Stille Beobachter (16) Punktlandung 

STABILO GREENgraph

Heute geht es ins Grüne, und zwar mit dem GREENgraph, einem neuen Schreibgerät von STABILO, mit dem sich der Hersteller hauptsächlich an seine umweltbewussten Kunden richtet.

STABILO GREENgraph

Verpackung des GREENgraph 6003 (Fotos zum Vergößern anklicken)

Das Jelutong-Holz des FSC-zertifizierten, in Tschechien hergestellten Bleistifts stammt (so der Verpackungstext) aus „ökologisch und sozial vorbildllich bewirtschafteten Wäldern”. Doch damit nicht genug, denn auch beim matten Lack wurde an die Umwelt gedacht, ebenso beim Karton, der zu 80% aus Altpapier besteht.

STABILO GREENgraph

GREENgraph 6004 (mit Radierer) und GREENgraph 6003 (ohne Radierer)

Der mit 3 g sehr leichte Bleistift im klassischen Sechskant-Profil hat die übliche Länge von 17,5 cm, ist mit seinem Durchmesser von etwa 7,4 mm jedoch geringfügig dünner als viele andere. Gemessen am niedrigen Preis des Stifts ist die Qualität der 2,2 mm dicken und sehr bruchfesten Mine, die es nur in HB gibt, recht ordentlich. – Durch den nicht ganz glatten Lack ist der GREENgraph angenehm in der Handhabung.

STABILO GREENgraph

Die goldfarbene Zwinge des 6004 ist sauber angebracht, sitzt fest und hält den Radierer zuverlässig. Letzterer krümelt zwar recht stark, radiert aber gut und ist dabei sparsam im Gebrauch.

STABILO GREENgraph

Der GREENgraph 6003 und die „Granate” von Möbius+Ruppert

Das helle, weiche Holz des in Ostasien anzutreffenden Jelutong-Baums (Dyera costulata) lässt sich gut spitzen, sowohl von Hand als auch im Tischspitzer. Die dabei hin und wieder auftretenden Poren sehen nicht so schön aus, sind aber der Funktion des Bleistifts nicht abträglich.

STABILO GREENgraph

Spitzen (von oben): ab Werk, M+R „Granate”, Tischspitzer Carl Decade DE-100

STABILO GREENgraph

Die Kurznut des GREENgraph 6003 (rechts: der kleine Präzisionsmaßstab „6½ 10″ von RUMOLD)

Die Mine des GREENgraph endet etwa 28 mm vor dem Bleistiftende. Laut Hersteller soll diese sog. Kurznut, die 13 mm vor dem Ende ausläuft, dafür sorgen, dass bleistiftkauende Kinder nur Holz, aber keine Mine in den Mund bekommen.

STABILO GREENgraph

Im Dutzend kostet der Bleistift pro Stück etwa 23 (ohne Radierer) bzw. 26 Euro-Cent (mit Radierer). Ich habe ihn über EDV-Zubehör und Büroversand Hämpel bezogen, einen Ver­sender, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Der STABILO GREENgraph ist ein guter Alltags-Bleistift in ansprechender Gestaltung zu einem attraktiven Preis.

Nachtrag: Inzwischen habe ich den dritten GREENgraph in Gebrauch, und dessen Mine ist hin und wieder leicht kratzig. Eine Streuung in der Qualität?

Stichwörter: CARL, Möbius+Ruppert, RUMOLD, STABILO

9 Kommentare zu „STABILO GREENgraph”

  1. shuriko

    Gute Idee mit dem Laub als Hintergrund! Ökoschön oder schönöko! ;-)

  2. Lexikaliker

    Danke, das freut mich! Die Idee kam mir, als ich am Mainzer Rheinufer entlanglief und mir die unzähligen Ahornblätter auffielen. – Mein Vorschlag: Schöko :-)

  3. shuriko

    Dann besser - schök (von schick)! ;-)

  4. Frank

    Hallo Gunther,

    schön, daß Sie mit Hämpel ebenfalls zufrieden sind.

    Die Streuung in der Qualität kenne ich leider auch, sowohl vom Greengraph, von dem ich eine kleine Anzahl mit Radierer in einem bekannten Drogeriemarkt erstanden habe, als auch vom Opéra von Hämpel.

    Mein Verdacht ist, daß Stabilo seine Stifte bei Koh-I-Noor produziert läßt, bei deren Stifte man dieses Phänomen ebenfalls gelegentlich beobachten kann, u.a. sogar beim Flagschiff, dem 1900 Toison d’Or
    www.koh-i-noor.cz/en/pr.....itova-1900

    Vielleicht mag ich sie gerade deshalb, weil sie nicht zu perfekt sind …

  5. Lexikaliker

    Hallo Frank,

    der Service von Hämpel ist exzellent – danke nochmal für Ihre Empfehlung in Ihrem Kommentar bei pencil talk.

    Interessant, dass Sie diese Streuung in der Qualität ebenfalls kennen. Mir fiel diese zuerst bei dem Othello und Opéra auf, konnte mir aber keinen Reim drauf machen. Die Bleistifte von Koh-I-Noor kenne ich noch nicht gut genug, doch ich werde sie mir bei Gelegenheit näher anschauen. – Kennen Sie den STABILO Micro 288? Er ist Teil des „Exam Grade”-Sets, zu dem auch ein Dosen­spitzer und ein hervorragender schwarzer Radierer gehören. Bis jetzt habe ich diese Artikel nur bei Bundoki gesehen.

    Das nicht ganz Perfekte hat zweifellos seinen Reiz! Ich denke dabei gerne an ein Zitat von Oscan Wilde: „A subject that is beautiful in itself gives no suggestion to the artist. It lacks imperfection.” Auch wenn ich kein Künstler bin, so spricht mich dieser Gedanke doch sehr an.

  6. Frank

    Hallo Gunther,

    den STABILO Micro 288 kenne ich nicht (wie so vieles aus der Bleistiftwelt), wahrscheinlich wieder ein Produkt speziell für den japanischen Markt. Auf der Stabilo Website findet er sich nicht, und unter dem Stichwort ‚Exam Grade’ findet sich lediglich ein Kugelschreiber für den nichtdeutschen Markt.

    Seit der Einführung des point 88, das war 1977, dienen Bleistifte bei Stabilo wohl nur noch zur Sortimentsabrundung, was für den Sammler und Nutzer schade ist. Ich hatte mal einen Othello, die Zwinge war damals noch golden, ein Gedicht, sattes Schwarz und doch sehr schmier-resistent, was für Linkshänder sehr wichtig ist.

    Bundoki scheint ja richtig spannend zu sein, leider finde ich mich nur schwer zurecht …

  7. Lexikaliker

    Hallo Frank,

    auch ich kenne den Micro 288 nur als Produkt für Japan; bis jetzt habe ich ihn lediglich bei japanischen Anbieter gesehen.

    Schade, dass die Qualität der STABILO-Bleistifte in den vergangenen drei Jahrzehnten nach­gelassen hat. – Der Name „Othello” wurde übrigens bereits 1898 eingeführt, wie ich kürzlich erfahren konnte.

    Bundoki ist in der Tat sehr spannend und bietet einen exzellenten Service; wie man aus dem Ausland ordert, ist hier beschrieben. Ich habe schon ein paarmal dort bestellt und war immer hochzufrieden.

  8. Bleistiftsammler

    Lieber Lexikaliker,

    der GREENgraph ist wohl einer der besten Bleistifte, die ich kenne. Da ich noch mehr mit Füllfederhaltern schreibe, als mit Bleistiften, benutze ich das recht glatt geleimte Clairefontaine-Papier. Der Nachteil daran ist, dass es für Bleistifte etwas zu glatt ist, was den Abrieb verringert. Daher verwende ich vielfach weichere Bleistifte (B und 2B) auf diesem Papier.
    Der GREENgraph bietet aber bei einer gerade mal HB-Mine einen festen Abrieb. Es bedarf gar keiner anderer Minen bei diesem Bleistift, denn sie sind so gut, dass man sie als Universalminen betrachten kann; hervorragend.
    Der Radiergummi ist ebenfalls von hoher Qualität. Vielfach habe ich bei roten erlebt, dass sie nach einigen Jahren hart wurden, was den Sammlerspaß an den Bleistiften schmälert. Ich habe große Einzelradiergummis, ähnlich der Beschaffenheit und Struktur der des GREENgraphs, die nach fünfzehn Jahren immer noch wie neu arbeiten.

  9. Lexikaliker

    Lieber Bleistiftsammler,

    danke für Ihren Kommentar und den Praxisbericht, der mich motiviert, den GREENgraph nach recht langer Zeit wieder einmal zu benutzen. Interessant ist auch Ihr Hinweis auf das Papier, denn was Beschreibmaterialien angeht, so bin ich weitgehend unkundig und für jede Hilfe bei der Auswahl hochwertigen Materials dankbar.

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Ich versuche, auf alle Kommentare einzugehen, und sei es auch nur, um Danke zu sagen.


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