Archiv der Kategorie „Kultur”

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Kurz notiert

Donnerstag, 5. September 2019
  • Vom japanischen Hersteller SEED gibt es jetzt einen transparenten Radierer. Der block­förmige SEED Clear Radar ist in zwei Größen erhältlich und kostet 100 bzw. 150 Yen (etwa 0,90 bzw. 1,30 Euro). – Danke an Sola von pencils and other things für den Hinweis!
  • Das Patent „Pencil Lead” von Mitsubishi beschreibt die Verbesserung der Bruchfestig­keit von Bleistiftminen durch eine 5 µ dünne Kunstharz-Beschichtung. Die Patentschrift ist auch wegen anderer bemerkenswerter Details lesenswert, z. B. zur Herstellung einer Farbmine, bei der zunächst eine graue oder weiße Mine gebrannt und diese dann mit einem Färbemittel imprägniert wird. Darüber hinaus wird Bornitrit als Alternative zu Graphit genannt, und auch ein Bleistifthärteprüfer wird erwähnt (ähnlich dem Elco­meter 501); außerdem wird auf Normen des JISC (Japanese Industrial Standards Com­mittee) verwiesen.
  • Und noch ein Patent: In „Pencil For Writing Or Colouring” beschreibt der französische Hersteller Conté einen durch Coextrusion gefertigten Stift zum Schreiben oder Malen, dessen Mine durch eine schützende Zwischenschicht aus Polystyrol und EVA (Ethylen­vinylacetat) umgeben ist.
  • In diesem Monat kommen zwei neue Produkte von Mitsubishi auf den Markt. Mit einem neuen Rot-Blau-Stift richtet sich das Unternehmen an Schulkinder, und für den Schaft des Kugelschreibers Limex wird das gleichnamige, aus Kalkstein hergestellte Material genutzt.
  • Am Samstag, den 14.9.19 um 20.15 Uhr zeigt die ARD den dreistündigen Film „Ottilie von Faber-Castell – Eine mutige Frau” (das „Making of” gibt es hier). Er basiert auf dem Roman „Eine Zierde in ihrem Hause. Ottilie von Faber-Castell” von Asta Scheib (Rowohlt 1998) und wurde in Tschechien gedreht; die Aufnahmen in der Bleistiftfabrik entstan­den in einer umgebauten Brauerei in Trebon (Quelle). Von Faber-Castell konnte ich erfahren, dass Asta Scheib Zugang zum Familienarchiv hatte, aber ein emanzipatorischer Roman mit nicht allzu viel Bezug zur historischen Realität entstanden ist und man an der Produktion des Films nicht beteiligt war.

Neu im Kleiderschrank

Sonntag, 10. März 2019

Neu in meinem Kleiderschrank: Ein T-Shirt mit einem Motiv der Illustratorin Lisa Müller aus Darmstadt.

Neu im Kleiderschrank

Unnötig zu sagen, dass mir das Motiv sehr gut gefällt! Ich hatte zudem das Vergnügen, Lisa gestern auf der Ausstellung der Illustratoren Darmstadt kennenzulernen.

Das T-Shirt kostet 20 Euro, und der Erlös kommt dem Kinderhospiz in Darmstadt zugute. – Mehr von Lisa gibt es auf Instagram.

Die Granate

Sonntag, 16. Dezember 2018

Seit fast neun Jahren erfreut mich das kleine Ölgemälde eines STAEDTLER Mars Lumo­graph 2B des neuseeländischen Künstlers Paul Hutchinson. Vor einer Weile hatte ich die Idee, ein weiteres Bild bei ihm in Auftrag zu geben, und nun ist es eingetroffen.

Die Granate

Unnötig zu sagen, dass dieses 9 × 8 cm kleine und für mich großartige Werk den als „Gra­nate” bekannten Handspitzer zeigt. – Die Geschichte dieses Spitzers reicht bis 1889, also knapp 130 Jahre zurück; seit vielen Jahrzehnten ist er im Sortiment von Möbius+Ruppert im fränkischen Erlangen, dem inzwischen weltweit einzigen Hersteller von Messingspitzern. In Öl und aus Messung die aktuelle Ausführung, wie sie seit den 1980er Jahren angeboten wird.

Hopjesbruin

Sonntag, 3. September 2017

Hopjesbruin

Baron Hendrik Hop, geboren 1723, lebte um 1800 in Den Haag und mochte Kaffee sehr. Der Legende nach ließ er eines Abends seinen Kaffee mit Zucker und Sahne auf dem Ofen stehen und fand diese Mischung am nächsten Morgen als Karamel wieder. Angetan vom Geschmack dieses Zufalls­produkts und von seinem Arzt aufgefordert, keinen Kaffee mehr zu trinken, bat er seinen Nachbarn, einen Konditor, Bonbons dieser Art zu machen. So entstand die heute als „Haagsche Hopjes” bekannte Süßigkeit. An deren Braunton lehnt sich die Tinte „Hopjesbruin” des ebenfalls in Den Haag ansässigen Anbieters P.W. Akker­man an, und durch die Geschichte der Hopjes habe ich an dieser Tinte1 noch mehr Freu­de.

Danke an Wowter für die leckeren Haagsche Hopjes!

  1. Hier im Pilot Legno 89s.

Auf der Suche nach dem perfekten Braun

Samstag, 10. Juni 2017

Auf der Suche nach dem perfekten Braun

Kisho ist natürlich der Goldstandard.

Neues Terrain

Donnerstag, 1. Juni 2017

Plötzlich war mir klar: Ich brauche unbedingt eine schöne braune Tinte für den Pilot Legno 89s1.

Neues Terrain

In den Geschäften meiner Umgebung konnte ich einige testen. Caran d'Ache Chromatics Organic Brown, Kaweco Karamel-Braun und Waterman Absolute Brown gehen für mich zu sehr ins Lila, und auch wenn die Pelikan 4001 Brillant-Braun gern als rotstichig bezeichnet wird, so hat mir diese Tinte doch am meisten zugesagt. Unter den (natürlich mit Vorsicht zu genießenden) Farbmustern im Internet fielen mir noch die Pilot Iroshizuku Tsukushi und die Diamine Dark Brown positiv auf. – Am liebsten wäre mir ja das Braun „Kisho”, aber das ist einzigartig und nur auf vier Pfoten anzutreffen.

Welche braunen Tinten bevorzugen meine Leser?

  1. Und für ein Notizbuch mit braunem Ledereinband sowie farblich passendem Schnitt, doch dazu bei Gelegenheit mehr.

Ein besonderer Pollux

Montag, 30. Januar 2017

Beim bewundernden Blick auf die von Joshua Thacker gravierte „Granate” dachte ich: Wie wäre es mit der Gravur eines Pollux? Es stellte sich heraus, dass Joshua von dieser Idee ebenso angetan war wie ich, und so dauerte es nicht lange, bis er mir den ersten Entwurf des Designs zeigte. Als das Stück schließlich eintraf, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Ein besonderer Pollux

Bei der Gestaltung hat sich Joshua an Art Deco orientiert, und so ziert die Enden des Spit­zers ein für diesen Stil typisches Muster, das an Sonnenstrahlen erinnert.

Ein besonderer Pollux

Die Bleistiftspitzen finde ich besonders pfiffig: Durch die Bauform des Pollux bekommen sie die konkave Form, die der Spitzer schneidet. Zudem wechseln sich runde und hexagonale Bleistifte ab.

Ein besonderer Pollux

Der Spitzer ist ein Unikat; Joshua sagte mir, dass es keinen zweiten mit diesem Design ge­ben würde.

Ein besonderer Pollux

Bezahlt habe ich den – wie ich finde – sehr moderaten Preis von 53 Euro inklusive Versand und ohne Spitzer.

Vielen Dank an Joshua Thacker für dieses Kunstwerk!

Ein außergewöhnlicher Spitzer

Samstag, 22. Oktober 2016

Es begann mit Schlüsseln. Joshua Thacker, Künstler und Juwelier aus Kentucky, USA, ver­zierte erst seine Schlüssel, dann die einiger Freunde mit Gravuren; später folgten viele Auftragsarbeiten. Manche dieser Schlüssel öffneten kein Schloss, hatten aber einen sym­bolischen Wert und erfreuten auch diejenigen, die sich ansonsten nichts aus Schmuck machen. Der Autodidakt liebt es zudem, Alltagsgegenstände in außergewöhnliche Stücke zu verwandeln, und widmete sich kürzlich dem als „Granate” bekannten Spitzerklassiker von Möbius+Ruppert.

Ein außergewöhnlicher Spitzer

Er findet, dass Bleistiftspitzer zu den Gegenständen gehören, die aufgrund ihrer Funktion und dessen, was sie für Künstler und Kunsthandwerker bedeuten, nicht nur Werkzeug, sondern auch Leinwand sein können. Dieser kleine, nüchterne Gegenstand, so Joshua Thacker weiter, ging vielen schönen Meisterwerke und großen Leistungen der Menschheit voraus, so dass er eine besondere Bearbeitung in jeder Form verdient.

Ein außergewöhnlicher Spitzer

Der Künstler, der sich von den unterschiedlichsten Dingen in seinem Umfeld inspirieren lässt, arbeitet in verschiedenen Stilen, bevorzugt aber Steampunk, Art Deco und Industrial. Seine Werke bietet er auf Etsy an; Sonderwünschen gegenüber ist er aufgeschlossen.

Ein außergewöhnlicher Spitzer

Die gravierte „Granate” wird auf Kundenwunsch angefertigt (die hier gezeigte gehört dem Künstler) und kann mit zwei oder drei Buchstaben personalisiert werden. Das Werk kostet umgerechnet etwa 54 Euro inklusive Spitzer plus Versand; günstigere Varianten mit weni­ger Gravur sind in Planung.

Ein außergewöhnlicher Spitzer

Die Arbeit und die Gedanken des Künstlers gefallen mir sehr gut, und so habe ich bereits die Gravur eines Pollux in Auftrag gegeben.

Vielen Dank an Joshua Thacker für die Fotos!

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