei Urban Sketchern beliebten Carbon Pen aus dem Programm genommen. Die japanische Website führt ihn nicht mehr auf und viele Anbieter haben ihn nicht mehr vorrätig (lediglich auf eBay und Amazon Marketplace gibt es noch ein paar Angebote, wenn auch zu recht hohen Preisen).
  • STAEDTLER Japan feiert das 30-jährige Jubiläum der Druckbleistift-Serie 925 und hat dazu weitere limitierte Modelle angekündigt.

Nachtrag vom 14.11.20: Der erste limitierte STAEDTLER 925 25/35 wird hier vorge­stellt. Er wird mit zwei unterschiedlichen Drückern, aber nur in 0.5 mm angeboten und bie­tet die Möglichkeit, statt des Härtegrads den Marskopf auszuwählen. Eine nette Idee!

Tatort Büro

Montag, 2. November 2020

Erst Bleistifte, dann Blaustifte, Leim und einiges mehr: In der Firma Hesselbach geht der Büromaterial-Klau um.

Tatort Büro

Die amüsante, über sechzig Jahre alte Folge „Der Kriminalfall” der deutschen Familienserie „Die Firma Hesselbach” gibt einen Einblick in die analoge Organisation von damals und war­tet mit so manchem reizvollen Detail auf.

Tatort Büro

Danke an Kai für den Hinweis auf diese Folge!

Kurz notiert

Samstag, 24. Oktober 2020
  1. Das gezeigte Exemplar der „Alvin-Granate” (gekauft vor gut zehn Jahren) trägt im Gegensatz zu den hier erhältlichen am verjüngten Ende die Kennzeichnung „GERMANY”.

Bleistifthölzer (4)

Samstag, 17. Oktober 2020

Bei meinem Bemühen, das Holz des aktuellen Faber-Castell 9000 zu identifizieren, bin ich auf einige bemerkenswerte Details gestoßen.

In „Vom Baum zum Bleistift” stellt Faber-Castell die in Brasilien angebaute Karibische Kiefer (genauer: die Varietät Pinus caribaea hondurensis1) vor, und die hat mich an die in Henry Petroskis Buch „Der Bleistift”2 erwähnte brasilianische Pinie erinnert. Im Kapitel „Findet man einen besseren Bleistift oder macht man ihn?” geht es um den komplizierten Prozess der Bleistiftherstellung im späten 20. Jahrhundert, der ein hochmodernes und weltum­spannendes System voraussetzt. Zu Beginn wird auf Vielzahl und Herkunft der Rohstoffe eines deutschen oder amerikanischen Bleistifts eingegangen:

Der Holzkörper wird sehr wahrscheinlich aus dem Holz der Kalifornischen Flußzeder (Inszentzeder) oder der brasilianischen Pinie gemacht sein, der Ring möglicherweise aus Messing oder Aluminium aus dem amerikanischen Westen, und der Radiergummi ist vielleicht eine Mischung aus südamerikanischem Gummi und italienischem Bimsstein.

Und was steht im Original? In „The Pencil”3 heißt es unter „Does One Find or Make a Bet­ter Pencil?” auf Seite 67:

The wooden case would most likely be made of western incense cedar from California, the ferrule possibly of brass or aluminum from the American West, and the eraser perhaps of a mixture of South African rubber and Italien pumice stone.

Die brasilianische Pinie ist also im Original gar nicht vorhanden, sondern wurde – wie soll ich sagen? – hineinübersetzt4.

Doch was genau ist mit der „brasilianischen Pinie” gemeint? Ist dies vielleicht eine etwas sa­loppe Bezeichnung des in Brasilien angebauten Baums?5. Die weitere Suche hat mich zu einer alten Ausgabe des Warenkundehandbuchs von Faber-Castell (2010) geführt, und darin liest man auf Seite 8 unter „Holz und Brettchen”:

Das qualitativ hochwertigste Holz für Blei- und Farbstifte liefert die kalifornische Zeder und die brasilianische Pinie, die in FABER-CASTELL eigenen Plantagen angebaut wird. Zedernholz ist fast astfrei, langfaserig und hat (aufgrund der geringen jahreszeitlichen Schwankungen in Kalifornien) einen gleichmäßigen Wuchs. Deshalb ist es leicht und sauber spitzbar, was für einen Qualitätsstift wichtig ist.

In diesem Jahr erschien eine neue Ausgabe dieses Warenkundehandbuchs, in dem auf Seite 41 unter „Aus hochwertigem Holz” steht:

Das qualitativ hochwertigste Holz für Blei- und Buntstifte liefert die Kalifornische Zeder.
Zedernholz ist fast astfrei, langfaserig und hat, aufgrund der geringen jahreszeitlichen Schwankungen in Kalifornien, einen gleichmäßigen Wuchs. Deshalb lässt es sich leicht und sauber spitzen, was für einen Qualitätsstift wichtig ist.

Wo ist die brasilianische Pinie geblieben? Und warum nennt man stattdessen nicht die Karibische Kiefer?

Natürlich habe ich Faber-Castell nach dem Holz des 9000 gefragt, aber noch keine Antwort bekommen. Das Unternehmen kann allerdings mehrere Gründe haben, diese Details nicht zu nennen: Es ist ein Firmeninternum, und außerdem ist es so einfacher, ein anderes Holz zu nutzen, falls es Probleme bei der Versorgung geben sollte (z. B. durch einen Brand in der Plantage oder Verzögerungen beim Transport). Zudem ist es sicher eine Heraus­forderung für das Marketing, ein anderes Holz überzeugend zu bewerben, nachdem man jahrzehntelang die Zeder als die beste Wahl verkauft hat und diese weiterhin für andere höherpreisige Produkte nutzt.

Faber-Castell 9000 3B mit Möbius+Ruppert Pollux

Faber-Castell 9000 3B (aktuelle Variante) mit Möbius+Ruppert Pollux

Ganz gleich, welches Holz das ist: Ich bin geneigt zu sagen, dass es die beste Alternative zur Weihrauch-Zeder ist, die mir bis jetzt untergekommen ist, denn es lässt sich fast eben­so leicht und sauber spitzen6.

  1. Neben Pinus caribaea hondurensis gibt es noch Pinus caribaea caribaea und Pinus caribaea bahamensis, wobei die beiden letzten als gefährdet gelten.
  2. Birkhäuser Verlag 1995.
  3. Alfred A. Knopf, 1. Auflage 1989.
  4. Die deutsche Ausgabe dieses Buchs enthält einen Anhang zur Unternehmensgeschichte von Faber-Castell, und auf Seite 355 findet sich in einer Bildunterschrift: „Auf 8000 Hektar ehe­maligem Steppenland zieht Faber-Castell schnellwüchsige Pinien für die Holzversorgung auf.” – Das Buch wurde damals zusammen mit einem Faber-Castell 9000 HB verkauft und den Schutz­umschlag ziert ein ebensolcher (zwar nicht vollständig gekennzeichnet, aber zweifelsfrei iden­tifizierbar).
  5. Es gibt die „Brazilian pine”, aber das ist die Brasilianische Kiefer (auch Brasilianische Araukarie, Araucaria angustifolia) und damit ein ganz anderer Baum. – Die Biologen unter meinen Lesern mögen über kleine Ungenauigkeiten hinwegsehen, mich aber bitte auf grobe Fehler hinwei­sen.
  6. Interessant zu wissen wäre auch, ob (und wenn ja, wie) dieses Holz behandelt wird und wel­chen Einfluss das auf die Spitzbarkeit hat, aber das herauszufinden dürfte weitaus kniffliger sein.

Alt und neu

Mittwoch, 14. Oktober 2020

Ein Leser meines Weblogs hat mich auf das geänderte Design des Bleistift-Klassikers Faber-Castell 9000 aufmerksam gemacht.

Alt und neu

Oben: alt, unten: neu (zum Vergrößern anklicken)

Bei der neuen Variante ist der linke Teil des Schriftzugs etwas versetzt, der Härtegrad fett und der Tauchring goldfarben1. Mir gefallen diese Änderungen!

Alt und neu

Ich habe bei Faber-Castell angefragt und erfahren, dass es sich bei der neuen um die inter­nationale Variante handelt, die bereits 2018 eingeführt wurde2.

Alt und neu

Bei dieser Gelegenheit habe ich erneut auf das Holz geschaut. Der 9000 ist meines Wissens schon recht lange nicht mehr aus Weihrauch-Zeder – diese ist offenbar den „Graf von Faber-Castell”-Bleistiften vorbehalten –, doch was stattdessen zum Einsatz kommt, weiß ich nicht3.

Linde, Pappel, Gmelina, Weymuth-Kiefer und Kolorado-Tanne schließe ich aus, und das sehr leichte Aroma kann ich nicht einordnen4. Ist es die Karibische Kiefer (Pinus caribaea hondu­rensis), die Faber-Castell in Brasilien anbaut und in „Vom Baum zum Bleistift” prä­sentiert? Interessant ist die Färbung der beiden Stifte im Foto, denn die Karibische Kiefer hat rot­braunes Kernholz und weißgelbes Splintholz. Das Holz lässt sich jedenfalls gut bis sehr gut spitzen5, selbst im Pollux und im Janus 4048, und so hat Faber-Castell meiner Ansicht nach eine gute Alter­native zur Weihrauch-Zeder gewählt6.

  1. Hier nicht gezeigt: Die Schriften auf der Seite mit dem Hinweis auf den Wasserlack und die GTIN auf der anderen haben jetzt eine etwas größere Laufweite und sind dadurch besser lesbar; zudem ist der URI durchgehend klein geschrieben.
  2. Die Version aus Indonesien hatte schon früher einen goldfarbenen Ring, wie man unter „Wanted Down Under: the Castell 9000″ bei Bleistift sehen kann.
  3. Ich wüsste zu gerne, wann dieser Umstieg stattgefunden hat.
  4. Ich kann außerdem nicht sicher sagen, dass das Aroma nur vom Holz und nicht etwa von anderen Materialien des Bleistifts stammt.
  5. Getestet an einem aktuellen 9000 der Härte 2B. – Natürlich gibt es immer wieder Unterschiede bei den Holz-Chargen.
  6. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch der Eintrag für Faber-Castell in der Datenbank des FSC, der für Bleistiftbrettchen (Produkttyp W5.9) Rotbuche, Kadam, Karibische Kiefer und Kiefer allgemein aufführt.

Kurz notiert

Sonntag, 20. September 2020
  • Bereits im April hat der japanische Hersteller Tomoegawa den Herstellungsprozess sei­nes Papiers Tomoe River geändert. Bei den Nutzern, die dieses hervorragende Papier vor allem für den Gebrauch mit Tinte schätzen, hat dies für einige Unruhe gesorgt. Mehr in der offiziellen Ankündigung auf Facebook, der Diskussion im Fountain Pen Network und im ausführlichen Vergleich bei Macchiato Man.
  • Von Tombow Japan gibt es seit kurzem ein 16-seitiges Büchlein zum beliebten Mono mit einem Etui in Gestalt dieses klassischen Radierers.
  • In Zusammenarbeit von 590&Co. und Tombow Japan enstand ein Halbstift mit der Mine des Tombow Mono 2B. Die Gestaltung und die Verpackung sprechen mich sehr an!
  • Zu dem Noris digital von STAEDTER kam schon vor ein paar Monaten der Noris digital jumbo. Dessen Innenleben stammt von Wacom, doch im Gegensatz zur schlanken Vari­ante hat der 35 mm kürzere jumbo einen intergierten Radierer.
  • Mitsubishi/uni bietet jetzt auch einen digitalen Eingabestift an. Die Technik des Stifts im Hi-uni-Design stammt ebenfalls von Wacom, und in Kombination mit der Illustrations­software Clip Studio Paint von CELSYS soll es möglich sein, alle 22 Härtegrade des holz­gefassten Bleistifts Hi-uni digital nachzuempfinden.

Kurz notiert

Montag, 1. Juni 2020
  • Wer jemals einen nichtrunden Bleistift (z. B. einen Zimmermannsbleistift) in einem für normale Bleistifte gedachten Spitzer angespitzt hat, weiß vom unbefriedigenden Ergebnis: An der Seite mit dem größten Radius reicht das Holz zu weit an die Spitze. Möbius+Ruppert aus Erlangen geht dieses Problem mit dem – so die kürzlich veröffent­lichte Gebrauchs­musterschrift – „Spitzer für Bleistifte mit einem Querschnitt, der in orthogonalen Raum­richtungen unterschiedliche Abmessungen aufweist” an. In diesem werden Bleistifte mit ovalem oder rechteckigem Querschnitt über eine Zwangs­führungseinrichtung an einer definierten exzentrischen Bewegungsbahn am Messer entlang geführt, so dass eine an den Querschnitt des Stifts angepasste Spitzenform entsteht. Mit Adaptern kann der Spitzer auch für Stifte mit anderen Querschnitten genutzt werden.
  • Das Patent „Erasing Tool” des japanischen Herstellers Mitsubishi Pencil Co. beschreibt einen Radierer, der keine Radierspäne produzieren und die Pigmente von radierbaren Farbstiften absorbieren soll. Wenn ich die Beschreibung richtig verstehe, ist der Ra­dierer lichtdurchlässig und verfärbt sich durch den Gebrauch, indem er die Farbe des radierten Stifts aufnimmt.
  • Das Gebrauchsmuster „Vorrichtung zum Spitzen von Stiften mit spitzbarer Umhüllung, Minen und Kreiden” von Faber-Castell stellt einen Spitzer vor, der sich mit plattenför­migen Reduzierelementen an Stifte unterschiedlicher Durchmesser anpassen lässt. Die Reduzier­elemente sind dreh- oder klappbar ausgeführt und können mit dem Spitzer verbunden und zusätzlich mit einem Verschluss ausgestattet sein.
  • In einer erneuten Zusammenarbeit von UNIQLO und Tombow Japan entstand ein T-Shirt zum Klassiker Tombow 8900. Ich find's schick!
  • Und nochmal Mitsubishi: Der Ende vergangenen Jahres vorgestellte Kugelschreiber Jetstream Edge, der eine Spitze von nur 0,28 mm hat, ist ab Mitte Juni in drei weiteren limitierten Schaftfarben erhältlich.
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