Sonderanfertigung (4)

19. Mai 2018

Zu den Druckbleistiften der Serie 925 25 von STAEDTLER muss man wohl nichts mehr sa­gen, denn diese erfreuen sich anhaltender Beliebtheit. Der in Japan und mit Ausnahme des Minenvorratsbehälters komplett aus Metall gefertigte Stift, den es in sechs Minendurch­messern gibt, war zunächst nur dort erhältlich, doch nach der Vorstellung auf der Paper­world 2009 in Frankfurt/Main gab es ihn auch hier1. Leider hat ihn STAEDTLER Deutschland 2012 wieder aus dem Sortiment genommen, aber die japanische Variante2 ist bei zahlrei­chen Versendern problemlos und schon ab 9 Euro erhältlich.

Sonderanfertigung (4)

Vor einer Weile kam mir das Foto eines 925 25 mit Holzschaft unter3, was mich angeregt hat, bei [Name und Website entfernt], der mir bereits zwei geschmackvolle Bleistiftverlän­gerer gefertigt hat, zwei Schäfte in Auftrag zu geben. Heute kamen die guten Stücke.

Der oben gezeigte Schaft ist aus Kirschholz4. Mir gefällt die Kombination aus hellem Holz und dem Metall sehr gut, und so freue ich mich über dieses Unikat5. – Pro Schaft habe ich 14 Euro bezahlt.

  1. Die 1,3- und die 2,0-mm-Variante waren hier jedoch nie erhältlich.
  2. Die Stifte unterscheiden sich meines Wissens nur in der Kennzeichnung.
  3. Leider finde ich die Quelle nicht mehr.
  4. Der andere ist aus Nussbaum und wird seinen Auftritt bei anderer Gelegenheit haben.
  5. Wie auf Twitter zu sehen, sind die Schäfte des STAEDTLER 925 25 und des Platinum Pro-Use MSD-1000B austauschbar, so dass der Holzschaft auch auf letzteren passen müsste. – Dort wird die Typenbezeichnung MSD-1500 angegeben, aber die ist falsch.

Am Wasser

5. Mai 2018

Am Wasser

Kisho und Maja

Am Wasser

Am Wasser

Pentel Accugraph

29. April 2018

Mein Interesse an Bleistiften und Zubehör hat wechselnde Ausprägungen. Mal benutze ich nur einen einzigen holzgefassten Bleistift, mal führe ich eine größere Auswahl mit mir herum und habe Spaß an der Vielfalt. In manchen Wochen schreibe ich ausschließlich mit Druckbleistiften, und dabei kommt es vor, dass ich Stücke, die ich vor langer Zeit gekauft habe, wiederentdecke. So erfreue ich mich zurzeit erneut an der Accugraph-Serie des ja­panischen Herstellers Pentel, die in den späten 1970er Jahren1 auf den Markt kam und wohl bis in die 1990er hinein erhältlich war.

Pentel Accugraph

Der erste war der PG1505 (0,5 mm)2, dem kurz darauf der PG2003 (0,3 mm)3 folgte4. Zwei Jahre danach kam der PG1804 (0,4 mm), den es im Gegensatz zu den anderen bei­den nur in Japan gab5. Diese Druckbleistifte gefallen mir noch genauso gut wie vor zehn Jahren, als ich auf sie aufmerksam geworden bin – ich finde sie funktionell, hochwertig und ansprechend gestaltet, obwohl (oder vielleicht gerade weil) sie nach 40 Jahren etwas alt­modisch wirken.

Pentel Accugraph

Auch wenn ich bezweifle, dass der Accugraph für das Technische Zeichnen angeboten wurde (denn dafür fehlt die 0,7-mm-Variante), bietet er doch alles, was man bei dieser Profession schätzte: das feste, vier Millimeter lange Minenführungsröhrchen, die exakte Führung der Mine, den verlässlichen Minentransport in kleinen Schritten6, die Griffzone für sehr guten Halt, den weit vorne liegenden Schwerpunkt und den abnehmbaren Clip7. Na­türlich sind diese Eigenschaften auch beim Schreiben von Vorteil.

Pentel Accugraph

Die erste Generation des Accugraph hatte keinen Härtegrad-Indikator, und in diesem sehe ich auch die einzige Schwachstelle. Das Etikett darin ist nicht sehr strapazierfähig, denn wenn man häufiger auf das Fenster im Ring fasst, löst sich der schwarze Aufdruck. Daher habe ich bei zwei Stiften das Etikett durch silberfarbenes Klebeband ersetzt, um weder auf den beschädigten Druck noch (nach Entfernen des Etiketts) auf das messingfarbene Teil darunter zu schauen. – Als kleinen Schönheitsfehler könnte man noch die geringfügigen Farbdifferenzen zwischen Schaft und Endstück des PG2003 und PG1804 bezeichnen.

Pentel Accugraph

Mit damals 1500 bis 2000 Yen waren diese Druckbleistifte vergleichsweise teuer, doch was heute dafür verlangt wird, ist ein vielfaches davon – für einen neuwertigen Accugraph der zweiten Generation werden inzwischen 100 US-Dollar und mehr gefordert, und Exemplare der ersten und unbenutzte in Originalverpackung erzielen oft weit höhere Preise8.

Bei den Minen bevorzuge ich übrigens die des Mitbewerbers Pilot. Habe ich früher die Pen­tel Ain in B und 2B benutzt, so bin ich schon vor einigen Jahren auf die Pilot Eno Neox 2B und dann auf den Nachfolger Pilot Neox Graphite 2B umgestiegen; Schwärzung, Bruchfes­tigkeit, Gleitfähigkeit und Radierbarkeit finde ich hervorragend.

  1. Bei den Jahresangaben bin ich mir nicht sicher.
  2. Dem PG1505 ging der PG15 voraus, der einen silberfarbenen Schaft und ein Griffstück mit anderer Oberfläche hatte.
  3. Ich wüsste gerne, warum der PG2003 eine andere Spitze und als einziger der drei Stifte einen dekorierten Schaft hat.
  4. Soweit ich weiß, waren diese Stifte nur in Japan und den USA, aber nicht in Deutschland erhältlich.
  5. Manchen Quellen zufolge lauten die vollständigen Typenbezeichungen PG2003ED, PG1804DD und PG1505AD, wobei „PG” meines Wissens für „Pentel Graph” steht, eine Bezeichnung, die bereits in den 1960er Jahren verwendet wurde und sich auch heute noch bei vielen Modellen findet.
  6. Der Vorschub bei einmaligem Drücken entspricht etwa dem Minendurchmesser.
  7. Auf einen Radierer im Drücker hat man hier verzichtet.
  8. Beim Kauf eines solchen Stifts lohnt der genaue Blick auf die verchromten Teile wie z. B. den Clip, denn von diesen kann sich die Beschichtung ablösen.

Auf Abwegen

24. April 2018

Auf Abwegen

Wenn ich mal nicht hier war (was in letzter Zeit häufer vorkam), bin ich vielleicht durch die Gegend getrabt (was in nächster Zeit häufiger vorkommen wird). Viele Jahre hat mir das Joggen sehr gut getan, bis ich vor zehn Jahren aus Faulheit (ja, wirklich!) damit aufgehört habe. Der Neuanfang war nicht so schlimm, wie ich befürchtet habe: Ein paar der inzwi­schen hinzugekommenen Pfunde durch andere Ernährung runter, zwei Monate fast täglich auf den Crosstrainer und dann raus. Begonnen habe ich mit drei Kilometern, und jetzt, nach etwa zweieinhalb Wochen, komme ich auf bis zu sieben Kilometer im gemächlichen 6,5er-Schnitt. Damit gewinne ich natürlich keinen Preis, aber mir geht's nur um Körper und Geist, und gerade für letzteren ist das Laufen eine Wohltat. Mein Ziel ist, weiterhin drei-, besser viermal in der Woche zu laufen und in absehbarer Zeit zehn Kilometer im 6er-Schnitt zu schaffen (auch wenn ich damit noch lange nicht bei dem bin, was ich früher gemacht habe, aber ich bin ja auch nicht jünger geworden). – Nein, Kisho rennt nicht mit; er steigt immer in der zweiten, deutlich gemütlicheren Runde ein.

Fundstift

11. April 2018

Heute früh auf unserem Parkplatz: Ein STAEDTLER Noris school pencil.

Fundstift

Das hat mich überrascht, denn dieser Bleistift wurde zwar in Deutschland gefertigt, aber offi­ziell nur in England angeboten; meines Wissens ist er schon länger nicht mehr im Sor­timent von STAEDTLER UK. Wie er wohl hier her kam? (Meine Exemplare haben das Haus bis jetzt nicht verlassen.) – Dem Zustand nach lag er wahrscheinlich noch nicht lange dort.

Kurz notiert

6. April 2018

Sonderanfertigung (3)

12. März 2018

Bereits vor etwa einem Jahr hat der japanische Hersteller Pilot drei neue Varianten seines Druckbleistifts S20 auf den Markt gebracht. Im Gegensatz zu den ersten beiden, die es für 0,3- und 0,5-mm-Minen gibt, sind die neuen Modelle jedoch nur für 0,5 mm erhältlich. – Das Besondere am S20 ist sein Holzschaft, wobei das verwendete Material meines Wissens aus sehr dünnen Holzschichten besteht, die mit Kunstharz verleimt wurden. Dadurch soll es strapazierfähiger und weitgehend unempfindlich gegen Feuchtigkeit sein.

Sonderanfertigung (3)

Pilot S20 (HPS-2SK-BN5)

Konnte man die Zwinge eines S20/0,3 aufbohren, um ihn mit 0,4-mm-Minen zu nutzen, so hat man diese Möglichkeit bei den neuen Varianten nicht. Ein Teilnehmer von Reddit hat aber gezeigt, dass die Zwingen des S10 und des S20 gesteckt und austauschbar sind, und so lassen sich alle S20-Modelle einfach modifizieren1. Dieses Detail mache ich mir zunutze, um mir einen Nachfolger für den roten S20/0,4 zu basteln, der nach fast vier Jahren inten­siven Gebrauchs an der Spitze beim Drücken unangenehm hakt2. Dafür brauche ich neben dem S20 einen S10 mit der gewünschten Minenstärke (hier: 0,4 mm).

Sonderanfertigung (3)

Von oben: Pilot S10 (0,4 mm), Pilot S20 (0,5 mm)

Nach dem Abschrauben der Spitzen3 sind die Zwingen zugängig.

Sonderanfertigung (3)

Spitzen abgeschraubt

Die Zwinge des S10 lässt sich gut herausziehen, indem man unter dem Zwingenring an­setzt4. Statt einer Zange eignet sich dazu auch eine Gabel.

Sonderanfertigung (3)

Lösen der Zwinge des S10 mit einer Gabel

Danach kann man auch den Rest des S10 zerlegen, doch gebraucht werden hier nur die Zwinge ohne Zwingenring und die Spitze5. – Es fällt auf, dass sich an der Zwinge etwas Klebstoff befindet.

Sonderanfertigung (3)

Einige Teile des S10

Das Lösen der Zwinge des S20 fiel mir nicht ganz so leicht, da der Zwingenring fest im Schaft sitzt und ich nur direkt an der Zwinge ziehen konnte; dabei habe ich sie etwas ver­bogen6.

Sonderanfertigung (3)

Zwinge des S20 gelöst

Die Montage des S20 geht schnell: Zwinge des S10 hineindrücken, bis sie einrastet, und Spitze des S10 aufschrauben3. Beim roten S20 konnte man den Drücker des S10 verwen­den, doch hier passt dessen Farbe nicht. So bleibt man bei dem des S20, und wer sich an der jetzt nicht mehr korrekten Kennzeichnung stört, entfernt diese mit Metallpolitur.

Sonderanfertigung (3)

Drücker des S20

Fertig!

Sonderanfertigung (3)

Der S20 an der Lederhülle des Hobonichi Techo

Und warum das alles? Zum einen passen bei meiner Handschrift 0,4-mm-Minen am besten zum Raster des Hobonichi Techo und zum anderen wollte ich zu der Lederhülle einen Druckbleistift mit Holzschaft.

Danke an isu von the uncomfortable chair für seine Hilfe bei der Beschaffung des S20!

Anm.: Der Stoff im Hintergrund ist ein sog. Tenugui, ein traditionelles japanisches Hand­tuch, mit dem sog. Sei-gai-ha-Muster (青海波), dessen Geschichte bis in die späte Jō­mon-Zeit (1200–300 v. Chr.) zurückreicht. In Japan gelten diese symbolisierten endlosen Wellen als Glücksbringer.

  1. Noch einfacher wäre es sicher für Pilot, diese Varianten anzubieten, aber vielleicht kommen sie ja noch. – Ich finde es kurios, dass es den S3, den S5 und den S10 in fünf Minenstärken gibt, den S20 aber nicht.
  2. Woran das liegt, konnte ich nicht herausfinden; mir fiel nur auf, dass auch das Klickgeräusch lauter geworden ist.
  3. Beim Greifen der Spitzen kann ein Stück Fahrradschlauch helfen.
  4. Ich weiß natürlich nicht, ob es für den Mechanismus so gut ist, wenn man am Zwingenring zieht und ihn dabei fest auf die Zwinge drückt, aber ich habe das mehrmals gemacht, ohne dass es danach Probleme gab. Beim fertigen S20/0,4 sind jedoch der Druckpunkt und das Klickgeräusch weniger auffällig als beim Standard-S20, was vermuten lässt, dass die drei Backen der Zwinge zusammengedrückt wurden.
  5. Das Metallgriffstück kann man für einen S15 verwenden.
  6. In diesem Zusammenhang interessant zu wissen wäre, ob die Zwingen des S3 und des S5 kompatibel zu der des S10/S20 sind.

Wer, wie, wann?

17. Februar 2018

Wer, wie, wann?

Wann und wie haben Bleistift und Radierer zusammengefunden und wer war daran betei­ligt? Spannende Antworten auf diese Fragen und überraschende Details liefert die dreitei­lige Serie “Regarding the First Attachable Eraser” (Teil 2, Teil 3) bei Contrapuntalism.

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