Archiv des Stichworts „Verlängerer”

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Doppelt verlängern

Montag, 30. Dezember 2019

Das ausgehende Jahr kann man nicht verlängern, wohl aber einen kürzer werdenden Blei­stift, und mit diesem Verlängerer1 von Kutsuwa aus Japan sogar gleich zwei.

Doppelt verlängern

Doppelt verlängern

Er ist aus Metall, 104 mm lang, an den Griffstücken 11 mm dick und mit gut 10 Gramm sehr leicht. Es liegen zwei selbstklebende Namensetiketten bei, was für Schüler als Ziel­gruppe spricht.

Doppelt verlängern

Der Verlängerer nimmt runde, drei- und sechsflächige Bleistifte mit einem Durchmesser von 6,5 bis 8 mm auf und hält sie mit seiner viergeteilten Klemmung sehr zuverlässig. Er ist sehr praktisch und meines Wissens einzigartig, denn ich kenne keinen weiteren für zwei Stifte.

Doppelt verlängern

Die Material- und Verarbeitungsqualität des in China hergestellten Utensils ist ordentlich, auch wenn die Griffstücke bei den ersten Umdrehungen etwas geknirscht haben.

Doppelt verlängern

Ein Graphit-Rot-Stift aus dem Pentel Black Polymer 999 HB und dem Mitsubishi uni Arterase Color

Der doppelte Verlängerer ist aus der HiLine-Serie, hat die Artikelnummer RH013 und kostet 130 Yen (knapp 1,10 Euro).

Danke an Sola von pencils and other things für diesen Verlängerer!

  1. Spitzfindiger Ausflug: Der deutsche Begriff „Verlängerer” ist eigentlich irreführend, macht er doch den kurzen Bleistift als solchen nicht länger, sondern nur besser handhabbar. So ist die im englischsprachigen Raum und auch auf dieser Verpackung von Kutsuwa anzutreffende Be­zeichnung „pencil holder” zutreffender.

Schützen und verlängern

Montag, 16. Dezember 2019

Kappen zum Schutz der Spitzen von Blei- und Farbstiften gab und gibt es in etlichen Aus­führungen. Doch viele haben Nachteile: Sie passen nur auf Stifte mit einem bestimmten Durchmesser, sind aus dünnem Metall und verformen sich leicht, eignen sich nicht für lange Spitzen, erinnern an solche für Kosmetikstifte oder sind – bei älteren Exemplaren – nur schwer zu bekommen. Ein Modell des japanischen Anbieters Kutsuwa hat diese Nachteile nicht und bietet obendrein eine Besonderheit.

Schützen und verlängern

Das aus Polycarbonat gefertige Utensil sitzt zuverlässig auf runden, drei- und sechsflächigen Stiften mit gängigen Durchmessern und hat auch Platz für einen langen Konus. Die Form des Querschnitts (dreieckig mit abgerundeten Ecken) und eine Nase verhindern das Weg­rollen.

Schützen und verlängern

Mitsubishi uni Arterase Color (CARL Angel-5), STAEDTLER Noris (M+R Pollux),
Kutsuwa HiLine Orenpitsu (Faber-Castell Janus 4048)

Hinter dem ungewöhnlichen Design verbirgt sich die Besonderheit: Steckt man die Kappen zusammen, erhält man einen Verlängerer, der dank Kraft- und Formschluss bemerkenswert gut funktioniert. Pfiffig!

Schützen und verlängern

Die transparente Ausführung gibt es im Set mit dem Bleistift Orenpitsu und die farbige im Zehnerpack.

Pinguin

Dienstag, 10. September 2019

Bleistiftverlängerer mit Kappe sind selten anzutreffen, und so war ich erfreut, beim japa­nischen Anbieter Stationery Program gleich mehrere zu sehen. Sie sind alle auf ihre Weise reizvoll, doch zwei Modelle haben mich besonders beeindruckt und zur einer Bestellung ver­anlasst. Eines davon ist das Modell „Pinguin” (ペンギン)1.

Pinguin

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Der in Japan gefertigte Verlängerer kam sorgfältig verpackt in einer transparenten Folie und einer mil­chigen Polypropylen-Hülle mit einer Stecklasche in Form einer Schreibfeder. Ein klei­ner Pin­guin mit Stift und der Schriftzug „Gojuon” zieren die Hülle2.

Das Modell „Pinguin” wurde entworfen von Kyoko Uino, der Betreiberin des Geschäfts und Bleistiftmuseums Gojuon in Tokyo3, und kam 2007 auf den Markt4. Weitere Modelle folg­ten und erweiterten die „Mimic”5 genannte Serie, zu der auch ein sehr kurzer, ein doppel­ter und ein Verlängerer mit Öse an der Kappe gehören.

Pinguin

Er ist aus Celluloseacetat6, gut 20 g leicht und mit Kappe 14,5 cm lang; das Griffstück hat einen Durchmesser von 11 mm. – Die Kappe wird durch einen Metalleinsatz mit fünf Blatt­federn sicher auf dem Griffstück gehalten. Sie ist in ihrem Inneren so ausgeführt, dass sie nur bis knapp über das Griffstück reicht; so wird eine Beschädigung der Bleistiftspitze vermieden.

Pinguin

Der Verlängerer nimmt Bleistifte bis 11 cm Länge auf, und die viergeteilte Klemmung hält selbst einen sehr kurzen Stummel noch zuverlässig, wie am mitgelieferten zu sehen ist7. – Auf dem Griffstück finden sich der lasergravierte Schriftzug „Ginza Gojuon” und der Pin­guin.

Pinguin

Material- und Verarbeitungsqualität des Verlängerers sind makellos, und durch die Kappe so­wie die Möglichkeit, ihn auch mit vergleichsweise langen Bleistiften nutzen zu können, hat er einen hohen Gebrauchswert. Es macht mir große Freude, mit ihm zu schreiben!

Pinguin

Zu meiner großen Überraschung waren neben den Clips noch einige Extras im Päckchen, nämlich zwei Handspitzer aus Kunststoff des japanischen Herstellers NJK8, ein spezieller Bleistift und eine Tintenpatrone mit Roller-Aufsatz9, die man statt eines Bleistifts im Ver­längerer nutzen kann.

Den Bleistift hat Gojuon herstellen lassen. Es ist ein „syakyou enpitsu”, d. h. ein Bleistift zum Transkribieren buddhistischer Sutras (auf einer Fläche des Stifts ist auch eine Doktrin zu fin­den). Normalerweise macht man dies mit einen Pinsel, doch die 4 mm dicke 10B-Mine erlaubt das Schreiben der Zeichen fast wie mit einem solchen10.

Als weiteres Zubehör werden ein Einsatz für eine Jetstream-Mine von uni-ball und eine Leder­hülle angeboten. – Das Griffstück und der Clip sind als Ersatzteil erhältlich.

Pinguin

Bemerkenswert ist auch der Umfang der mitgelieferten Dokumentation. Ich kann leider kein Japanisch, gehe aber angesichts der Zeichnungen davon aus, dass es sich um Anlei­tungen und weiterführende Informationen handelt.

Mit Tetsuya Wada, dem Betreiber von Stationery Program, hatte ich eine sehr freundliche Un­terhaltung per E-Mail. Er ist der Autor einiger Bücher über Schreib­waren und deren Gebrauch und betreibt ein Weblog unter LowPowerStation. Danke an Tetsuya Wada für die zahlreichen interessanten Details und den hervorragenden Service!

Der Bleistiftverlängerer „Pinguin” kostet 11.080 Yen (etwa 94 Euro) plus Porto.

  1. Art.-Nr. 1470.
  2. Diese Hülle ist auch separat erhältlich.
  3. Mehr zu Gojuon unter „Ito-ya and Gojuon, Ginza, Tokyo” bei Contrapuntalism.
  4. Die erste Serie wurde in einem Karton zusammen mit einem kurzen, eigens dafür gefertigten Tombow Mono B und einem Beileger angeboten (Quellen: 1, 2). Eine sehr frühe Vorstellung findet sich in „趣味の文具箱10″ (grob übersetzt „Hobby Stationery Box Vol. 10”), erschienen im März 2008; siehe Seite 3 der Vorschau. – Es fällt auf, dass die erste Variante ein anderes, nämlich ein gerändeltes Griffstück hatte, und hier ist die Ähnlichkeit zu einem Verlängerer von Kutsuwa mit dem gleichen Griffstück zu sehen.
  5. „Mimic” deshalb, weil man mit der Gestaltung des Verlängerers die eines Füllhalters nach­geahmt hat.
  6. Neben Celluloseacetat kommen für die anderen Modelle auch Bakelit und Ebonit zum Einsatz, und ein (wohl nicht mehr erhältlicher) Mimic aus Holz ist hier zu sehen.
  7. Der Anbieter nennt eine Mindestlänge von 1 cm ohne Spitze.
  8. Genauer: Die Modelle 516 und 850.
  9. Hierbei handelt es sich um die Rollerpatrone Universal 852 von Schneider, deren vorderes Ende mit einem Stück Schrumpfschlauch eingefasst wurde, um auf den Durchmesser eines Bleistifts zu kommen.
  10. Siehe dazu auch den „fude enpitsu” von Mitsubishi.

Kurz notiert

Dienstag, 30. Mai 2017
  • Bei Kobo-Q gibt es bemerkenswerte Arbeiten aus Leder zu sehen, darunter einen Spitzenschoner mit integriertem Spitzer und einen Verlängerer, der sich die rechteckige Zwinge des Blackwing 602 auf pfiffige Weise zu Nutze macht. – Danke an Frank für den Hinweis!
  • Vor kurzem wurde ein Patent der Eisen GmbH veröffentlicht. Es beschreibt Stifte, deren Schaft vollständig oder teilweise aus einem wachsartigen Material besteht, und Spitzervarianten für diesen. Durch das weiche Schaftmaterial soll der zum Spitzen nöti­ge Aufwand verringert werden, denn es erfordert weder ein sehr hartes Messer noch eine besonders stabile Spitzvorrichtung. Während das Messer eines herkömmlichen Spitzers mindestens die Härte 60 HRC1 hat, ist für den Stift mit wachsartiger Ummante­lung nur eine Härte von maximal 40 HRC notwendig, so dass ungehärtete Stähle, aber auch Kunststoffe zum Einsatz kommen können und der Spitzer dann sogar einstückig ausgeführt werden kann2. Das Ummantelungsmaterial, dessen Härte unter 60 Shore D3 liegt, kann die Mine zudem vor dem Ausdiffundieren flüchtiger Bestandteile schützen, was vor allem bei Kosmetikstiften interessant ist.
  1. Zum Vergleich: Das Messer eines Spitzers von Möbius+Ruppert hat 65 HRC, die Klinge eines Schweizer Taschenmessers 55 HRC und hochwertige japanische Küchenmesser bringen es auf 65–67 HRC.
  2. In der Patenschrift wird auch auf Schneidkantenbreiten und -radien von Spitzermessern ein­gegangen.
  3. Zum Vergleich: LDPE hat 40–50 Shore D.

Gruppenbild

Montag, 29. Mai 2017

Gruppenbild

(zm Vergrößern anklicken)

Möbius+Ruppert Pollux, Mitsubishi uni mit individuellem Prägedruck (Danke an Yumiko!), Bleistiftverlängerer Mitsubishi uni UPH-8000, Pilot S20 und Pilot Legno 89s.

Kurz notiert

Mittwoch, 8. April 2015
  • Ein sehr ungewöhnlicher Spitzer ist der Tsunago von Nakajima Jukyudo1, denn er dient auch der Verlängerung von Bleistiftstummeln. – Danke an Andreas Weinberger und Viola Voß für den Hinweis!
  • In meinen Augen pfiffig und geschmackvoll ist der Pencil Shaving Desk Tidy, ein Kick­starter-Projekt von Clive Roddy. – Danke an boomerang für den Hinweis!
  • Nicht mehr neu, aber immer noch schön anzuschauen ist das historische Reklame- und Verpackungsmaterial unter „Pencil Points”.
  • Brevillier Urban & Sachs in Österreich wirbt damit, dass der Öko-Schulstift von JOLLY aus heimischer Weymouth-Kiefer gefertigt wird, und ein Fachhändler in meiner Nähe konnte von einem Vertriebsmitarbeiter erfahren, dass das Holz aus dem Odenwald kommt. Ich habe dabei gleich an das Sägewerk Monnheimer in Grasellenbach gedacht und Brevillier Urban & Sachs darauf angesprochen, aber leider keine Antwort bekom­men. Es wäre zwar schön gewesen, mal einen Bleistift mit lokalem Bezug zu nutzen, doch angesichts der leider schlechten Mine des Öko-Schulstifts verzichte ich gerne darauf.
  • Apropos Qualität: Auch auf die Gefahr, ein Querulant zu sein, habe ich Caran d'Ache auf die Qualitätsmängel der GRAFIK-Bleistifte angesprochen. Leider blieb diese Anfrage ebenfalls ohne Reaktion.
  1. Wer sich auf der Website von Nakajima Jukyudo umschaut und die bestimmt nicht ohne Grund unscharfen Fotos in der Rubrik „OEM” betrachtet, findet u. a. einen Spitzer, der dem Kutsuwa T’GAAL bemerkenswert ähnlich sieht.

Verlängern mit Stil (3)

Dienstag, 5. März 2013

Der Verlängerer aus Putumuju ist zwar sehr schön, nimmt aber nur Stifte mit Durch­mes­sern bis 7,4 mm auf. Viele ältere Bleistifte und einige aus Japan sind jedoch wenige Zehn­tel dicker und passen nicht; so musste – Molyvophile1 werden es verstehen – ein zweiter von [Name und Website entfernt]2 her.

Verlängern mit Stil (3)

Er ist aus Gombeira3, einem schweren, strapazierfähigen Holz aus Südostbrasilien und wie der erste geölt und mit einem Edelstahlring bestückt. Durch sein Gewicht von 12 g4, der Länge von 125 mm und der Stärke von 12 mm liegt er gut in der Hand; sein Inneres fasst 10 cm Bleistift. – Wenn ich ihn nicht benutze, dekoriert er den Schreibtisch oder posiert5 mit dem Spitzer Faber-Castell Janus 4048 nebst Lederetui und meiner derzeitigen Lektüre6 für ein Blog-Foto.

  1. Dieser Neologismus stammt von Matthias und Lito. Er setzt sich zusammen aus molyvi (μολύβι), dem neugriechischen Wort für Bleistift, und der Silbe -phil (wie z. B. in bibliophil und audiophil) und bezeichnet einen Bleistiftliebhaber. – Meinem selbsterteilten Bildungsauftrag bin ich selbst­verständlich auch diesmal gerne nachgekommen.
  2. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich mache keine entgeltliche Werbung für diesen Anbie­ter, sondern bin nur ein sehr zufriedener Kunde.
  3. Melanoxylon brauna (Schott), Recordoxylon irwinii (Cowan).
  4. Mit Ring, ohne Bleistift.
  5. Hier auf Bananenpapier.
  6. Yuriko Saito: Everyday Aesthetics (Oxford University Press 2007, Nachdruck 2010).

Verlängern mit Stil (2)

Montag, 18. Februar 2013

Als ich von dem Angebot unter [Name und Website entfernt] erfuhr, wusste ich, dass es nicht bei einer Erwähnung bleibt, und so dauerte es nicht lange, bis ich mich in ein Exem­plar verguckt hatte.

Verlängern mit Stil (2)

Vorgestern traf das gute Stück wohlbehalten ein und erfreute mich bereits verpackt, denn es war in einen informierenden Beileger gehüllt und mit einem Kreisel aus Kirschholz ge­schmückt.

Verlängern mit Stil (2)

Mein Verlängerer ist aus dem Laubholz Arariba Amarello (regional „Putumuju”), das in Mittel- und Südamerika wächst und mir aufgrund seiner Färbung sehr gefällt.

Verlängern mit Stil (2)

Das Utensil ist 125 mm lang, hat einen Durchmesser von 11 mm an der Griffzone bis knapp 13 mm am Ende und wiegt mit Klemmring gut 10 g. Die Öffnung für den Stift misst etwa 7,5 mm und ist 102 mm tief; gerade letzteres ist sehr praktisch, kann man doch so auch Stifte verlängern, die für die herkömmlichen Verlängerer noch nicht kurz genug sind. – Der 4,5 mm breite Klemmring hat einen Außendurchmesser von 12,5 mm.

Verlängern mit Stil (2)

Die Technik ist einfach und zuverlässig und hat eine eigene Ästhetik. Durch den leicht koni­schen und gut sitzenden Ring werden sogar Stifte mit nur 10 mm Länge (exklusive Spitze) sicher gehalten, was am mitgelieferten Stummel gezeigt wird.

Verlängern mit Stil (2)

Auch die strenge, fast zylindrische Form und die Eindrehung am abgerundeten Ende halte ich für gelungen.

Verlängern mit Stil (2)

Die Verarbeitung des Verlängerers ist sehr gut, und es macht Freude, ihn zu benutzen. Nicht unerwähnt lassen möchte ich jedoch, dass sein Innendurchmesser die Auswahl der verlängerbaren Stifte etwas einschränkt, doch die hierzulande erhältlichen Bleistifte von STAEDTLER, Schwan-STABILO und Faber-Castell passen perfekt1. Nutzer von Bleistiften mit abweichenden Durchmessern haben aber die Möglichkeit, sich einen Verlängerer nach Wunsch anfertigen zu lassen. – Der Ring stört mich beim Greifen nicht.

Verlängern mit Stil (2)

Der Verlängerer hat 9,95 Euro gekostet und für den Versand fielen 2,95 Euro an – ein fairer Preis, wie ich finde. Manche Stücke sind etwas teurer, doch der Blick auf das [Name und Website entfernt] lohnt, nicht zuletzt deshalb, weil dieses Angebot in Deutschland meines Wissens einmalig ist.

  1. Die aktuellen Bleistifte der erwähnten Hersteller haben einen Durchmesser von etwa 7,3 bis 7,4 mm (Schlüsselweite 6,8–7,0 mm); der Pentel Black Polymer 999 und der Mitsubishi uni (beide 7,8 mm und Schlüsselweite 7,0 mm) passen nicht mehr.
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