Archiv des Stichworts „Bücher”

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Kurz notiert

Sonntag, 1. März 2020
  • pencil talk teilt mit, dass die Produktion des Bleistifts Mirado (vormals Mikado) nach 100 Jahren eingestellt wurde. – Es wäre interessant zu wissen, ob Papermate auch den Mar­kennamen aufgibt.
  • Den Druckbleistift Pentel orenz gibt es jetzt auch mit Metallgriff.
  • Mit dem uni-ball one hat Mitsubishi/uni einen neuen Gel-Roller auf den Markt gebracht. Er soll ein intensiveres Schwarz, lebendigere Farben und eine bessere Kantenschärfe ha­ben und ist in den Strichbreiten 0,38 und 0,5 mm und in jeweils zehn Farben erhält­lich.
  • Der Titel „Pencils You Should Know – A History of the Ultimate Writing Utensil in 75 Anecdotes” von Caroline Weaver, kürzlich erschienen bei Chronicle Books, hat mich erst neugierig gemacht, dann aber enttäuscht. Die Bindung ist so steif, dass man das Buch nur schwer aufschlagen kann, und auch der Inhalt überzeugt mich nicht. Die Auswahl der ge­zeigten Bleistifte finde ich seltsam und die Qualität der Fotos bestenfalls mittel­mäßig (so sind z. B. einige glänzende Prägedrucke schlecht abgebildet). Hinzu kommen Merkwürdig­keiten im Text: So schreibt die Autorin z. B. beim Caran d'Ache The Editor „I designed the Editor pencil”, doch das stimmt nicht, denn bereits 1857 hatte Johann Faber einen Rot-Graphit-Stift im Sortiment, und beim Craft Design Technology item 17 hätte ich den Hin­weis auf die Besonderheit dieses Bleistifts, nämlich dessen Polymer­mine, erwartet (warum sollte man ihn sonst kennen?). Die Idee hinter diesem Buch finde ich gut, doch die Um­setzung leider nicht; ich habe es wieder retourniert.

Rot und Blau

Donnerstag, 20. Juni 2019

Meine Recherche zum Rot-Blau-Stift geht langsam voran. Das Museum für Kommunikation (ehemals Postmuseum) in Frankfurt/Main hat in seinem Archiv zahlreiche alte Dienstanwei­sungen der Post, die auch Angaben zur Verwendung des Rot-Blau-Stifts enthalten könn­ten. Ich habe die Möglichkeit eines Rechercheauftrags genutzt und bin auf das Ergebnis gespannt.

Rot und Blau

In der Artikelbeschreibung zum Rot-Blau-Stift Koh-I-Noor Blue Star schreibt der Anbieter Manufactum:

Der Koh-i-Noor Blue Star wurde ursprünglich – und das seit 1909 – als „Poststift” angeboten.

Ich habe bei Manufactum nach der Quelle für diese Jahreszahl angefragt; eine Antwort steht noch aus.

Rot und Blau

In dem sehr interessanten Buch „Ich hör' dich schreiben. Eine literarische Geschichte der Schreibgeräte” von Evelyne Polt-Heinzl, erschienen 2007 bei Sonderzahl, heißt es:

Farbverwandt mit dem alten Schulradierer ist der Rot-Blau-Stift, der 1909 als „Poststift” das Licht der Welt erblickte und sich offenbar rasch europaweit verbreitete.

Ich habe die Autorin bereits vor einer Weile angeschrieben und ebenfalls nach der Quelle für diese Angabe gefragt, aber leider noch keine Antwort bekommen.

Rot und Blau

1909? Nein – den ersten Rot-Blau-Stift gab es schon viel früher. Demnächst mehr!1

Nachtrag vom 27.6.19: Von Dr. Evelyne Polt-Heinzl konnte ich erfahren, dass sie die Jah­reszahl 1909 einer Festschrift der Fa. Hardtmuth entnommen hat.

Nachtrag vom 18.7.19: Manufactum hat mir mitgeteilt, dass man das Jahr 1909 vom Lie­feranten Koh-I-Noor genannt bekommen habe.

  1. Der erste Cliffhanger in zwölf Jahren.

„Weit muß die Mine aus dem Holz ragen”

Sonntag, 31. Dezember 2017

Aus „Technisches Zeichnen im Technik-Unterricht” von Ulrich Lange (Verlag Julius Klink­hardt, 1975):

„Weit muß die Mine aus dem Holz ragen”

Diese Anforderung erfülle ich gerne.

„Weit muß die Mine aus dem Holz ragen”

So wird's gemacht

Freitag, 29. Dezember 2017

Aus „A Textbook on Ornamental Design. Geometrical Drawing, Freehand Drawing, Historic Ornament” (1901):

So wird's gemacht

The pencil should be sharpened as shown at A, Fig. 14. Cut the wood away as to leave about ½ or ⅜ of an inch of the lead projecting; then sharpen it flat by rubbing it against a fine file or a piece of fine emery cloth or sandpaper that has been fastened to a flat stick. Grind it to a sharp edge like a knife blade, and round the corners very slightly, as shown in the figure. If sharpened to a round point, as shown in B, the point will wear away very quickly and make broad lines; when so sharpened it is difficult to draw a line exactly through a point. The lead for the compasses should be sharpened in the same manner as the penciil, but should have its width narrower. Be sure that the compass lead is so secured that, when circles are struck in either direction, but one line will be drawn with the same radius and center.

Janus 1

Samstag, 13. Mai 2017

Ende September letzten Jahres ist bei Prestel das Buch „Schreibwaren. Die Rückkehr von Stift und Papier”1 erschienen. Es geht (so der Verlag) auf die „neue Schreibkultur” und die Rückkehr der „guten alten Schreibgeräte” ein und ist mit seinem eher ungewöhnlichen, aber breiten Spektrum auch für diejenigen interessant, die bereits mit diesem Thema ver­traut sind. Uneingeschränkt empfehlen kann ich es jedoch leider nicht, da manche Dinge meiner Ansicht nach nur oberflächlich abgehandelt werden und einiges auf mich wie Wer­bung wirkt. Die Fülle und die Qualität der Fotos sind allerdings beeindruckend, und auch die Gestaltung ist sehr ansprechend.

Janus 1

Zum Größenvergleich ein Tombow Mono 100.

Ich habe mit einem Kapitel über den als „Granate” bekannten Handspitzer zu diesem Buch beigetragen.

Janus 2

Bei der Lektüre bin ich auf Seite 49 über „Janus 1″ gestolpert.

Janus 3

„Janus 1″ stimmt natürlich nicht, denn der gezeigte Spitzer ist ein Janus 4048. Doch wa­rum hat er eine Torxschraube? Genau, weil es mein Exemplar ist, bei dem ich die originale Schlitzschraube überdreht und durch eine Torxschraube ersetzt habe.

Janus 4

Faber-Castell Janus 4048 und Möbius+Ruppert 604 („Granate”) aus „Top Two (2)”

Das verwendete Foto stammt aus meinem Beitrag „Top Two (2)”. Man hatte es sich we­gen der Granate geben lassen, dann aber nur den Janus 4048 benutzt – allerdings ohne dies anzusprechen, und so habe ich weder auf die Schraube hingewiesen noch ein Foto ei­nes originalen Janus 4048 angeboten (wahrscheinlich hätte dann auch die korrekte Be­zeichnung dieses Spitzers ins Buch gefunden).

Janus 5

Janus 1 (Original und Abbild)2

So können alle Leser dieses Buches meinen persönlichen Janus 4048 bewundern, den ich ab jetzt „Janus 1″ nennen werde3.

Janus 6

Janus 1 und Janus 4048 in trauter Zweisamkeit

Nicht jedem Spitzer wird eine solche Ehre zuteil!

  1. Luca Bendandi, John Z. Komurki: Schreibwaren. Die Rückkehr von Stift und Papier. Prestel 2016, ISBN 978-3-7913-8268-5.
    Luca Bendandi, John Z. Komurki: Stationery Fever. From Pencils to Paper Clips and Everything In Between. Prestel 2016, ISBN 978-3-7913-8272-2.
  2. Das Messer ist ein anderes, weil ich es inzwischen ausgetauscht habe. – Man beachte auch die beiden Spuren an den hinteren hohen Stellen; diese kommen vom Lederetui.
  3. Nein, ich mache mich nicht über diesen Fehler lustig (außerdem wäre er sehr leicht vermeidbar gewesen).

Kurz notiert

Samstag, 15. Oktober 2016
  • Wer 620 Schweizer Franken loswerden und dafür einen Spitzer haben möchte, wird bei Hieronymus fündig. – Danke an Frau Fischer für den Hinweis auf dieses bemerkens­werte Produkt!
  • Zum Monatswechsel erschien bei Prestel das Buch „Schreibwaren”; es enthält auch einen Beitrag von mir. – Eine englische Ausgabe („Stationery Fever”) ist ebenfalls erhältlich.
    Schreibwaren (Prestel)
  • Aus der Reihe „Tools of the Trade” des NPR: „Trace The Remarkable History Of The Humble Pencil”. – Danke an Andreas Weinberger und Sean für den Hinweis!
  • Ein Rückblick auf die Bleistiftfertigung von Eberhard Faber in New York: „New York Today: Our Past in Pencils”. – Danke an Michael Leddy für den Hinweis!
  • Am vergangenen Samstag war ich einen halben Tag auf der Insights X in Nürnberg, der noch recht neuen1 PBS2-Messe in Nürnberg; man hatte mich zu einem Blogger-Treffen eingeladen. Besonders gefreut hat mich das Treffen mit Matthias, mit dem ich seit 2009 in Kontakt stehe, und seiner Familie. Die Zeit war knapp, und wie erwartet habe ich mich hauptsächlich am Stand von STAEDTLER aufgehalten.
    Insights X
    Ob es einen Blog-Beitrag zur Insights X geben wird, kann ich noch nicht sagen.
  1. Sie fand erstmals 2015 statt.
  2. Papier, Büro, Schreibwaren.

„Der Bleistift”

Montag, 15. Februar 2016

„Der Bleistift”

Vom Schmutztitel der Schrift „Der Bleistift” von Franz Maria Feldhaus (1922)

Veranschaulichung

Samstag, 30. Januar 2016

Mit zwei bemerkenswerten Veranschaulichungen wartete Franz Maria Feldhaus in seiner zwölfseitigen Schrift „Der Bleistift” aus dem Jahr 1922 auf.

Veranschaulichung

(zum Vergrößern anklicken)

Acht Züge mit je fünfundzwanzig Waggons, davon vier mit Holz und vier mit Kohle, zeigen den damaligen Jahresverbrauch von J.S. Staedtler für die Bleistiftproduktion. Noch beein­druckender indes ist folgende Abbildung:

Veranschaulichung

Würde man alle damals von Staedtler pro Jahr gefertigten Stifte – etwa 65.000.000 Stück – aneinanderreihen, so käme man auf 11.375.000 Meter (zum Vergleich: Die Erdachse ist 12.712.000 Meter lang).

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