Fallminenstifte

STAEDTLER Mars technico 780

Seit über einem hal­ben Jahr­hun­dert auf dem Markt: Der Fall­mi­nen­stift Mars tech­nico 780 von STAEDTLER. Heute ein kur­zer Blick auf sechs Gene­ra­tio­nen die­ses mars­blauen Klassikers.

STAEDTLER Mars technico 780

Über die Jahr­zehnte hat der Mars tech­nico 780 einige Ände­run­gen erfah­ren, doch die wesent­li­che Form ist seit den 1970er Jah­ren geblie­ben1. Im Gegen­satz zu sonst habe ich dies­mal lei­der keine ver­läss­li­chen Quel­len für die Gene­ra­tio­nen und die Jah­res­an­gabe, so dass ich Irr­tü­mer und Lücken nicht aus­schlie­ßen kann.

  1. Der Gestal­tung des Mar­s­kop­fes nach stammt diese Gene­ra­tion aus der Zeit zwi­schen 1963 und 1973. Auf der abge­wand­ten Seite trägt sie die Kenn­zeich­nung „780 MARS-​TECHNICO“2. – Im Drü­cker befin­det sich ein Minen­spit­zer, der bis heute geblie­ben ist.
  2. In den 1970er Jah­ren ändert sich die Gestal­tung des Clips, wobei diese frühe Form noch ver­gleichs­weise auf­wän­dig ist. Der Name „TECHNICO“ ver­schwin­det, ebenso der Ring ober­halb des Griffs.
  3. Diese Gene­ra­tion, wohl aus den 1980er Jah­ren, hat einen ein­fa­che­ren Clip. Wie beim Vor­gän­ger gibt es den Mars­kopf auf dem Ring, doch es kommt die Kenn­zeich­nung „GERMANY“ auf dem Clip hinzu. – Hier gibt es einen Wider­spruch zur Abbil­dung unten, aber die­sen kann ich mir nicht erklären.
  4. In den 1990er Jah­ren wird der Drü­cker ver­ein­facht. Er hat keine Griffril­len mehr, aber einen Kunst­stoff­ein­satz, und ist deut­lich leich­ter, wodurch sich der Schwer­punkt des Mars tech­nico 780 gut 10 mm nach vorne verschiebt.
  5. Spä­ter kehrt der Name „tech­nico“ – in ande­rer Schreib­weise – zurück. Der Mars­kopf wan­dert an das Ende des Clips und „GERMANY“ an die Krümmung.
  6. 2016 wird die aktu­elle Gene­ra­tion auf der Insights-​X vor­ge­stellt. Der Mars tech­nico 780 hat nun einen Här­te­grad­in­di­ka­tor: Der Ring des Clips (immer noch mit Mars­kopf und „GERMANY“) trägt die Här­te­grade „red“, 4H, 2H, H, HB, B, 2B und 4B sowie „red“ und „blue“; durch Dre­hen des Clips bringt man den gewünsch­ten Här­te­grad auf Pfeil­höhe. „GERMANY“ ver­schwin­det vom Schaft, doch dafür gibt es auf der abge­wand­ten Seite einen Strich­code, die GTIN und „MADE IN GERMANY“3. Zudem ist das Mars­blau etwas dunk­ler4. – Mit die­ser Gene­ra­tion wird das Sor­ti­ment um eine schwarze Vari­ante und einige Jahre danach mit zwei in „Sand“ sowie „Rose­wood“ erweitert.

Min­des­tens die Gene­ra­tio­nen 3 und 4 waren auch mit Här­te­grad­kenn­zeich­nung auf dem Schaft erhält­lich. Das Etui der 2-​mm-​Minen Mars car­bon ent­hält aber schon sehr lange einen Kunst­stoff­drü­cker in zum Här­te­grad pas­sen­der Farbe, die man statt des Metall­d­rü­ckers nut­zen kann. – Das gezeigte Eti­kett stammt von einer Packung STAEDTLER Mars Lumochrom aus der Zeit zwi­schen 1969 und 1973.

STAEDTLER Mars technico 780

Als kleine Zugabe hier die Seite mit den Fall­mi­nen­stif­ten (damals „Zei­chen­minen­hal­ter“ genannt) aus dem STAEDTLER-​Katalog des Jah­res 19825.

STAEDTLER Mars technico 780

Der hoch­wer­tige und bis auf den Strich­code sehr anspre­chende STAEDTLER Mars tech­nico 780 gehört auf jeden Schreib­tisch, und mit etwas Glück fin­det man die alten Ver­sio­nen zu akzep­ta­blen Preisen.

  1. Zum Innen­le­ben kann ich lei­der nichts sagen, da sich der Mars tech­nico 780 nicht zer­stö­rungs­frei zer­le­gen lässt.
  2. Die Wort­marke „Mars-​Technico“ wurde 1951 ein­ge­tra­gen. – Vor­gän­ger des 780 war mei­nes Wis­sens der MARS-​TECHNICO 48000.
  3. Erfreu­li­cher­weise kann man diese Kenn­zeich­nung mit einem Radie­rer ent­fer­nen. Es blei­ben zwar sehr leichte Ver­tie­fun­gen, aber die sind das klei­nere Übel.
  4. Der Unter­schied ist jedoch nicht ganz so groß wie im Foto. – Der Ver­gleich mit alten Exem­pla­ren ist mit­un­ter schwie­rig, da sich der Kunst­stoff und damit auch die Farbe ändern kann.
  5. Die reiz­volle Illus­tra­tion des Innen­le­bens habe ich im Detail unter „Kunst und Tech­nik“ gezeigt.

Kurz notiert

  • Mit dem FUMI hat Tom­bow einen Druck­blei­stift vor­ge­stellt, des­sen Schaft aus Nagori gefer­tigt wird. Die­ser Ver­bund­werk­stoff von Mitusi Che­mi­cals besteht aus Kunst­stoff sowie Res­ten von Muscheln und Koral­len aus dem Meer. Er hat eine Keramik-​ähnliche Tex­tur und eine hohe Wär­me­leit­fä­hig­keit, und durch das spe­zi­elle Fer­ti­gungs­ver­fah­ren erhal­ten die mar­mo­rier­ten Schäfte ein­zig­ar­tige Mus­ter. Der FUMI kommt am 5. März in vier Tönen und für 0,5-mm-Minen auf den Markt und kos­tet 2000 Yen (knapp 11 Euro).
  • Eine Fülle an Fall­mi­nen­stif­ten gibt es in der Vin­tage Lead­hol­der Coll­ec­tion zu sehen.
  • Aus der Über­nahme von LAMY durch Mitsubishi/​uni ist ein wei­te­res Pro­dukt her­vor­ge­gan­gen: Mit dem LAMY safari KURU TOGA gibt es nun den Druck­blei­stift LAMY safari mit Kuru-​Toga-​Mechanismus. Er ist ab 13. März in drei Far­ben sowie mit trans­pa­ren­tem Schaft für 3800 Yen (gut 15 Euro) erhältlich.
  • Für den Ein­satz in rau­her Umge­bung gedacht ist der neue Druck­blei­stift Dr. Grip Pro Marker’s Pen­cil von Pilot. Er nutzt 2-​mm-​Minen und ist ab 1. März in Schwarz, Rot und Vio­lett ver­füg­bar. – Wei­tere Details gibt es auf der Web­site zu die­sem Blei­stift.
  • Anläss­lich dess 20-​jährigen Jubi­lä­ums der Jetstream-​Kugelschreibermine lässt Mitsubishi/​uni seine Kun­den aus zehn Schaft­far­ben aus­wäh­len. Im Okto­ber gibt es dann das Standard- und das Dreifarb-​Modell des Jetstream-​Kugelschreibers in den vier am häu­figs­ten genann­ten Far­ben als limi­tierte Auf­lage. – Quelle: Red­dit.
  • Ein Lob­lied auf den Blei­stift: „In Praise of the Pen­cil“.

Nach­trag vom 4.3.26: Eine Vor­stel­lung des PILOT FUMI gibt es im Knockology-​Forum unter „Tom­bow FUMI – the true suc­ces­sor to the ‘Ocea­nic’?“.

Mitsubishi/​uni MH-500

Der MH-​500 von Mitsubishi/​uni ist mei­nes Wis­sens der zur­zeit ein­zige Fall­mi­nen­stift aus Japan und damit ein beson­de­rer1.

Mitsubishi/uni MH-500

Es gibt nicht nur in der oben gezeig­ten Vari­ante, son­dern auch – wie frü­her häu­fig anzu­tref­fen war – mit Här­te­grad­kenn­zeich­nung (4H–4B) und far­bi­gem Drü­cker; zudem ist er mit rotem Schaft und Drü­cker für rote Minen erhältlich.

Er ist 140 mm lang, gut 11 g leicht und hat einen 26 mm lan­gen, gerän­del­ten Griff mit 8 mm Durch­mes­ser. Sein hexa­go­na­ler Kunst­stoff­schaft ist in dem cha­rak­te­ris­ti­schen Kas­ta­ni­en­braun gehal­ten, das 1958 mit dem Blei­stift uni ein­ge­führt wurde. Erfreu­li­cher­weise hat man den unver­meid­li­chen Strich­code nicht auf dem Schaft, son­dern auf einem Eti­kett ange­bracht, das sich oben­drein leicht ablö­sen lässt.

Der MH-​500 besteht aus sie­ben Tei­len (Zwinge und Minen­be­häl­ter las­sen sich nicht zer­stö­rungs­frei trennen):

Mitsubishi/uni MH-500

Den Gebrauchs­wert des MH-​500 emp­finde ich als sehr hoch. Die Rän­de­lung ist ange­nehm, die Mine wird sicher gehal­ten, so dass sie sich beim Spit­zen nicht mit­dreht, und es klap­pert nichts. Der sta­bile Clip ist kurz und sitzt so weit oben, dass er beim Dre­hen des Stifts nicht stört, und lässt sich abziehen.

Zur Geschichte des MH-​500 kann ich so gut wie nichts sagen. Soweit ich weiß, kam er in den 1990er Jah­ren auf den Markt. Sein Vor­gän­ger2 war etwas schlan­ker, ver­jüngte sich zum Drü­cker hin und hatte einen Minen­be­häl­ter aus Metall.

Mitsubishi/uni MH-500

Inter­es­san­ter­weise gibt es den MH-​500 auch in blau und mit HB-​Kennzeichnung. Diese Vari­ante fin­det sich jedoch nicht im Kata­log von Mitsubishi/​uni, son­dern wird von Fuji­moto Sansho Co., Ltd. als Zim­mer­manns­blei­stift vertrieben.

Mitsubishi/uni MH-500

Mir gefällt der MH-​500, denn er ist leicht, kurz, preis­wert und sehr all­tags­taug­lich. – Er wird offi­zi­ell nur in Japan und dort für 500 Yen (etwa 2,70 Euro) ange­bo­ten, ist aber auch bei spe­zi­el­len Ver­sen­dern außer­halb Japans zu finden.

  1. Ja, ich weiß – es gibt noch den Rot­ring 300/2.0, und von ihm heißt es zuwei­len, er käme aus Japan, aber da bin ich mir nicht sicher. Die ande­ren mecha­ni­schen Blei­stifte mit 2-​mm-​Mine wie z. B. der STAEDTLER 925 25-​20, der Mitsubishi/​uni FIELD oder der Rot­ring Rapid Pro 2.0 haben eine Druck­blei­stift­me­cha­nik und sind daher keine Fall­mi­nen­stifte.
  2. Von die­sem gab es min­des­tens zwei Vari­an­ten. Die ver­mut­lich ältere hatte ein Metall­ge­winde, das Griff­stück und Schaft ver­band, und bei der wohl jün­ge­ren wurde wie beim MH-​500 das Griff­stück auf das Gewinde am Kunst­stoff­schaft geschraubt. Bei bei­den war das Minen­röhr­chen aus Metall und mit der Zwinge ver­schraubt. Auch die­ser war mit Här­te­grad­kenn­zeich­nung und far­bi­gem Drü­cker ver­füg­bar (der Drü­cker war nur bei der Aus­füh­rung ohne Här­te­grad­kenn­zeich­nung aus Metall). – Wer sich auf die Suche nach anti­qua­ri­schen Fall­mi­nen­stif­ten aus Japan macht, sollte auch einen Blick auf den Hi-​uni Hol­der von Mitsubishi/​uni wer­fen.

Das technische Büro für unterwegs

Aus dem Werbegeschenke-​Katalog des Jah­res 1967 von Faber-​Castell, in dem auch Auto­schrei­ber und Taschen­mer­ker ange­bo­ten wur­den: Techniker-​Etuis für unterwegs.

Das technische Büro für unterwegs

Bewor­ben als „[k]leine ‚tech­ni­sche Büros im Etui‘ die man stän­dig mit sich füh­ren kann“, ent­hiel­ten sie je nach Aus­stat­tung unter­schied­li­che Schreib- und Zei­chen­ge­räte, Zube­hör und einen Schreib­block, aber immer einen Rechen­schie­ber. – Das Etui 30806 ist auch in die­sem Kom­men­tar zu sehen.

Mitsubishi Hi-​uni Holder

In der letz­ten Zeit habe ich wie­der häu­fi­ger Fall­mi­nen­stifte benutzt, dar­un­ter einen älte­ren Faber-​Castell TK 9500 und den Hi-​uni Hol­der von Mitsubishi/​uni aus Japan. Letz­te­rer sei heute kurz vorgestellt.

Mitsubishi Hi-uni Holder

Der Hi-​uni Hol­der stammt aus den spä­ten 1970er Jah­ren1 und wurde mit einem Bei­le­ger in einem Kunst­stof­f­etui angeboten.

Mitsubishi Hi-uni Holder

Er fällt durch seine unge­wöhn­li­che Gestal­tung auf, wozu haupt­säch­lich die aus­ge­prägte Spitze und der eben­sol­che Drü­cker bei­tra­gen. Dadurch wirkt er auch sehr lang, obwohl er nur 3 mm län­ger ist als der STAEDTLER Mars tech­nico2.

Mitsubishi Hi-uni Holder

Der hexa­go­nale Kunst­stoff­schaft, der an bei­den Enden rund zuläuft, hat einen Reli­ef­druck auf einer Flä­che, aber keine wei­te­ren Kenn­zeich­nun­gen3. – Das 20 mm lange und 7,6 mm dicke Griff­stück bie­tet mit sei­ner Rän­de­lung den Fin­gern siche­ren Halt.

Der Hi-​uni Hol­der macht einen robus­ten und hoch­wer­ti­gen Ein­druck. Das innere Rohr ist aus Metall und die drei­ge­teilte Spann­zange in die­ses ein­ge­schraubt, und es gibt weder unschöne Kan­ten noch klap­pernde Teile. Als ein­zige Schwach­stelle sehe ich den Umstand, dass das Vor­der­teil auf den Kunst­stoff­schaft, d. h. auf ein Gewinde auf Kunst­stoff geschraubt wurde und nicht auf ein in den Schaft ein­ge­gos­se­nes Metall­ge­winde. Bei nor­ma­lem Gebrauch sollte dies jedoch kein Pro­blem darstellen.

Mitsubishi Hi-uni Holder

Laut maschi­nel­ler Über­set­zung infor­miert der Bei­le­ger über den abnehm­ba­ren Clip, den nied­ri­gen Schwer­punkt4, die Här­te­grad­kenn­zeich­nun­gen, die Spann­zange und die Ersatzminen.

Den dama­li­gen Preis des Hi-​uni Hol­der kenne ich nicht, aber heute wird er oft für weit über 100 Euro ange­bo­ten, was ich für zu teuer halte. Mit etwas Glück und Geduld kann man jedoch ein gebrauch­tes Exem­plar5 ohne Bei­le­ger und Etui schon für 20 bis 40 Euro plus Ver­sand bekom­men (z. B. auf Mer­cari), und da lohnt der Kauf.

  1. Hier bin ich mir nicht ganz sicher; er könnte auch in den frü­hen 1980er Jah­ren auf den Markt gekom­men sein.
  2. Hi-​uni Hol­der: 155 mm; STAEDTLER Mars tech­nico: 152 mm; Faber-​Castell TK 4600: 146 mm. – Er ist jedoch mit 15,2 g schwe­rer (STAEDTLER Mars tech­nico: 12,9 g; Faber-​Castell TK 4600: 10,4 g; jeweils inklu­sive 130 mm lan­ger Mine).
  3. Es gab auch Vari­an­ten mit Här­te­grad­an­gabe (zehn Grade von 4H bis 4B) auf drei Flä­chen.
  4. Wie ich fest­stel­len konnte, ist er gar nicht so nied­rig, denn mit einer 130 mm lan­gen Mine, die 7 mm her­aus­schaut, liegt er etwa in der Mitte des Stifts.
  5. Es ist rat­sam, auf den Zustand der ver­chrom­ten Teile zu ach­ten. Kleine Kor­ro­si­ons­spu­ren las­sen sich pro­blem­los mit Metall­po­li­tur ent­fer­nen, doch grö­ßere sind irrepa­ra­bel.

Faber-​Castell TK 9500

Ende letz­ten Jah­res hat Faber-​Castell den Fall­mi­nen­stift TK 9500 aus dem Sor­ti­ment genom­men; heute ein kur­zer Rück­blick auf die­sen Stift, der 73 Jahre lang erhält­lich war.

Der älteste Hin­weis auf den TK 9500 ist ein hand­schrift­li­cher Ver­merk vom 22. August 1950 im Pro­dukt­ka­ta­log vom Juli 1950. Dies spricht dafür, dass der Stift im August 1950 ein­ge­führt wurde.

Faber-Castell TK 9500

Im „Castell-​Brief“, mit dem die Unter­neh­mens­lei­tung damals regel­mä­ßig Geschäfts­kun­den über Neue­run­gen infor­mierte, wird der TK 9500 in der Aus­gabe Nr. 6 vom Okto­ber 1950 erst­mals bewor­ben. Als kür­zere, mit einem Clip aus­ge­stat­tete Alter­na­tive zu den TK-​Stiften sollte er unter­wegs immer zur Hand sein.

Faber-Castell TK 9500

In den Pro­dukt­ka­ta­lo­gen von 1951 wird der TK 9500 zum ers­ten Mal auf­ge­führt, aber erst in der Aus­gabe vom Juli 1952 auch abgebildet.

Faber-Castell TK 9500

Mein ältes­ter TK 9500, ver­mut­lich aus den 1960er Jah­ren, hat noch die Reli­ef­prä­gung der ursprüng­li­chen Aus­füh­rung, aber einen ande­ren Clip. Hier auch zu sehen sind die Waage sowie die Wort-​/​Bildmarke „TK“, wie sie 1940 ein­ge­tra­gen wurde1.

Faber-Castell TK 9500

In den Jahr­zehn­ten danach gab es wei­tere Ände­run­gen an der Gestal­tung, wobei die größ­ten um 1970 vor­ge­nom­men wur­den, wie die Abbil­dun­gen aus den Kata­lo­gen von 1969 (oben) und 1972 (unten) zei­gen. – Die Dar­stel­lung ist nicht maß­stäb­lich, aber der TK 9500 wurde tat­säch­lich etwas län­ger2.

Faber-Castell TK 9500

Auch die Beschrif­tung hat man mehr­mals geän­dert. Das erste Exem­plar stammt aus dem unten gezeig­ten Fün­fer­kar­ton (späte 1970er/​frühe 1980er Jahre3), das zweite aus einem Etui (späte 1980er Jahre3) und das dritte ist das zuletzt erhält­li­che4.

Faber-Castell TK 9500

Dane­ben bot Faber-​Castell einige wei­tere Vari­an­ten an, so z. B. mit und ohne Här­te­grad­kenn­zeich­nung, für Kopier­mi­nen (TK 9510, mit far­bi­gen Drü­ckern), dickere mit Holz­schaft für 3,15-mm-Minen und mit „Lock­tite“ statt „TK“ für den US-​amerikanischen Markt5. – Mehr zu sehen gibt es u. a. in „My Mecha­ni­cal Pen­cil Museum“.

Faber-Castell TK 9500

Am zer­leg­ten TK 9500 zeigt sich die pfif­fige und hoch­wer­tige Konstruktion.

Faber-Castell TK 9500

Das Gewinde an der Spitze ist im Schaft ein­ge­gos­sen, die Zwinge wird in die Metall­hülse ein­ge­schraubt, das Schraub­teil unter­halb des Drü­ckers sowie die Spitze sind aus Metall und der Drü­cker wird durch die Feder­kraft der am Ende geschlitz­ten Metall­hülse gehal­ten. – Zum Abschluss ein Grup­pen­foto mit dem TK 9400 und dem TK 4600.

Faber-Castell TK 9500

Wer Freude an Fall­mi­nen­stif­ten, aber kei­nen TK 9500 hat, sollte sich schnell eines der noch erhält­li­chen Rest­ex­em­plare zule­gen, bevor es zu spät ist.

Danke an Faber-​Castell für die Scans!

Nach­trag vom 10.11.24: Der TK 9500 im Werbegeschenke-​Katalog des Jah­res 1967 von Faber-Castell:

Faber-Castell TK 9500

TK-​Taschenstifte mit Klipp
9500 mit Blei­mine in den Här­ten 8B–4H
9510 mit Kopier­mine schwarz und 4 Farbminen

Eine kun­den­spe­zi­fi­sche Prä­gung des TK 9500 wurde im Gegen­satz zu den meis­ten ande­ren TK-​Stiften jedoch nicht angeboten.

Nach­trag vom 13.6.25: Der Kata­log des Jah­res 1982 führt den TK 9500 als „TK®-CLIP-​Fallminenstift für die Tasche“ in neun Vari­an­ten mit den Här­te­grad­kenn­zeich­nun­gen 4H bis 3B und in einer ohne Kenn­zeich­nung (0H) auf.

Faber-Castell TK 9500

  1. Man beachte die Gestal­tung von „kurz“ und „Klipp“ im „Castell-​Brief“, die an die der Wort-​/​Bildmarke ange­lehnt ist.
  2. Der neu­este TK 9500 ist 13,5 cm lang, etwa 8,2 mm dick und 11,5 g leicht. Im direk­ten Ver­gleich ist mir oben­drein auf­ge­fal­len, dass sich die Feder in die­ser Vari­ante am leich­tes­ten betä­ti­gen lässt.
  3. Hier bin ich mir nicht sicher.
  4. Die letzte Ände­rung an der Kenn­zeich­nung fand mei­nes Wis­sens im Rah­men der Neu­ge­stal­tung des Cor­po­rate Designs im Jahr 1993 statt, bei der auch das Logo der bei­den mit Blei­stif­ten kämp­fen­den Rit­ter auf den Stift kam (die­ses wurde laut „Faber-​Castell since 1761“ bereits 1906 als Marke genutzt).
  5. Den Num­mern­kreis 95 hat Faber-​Castell spä­ter auch für die Fein­mi­nen­stifte genutzt, wobei der erste der TK 9501 war.

Kurz notiert

  • Wenn man die­sem Bei­trag auf Red­dit Glau­ben schen­ken kann, stellt Pilot Japan die Pro­duk­tion sei­nes Druck­blei­stifts S30 in Kürze ein. Als Grund wird genannt, dass bei hohem Schreib­druck die Mine nicht mehr rich­tig gehal­ten wird und in den Stift zurück­weicht. – Der in vier Far­ben, aber nur für 0,5-mm-Minen erhält­li­che S30 hat einen Holz­schaft1 und bie­tet einen auto­ma­ti­schen Minen­vor­schub2. Inter­es­sant zu wis­sen wäre, ob das Pro­blem an der Auto­ma­tik liegt oder nur die Zwinge zu schwach ist und wie es mit dem S30 weitergeht.
  • Bereits Ende des letz­ten Jah­res hat Faber-​Castell sei­nen Fall­mi­nen­stift TK 9500 aus dem Sor­ti­ment genom­men. Der TK 9500 kam im Herbst 1950 auf den Markt, war also gut 73 Jahre lang erhält­lich. – Ein kur­zer Bei­trag zum TK 9500 folgt.
  • Einen inter­es­san­ten Ein­blick in die Ent­wick­lung und Her­stel­lung von Radie­rern beim japa­ni­schen Unter­neh­men IWAKO bie­tet das Video „Pro­cess of mass pro­duc­tion of era­sers“3. – Danke an Ste­fan für den Hinweis!
  • Bei Sotheby’s wird ein mecha­ni­scher Blei­stift ver­stei­gert, der von Fred Haise, dem Pilo­ten der Mond­lan­de­fähre, wäh­rend der „Apollo 13“-Mission genutzt wor­den sein soll; das aktu­elle Gebot liegt bei 6500 US-​Dollar. – Quelle: Red­dit.
  • Im Gegen­satz zu den meis­ten ande­ren Druck­blei­stif­ten der „Kuru Toga“-Reihe von Mitsubishi/​uni ist der Kuru Toga Metal nur in 0,5 mm, nicht aber in 0,3 mm erhält­lich. Doch es gibt eine ein­fa­che Abhilfe: Da der Kuru Toga Metal die glei­che Mecha­nik nutzt wie der Kuru Toga KS und es die­sen auch in 0,3 mm gibt, kann man des­sen Mecha­nik in den Metal ein­set­zen. Wie das geht, wird in die­sem Video beschrieben.
  1. Über die Bezeich­nung „Holz“ kann man hier strei­ten, denn es ist kein rei­nes Holz, son­dern ein Werk­stoff aus ver­leim­ten Holz­schich­ten, der sehr wider­stands­fä­hig gegen­über mecha­ni­scher Belas­tung und Feuch­tig­keit ist (der Her­stel­ler nennt es über­setzt „kunst­harz­im­prä­gnier­tes Holz“).
  2. Die­sen gab es erst­mals 1979 mit dem Faber-​Castell TK-​matic, doch ich gehe davon aus, dass es kon­struk­tive Unter­schiede gibt.
  3. Bei 0:08 sieht man „Billy“.
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