Archiv des Stichworts „Pilot”

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Pilot Murex

Samstag, 6. April 2019

Pilot Murex

Der Füllhalter Murex (genauer: MYU-REX1) des japanischen Herstellers Pilot kam 1977 als Nachfolger des 1971 eingeführten MYU 7012 auf den Markt. Ebenso wie dieser hatte der Murex eine in das Griffstück integrierte Feder, d. h. Griff und Feder wurden aus demselben Stück Stahl gefertigt3. Sowohl den MYU als auch den Murex gab es in unterschiedlichen Varianten, und 2008 wurde mit dem M90 eine limitierte und leicht veränderte Neuaflage des MYU herausgebracht.

Pilot Murex

Das „Space Age”-Design des Pilot Murex spricht mich sehr an, und so bin ich froh, einen zu haben, und obwohl seine F-Feder4 nicht ganz so leicht gleitet wie die vieler anderer Füller von Pilot, benutze ich ihn gerne. – Mehr unter „The Legendary Pilot Murex”.

  1. Modellbezeichnung MR-500SS.
  2. Modellbezeichnung M-350SS.
  3. Der erste Füllhalter dieser Art war der Parker T-1 von 1970, doch dessen Produktion wurde nach nur einem Jahr eingestellt.
  4. Er war auch mit M-Feder erhältlich.

Graublau

Dienstag, 19. März 2019

Graublau

Mir gefällt es, wenn Schreibgerät und Kleidungsstück zusammenpassen (hier: der Pilot Pre­ra mit Kyo-no-oto Aonibo und ein Hemd von Jacques Britt). – Siehe auch „Stift und Stoff”.

Sonderanfertigung (5)

Sonntag, 10. Februar 2019

Die Druckbleistifte S10 und S20 des japanischen Herstellers Pilot sind sehr beliebt, wobei viele Nutzer beim ersten das Metall-Griffstück schätzen und beim zweiten den Holzschaft1. Kann man beides kombinieren? Ja!

Sonderanfertigung (4)

Für meine Sonderanfertigung nehme ich einen braunen S20/0.5 (Art.-Nr. HPS-2SK-BN5, oben) und einen orangenen S10/0.3 (Art.-Nr. HPS-1SR-TY3, unten). Bei beiden schraube ich erst die Spitzen ab und entferne dann die Griffstücke. Beim S20 ist das nicht ganz ein­fach, da die Komponente mit Klebstoff fixiert ist, doch mit beharrlichem Drehen gegen den Uhr­zeigersinn lässt sie sich abnehmen.

Sonderanfertigung (4)

Den Klebstoff beseitige ich mit Etikettenlöser2.

Sonderanfertigung (5)

Würde ich jetzt schon das Metall-Griffstück des S10 auf den S20 setzen, hätte es nahe der Spitze radiales Spiel. Um das zu verhindern, umwickele ich das Metallrohr des S20 vorher mit so viel Klebeband, bis sich das Griffstück gerade noch darüber schieben lässt und stramm sitzt.

Sonderanfertigung (4)

Zum Schluss bringe ich die Spitze wieder an. Fertig! – Die Bezeichnung S15 für diese Son­deranfertigung liegt natürlich nahe.

Sonderanfertigung (5)

Wer beim Minendurchmesser des S20 bleiben möchte, kann jeden beliebigen S10 neh­men. Da ich aber inzwischen 0,3 mm bevorzuge und der hellbraune S20 nur in 0,5 mm er­hältlich ist, habe ich den S10/0.3 gewählt und auch dessen Zwinge, Spitze und Drücker genutzt3. – Danke an isu von the uncomfortable chair für seine Hilfe bei der Be­schaffung des S20 und die Tipps zum Umbau!

Nachtrag vom 16.2.19: Wesentlich einfacher und vor allem schonender für die Zwinge als das Herausziehen ist das Herausdrücken von der anderen Seite, z. B. mit einem dicken Draht (hier: ø 3 mm mit und 1,6 mm ohne Isolierung).

Sonderanfertigung (5)

Nachtrag vom 2.3.19: Beim Umbau eines weiteren S20 (genauer: eines HPS-2SK-DBN3) hat sich zuerst das obere Teil des Schafts gelöst.

Sonderanfertigung (5)

Auch dieses sitzt auf einem Gewinde und ist mit etwas Klebstoff fixiert (letzteren habe ich bereits vor dem Foto entfernt). Dadurch ergeben sich natürlich weitere Möglichkeiten!

  1. Der Schaft besteht meines Wissens aus sehr dünnen Holzschichten, die mit Kunstharz verleimt wurden. Dadurch soll er strapazierfähiger und weitgehend unempfindlich gegen Feuchtigkeit sein.
  2. Mein Favorit für solche Zwecke ist der „Aufkleber und Klebereste Entferner” von Mellerud.
  3. Details zum Zwingentausch gibt es unter „Sonderanfertigung (3)”.

Insights-X 2018

Montag, 31. Dezember 2018

Anfang Oktober fand die Insights-X, die Fachmesse für Papier-, Büro- und Schreibwaren, in Nürnberg statt; hier einige späte, kurze und vor allem sehr subjektive Notizen.

Insights-X 2018

Cleo Skribent

Bei der Cleo Schreibgeräte GmbH, Anbieter von Schreibgeräten der Marke Cleo Skribent1, haben mich die Füllhalter mit Holzschaft der Natura-Serie angesprochen.

Insights-X 2018

Neben den in vier Hölzern, drei Federbreiten (F/M/B) und Metallgriffstück angebotenen Varianten des Natura (unverbindliche Preisempfehlung 800 Euro) gibt es eine Ausführung aus Amboina Maser mit einem Griffstück aus Holz und rotvergoldeten statt palladinierten Beschlägen.

Insights-X 2018

Noch reizvoller fand ich indes den Füllhalter Optima, dessen Schaftform von elffach facet­tiert zu oval übergeht. Er wird für 500 Euro und auch mit drei Federbreiten angeboten; einen passenden Tintenroller gibt es auch.

Koh-I-Noor

Am Stand von Koh-I-Noor hat mich ein aus spitzen Stiften gefertigter Orang Utan emp­fangen.

Insights-X 2018

Da ich dieses Unternehmen ausnahmslos als abweisend empfunden habe, wollte ich mich den Mitarbeitern ebenso wenig nähern wie diesem stacheligen Orang Utan und bin schnell weitergegangen.

Platinum

Beim japanischen Anbieter Platinum, der im kommenden Jahr sein hundertjähriges Jubiläum feiert, habe ich mich deutlich länger aufgehalten.

Insights-X 2018

Präsentiert wurde auch der Füllhalter #3776 Century in acht Federbreiten. Es hat Spaß ge­macht, ihn zu testen, doch die beiden Exemplare des Century #3776 F, die ich vor ein paar Monaten bei Versendern erworben habe, hatten im Gegensatz zu den gezeigten Exemplaren leider Probleme mit der Feder, und so musste ich sie retournieren.

Insights-X 2018

Im #3776 Century und in einigen anderen Modellen von Platinum kommt der „Slip & Seal”-Mechanismus zum Einsatz, die ein Austrocknen der Feder verhindert und eine erheblich längerer Lagerung des gefüllten Schreibgeräts ermöglicht. An einem Modell wurde die Funktionsweise gezeigt.

Insights-X 2018

Bereits im August kam der Procyon auf den Markt.

Insights-X 2018

Dieser Füllhalter hat als Besonderheit eine sehr weit an der Federspitze liegende Ansaug­öffnung, wodurch sich selbst ein kleiner Tintenrest aus dem Glas holen lässt. Der Procyon ist in fünf Farben sowie zwei Federbreiten (F/M) erhältlich und verfügt ebenfalls über den „Slip & Seal”-Mechanismus.

Insights-X 2018

Aus mir unbekannten Gründen habe ich die Tinten der Reihe „Classic Ink” zwar foto­grafiert, aber nicht näher betrachtet. Gewundert habe ich mich darüber, dass alle „Black” in Namen tragen, aber keine schwarz ist.

Insights-X 2018

Pentel

Der deutsche Ableger des japanischen Herstellers Pentel feiert im kommenden Jahr sein 50-jähriges Bestehen.

Insights-X 2018

Zu den Neuheiten gehört der Boardmarker Maxiflow Flex-Feel mit flexibler Schreibspitze, die eine Variation der Strichstärke ermöglicht.

Insights-X 2018

Eine bemerkenswert feine Pinselspitze hat der Faserschreiber Sign Pen Artist aus dem „Pentel Arts”-Sortiment.

Insights-X 2018

Er ist in zwölf Farben erhältlich.

Insights-X 2018

Weniger attraktiv fand ich die holzgefassten, wasservermalbaren Farbstifte, die vermutlich der Sortimentsabrundung dienen und mit ihrer Qualität meiner Ansicht nach nicht zu Pen­tel passen.

Insights-X 2018

Pilot

Auch der japanische Hersteller Pilot war in Nürnberg vertreten.

Insights-X 2018

Sehr schön und aus der Nähe anzusehen waren die Namiki-Füllhalter.

Insights-X 2018

Im Gespräch konnte ich u. a. erfahren, dass die Iroshizuku-Tinten auch hierzulande erhält­lich sind (meine beiden hatte bei einem Versender im Ausland gekauft).

Faber-Castell

Selbstverständlich war auch Faber-Castell dabei.

Insights-X 2018

Zu den präsentierten Neuheiten gehörten neue Tinten in Türkis und Pink, wobei letztere sogar löschbar ist.

Insights-X 2018

Zusammen mit dem silberfarbenen Bleistift GRIP 2001, inzwischen ein Klassiker, wurden ein blauer sowie ein farblich abgestimmter Radierer und Dosenspitzer gezeigt.

Insights-X 2018

Den Marker Textliner pastell gibt es jetzt in den neuen Farben Lichtgrün, Vanille und Ultra­marin, die auch zusammen mit den anderen Farben in einem 8er-Etui erhältlich sind.

Insights-X 2018

STAEDTLER

Die meisten und für mich interessantesten Neuigkeiten gab es bei STAEDTLER.

Insights-X 2018

Besonders beeindruckt hat mich die umfangreiche Sortimentserweiterung des Mars Lumo­graph. Mit 10H, 10B, 11B und 12B kamen vier Härtegrade hinzu, so dass es nun 24 sind; damit bietet der Mars Lumograph den größten Härtegradbereich und läuft sogar dem Mit­subishi Hi-uni (22 Grade) den Rang ab.

Insights-X 2018

Neu ist der Mars Lumograph jumbo, den es in fünf Härtegraden geben wird. Er ist 11 mm dick und hat eine etwa 5,3 mm starke Mine.

Insights-X 2018

Insights-X 2018

Mit dem Mars Lumograph charcoal kommt ein holzgefasster Kohlestift in drei Härtegraden auf den Markt.

Insights-X 2018

Ebenfalls neu ist der Vollgraphitstift Mars Lumograph pure graphite, der in neun Härte­graden angeboten wird; die drei weichsten Grade werden zusätzlich in einer wasservermal­baren Variante erhältlich sein.

Insights-X 2018

Auch der Ende 2015 vorgestellte Mars Lumograph black erfuhr eine Erweiterung, denn es wird ihn jetzt auch in HB und damit in sechs Härtegraden geben. – Hinzu kam der Mars Lu­mograph pastel, ein holzgefasster Pastellstift, der in fünf Farbtönen und als Blender auf den Markt kommen wird.

Insights-X 2018

Von den zahlreichen weiteren Neuigkeiten, auf die ich hoffentlich in Kürze werde eingehen können, sei noch der dicke, wasservermalbare Farb- und Wachsmalstift buddy erwähnt. Er ist aus Zedernholz gefertigt und kommt in 18 Farben in den Handel.

Insights-X 2018

Die neuen Produkte von STAEDTLER werden ab Januar 2019 verfügbar sein.

Insights-X 2018

Die nächste Insights-X öffnet am 9. Oktober 2019, und ich hoffe, dann auch wieder dabei sein zu können.

  1. Der Name setzt sich zusammen aus den ehemaligen Markennamen „Cleopatra” für Füllhalter, der zu „Cleo” wurde, und dem für Tuschezeichner verwendeten „Skribent”.

Pilot Holder

Samstag, 14. Juli 2018

Pilot Holder

Druckbleistift Pilot H-3005 (zum Vergrößern anklicken)

Pilot Holder

Pilot Holder

Der Druckbleistift H-300x1 mit der Artikelnummer HHP-300S2 war bis vor gut zehn Jahren eines der Spitzenmodelle des japanischen Herstellers Pilot. Er und die günstigeren Modelle H-100x3 (HHP-100R) und H-200x (HH-200K) waren und sind hauptsächlich wegen der Doppeldruckmechanik, mit der sich die Spitze einziehen lässt4, bekannt und beliebt5. So­bald ich mehr über die Geschichte dieser Stifte weiß, trage ich es nach. – Das Faltblatt ist hier nur ausschnittsweise gezeigt; der Rest folgt.

Anmerkung: Dem wachsamen Auge wird nicht entgangen sein, dass sich der Stift im Foto und der in dem Faltblatt abgebildete im Muster und der Beschriftung des Griffstücks, der Spitzenfom sowie der Gestal­tung des Rings unter dem Drücker unterscheiden. Das Faltblatt wurde zwar mit dem gezeigten Stift aus­geliefert, aber wohl für die erste Variante des H-2005 erstellt.

Nachtrag vom 19.7.18: Der Reddit-Nutzer cytherian bekam von Pilot Europa folgende Produktionszeiträume genannt:
H-1005: 1983–2006
H-2005: 1983–1995
H-3005: 1983–1988

Nachtrag vom 14.4.19: Details zu dem Patent, dass dem Pilot Holder vermutlich zu Grun­de liegt, gibt es unter „Doppeldruck”.

  1. Mit x = 3 oder 5 für den Minendurchmesser in ⅒ mm. Von Varianten mit 0,7-mm-Mine habe ich noch nicht gehört.
  2. „HH” steht für „Hi-Mecha Holder”. – Soweit ich weiß, wurden diese Artikelnummern um „B” („black”?) und den Minendurchmesser ergänzt, so dass der gezeigte Stift unter HHP-300S-B-03 lief.
  3. Außerhalb Japans auch als „Vanishing Point” bekannt. – Den H-1005 gab es zudem in zwei leicht unterschiedlichen Ausführungen, die sich in der Oberfläche und der Materialqualität des Kunststoffschafts sowie der Spitzenform unterschieden.
  4. Im Faltblatt heißt es: „The Pilot Holder is the first mechanical pencil in the world to adopt a mechanical lead holder with a double-push button system.” Interessant in diesem Zusammen­hang wäre, wann das Patent erteilt wurde.
  5. Zu diesen Modellen gehört auch der H-210x (HHR-200R), der aufgrund seines Design jedoch aus der Reihe fällt.

Werkzeug

Sonntag, 10. Juni 2018

Der japanische Hersteller Pilot hat die Typenbezeichnung „2020″ für etliche Druckbleistifte genutzt, angefangen vom sehr günstigen Modell aus Kunststoff bis hin zum 2020/ST mit Edelstahlschaft aus einem Stück (letzteren gab es zudem in zwei Größen). Alle mir bekann­ten Varianten hatten den „Shaker”-Mechanismus, bei dem die Mine durch kurzes Schütteln des Stifts transportiert wurde1. Der gezeigte wird auch als 2020 YOUNG bezeichnet und war in mindestens sieben Farben erhältlich. Diese Ausführung mit transparentem Griffstück spricht mich besonders an, da man hier einen Teil der Mechanik sieht. – Shinwa ist ein ja­panischer Anbieter von Messgeräten, zu dessen Sortiment auch Blei- und Farbstifte gehö­ren. Bei diesem Acryl-Lineal gefallen mir die Ziffern, die Hilfen zum einfachen Zeichnen von parallelen Linien und die sehr gute Verarbeitung.

  1. Die Typenbezeichung „2020″ hat einen besonderen Hintergrund: Im Japanischen kann die Zahl „20″ als „fure” ausgesprochen werden, ebenso das Verb „schütteln”; damit sagt „2020″, was man für den Minenvorschub tun muss. – Von Pilot gibt es auch zwei „Shaker”-Modelle mit „Fure Fure” im Namen, und zwar den Corone (HFC20R) und den Sprinter (HFST20R).

Pentel Accu Graph

Sonntag, 29. April 2018

Mein Interesse an Bleistiften und Zubehör hat wechselnde Ausprägungen. Mal benutze ich nur einen einzigen holzgefassten Bleistift, mal führe ich eine größere Auswahl mit mir herum und habe Spaß an der Vielfalt. In manchen Wochen schreibe ich ausschließlich mit Druckbleistiften, und dabei kommt es vor, dass ich Stücke, die ich vor langer Zeit gekauft habe, wiederentdecke. So erfreue ich mich zurzeit erneut an der „Accu Graph”-Serie des ja­panischen Herstellers Pentel, die in den späten 1970er Jahren1 auf den Markt kam und wohl bis in die 1990er hinein erhältlich war.

Pentel Accu Graph

Der erste war der PG1505 (0,5 mm)2, dem kurz darauf der PG2003 (0,3 mm)3 folgte4. Zwei Jahre danach kam der PG1804 (0,4 mm), den es im Gegensatz zu den anderen bei­den nur in Japan gab5. Diese Druckbleistifte gefallen mir noch genauso gut wie vor zehn Jahren, als ich auf sie aufmerksam geworden bin – ich finde sie funktionell, hochwertig und ansprechend gestaltet, obwohl (oder vielleicht gerade weil) sie nach 40 Jahren etwas alt­modisch wirken.

Pentel Accu Graph

Auch wenn ich bezweifle, dass der Accu Graph für das Technische Zeichnen angeboten wurde (denn dafür fehlt die 0,7-mm-Variante), bietet er doch alles, was man bei dieser Profession schätzte: das feste, vier Millimeter lange Minenführungsröhrchen, die exakte Führung der Mine, den verlässlichen Minentransport in kleinen Schritten6, die Griffzone für sehr guten Halt, den weit vorne liegenden Schwerpunkt und den abnehmbaren Clip7. Na­türlich sind diese Eigenschaften auch beim Schreiben von Vorteil.

Pentel Accu Graph

Die erste Generation des Accu Graph hatte keinen Härtegrad-Indikator, und in diesem sehe ich auch die einzige Schwachstelle. Das Etikett darin ist nicht sehr strapazierfähig, denn wenn man häufiger auf das Fenster im Ring fasst, löst sich der schwarze Aufdruck. Daher habe ich bei zwei Stiften das Etikett durch silberfarbenes Klebeband ersetzt, um weder auf den beschädigten Druck noch (nach Entfernen des Etiketts) auf das messingfarbene Teil darunter zu schauen. – Als kleinen Schönheitsfehler könnte man noch die geringfügigen Farbdifferenzen zwischen Schaft und Endstück des PG2003 und PG1804 bezeichnen.

Pentel Accu Graph

Mit damals 1500 bis 2000 Yen waren diese Druckbleistifte vergleichsweise teuer, doch was heute dafür verlangt wird, ist ein vielfaches davon – für einen neuwertigen Accu Graph der zweiten Generation werden inzwischen 100 US-Dollar und mehr gefordert, und Exemplare der ersten und unbenutzte in Originalverpackung erzielen oft weit höhere Preise8.

Bei den Minen bevorzuge ich übrigens die des Mitbewerbers Pilot. Habe ich früher die Pen­tel Ain in B und 2B benutzt, so bin ich schon vor einigen Jahren auf die Pilot Eno Neox 2B und dann auf den Nachfolger Pilot Neox Graphite 2B umgestiegen; Schwärzung, Bruchfes­tigkeit, Gleitfähigkeit und Radierbarkeit finde ich hervorragend.

Update vom 20.6.18: Der Name des Stifts lautet nicht „Accugraph”, sondern „Accu Graph” und wurde in manchen Katalogen mit dem Trademark-Zeichen „™” geschrieben.

  1. Bei den Jahresangaben bin ich mir nicht sicher.
  2. Dem PG1505 ging der PG15 voraus, der einen silberfarbenen Schaft und ein Griffstück mit anderer Oberfläche hatte.
  3. Ich wüsste gerne, warum der PG2003 eine andere Spitze und als einziger der drei Stifte einen dekorierten Schaft hat.
  4. Soweit ich weiß, waren diese Stifte nur in Japan und den USA, aber nicht in Deutschland erhältlich.
  5. Die vollständigen Typenbezeichungen lauten PG2003ED, PG1804DD und PG1505AD, wobei „PG” meines Wissens für „Pentel Graph” steht, eine Bezeichnung, die bereits in den 1960er Jahren verwendet wurde und sich auch heute noch bei vielen Modellen findet.
  6. Der Vorschub bei einmaligem Drücken entspricht etwa dem Minendurchmesser.
  7. Auf einen Radierer im Drücker hat man hier verzichtet.
  8. Beim Kauf eines solchen Stifts lohnt der genaue Blick auf die verchromten Teile wie z. B. den Clip, denn von diesen kann sich die Beschichtung ablösen.

Sonderanfertigung (3)

Montag, 12. März 2018

Bereits vor etwa einem Jahr hat der japanische Hersteller Pilot drei neue Varianten seines Druckbleistifts S20 auf den Markt gebracht. Im Gegensatz zu den ersten beiden, die es für 0,3- und 0,5-mm-Minen gibt, sind die neuen Modelle jedoch nur für 0,5 mm erhältlich. – Das Besondere am S20 ist sein Holzschaft, wobei das verwendete Material meines Wissens aus sehr dünnen Holzschichten besteht, die mit Kunstharz verleimt wurden. Dadurch soll es strapazierfähiger und weitgehend unempfindlich gegen Feuchtigkeit sein.

Sonderanfertigung (3)

Pilot S20 (HPS-2SK-BN5)

Konnte man die Zwinge eines S20/0,3 aufbohren, um ihn mit 0,4-mm-Minen zu nutzen, so hat man diese Möglichkeit bei den neuen Varianten nicht. Ein Teilnehmer von Reddit hat aber gezeigt, dass die Zwingen des S10 und des S20 gesteckt und austauschbar sind, und so lassen sich alle S20-Modelle einfach modifizieren1. Dieses Detail mache ich mir zunutze, um mir einen Nachfolger für den roten S20/0,4 zu basteln, der nach fast vier Jahren inten­siven Gebrauchs an der Spitze beim Drücken unangenehm hakt2. Dafür brauche ich neben dem S20 einen S10 mit der gewünschten Minenstärke (hier: 0,4 mm).

Sonderanfertigung (3)

Von oben: Pilot S10 (0,4 mm), Pilot S20 (0,5 mm)

Nach dem Abschrauben der Spitzen3 sind die Zwingen zugängig.

Sonderanfertigung (3)

Spitzen abgeschraubt

Die Zwinge des S10 lässt sich gut herausziehen, indem man unter dem Zwingenring an­setzt4. Statt einer Zange eignet sich dazu auch eine Gabel.

Sonderanfertigung (3)

Lösen der Zwinge des S10 mit einer Gabel

Danach kann man auch den Rest des S10 zerlegen, doch gebraucht werden hier nur die Zwinge ohne Zwingenring und die Spitze5. – Es fällt auf, dass sich an der Zwinge etwas Klebstoff befindet.

Sonderanfertigung (3)

Einige Teile des S10

Das Lösen der Zwinge des S20 fiel mir nicht ganz so leicht, da der Zwingenring fest im Schaft sitzt und ich nur direkt an der Zwinge ziehen konnte; dabei habe ich sie etwas ver­bogen6.

Sonderanfertigung (3)

Zwinge des S20 gelöst

Die Montage des S20 geht schnell: Zwinge des S10 hineindrücken, bis sie einrastet, und Spitze des S10 aufschrauben3. Beim roten S20 konnte man den Drücker des S10 verwen­den, doch hier passt dessen Farbe nicht. So bleibt man bei dem des S20, und wer sich an der jetzt nicht mehr korrekten Kennzeichnung stört, entfernt diese mit Metallpolitur.

Sonderanfertigung (3)

Drücker des S20

Fertig!

Sonderanfertigung (3)

Der S20 an der Lederhülle des Hobonichi Techo

Und warum das alles? Zum einen passen bei meiner Handschrift 0,4-mm-Minen am besten zum Raster des Hobonichi Techo und zum anderen wollte ich zu der Lederhülle einen Druckbleistift mit Holzschaft.

Danke an isu von the uncomfortable chair für seine Hilfe bei der Beschaffung des S20!

Anm.: Der Stoff im Hintergrund ist ein sog. Tenugui, ein traditionelles japanisches Hand­tuch, mit dem sog. Sei-gai-ha-Muster (青海波), dessen Geschichte bis in die späte Jō­mon-Zeit (1200–300 v. Chr.) zurückreicht. In Japan gelten diese symbolisierten endlosen Wellen als Glücksbringer.

Nachtrag vom 16.2.19: Wesentlich einfacher und vor allem schonender für die Zwinge als das Herausziehen ist das Herausdrücken von der anderen Seite, z. B. mit einem dicken Draht (hier: ø 3 mm mit und 1,6 mm ohne Isolierung).

Sonderanfertigung (3)

  1. Noch einfacher wäre es sicher für Pilot, diese Varianten anzubieten, aber vielleicht kommen sie ja noch. – Ich finde es kurios, dass es den S3, den S5 und den S10 in fünf Minenstärken gibt, den S20 aber nicht.
  2. Woran das liegt, konnte ich nicht herausfinden; mir fiel nur auf, dass auch das Klickgeräusch lauter geworden ist.
  3. Beim Greifen der Spitzen kann ein Stück Fahrradschlauch helfen.
  4. Ich weiß natürlich nicht, ob es für den Mechanismus so gut ist, wenn man am Zwingenring zieht und ihn dabei fest auf die Zwinge drückt, aber ich habe das mehrmals gemacht, ohne dass es danach Probleme gab. Beim fertigen S20/0,4 sind jedoch der Druckpunkt und das Klickgeräusch weniger auffällig als beim Standard-S20, was vermuten lässt, dass die drei Backen der Zwinge zusammengedrückt wurden.
  5. Das Metallgriffstück kann man für einen S15 verwenden.
  6. In diesem Zusammenhang interessant zu wissen wäre, ob die Zwingen des S3 und des S5 kompatibel zu der des S10/S20 sind.
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