Alt und neu

In den letz­ten Mona­ten habe ich haupt­säch­lich den uni und den Hi-uni von Mitsu­bi­shi in den Här­te­gra­den HB, F und H benutzt1.

Alt und neu

Gespitzt mit dem M+R Pol­lux und dem Faber-Castell Janus 4048

Dabei konnte ich erneut fest­stel­len, wie her­vor­ra­gend diese Blei­stifte sind, beson­ders der Hi-uni, den man­che für den bes­ten Blei­stift aus aktu­el­ler Pro­duk­tion hal­ten. – Ein gro­ßer Kon­kur­rent (wenn nicht sogar der größte) war der Tom­bow Mono 100, des­sen Pro­duk­tion jedoch 2016 von Japan nach Viet­nam ver­la­gert wurde, was sei­ner Qua­li­tät lei­der nicht zuträg­lich war.

Der Hi-uni kam 1966 auf den Markt2 und bot die neu­este Inno­va­tion von Mitsu­bi­shi. Wäh­rend der Mit­be­wer­ber Tom­bow auf sehr fei­nen und gleich­mä­ßig gemah­le­nen Gra­phit und Ton setzte, hatte man bei Mitsu­bi­shi die Idee, die Dichte der Mine des Hi-uni zu maxi­mie­ren, indem man Par­ti­kel unter­schied­li­cher Größe in einem exak­ten Ver­hält­nis mischte3.

Alt und neu

Mitsu­bi­shi Hi-uni F neu (oben) und alt (unten)

Kurio­ser­weise bekam ich bei einer Bestel­lung bei Ama­zon Japan im ver­gan­ge­nen Jahr ein altes Dut­zend des Hi-uni F, das im Gegen­satz zur aktu­el­len weder Bar­code noch GTIN, dafür aber das JIS-Logo4 trägt; letz­te­res fin­det sich auch auf dem trans­pa­ren­ten Klapp­de­ckel der Kunst­stoff­box. Da diese Form des Logos bis August 2008 genutzt wurde, dürfte das Dut­zend min­des­tens 13 Jahre alt sein. Eine wei­tere, aller­dings geringe Abwei­chung zeigt sich beim schwar­zen umlau­fen­den Ring mit dem Här­te­grad, der beim alten Hi-uni nicht so stark glänzt wie beim neuen.

Alt und neu

Den größ­ten Unter­schied – und das hat mich über­rascht – gibt es bei der Mine. Die des aktu­el­len glei­tet leich­ter, schwärzt stär­ker und ist etwas bruch­sta­bi­ler. Ich halte diese Unter­schiede für zu groß, als dass man sie mit Char­gen­schwan­kun­gen begrün­den könnte, und gehe davon aus, dass der Hi-uni in der Zwi­schen­zeit wei­tere Ver­bes­se­run­gen erfah­ren hat (aller­dings ist meine Stich­probe zu klein, um eine ver­läss­li­che Aus­sage zu treffen).

Hin und wie­der werde ich nach Bezugs­quel­len für japa­ni­sche Blei­stifte gefragt. Den Hi-uni fin­det man zuwei­len bei Ver­sen­dern in Deutsch­land, doch dann zu recht hohen Prei­sen und nicht in allen Här­te­gra­den. Natür­lich ist er auch über eBay erhält­lich, kos­tet dort im Dut­zend aber meist 25 Euro oder mehr; hinzu kommt der Ver­sand. Güns­ti­ger ist er bei Ama­zon Japan – mit zur­zeit 1345 Yen (etwa 10 Euro) plus 1577 Yen (knapp 12 Euro) Ver­sand nach Deutsch­land lohnt sich bereits die Bestel­lung eines Dut­zend (ca. 1,85 pro Blei­stift). Ein­fuhr­ab­ga­ben sind bei mir bis­her nicht angefallen.

  1. Zu mei­ner Schande muss ich geste­hen, dass diese Blei­stifte in den über 14 Jah­ren die­ses Web­logs noch nicht gebüh­rend vor­ge­stellt habe.
  2. Der uni wurde 1958 ein­ge­führt.
  3. Quelle: „The Gol­den Age of Japa­nese Pen­cils, 1952-1967“ (via pen­cil talk). – In die­sem Arti­kel wird auch erwähnt, dass Mitsu­bi­shi 17 ver­schie­dene Ton­sor­ten geprüft und sich schließ­lich für eine aus Deutsch­land ent­schie­den hat (ver­mut­lich war es Klin­gen­ber­ger Ton). Zudem hat man ein neues Ver­fah­ren ent­wi­ckelt, um Ver­un­rei­ni­gun­gen zu ent­fer­nen.
  4. Japa­nese Indus­trial Stan­dards.

„Endlich der Richtige!“

Aus dem Kata­log für Büro­be­darf von A. Wal­ter Schrei­ber (Leip­zig) des Jah­res 1939: Vier Bleistiftverlängerer.

„Endlich der Richtige!“

Lei­der sieht man nicht, wie der Spann­fix funk­tio­niert hat, doch das dickere Vor­der­teil und die bei­den Rän­de­lun­gen las­sen ver­mu­ten, dass der Blei­stift mit einer Schraub­klem­mung gehal­ten wurde. Wenn das der Fall ist, wären hier alle Verlängerer-Typen zu sehen:

  1. mit Schie­be­ring
  2. mit Gewinde (Ver­län­ge­rer und Blei­stift hat­ten Metal­lauf­sätze und wur­den mit­ein­an­der verschraubt)
  3. mit Schraub­klem­mung (wie der STAEDTLER 900 25)

(Es gibt noch einen vier­ten Typ, der den Blei­stift – wie der Fall­mi­nen­stift die Mine – mit einer gefe­der­ten Zwinge hält, doch der ist ver­gleichs­weise exo­tisch und mei­nes Wis­sens nur in Form des Kut­s­uwa Stad One-Push anzutreffen.)

Bis auf die Vari­ante mit Gewinde sind alle heute noch üblich. Die bei­den mit Schie­be­ring haben den Nach­teil, nur Blei­stifte mit Durch­mes­sern aus einem engen Bereich sicher zu hal­ten, wobei die Unter­va­ri­ante mit der Auf­nahme aus Metall zusätz­lich auf sehr kurze Stifte beschränkt ist. So bleibt die mit Schraub­klem­mung die nütz­lichste, und die­ser Kata­log­ein­trag ist der älteste mir bekannte Beleg für diese Variante.

Nach­trag vom 1.2.22: Mein Leser Chris­tof hat mich auf einen wei­te­ren Verlängerer-Typ auf­merk­sam gemacht, und die­ser wie­derum erin­nert mich an einen ande­ren aus mei­nem Fun­dus, den ich nie benutzt und daher ver­ges­sen habe. Beide haben die Form einer Hülse, die den Blei­stift durch Form- oder Kraft­schluss hält.

  1. Hülse
    • Halt durch Form­schluss (z. B. Innengewinde)
    • Halt durch Kraft­schluss (z. B. Innen­ko­nus oder Eindrückungen)

So rich­tig rund ist diese Klas­si­fi­ka­tion noch nicht, und so werde ich die­ses Thema bei Gele­gen­heit noch ein­mal angehen.

Kurz notiert

  • Unter dem Namen „Forest Sup­por­ter“ haben der japa­ni­sche Her­stel­ler Mitsubish/uni, die japa­ni­sche Post, der Saat­gut­pro­du­zent Sakata und der Bil­dungs­aus­schuss des Bezirks Shina­gawa (Tokio) ein Recycling-Konzept für Blei­stifte vor­ge­stellt. Im Zen­trum steht der aus einer hei­mi­schen Zypresse gefer­tigte Blei­stift, bei dem die Mine nur bis gut zur Hälfte in das Holz geht und des­sen Rest nach Gebrauch gemah­len und als Dün­ger benutzt wird. Die Ver­lei­mung und die Lackie­rung sind auf diese Wei­ter­ver­wen­dung abge­stimmt, und zur Sam­mel­box für den „Forest Supporter“-Bleistift gehört eine wei­tere für die Stum­mel kon­ven­tio­nel­ler Blei­stifte, die ener­ge­tisch genutzt werden.
  • Die Frage, ob es den Druck­blei­stift­klas­si­ker Pen­tel P200 in 0,4 mm gab, beschäf­tigt Fans und andere schon seit vie­len Jah­ren. Soweit ich weiß, war diese Vari­ante nie erhält­lich, doch wer das ändern möchte, bekommt von isu, der auch mir schon zu man­cher Son­der­an­fer­ti­gung ver­hol­fen hat hat (z. B. zum Pilot S15), Hin­weise zum Bau eines P204.
  • Den Radie­rer Zi-Keshi von Kut­s­uwa aus Japan, des­sen Späne sich mit einem Magne­ten ein­sam­meln las­sen, gibt es nicht nur mit Shiba-Manschette und in eini­gen ande­ren Aus­füh­run­gen, son­dern jetzt auch mit Auf­fang­be­häl­ter.
  • Der Pla­ner Hobo­ni­chi Techo und der Blei­stift STAEDTLER Mars Lumo­graph haben den Good Design Long Life Design Award 2021 erhal­ten, und für den Kugel­schrei­ber MONO graph sowie den Kle­be­rol­ler Pit Air von Tom­bow gab es den Good Design Award 2021.
  • Ein Teil­neh­mer auf Red­dit hat den Spit­zer Faber-Castell Janus 4048 mit dem Mes­ser des M+R Pol­lux bestückt und ein beein­dru­cken­des Ergeb­nis erzielt. Natür­lich habe ich das auch ver­sucht, doch was bei mir her­aus­kam, zeige ich bes­ser nicht.
  • Der US-amerikanische Bleistift-Hersteller Mus­grave und der japa­ni­sche Spitzer-Produzent NJK haben sich zusam­men­ge­tan und einen Behäl­ter­spit­zer auf den Markt gebracht. Er ist aus Alu­mi­nium und hat einen Kunststoff-Einsatzspitzer mit zwei Mes­sern. – Danke an Ste­phen für den Hinweis!
  • Eine aus­führ­li­che Dar­stel­lung der Geschichte und zahl­rei­cher Pro­dukte der öster­rei­chi­schen Brevillier-Urban Blei­stift­fa­brik A.G., die als Schmiede und Schrau­ben­fa­brik begann, gibt es unter „AT | G | Graz-Gösting | Brevillier-Urban Blei­stift­fa­brik A.G.“.
  • Vor eini­gen Wochen hat Faber-Castell die Reihe Pitt Gra­phite Matt um die Grade 10B, 12B und 14B erwei­tert, so dass es die­sen Blei­stift nun in acht Här­te­gra­den gibt. Ich habe ihn mir in 14B bestellt, fand aber den ers­ten Test ernüch­ternd: Er ist zwar wirk­lich matt, glei­tet aber so, als ent­hielte er Ruß, und hat für mich eher den Här­te­grad 7B.
  • Als zufrie­de­ner Nut­zer des uni-ball Signo Needle hat mich die Vor­stel­lung des uni-ball one neu­gie­rig gemacht. Seine Far­ben sol­len inten­si­ver sein und weni­ger stark reflek­tie­ren, und nach län­ge­rer Nut­zung von vier Farb­va­ri­an­ten kann ich das bestä­ti­gen, wobei es mir die schwarze beson­ders ange­tan hat. – Der uni-ball one F hat die glei­che Mine, aber andere Schaft­far­ben und eine Metall­spitze, durch die der Schwer­punkt wei­ter nach vorne rückt.

90 Jahre Tradition

Nach Noris1 und Lumo­graph ein wei­te­res Jubi­läum: Heute vor 90 Jah­ren wurde die Marke „Tra­di­tion“ für STAEDTLER ein­ge­tra­gen. Sie ist für ver­schie­dene Schreib­wa­ren benutzt wor­den, heute aber haupt­säch­lich durch den Blei­stift tra­di­tion 110 bekannt.

90 Jahre Tradition

STAEDTLER Tra­di­tion 200 (ca. 1930er Jahre), tra­di­tion 110 (aktu­ell)

Für wei­tere Details zu die­sem popu­lä­ren Blei­stift ver­weise ich auf:

  1. Die offi­zi­el­len Fei­er­lich­kei­ten began­nen bereits im Januar, doch das eigent­li­che Jubi­läum fand am 10.9.21 statt; auf­grund unge­plan­ter Betriebs­fe­rien die­ses Web­log musste die Party an die­sem Tag lei­der aus­fal­len.

Acht

Acht

Kisho ist heute acht! Für ihn ist es ein Tag wie jeder andere, doch für uns ist es ein besonderer.

Kurz notiert

90 Jahre Lumograph

Heute vor 90 Jah­ren wurde die Marke „Lumo­graph“ für STAEDTLER eingetragen.

90 Jahre Lumograph

Ange­mel­det wurde die Marke bereits am 20. August 1930. Im sel­ben Jahr begann die Pro­duk­tion des Blei­stifts1, der dann als MARS LUMOGRAPH 2886 auf den Markt kam2 und eine Wei­ter­ent­wick­lung des MARS 1225 dar­stellte. – Die Marke „MARS“ hatte man schon 1919 in den Fir­men­na­men inte­griert, und die hell­blaue Poli­tur3 des MARS 1225 wurde 1925 zum bis heute genutz­ten „Mars­blau“.

Die erste Vari­ante im Bild gibt mir Rät­sel auf, denn ich dachte bis­her, dass mit dem Namen „Lumo­graph“ auch das heute noch typi­sche Design mit schwar­zer Tauch­kappe und wei­ßem Ring kam, doch offen­bar war das nicht der Fall4. 1967 führte man ein neues Num­mern­sys­tem ein und gab dem MARS LUMOGRAPH die Arti­kel­num­mer 100; mei­nes Wis­sens trennte man sich zu die­ser Zeit auch vom Vier­tel­mond und dem astro­no­mi­schen Zei­chen für den Pla­ne­ten Mars5. Wei­tere zehn Jahre spä­ter ging man von der gold­far­be­nen zur wei­ßen Beschrif­tung in Hel­ve­tica6-Ver­sa­lien über. 1990 kam der Strich­code hinzu, und 2003 wich die Groß­schrei­bung der Gemischt­schrei­bung in Fru­ti­ger6; bei die­ser Gestal­tung ist es bis heute geblieben.

  1. Ja, ich hätte das 90-jährige Jubi­läum eigent­lich schon im ver­gan­ge­nen Jahr erwäh­nen kön­nen, aber ich hab’s ver­pennt.
  2. Als Datum der Markt­ein­füh­rung wurde mir mal der 1. August 1930 genannt, doch das konnte ich nicht mehr veri­fi­zie­ren.
  3. Der Begriff „Poli­tur“ geht zurück auf die Zeit vor 1900, als die Spit­zen­blei­stifte einen Schel­lack­über­zug mit Schwermetall-Farben erhiel­ten und von Hand poliert wur­den.
  4. Kürz­lich konnte ich von STAEDTLER erfah­ren, dass in einem Pro­dukt­ka­ta­log von 1935 ein Mars Lumo­graph 2886 mit Tauch­kappe, aber ohne Ring zu sehen ist; gut mög­lich, dass sich die Gestal­tung schritt­weise ent­wi­ckelt hat.
  5. Die mir vor­lie­gen­den Anga­ben zu dem Zeit­punkt, an dem die Rich­tung der Beschrif­tung umge­kehrt wurde, sind lei­der wider­sprüch­lich; es muss jedoch in den 1960er Jah­ren gesche­hen sein.
  6. Oder einem ähn­li­chen Font.
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