Brevillier Urban & Sachs

Bleistifthölzer

Wenn im Zusam­men­hang mit Blei­stif­ten von Zeder gespro­chen wird, so ist damit meist die Kali­for­ni­sche Weihrauch-Zeder (Calo­cedrus decur­rens, auch Bleistift-Zeder, engl. incen­se cedar) gemeint, die vor etwa 100 Jah­ren die Vir­gi­ni­sche Bleistift-Zeder (Juni­pe­rus virgi­niana, engl. red cedar) abge­löst hat. Die Kali­for­ni­sche Weihrauch-Zeder muss imprä­gniert wer­den, um die gewünsch­ten Eigen­schaf­ten zu erhal­ten, und wird dabei auch manch­mal rot gefärbt, damit sie der Vir­gi­ni­schen Bleistift-Zeder ähn­lich sieht. Als Ersatz kamen und kom­men jedoch immer wie­der ande­re Höl­zer zum Ein­satz; hier die mei­nes Wis­sens zur­zeit am häu­figs­ten genutzten.

Bleistifthölzer

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Im Bild:

Erhard Satt­mann nennt in „Vom Faust­keil zum Blei­stift“ (1949) zudem Espe, Pap­pel, Ahorn sowie Föh­re, und Hen­ry Petroski erwähnt in „Der Blei­stift“ (1995) u. a. die bra­si­lia­ni­sche Pinie und das sibi­ri­sche Rot­holz. Auch Erle hat man frü­her ein­ge­setzt, doch die ist sehr hart und lässt sich nur schwer spitzen.

Einen Blick auf die Geschich­te der Zeder als Blei­stift­holz gibt es im zwei­ten Teil, und „Von der Lin­de zum Blei­stift“ berich­tet von einem Pro­jekt um die Lin­de als Bleistiftholz.

Kurz notiert

  • Ein sehr unge­wöhn­li­cher Spit­zer ist der Tsuna­go von Naka­ji­ma Jukyu­do1, denn er dient auch der Ver­län­ge­rung von Blei­stift­stum­meln. – Dan­ke an Andre­as Wein­ber­ger und Vio­la Voß für den Hinweis!
  • In mei­nen Augen pfif­fig und geschmack­voll ist der Pen­cil Shaving Desk Tidy, ein Kick­starter-Projekt von Cli­ve Rod­dy. – Dan­ke an boo­me­rang für den Hinweis!
  • Nicht mehr neu, aber immer noch schön anzu­schau­en ist das his­to­ri­sche Reklame- und Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­al unter „Pen­cil Points“.
  • Bre­vil­lier Urban & Sachs in Öster­reich wirbt damit, dass der Öko-Schulstift von JOLLY aus hei­mi­scher Weymouth-Kiefer gefer­tigt wird, und ein Fach­händ­ler in mei­ner Nähe konn­te von einem Ver­triebs­mit­ar­bei­ter erfah­ren, dass das Holz aus dem Oden­wald kommt. Ich habe dabei gleich an das Säge­werk Monn­hei­mer in Gra­sel­len­bach gedacht und Bre­vil­lier Urban & Sachs dar­auf ange­spro­chen, aber lei­der kei­ne Ant­wort bekom­men. Es wäre zwar schön gewe­sen, mal einen Blei­stift mit loka­lem Bezug zu nut­zen, doch ange­sichts der lei­der schlech­ten Mine des Öko-Schulstifts ver­zich­te ich ger­ne darauf.
  • Apro­pos Qua­li­tät: Auch auf die Gefahr, ein Que­ru­lant zu sein, habe ich Caran d'Ache auf die Qua­li­täts­män­gel der GRAFIK-Bleistifte ange­spro­chen. Lei­der blieb die­se Anfra­ge eben­falls ohne Reaktion.
  1. Wer sich auf der Web­site von Naka­ji­ma Jukyu­do umschaut und die bestimmt nicht ohne Grund unschar­fen Fotos in der Rubrik „OEM“ betrach­tet, fin­det u. a. einen Spit­zer, der dem Kut­s­u­wa T’GAAL bemer­kens­wert ähn­lich sieht.

Markiges Marketing (14)

Bleistifte von Brevillier & Urban

Als gut bestück­ten Fah­nen­mast weit über den Glo­bus hin­aus­ra­gen ließ Bre­vil­lier & Urban einen klassisch-gelben Blei­stift und stell­te ihn auf die­ser gut 90 Jah­re alten und 45 × 30 mm gro­ßen Rekla­me­mar­ke aus der Vogel­per­spek­ti­ve dar. Ein far­ben­fro­hes und in mei­nen Augen gra­fisch reiz­vol­les Stück Gebrauchsgrafik!

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Markiges Marketing (12)

Bleistifte von Brevillier & Urban

Dem öster­rei­chi­schen Blei­stift­her­stel­ler Bre­vil­lier & Urban einen modern-schlichten Auf­tritt ver­schaff­te die­se 30 × 45 mm gro­ße und durch weni­ge, stark kon­tras­tie­ren­de Far­ben sowie kla­re Lini­en gepräg­te Rekla­me­mar­ke, in deren Mit­tel­punkt ein gro­ßer, gel­ber Blei­stift – offen­bar schon damals ein Arche­typ – steht. Die an den Jugend­stil erin­nern­de Schrift könn­te auf ein Alter der Mar­ke von viel­leicht 100 Jah­ren und die Adres­se „Wien VI. Schrau­ben­hof“ auf die 1823 durch Carl Wil­helm von Bre­vil­lier gegrün­de­te Schrau­ben­fa­brik hin­deu­ten. – Mehr zur Geschich­te des Unter­neh­mens gibt es hier.

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Markiges Marketing (8)

„Cullinan”-Bleistifte von Brevillier & Urban

Vom Betrach­ter ab- und einem gel­ben Blei­stift zuge­wandt zeigt der rei­fe, unter­setz­te Herr mit Bril­le, gerö­te­tem Gesicht und vor­neh­mer, auf die Stif­te in sei­ner Brust­ta­sche farb­lich abge­stimm­ter Klei­dung deut­lich sei­ne Prio­ri­tä­ten: Sein Ken­ner­blick durch die run­den Glä­ser gilt nur dem Cullinan-Bleistift von Bre­vil­lier & Urban, den er jedem ande­ren vorzieht.

Die öster­rei­chi­sche Schreib­wa­ren­fa­brik Bre­vil­lier & Urban (heu­te Bre­vil­lier Urban & Sachs GmbH & Co. KG, Wien) ent­stand im Jahr 1925, als die 1800 von Ignaz Urban eröff­ne­te Schmie­de und die 1823 durch Carl Wil­helm von Bre­vil­lier gegrün­de­te Schrau­ben­fa­brik die ehe­ma­li­gen Zeus-Werke in Graz über­nah­men. 1983 kam Brevillier-Urban in die Kirchdorfer-Gruppe, die 2006 die Kirch­dor­fer Schreib­wa­ren­hol­ding mit Brevillier-Urban sowie deren Toch­terfirmen Jol­ly Arts & Crafts (Chi­na) und Hemus­Mark (Bul­ga­ri­en) grün­de­te; 2007 erwarb Koh-I-Noor den Mehr­heits­an­teil an letz­te­rer. Die bekann­tes­te Mar­ke von Brevillier-Urban, „Jol­ly“ aus dem Jahr 1965, ist seit 2007 Teil von Imar­co, zu der auch die Hein­rich Sachs KG, die Öster­rei­chi­sche Kuver­tin­dus­trie und Cret­aco­lor gehö­ren. Bre­vil­lier Urban & Sachs fer­tigt in Graz und Hirm.

Wann es den Blei­stift gab, für den die­se 34 × 37 mm gro­ße Rekla­me­mar­ke gewor­ben hat, weiß ich nicht. Erwäh­nens­wert in die­sem Zusam­men­hang ist viel­leicht noch, dass der größ­te jemals gefun­de­ne Roh­dia­mant „Cul­li­n­an“ hieß. War Ent­schei­dung des Her­stel­lers, sei­ne Blei­stif­te nach die­sem zu benen­nen, viel­leicht eine Reak­ti­on auf L. & C. Hardt­muth, deren Pro­duk­te den Namen des bekann­tes­ten Dia­man­ten „Koh-I-Noor“ trugen?

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