Markiges Marketing (22)

21. Juni 2019

Markiges Marketing (22)

Für die Poststifte der Schlüssel-Bleistift-Fabrik J.J. Rehbach warb diese 39 × 60 mm große und mindestens 85 Jahre alte Reklamemarke. – Die Schlüssel-Bleistift-Fabrik J.J. Rehbach wurde 1821 gegründet und ging 1934 in Konkurs; danach wurde sie unter dem Namen J.J. Rehbach bis Mitte der 1970er Jahre weitergeführt.

Als „Poststifte” wurden Farbstifte meist größeren Durchmessers bezeichnet, doch mögli­cherweise hatten diese Stifte nur wenig mit der Post zu tun. In einem nie veröffentlichten ABC von Schwan-Stabilo hieß es 1955:

Poststift – eine alte Sortenbezeichnung, die noch heute angewandt wird. Es handelte sich normalerweise um einen farbigen, nicht kopierfähigen Stift, dessen Kern und dessen Fassung gewöhnnlich stärker als normal sind. Er wird zum Beschreiben von Verpackungspapier, Pappe, Aktendeckeln und ähnlichem gebraucht. Oft ist deshalb auch die Rede von Magazinstiften und Bürofarb­stiften.

Auch das Ordbog over det danske sprog (Wörterbuch der dänischen Sprache) führte 1936 „Poststift” als Fachbegriff des Handels und als eine andere Bezeichnung für einen roten und blauen Farbstift auf, der urspünglich mit einem Posthorn gekennzeichnet wurde.

Ich wüsste gerne, woher der Begriff „Poststift” stammt!

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Rot und Blau

20. Juni 2019

Meine Recherche zum Rot-Blau-Stift geht langsam voran. Das Museum für Kommunikation (ehemals Postmuseum) in Frankfurt/Main hat in seinem Archiv zahlreiche alte Dienstanwei­sungen der Post, die auch Angaben zur Verwendung des Rot-Blau-Stifts enthalten könn­ten. Ich habe die Möglichkeit eines Rechercheauftrags genutzt und bin auf das Ergebnis gespannt.

Rot und Blau

In der Artikelbeschreibung zum Rot-Blau-Stift Koh-I-Noor Blue Star schreibt der Anbieter Manufactum:

Der Koh-i-Noor Blue Star wurde ursprünglich – und das seit 1909 – als „Poststift” angeboten.

Ich habe bei Manufactum nach der Quelle für diese Jahreszahl angefragt; eine Antwort steht noch aus.

Rot und Blau

In dem sehr interessanten Buch „Ich hör' dich schreiben. Eine literarische Geschichte der Schreibgeräte” von Evelyne Polt-Heinzl, erschienen 2007 bei Sonderzahl, heißt es:

Farbverwandt mit dem alten Schulradierer ist der Rot-Blau-Stift, der 1909 als „Poststift” das Licht der Welt erblickte und sich offenbar rasch europaweit verbreitete.

Ich habe die Autorin bereits vor einer Weile angeschrieben und ebenfalls nach der Quelle für diese Angabe gefragt, aber leider noch keine Antwort bekommen.

Rot und Blau

1909? Nein – den ersten Rot-Blau-Stift gab es schon viel früher. Demnächst mehr!1

Nachtrag vom 27.6.19: Von Dr. Evelyne Polt-Heinzl konnte ich erfahren, dass sie die Jah­reszahl 1909 einer Festschrift der Fa. Hardtmuth entnommen hat.

Nachtrag vom 18.7.19: Manufactum hat mir mitgeteilt, dass man das Jahr 1909 vom Lie­feranten Koh-I-Noor genannt bekommen habe.

  1. Der erste Cliffhanger in zwölf Jahren.

MARS=precision

19. Juni 2019

Die Produkte des MARS-Sortiments als Garant für Präzision bewarb STAEDTLER Mitte der 1960er Jahre1 mit diesem ewigen Wandkalender.

MARS=precision

(Fotos zum Vergrößern anklicken)

Alles für das technische Zeichnen ist vertreten: Tuschezeichner Mars-7002, Fallminenstift Mars-Technico 48000, Farbstift Mars-Lumochrom, Bleistift Mars-Lumograph 2886 und ein Zirkel mit Verlängerungsstange3.

MARS=precision

Der von Carl Ph. Schmidt in Kaiserslautern hauptsächlich aus Karton gefertigte Kalender ist 30,5 × 26,5 cm groß, bemerkenswert gut erhalten und schmückt demnächst die Wand an meinem Schreibtisch.

  1. Der hier verwendete Marskopf wurde von 1963 bis 1973 benutzt, und meines Wissens kehrte man 1963 die Richtung der Beschriftung um; 1967 kamen die dreistelligen Artikelnummern. – Mich überrascht jedoch die weiße Prägung auf den holzgefassten Stiften, denn soweit ich weiß, hat diese erst 1977 die goldfarbene abgelöst.
  2. Die hier abgebildete Variante des Tuschezeichners Mars-700 ist die erste, die noch die Kolbenfüller-Mechanik des Vorläufers Mars-500 hatte; 1968 kam die zweite, die mit Patronen arbeitete. Danke an Helmut für diese Details! – Die aktuelle Variante ist der Mars matic 700.
  3. Also genaugenommen nicht alles – es fehlen u. a. Zeichenpapier oder -folie, Radierer und Minenspitzer.

Kurz notiert

18. Juni 2019
  • Zum 50-jährigen Jubiläum des Radierers „Mono” gibt es vom japanischen Hersteller Tombow ab dem 5. Juli ein Set, das vier unterschiedliche Designs dieses Radierers und einen Anstecker vereint; es soll 600 Yen (knapp 5 Euro) kosten.
  • Hin und wieder ergänze oder korrigiere ich ältere Beiträge, so wie heute den zum Pica-Dry, bei dem es interessante Änderungen beim Material, der Fertigung und dem Vertrieb gab.
  • Martin aus Argentinien hat mich auf einen außergewöhnlich langen Bleistift von Mitsu­bishi hingewiesen, der im Video „Go Ahead – Threaten Me”, der dritten Episode von „10 Years with Hayao Miyazaki”, bei etwa 18:58 zu sehen ist. Ich vermute, dass dieser eine Sonder­anfertigung für Miyazakis Studio Ghibli ist. Wissen meine Leser vielleicht mehr? – Danke an Martin für den Hinweis!
  • Bereits seit 2018 im Sortiment des deutschen Herstellers Pica Marker ist der holz­gefasste Schwarzweiß-Stift Pica Classic 546 FOR ALL BLACK&WHITE mit einer Graphit­mine in 2B und einer weißen Farbmine für das Markieren auf hellen und dunklen Flächen.

Nachtrag vom 22.6.19: Zum 50-jährigen Jubiläum des Tombow Mono siehe auch „Japan's Iconic MONO Eraser Turns 50″ bei Spoon & Tamago.

STAEDTLER Mars Lumograph jumbo

17. Juni 2019

Im Oktober vergangenen Jahres auf der Insights-X in Nürnberg vorgestellt und seit einiger Zeit im Handel: Der STAEDTLER Mars Lumograph jumbo.

STAEDTLER Mars Lumograph jumbo

Der in den Härtegraden HB, 2B, 4B, 6B und 8B erhältliche Lumograph jumbo hat einen Durchmesser von 11 mm1 und die übliche Länge von 17,5 cm.

STAEDTLER Mars Lumograph jumbo

Seine Gestaltung entspricht fast der des regulären Lumograph; lediglich die Angabe des Härtegrads auf der schwarzen Tauchkappe ist bei ihm nicht vorhanden.

STAEDTLER Mars Lumograph jumbo

Links: regulär/jumbo 2B, rechts: regulär/jumbo 4B

Die Mine des werkseitig gespitzen Lumograph jumbo ist beeindruckende 5,3 mm dick2, wodurch er sich vor allem für das großflächige Arbeiten eignet.

STAEDTLER Mars Lumograph jumbo

Die Material- und Verarbeitungsqualität des aus Zeder gefertigten Lumograph jumbo würde ich als sehr gut bezeichnen; auch aus diesem Grund macht es mir Freude, ihn zu benutzen.

STAEDTLER Mars Lumograph jumbo

Mit dem Möbius+Ruppert 602

Der Lumograph jumbo wird einzeln und im Set mit allen fünf Härtegraden angeboten.

Danke an STAEDTLER für die Muster des Lumograph jumbo!

  1. Schlüsselweite 10 mm.
  2. Regulärer Lumograph: 2 mm (10H–2B); 2,5 mm (3B–5B); 3,6 mm (6B–11B); 4,5 mm (12B).

Zwölf Jahre

16. Juni 2019

Zwölf Jahre

Dieses bunte Durcheinander feiert heute sein zwölfjähriges Bestehen. Danke an meine Leser für ihr anhaltendes Interesse, die vielen Anregungen und ihre rege Teilnahme per Kom­mentar und E-Mail!

Abgetaucht

13. Juni 2019

Abgetaucht

Abgetaucht

Das ist natürlich Kisho, der im hohen Gras verschwunden war.

Postal

10. Juni 2019

Nach einem kurzen Blick auf die Verwendung von Rot-Blau-Stiften fiel mir der „Postal” der Venus Pen & Pencil Corp. ein, der schon länger in einer meiner Schubladen schlummert.

Postal

Diese Rot-Blau-Stifte stammen aus der Zeit von 1956 bis 1967, denn davor hieß der Her­steller American Lead Pencil und danach Venus-Esterbrook1.

Postal

Es spricht also einiges dafür, dass Rot-Blau-Stifte auch bei der US-amerikanischen Post ihren speziellen Einsatzzweck hatten. – Ich habe erfahren, dass die Deutsche Post das Nachent­gelt für den Empfänger mit einem dicken blauen Farbstift2 auf dem Umschlag vermerkt (heute wird das jedoch kaum noch gemacht, da durch die maschinelle Verarbeitung eine Unter­frankierung früher erkannt und die Sendung an den Absender zurückgeschickt wird). Ob es bei der Deutschen Post auch für Rotstifte eine besondere Verwendung gab oder noch gibt, konnte ich jedoch nicht herausfinden.

  1. Henry Petroski: Der Bleistift. Basel, Boston, Berlin: Birkhäuser, 1995.
  2. Ähnlich diesem Exemplar. – Man nimmt übrigens einen holzgefassten Farbstift und keinen Filzstift, da letzterer durchschlagen und Spuren auf dem Inhalt hinterlassen könnte.

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