Archiv der Kategorie „Technik”

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Kurz notiert

Montag, 4. November 2019
  • Das Radiokolleg „Über das Schreiben” im ersten Hörfunkprogramm des Österreichischen Rundfunks beschäftigt sich mit den – so der Sender – „Facetten einer elementaren Kultur­technik”. Alle vier Folgen (1, 2, 3 und 4) sind online nachzuhören. – Danke an T.B. für den Hinweis!
  • Wer die Mechanik des Druckbleistifts Pentel P200 mag, nicht aber dessen Kunststoff­schaft, wird beim Kickstarter-Projekt „Number 9 pencil” von Lindsay Wilson fündig. Die hexagona­len Schäfte werden in drei Materialien (Aluminium, Messing und Edelstahl) und mit sechs unterschiedlichen Griffvarianten erhältlich sein. Das Projekt hat bereits jetzt das Finanzie­rungsziel erreicht.
  • Ich habe einen Beitrag erweitert: Der zum Gelschreiber uni-ball Signo Needle enthält jetzt einen weiteren kurzen Vergleich des Needle mit dem uni-ball Signo DX 0.38.
  • Das kürzlich veröffentlichte Patent „Mechanical Pencil” von Pilot Japan beschreibt einen Druckbleistift, bei dem man von außen sieht, ob noch Minen im Vorratsbehälter sind und wie viel von der letzten Mine noch übrig ist. Dazu folgt der letzten Mine ein längs der Stift­achse verschiebbares Teil, dessen Position durch ein Fenster im Schaft erkenn­bar ist. – Etwas ähnliches gab es übrigens schon beim Pentel P154 Injecto, der ein Fenster hatte, durch das man sehen konnte, wenn man die letzte Mine benutzte (eine weitere Besonder­heit dieses Druckbleistifts war dessen Befüllung durch eine Kartu­sche).

Pentel Mechanica

Samstag, 26. Oktober 2019

Der Mechanica des japanischen Herstellers Pentel hat etwas, das es auch 50 Jahre nach Markteinführung bei keinem anderen Druckbleistift gibt: Dreht man den Griff, fährt eine Hülse zum Schutz des Minenführungsröhrchen heraus.

Pentel Mechanica

Erdacht hat sich dies Yukio Horie, Gründer von Dai Nihon Bungu Kabushiki Kaisha, dem Un­ternehmen, das sich 1971 den Namen Pentel gab. Sein Patent wurde in Japan am 29. Mai 1968 angemeldet, und im darauffolgenden Jahr kam der Mechanica in den Handel1.

Pentel Mechanica

Das britische Patent „Mechanical Pencil”

Den Mechanica gab es in den Minendurchmessern 0,3 und 0,5 mm, drei leicht unterschied­lichen Designs und verschiedenen Ausstattungsvarianten2. Auf diese De­tails sind jedoch be­reits andere eingegangen, und so möchte ich mich auf das konzentrie­ren, was diesen Druck­bleistift so einzigartig macht, nämlich den Schutz des Minenführungsröhrchens. Auf­schluss gibt die Patentschrift.

Pentel Mechanica

Aus dem britischen Patent „Mechanical Pencil”

Naturgemäß ist sie sehr ausführlich und in einer speziellen Sprache gehalten3; hier eine Kurz­fassung.

Pentel Mechanica

Aus dem britischen Patent „Mechanical Pencil”

Die Teile:

  1. Klemmhülse
  2. Minenführungsröhrchen
  3. Schaft
  4. Vorderer Teil des Schafts
  5. Mine
  6. Endkappe mit Drücker
  7. Äußerer Zylinder
  8. Spiralschlitz
  9. Innerer Zylinder
  10. Längsschlitz
  11. Ringkragen
  12. Befestigungspunkt
  13. Schutzhülse
  14. Knopf
  15. Griffhülse
  16. Ring

Am vorderen Teil des Schafts (4) ist der innere Zylinder (9) befestigt. In diesem sitzt längs verschiebbar die Schutzhülse (13), deren Knopf (14) so lang ist, dass er durch den Längs­schlitz (10) des inneren Zylinders (9) in den Spiralschlitz (8) des darüber sitzenden und dreh­baren äußeren Zylinders (7) reicht. Letzterer ist als Feder ausgeführt, so dass er durch Kraft­schluss in der Griffhülse (15) gehalten und immer zusammen mit dieser gedreht wird. Ringkragen (11) und Ring (16) verhindern das Verschieben von äußerem Zylinder und Griff­hülse.

Doch wie führt die Dreh- zu einer Längsbewegung? Dreht man die Griffhülse, läuft der Knopf der Schutzhülse im Spiralschlitz des äußeren Zylinders. Die Schutzhülse würde sich nur mit­drehen, aber der Längsschlitz des inneren Zylinders zwingt sie in Längsrichtung4. So bewegt eine knappe Umdrehung der Griffhülse die Schutzhülse über die komplette Länge5 (eine ge­ringe Drehbewegung bleibt natürlich). – Die Mechanik ist spielarm und leichtgän­gig, und das Logo auf dem Karton nimmt Bezug auf ihre Funktion.

Pentel Mechanica

Karton (Ausschnitt)

Angesichts der durchdachten Mechanik des Stifts ist es kurios, dass man ihm einen Clip bei­gelegt hat, der nicht richtig passt.

Pentel Mechanica

Er ist nahezu identisch zu dem des Pentel P200, nur etwas kürzer, und hat ebenfalls einen zy­lindrischen, geschlitzten Ring, der auf den entsprechend geformten Abschnitt des P200 passt, aber auf dem konischen, zwölfflächigen Schaft des Mechanica keinen Halt findet. Schiebt man den Clip so weit auf den Schaft, dass er leidlich sitzt, ist er zu weit vom Stift­ende entfernt und hinterlässt, da der Ring nicht flächig aufliegt, mit einer Kante leichte Druckstellen am Schaft. Jeder Versuch, den Clip zu benutzen, führt dazu, dass er sich löst.

Während ich meine Leser mit ermüdenden Details nicht nur zum Innenleben des Mechani­ca strapaziere, geht der Hersteller mit seinen Kunden schonender um und im Beileger nur auf Handhabung und Wartung des Schreibgeräts ein.

Pentel Mechanica

Aus dem Beileger

Das Befüllen des Stifts, der Minenvorschub usw. mag vor 50 Jahren erklärungsbedürftig ge­wesen sein6, ist aber heute allgemein bekannt und muss hier nicht mehr wiedergegeben werden (auch wenn die Abbildungen im Beileger reizvoll sind). So beschränke ich mich hier auf die besondere Aspekte dieses Druckbleistifts.

Pentel Mechanica

Der Mechanica aus Benutzersicht:

  1. Spitze
  2. Schutzhülse
  3. Griffhülse
  4. Ring7
  5. Schaft8
  6. Härtegradindikator
  7. Endkonus
  8. Drücker

Pentel Mechanica

Aus dem Beileger

Hier wird beschrieben, den Stift dadurch gebrauchsfertig zu machen, in dem man mit der einen Hand die Griffhülse hält und mit der anderen den Schaft nach links dreht, bis die Schutzhülse die Spitze freigelegt hat, und den Stift in die entgegengesetzte Richtung zu drehen, um die Schutzhülse wieder über die Spitze hinaustreten zu lassen. Dazu gibt es den Hinweis, ein Überdrehen der Griffhülse zu vermeiden, weil sie sich sonst lösen kann. Auf den folgenden Seiten finden sich Details zum Einstellen und Rückstellen der Mine, zum Nachfüllen, zur Reinigungsnadel, zum Härtegradindikator und zur Schutzhülle.

Pentel Mechanica

Aus dem Beileger

Die Anleitung zum Zerlegen des Mechanismus beginnt mit dem Hinweis, dies möglichst zu vermeiden, da sich der Zusammenbau als schwierig erweisen könnte. Das hat mich moti­viert und wie beschrieben vorgehen lassen.

Pentel Mechanica

Schutzhülse zur Sicherheit herausdrehen.

Pentel Mechanica

Griffhülse abziehen.

Pentel Mechanica

Schutzhülse abnehmen (ggf. wie eine Schraube herausdrehen).

Pentel Mechanica

Äußeren Zylinder abnehmen (er muss sich leicht aufbiegen, damit er über den Ringkragen passt). – Hier fallen zwei Unterschiede zum Patent auf: Zum einen ist der äußere Zylinder symmetrisch ausgeführt9, kann also auch anders herum aufgesteckt werden, und zum an­deren hat der innere Zylinder einen zweiten Ringkragen.

Kann man den Mechanica noch weiter zerlegen?

Pentel Mechanica

Ja, denn die Spitze lässt sich lösen, um bei Problemen mit dem Minenvorschub die Zwinge reinigen zu können.

Pentel Mechanica

Spitze abschrauben und ggf. Minenreste aus der Zwinge entfernen.

Der Zusammenbau ist in der Tat nicht ganz einfach, weil der äußere Zylinder, wenn er auf dem inneren sitzt, beim Aufsetzen der Griffhülse fest zusammengedrückt werden muss, damit er nicht durch die Griffhülse über den zweiten Ringkragen geschoben wird (unnötig zu sagen, dass sich dann alles verkeilt und die Teile beschädigt werden können). – Die Me­chanik ist werkseitig leicht geschmiert.

Pentel Mechanica

Aus dem Katalog von Pentel Japan (1999)

Ich benutze den Mechanica sehr gerne. Dass sein Griff ziemlich glatt ist, der Clip nicht passt und der Minenvorschub mit 2,8 mm pro zehnmal Drücken sehr gering ausfällt, sind Kleinig­keiten – die hohe Material- und Verarbeitungsqualität, die spielfreie Minenführung, das in mei­nen Augen reizvolle Design und und natürlich die spezielle Mechanik machen den Pentel Me­chanica auch heute noch zu einem besonderen Druckbleistift.

Wann genau die Produktion des Mechanica eingestellt wurde, weiß ich nicht, aber es ist manchmal von 2002 die Rede; heute ist er nur noch sehr schwer zu bekommen. – Die Schutz­hülse, wenn auch abnehmbar und nicht integriert, kam übrigens 1970 beim Pentel Mecha­nica Graph wieder.

Danke an Sola von pencils and other things für die Übersetzung des Beilegers!

  1. Der Mechanica war der weltweit erste Druckbleistift für 0,3-mm-Minen und bekam außerdem den Long Life Design Award (Quellen: Pentel Design, Good Design Award).
  2. Der Lieferumfang und die Verpackung des Mechanica waren vergleichsweise aufwändig: Ein Karton schützte die Klappbox aus Kunststoff, und in dieser befand sich neben dem Stift ein Clip, eine Schutzhülle (zunächst aus Leder, später aus Kunststoff), ein Röhrchen Minen, ein Beileger (Japanisch für die lokale und Englisch/Französisch/Deutsch für die Exportvariante) und – in frühen Versionen – ein Tuch. Durchgehend geblieben sind der gelbe Härtegradindi­kator für die 0,5-mm-Variante und der rote für 0,3 mm; auch war immer nur bei letzterer die Gravur der Griffhülse mit schwarzer Farbe gefüllt. – Eine sehr frühe (die erste?) internationale Varian­te ist unter „PENTEL MECHANICA 0.3m/m” zu sehen, und viele weitere Details zu den anderen gibt es bei 2本のメカニカを比較する und 徹底比較「3本のメカニカ 〜付属品編〜」.
  3. Ich muss gestehen, dass ich nicht selten Gefallen an dieser finde.
  4. Durch die Reibung des Knopfes an den Kanten der Schlitze ist natürlich mit einem gewissen Verschleiß zu rechnen, doch dieser dürfte sich in Grenzen halten.
  5. Die Schutzhülse fährt übrigens etwa einen Millimeter über das Minenführungsröhrchen hinaus, so dass auch noch die eventuell herausstehende Mine geschützt wäre.
  6. Der erste Feinminenstift kam 1960, also neun Jahre vor dem Mechanica, auf den Markt (Quelle: Pentel Japan).
  7. Die erste Variante war hier u. a. mit „JIS S 6013″ gekennzeichnet, der japanischen Norm für Druckbleistifte (identisch zu ISO 9177-1).
  8. Manchen Quellen zufolge ist er aus einem POM (Polyoxymethylen) gefertigt.
  9. Wie unter 徹底比較「3本のメカニカ 〜本体編〜」 zu sehen ist, kam dies erst mit der zweiten Variante.

Kurz notiert

Donnerstag, 5. September 2019
  • Vom japanischen Hersteller SEED gibt es jetzt einen transparenten Radierer. Der block­förmige SEED Clear Radar ist in zwei Größen erhältlich und kostet 100 bzw. 150 Yen (etwa 0,90 bzw. 1,30 Euro). – Danke an Sola von pencils and other things für den Hinweis!
  • Das Patent „Pencil Lead” von Mitsubishi beschreibt die Verbesserung der Bruchfestig­keit von Bleistiftminen durch eine 5 µ dünne Kunstharz-Beschichtung. Die Patentschrift ist auch wegen anderer bemerkenswerter Details lesenswert, z. B. zur Herstellung einer Farbmine, bei der zunächst eine graue oder weiße Mine gebrannt und diese dann mit einem Färbemittel imprägniert wird. Darüber hinaus wird Bornitrit als Alternative zu Graphit genannt, und auch ein Bleistifthärteprüfer wird erwähnt (ähnlich dem Elco­meter 501); außerdem wird auf Normen des JISC (Japanese Industrial Standards Com­mittee) verwiesen.
  • Und noch ein Patent: In „Pencil For Writing Or Colouring” beschreibt der französische Hersteller Conté einen durch Coextrusion gefertigten Stift zum Schreiben oder Malen, dessen Mine durch eine schützende Zwischenschicht aus Polystyrol und EVA (Ethylen­vinylacetat) umgeben ist.
  • In diesem Monat kommen zwei neue Produkte von Mitsubishi auf den Markt. Mit einem neuen Rot-Blau-Stift richtet sich das Unternehmen an Schulkinder, und für den Schaft des Kugelschreibers Limex wird das gleichnamige, aus Kalkstein hergestellte Material genutzt.
  • Am Samstag, den 14.9.19 um 20.15 Uhr zeigt die ARD den dreistündigen Film „Ottilie von Faber-Castell – Eine mutige Frau” (das „Making of” gibt es hier). Er basiert auf dem Roman „Eine Zierde in ihrem Hause. Ottilie von Faber-Castell” von Asta Scheib (Rowohlt 1998) und wurde in Tschechien gedreht; die Aufnahmen in der Bleistiftfabrik entstan­den in einer umgebauten Brauerei in Trebon (Quelle). Von Faber-Castell konnte ich erfahren, dass Asta Scheib Zugang zum Familienarchiv hatte, aber ein emanzipatorischer Roman mit nicht allzu viel Bezug zur historischen Realität entstanden ist und man an der Produktion des Films nicht beteiligt war.

Kurz notiert

Donnerstag, 18. April 2019

Doppeldruck

Sonntag, 14. April 2019

Vor einiger Zeit habe ich den Pilot Holder gezeigt und mich später gefragt, woher die Idee zur Doppeldruckmechanik dieses Druckbleistifts stammt. Es sieht so aus1, als ginge diese Me­chanik, die auch in anderen Stiften2 zum Einsatz kam, auf eine Erfindung von Yukio Ho­rie zurück, dem Gründer von Dai Nihon Bungu Kabushiki Kaisha, später Pentel.

Doppeldruck

Das älteste Dokument, das ich finden konnte, stammt aus dem Jahr 1971, verweist auf ein in Japan eingetragenes Patent von 1968 und hat den Titel „Mechanischer Druckstift” (DE1966095A1). In diesem heißt es u. a.:

Mechanischer Druckstift, nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Feder (16) eine geringere Federspannung als die erste Feder (8) aufweist, so daß das innere Gehäuse (5) zunächst ausserhalb der vorderen Endöffnung der Buchse (3) bewegt wird und dann eine Mine durch das Führungsrohr (2) gedrückt wird.

Doppeldruck

Zwei weitere Patente, nämlich „Mechanical Pencil” (GB1272835) aus dem Jahr 1972 und „Push-Type Mechanical Pencil” (US3713745) von 1973 beziehen sich ebenfalls auf das aus Japan3. Das amerikanische beschreibt:

A pushing force applied to an end cap of a push-type mechanical pencil com­presses initially a first spring to expose a guide tube at the tip of an inner casing to the outside of a barrel. Then, the stronger pushing force applied successively to the end cap compresses a second spring to eject a lead through the guide tube by means of a lead ejecting means.

(Da hier von „guide tube” die Rede ist, dachte ich zunächst, es ginge um ein gleitendes Führungsröhrchen.)

Am selben Tag, nämlich am 29. Mai 1968, wurde ein weiteres Patent von Yukio Horie an­gemeldet, das im Jahr darauf zum Pentel Mechanica führte, doch zu diesem bei anderer Gelegenheit mehr.

  1. Ja, ich bin hier sehr vorsichtig, denn ich habe keine Bestätigung durch einen Hersteller.
  2. Darunter Mitsubishi W-Knock, Pentel PSD5, Schwan Stabilo microtom 3365 und STAEDTLER retro.
  3. Genaugenommen sind es zwei, und zwar JP19680036098 (29.5.1968) und JP19680048681 (11.7.1968).

Kurz notiert

Sonntag, 17. März 2019
  • KUM feiert dieses Jahr das 100-jährige Bestehen, und es sieht so aus, als gäbe es zu diesem Anlass einen goldfarbenen Masterpiece.
  • Vor kurzem wurde ein Patent zur Herstellung von holzgefassten Bleistiften bekannt gemacht. Die im koreanischen Dokument gezeigte Fertigung wirkt auf mich recht um­ständlich, aber vielleicht stehen ja die entscheidenden Details im für mich leider nicht lesbaren Text.
  • Es hat keine 24 Stunden gedauert, bis die bei Kickstarter gezeigte Idee für einen neuen Fallminenstift finanziert war. Das in Spanien erdachte und „Carbonara” ge­nannte Schreib­gerät besteht aus Carbonfaser und kommt ohne bewegliche Teile aus, womit es mich ein wenig an den Penxo erinnert.
  • Ebenfalls kürzlich bekannt gemacht wurde eine Gebrauchsmusterschrift von STAEDT­LER. Das darin beschriebene „Schreib-, Zeichen-, Markier- und/oder Kosmetikgerät” zeichnet sich durch einen Schaft aus betonhaltigem Material aus. Genutzt wird dies für die auf der Insights-X 2017 vorgestellen und unter dem Namen „Concrete” angebote­nen Schreib­geräte (Kugelschreiber und – nicht mehr erhältlich – Druckbleistift); weitere Details finden sich unter „Betonstift der Schreibgeräteserie Staedtler Concrete” bei der TH Nürnberg.
  • Und noch ein Patent: In „Mechanical Pencil” beschreibt der japanischer Hersteller Koto­buki einen Druckbleistift, in dem die Mine vor Bruch durch axiale und radiale Belastung ge­schützt ist.

Kurz notiert

Sonntag, 9. September 2018
  • Vor kurzem wurde ein Patent von STAEDTLER veröffentlicht. Es beschreibt eine Be­schichtung, die aus Zellulose, Bindemittel, Weichmacher und Haftvermittler besteht und eine Alternative zu herkömmlichen Nitrozellulose-Lacken darstellen soll, denn diese Lacke haben den Nachteil, auf WPC1-Schäften, also z. B. dem des STAEDTLER Noris eco (ehemals Wopex), nicht so gut zu haften und leicht abzuplatzen. – Danke an Wowter für den Hinweis!
  • Das Holz der Rotbuche, das für einen der „Swiss Wood”-Bleistifte von Caran d'Ache (348 und im Set) zum Einsatz kommt, wird von der Ets Röthlisberger SA in Glo­velier (Schweiz, Teil der Corbat-Holding SA) behandelt. Unter „Thermobehandlung”2 zeigt das Unternehmen den Caran d'Ache 384, und durch eine Anfrage konnte ich erfahren, dass diese Behandlung des Holzes zur dunkelbraunen Färbung dieses Bleistifts führt. – Auf die Ets Röthlisberger SA aufmerksam geworden bin ich durch das interessante Weblog Golyóstoll blog.
  1. Wood-plastic composite.
  2. Die englische und die französische Seite nennen den Bleistift auch („..and the new “Swiss Wood” pencils by Caran d'Ache!”).

Spaßmacher

Donnerstag, 8. Juni 2017

Im Jahr 1929 erteilte das Österreichische Patentamt der Firma J.S. Staedtler in Nürnberg ein Patent auf ein „Verfahren zum Mustern von Schreibstiften und verwandten Geräten”1.

Spaßmacher

Bei diesem Verfahren wird der Stift (3) in ein schraubenförmig gewundenes Blechband (1) gesteckt.

Spaßmacher

Mehrere mit dieser Schablone umhüllte Stifte liegen nebeneinander auf einer Vorrichtung und werden quer zur Stiftachse bewegt. Dabei rollen die Ringe (2) an den Stiftenden auf einer Laufbahn (5) ab und drehen die Stifte, die mit Farbe besprüht werden.

Um ein Muster mit gegenläufigen, sich kreuzenden Bändern zu erzielen, wird der Stift erst in einer rechtsgängigen und anschließend in einer linksgängigen Schablone eingefärbt. Dies hat STAEDTLER beim BAJAZZO 6203 gemacht.

Spaßmacher

Der Bajazzo ist der Spaßmacher im italienischen Theater, und so stellen grün, weiß und rot die passende Farbkombination dar.

Spaßmacher

Durch die beiden unterschiedlichen Sprühfarben, der Mischfarbe an den Kreuzungstellen und der Hintergrundfarbe entstand ein vierfarbiges Muster. Ein pfiffiges Verfahren und eine gelungene Gestaltung, wie ich finde!

  1. Es gab auch ein Patent für die Schweiz, aber eines für Deutschland konnte ich nicht finden.
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