Tradition und Wandel

30. November 2019

Diese Anzeige von J.S. STAEDTLER aus dem Jahr 1941 hat mich erneut dazu angeregt, ge­nauer auf den Bleistift „Tradition” zu schauen.

Tradition und Wandel

Die Marke „Tradition” wurde 1931 eingetragen und seitdem für Schreibwaren unterschied­lichster Art benutzt, ist aber hier hauptsächlich durch den gleichnamigen Bleistift bekannt. Dessen Gestaltung hat sich in den über 80 Jahren seiner Existenz mehrmals geändert.

Tradition und Wandel

(zum Vergrößern anklicken)

Der immer in schwarz und rot gehaltene Tradition1 hatte zunächst kein Kronenkäppchen (1, 19362), denn dieses kam erst 19383. Danach änderte sich u. a. die Darstellung des Härte­grads mehrmals. Die Kennzeichnung auf allen Seiten und die gewellten Linien (2, 19472) kamen und gingen, und von den Ziffern ging es zu Buchstaben und wieder zurück (3, ca. 1950er Jahre).

In den 1960er Jahren kehrte sich die Richtung der Beschriftung um. 19674 führte man ein neues Nummernsystem ein, wodurch 200 durch 110 ersetzt wurde. In der gleichen Zeit ver­schwanden meines Wissens auch der Viertelmond und die Jahreszahl 1662, die man nach einem Rechtsstreit mit Faber-Castell ab 2010 gar nicht mehr nannte.

Im Jahr 19774 wechselte man von der goldfarbenen zur weißen Beschriftung in Helvetica5-Versalien (4, zwischen 1973 und 20016). Zu sehen ist hier auch das Zeichen für „Sicher­heits­verleimung”, bei der man unterschiedliche Leime für Mine-Holz und Holz-Holz einsetzte (dies wurde zum Standard).

20034 wich die Großschreibung der Gemischtschreibung in Frutiger5, und ver­mut­lich bekam der tradition bei dieser Gelegenheit auch den kleinen Anfangsbuchstaben, der ihn heute noch ziert (5). 19904 kam der Strichcode hinzu.

Tradition und Wandel

Über 80 Jahre liegen zwischen diesen Bleistiften

Durch eine Umstellung in der Fertigung ließen sich neun statt bisher acht Stifte aus einem Sandwich fertigen, doch wann das war, kann ich leider nicht sagen. Ebenso wenig weiß ich, wann die Blindprägung hinzu kam und der tradition 112, die Ausführung mit Radiertip, ein­geführt wurde.

Natürlich gab es noch weitere Änderungen. Inzwischen ist der tradition nicht mehr wie frü­her aus Zeder7, sondern aus Kolorado-Tanne8, und im Vergleich der Generationen sind deutliche Qualitätsunterschiede bei den Minen zu spüren. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass die Minenqualität des tradition 110 wieder sehr gut ist (meine Exemplare mit der Be­schrif­tung in Versalien sind da eher enttäuschend9). Zudem gab es Varianten bei der Her­kunfts­angabe10.

Es wurde aber noch etwas geändert, doch was war das? Wer als erster einen Kommentar mit der richtigen Antwort und einer funktionierenden E-Mail-Adresse hinterlässt, bekommt eine kleine Überraschung.

  1. Mir ist zu spät aufgefallen, dass ich für die Fotos einen aktuellen tradition ausgesucht habe, bei dem der weiße Lack im Kronenkäppchen etwas dünner ausgefallen ist und den roten Lack daher leicht durchscheinen lässt. Dies ist natürlich eine Ausnahme und nicht die Regel.
  2. Quelle: Kennzeichnung des Stifts aus einer Sammlungsauflösung.
  3. Siehe dazu „J.S. Staedtler Noris 1100 № 2″.
  4. Quelle: STAEDTLER.
  5. Oder ein sehr ähnlicher Font.
  6. In dieser Zeit nutzte man diese an einen Integralhelm erinnernde Variante des Mars-Kopfes.
  7. Genauer: Kalifornische Bleistiftzeder; siehe dazu „Bleistifthölzer.
  8. Ich meine mich zu erinnern, dass der tradition – ebenso wie der Noris – auch mal (vor etwa zehn Jahren?) aus Jelutong gefertigt wurde.
  9. Gleiches gilt übrigens für den Lumograph 100 und den Noris 120 aus dieser Zeit.
  10. Einen interessanten Blick auf Exemplare des tradition aus Deutschland, England und Australien gibt es unter „Staedtler tradition 110″ bei Bleistift.

Kurz notiert

19. November 2019
  • Unter dem Titel „Die Macht des Bleistifts in der digitalen Welt” widmet sich das Baye­rische Fernsehen am heutigen 19.11. um 22.30 Uhr der Zeichnung und ihrer zuneh­menden Be­deutung und begleitet dazu (so der Sender) „Zeichnerinnen und Zeichner, Künstler und Laien, in Deutschland und der Welt”. – Danke an Matthias für den Hinweis!
  • Für den Bleistift Single Barrel 106 hat die Musgrave Pencil Company aus Shelbyville, Ten­nessee (USA) alte Zeder-Brettchen genutzt, die Ende der 1930er Jahre vom letzten Holz­export nach Europa übrig geblieben sind und viele Jahre später in einem eingestürzten Lagerhaus entdeckt wurden. Die Gestaltung des Stifts, seine Verpa­ckung und natürlich die Geschichte gefallen mir sehr gut, und so bedaure ich, dass Musgrave keinen Versand nach Deutschland anbietet. – Danke an Stephen von pencil talk für den Hinweis!
  • Mit dem bruchstabilen Radierer Tough erweitert der japanische Hersteller am 28.11. Tombow seine MONO-Reihe.
  • Neu von Mitsubishi/uni, ab 22.11. im japanischen Handel und an Kinder gerichtet: Der Bleistift Hatatoco sowie weitere Farben der Bleistift-Serie Palette.
  • Wohl schon eine Weile auf dem Markt, aber für mich neu: Der Radierer Zi-Keshi von Kutsuwa mit Tiermotiven, darunter auch ein Shiba.

Nachtrag vom 20.11.19: Heute hat Tombow die Pressemitteilung zum Radierer Tough veröffentlicht.

„Ein paar Buntstifte”

11. November 2019

Schreibwaren sind in der ZDF-Sendereihe „Bares für Rares” nur selten zu sehen, doch Ende August gab es eine Besonderheit.

„Ein paar Buntstifte”

Mit „Ich habe heute ein paar Buntstifte dabei” trat ein Gast zunächst vor den Experten und dann vor die fünf Händler, um ein wohl gut 100 Jahre altes und unbenutztes Set Krokierstifte von Johann Faber anzubieten. Der Kaufbetrag lag zum Schluss weit über der Schätzung des Experten, war aber meiner Ansicht nach immer noch recht niedrig. – Der Ausschnitt ist hier1 zu sehen.

Danke an den unbekannten Leser, der mich über das Kontaktformular darauf hingewiesen hat!

  1. Der Titel ist jedoch irreführend.

Kurz notiert

4. November 2019
  • Das Radiokolleg „Über das Schreiben” im ersten Hörfunkprogramm des Österreichischen Rundfunks beschäftigt sich mit den – so der Sender – „Facetten einer elementaren Kultur­technik”. Alle vier Folgen (1, 2, 3 und 4) sind online nachzuhören. – Danke an T.B. für den Hinweis!
  • Wer die Mechanik des Druckbleistifts Pentel P200 mag, nicht aber dessen Kunststoff­schaft, wird beim Kickstarter-Projekt „Number 9 pencil” von Lindsay Wilson fündig. Die hexagona­len Schäfte werden in drei Materialien (Aluminium, Messing und Edelstahl) und mit sechs unterschiedlichen Griffvarianten erhältlich sein. Das Projekt hat bereits jetzt das Finanzie­rungsziel erreicht.
  • Ich habe einen Beitrag erweitert: Der zum Gelschreiber uni-ball Signo Needle enthält jetzt einen weiteren kurzen Vergleich des Needle mit dem uni-ball Signo DX 0.38.
  • Das kürzlich veröffentlichte Patent „Mechanical Pencil” von Pilot Japan beschreibt einen Druckbleistift, bei dem man von außen sieht, ob noch Minen im Vorratsbehälter sind und wie viel von der letzten Mine noch übrig ist. Dazu folgt der letzten Mine ein längs der Stift­achse verschiebbares Teil, dessen Position durch ein Fenster im Schaft erkenn­bar ist. – Etwas ähnliches gab es übrigens schon beim Pentel P154 Injecto, der ein Fenster hatte, durch das man sehen konnte, wenn man die letzte Mine benutzte (eine weitere Besonder­heit dieses Druckbleistifts war dessen Befüllung durch eine Kartu­sche).

Pentel Mechanica

26. Oktober 2019

Der Mechanica des japanischen Herstellers Pentel hat etwas, das es auch 50 Jahre nach Markteinführung bei keinem anderen Druckbleistift gibt: Dreht man den Griff, fährt eine Hülse zum Schutz des Minenführungsröhrchen heraus.

Pentel Mechanica

Erdacht hat sich dies Yukio Horie, Gründer von Dai Nihon Bungu Kabushiki Kaisha, dem Un­ternehmen, das sich 1971 den Namen Pentel gab. Sein Patent wurde in Japan am 29. Mai 1968 angemeldet, und im darauffolgenden Jahr kam der Mechanica in den Handel1.

Pentel Mechanica

Das britische Patent „Mechanical Pencil”

Den Mechanica gab es in den Minendurchmessern 0,3 und 0,5 mm, drei leicht unterschied­lichen Designs und verschiedenen Ausstattungsvarianten2. Auf diese De­tails sind jedoch be­reits andere eingegangen, und so möchte ich mich auf das konzentrie­ren, was diesen Druck­bleistift so einzigartig macht, nämlich den Schutz des Minenführungsröhrchens. Auf­schluss gibt die Patentschrift.

Pentel Mechanica

Aus dem britischen Patent „Mechanical Pencil”

Naturgemäß ist sie sehr ausführlich und in einer speziellen Sprache gehalten3; hier eine Kurz­fassung.

Pentel Mechanica

Aus dem britischen Patent „Mechanical Pencil”

Die Teile:

  1. Klemmhülse
  2. Minenführungsröhrchen
  3. Schaft
  4. Vorderer Teil des Schafts
  5. Mine
  6. Endkappe mit Drücker
  7. Äußerer Zylinder
  8. Spiralschlitz
  9. Innerer Zylinder
  10. Längsschlitz
  11. Ringkragen
  12. Befestigungspunkt
  13. Schutzhülse
  14. Knopf
  15. Griffhülse
  16. Ring

Am vorderen Teil des Schafts (4) ist der innere Zylinder (9) befestigt. In diesem sitzt längs verschiebbar die Schutzhülse (13), deren Knopf (14) so lang ist, dass er durch den Längs­schlitz (10) des inneren Zylinders (9) in den Spiralschlitz (8) des darüber sitzenden und dreh­baren äußeren Zylinders (7) reicht. Letzterer ist als Feder ausgeführt, so dass er durch Kraft­schluss in der Griffhülse (15) gehalten und immer zusammen mit dieser gedreht wird. Ringkragen (11) und Ring (16) verhindern das Verschieben von äußerem Zylinder und Griff­hülse.

Doch wie führt die Dreh- zu einer Längsbewegung? Dreht man die Griffhülse, läuft der Knopf der Schutzhülse im Spiralschlitz des äußeren Zylinders. Die Schutzhülse würde sich nur mit­drehen, aber der Längsschlitz des inneren Zylinders zwingt sie in Längsrichtung4. So bewegt eine knappe Umdrehung der Griffhülse die Schutzhülse über die komplette Länge5 (eine ge­ringe Drehbewegung bleibt natürlich). – Die Mechanik ist spielarm und leichtgän­gig, und das Logo auf dem Karton nimmt Bezug auf ihre Funktion.

Pentel Mechanica

Karton (Ausschnitt)

Angesichts der durchdachten Mechanik des Stifts ist es kurios, dass man ihm einen Clip bei­gelegt hat, der nicht richtig passt.

Pentel Mechanica

Er ist nahezu identisch zu dem des Pentel P200, nur etwas kürzer, und hat ebenfalls einen zy­lindrischen, geschlitzten Ring, der auf den entsprechend geformten Abschnitt des P200 passt, aber auf dem konischen, zwölfflächigen Schaft des Mechanica keinen Halt findet. Schiebt man den Clip so weit auf den Schaft, dass er leidlich sitzt, ist er zu weit vom Stift­ende entfernt und hinterlässt, da der Ring nicht flächig aufliegt, mit einer Kante leichte Druckstellen am Schaft. Jeder Versuch, den Clip zu benutzen, führt dazu, dass er sich löst.

Während ich meine Leser mit ermüdenden Details nicht nur zum Innenleben des Mechani­ca strapaziere, geht der Hersteller mit seinen Kunden schonender um und im Beileger nur auf Handhabung und Wartung des Schreibgeräts ein.

Pentel Mechanica

Aus dem Beileger

Das Befüllen des Stifts, der Minenvorschub usw. mag vor 50 Jahren erklärungsbedürftig ge­wesen sein6, ist aber heute allgemein bekannt und muss hier nicht mehr wiedergegeben werden (auch wenn die Abbildungen im Beileger reizvoll sind). So beschränke ich mich hier auf die besondere Aspekte dieses Druckbleistifts.

Pentel Mechanica

Der Mechanica aus Benutzersicht:

  1. Spitze
  2. Schutzhülse
  3. Griffhülse
  4. Ring7
  5. Schaft8
  6. Härtegradindikator
  7. Endkonus
  8. Drücker

Pentel Mechanica

Aus dem Beileger

Hier wird beschrieben, den Stift dadurch gebrauchsfertig zu machen, in dem man mit der einen Hand die Griffhülse hält und mit der anderen den Schaft nach links dreht, bis die Schutzhülse die Spitze freigelegt hat, und den Stift in die entgegengesetzte Richtung zu drehen, um die Schutzhülse wieder über die Spitze hinaustreten zu lassen. Dazu gibt es den Hinweis, ein Überdrehen der Griffhülse zu vermeiden, weil sie sich sonst lösen kann. Auf den folgenden Seiten finden sich Details zum Einstellen und Rückstellen der Mine, zum Nachfüllen, zur Reinigungsnadel, zum Härtegradindikator und zur Schutzhülle.

Pentel Mechanica

Aus dem Beileger

Die Anleitung zum Zerlegen des Mechanismus beginnt mit dem Hinweis, dies möglichst zu vermeiden, da sich der Zusammenbau als schwierig erweisen könnte. Das hat mich moti­viert und wie beschrieben vorgehen lassen.

Pentel Mechanica

Schutzhülse zur Sicherheit herausdrehen.

Pentel Mechanica

Griffhülse abziehen.

Pentel Mechanica

Schutzhülse abnehmen (ggf. wie eine Schraube herausdrehen).

Pentel Mechanica

Äußeren Zylinder abnehmen (er muss sich leicht aufbiegen, damit er über den Ringkragen passt). – Hier fallen zwei Unterschiede zum Patent auf: Zum einen ist der äußere Zylinder symmetrisch ausgeführt9, kann also auch anders herum aufgesteckt werden, und zum an­deren hat der innere Zylinder einen zweiten Ringkragen.

Kann man den Mechanica noch weiter zerlegen?

Pentel Mechanica

Ja, denn die Spitze lässt sich lösen, um bei Problemen mit dem Minenvorschub die Zwinge reinigen zu können.

Pentel Mechanica

Spitze abschrauben und ggf. Minenreste aus der Zwinge entfernen.

Der Zusammenbau ist in der Tat nicht ganz einfach, weil der äußere Zylinder, wenn er auf dem inneren sitzt, beim Aufsetzen der Griffhülse fest zusammengedrückt werden muss, damit er nicht durch die Griffhülse über den zweiten Ringkragen geschoben wird (unnötig zu sagen, dass sich dann alles verkeilt und die Teile beschädigt werden können). – Die Me­chanik ist werkseitig leicht geschmiert.

Pentel Mechanica

Aus dem Katalog von Pentel Japan (1999)

Ich benutze den Mechanica sehr gerne. Dass sein Griff ziemlich glatt ist, der Clip nicht passt und der Minenvorschub mit 2,8 mm pro zehnmal Drücken sehr gering ausfällt, sind Kleinig­keiten – die hohe Material- und Verarbeitungsqualität, die spielfreie Minenführung, das in mei­nen Augen reizvolle Design und und natürlich die spezielle Mechanik machen den Pentel Me­chanica auch heute noch zu einem besonderen Druckbleistift.

Wann genau die Produktion des Mechanica eingestellt wurde, weiß ich nicht, aber es ist manchmal von 2002 die Rede; heute ist er nur noch sehr schwer zu bekommen. – Die Schutz­hülse, wenn auch abnehmbar und nicht integriert, kam übrigens 1970 beim Pentel Mecha­nica Graph wieder.

Danke an Sola von pencils and other things für die Übersetzung des Beilegers!

  1. Der Mechanica war der weltweit erste Druckbleistift für 0,3-mm-Minen und bekam außerdem den Long Life Design Award (Quellen: Pentel Design, Good Design Award).
  2. Der Lieferumfang und die Verpackung des Mechanica waren vergleichsweise aufwändig: Ein Karton schützte die Klappbox aus Kunststoff, und in dieser befand sich neben dem Stift ein Clip, eine Schutzhülle (zunächst aus Leder, später aus Kunststoff), ein Röhrchen Minen, ein Beileger (Japanisch für die lokale und Englisch/Französisch/Deutsch für die Exportvariante) und – in frühen Versionen – ein Tuch. Durchgehend geblieben sind der gelbe Härtegradindi­kator für die 0,5-mm-Variante und der rote für 0,3 mm; auch war immer nur bei letzterer die Gravur der Griffhülse mit schwarzer Farbe gefüllt. – Eine sehr frühe (die erste?) internationale Varian­te ist unter „PENTEL MECHANICA 0.3m/m” zu sehen, und viele weitere Details zu den anderen gibt es bei 2本のメカニカを比較する und 徹底比較「3本のメカニカ 〜付属品編〜」.
  3. Ich muss gestehen, dass ich nicht selten Gefallen an dieser finde.
  4. Durch die Reibung des Knopfes an den Kanten der Schlitze ist natürlich mit einem gewissen Verschleiß zu rechnen, doch dieser dürfte sich in Grenzen halten.
  5. Die Schutzhülse fährt übrigens etwa einen Millimeter über das Minenführungsröhrchen hinaus, so dass auch noch die eventuell herausstehende Mine geschützt wäre.
  6. Der erste Feinminenstift kam 1960, also neun Jahre vor dem Mechanica, auf den Markt (Quelle: Pentel Japan).
  7. Die erste Variante war hier u. a. mit „JIS S 6013″ gekennzeichnet, der japanischen Norm für Druckbleistifte (identisch zu ISO 9177-1).
  8. Manchen Quellen zufolge ist er aus einem POM (Polyoxymethylen) gefertigt.
  9. Wie unter 徹底比較「3本のメカニカ 〜本体編〜」 zu sehen ist, kam dies erst mit der zweiten Variante.

Kurz notiert

21. Oktober 2019
  • STAEDTLER Japan bietet den schwarzen 925 35 wieder an. Dieser Druckbleistift kam 1990 auf den Markt, wurde aber nach ein paar Jahren aus dem Sortiment genommen. Die Neu­auflage, mit „B” für „black” gekennzeichnet, ist in 0,3 mm, 0,5 mm und 2 mm erhältich.
  • uni-ball Japan hat für den 20. Dezember den Jetstream Edge angekündigt. Mit nur 0,28 mm Durchmesser ist seine Kugel die kleinste, die es bisher in einem Kugelschreiber gab; zudem soll eine verbesserte Spitzengeometrie den Stift noch leichter gleiten lassen. Den Edge wird es in fünf Farben geben, darunter als limitierter Auflage Orange. – Als frischgebackener Fan des Jetstream bin ich sehr gespannt!
  • Ich habe zwei Beiträge erweitert. Der zum Gelschreiber uni-ball Signo Needle enthält jetzt ein paar Details zum Signo DX und zum Signo Style Fit, und der zum Kugelschrei­ber Jet­stream geht jetzt kurz auf zwei 3D-gedruckte Adapter für die Minen SXR-80 ein.

Kutsuwa HiLine Orenpitsu

13. Oktober 2019

Aus dem HiLine-Sortiment des japanischen Herstellers Kutsuwa ist dieses Set mit drei Blei­stiften.

Kutsuwa HiLine Orenpitsu

Sie sind gedacht für das Ausfüllen von Prüfungsformularen, die maschinell gelesen wer­den1, und kommen mit Kappe und Radierer.

Kutsuwa HiLine Orenpitsu

Der Orenpitsu ist trotz Radierer nur 162 mm lang, aber 8 mm dick2 und trägt keine Kenn­zeichnungen3; seine Mine hat den Standard-Durchmesser von 2 mm. – Die Material- und Verarbeitungsqualität würde ich trotz einiger Unregelmäßigkeiten im Lack noch als sehr gut bezeichnen.

Kutsuwa HiLine Orenpitsu

Die Kappe sitzt zuverlässig und sieht erfreulicherweise nicht wie die eines Kosmetikstifts aus. Bereits an der werkseitigen Spitze fällt auf, dass der Stift zunächst silberfarben und dann rot bzw. goldfarben lackiert wurde. Der bündig und fest sitzende Radierer ohne Zwinge erinnert an den der Bleistifte von Camel, T-Prime und ITO-YA. Er krümelt zwar stark, radiert aber gut und ist sparsam.

Kutsuwa HiLine Orenpitsu

Die Mine und das Zedernholz lassen sich im M+R Pollux sehr gut spitzen, und selbst die fei­ne Spitze bricht nicht sofort ab. Beim Schreiben wird klar: Der Orenpitsu hat eine Polymer­mine4, ebenso wie der schon lange nicht mehr erhältliche Pentel Black Polymer 999, und damit auch viele gute Eigenschaften: Er ist äußerst bruchfest5, sparsam, wischfest und sehr gut radier­bar; darüber hinaus gleitet er sehr leicht, hat er eine saubere Abgabe und schwärzt sehr gut. – Die subjektive Härte der Mine entspricht etwa der des STAEDTLER Mars Lumograph B.

Kutsuwa HiLine Orenpitsu

Neben diesem Set in HB gibt es den Orenpitsu noch in einem mit drei Bleistiften im Härte­grad B.

Danke an Matt für dieses Set!

  1. Diese sog. „Mark Sheet”-Bleistifte gibt es von vielen Herstellern.
  2. Schlüsselweite 7,2 mm.
  3. Möglicherweise hat man auf die Kennzeichnung verzichtet, damit der an einer Prüfung teil­nehmende Nutzer nicht in den Ver­dacht gerät, seinen Bleistift als Spickzettel zu benutzen (andere Bleistifte dieser Gattung wie z. B. der STAEDTLER White 103 tragen nur den Namen des Herstellers und dessen Logo).
  4. Auch der Eyeball Olen Mark Sheet hat eine Polymermine, und angesichts der Ähnlichkeiten könnte man auf die Idee kommen, dass diese Bleistifte vom selben Hersteller stammen.
  5. Kutsuwa spricht von einer doppelt so hohen Bruchfestigkeit.

Zeitenwende

12. Oktober 2019

Meine Abneigung gegenüber Kugelschreibern sitzt tief: Das zähe Schreiben, die schmie­rende Tinte, die Flecken, die Aussetzer, der ungleichmäßige Strich – diese schrecklichen Schreib­geräte habe ich nur in der Not und höchst ungern benutzt. Bis jetzt.

So lag auch der uni-ball Jetstream 3 0.51, den es mal zu einem Hobonichi Techo gab (und gibt), lange unbeachtet herum, und erst bei meiner Suche nach einem roten Stift mit dünnem Strich habe ich ihn mir näher angeschaut. Und das war eine Überraschung: Er gleitet erheb­lich leichter und trocknet viel schneller als alle anderen Kugelschreiber, die ich kenne, und im Gegensatz zu diesen habe ich bei ihm bis jetzt weder ungleichmäßige Linien noch ein ver­stärktes Austreten von Tinte, das zu Flecken nicht nur auf dem Papier führt, erlebt.

Zeitenwende

uni-ball Jetstream 3 Slim Compact (Art.-Nr. SXE3JSS05.24)

Der Jetstream wurde bereits 2006 vorgestellt, und so komme ich ziemlich spät zur Party. In­zwischen gibt es zahlreiche Ausführungen2 und Strichstärken3, mit denen ich mich aber bis jetzt nur kurz beschäftigt habe; vorerst reichen mir der Jetstream 3 Slim Compact 0.5 und der Jetstream 3 0.384.

Ich weiß nicht, mit welcher Zauberei der japanische Hersteller uni-ball zu Werke geht, aber der Jetstream beeindruckt mich. Wenn Kugelschreiber, dann dieser!

Werde ich jetzt dem Bleistift untreu? Nein, auch diesmal nicht.

Nachtrag vom 13.10.19: Unter „Line variation” zeigt Matthias die unterschiedlichen Strich­stärken eines seiner Jetstream-Stifte. Dazu einige Schriftmuster meiner Jetstreams in 0,5 und 0,38 mm sowie zum Vergleich des uni-ball Signo Needle 0.38 auf dem Notizblock Elco Office, A6 (kariert, 4 mm):

Schriftmuster

Minimale Unterschiede in der Linenbreite gibt es natürlich immer, aber bei den beiden dün­nen Jetstreams sind sie sehr gering.

Nachtrag vom 20.10.19: In der Hoffnung, die rote Mine des Jetstream 0.5 (SXR-80-05) statt der mitgelieferten (einer umgelabelten Schmidt P-8126) im Squire Editor von Baron Fig nutzen zu können, habe ich mir den entsprechenden Adapter von Tofty besorgt.

Zeitenwende

Doch leider funktioniert das nicht, denn der nur wenig dickere Teil der Mine von uni-ball (3,0 statt 2,3 mm) verhindert, dass die Mine durch die Spitze des Editors kommt, und das ist auch bei dem Adapter der Fall, der die SXR-80-05 im Caran d'Ache 849 nutzbar machen soll. Die Adapter sind präzise gefertigt und halten die Mine sicher, aber das Innere der bei­den Kugel­schreiber lässt diese Modifikation aufgrund der Minenform nicht zu.

  1. Die Hobonichi-Varianten haben jedoch andere Schaftfarben und sind anders gekennzeichnet.
  2. Und wem die von uni-ball angebotenen Schäfte nicht zusagen, bekommt bei Tofty's Flashlights And Pens Adapter, um die Jetstream-Minen in anderen Stiften zu nutzen (wenn sie nicht schon so passen, denn die Minen gibt es auch G2-Format für Kugelschreiber von Parker und als D1 für Mehrfach-Stifte).
  3. Verfügbar sind 0,38 bis 1,4 mm, und für den 20.12.19 hat uni-ball den Jetstream Edge mit einer Strichstärke von nur 0,28 mm angekündigt.
  4. Leider sind diese in Deutschland offiziell nicht erhältlich; im Sortiment von Faber-Castell, dem Vertrieb von uni-ball für Deutschland, habe ich den Jetstream nur in 0,7 mm gefunden.
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