Farbstifte

Kurz notiert

  • Das Pro­blem beim Ver­län­gern von Blei­stif­ten mit gro­ßen Radier­tips wurde bei die­sem Modell von YARN aus Japan ele­gant gelöst. Es ist seit­lich offen, so dass der Blei­stift von hin­ten ein­ge­setzt wer­den kann und der Radier­tip nicht durch die Klem­mung muss. Aller­dings han­delt es sich noch um einen Pro­to­ty­pen; wann der Ver­län­ge­rer erhält­lich sein wird, steht noch nicht fest.
  • 5 × 20 Meter, 1500 Stifte: Das Kunst­werk „Altar der Europa“ der Leip­zi­ger Künst­le­rin Antoi­nette dürfte wohl das größte mit holz­ge­fass­ten Blei- und Farb­stif­ten geschaf­fene Gemälde sein. Aus­ge­stellt ist das aus 13 Bild­ta­feln bestehende Werk im Mer­se­bur­ger Schloss­gar­ten­sa­lon. – Danke an Win­fried für den Hinweis!
  • Bereits ein paar Jahre alt, aber immer noch sehr sehens­wert: Unter „Viarco, die älteste Stifte-Fabrik Por­tu­gals“ zeigt das Maga­zin Slan­ted zahl­rei­che beein­dru­ckende Fotos die­ses unge­wöhn­li­chen und erfolg­rei­chen Unter­neh­mens. – Danke an Ste­phen von pen­cil talk für den Hinweis!

Goldfaber

Heute nur ein Foto, und zwar vom Schrift­zug „Gold­fa­ber“ auf zwei Farbstiften.

Goldfaber

Farb­stifte Gold­fa­ber 4101 (ver­mutl. 1970er Jahre) und Gold­fa­ber Aqua (2020)

Die Marke „Gold­fa­ber“ wurde am 11. Juni 1935 ein­ge­tra­gen und mei­nes Wis­sens haupt­säch­lich für Blei- und Farb­stifte des mitt­le­ren Preis­seg­ments genutzt. Den Schrift­zug fand ich schon frü­her anspre­chend, und mich freut, dass man ihn bereits vor eini­gen Jah­ren auf­ge­frischt, aber den etwas ver­spiel­ten Cha­rak­ter bei­be­hal­ten hat. Eine wohl­tu­ende Abwechs­lung zu den oft anzu­tref­fen­den Standard-Fonts!

Kurz notiert

  • Die drei vor eini­gen Jah­ren hin­zu­ge­kom­me­nen Farb­va­ri­an­ten des Druck­blei­stifts Pilot S20 sind jetzt auch für 0,3-mm-Minen erhält­lich. Damit wer­den Modi­fi­ka­tio­nen wie der S15/0.3 ein­fa­cher und der S20/0.3 unnötig.
  • Die neuen Fein­mi­nen von uni/Mitsubishi sol­len wisch­fes­ter und Text­mar­kern gegen­über wider­stands­fä­hi­ger sein. Sie sind ab März in den Durch­mes­sern 0,3 mm und 0,5 mm sowie den Här­te­gra­den HB, B und 2B erhält­lich; wei­tere Vari­an­ten sol­len folgen.
  • Das kürz­lich ver­öf­fent­lichte Gebrauchs­mus­ter „Mine für Schreib-, Zeichen- und/oder Mal­ge­räte“ von STAEDTLER beschreibt eine Mine mit dem Bin­de­mit­tel Hydro­xy­pro­pyl­cel­lu­lose (HPC). Im Gegen­satz zu ande­ren Cel­lu­lo­se­de­ri­va­ten ermög­licht HPC die Her­stel­lung von Farb- und Gra­phit­mi­nen in nur einem Arbeits­schritt; zudem sind diese Minen was­ser­ver­mal­bar. Kommt jetzt der aqua­rel­lier­bare Noris eco?
  • Wohl schon län­ger online, aber für mich neu: Die Geschichte des Blei­stifts Mitsu­bi­shi Hi-uni.

Kurz notiert

  1. Das gezeigte Exem­plar der „Alvin-Granate“ (gekauft vor gut zehn Jah­ren) trägt im Gegen­satz zu dem hier erhält­li­chen am ver­jüng­ten Ende die Kenn­zeich­nung „GERMANY“.

„Ein paar Buntstifte“

Schreib­wa­ren sind in der ZDF-Sendereihe „Bares für Rares“ nur sel­ten zu sehen, doch Ende August gab es eine Besonderheit.

„Ein paar Buntstifte”

Mit „Ich habe heute ein paar Bunt­stifte dabei“ trat ein Gast zunächst vor den Exper­ten und dann vor die fünf Händ­ler, um ein wohl gut 100 Jahre altes und unbe­nutz­tes Set Kro­kierstifte von Johann Faber anzu­bie­ten. Der Kauf­be­trag lag zum Schluss weit über der Schät­zung des Exper­ten, war aber mei­ner Ansicht nach immer noch recht nied­rig. – Der Aus­schnitt ist hier1 zu sehen.

Danke an den unbe­kann­ten Leser, der mich über das Kon­takt­for­mu­lar dar­auf hin­ge­wie­sen hat!

  1. Der Titel ist jedoch irre­füh­rend.

Graphit und Rot

Neben den Rot-Blau-Stiften gab und gibt es auch Stifte, die eine Graphit- und eine rote Mine kombinieren.

Graphit und Rot

(zum Ver­grö­ßern anklicken)

Mir bekannt sind:

Der Ursprung die­ses Stifts liegt bemer­kens­wert weit zurück, doch dazu und zu einem be­sonderen Ver­wen­dungs­zweck dem­nächst mehr.

Danke an Ste­phen für den Natio­nal Pen­cil Quote Re. № 2, Mat­thias für den Luise Fili Per­fetto № 2, Özgür für den Pensan Dual Pen­cil und Guil­lermo für die Graphit-Rot-Stifte aus Mexiko!

  1. Nicht mehr erhält­lich.

Rot und Blau

Wann kam der Rot-Blau-Stift in die Welt? Im Jahr 1869 schrieb Lothar von Faber rück­blickend in einem Brief an sei­nen Bru­der Eber­hard Faber in New York:

Bei den Farb­stif­ten kam ich auf die Idee, einen Stift her­zu­stel­len, halb mit Zin­no­ber u. halb mit Blau, wie er zuvor von kei­nem ande­ren Fabri­kan­ten gemacht wurde. Du selbst weißt wel­chen Erfolg die­ser Stift in Ame­rica hatte, wohin sie anfangs 100 Groß weise gesandt wur­den u. heute noch allent­hal­ben ver­kauft wer­den.1

Den Rot-Blau-Stift gab es also bereits vor 1869, und Lothar von Faber hatte ihn erdacht. Doch wie sah der Stift aus? Die Doku­men­ta­tion des Sor­ti­ments von A.W. Faber beginnt mit den ers­ten in den 1860er Jah­ren gedruck­ten Waren­ka­ta­lo­gen, und die Rot-Blau-Stifte wur­den erst­mals um 1870 genannt. Aller­dings ent­hiel­ten die dama­li­gen Kata­loge noch kei­ne Abbildungen.

Rot und Blau

Aus einem Waren­ka­ta­log von A.W. Faber (um 1870)

Unter „Neue Patent-Farbstifte mit beweg­li­cher Farbe“ fin­den sich „1 Dzd. Patent­stifte 6eckig, dop­pelte mit feins­ten Zin­no­ber und Blau, Nr. 12, naturpolirt-Gold, 16 Cen­ti­me­ter lang“ und „1 Dzd. Patent­stifte 6eckig, dop­pelte mit feins­ten Zin­no­ber und Blau, zwei­far­big polirt mit Ring“. Nach die­sen mecha­ni­schen wer­den im sel­ben Kata­log unter „Neue verbes­serte Farb­stifte“ holz­ge­fasste Rot-Blau-Stifte aufgeführt.

Rot und Blau

Aus einem Waren­ka­ta­log von A.W. Faber (um 1870)

Neben die­sen, die in drei Qua­li­tä­ten und jeweils zwei Pro­fi­len erhält­lich waren, gab es Rot-Grün- und sogar Rot-Graphit-2 und Blau-Graphit-Stifte3. Alle wur­den auch im Aus­land angeboten.

Rot und Blau

Aus einem Waren­ka­ta­log von A.W. Faber (um 1874)

Zu den 1881 ange­bo­te­nen Taschen­blei­stif­ten mit Hül­sen aus Nickel gehörte auch der „Spit­zenbewahrer, 2seitig, mit Zin­no­ber und Blau­stift“ (Ordnungs-Nummer 0360).

Rot und Blau

Aus einem Waren­ka­ta­log von A.W. Faber (1881)

Die Patent-Farbstifte mit beweg­li­cher Farbe wur­den im 1884 gedruck­ten Lon­do­ner Kata­log far­big abge­bil­det4.

Rot und Blau

Aus einem Waren­ka­ta­log von A.W. Faber (1884)

Neben „mova­ble points“ gab es hier noch „pro­pel­ling and repel­ling action“. War damit ein Dreh­stift gemeint, bei dem die Mine durch Dre­hen der Spitze aus- und ein­ge­fah­ren wer­den konnte? Auch im Kata­log von 1885 waren zwei unter­schied­li­che Minen­hal­ter mit roter und blauer Mine zu sehen.

Rot und Blau

Aus einem Waren­ka­ta­log von A.W. Faber (1885)

Ab etwa 1885 erschien der holz­ge­fasste Rot-Blau-Stift in wei­te­ren Aus­füh­run­gen, u. a. als Magazin-, Büro- und Post­stift5, doch die­sen wird ein eige­ner Bei­trag gewid­met sein.

Danke an Faber-Castell für die Scans und die Details!

  1. Zitiert nach Eich, Die­ter: Lothar von Faber. Ein Nürn­ber­ger Unter­neh­mer des 19. Jahrhun­derts. Diplom­ar­beit an der Wirtschafts- und Sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Fakul­tät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Nürn­berg 1969, Anlage I, S. 40.
  2. Die bekann­tes­ten Ver­tre­ter die­ser Gat­tung dürf­ten der Tom­bow LV-KEV, der Caran d’Ache Gra­phi­co­lor und der Caran d’Ache × CWPE „The Edi­tor“ sein, doch es gab (und gibt) noch einige mehr.
  3. Der ein­zige mir bekannte Stift die­ser Art ist der Koh-I-Noor Duo.
  4. Diese Art Minen­hal­ter wur­den spä­ter als „Schraub-Klemm­stifte“ ange­bo­ten und waren einige Jahr­zehnte lang erhält­lich.
  5. Zum Begriff des Post­stifts siehe „Mar­ki­ges Mar­ke­ting (22)“.
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