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Pilot Holder

Samstag, 14. Juli 2018

Pilot Holder

Druckbleistift Pilot H-3005 (zum Vergrößern anklicken)

Pilot Holder

Pilot Holder

Der Druckbleistift H-300x1 mit der Artikelnummer HHP-300S2 war bis vor gut zehn Jahren eines der Spitzenmodelle des japanischen Herstellers Pilot. Er und die günstigeren Modelle H-100x3 (HHP-100R) und H-200x (HH-200K) waren und sind hauptsächlich wegen der Doppeldruckmechanik, mit der sich die Spitze einziehen lässt4, bekannt und beliebt5. So­bald ich mehr über die Geschichte dieser Stifte weiß, trage ich es nach.

Anmerkung: Dem wachsamen Auge wird nicht entgangen sein, dass sich der Stift im Foto und der in dem Faltblatt abgebildete im Muster und der Beschriftung des Griffstücks, der Spitzenfom sowie der Gestal­tung des Rings unter dem Drücker unterscheiden. Das Faltblatt wurde zwar mit dem gezeigten Stift aus­geliefert, aber wohl für die erste Variante des H-2005 erstellt.

  1. Mit x = 3 oder 5 für den Minendurchmesser in ⅒ mm.
  2. „HH” steht für „Hi-Mecha Holder”.
  3. Außerhalb Japans auch als „Vanishing Point” bekannt. – Den H-1005 gab es zudem in zwei leicht unterschiedlichen Ausführungen, die sich in der Oberfläche und der Materialqualität des Kunststoffschafts sowie der Spitzenform unterschieden.
  4. Im Faltblatt heißt es: „The Pilot Holder is the first mechanical pencil in the world to adopt a mechanical lead holder with a double-push button system.” Interessant in diesem Zusammen­hang wäre, wann das Patent erteilt wurde.
  5. Zu diesen Modellen gehört auch der H-210x (HHR-200R), der aufgrund seines Design jedoch aus der Reihe fällt.

Werkzeug

Sonntag, 10. Juni 2018

Der japanische Hersteller Pilot hat die Typenbezeichnung „2020″ für etliche Druckbleistifte genutzt, angefangen vom sehr günstigen Modell aus Kunststoff bis hin zum 2020/ST mit Edelstahlschaft aus einem Stück (letzteren gab es zudem in zwei Größen). Alle mir bekann­ten Varianten hatten den „Shaker”-Mechanismus, bei dem die Mine durch kurzes Schütteln des Stifts transportiert wurde1. Der gezeigte wird auch als 2020 YOUNG bezeichnet und war in mindestens sieben Farben erhältlich. Diese Ausführung mit transparentem Griffstück spricht mich besonders an, da man hier einen Teil der Mechanik sieht. – Shinwa ist ein ja­panischer Anbieter von Messgeräten, zu dessen Sortiment auch Blei- und Farbstifte gehö­ren. Bei diesem Acryl-Lineal gefallen mir die Ziffern, die Hilfen zum einfachen Zeichnen von parallelen Linien und die sehr gute Verarbeitung.

  1. Die Typenbezeichung „2020″ hat einen besonderen Hintergrund: Im Japanischen kann die Zahl „20″ als „fure” ausgesprochen werden, ebenso das Verb „schütteln”; damit sagt „2020″, was man für den Minenvorschub tun muss. – Von Pilot gibt es auch zwei „Shaker”-Modelle mit „Fure Fure” im Namen, und zwar den Corone (HFC20R) und den Sprinter (HFST20R).

Pentel Accu Graph

Sonntag, 29. April 2018

Mein Interesse an Bleistiften und Zubehör hat wechselnde Ausprägungen. Mal benutze ich nur einen einzigen holzgefassten Bleistift, mal führe ich eine größere Auswahl mit mir herum und habe Spaß an der Vielfalt. In manchen Wochen schreibe ich ausschließlich mit Druckbleistiften, und dabei kommt es vor, dass ich Stücke, die ich vor langer Zeit gekauft habe, wiederentdecke. So erfreue ich mich zurzeit erneut an der „Accu Graph”-Serie des ja­panischen Herstellers Pentel, die in den späten 1970er Jahren1 auf den Markt kam und wohl bis in die 1990er hinein erhältlich war.

Pentel Accu Graph

Der erste war der PG1505 (0,5 mm)2, dem kurz darauf der PG2003 (0,3 mm)3 folgte4. Zwei Jahre danach kam der PG1804 (0,4 mm), den es im Gegensatz zu den anderen bei­den nur in Japan gab5. Diese Druckbleistifte gefallen mir noch genauso gut wie vor zehn Jahren, als ich auf sie aufmerksam geworden bin – ich finde sie funktionell, hochwertig und ansprechend gestaltet, obwohl (oder vielleicht gerade weil) sie nach 40 Jahren etwas alt­modisch wirken.

Pentel Accu Graph

Auch wenn ich bezweifle, dass der Accu Graph für das Technische Zeichnen angeboten wurde (denn dafür fehlt die 0,7-mm-Variante), bietet er doch alles, was man bei dieser Profession schätzte: das feste, vier Millimeter lange Minenführungsröhrchen, die exakte Führung der Mine, den verlässlichen Minentransport in kleinen Schritten6, die Griffzone für sehr guten Halt, den weit vorne liegenden Schwerpunkt und den abnehmbaren Clip7. Na­türlich sind diese Eigenschaften auch beim Schreiben von Vorteil.

Pentel Accu Graph

Die erste Generation des Accu Graph hatte keinen Härtegrad-Indikator, und in diesem sehe ich auch die einzige Schwachstelle. Das Etikett darin ist nicht sehr strapazierfähig, denn wenn man häufiger auf das Fenster im Ring fasst, löst sich der schwarze Aufdruck. Daher habe ich bei zwei Stiften das Etikett durch silberfarbenes Klebeband ersetzt, um weder auf den beschädigten Druck noch (nach Entfernen des Etiketts) auf das messingfarbene Teil darunter zu schauen. – Als kleinen Schönheitsfehler könnte man noch die geringfügigen Farbdifferenzen zwischen Schaft und Endstück des PG2003 und PG1804 bezeichnen.

Pentel Accu Graph

Mit damals 1500 bis 2000 Yen waren diese Druckbleistifte vergleichsweise teuer, doch was heute dafür verlangt wird, ist ein vielfaches davon – für einen neuwertigen Accu Graph der zweiten Generation werden inzwischen 100 US-Dollar und mehr gefordert, und Exemplare der ersten und unbenutzte in Originalverpackung erzielen oft weit höhere Preise8.

Bei den Minen bevorzuge ich übrigens die des Mitbewerbers Pilot. Habe ich früher die Pen­tel Ain in B und 2B benutzt, so bin ich schon vor einigen Jahren auf die Pilot Eno Neox 2B und dann auf den Nachfolger Pilot Neox Graphite 2B umgestiegen; Schwärzung, Bruchfes­tigkeit, Gleitfähigkeit und Radierbarkeit finde ich hervorragend.

Update vom 20.6.18: Der Name des Stifts lautet nicht „Accugraph”, sondern „Accu Graph” und wurde in manchen Katalogen mit dem Trademark-Zeichen „™” geschrieben.

  1. Bei den Jahresangaben bin ich mir nicht sicher.
  2. Dem PG1505 ging der PG15 voraus, der einen silberfarbenen Schaft und ein Griffstück mit anderer Oberfläche hatte.
  3. Ich wüsste gerne, warum der PG2003 eine andere Spitze und als einziger der drei Stifte einen dekorierten Schaft hat.
  4. Soweit ich weiß, waren diese Stifte nur in Japan und den USA, aber nicht in Deutschland erhältlich.
  5. Die vollständigen Typenbezeichungen lauten PG2003ED, PG1804DD und PG1505AD, wobei „PG” meines Wissens für „Pentel Graph” steht, eine Bezeichnung, die bereits in den 1960er Jahren verwendet wurde und sich auch heute noch bei vielen Modellen findet.
  6. Der Vorschub bei einmaligem Drücken entspricht etwa dem Minendurchmesser.
  7. Auf einen Radierer im Drücker hat man hier verzichtet.
  8. Beim Kauf eines solchen Stifts lohnt der genaue Blick auf die verchromten Teile wie z. B. den Clip, denn von diesen kann sich die Beschichtung ablösen.

Sonderanfertigung (3)

Montag, 12. März 2018

Bereits vor etwa einem Jahr hat der japanische Hersteller Pilot drei neue Varianten seines Druckbleistifts S20 auf den Markt gebracht. Im Gegensatz zu den ersten beiden, die es für 0,3- und 0,5-mm-Minen gibt, sind die neuen Modelle jedoch nur für 0,5 mm erhältlich. – Das Besondere am S20 ist sein Holzschaft, wobei das verwendete Material meines Wissens aus sehr dünnen Holzschichten besteht, die mit Kunstharz verleimt wurden. Dadurch soll es strapazierfähiger und weitgehend unempfindlich gegen Feuchtigkeit sein.

Sonderanfertigung (3)

Pilot S20 (HPS-2SK-BN5)

Konnte man die Zwinge eines S20/0,3 aufbohren, um ihn mit 0,4-mm-Minen zu nutzen, so hat man diese Möglichkeit bei den neuen Varianten nicht. Ein Teilnehmer von Reddit hat aber gezeigt, dass die Zwingen des S10 und des S20 gesteckt und austauschbar sind, und so lassen sich alle S20-Modelle einfach modifizieren1. Dieses Detail mache ich mir zunutze, um mir einen Nachfolger für den roten S20/0,4 zu basteln, der nach fast vier Jahren inten­siven Gebrauchs an der Spitze beim Drücken unangenehm hakt2. Dafür brauche ich neben dem S20 einen S10 mit der gewünschten Minenstärke (hier: 0,4 mm).

Sonderanfertigung (3)

Von oben: Pilot S10 (0,4 mm), Pilot S20 (0,5 mm)

Nach dem Abschrauben der Spitzen3 sind die Zwingen zugängig.

Sonderanfertigung (3)

Spitzen abgeschraubt

Die Zwinge des S10 lässt sich gut herausziehen, indem man unter dem Zwingenring an­setzt4. Statt einer Zange eignet sich dazu auch eine Gabel.

Sonderanfertigung (3)

Lösen der Zwinge des S10 mit einer Gabel

Danach kann man auch den Rest des S10 zerlegen, doch gebraucht werden hier nur die Zwinge ohne Zwingenring und die Spitze5. – Es fällt auf, dass sich an der Zwinge etwas Klebstoff befindet.

Sonderanfertigung (3)

Einige Teile des S10

Das Lösen der Zwinge des S20 fiel mir nicht ganz so leicht, da der Zwingenring fest im Schaft sitzt und ich nur direkt an der Zwinge ziehen konnte; dabei habe ich sie etwas ver­bogen6.

Sonderanfertigung (3)

Zwinge des S20 gelöst

Die Montage des S20 geht schnell: Zwinge des S10 hineindrücken, bis sie einrastet, und Spitze des S10 aufschrauben3. Beim roten S20 konnte man den Drücker des S10 verwen­den, doch hier passt dessen Farbe nicht. So bleibt man bei dem des S20, und wer sich an der jetzt nicht mehr korrekten Kennzeichnung stört, entfernt diese mit Metallpolitur.

Sonderanfertigung (3)

Drücker des S20

Fertig!

Sonderanfertigung (3)

Der S20 an der Lederhülle des Hobonichi Techo

Und warum das alles? Zum einen passen bei meiner Handschrift 0,4-mm-Minen am besten zum Raster des Hobonichi Techo und zum anderen wollte ich zu der Lederhülle einen Druckbleistift mit Holzschaft.

Danke an isu von the uncomfortable chair für seine Hilfe bei der Beschaffung des S20!

Anm.: Der Stoff im Hintergrund ist ein sog. Tenugui, ein traditionelles japanisches Hand­tuch, mit dem sog. Sei-gai-ha-Muster (青海波), dessen Geschichte bis in die späte Jō­mon-Zeit (1200–300 v. Chr.) zurückreicht. In Japan gelten diese symbolisierten endlosen Wellen als Glücksbringer.

  1. Noch einfacher wäre es sicher für Pilot, diese Varianten anzubieten, aber vielleicht kommen sie ja noch. – Ich finde es kurios, dass es den S3, den S5 und den S10 in fünf Minenstärken gibt, den S20 aber nicht.
  2. Woran das liegt, konnte ich nicht herausfinden; mir fiel nur auf, dass auch das Klickgeräusch lauter geworden ist.
  3. Beim Greifen der Spitzen kann ein Stück Fahrradschlauch helfen.
  4. Ich weiß natürlich nicht, ob es für den Mechanismus so gut ist, wenn man am Zwingenring zieht und ihn dabei fest auf die Zwinge drückt, aber ich habe das mehrmals gemacht, ohne dass es danach Probleme gab. Beim fertigen S20/0,4 sind jedoch der Druckpunkt und das Klickgeräusch weniger auffällig als beim Standard-S20, was vermuten lässt, dass die drei Backen der Zwinge zusammengedrückt wurden.
  5. Das Metallgriffstück kann man für einen S15 verwenden.
  6. In diesem Zusammenhang interessant zu wissen wäre, ob die Zwingen des S3 und des S5 kompatibel zu der des S10/S20 sind.

Post-Feder

Freitag, 22. September 2017

Post-Feder

(zum Vergrößern anklicken)

Nein, dieser Pilot Custom Heritage 912 hatte keinen Unfall, und die ungewöhnliche Form seiner Feder ist auch nicht das Ergebnis einer fragwürdigen Bastelei.

Die Krümmung der sog. PO-Feder hat einen besonderen Grund. Als im Japan der 1920er Jahre Postkarten aufkamen, waren diese zunächst aus weichem, faserigem Papier, das sich zwar gut für die Beschriftung mit dem Pinsel eignete, aber nicht für die mit dem Füller. Und weil der Versand der Postkarte deutlich günstiger war als der eines Briefs, erfreute sie sich großer Beliebheit. So entwarf der japanische Hersteller Pilot eine Feder für das Schrei­ben auf diesem billigem Papier. Sie ist sehr fest und hat eben diese Krümmung, durch die die Spitze fast senkrecht auf dem Papier steht; dies führt auf weichem und rauhem Papier zu einer noch schwärzeren Schrift, ohne dass diese dabei zerfasert. Diese Feder, die etwas feiner ist als die EF-Feder des Pilot Penmanship, gleitet sehr leicht und hat einen sehr gu­ten Tintenfluss, und es macht mir große Freude, mit ihr zu schreiben. – Außer im Custom Heritage 912, den ich haupt­sächlich zusammen mit dem Hobonichi Techo benutze, bietet Pilot diese PO-Feder noch im Custom 742 und im Custom 743 an.

Pilot S15

Freitag, 15. September 2017

Pilot S15

(zum Vergrößern anklicken)

Pfiffige Köpfe haben herausgefunden, wie man das Griffstück des Druckbleistifts Pilot S20 gegen das des Pilot S10 tauschen kann. Die Bezeichnung S15 für diesen neuen Stift liegt natürlich nahe! – Bei Gelegenheit mehr dazu.

Hopjesbruin

Sonntag, 3. September 2017

Hopjesbruin

Baron Hendrik Hop, geboren 1723, lebte um 1800 in Den Haag und mochte Kaffee sehr. Der Legende nach ließ er eines Abends seinen Kaffee mit Zucker und Sahne auf dem Ofen stehen und fand diese Mischung am nächsten Morgen als Karamel wieder. Angetan vom Geschmack dieses Zufalls­produkts und von seinem Arzt aufgefordert, keinen Kaffee mehr zu trinken, bat er seinen Nachbarn, einen Konditor, Bonbons dieser Art zu machen. So entstand die heute als „Haagsche Hopjes” bekannte Süßigkeit. An deren Braunton lehnt sich die Tinte „Hopjesbruin” des ebenfalls in Den Haag ansässigen Anbieters P.W. Akker­man an, und durch die Geschichte der Hopjes habe ich an dieser Tinte1 noch mehr Freu­de.

Danke an Wowter für die leckeren Haagsche Hopjes!

  1. Hier im Pilot Legno 89s.

Feine Feder

Sonntag, 13. August 2017

Als frischgebackener Füllhalter-Nutzer1 bin ich schnell ein Freund feiner Federn geworden. Nicht nur aus diesem Grund fiel mir diese Anzeige für den Pelikano von Pelikan in der Publi­kation „Schrift und Schreiben”, herausgegeben von den Pelikan-Werken in Hannover, auf2.

Feine Feder

Wie fein die EF des Pelikano war, weiß ich nicht, doch ich nehme an, dass sie breiter war als die EF des Pilot Penmanship. Letztere gefällt mir so gut, dass ich sie in den Pilot Prera eingesetzt habe3, denn diesen gibt es nur in F und M.

Feine Feder

Das Schreiben mit dieser Feder ist gewöhnungsbedürftig, da sie nicht nur sehr sensibel auf die Eigenheiten des Papiers reagiert (was einen zudem so manches entdecken lässt), son­dern zum vergleichsweise langsamen Schreiben mit möglichst wenig Druck zwingt. Doch das hat seinen Reiz! – Zurzeit benutze ich im Prera die Aurora Black.

  1. Nein, ich werde dem Bleistift nicht untreu.
  2. Eine Jahresangabe konnte ich nicht finden, aber ich tippe auf die frühen 1960er Jahre.
  3. Dies geht problemlos, weil die Federn und die Tintenleiter fast aller günstigen Füller von Pilot kompatibel und gesteckt sind.
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