Radierer

SEED Radarline

Für das prä­zise Radie­ren gedacht ist der Radar­line des japa­ni­schen Anbie­ters SEED.

SEED Radarline

Der 20 × 74 mm große und nur 5 mm dünne Radie­rer ist ver­gleichs­weise fest, was bei die­ser gerin­gen Dicke wohl auch nötig ist. Eine der bei­den gro­ßen Sei­ten­flä­chen ist längs gerif­felt, doch den Grund dafür kenne ich nicht. – Im Gegen­satz zum aus Viet­nam stam­men­den Radar wird der Radar­line in Japan hergestellt.

SEED Radarline

Mit dem Pen­tel Black Poly­mer 999

Die ers­ten schnel­len Tests waren viel­ver­spre­chend: Der Radar­line radiert sehr gut, hin­ter­lässt nur wenige Späne und ist recht spar­sam. Auf die Ergeb­nisse im täg­li­chen Ein­satz bin ich gespannt!

SEED Radarline

Der mit zwei unter­schied­li­chen Man­schet­ten erhält­li­che Radar­line kos­tet in Japan 120 Yen (knapp 1 Euro); ich habe ihn bei Lui­ban für 1,90 Euro erworben.

Rüssel und Radierer (5)

Fast zehn Jahre ist es her, dass diese beson­dere Spe­zies zum letz­ten Mal durchs Web­log getram­pelt ist, doch heute geht es wie­der los. Licht an!

Rüssel und Radierer (5)

Unser ers­ter Gast sieht lei­der bedenk­lich aus, und die raue, rosa­far­bene Haut sowie die ver­dreh­ten Augen ver­hei­ßen nichts Gutes. Wir las­sen ihn sowohl in der sta­bi­len Rücken­lage als auch in Ruhe und raten einen PCR-Test1 an.

Rüssel und Radierer (5)

Auch dies­mal mit von der Par­tie ist ein Vetre­ter des auf Dick­häu­ter spe­zia­li­sier­ten Zoos Ferd. Marx & Co. aus Han­no­ver. Er wirkt ziem­lich zer­knautscht, was ange­sichts sei­nes Alters nicht ver­wun­dert, und scheint sich auf den mit sei­nem Kon­ter­fei geschmück­ten Weich­gummi zu stüt­zen. Ob das gut geht?

Rüssel und Radierer (5)

Unser Besu­cher aus Tai­wan möchte aus nach­voll­zieh­ba­ren Grün­den nicht in den Mund von Klein­kin­dern gelan­gen und daher lie­ber im Klar­sicht­beu­tel blei­ben. Aber selbst durch die­sen beein­druckt sein grell­rosa Anzug!

Rüssel und Radierer (5)

Nicht per­sön­lich anwe­send, son­dern aus dem Kata­log von J.S. STAEDTLER des Jah­res 1919 zuge­schal­tet ist unser Gast mit dem unge­wöhn­li­chen Namen 1652. Er teilt mit, dass es ihn auf beson­de­ren Wunsch auch in ande­ren Grö­ßen gibt.

Rüssel und Radierer (5)

Der fünfte und letzte Teil­neh­mer unse­rer illus­tren Runde hat sich eines alten J. S. Staedtler Noris 1100 bemäch­tigt. Sicht­lich ent­spannt und ver­gnügt thront er auf dem his­to­ri­schen Blei­stift, doch auf die Kenn­zeich­nung „HONG KONG“ an sei­nem Hin­ter­kopf ange­spro­chen, ver­schwan­den sein Lächeln und seine Gesprächs­be­reit­schaft. Das ist bedauerlich.

Wer wohl das nächste Mal dabei sein wird?

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  1. Pen­cil Com­pa­ti­bi­lity Requi­re­ments Test, emp­foh­len von der WHO (World Hand­wri­ting Orga­niz­a­tion).

SEED Radar

Die Aus­wahl selbst an hoch­wer­ti­gen Radie­rern ist unüber­schau­bar, und wer sich mit die­sen beschäf­tigt, stößt schnell auf den Namen SEED. Das Unter­neh­men begann 1915 in Osaka als Koh­s­aku Miki und war eines der ers­ten, die in Japan Radie­rer her­stell­ten. 1950 benannte es sich zu SEED um, und 1956, als andere Her­stel­ler noch Kau­tschuk­ra­die­rer anbo­ten, erfand es den PVC-Radierer1. 1968 brachte SEED den Radar auf den Markt.

SEED Radar

Der Radar arbei­tet her­vor­ra­gend, und mich wun­dert nicht, dass viele ihn für den bes­ten Radie­rer hal­ten. Ich benutze ihn für Blei­stifte der Här­te­grade HB bis 2B und Fein­mi­nen in B und 2B auf unter­schied­lichs­ten Papie­ren und bin mit dem Radie­r­er­geb­nis immer sehr zufrie­den. Er benö­tigt nur gerin­gen Druck, bricht nicht, hin­ter­lässt wenige Radier­späne, ist spar­sam und schmiert selbst bei wei­chen Minen auf glat­tem Papier nicht2.

SEED Radar

Der klas­si­sche weiße Radar ist in sie­ben Grö­ßen und auch nach über einem hal­ben Jahr­hun­dert in nahezu unver­än­der­ter Auf­ma­chung mit blauer Man­schette erhält­lich. Mit den Jah­ren kamen zahl­rei­che Vari­an­ten hinzu, dar­un­ter far­bige, eine trans­pa­rente sowie der Radar mit einer Man­schette aus Zedern­holz, den es zum 50-jährigen Jubi­läum des Radie­rers gab. – Lei­der hat SEED kei­nen deut­schen Ver­trieb, doch auf eBay kann man den Radar leicht bekom­men (wenn auch zum etwa zwei- bis drei­fa­chen des japa­ni­schen Preises).

Ich kann den Radar unein­ge­schränkt empfehlen!

Nach­trag vom 9.2.21: Bei Lui­ban gibt es den Radar S-80 für 1,90 Euro.

  1. SEED erfand auch den Kor­rek­tur­rol­ler; er kam 1983 auf den Markt. – Unter „Radar, the Ori­gi­nal High-Performance Era­ser“ heißt es: „What is ama­zing about SEED is that they have kept their patents on these pro­ducts, on plastic era­sers and cor­rec­tion tape, open and avail­able to the public. I ima­gine “open inno­va­tion” must be part of their cor­po­rate phi­lo­so­phy.“ So ganz ver­stehe ich das nicht, denn Patente sind prin­zi­pi­ell öffent­lich und für die All­ge­mein­heit ver­füg­bar; inter­es­sant wären die Bedin­gun­gen für die gewerb­li­che Nut­zung der darin ent­hal­te­nen Infor­ma­tio­nen. – SEED gehört der Japa­nese Era­ser Manu­fac­tu­rers Asso­cia­tion an und ist auch als OEM tätig (so stammt z. B. der Tom­bow MONO von SEED).
  2. Ges­test u. a. mit Pilot Neox Gra­phite 2B auf Tomoe River.

Extra Prima

Kor­rek­tu­ren zu Zei­ten der Schreib­ma­schine gin­gen an die Sub­stanz: Zum Ent­fer­nen der Maschi­nen­schrift griff man zu einem Kau­tschuk­ra­die­rer, der ein Schleif­mit­tel ent­hielt1, und schabte mit die­sem die Papier­ober­flä­che ab2. Einer die­ser Radie­rer war der Läu­fer 280, den ich natür­lich wegen „Extra Prima“ zeige.

Extra Prima

„Extra Prima“ finde ich ein­fach groß­ar­tig, und ich wünschte, das gäbe es häu­fi­ger. Wir brau­chen mehr „Extra Prima“!

Extra Prima

Danke an Herrn Grosse für den Läu­fer3 280!

  1. Meist Glas-, aber auch Quarz- oder Bims­mehl.
  2. Diese Art des Radie­rens lebt im Tin­ten­ra­die­rer wei­ter, z. B. in den Kom­bi­ra­die­rern STAEDTLER Mars plastic combi 526 508, Peli­kan BR 80, Doppel-Läufer UNIVERSAL-440 und dem Radier­stift Faber-Castell Per­fec­tion 7057.
  3. Gegrün­det 1922 in Han­no­ver, heute Läufer-Gutenberg.

Kurz notiert

  1. Das gezeigte Exem­plar der „Alvin-Granate“ (gekauft vor gut zehn Jah­ren) trägt im Gegen­satz zu dem hier erhält­li­chen am ver­jüng­ten Ende die Kenn­zeich­nung „GERMANY“.

Kurz notiert

  • Bereits im April hat der japa­ni­sche Her­stel­ler Tomo­e­gawa den Her­stel­lungs­pro­zess sei­nes Papiers Tomoe River geän­dert. Bei den Nut­zern, die die­ses her­vor­ra­gende Papier vor allem für den Gebrauch mit Tinte schät­zen, hat dies für einige Unruhe gesorgt. Mehr in der offi­zi­el­len Ankün­di­gung auf Face­book, der Dis­kus­sion im Foun­tain Pen Net­work und im aus­führ­li­chen Ver­gleich bei Mac­chiato Man.
  • Von Tom­bow Japan gibt es seit kur­zem ein 16-seitiges Büch­lein zum belieb­ten Mono mit einem Etui in Gestalt die­ses klas­si­schen Radierers.
  • In Zusam­men­ar­beit von 590&Co. und Tom­bow Japan enstand ein Halb­stift mit der Mine des Tom­bow Mono 2B. Die Gestal­tung und die Ver­pa­ckung spre­chen mich sehr an!
  • Zu dem Noris digi­tal von STAEDTER kam schon vor ein paar Mona­ten der Noris digi­tal jumbo. Des­sen Innen­le­ben stammt von Wacom, doch im Gegen­satz zur schlan­ken Vari­ante hat der 35 mm kür­zere jumbo einen inter­gier­ten Radierer.
  • Mitsubishi/uni bie­tet jetzt auch einen digi­ta­len Ein­ga­be­stift an. Die Tech­nik des Stifts im Hi-uni-Design stammt eben­falls von Wacom, und in Kom­bi­na­tion mit der Illustrations­software Clip Stu­dio Paint von CELSYS soll es mög­lich sein, alle 22 Här­te­grade des holz­gefassten Blei­stifts Hi-uni digi­tal nachzuempfinden.

Kurz notiert

  • Wer jemals einen nicht­run­den Blei­stift (z. B. einen Zim­mer­manns­blei­stift) in einem für nor­male Blei­stifte gedach­ten Spit­zer ange­spitzt hat, weiß vom unbe­frie­di­gen­den Ergeb­nis: An der Seite mit dem größ­ten Radius reicht das Holz zu weit an die Spitze. Möbius+Ruppert aus Erlan­gen geht die­ses Pro­blem mit dem – so die kürz­lich veröffent­lichte Gebrauchs­musterschrift – „Spit­zer für Blei­stifte mit einem Quer­schnitt, der in ortho­go­na­len Raum­richtungen unter­schied­li­che Abmes­sun­gen auf­weist“ an. In die­sem wer­den Blei­stifte mit ova­lem oder recht­ecki­gem Quer­schnitt über eine Zwangs­führungseinrichtung an einer defi­nier­ten exzen­tri­schen Bewe­gungs­bahn am Mes­ser ent­lang geführt, so dass eine an den Quer­schnitt des Stifts ange­passte Spit­zen­form ent­steht. Mit Adap­tern kann der Spit­zer auch für Stifte mit ande­ren Quer­schnit­ten genutzt werden.
  • Das Patent „Erasing Tool“ des japa­ni­schen Her­stel­lers Mitsu­bi­shi Pen­cil Co. beschreibt einen Radie­rer, der keine Radier­späne pro­du­zie­ren und die Pig­mente von radier­ba­ren Farb­stif­ten absor­bie­ren soll. Wenn ich die Beschrei­bung rich­tig ver­stehe, ist der Ra­dierer licht­durch­läs­sig und ver­färbt sich durch den Gebrauch, indem er die Farbe des radier­ten Stifts aufnimmt.
  • Das Gebrauchs­mus­ter „Vor­rich­tung zum Spit­zen von Stif­ten mit spitz­ba­rer Umhül­lung, Minen und Krei­den“ von Faber-Castell stellt einen Spit­zer vor, der sich mit plattenför­migen Redu­zier­ele­men­ten an Stifte unter­schied­li­cher Durch­mes­ser anpas­sen lässt. Die Reduzier­elemente sind dreh- oder klapp­bar aus­ge­führt und kön­nen mit dem Spit­zer ver­bun­den und zusätz­lich mit einem Ver­schluss aus­ge­stat­tet sein.
  • In einer erneu­ten Zusam­men­ar­beit von UNIQLO und Tom­bow Japan ent­stand ein T-Shirt zum Klas­si­ker Tom­bow 8900. Ich find’s schick!
  • Und noch­mal Mitsu­bi­shi: Der Ende ver­gan­ge­nen Jah­res vor­ge­stellte Kugel­schrei­ber Jet­stream Edge, der eine Spitze von nur 0,28 mm hat, ist ab Mitte Juni in drei wei­te­ren limi­tier­ten Schaft­far­ben erhältlich.

Kutsuwa Zi-Keshi

Radier­krü­mel1 ner­ven, und so erfreuen sich sog. „dust-free“-Radierer gro­ßer Beliebt­heit. Der japa­ni­sche Her­stel­ler Kut­s­uwa hat es jedoch geschafft, dass man Spaß an die­sen Krü­meln haben kann.

Kutsuwa Zi-Keshi

Bereits im ver­gan­ge­nen Jahr ging Kut­s­uwa mit dem Radie­rer Zi-Keshi an den Markt. Die­ser ent­hält Eisen­pul­ver und hat unter der Lasche am Ende der Man­schette einen klei­nen Mag­neten, mit dem sich die Krü­mel auf­sam­meln las­sen. Über dem Papier­korb öff­net man die Lasche leicht, wodurch die Krü­mel nicht mehr gehal­ten wer­den und abfallen.

Kutsuwa Zi-Keshi

Seit eini­ger Zeit gibt es nun wei­tere Vari­an­ten des Zi-Keshi, dar­un­ter eine mit einem Shiba Inu.

Kutsuwa Zi-Keshi

Unnö­tig zu sagen, dass mich die Gestal­tung sehr anspricht, doch am schöns­ten finde ich das Detail, das beim Öff­nen der Lasche sicht­bar wird. Grandios!

Kutsuwa Zi-Keshi

Der 64 × 16 × 16 mm große Zi-Keshi ist spür­bar schwe­rer als andere Radie­rer, was nicht über­rascht. Er radiert sehr gut, schmiert nicht und krü­melt – erfreulicherweise!

Sowohl der regu­läre Zi-Keshi als auch der mit Tier­mo­ti­ven wird für 280 Yen (etwa 2,35 Euro) ange­bo­ten; zudem gibt einen Stan­gen­ra­die­rer, der ähn­lich arbeitet.

Danke an Matt für die­sen beson­de­ren Radierer!

  1. Fach­leute nen­nen diese übri­gens auch „Radier­späne“.
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