Faber-Castell

Kurz notiert

  • Nur kurz nach der Schlie­ßung des US-amerikanischen Ver­triebs­un­ter­neh­mens Alvin & Co. ist die Marke „Alvin“ in neuer Hand. Eigen­tü­mer ist das Unter­neh­men Ascen­dent mit Sitz in Utah, USA; der Relaunch ist für das kom­mende Jahr geplant. – Danke an Guil­lermo für den Hinweis!
  • Eine bei Red­dit ver­öf­fent­lichte Kata­log­seite des japa­ni­schen Her­stel­lers Pilot zeigt den Druck­blei­stift S30, der einen Schaft ähn­lich dem S20 hat und die auto­ma­ti­sche Mecha­nik des Auto­mac haben soll. – Ob bei die­sem auch eine Modi­fi­ka­tion wie für den S15 mög­lich ist?
  • Nur ein­ein­halb Jahre nach der Vor­stel­lung sind bei KUM die bei­den Mes­sig­spit­zer 300-1 und 300-2 nicht mehr zu fin­den. Wur­den sie aus dem Pro­gramm genom­men? Wenn ja, wäre Möbius+Ruppert wie­der der welt­weit ein­zige Her­stel­ler von Hand­spitzern aus Mes­sing.
  • Nach dem Repa­per Ring, der die Zeich­nung eines holz­ge­fass­ten Blei­stifts über ein Gra­fik­tablett auf den PC oder ein Smart­phone über­trägt, bie­tet iskn jetzt den Fall­minen­stift Repa­per Clutch an. Er ist in Zusam­men­ar­beit mit Faber-Castell ent­stan­den und für 49 Euro erhältlich.
  • Das kürz­li­che ver­öf­fent­lichte Patent „Anspitz­ba­rer Stift“ von STABILO beschreibt Mög­lich­keiten, den Benut­zer eines spitz­ba­ren Stifts dar­auf hin­zu­wei­sen, dass der Halte­bereich eine bestimmte Min­dest­länge unter­schrei­tet; so soll ein ergo­no­misch nicht sinn­vol­ler Ge­brauch ver­mie­den wer­den. Statt der bekann­ten Lösung, außen am Stift eine dau­er­haft sicht­bare Skala anzu­brin­gen, wird in die­sem Patent eine Mar­kie­rung beschrie­ben, die erst bei Unter­schrei­tung der Min­dest­länge im gespitz­ten Bereich erscheint und ver­bleibt. Dazu kön­nen die Brett­chen, der Kleb­stoff oder die Mantel­fläche der Mine teil­weise in Längs­richtung ein­ge­färbt wer­den. Dar­über hin­aus führt das Patent eine Kappe auf, die die Spitze schützt oder durch Umste­cken den Hal­te­be­reich verlängert.

Bleistifthölzer (4)

Bei mei­nem Bemü­hen, das Holz des aktu­el­len Faber-Castell 9000 zu iden­ti­fi­zie­ren, bin ich auf einige bemer­kens­werte Details gestoßen.

In „Vom Baum zum Blei­stift“ stellt Faber-Castell die in Bra­si­lien ange­baute Kari­bi­sche Kie­fer (genauer: die Varie­tät Pinus cari­baea hon­du­ren­sis1) vor, und die hat mich an die in Henry Petroskis Buch „Der Blei­stift“2 erwähnte bra­si­lia­ni­sche Pinie erin­nert. Im Kapi­tel „Fin­det man einen bes­se­ren Blei­stift oder macht man ihn?“ geht es um den kom­pli­zier­ten Pro­zess der Blei­stift­her­stel­lung im spä­ten 20. Jahr­hun­dert, der ein hoch­mo­der­nes und weltum­spannendes Sys­tem vor­aus­setzt. Zu Beginn wird auf Viel­zahl und Her­kunft der Roh­stoffe eines deut­schen oder ame­ri­ka­ni­schen Blei­stifts eingegangen:

Der Holz­kör­per wird sehr wahr­schein­lich aus dem Holz der Kali­for­ni­schen Fluß­ze­der (Ins­zent­z­eder) oder der bra­si­lia­ni­schen Pinie gemacht sein, der Ring mög­li­cher­weise aus Mes­sing oder Alu­mi­nium aus dem ame­ri­ka­ni­schen Wes­ten, und der Radier­gummi ist viel­leicht eine Mischung aus süd­ame­ri­ka­ni­schem Gummi und ita­lie­ni­schem Bimsstein.

Und was steht im Ori­gi­nal? In „The Pen­cil“3 heißt es unter „Does One Find or Make a Bet­ter Pen­cil?“ auf Seite 67:

The woo­den case would most likely be made of wes­tern incense cedar from Cali­for­nia, the fer­rule pos­si­bly of brass or alu­mi­num from the Ame­ri­can West, and the era­ser perhaps of a mix­ture of South Afri­can rub­ber and Ita­lien pumice stone.

Die bra­si­lia­ni­sche Pinie ist also im Ori­gi­nal gar nicht vor­han­den, son­dern wurde – wie soll ich sagen? – hin­ein­über­setzt4.

Doch was genau ist mit der „bra­si­lia­ni­schen Pinie“ gemeint? Ist dies viel­leicht eine etwas sa­loppe Bezeich­nung des in Bra­si­lien ange­bau­ten Baums?5. Die wei­tere Suche hat mich zu einer alten Aus­gabe des Waren­kun­de­hand­buchs von Faber-Castell (2010) geführt, und darin liest man auf Seite 8 unter „Holz und Brettchen“:

Das qua­li­ta­tiv hoch­wer­tigste Holz für Blei- und Farb­stifte lie­fert die kali­for­ni­sche Zeder und die bra­si­lia­ni­sche Pinie, die in FABER-CASTELL eige­nen Plan­ta­gen ange­baut wird. Zedern­holz ist fast ast­frei, lang­fa­se­rig und hat (auf­grund der gerin­gen jah­res­zeit­li­chen Schwan­kun­gen in Kali­for­nien) einen gleich­mä­ßi­gen Wuchs. Des­halb ist es leicht und sau­ber spitz­bar, was für einen Qua­li­täts­stift wich­tig ist.

In die­sem Jahr erschien eine neue Aus­gabe die­ses Waren­kun­de­hand­buchs, in dem auf Seite 41 unter „Aus hoch­wer­ti­gem Holz“ steht:

Das qua­li­ta­tiv hoch­wer­tigste Holz für Blei- und Bunt­stifte lie­fert die Kali­for­ni­sche Zeder.
Zedern­holz ist fast ast­frei, lang­fa­se­rig und hat, auf­grund der gerin­gen jah­res­zeit­li­chen Schwan­kun­gen in Kali­for­nien, einen gleich­mä­ßi­gen Wuchs. Des­halb lässt es sich leicht und sau­ber spit­zen, was für einen Qua­li­täts­stift wich­tig ist.

Wo ist die bra­si­lia­ni­sche Pinie geblie­ben? Und warum nennt man statt­des­sen nicht die Kari­bi­sche Kiefer?

Natür­lich habe ich Faber-Castell nach dem Holz des 9000 gefragt, aber noch keine Ant­wort bekom­men. Das Unter­neh­men kann aller­dings meh­rere Gründe haben, diese Details nicht zu nen­nen: Es ist ein Fir­men­in­ter­num, und außer­dem ist es so ein­fa­cher, ein ande­res Holz zu nut­zen, falls es Pro­bleme bei der Ver­sor­gung geben sollte (z. B. durch einen Brand in der Plan­tage oder Ver­zö­ge­run­gen beim Trans­port). Zudem ist es sicher eine Heraus­forderung für das Mar­ke­ting, ein ande­res Holz über­zeu­gend zu bewer­ben, nach­dem man jahr­zehn­te­lang die Zeder als die beste Wahl ver­kauft hat und diese wei­ter­hin für andere höher­prei­sige Pro­dukte nutzt.

Faber-Castell 9000 3B mit Möbius+Ruppert Pollux

Faber-Castell 9000 3B (aktu­elle Vari­ante) mit Möbius+Ruppert Pollux

Ganz gleich, wel­ches Holz das ist: Ich bin geneigt zu sagen, dass es die beste Alter­na­tive zur Weihrauch-Zeder ist, die mir bis jetzt unter­ge­kom­men ist, denn es lässt sich fast eben­so leicht und sau­ber spit­zen6.

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  1. Neben Pinus cari­baea hon­du­ren­sis gibt es noch Pinus cari­baea cari­baea und Pinus cari­baea baha­men­sis, wobei die bei­den letz­ten als gefähr­det gel­ten.
  2. Birk­häu­ser Ver­lag 1995.
  3. Alfred A. Knopf, 1. Auf­lage 1989.
  4. Die deut­sche Aus­gabe die­ses Buchs ent­hält einen Anhang zur Unter­neh­mens­ge­schichte von Faber-Castell, und auf Seite 355 fin­det sich in einer Bild­un­ter­schrift: „Auf 8000 Hektar ehe­maligem Step­pen­land zieht Faber-Castell schnell­wüch­sige Pinien für die Holz­ver­sor­gung auf.“ – Das Buch wurde damals zusam­men mit einem Faber-Castell 9000 HB ver­kauft und den Schutz­umschlag ziert ein eben­sol­cher (zwar nicht voll­stän­dig gekenn­zeich­net, aber zwei­fels­frei iden­tifizierbar).
  5. Es gibt die „Bra­zi­lian pine“, aber das ist die Bra­si­lia­ni­sche Kie­fer (auch Bra­si­lia­ni­sche Arau­ka­rie, Arau­ca­ria angusti­fo­lia) und damit ein ganz ande­rer Baum. – Die Bio­lo­gen unter mei­nen Lesern mögen über kleine Unge­nau­ig­kei­ten hin­weg­se­hen, mich aber bitte auf grobe Feh­ler hinwei­sen.
  6. Inter­es­sant zu wis­sen wäre auch, ob (und wenn ja, wie) die­ses Holz behan­delt wird und wel­chen Ein­fluss das auf die Spitz­bar­keit hat, aber das her­aus­zu­fin­den dürfte weit­aus kniff­li­ger sein.

Alt und neu

Ein Leser mei­nes Web­logs hat mich auf das geän­derte Design des Bleistift-Klassikers Faber-Castell 9000 auf­merk­sam gemacht.

Alt und neu

Oben: alt, unten: neu (zum Ver­grö­ßern anklicken)

Bei der neuen Vari­ante ist der linke Teil des Schrift­zugs etwas ver­setzt, der Här­te­grad fett und der Tauch­ring gold­far­ben1. Mir gefal­len diese Änderungen!

Alt und neu

Ich habe bei Faber-Castell ange­fragt und erfah­ren, dass es sich bei der neuen um die inter­nationale Vari­ante han­delt, die bereits 2018 ein­ge­führt wurde2.

Alt und neu

Bei die­ser Gele­gen­heit habe ich erneut auf das Holz geschaut. Der 9000 ist mei­nes Wis­sens schon recht lange nicht mehr aus Weihrauch-Zeder – diese ist offen­bar den „Graf von Faber-Castell“-Bleistiften vor­be­hal­ten –, doch was statt­des­sen zum Ein­satz kommt, weiß ich nicht3.

Linde, Pap­pel, Gme­lina, Weymuth-Kiefer und Kolorado-Tanne schließe ich aus, und das sehr leichte Aroma kann ich nicht ein­ord­nen4. Ist es die Kari­bi­sche Kie­fer (Pinus cari­baea hondu­rensis), die Faber-Castell in Bra­si­lien anbaut und in „Vom Baum zum Blei­stift“ prä­sentiert? Inter­es­sant ist die Fär­bung der bei­den Stifte im Foto, denn die Kari­bi­sche Kie­fer hat rot­braunes Kern­holz und weiß­gel­bes Splintholz. Das Holz lässt sich jeden­falls gut bis sehr gut spit­zen5, selbst im Pol­lux und im Janus 4048, und so hat Faber-Castell mei­ner Ansicht nach eine gute Alter­native zur Weihrauch-Zeder gewählt6.

Nach­trag vom 17.10.20: Mehr zum Holz des aktu­el­len Faber-Castell 9000 unter „Blei­stift­höl­zer (4)“.

  1. Hier nicht gezeigt: Die Schrif­ten auf der Seite mit dem Hin­weis auf den Was­ser­lack und die GTIN auf der ande­ren haben jetzt eine etwas grö­ßere Lauf­weite und sind dadurch bes­ser les­bar; zudem ist der URI durch­ge­hend klein geschrie­ben.
  2. Die Ver­sion aus Indo­ne­sien hatte schon frü­her einen gold­far­be­nen Ring, wie man unter „Wan­ted Down Under: the Cas­tell 9000“ bei Blei­stift sehen kann.
  3. Ich wüsste zu gerne, wann die­ser Umstieg statt­ge­fun­den hat.
  4. Ich kann außer­dem nicht sicher sagen, dass das Aroma nur vom Holz und nicht etwa von ande­ren Mate­ria­lien des Blei­stifts stammt.
  5. Getes­tet an einem aktu­el­len 9000 der Härte 2B. – Natür­lich gibt es immer wie­der Unter­schiede bei den Holz-Chargen.
  6. Inter­es­sant in die­sem Zusam­men­hang ist auch der Ein­trag für Faber-Castell in der Daten­bank des FSC, der für Blei­stift­brett­chen (Pro­dukt­typ W5.9) Rot­bu­che, Kadam, Kari­bi­sche Kie­fer und Kie­fer all­ge­mein auf­führt.

Kurz notiert

  • Wer jemals einen nicht­run­den Blei­stift (z. B. einen Zim­mer­manns­blei­stift) in einem für nor­male Blei­stifte gedach­ten Spit­zer ange­spitzt hat, weiß vom unbe­frie­di­gen­den Ergeb­nis: An der Seite mit dem größ­ten Radius reicht das Holz zu weit an die Spitze. Möbius+Ruppert aus Erlan­gen geht die­ses Pro­blem mit dem – so die kürz­lich veröffent­lichte Gebrauchs­musterschrift – „Spit­zer für Blei­stifte mit einem Quer­schnitt, der in ortho­go­na­len Raum­richtungen unter­schied­li­che Abmes­sun­gen auf­weist“ an. In die­sem wer­den Blei­stifte mit ova­lem oder recht­ecki­gem Quer­schnitt über eine Zwangs­führungseinrichtung an einer defi­nier­ten exzen­tri­schen Bewe­gungs­bahn am Mes­ser ent­lang geführt, so dass eine an den Quer­schnitt des Stifts ange­passte Spit­zen­form ent­steht. Mit Adap­tern kann der Spit­zer auch für Stifte mit ande­ren Quer­schnit­ten genutzt werden.
  • Das Patent „Erasing Tool“ des japa­ni­schen Her­stel­lers Mitsu­bi­shi Pen­cil Co. beschreibt einen Radie­rer, der keine Radier­späne pro­du­zie­ren und die Pig­mente von radier­ba­ren Farb­stif­ten absor­bie­ren soll. Wenn ich die Beschrei­bung rich­tig ver­stehe, ist der Ra­dierer licht­durch­läs­sig und ver­färbt sich durch den Gebrauch, indem er die Farbe des radier­ten Stifts aufnimmt.
  • Das Gebrauchs­mus­ter „Vor­rich­tung zum Spit­zen von Stif­ten mit spitz­ba­rer Umhül­lung, Minen und Krei­den“ von Faber-Castell stellt einen Spit­zer vor, der sich mit plattenför­migen Redu­zier­ele­men­ten an Stifte unter­schied­li­cher Durch­mes­ser anpas­sen lässt. Die Reduzier­elemente sind dreh- oder klapp­bar aus­ge­führt und kön­nen mit dem Spit­zer ver­bun­den und zusätz­lich mit einem Ver­schluss aus­ge­stat­tet sein.
  • In einer erneu­ten Zusam­men­ar­beit von UNIQLO und Tom­bow Japan ent­stand ein T-Shirt zum Klas­si­ker Tom­bow 8900. Ich find’s schick!
  • Und noch­mal Mitsu­bi­shi: Der Ende ver­gan­ge­nen Jah­res vor­ge­stellte Kugel­schrei­ber Jet­stream Edge, der eine Spitze von nur 0,28 mm hat, ist ab Mitte Juni in drei wei­te­ren limi­tier­ten Schaft­far­ben erhältlich.

Kurz notiert

  • Vom japa­ni­schen Her­stel­ler SEED gibt es jetzt einen trans­pa­ren­ten Radie­rer. Der block­förmige SEED Clear Radar ist in zwei Grö­ßen erhält­lich und kos­tet 100 bzw. 150 Yen (etwa 0,90 bzw. 1,30 Euro). – Danke an Sola von pen­cils and other things für den Hinweis!
  • Das Patent „Pen­cil Lead“ von Mitsu­bi­shi beschreibt die Ver­bes­se­rung der Bruchfestig­keit von Blei­stift­mi­nen durch eine 5 µ dünne Kunstharz-Beschichtung. Die Patent­schrift ist auch wegen ande­rer bemer­kens­wer­ter Details lesens­wert, z. B. zur Her­stel­lung einer Farb­mine, bei der zunächst eine graue oder weiße Mine gebrannt und diese dann mit einem Fär­be­mit­tel imprä­gniert wird. Dar­über hin­aus wird Bor­ni­trit als Alter­na­tive zu Gra­phit genannt, und auch ein Blei­stift­här­te­prü­fer wird erwähnt (ähn­lich dem Elco­meter 501); außer­dem wird auf Nor­men des JISC (Japa­nese Indus­trial Stan­dards Com­mittee) verwiesen.
  • Und noch ein Patent: In „Pen­cil For Wri­ting Or Colou­ring“ beschreibt der fran­zö­si­sche Her­stel­ler Conté einen durch Coex­tru­sion gefer­tig­ten Stift zum Schrei­ben oder Malen, des­sen Mine durch eine schüt­zende Zwi­schen­schicht aus Poly­sty­rol und EVA (Ethylen­vinylacetat) umge­ben ist.
  • In die­sem Monat kom­men zwei neue Pro­dukte von Mitsubishi/uni Japan auf den Markt. Mit einem neuen Rot-Blau-Stift rich­tet sich das Unter­neh­men an Schul­kin­der, und für den Schaft des Kugel­schrei­bers Limex wird das gleich­na­mige, zu über 50% aus Kalk­stein her­gestellte Mate­rial genutzt.
  • Am Sams­tag, den 14.9.19 um 20.15 Uhr zeigt die ARD den drei­stün­di­gen Film „Otti­lie von Faber-Castell – Eine mutige Frau“ (das „Making of“ gibt es hier). Er basiert auf dem Roman „Eine Zierde in ihrem Hause. Otti­lie von Faber-Castell“ von Asta Scheib (Rowohlt 1998) und wurde in Tsche­chien gedreht; die Auf­nah­men in der Blei­stift­fa­brik entstan­den in einer umge­bau­ten Braue­rei in Tre­bon (Quelle). Von Faber-Castell konnte ich erfah­ren, dass Asta Scheib Zugang zum Fami­li­en­ar­chiv hatte, aber ein eman­zi­pa­to­ri­scher Roman mit nicht allzu viel Bezug zur his­to­ri­schen Rea­li­tät ent­stan­den ist und man an der Pro­duk­tion des Films nicht betei­ligt war.

Kurz notiert

Kurz notiert

  • Kein all­täg­li­cher Fund: Ein alter Kata­log von J.S. Sta­edt­ler USA bei archive.org, wohl von etwa 1930. – Danke an Sean von Con­trap­un­ta­lism für den Hinweis!
  • Neu in der Welt der Schreibgeräte-Blogs ist das Pen Museum, das sich Füll­hal­tern, Ku­gelschreibern und eini­gem mehr wid­men will und in den ers­ten Bei­trä­gen detail­liert auf ältere Druck­blei­stifte wie z. B. den Pen­tel Mecha­nica ein­ge­gan­gen ist. Ich werde es gespannt ver­fol­gen! – Nicht so gut finde ich jedoch, dass das Foto im ers­ten Bei­trag aus einer Auk­tion bei Yahoo Japan stammt, aber die Quel­len­an­gabe fehlt.
  • Heute wurde die Gebrauchs­mus­ter­schrift „Stift“ von Faber-Castell ver­öf­fent­licht (DPMA, Espa­ce­net). Beschrie­ben ist die Gestal­tung eines Stift­schafts mit nop­pen­för­mi­gen Vor­sprüngen und/oder napf­för­mi­gen Ver­tie­fun­gen, die sich aus meh­re­ren Facet­ten­flä­chen zusam­men­set­zen, wobei diese Flä­chen auf­grund ihrer Beschich­tung eine höhere Licht­reflexion und/oder -beu­gung auf­wei­sen als die übrige Schaft­flä­che. Diese Flä­chen, die auch kon­kav oder kon­vex sein kön­nen, las­sen sich z. B. mit einem Prä­ge­stem­pel anbrin­gen und erlau­ben eine Viel­zahl opti­scher Effekte. – Mich erin­nert die Beschrei­bung an den 2013 vor­ge­stell­ten Blei­stift „Sparkle“.

Insights-X 2018

Anfang Okto­ber fand die Insights-X, die Fach­messe für Papier-, Büro- und Schreib­wa­ren, in Nürn­berg statt; hier einige späte, kurze und vor allem sehr sub­jek­tive Notizen.

Insights-X 2018

Cleo Skribent

Bei der Cleo Schreib­ge­räte GmbH, Anbie­ter von Schreib­ge­rä­ten der Marke Cleo Skri­bent1, haben mich die Füll­hal­ter mit Holz­schaft der Natura-Serie angesprochen.

Insights-X 2018

Neben den in vier Höl­zern, drei Feder­brei­ten (F/M/B) und Metall­griff­stück ange­bo­te­nen Vari­an­ten des Natura (unver­bind­li­che Preis­emp­feh­lung 800 Euro) gibt es eine Aus­füh­rung aus Ambo­ina Maser mit einem Griff­stück aus Holz und rot­ver­gol­de­ten statt pal­la­di­nier­ten Beschlägen.

Insights-X 2018

Noch reiz­vol­ler fand ich indes den Füll­hal­ter Optima, des­sen Schaft­form von elf­fach facet­tiert zu oval über­geht. Er wird für 500 Euro und auch mit drei Feder­brei­ten ange­bo­ten; einen pas­sen­den Tin­ten­rol­ler gibt es auch.

Koh-I-Noor

Am Stand von Koh-I-Noor hat mich ein aus spit­zen Stif­ten gefer­tig­ter Orang Utan empfangen.

Insights-X 2018

Da ich die­ses Unter­neh­men aus­nahms­los als abwei­send emp­fun­den habe, wollte ich mich den Mit­ar­bei­tern ebenso wenig nähern wie die­sem sta­che­li­gen Orang Utan und bin schnell weitergegangen.

Platinum

Beim japa­ni­schen Anbie­ter Pla­ti­num, der im kom­men­den Jahr sein hun­dert­jäh­ri­ges Jubi­läum fei­ert, habe ich mich deut­lich län­ger aufgehalten.

Insights-X 2018

Prä­sen­tiert wurde auch der Füll­hal­ter #3776 Cen­tury in acht Feder­brei­ten. Es hat Spaß ge­macht, ihn zu tes­ten, doch die bei­den Exem­plare des Cen­tury #3776 F, die ich vor ein paar Mona­ten bei Ver­sen­dern erwor­ben habe, hat­ten im Gegen­satz zu den gezeig­ten Exem­pla­ren lei­der Pro­bleme mit der Feder, und so musste ich sie retournieren.

Insights-X 2018

Im #3776 Cen­tury und in eini­gen ande­ren Model­len von Pla­ti­num kommt der „Slip & Seal“-Mechanismus zum Ein­satz, die ein Aus­trock­nen der Feder ver­hin­dert und eine erheb­lich län­ge­rer Lage­rung des gefüll­ten Schreib­ge­räts ermög­licht. An einem Modell wurde die Funk­ti­ons­weise gezeigt.

Insights-X 2018

Bereits im August kam der Pro­cyon auf den Markt.

Insights-X 2018

Die­ser Füll­hal­ter hat als Beson­der­heit eine sehr weit an der Feder­spitze lie­gende Ansaug­öffnung, wodurch sich selbst ein klei­ner Tin­ten­rest aus dem Glas holen lässt. Der Pro­cyon ist in fünf Far­ben sowie zwei Feder­brei­ten (F/M) erhält­lich und ver­fügt eben­falls über den „Slip & Seal“-Mechanismus.

Insights-X 2018

Aus mir unbe­kann­ten Grün­den habe ich die Tin­ten der Reihe „Clas­sic Ink“ zwar foto­grafiert, aber nicht näher betrach­tet. Gewun­dert habe ich mich dar­über, dass alle „Black“ in Namen tra­gen, aber keine schwarz ist.

Insights-X 2018

Pentel

Der deut­sche Able­ger des japa­ni­schen Her­stel­lers Pen­tel fei­ert im kom­men­den Jahr sein 50-jähriges Bestehen.

Insights-X 2018

Zu den Neu­hei­ten gehört der Board­mar­ker Maxif­low Flex-Feel mit fle­xi­bler Schreib­spitze, die eine Varia­tion der Strich­stärke ermöglicht.

Insights-X 2018

Eine bemer­kens­wert feine Pin­sel­spitze hat der Faser­schrei­ber Sign Pen Artist aus dem „Pen­tel Arts“-Sortiment.

Insights-X 2018

Er ist in zwölf Far­ben erhältlich.

Insights-X 2018

Weni­ger attrak­tiv fand ich die holz­ge­fass­ten, was­ser­ver­mal­ba­ren Farb­stifte, die ver­mut­lich der Sor­ti­ments­ab­run­dung die­nen und mit ihrer Qua­li­tät mei­ner Ansicht nach nicht zu Pen­tel passen.

Insights-X 2018

Pilot

Auch der japa­ni­sche Her­stel­ler Pilot war in Nürn­berg vertreten.

Insights-X 2018

Sehr schön und aus der Nähe anzu­se­hen waren die Namiki-Füllhalter.

Insights-X 2018

Im Gespräch konnte ich u. a. erfah­ren, dass die Iroshizuku-Tinten auch hier­zu­lande erhält­lich sind (meine bei­den hatte bei einem Ver­sen­der im Aus­land gekauft).

Faber-Castell

Selbst­ver­ständ­lich war auch Faber-Castell dabei.

Insights-X 2018

Zu den prä­sen­tier­ten Neu­hei­ten gehör­ten neue Tin­ten in Tür­kis und Pink, wobei letz­tere sogar lösch­bar ist.

Insights-X 2018

Zusam­men mit dem sil­ber­far­be­nen Blei­stift GRIP 2001, inzwi­schen ein Klas­si­ker, wur­den ein blauer sowie ein farb­lich abge­stimm­ter Radie­rer und Dosen­spit­zer gezeigt.

Insights-X 2018

Den Mar­ker Text­li­ner pas­tell gibt es jetzt in den neuen Far­ben Licht­grün, Vanille und Ultra­marin, die auch zusam­men mit den ande­ren Far­ben in einem 8er-Etui erhält­lich sind.

Insights-X 2018

STAEDTLER

Die meis­ten und für mich inter­es­san­tes­ten Neu­ig­kei­ten gab es bei STAEDTLER.

Insights-X 2018

Beson­ders beein­druckt hat mich die umfang­rei­che Sor­ti­ments­er­wei­te­rung des Mars Lumo­graph. Mit 10H, 10B, 11B und 12B kamen vier Här­te­grade hinzu, so dass es nun 24 sind; damit bie­tet der Mars Lumo­graph den größ­ten Här­te­grad­be­reich und läuft sogar dem Mit­subishi Hi-uni (22 Grade) den Rang ab.

Insights-X 2018

Neu ist der Mars Lumo­graph jumbo, den es in fünf Här­te­gra­den geben wird. Er ist 11 mm dick und hat eine etwa 5,3 mm starke Mine.

Insights-X 2018

Insights-X 2018

Mit dem Mars Lumo­graph char­coal kommt ein holz­ge­fass­ter Koh­le­stift in drei Här­te­gra­den auf den Markt.

Insights-X 2018

Eben­falls neu ist der Voll­gra­phit­stift Mars Lumo­graph pure gra­phite, der in neun Härte­graden ange­bo­ten wird; die drei weichs­ten Grade wer­den zusätz­lich in einer wasservermal­baren Vari­ante erhält­lich sein.

Insights-X 2018

Auch der Ende 2015 vor­ge­stellte Mars Lumo­graph black erfuhr eine Erwei­te­rung, denn es wird ihn jetzt auch in HB und damit in sechs Här­te­gra­den geben. – Hinzu kam der Mars Lu­mograph pas­tel, ein holz­ge­fass­ter Pas­tell­stift, der in fünf Farb­tö­nen und als Blen­der auf den Markt kom­men wird.

Insights-X 2018

Von den zahl­rei­chen wei­te­ren Neu­ig­kei­ten, auf die ich hof­fent­lich in Kürze werde ein­ge­hen kön­nen, sei noch der dicke, was­ser­ver­mal­bare Farb- und Wachs­mal­stift buddy erwähnt. Er ist aus Zedern­holz gefer­tigt und kommt in 18 Far­ben in den Handel.

Insights-X 2018

Die neuen Pro­dukte von STAEDTLER wer­den ab Januar 2019 ver­füg­bar sein.

Insights-X 2018

Die nächste Insights-X öff­net am 9. Okto­ber 2019, und ich hoffe, dann auch wie­der dabei sein zu können.

  1. Der Name setzt sich zusam­men aus den ehe­ma­li­gen Mar­ken­na­men „Cleo­pa­tra“ für Füll­hal­ter, der zu „Cleo“ wurde, und dem für Tusche­zeich­ner ver­wen­de­ten „Skri­bent“.
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