Sonderanfertigung (6)

Den Druck­blei­stift P200 von Pen­tel, der 1970 auf den Markt kam und wohl kei­ner Vor­stel­lung mehr bedarf, gibt es in einer fast unüber­schau­ba­ren Viel­falt, aber nicht voll­stän­dig trans­pa­rent1. Diese Lücke fül­len wir mit einer schnel­len Bas­te­lei2.

Wir brau­chen:

  • Einen Pen­tel P200
  • Den trans­pa­ren­ten Schaft eines P200-Imitats3, z. B. von Ali­Ex­press
  • Etwa 110 mm trans­pa­ren­tes Rohr, Innen-⌀ 4 mm, Außen-⌀ 5 mm, z. B. vom Modellbau-Profi in Frankfurt/Main
  • Das übli­che Zeug wie Mes­ser, Sekun­den­kle­ber usw.

Sonderanfertigung (6)

Die Umset­zung ist einfach:

  1. Pen­tel P200 und Imi­tat zer­le­gen. – Vom P200 brau­chen wir alles außer dem Schaft und dem Radie­rer (er wird spä­ter nicht mehr pas­sen) und vom Imi­tat nur den Schaft.
  2. Minen­re­ser­voir des P200 am Absatz (etwa 4 mm ober­halb der Feder) abschnei­den. – Es ist rat­sam, das Kunst­stoff­teil mit einer koni­schen Ver­tie­fung zu ver­se­hen (z. B. mit einem Boh­rer), damit die Minen leich­ter in die Mecha­nik finden.
  3. Trans­pa­ren­tes Rohr mit Sekun­den­kle­ber auf dem Kunst­stoff­teil der Mecha­nik befestigen.
  4. Mecha­nik und Rohr in den Schaft ein­set­zen, Spitze auf­schrau­ben und eine Mine in die Zwinge brin­gen. – Letz­te­res ist nötig, damit man beim Kür­zen des Kunst­stoff­rohrs nicht zuviel abschneidet.
  5. Länge des trans­pa­ren­ten Rohrs so mar­kie­ren, dass die auf­ge­steckte Kappe zur Hälfte aus dem Schaft her­aus­schauen würde.
  6. Stift wie­der zer­le­gen und trans­pa­ren­tes Rohr kürzen.
  7. Mit Kle­be­band das Ende des trans­pa­ren­ten Rohrs soweit umwi­ckeln, dass die Kappe aus­rei­chend fest sitzt.
  8. Teile zusam­men­set­zen.

Fer­tig!

Sonderanfertigung (6)

Man muss aller­dings damit rech­nen, dass der trans­pa­rente P200 nicht lange so schön bleibt, weil sich der Abrieb der Minen im Minen­re­ser­voir sammelt.

  1. Einen trans­pa­ren­ten Schaft, aber ein bedruck­tes Minen­re­ser­voir hat­ten die Son­der­aus­ga­ben mit Moti­ven von Dis­ney und Pop­eye aus den 1970er Jah­ren, die jedoch heute kaum noch anzu­tref­fen und daher sehr teuer sind. – Ich meine gele­sen zu haben, dass Pen­tel danach kei­nen trans­pa­ren­ten Schaft mehr ange­bo­ten hat, weil die­ser im Ver­gleich zu den ande­ren nicht so lang­le­big ist.
  2. Die Qua­li­tät und die leichte Zer­leg­bar­keit des P200 hat schon zu vie­len alter­na­ti­ven Schäf­ten von Dritt­an­bie­tern geführt, dar­un­ter von Turn of the Cen­tury, Spoke und IJ Instru­ments.
  3. Eigent­lich lehne sich sol­che dreis­ten Pro­dukt­ko­pien ab, doch in die­sem Fall bin ich froh dar­über, weil dadurch ein trans­pa­ren­ter Schaft ver­füg­bar ist. – Vom Gebrauch des hier genann­ten P200-Imitats kann ich nur abra­ten, denn der Clip sitzt zu locker, der Minen­vor­schub ist zu groß und die Mine hat im Füh­rungs­röhr­chen Spiel. Das Imi­tat (zumin­dest mein Exem­par) hat jedoch den Vor­teil, dass der Wulst am Schaft­ende ober­halb der Spitze, der man­che stört, nicht so aus­ge­prägt ist wie beim Ori­gi­nal.

4 Kommentare zu „Sonderanfertigung (6)“

  1. What a beauty! Great result. Back to the time when all pro­ducts: wat­ches, clocks, mecha­ni­cal instru­ments etc., were trans­pa­rent. Do you know what kind of mate­rial you used? PP, PE, PS, PMMA, PC? An engi­nee­ring pla­s­tic like PC would be best for this use, I guess. Though all of these age and change colour over time. Still I love this con­cept. Good move.

  2. I’m glad to hear that you like this little tin­ke­ring too! Yes, back then you could look inside many devices and see how they worked.

    I don’t know the mate­rial of the trans­pa­rent bar­rel but but for the tube the sup­plier names ASA, i. e. acrylo­ni­trile sty­rene acry­late which seems to be quite durable.

  3. Yes, the pro­per­ties of ASA sound really good. I wish that not only the lead reser­voir but also the bar­rel were made of this material ;-)

    I won­der why there is no sup­plier of bar­rels made from old syn­the­tic mate­ri­als such as cel­lu­lose ace­tate or ebo­nite. I would pre­fer these to any bar­rels made of metal and stan­dard plastics!

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