Bleistifthölzer (1)

Wenn im Zusam­men­hang mit Blei­stif­ten von Zeder gespro­chen wird, so ist damit meist die Kali­for­ni­sche Weihrauch-Zeder (Calo­cedrus decur­rens, auch Bleistift-Zeder, engl. incense cedar) gemeint, die vor etwa 100 Jah­ren die Vir­gi­ni­sche Bleistift-Zeder (Juni­pe­rus virgi­niana, engl. red cedar) abge­löst hat. Die Kali­for­ni­sche Weihrauch-Zeder muss imprä­gniert wer­den, um die gewünsch­ten Eigen­schaf­ten zu erhal­ten, und wird dabei auch manch­mal rot gefärbt, damit sie der Vir­gi­ni­schen Bleistift-Zeder ähn­lich sieht. Als Ersatz kamen und kom­men jedoch immer wie­der andere Höl­zer zum Ein­satz; hier die mei­nes Wis­sens zur­zeit am häu­figs­ten genutzten.

Bleistifthölzer

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Im Bild:

Erhard Satt­mann nennt in „Vom Faust­keil zum Blei­stift“ (1949) zudem Espe, Pap­pel, Ahorn sowie Föhre, und Henry Petroski erwähnt in „Der Blei­stift“ (1995) u. a. die bra­si­lia­ni­sche Pinie und das sibi­ri­sche Rot­holz. Auch Erle hat man frü­her ein­ge­setzt, doch die ist sehr hart und lässt sich nur schwer spitzen.

Nach­trag vom 27.5.15: Einen Blick auf die Geschichte der Zeder gibt es im zwei­ten Teil, und „Von der Linde zum Blei­stift“ berich­tet von einem Pro­jekt um die Linde als Bleistiftholz.

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13 Kommentare zu „Bleistifthölzer (1)“

  1. Gun­ther, you did it again: Sur­prise me! As a bio­lo­gist from back­ground it is one of the things that makes me won­der the most. What kind of tree was used for this pen­cil? The smell, the appearance, the way it shar­pens. Thank you for elu­ci­da­ting some of this magic. Tilia (Sta­bilo Easy­Graph) and Fagus (Beech/Buche – used by Caran d’Ache 348) are dif­fe­rent as they are no coni­fers („needle“-bearing trees) but trees that have lea­ves. Popu­lus (Pap­pel – Pop­lar) and Acer (Ahorn – Maple) are also leaf-bearing trees.

  2. Sorry, also Alnus (Erle – Alder) sheds its lea­ves. Great to collect pen­cils on their wood spe­cies and not on their brand/trade mark.

  3. Thank you, Wow­ter – I’m happy to hear that! :-) Thank you also for the addi­ti­ons and the details (I didn’t had the Caran d’Ache in mind when I wrote that post). Of course there are dif­fe­ren­ces because e. g. of the ori­gin of the wood (e. g. Ger­man vs. Chi­nese Tilia), and Petroski also men­tions a cer­tain Indian cedar. Bes­i­des that it is now pos­si­ble to modify the pro­per­ties of the wood consid­erably. If we also count the unusual pen­cils from the „Les Cray­ons de la Mai­son Caran d’Ache“ sets we have to include Aba­chi (Triplochi­ton scler­oxy­lon) too.

    Of course there is much more to say about the wood used for pen­cils – this post was only a hum­ble beginning.

  4. Wow! This is one of the areas that I find most dif­fi­cult to figure out, thank you for the infor­ma­tion :) There seems to be many more kinds of wood employed in the pro­duc­tion of pen­cils than I thought. So it’s not all incense cedar and jel­utong? Now I know what kind of wood to avoid, too ;)

  5. Well, I made ano­t­her few mista­kes con­si­de­ring all exo­tic trees used for pen­cil manu­fac­ture are coni­fers. Gme­lina is a leaf-bearing tree too. And what beau­ti­ful flowers it pro­du­ces! See: http://en.wikipedia.org/wiki/Gmelina_arborea . And Dyera (Jel­utong) is one also. See: http://en.wikipedia.org/wiki/Dyera_costulata . The myth that only coni­fers are use­ful for pen­cil pro­duc­tion is her­eby era­sed from my grey cells (brain). Quite a revelation!

  6. Please note that accord­ing to Wiki­pe­dia saw­dust from Jel­utong may cause all­er­gic reac­tions. If you notice a rash there might be a con­nec­tion. Howe­ver, I have not had any trou­bles with the GRE­EN­Graph. Claims are easier made than proven.

  7. Sola: You’re wel­come! It is dif­fi­cult for me too, and I am far from able to iden­tify the com­mon kinds of wood reli­ably. – Please don’t base you decision on what wood to avoid on the photo alone. It’s far from per­fect, and even the same kind of wood may look very dif­fe­rent in ano­t­her pen­cil. – May I ask which kind wood you will steer clear of?

    Mat­thias: Gern gesche­hen! Eigent­lich sind Jah­res­ringe ja nicht so gut, da dort das Mate­rial dich­ter ist, was das Spit­zen erschwert. Im Fall des Viking Rollo jedoch merkt man davon nichts – das Holz lässt sich her­vor­ra­gend spit­zen. Ich hatte in einer ers­ten Vari­ante des Fotos den STAEDTLER Mars Lumo­graph als Bei­spiel für die Weihrauch-Zeder; bei die­sem waren kaum Jah­res­ringe, aber dafür ein leicht silb­ri­ges Schim­mern zu sehen (für letz­te­res hatte ich keine Erklä­rung). Es ist recht schwer, die typi­schen Merk­male der Holz­ar­ten zu zei­gen, und so werde ich bei Gele­gen­heit noch einen wei­teren Anlauf neh­men. Inter­es­sant wäre viel­leicht auch der Ver­gleich ver­schie­de­ner Blei­stifte aus der glei­chen Holz­art und die Dar­stel­lung von Effek­ten wie z. B. der Migra­tion, durch die bei Kolo­rado-Tanne und Weihmuth-Kiefer das Harz aus­tre­ten und den Blei­stift unan­sehn­lich machen kann (übi­gens gibt es die Migra­tion auch bei der Weihrauch-Zeder; dort kön­nen Ter­pene austreten).

  8. Wow­ter, thank you for these details! The flowers of Gme­lina look indeed beau­ti­ful. – Maybe there is a way to treat Jel­utong to reduce the risk of all­er­gic reac­tions later in the pro­cess. (By the way, I haven’t had any pro­blems eit­her.) Howe­ver, I think that there are bet­ter choices for pen­cils than Jel­utong and Gme­lina. – I for­got to men­tion the larch which has been used for pen­cils at least once, and at „Hêtre ou ne pas être, le défi de Caran d’Ache“ one can read that Caran d’Ache has tes­ted Pulai (Als­to­nia scho­l­aris) and Swiss pine (Pinus cembra).

  9. Vie­len Dank für den Arti­kel, äußerst inter­es­sant! Ich hatte mich ein­mal bezüg­lich Blei­stift­höl­zer infor­miert, da mir ein deut­li­cher Unter­schied im Geruch vom Faber-Castell 9000 und dem Mars Lumo­graph auf­ge­fal­len war (und ich den Faber Cas­tell vor allem auf­grund sei­nes Geruchs bevor­zuge … oweh, was für ein Kriterium).
    Meine Recher­che hatte erge­ben, dass der Faber-Castell 9000 aus „Zeder“ gefer­tigt wird und ich war von Juni­pe­rus vir­gi­niana ausgegangen …
    Zum Mars Lumo­graph konnte ich keine anstän­di­gen Infor­ma­tio­nen fin­den, des­halb hatte ich bei Sta­ed­ler ange­ru­fen, wo mir gesagt wurde, dass der Mars Lumo­graph aus wech­seln­den Höl­zern her­ge­stellt wird (was mich zwar gewun­dert hat, aber ich habs geschluckt) – ist das tat­säch­lich so, oder wurde ich da ein­fach „abge­kan­zelt“?

  10. Ich habe zwar auch keine Details, will aber nicht aus­schlie­ßen, dass der Lumo­graph tat­säch­lich aus wech­seln­den Höl­zern her­ge­stellt wird. Aller­dings habe ich bei mei­nen Exem­pla­ren aus neun Jahr­zehnten den Ein­druck, als hätte man immer Weihrauch-Zeder benutzt, doch ich bin kein Experte und habe bei der Holz­be­stim­mung schon einige Male dane­ben gele­gen. Ansons­ten ist es durch­aus mög­lich, dass ein Her­stel­ler das Holz wech­selt – Bei­spiel Noris: Wenn ich die Höl­zer rich­tig identi­fiziere, war er frü­her mal aus Weihrauch-Zeder und aus Jel­utong; das heute für ihn ver­wen­dete Holz könnte Kolorado-Tanne sein.

    Man darf zudem nicht davon aus­ge­hen, dass ein Holz aus­schließ­lich in einer ein­zi­gen Qua­li­tät vor­liegt, denn es gibt Unter­schiede u. a. durch das Anbau­ge­biet, das Alter und den ver­wen­de­ten Teil des Baums. Bei der Bleistift-Zeder z. B. war jun­ges Holz här­ter und ließ sich dadurch schlech­ter spit­zen als altes. Dar­über hin­aus waren nicht alle Teile der Bleistift-Zeder gleich gut. Das beste war der rote Kern, doch die hel­le­ren Kranz­par­tien, das sog. Splintholz, ließ sich durch geeig­nete Be­handlung für bil­lige Blei­stifts­or­ten nutz­bar machen (und wurde oben­drein oft gefärbt). – Soweit ich weiß, kön­nen die Mög­lich­kei­ten der Behand­lung auch heute noch bei vie­len Höl­zern für Unter­schiede sorgen.

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