Archiv der Kategorie „Kultur”

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Extra Prima

Samstag, 14. November 2020

Korrekturen zu Zeiten der Schreibmaschine gingen an die Substanz: Zum Entfernen der Maschinenschrift griff man zu einem Kautschukradierer, der ein Schleifmittel enthielt1, und schabte mit diesem die Papieroberfläche ab2. Einer dieser Radierer war der Läufer 280, den ich natürlich wegen „Extra Prima” zeige.

Extra Prima

„Extra Prima” finde ich einfach großartig, und ich wünschte, das gäbe es häufiger. Wir brauchen mehr „Extra Prima”!

Extra Prima

Danke an Herrn Grosse für den Läufer3 280!

  1. Meist Glas-, aber auch Quarz- oder Bimsmehl.
  2. Diese Art des Radierens lebt im Tintenradierer weiter, z. B. in den Kombiradierern STAEDTLER Mars plastic combi 526 508, Pelikan BR 80, Doppel-Läufer UNIVERSAL-440 und dem Radierstift Faber-Castell Perfection 7057.
  3. Gegründet 1922 in Hannover, heute Läufer-Gutenberg.

The Bartleby

Mittwoch, 11. November 2020

Schon über drei Jahre online, aber für mich neu: The Bartleby, ein – so der Untertitel – Magazin für Papier- und Schreibkultur.

The Bartleby

Das zweisprachige, sehr geschmackvoll gestaltete Weblog befasst sich mit Künstlern und ihren Werken, Schreibmaterialien und Zubehör sowie verwandten Themen. Die hohe inhaltliche Qualität und die große Vielfalt sprechen mich sehr an.

Herman Melville ließ Bartleby den Schreiber sagen, „Ich möchte lieber nicht”, doch ich sage: Ich möchte, und zwar noch viele Beiträge in diesem schönen Weblog lesen.

Danke an Matthias von Bleistift für den Hinweis auf The Bartleby!

Kurz notiert

Samstag, 7. November 2020
  • Das vor wenigen Tagen offengelegte Patent „Pencil Sharpener” des japanischen Her­stel­lers Kutsuwa beschreibt einen Kurbelspitzer, bei dem der Winkel des Fräsers und damit der Spitzkonus verstellbar ist. – Danke an Wowter für den Hinweis!
  • Amüsant: Der „Far Side”-Cartoon vom 23. Oktober 2020.
  • Es sieht so aus, als hätte Platinum den nicht nur bei Urban Sketchern beliebten Carbon Pen aus dem Programm genommen. Die japanische Website führt ihn nicht mehr auf und viele Anbieter haben ihn nicht mehr vorrätig (lediglich auf eBay und Amazon Marketplace gibt es noch ein paar Angebote, wenn auch zu recht hohen Preisen).
  • STAEDTLER Japan feiert das 30-jährige Jubiläum der Druckbleistift-Serie 925 und hat dazu weitere limitierte Modelle angekündigt.

Nachtrag vom 14.11.20: Der erste limitierte STAEDTLER 925 25/35 wird hier vorge­stellt. Er wird mit zwei unterschiedlichen Drückern, aber nur in 0.5 mm angeboten und bie­tet die Möglichkeit, statt des Härtegrads den Marskopf auszuwählen. Eine nette Idee!

Tatort Büro

Montag, 2. November 2020

Erst Bleistifte, dann Blaustifte, Leim und einiges mehr: In der Firma Hesselbach geht der Büromaterial-Klau um.

Tatort Büro

Die amüsante, über sechzig Jahre alte Folge „Der Kriminalfall” der deutschen Familienserie „Die Firma Hesselbach” gibt einen Einblick in die analoge Organisation von damals und war­tet mit so manchem reizvollen Detail auf.

Tatort Büro

Danke an Kai für den Hinweis auf diese Folge!

In Szene gesetzt

Sonntag, 22. März 2020

Wenn im Film ein Schreibtisch zu sehen ist, schaue ich noch genauer hin. So auch beim Tatort „Mein Revier” aus dem Jahr 2012, der kürzlich wiederholt wurde.

In Szene gesetzt

Quelle: Tatort „Mein Revier” (ARD, 2012)1, ca. 13:52. – Bilder zm Vergrößern anklicken.

In gleich vier Einstellungen konnte man einen STAEDTLER Mars stenofix erspähen, sowohl aus der Ferne als auch aus der Nähe.

In Szene gesetzt

Quelle: Tatort „Mein Revier” (ARD, 2012), ca. 14:022.

Die Marke „STENOFIX” wurde 1929 eingetragen, und 1935 kam der erste MARS STENOFIX unter der Artikelnummer 2884 auf den Markt. Als 1967 das neue Nummernsystem ein­geführt wurde, erhielt er die Nummer 101; bis in die 80er Jahre hinein war er außer in HB noch in B und 2B er­hältlich3. Ende 2011 hat man die Produktion eingestellt und Mitte 2019 die Marke gelöscht.

In Szene gesetzt

STAEDTLER Mars stenofix 101 HB (letzte Variante)4

Diese „Tatort”-Folge fand ich übrigens geschmacklos; nach 20 Minuten habe ich abge­schaltet. Der Auftritt des Mars stenofix war indes erfreulich!

  1. Ich gehe davon aus, dass die Veröffentlichung der Screenshots des genannten Films als Zitat nach § 51 UrhG gilt, da ich das in den Screenshots Gezeigte im Beitrag thematisiere und die Screenshots als Beleg für meine Ausführungen notwendig sind.
  2. Bei dem Radierer im Hintergrund könnte es sich um den Pelikan RW 40 handeln.
  3. In den 1960er/1970er Jahren hatte STAEDTLER mit dem rosafarbenen STENO 111 einen wei­teren Stenografie-Bleistift im Programm, zu dem ich jedoch bis heute keine weiteren Details finden konnte.
  4. 2003 wurde „STENOFIX” zu „stenofix”.

Kurz notiert

Dienstag, 19. November 2019
  • Unter dem Titel „Die Macht des Bleistifts in der digitalen Welt” widmet sich das Baye­rische Fernsehen am heutigen 19.11. um 22.30 Uhr der Zeichnung und ihrer zuneh­menden Be­deutung und begleitet dazu (so der Sender) „Zeichnerinnen und Zeichner, Künstler und Laien, in Deutschland und der Welt”. – Danke an Matthias für den Hinweis!
  • Für den Bleistift Single Barrel 106 hat die Musgrave Pencil Company aus Shelbyville, Ten­nessee (USA) alte Zeder-Brettchen genutzt, die Ende der 1930er Jahre vom letzten Holz­export nach Europa übrig geblieben sind und viele Jahre später in einem eingestürzten Lagerhaus entdeckt wurden. Die Gestaltung des Stifts, seine Verpa­ckung und natürlich die Geschichte gefallen mir sehr gut, und so bedaure ich, dass Musgrave keinen Versand nach Deutschland anbietet. – Danke an Stephen von pencil talk für den Hinweis!
  • Mit dem bruchstabilen Radierer Tough erweitert der japanische Hersteller am 28.11. Tombow seine MONO-Reihe.
  • Neu von Mitsubishi/uni, ab 22.11. im japanischen Handel und an Kinder gerichtet: Der Bleistift Hatatoco sowie weitere Farben der Bleistift-Serie Palette.
  • Wohl schon eine Weile auf dem Markt, aber für mich neu: Der Radierer Zi-Keshi von Kutsuwa mit Tiermotiven, darunter auch ein Shiba Inu.

Nachtrag vom 20.11.19: Heute hat Tombow die Pressemitteilung zum Radierer Tough veröffentlicht.

Kurz notiert

Montag, 4. November 2019
  • Das Radiokolleg „Über das Schreiben” im ersten Hörfunkprogramm des Österreichischen Rundfunks beschäftigt sich mit den – so der Sender – „Facetten einer elementaren Kultur­technik”. Alle vier Folgen (1, 2, 3 und 4) sind online nachzuhören. – Danke an T.B. für den Hinweis!
  • Wer die Mechanik des Druckbleistifts Pentel P200 mag, nicht aber dessen Kunststoff­schaft, wird beim Kickstarter-Projekt „Number 9 Pencil” von Lindsay Wilson fündig. Die hexagona­len Schäfte werden in drei Materialien (Aluminium, Messing und Edelstahl) und mit sechs unterschiedlichen Griffvarianten erhältlich sein. Das Projekt hat bereits jetzt das Finanzie­rungsziel erreicht.
  • Ich habe einen Beitrag erweitert: Der zum Gelschreiber uni-ball Signo Needle enthält jetzt einen weiteren kurzen Vergleich des Needle mit dem uni-ball Signo DX 0.38.
  • Das kürzlich veröffentlichte Patent „Mechanical Pencil” von Pilot Japan beschreibt einen Druckbleistift, bei dem man von außen sieht, ob noch Minen im Vorratsbehälter sind und wie viel von der letzten Mine noch übrig ist. Dazu folgt der letzten Mine ein längs der Stift­achse verschiebbares Teil, dessen Position durch ein Fenster im Schaft erkenn­bar ist. – Etwas ähnliches gab es übrigens schon beim Pentel P154 Injecto, der ein Fenster hatte, durch das man sehen konnte, wenn man die letzte Mine benutzte (eine weitere Besonder­heit dieses Druckbleistifts war dessen Befüllung durch eine Kartu­sche).

Kurz notiert

Donnerstag, 5. September 2019
  • Vom japanischen Hersteller SEED gibt es jetzt einen transparenten Radierer. Der block­förmige SEED Clear Radar ist in zwei Größen erhältlich und kostet 100 bzw. 150 Yen (etwa 0,90 bzw. 1,30 Euro). – Danke an Sola von pencils and other things für den Hinweis!
  • Das Patent „Pencil Lead” von Mitsubishi beschreibt die Verbesserung der Bruchfestig­keit von Bleistiftminen durch eine 5 µ dünne Kunstharz-Beschichtung. Die Patentschrift ist auch wegen anderer bemerkenswerter Details lesenswert, z. B. zur Herstellung einer Farbmine, bei der zunächst eine graue oder weiße Mine gebrannt und diese dann mit einem Färbemittel imprägniert wird. Darüber hinaus wird Bornitrit als Alternative zu Graphit genannt, und auch ein Bleistifthärteprüfer wird erwähnt (ähnlich dem Elco­meter 501); außerdem wird auf Normen des JISC (Japanese Industrial Standards Com­mittee) verwiesen.
  • Und noch ein Patent: In „Pencil For Writing Or Colouring” beschreibt der französische Hersteller Conté einen durch Coextrusion gefertigten Stift zum Schreiben oder Malen, dessen Mine durch eine schützende Zwischenschicht aus Polystyrol und EVA (Ethylen­vinylacetat) umgeben ist.
  • In diesem Monat kommen zwei neue Produkte von Mitsubishi/uni Japan auf den Markt. Mit einem neuen Rot-Blau-Stift richtet sich das Unternehmen an Schulkinder, und für den Schaft des Kugelschreibers Limex wird das gleichnamige, zu über 50% aus Kalkstein her­gestellte Material genutzt.
  • Am Samstag, den 14.9.19 um 20.15 Uhr zeigt die ARD den dreistündigen Film „Ottilie von Faber-Castell – Eine mutige Frau” (das „Making of” gibt es hier). Er basiert auf dem Roman „Eine Zierde in ihrem Hause. Ottilie von Faber-Castell” von Asta Scheib (Rowohlt 1998) und wurde in Tschechien gedreht; die Aufnahmen in der Bleistiftfabrik entstan­den in einer umgebauten Brauerei in Trebon (Quelle). Von Faber-Castell konnte ich erfahren, dass Asta Scheib Zugang zum Familienarchiv hatte, aber ein emanzipatorischer Roman mit nicht allzu viel Bezug zur historischen Realität entstanden ist und man an der Produktion des Films nicht beteiligt war.
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