Pentel

Number 9 Pencil

Den Druck­blei­stift Pen­tel P2001 muss man nicht mehr vor­stel­len – er ist seit über einem hal­ben Jahr­hun­dert auf dem Markt und der Inbe­griff des Fein­mi­nen­stifts2. Seine zuverläs­sige und leicht zu ent­neh­mende Mecha­nik hat schon einige ange­regt, alter­na­tive Schäfte zu fer­ti­gen3; einer davon ist der Num­ber 9 Pen­cil des schot­ti­schen Inge­nieurs Lind­say Wil­son, zu dem es vor etwa einem Jahr über eine Kickstarter-Kampagne gab. Ich habe damals nicht mit­ge­macht, son­dern erst kürz­lich zugegriffen.

Number 9 Pencil

Die Aus­wahl ist groß, denn es kön­nen drei Metalle (Alu­mi­nium, Edel­stahl und Mes­sing), zwei Spit­zen­for­men und drei Rän­de­lun­gen kom­bi­niert wer­den4; ich habe mich für das Modell TLGB35 aus Mes­sing6 ent­schie­den. – Spitze, Clip und Drü­cker stam­men vom P200 und sind mit Aus­nahme des Clips auch in Mes­sing erhältlich.

Number 9 Pencil

Mit mei­nem Alltags-P2037

Der Num­ber 9 ist mit 143 mm genauso lang wie der P200 und sein hexa­go­na­ler Schaft hat mit 9 mm8 den glei­chen Durch­mes­ser wie das Ori­gi­nal an der dicks­ten Stelle, doch im Ge­gensatz zu letz­te­rem ver­jüngt er sich zum Griff hin nicht. Die gerän­delte Griff­zone hat die glei­che Länge und die glei­che Posi­tion wie die des P200 und der Clip sitzt auf glei­cher Höhe. Der Num­ber 9 wiegt 27 g und damit drei­mal so viel wie der P200. Seine Verarbei­tung ist makel­los: Die sei­den­matte Ober­flä­che ist gleich­mä­ßig und sau­ber, der Über­gang zur Spitze glatt und die Rän­de­lung griffig. 

Number 9 Pencil

Der Num­ber 9 kos­tet 70 GBP plus 10 GBP für den Ver­sand, also ins­ge­samt etwa 89 Euro9; die Lie­fer­zeit betrug nur eine Woche und die Kom­mu­ni­ka­tion war sehr freundlich.

Number 9 Pencil

Ich benutze den Num­ber 9 Pen­cil sehr gerne!

Nach­trag vom 6.12.20: In der Reihe „Ask Me Anything“ bei Red­dit beant­wor­tet Lind­say Wil­son zahl­rei­che Fra­gen zum Num­ber 9.

  1. Link zu Pen­tel Groß­bri­tan­nien des­halb, weil aus mir unbe­kann­ten Grün­den weder Pen­tel Deutsch­land noch Pen­tel Japan den P200 auf­führt.
  2. Die wohl umfang­reichste Quelle zum P200 ist Nimrodd's Blog.
  3. Bekannt sind die Holz­schäfte von Turn of the Cen­tury (siehe „Ein ver­del­ter Klas­si­ker“) und der Spoke (siehe „Spei­chen­stift“).
  4. Außer­dem gibt es noch den Bam­boo in drei Vari­an­ten und den Ster­ling Sil­ver Pen­cil.
  5. Die Abkür­zung steht für „taper low, groo­ved, brass, 0.3mm“.
  6. CW614N (CuZn39Pb3, ehem. 2.0401).
  7. Ich habe die Kenn­zeich­nung vom Schaft ent­fernt, damit der Stift noch lang­wei­li­ger aus­sieht. – Ich mag lang­wei­lige Dinge, aber das ist ein ande­res Thema.
  8. Schlüs­sel­weite 8 mm.
  9. Ver­schickt wird der Stift in einer Röhre mit Schutz für Spitze und Drü­cker.

Kurz notiert

  • pen­cil talk teilt mit, dass die Pro­duk­tion des Blei­stifts Mirado (vor­mals Mikado) nach 100 Jah­ren ein­ge­stellt wurde. – Es wäre inter­es­sant zu wis­sen, ob Paper­mate auch den Mar­kennamen aufgibt.
  • Den Druck­blei­stift Pen­tel orenz gibt es jetzt auch mit Metall­griff.
  • Mit dem uni-ball one hat Mitsubishi/uni einen neuen Gel-Roller auf den Markt gebracht. Er soll ein inten­si­ve­res Schwarz, leben­di­gere Far­ben und eine bes­sere Kan­ten­schärfe ha­ben und ist in den Strich­brei­ten 0,38 und 0,5 mm und in jeweils zehn Far­ben erhältlich.
  • Der Titel „Pen­cils You Should Know – A History of the Ulti­mate Wri­ting Uten­sil in 75 Anec­do­tes“ von Caro­line Wea­ver, kürz­lich erschie­nen bei Chro­ni­cle Books, hat mich erst neu­gie­rig gemacht, dann aber ent­täuscht. Die Bin­dung ist so steif, dass man das Buch nur schwer auf­schla­gen kann, und auch der Inhalt über­zeugt mich nicht. Die Aus­wahl der ge­zeigten Blei­stifte finde ich selt­sam und die Qua­li­tät der Fotos bes­ten­falls mittel­mäßig (so sind z. B. einige glän­zende Prä­ge­dru­cke schlecht abge­bil­det). Hinzu kom­men Merkwürdig­keiten im Text: So schreibt die Autorin z. B. beim Caran d'Ache The Edi­tor „I desi­gned the Edi­tor pen­cil“, doch das stimmt nicht, denn bereits 1857 hatte Johann Faber einen Rot-Graphit-Stift im Sor­ti­ment, und beim Craft Design Tech­no­logy item 17 hätte ich den Hin­weis auf die Beson­der­heit die­ses Blei­stifts, näm­lich des­sen Polymer­mine, erwar­tet (warum sollte man ihn sonst ken­nen?). Die Idee hin­ter die­sem Buch finde ich gut, doch die Um­setzung lei­der nicht; ich habe es retourniert.

Schwarzer Freitag

Schwarzer Freitag

Wer unter die­ser Über­schrift düs­tere Mel­dun­gen aus der Bör­sen­welt befürch­tet hat, kann sich ent­spannt zurück­leh­nen – die offi­zi­elle Blog-Währung ist der Gra­phit, und der steht im­mer hoch im Kurs. Und die­je­ni­gen, die sich bei die­sem Stich­wort ein Schnäpp­chen erhofft haben, muss ich ent­täu­schen, denn hier gibt es nach wie vor nichts zu kau­fen. Es drän­geln sich nur ein paar schwarze Radie­rer1 – sonst ist hier nichts los.

  1. Außer den gezeig­ten hatte ich noch den Faber-Castell Dust Free (den ich lei­der nicht mehr fin­den kann) und den KUM Cor­rec Stick (der nach dem ers­ten Gebrauch in den Müll­ei­mer kam).

Pentel Mechanica

Der Mecha­nica des japa­ni­schen Her­stel­lers Pen­tel hat etwas, das es auch 50 Jahre nach Markt­ein­füh­rung bei kei­nem ande­ren Druck­blei­stift gibt: Dreht man den Griff, fährt eine Hülse zum Schutz des Minen­füh­rungs­röhr­chen heraus.

Pentel Mechanica

Erdacht hat sich dies Yukio Horie, Grün­der von Dai Nihon Bungu Kabu­s­hiki Kai­sha, dem Un­ternehmen, das sich 1971 den Namen Pen­tel gab. Sein Patent wurde in Japan am 29. Mai 1968 ange­mel­det, und im dar­auf­fol­gen­den Jahr kam der Mecha­nica in den Han­del1.

Pentel Mechanica

Das bri­ti­sche Patent „Mecha­ni­cal Pencil“

Den Mecha­nica gab es in den Minen­durch­mes­sern 0,3 und 0,5 mm, drei leicht unterschied­lichen Designs und ver­schie­de­nen Aus­stat­tungs­va­ri­an­ten2. Auf diese De­tails sind jedoch be­reits andere ein­ge­gan­gen, und so möchte ich mich auf das konzentrie­ren, was die­sen Druck­bleistift so ein­zig­ar­tig macht, näm­lich den Schutz des Minen­füh­rungs­röhr­chens. Auf­schluss gibt die Patentschrift.

Pentel Mechanica

Aus dem bri­ti­schen Patent „Mecha­ni­cal Pencil“

Natur­ge­mäß ist sie sehr aus­führ­lich und in einer spe­zi­el­len Spra­che gehal­ten3; hier eine Kurzfassung.

Pentel Mechanica

Aus dem bri­ti­schen Patent „Mecha­ni­cal Pencil“

Die Teile:

  1. Klemm­hülse
  2. Minen­füh­rungs­röhr­chen
  3. Schaft
  4. Vor­de­rer Teil des Schafts
  5. Mine
  6. End­kappe mit Drücker
  7. Äuße­rer Zylinder
  8. Spi­ral­schlitz
  9. Inne­rer Zylinder
  10. Längs­schlitz
  11. Ring­kra­gen
  12. Befes­ti­gungs­punkt
  13. Schutz­hülse
  14. Knopf
  15. Griff­hülse
  16. Ring

Am vor­de­ren Teil des Schafts (4) ist der innere Zylin­der (9) befes­tigt. In die­sem sitzt längs ver­schieb­bar die Schutz­hülse (13), deren Knopf (14) so lang ist, dass er durch den Längs­schlitz (10) des inne­ren Zylin­ders (9) in den Spi­ral­schlitz (8) des dar­über sit­zen­den und dreh­baren äuße­ren Zylin­ders (7) reicht. Letz­te­rer ist als Feder aus­ge­führt, so dass er durch Kraft­schluss in der Griff­hülse (15) gehal­ten und immer zusam­men mit die­ser gedreht wird. Ring­kra­gen (11) und Ring (16) ver­hin­dern das Ver­schie­ben von äuße­rem Zylin­der und Griffhülse.

Doch wie führt die Dreh- zu einer Längs­be­we­gung? Dreht man die Griff­hülse, läuft der Knopf der Schutz­hülse im Spi­ral­schlitz des äuße­ren Zylin­ders. Die Schutz­hülse würde sich nur mit­drehen, aber der Längs­schlitz des inne­ren Zylin­ders zwingt sie in Längs­rich­tung4. So bewegt eine knappe Umdre­hung der Griff­hülse die Schutz­hülse über die kom­plette Länge5 (eine ge­ringe Dreh­be­we­gung bleibt natür­lich). – Die Mecha­nik ist spiel­arm und leichtgän­gig, und das Logo auf dem Kar­ton nimmt Bezug auf ihre Funktion.

Pentel Mechanica

Kar­ton (Aus­schnitt)

Ange­sichts der durch­dach­ten Mecha­nik des Stifts ist es kurios, dass man ihm einen Clip bei­gelegt hat, der nicht rich­tig passt.

Pentel Mechanica

Er ist nahezu iden­tisch zu dem des Pen­tel P200, nur etwas kür­zer, und hat eben­falls einen zy­lindrischen, geschlitz­ten Ring, der auf den ent­spre­chend geform­ten Abschnitt des P200 passt, aber auf dem koni­schen, zwölf­flä­chi­gen Schaft des Mecha­nica kei­nen Halt fin­det. Schiebt man den Clip so weit auf den Schaft, dass er leid­lich sitzt, ist er zu weit vom Stift­ende ent­fernt und hin­ter­lässt, da der Ring nicht flä­chig auf­liegt, mit einer Kante leichte Druck­stel­len am Schaft. Jeder Ver­such, den Clip zu benut­zen, führt dazu, dass er sich löst.

Wäh­rend ich meine Leser mit ermü­den­den Details nicht nur zum Innen­le­ben des Mechani­ca stra­pa­ziere, geht der Her­stel­ler mit sei­nen Kun­den scho­nen­der um und im Bei­le­ger nur auf Hand­ha­bung und War­tung des Schreib­ge­räts ein.

Pentel Mechanica

Aus dem Beileger

Das Befül­len des Stifts, der Minen­vor­schub usw. mag vor 50 Jah­ren erklä­rungs­be­dürf­tig ge­wesen sein6, ist aber heute all­ge­mein bekannt und muss hier nicht mehr wie­der­ge­ge­ben wer­den (auch wenn die Abbil­dun­gen im Bei­le­ger reiz­voll sind). So beschränke ich mich hier auf die beson­dere Aspekte die­ses Druckbleistifts.

Pentel Mechanica

Der Mecha­nica aus Benutzersicht:

  1. Spitze
  2. Schutz­hülse
  3. Griff­hülse
  4. Ring7
  5. Schaft8
  6. Här­te­grad­in­di­ka­tor
  7. End­ko­nus
  8. Drü­cker

Pentel Mechanica

Aus dem Beileger

Hier wird beschrie­ben, den Stift dadurch gebrauchs­fer­tig zu machen, in dem man mit der einen Hand die Griff­hülse hält und mit der ande­ren den Schaft nach links dreht, bis die Schutz­hülse die Spitze frei­ge­legt hat, und den Stift in die ent­ge­gen­ge­setzte Rich­tung zu dre­hen, um die Schutz­hülse wie­der über die Spitze hin­aus­tre­ten zu las­sen. Dazu gibt es den Hin­weis, ein Über­dre­hen der Griff­hülse zu ver­mei­den, weil sie sich sonst lösen kann. Auf den fol­gen­den Sei­ten fin­den sich Details zum Ein­stel­len und Rück­stel­len der Mine, zum Nach­fül­len, zur Rei­ni­gungs­na­del, zum Här­te­grad­in­di­ka­tor und zur Schutzhülle.

Pentel Mechanica

Aus dem Beileger

Die Anlei­tung zum Zer­le­gen des Mecha­nis­mus beginnt mit dem Hin­weis, dies mög­lichst zu ver­mei­den, da sich der Zusam­men­bau als schwie­rig erwei­sen könnte. Das hat mich moti­viert und wie beschrie­ben vor­ge­hen lassen.

Pentel Mechanica

Schutz­hülse zur Sicher­heit herausdrehen.

Pentel Mechanica

Griff­hülse abziehen.

Pentel Mechanica

Schutz­hülse abneh­men (ggf. wie eine Schraube herausdrehen).

Pentel Mechanica

Äuße­ren Zylin­der abneh­men (er muss sich leicht auf­bie­gen, damit er über den Ring­kra­gen passt). – Hier fal­len zwei Unter­schiede zum Patent auf: Zum einen ist der äußere Zylin­der sym­me­trisch aus­ge­führt9, kann also auch anders herum auf­ge­steckt wer­den, und zum an­deren hat der innere Zylin­der einen zwei­ten Ringkragen.

Kann man den Mecha­nica noch wei­ter zerlegen?

Pentel Mechanica

Ja, denn die Spitze lässt sich lösen, um bei Pro­ble­men mit dem Minen­vor­schub die Zwinge rei­ni­gen zu können.

Pentel Mechanica

Spitze abschrau­ben und ggf. Minen­reste aus der Zwinge entfernen.

Der Zusam­men­bau ist in der Tat nicht ganz ein­fach, weil der äußere Zylin­der, wenn er auf dem inne­ren sitzt, beim Auf­set­zen der Griff­hülse fest zusam­men­ge­drückt wer­den muss, damit er nicht durch die Griff­hülse über den zwei­ten Ring­kra­gen gescho­ben wird (unnö­tig zu sagen, dass sich dann alles ver­keilt und die Teile beschä­digt wer­den kön­nen). – Die Me­chanik ist werk­sei­tig leicht geschmiert.

Pentel Mechanica

Aus dem Kata­log von Pen­tel Japan (1999)

Ich benutze den Mecha­nica sehr gerne. Dass sein Griff ziem­lich glatt ist, der Clip nicht passt und der Minen­vor­schub mit 2,8 mm pro zehn­mal Drü­cken sehr gering aus­fällt, sind Kleinig­keiten – die hohe Material- und Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät, die spiel­freie Minen­füh­rung, das in mei­nen Augen reiz­volle Design und und natür­lich die spe­zi­elle Mecha­nik machen den Pen­tel Me­chanica auch heute noch zu einem beson­de­ren Druckbleistift.

Wann genau die Pro­duk­tion des Mecha­nica ein­ge­stellt wurde, weiß ich nicht, aber es ist manch­mal von 2002 die Rede; heute ist er nur noch sehr schwer zu bekom­men. – Die Schutz­hülse, wenn auch abnehm­bar und nicht inte­griert, kam übri­gens 1970 beim Pen­tel Mecha­nica Graph wieder.

Danke an Sola von pen­cils and other things für die Über­set­zung des Beilegers!

  1. Der Mecha­nica war der welt­weit erste Druck­blei­stift für 0,3-mm-Minen und bekam außer­dem den Long Life Design Award (Quel­len: Pen­tel Design, Good Design Award).
  2. Der Lie­fer­um­fang und die Ver­pa­ckung des Mecha­nica waren ver­gleichs­weise auf­wän­dig: Ein Kar­ton schützte die Klapp­box aus Kunst­stoff, und in die­ser befand sich neben dem Stift ein Clip, eine Schutz­hülle (zunächst aus Leder, spä­ter aus Kunst­stoff), ein Röhr­chen Minen, ein Bei­le­ger (Japa­nisch für die lokale und Englisch/Französisch/Deutsch für die Export­va­ri­ante) und – in frü­hen Ver­sio­nen – ein Tuch. Durch­ge­hend geblie­ben sind der gelbe Härtegradindi­kator für die 0,5-mm-Variante und der rote für 0,3 mm; auch war immer nur bei letz­te­rer die Gra­vur der Griff­hülse mit schwar­zer Farbe gefüllt. – Eine sehr frühe (die erste?) inter­na­tio­nale Varian­te ist unter „PENTEL MECHANICA 0.3m/m“ zu sehen, und viele wei­tere Details zu den ande­ren gibt es bei 2本のメカニカを比較する und 徹底比較「3本のメカニカ 〜付属品編〜」.
  3. Ich muss geste­hen, dass ich nicht sel­ten Gefal­len an die­ser finde.
  4. Durch die Rei­bung des Knop­fes an den Kan­ten der Schlitze ist natür­lich mit einem gewis­sen Ver­schleiß zu rech­nen, doch die­ser dürfte sich in Gren­zen hal­ten.
  5. Die Schutz­hülse fährt übri­gens etwa einen Mil­li­me­ter über das Minen­füh­rungs­röhr­chen hin­aus, so dass auch noch die even­tu­ell her­aus­ste­hende Mine geschützt wäre.
  6. Der erste Fein­mi­nen­stift kam 1960, also neun Jahre vor dem Mecha­nica, auf den Markt (Quelle: Pen­tel Japan).
  7. Die erste Vari­ante war hier u. a. mit „JIS S 6013“ gekenn­zeich­net, der japa­ni­schen Norm für Druck­blei­stifte (iden­tisch zu ISO 9177-1).
  8. Man­chen Quel­len zufolge ist er aus einem POM (Poly­oxy­me­thy­len) gefer­tigt.
  9. Wie unter 徹底比較「3本のメカニカ 〜本体編〜」 zu sehen ist, kam dies erst mit der zwei­ten Vari­ante.

Insights-X 2018

Anfang Okto­ber fand die Insights-X, die Fach­messe für Papier-, Büro- und Schreib­wa­ren, in Nürn­berg statt; hier einige späte, kurze und vor allem sehr sub­jek­tive Notizen.

Insights-X 2018

Cleo Skribent

Bei der Cleo Schreib­ge­räte GmbH, Anbie­ter von Schreib­ge­rä­ten der Marke Cleo Skri­bent1, haben mich die Füll­hal­ter mit Holz­schaft der Natura-Serie angesprochen.

Insights-X 2018

Neben den in vier Höl­zern, drei Feder­brei­ten (F/M/B) und Metall­griff­stück ange­bo­te­nen Vari­an­ten des Natura (unver­bind­li­che Preis­emp­feh­lung 800 Euro) gibt es eine Aus­füh­rung aus Ambo­ina Maser mit einem Griff­stück aus Holz und rot­ver­gol­de­ten statt pal­la­di­nier­ten Beschlägen.

Insights-X 2018

Noch reiz­vol­ler fand ich indes den Füll­hal­ter Optima, des­sen Schaft­form von elf­fach facet­tiert zu oval über­geht. Er wird für 500 Euro und auch mit drei Feder­brei­ten ange­bo­ten; einen pas­sen­den Tin­ten­rol­ler gibt es auch.

Koh-I-Noor

Am Stand von Koh-I-Noor hat mich ein aus spit­zen Stif­ten gefer­tig­ter Orang Utan empfangen.

Insights-X 2018

Da ich die­ses Unter­neh­men aus­nahms­los als abwei­send emp­fun­den habe, wollte ich mich den Mit­ar­bei­tern ebenso wenig nähern wie die­sem sta­che­li­gen Orang Utan und bin schnell weitergegangen.

Platinum

Beim japa­ni­schen Anbie­ter Pla­ti­num, der im kom­men­den Jahr sein hun­dert­jäh­ri­ges Jubi­läum fei­ert, habe ich mich deut­lich län­ger aufgehalten.

Insights-X 2018

Prä­sen­tiert wurde auch der Füll­hal­ter #3776 Cen­tury in acht Feder­brei­ten. Es hat Spaß ge­macht, ihn zu tes­ten, doch die bei­den Exem­plare des Cen­tury #3776 F, die ich vor ein paar Mona­ten bei Ver­sen­dern erwor­ben habe, hat­ten im Gegen­satz zu den gezeig­ten Exem­pla­ren lei­der Pro­bleme mit der Feder, und so musste ich sie retournieren.

Insights-X 2018

Im #3776 Cen­tury und in eini­gen ande­ren Model­len von Pla­ti­num kommt der „Slip & Seal“-Mechanismus zum Ein­satz, die ein Aus­trock­nen der Feder ver­hin­dert und eine erheb­lich län­ge­rer Lage­rung des gefüll­ten Schreib­ge­räts ermög­licht. An einem Modell wurde die Funk­ti­ons­weise gezeigt.

Insights-X 2018

Bereits im August kam der Pro­cyon auf den Markt.

Insights-X 2018

Die­ser Füll­hal­ter hat als Beson­der­heit eine sehr weit an der Feder­spitze lie­gende Ansaug­öffnung, wodurch sich selbst ein klei­ner Tin­ten­rest aus dem Glas holen lässt. Der Pro­cyon ist in fünf Far­ben sowie zwei Feder­brei­ten (F/M) erhält­lich und ver­fügt eben­falls über den „Slip & Seal“-Mechanismus.

Insights-X 2018

Aus mir unbe­kann­ten Grün­den habe ich die Tin­ten der Reihe „Clas­sic Ink“ zwar foto­grafiert, aber nicht näher betrach­tet. Gewun­dert habe ich mich dar­über, dass alle „Black“ in Namen tra­gen, aber keine schwarz ist.

Insights-X 2018

Pentel

Der deut­sche Able­ger des japa­ni­schen Her­stel­lers Pen­tel fei­ert im kom­men­den Jahr sein 50-jähriges Bestehen.

Insights-X 2018

Zu den Neu­hei­ten gehört der Board­mar­ker Maxif­low Flex-Feel mit fle­xi­bler Schreib­spitze, die eine Varia­tion der Strich­stärke ermöglicht.

Insights-X 2018

Eine bemer­kens­wert feine Pin­sel­spitze hat der Faser­schrei­ber Sign Pen Artist aus dem „Pen­tel Arts“-Sortiment.

Insights-X 2018

Er ist in zwölf Far­ben erhältlich.

Insights-X 2018

Weni­ger attrak­tiv fand ich die holz­ge­fass­ten, was­ser­ver­mal­ba­ren Farb­stifte, die ver­mut­lich der Sor­ti­ments­ab­run­dung die­nen und mit ihrer Qua­li­tät mei­ner Ansicht nach nicht zu Pen­tel passen.

Insights-X 2018

Pilot

Auch der japa­ni­sche Her­stel­ler Pilot war in Nürn­berg vertreten.

Insights-X 2018

Sehr schön und aus der Nähe anzu­se­hen waren die Namiki-Füllhalter.

Insights-X 2018

Im Gespräch konnte ich u. a. erfah­ren, dass die Iroshizuku-Tinten auch hier­zu­lande erhält­lich sind (meine bei­den hatte bei einem Ver­sen­der im Aus­land gekauft).

Faber-Castell

Selbst­ver­ständ­lich war auch Faber-Castell dabei.

Insights-X 2018

Zu den prä­sen­tier­ten Neu­hei­ten gehör­ten neue Tin­ten in Tür­kis und Pink, wobei letz­tere sogar lösch­bar ist.

Insights-X 2018

Zusam­men mit dem sil­ber­far­be­nen Blei­stift GRIP 2001, inzwi­schen ein Klas­si­ker, wur­den ein blauer sowie ein farb­lich abge­stimm­ter Radie­rer und Dosen­spit­zer gezeigt.

Insights-X 2018

Den Mar­ker Text­li­ner pas­tell gibt es jetzt in den neuen Far­ben Licht­grün, Vanille und Ultra­marin, die auch zusam­men mit den ande­ren Far­ben in einem 8er-Etui erhält­lich sind.

Insights-X 2018

STAEDTLER

Die meis­ten und für mich inter­es­san­tes­ten Neu­ig­kei­ten gab es bei STAEDTLER.

Insights-X 2018

Beson­ders beein­druckt hat mich die umfang­rei­che Sor­ti­ments­er­wei­te­rung des Mars Lumo­graph. Mit 10H, 10B, 11B und 12B kamen vier Här­te­grade hinzu, so dass es nun 24 sind; damit bie­tet der Mars Lumo­graph den größ­ten Här­te­grad­be­reich und läuft sogar dem Mit­subishi Hi-uni (22 Grade) den Rang ab.

Insights-X 2018

Neu ist der Mars Lumo­graph jumbo, den es in fünf Här­te­gra­den geben wird. Er ist 11 mm dick und hat eine etwa 5,3 mm starke Mine.

Insights-X 2018

Insights-X 2018

Mit dem Mars Lumo­graph char­coal kommt ein holz­ge­fass­ter Koh­le­stift in drei Här­te­gra­den auf den Markt.

Insights-X 2018

Eben­falls neu ist der Voll­gra­phit­stift Mars Lumo­graph pure gra­phite, der in neun Härte­graden ange­bo­ten wird; die drei weichs­ten Grade wer­den zusätz­lich in einer wasservermal­baren Vari­ante erhält­lich sein.

Insights-X 2018

Auch der Ende 2015 vor­ge­stellte Mars Lumo­graph black erfuhr eine Erwei­te­rung, denn es wird ihn jetzt auch in HB und damit in sechs Här­te­gra­den geben. – Hinzu kam der Mars Lu­mograph pas­tel, ein holz­ge­fass­ter Pas­tell­stift, der in fünf Farb­tö­nen und als Blen­der auf den Markt kom­men wird.

Insights-X 2018

Von den zahl­rei­chen wei­te­ren Neu­ig­kei­ten, auf die ich hof­fent­lich in Kürze werde ein­ge­hen kön­nen, sei noch der dicke, was­ser­ver­mal­bare Farb- und Wachs­mal­stift buddy erwähnt. Er ist aus Zedern­holz gefer­tigt und kommt in 18 Far­ben in den Handel.

Insights-X 2018

Die neuen Pro­dukte von STAEDTLER wer­den ab Januar 2019 ver­füg­bar sein.

Insights-X 2018

Die nächste Insights-X öff­net am 9. Okto­ber 2019, und ich hoffe, dann auch wie­der dabei sein zu können.

  1. Der Name setzt sich zusam­men aus den ehe­ma­li­gen Mar­ken­na­men „Cleo­pa­tra“ für Füll­hal­ter, der zu „Cleo“ wurde, und dem für Tusche­zeich­ner ver­wen­de­ten „Skri­bent“.

Pentel Mechanica Graph

Pentel Mechanica Graph

Der Druck­blei­stift Mecha­nica Graph des japa­ni­schen Her­stel­lers Pen­tel kam um 1970 auf den Markt und war der erste mit einer Kappe zum Schutz des Minenführungsröhrchens.

Pentel Mechanica Graph

Diese Kappe konnte bei Gebrauch des Stifts umge­steckt wer­den, und da sie an bei­den En­den offen war, ließ sich der Drü­cker auch mit umge­ste­cker Kappe betätigen.

Pentel Mechanica Graph

Die Vari­ante für den japa­ni­schen Markt hatte einen roten Här­te­grad­in­di­ka­tor und die für den Export einen gold­far­be­nen; letz­tere wurde zudem mit einem drei­spra­chi­gen Falt­blatt ausgeliefert.

Pentel Mechanica Graph

Falt­blatt zum Pen­tel Mecha­nica Graph (Aus­schnitt)

Die Schutz­kappe des Mecha­nica Graph, der spä­ter PMG hieß, geht wohl auf die heraus­drehbare des Pen­tel Mecha­nica (ohne „Graph“) von 1968 zurück; zu die­sem bei Gelegen­heit mehr. – Der PMG im Kata­log des Jah­res 1982 von Pen­tel USA:

Pentel Mechanica Graph

Zu den Druck­blei­stif­ten der Serie Mecha­nica Graph gehörte noch der 1981 ein­ge­führte, aber nur in Japan erhält­li­che PG2 für 0,2-mm-Minen. – Soweit ich weiß, hat Pen­tel den PMG vor etwa zehn Jah­ren aus dem Sor­ti­ment genommen.

Nach­trag vom 7.8.18: Vier der fünf PMG-Modelle gab es auch zusam­men mit den pas­senden Minen im Pen­tel Desi­gner Sys­tem IV (PMDS-4).

Nach­trag vom 26.10.19: Der erwähnte Pen­tel Mecha­nica ist hier beschrieben.

Pentel Accu Graph

Mein Inter­esse an Blei­stif­ten und Zube­hör hat wech­selnde Aus­prä­gun­gen. Mal benutze ich nur einen ein­zi­gen holz­ge­fass­ten Blei­stift, mal führe ich eine grö­ßere Aus­wahl mit mir und habe Spaß an der Viel­falt. In man­chen Wochen schreibe ich aus­schließ­lich mit Druckblei­stiften, und dabei kommt es vor, dass ich Stü­cke, die ich vor lan­ger Zeit gekauft habe, wie­der­ent­de­cke. So erfreue ich mich zur­zeit erneut an der „Accu Graph“-Serie des japa­nischen Her­stel­lers Pen­tel, die in den spä­ten 1970er Jah­ren1 auf den Markt kam und wohl bis in die 1990er hin­ein erhält­lich war.

Pentel Accu Graph

Der erste war der PG1505 (0,5 mm)2, dem kurz dar­auf der PG2003 (0,3 mm)3 folgte4. Zwei Jahre danach kam der PG1804 (0,4 mm), den es im Gegen­satz zu den ande­ren bei­den nur in Japan gab5. Diese Druck­blei­stifte gefal­len mir noch genauso gut wie vor zehn Jah­ren, als ich auf sie auf­merk­sam gewor­den bin – ich finde sie funk­tio­nell, hoch­wer­tig und anspre­chend gestal­tet, obwohl (oder viel­leicht gerade weil) sie nach 40 Jah­ren etwas alt­modisch wirken.

Pentel Accu Graph

Auch wenn ich bezweifle, dass der Accu Graph für das Tech­ni­sche Zeich­nen ange­bo­ten wurde (denn dafür fehlt die 0,7-mm-Variante), bie­tet er doch alles, was man bei die­ser Pro­fes­sion schätzte: das feste, vier Mil­li­me­ter lange Minen­füh­rungs­röhr­chen, die exakte Füh­rung der Mine, den ver­läss­li­chen Minen­trans­port in klei­nen Schrit­ten6, die Griff­zone für sehr guten Halt, den weit vorne lie­gen­den Schwer­punkt und den abnehm­ba­ren Clip7. Na­türlich sind diese Eigen­schaf­ten auch beim Schrei­ben von Vorteil.

Pentel Accu Graph

Die erste Genera­tion des Accu Graph hatte kei­nen Härtegrad-Indikator, und in die­sem sehe ich auch die ein­zige Schwach­stelle. Das Eti­kett darin ist nicht sehr stra­pa­zier­fä­hig, denn wenn man häu­fi­ger auf das Fens­ter im Ring fasst, löst sich der schwarze Auf­druck. Daher habe ich bei zwei Stif­ten das Eti­kett durch sil­ber­far­be­nes Kle­be­band ersetzt, um weder auf den beschä­dig­ten Druck noch (nach Ent­fer­nen des Eti­ketts) auf das mes­sing­far­bene Teil dar­un­ter zu schauen. – Als klei­nen Schön­heits­feh­ler könnte man noch die gering­fü­gi­gen Farb­dif­fe­ren­zen zwi­schen Schaft und End­stück des PG2003 und PG1804 bezeichnen.

Pentel Accu Graph

Mit damals 1500 bis 2000 Yen waren diese Druck­blei­stifte ver­gleichs­weise teuer, doch was heute dafür ver­langt wird, ist ein viel­fa­ches davon – für einen neu­wer­ti­gen Accu Graph der zwei­ten Genera­tion wer­den inzwi­schen 100 US-Dollar und mehr gefor­dert, und Exem­plare der ers­ten und unbe­nutzte in Ori­gi­nal­ver­pa­ckung erzie­len oft weit höhere Preise8.

Bei den Minen bevor­zuge ich übri­gens die des Mit­be­wer­bers Pilot. Habe ich frü­her die Pen­tel Ain in B und 2B benutzt, so bin ich schon vor eini­gen Jah­ren auf die Pilot Eno Neox 2B und dann auf den Nach­fol­ger Pilot Neox Gra­phite 2B umge­stie­gen; Schwärzung, Bruchfes­tigkeit, Gleit­fä­hig­keit und Radier­bar­keit finde ich hervorragend.

Update vom 20.6.18: Der Name des Stifts lau­tet nicht „Accu­graph“, son­dern „Accu Graph“ und wurde in man­chen Kata­lo­gen mit dem Trademark-Zeichen „™“ geschrieben.

  1. Bei den Jah­res­an­ga­ben bin ich mir nicht sicher.
  2. Dem PG1505 ging der PG15 vor­aus, der einen sil­ber­far­be­nen Schaft und ein Griff­stück mit ande­rer Ober­flä­che hatte.
  3. Ich wüsste gerne, warum der PG2003 eine andere Spitze und als ein­zi­ger der drei Stifte einen deko­rier­ten Schaft hat.
  4. Soweit ich weiß, waren diese Stifte nur in Japan und den USA, aber nicht in Deutsch­land erhält­lich.
  5. Die voll­stän­di­gen Typen­be­zei­chun­gen lau­ten PG2003ED, PG1804DD und PG1505AD, wobei „PG“ mei­nes Wis­sens für „Pen­tel Graph“ steht, eine Bezeich­nung, die bereits in den 1960er Jah­ren ver­wen­det wurde und sich auch heute noch bei vie­len Model­len fin­det.
  6. Der Vor­schub bei ein­ma­li­gem Drü­cken ent­spricht etwa dem Minen­durch­mes­ser.
  7. Auf einen Radie­rer im Drü­cker hat man hier ver­zich­tet.
  8. Beim Kauf eines sol­chen Stifts lohnt der genaue Blick auf die ver­chrom­ten Teile wie z. B. den Clip, denn von die­sen kann sich die Beschich­tung ablö­sen.

Schwarz

Schwarz

Manch­mal habe ich keine Lust zu (be)schreiben, son­dern möchte nur etwas foto­gra­fie­ren. Heute: Notiz­buch von Design.Y, Blei­stift Pen­tel Black Poly­mer 999 und Füll­hal­ter Pilot Le­gno 89s. – Natür­lich geht das alles noch wesent­lich bes­ser; so stört z. B. die weiße Refle­xion am rho­di­nier­ten Ende der Kappe.

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