Archiv des Stichworts „Pentel”

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Sonderanfertigung (2)

Montag, 4. Januar 2016

Einer meiner Druckbleistift-Favoriten ist der Pentel GraphGear 500, den es in zwei Varian­ten gibt. Der für den US-amerikanischen Markt (PG52x1) hat Schäfte in kräftigen Farben, doch der für Japan und Deutschland (PG51x) kommt in einem für mich wenig schönen Grau und einem anderen Drücker daher. So hat auch die nur in Japan erhältliche 0,4-mm-Version (PG514) diesen grauen Schaft, der zudem bei allen mir bekannten Modellen Schlie­ren aufweist. Gibt es eine Möglichkeit, zu einem attraktiveren Pentel GraphGear 500/0,4 zu kommen?

Sonderanfertigung (2)

Oben: Pentel Graphgear 500/0,5 (PG525), unten: Pentel Graphgear 500/0,4 (PG514)

Ja, die gibt es! isu von the uncomfortable chair2, der mir schon bei Pilot S20/0,4mm gehol­fen hat, weiß einen Weg, für den man einen Pentel Graphgear 500/0,4 und einen Pentel GRAPHLET 0,4 mm (PG504) braucht.

Sonderanfertigung (2)

Oben: Pentel Graphgear 500/0,4 (PG514), unten: Pentel GRAPHLET 0,4 mm (PG504)

Zunächst entfernt man die Spitze und das Griffstück des GRAPHLET…

Sonderanfertigung (2)

… und anschließend den Ring, der über dem Griffstück sitzt. Leider lässt sich dieser nur mit Feile und Zange, also nicht zerstörungsfrei lösen, und es besteht die Gefahr, dass man dabei den Schaft unterhalb des Rings verkratzt. Das macht jedoch nichts, da dieser Teil später vom neuen Griffstück verdeckt wird.

Sonderanfertigung (2)

Anschließend löst man das Vorderteil vom GraphGear 500 …

Sonderanfertigung (2)

… und schraubt es auf den GRAPHLET. Fertig!3 – Der Korrektheit halber sei erwähnt, dass der Schaft des GRAPHLET weder richtig schwarz noch ganz frei von Schlieren ist. Beides fällt aber nur bei genauem Hinschauen auf, so dass er mir wesentlich besser gefällt als der graue des GraphGear 500.

Sonderanfertigung (2)

Hier habe ich allerdings noch eine weitere kleine Änderung vorgenommen. Fällt jemandem auf, welche?

Danke an isu für seine Hilfe!

Anm.: Der Stoff im Hintergrund ist ein sog. Tenugui, ein traditionelles japanisches Hand­tuch. Es stammt vom Yuruliku und zeigt eine stilisierte Schreibtischschale mit unterschied­lichen Füllungen.

  1. x steht für die Minenstärke: 3 = 0,3 mm, 5 = 0,5 mm usw.
  2. Auch sein Instagram-Account lohnt den Besuch.
  3. Den so gebastelten Druckbleistift nenne ich Pentel Gearlet 54.

Frankenstift

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Vor wenigen Tagen kam der Tsunago der japanischen Nakajima Jukyudo Co., der zwar als Spitzer geführt wird, aber nur dazu gedacht ist, Bleistiftreste miteinander zu verbinden, um sie weiter benutzen zu können. Hier der erste Versuch mit stark strapazierten Teilen des Pentel Black Polymer 999, STAEDTLER Mars Lumograph und STAEDTLER Noris:

Frankenstift

(zum Vergrößern anklicken)

Ich nenne das Ergebnis „Pendtler Frankenstift HB”. – Die Spuren am Pentel stammen von der Klemme eines Bleistiftverlängerers und die am Noris vom oberen Teil eines Kugel­schreiberschafts, den mein kreativer Kollege deh als Verlängerer benutzt hat (er bekam den Stift dann auch). – Eine ausführliche Besprechung des Tsunago folgt.

Nachtrag vom 18.12.15: Bei einem weiteren Versuch habe ich einen Pentel Black Poly­mer 999 B und einen STAEDTLER Noris 120 B kombiniert.

Frankenstift

Die abgerundeten Enden beider Stifte habe ich vorher mit dem Bandschleifer entfernt. – Die Spitzen stammen vom Faber-Castell Janus 4048 (links) und vom CARL Angel-5 Premium mit dem Fräser des Angel-5 Standard (rechts).

Kurz notiert

Freitag, 31. Juli 2015
  • Nach dem er lange ein schwer zu findendes Sammlerstück war, ist der graue Pentel Smash (Q1005-2A) seit Juni wieder erhältlich; vertrieben wird er exklusiv von Amazon Japan (der schwarze ist nach wie regulär erhältlich.). – Danke an Sola für den Hinweis!
  • Den 0,2-mm-Druckbleistift Pentel orenz wird es ab Herbst 2015 auch in Deutschland geben.

Spitzenleistung

Montag, 8. Dezember 2014

Bei Espacenet1 bin ich auf das Patent WO2014157731 (A1) („Mechanical Pencil”) des japa­nischen Herstellers Kotobuki & Co., Ltd.2 aufmerksam geworden. In der Zusammenfassung heißt es:

The present invention provides a mechanical pencil that can rotate a lead by
an appropriate rotational angle in accordance with the pressure applied to said mechanical pencil.

Wenn ich das richtig verstehe, handelt es sich hier um eine Variante der Technik, die beim Kuru Toga3 von Mitsubishi zum Einsatz kommt. Die Mine in diesem Druckbleistift wird nach jedem Papierkontakt leicht gedreht, um eine gleichmäßige Abnutzung zu erzielen. Wäh­rend jedoch der Drehwinkel beim Kuru Toga konstant ist, so hängt er bei dieser Erfindung vom Schreibdruck ab, d. h. die Mine wird um so mehr gedreht, je stärker der Druck ist4. – Diese Technik ist nur bei solchen Schriftsytemen und Schreibstilen nützlich, bei denen der Stift oft angehoben und abgesetzt wird (also z. B. im Japanischen oder bei Druckbuchsta­ben); bei der hier üblichen Schreibschrift kann er sein Potential nicht voll ausspielen.

Spitzenleistung

Diese Zeichnung aus der Patentschrift ist mehr Dekoration als Information, denn bis auf die Zusammenfassung ist das Patentdokument auf Japanisch, so dass mir der genaue Blick auf die Funktionsweise leider verwehrt bleibt.

  1. Eine kleine Einführung zur Nutzung von Espacenet gibt es unter „Blick in die Zukunft”.
  2. Zu Kotobuki siehe „The Mysterious Kotobuki” bei Dave's Mechanical Pencils.
  3. Wenn ich richtig informiert bin, liegt dem Kuru Toga das Patent JP4240417 (B2) aus dem Jahr 2006 zugrunde. – Kotobuki hat sich bereits 2008 mit dem Patent JP2010120204 (A) eine Tech­nik zur Minendrehung gesichert, und Pentel war 2010 mit Ähnlichem befasst, wie das Patent JP2011173343 (A) belegt.
  4. Ganz spontan dachte ich, dass es vielleicht sinnvoll wäre, das Maß der Drehung einstellen zu können, da sich eine weiche Mine bei gleichem Schreibdruck stärker abschreibt als eine harte und so auch mehr gedreht werden muss.

Pentel orenz

Donnerstag, 24. April 2014

Mit dem orenz1 hat Pentel Japan seit Mitte Januar2 wieder einen 0,2-mm-Druckbleistift im Sortiment.

Pentel orenz

0,2 Millimeter? Bricht da nicht die Mine beim geringsten Schreibdruck ab? Nein, denn im orenz wird die Mine durch ein Führungsröhrchen geschützt, das beim Schreiben nachgibt und in den Stift hineingleitet („lead support system”, wie es auf dem Schaft heißt und durch die Gestaltung des „o” im Produktnamen symbolisch dargestellt wird).

Pentel orenz

Mit einem STAEDTLER Mars Lumograph 100

Im Gegensatz zu anderen Druckbleistiften (und der Darstellung im obigen Bild) darf die Mi­ne des orenz während des Gebrauchs nicht aus dem Führungsröhrchen herausragen, son­dern muss bündig mit ihm abschließen. Ist die Mine heruntergeschrieben und das Röhrchen nahe an oder gar in der Spitze, schiebt ein einziger Druck auf das andere Ende des Stifts Mine und Röhrchen wieder heraus.

Pentel orenz

Die Illustrationen auf dem Beileger3 der Blisterverpackung verdeutlichen dies auch denen, die – so wie ich – kein Japanisch können (lediglich ノック 1回だけ, wörtlich „drücken einmal nur”, unten rechts, erschließt sich den Sprachunkundigen nicht)4. Der Vorteil der so vor Bruch geschützten Mine wird allerdings mit dem Nachteil erkauft, dass das Minenführungs­röhrchen beim Schreiben ständig auf dem Papier gleitet. Durch die Verrundung der Röhrchenkante ist die Reibung jedoch – wie ich finde – vertretbar, erst recht auf glattem Beschreibmaterial und bei leichtem Anpressdruck.

Pentel orenz

Der 145 mm lange und gut 10 g leichte orenz hat eine etwa 45 lange Griffzone, deren Durchmesser sich von 8,5 auf 7,5 mm verringert. Mir gefällt, dass die Eindrehungen in der Griffzone mit denen in der Spitze korrespondieren und die Spitze mal keine geraden, sondern geschwungene Konturen hat. Der Clip sitzt verdrehsicher und ist abnehmbar; einen Härtegradindikator gibt es nicht. Alle Teile sind sauber und passgenau verarbeitet. – Zusätzlich zum Radierer unter der Kappe war ein zweiter in einem kleinen Beutel mit einem Hinweis außen an der Verpackung angebracht. Dieser hat einen dünnen Draht zum Reini­gen der metallenen, dreiteiligen Zwinge und des Minenführungsröhrchen; die in Form eines vierblättrigen Kleeblatts verdrehte Stelle soll vermutlich die Handhabung erleichtern5.

Pentel orenz

Im Vergleich zum 1981 eingeführten und nicht mehr erhältlichen Pentel PG2-AD6 zeigen sich vor allem beim Minenführungsröhrchen deutliche Unterschiede7. Während es beim PG2-AD 4 mm herausschaut und nur 2 mm nachgibt, also nie ganz verschwindet, so geht das 3 mm lange des orenz vollständig in die Spitze zurück. Damit kann man mit dem orenz länger schreiben, ohne erneut drücken zu müssen; zudem macht es ihn hemdtaschen­freundlich. Beide Röhrchen haben einen Außendurchmesser von 6 mm, doch das des orenz hat stärker verrundete Kanten, die es leichter gleiten lassen.

Pentel orenz

PG2-AD und orenz mit ausgefahrenem …

Pentel orenz

… und eingefahrenem Minenführungsröhrchen

Der Pentel orenz ist in fünf Schaftfarben erhältlich, hat die Artikelnummer PP502 und kos­tet in Japan 500 Yen (gut 3,50 Euro).

Pentel orenz

Zusammen mit dem orenz hat Pentel auch passende Minen aus der Reihe Ain STEIN in den Härtegraden HB und B auf den Markt gebracht8. Ein Döschen mit zehn 60 mm langen Minen wird in Japan für 200 Yen (etwa 1,40 Euro) angeboten.

Pentel orenz

Der zurzeit einzigartige Pentel orenz ist ein verbesserter Nachfolger des PG2-AD und eine interessante Bereicherung der Druckbleistiftwelt. Er bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und einen hohen Gebrauchswert; ich hoffe, dass dieser Stift und die dazugehö­rigen Minen auch in das Sortiment von Pentel Deutschland aufgenommen werden.

Vielen Dank an isu von the uncomfortable chair für den Pentel orenz und die Minen!

  1. Ich wüsste ja zu gerne, wie man auf diesen Namen gekommen ist.
  2. Auch im Pentel-Blog wurde er vorgestellt.
  3. Weitere Erklärungen gibt es beim Pentel Customer Service.
  4. In der obersten Abbildung gibt es ein interessantes Detail. Während wir und viele andere Teile der westlichen Welt den Haken (✓) für „OK” oder „Ja” und das Kreuz (✗) für „Nicht OK” oder „Nein” verwenden, benutzt man in Japan den Kreis (◯) für „OK” und nicht nur (wie hier) das Kreuz (✗), sondern zuweilen auch den Haken (✓) für „Nicht OK”. Letzterer wäre auf Produk­ten, die exportiert werden, natürlich ungünstig.
  5. Auch dabei hilft der Pentel Customer Service.
  6. Vorgänger war der Pentel PS1042 aus dem Jahr 1973. – Die Schrift des Patents „Mechanical pencil for fine leads” (1971) zum gleitenden Minenführungsröhrchen gibt es bei Espacenet.
  7. Der PG2-AD hatte außerdem einen Härtegradindikator und einen abnehmbaren Clip.
  8. Wenn ich richtig informiert bin, gab es zu Zeiten des PG2-AD nur HB-Minen.

Taschenbleistift

Samstag, 21. Dezember 2013

Taschenbleistift

53 (72) mm lang, 9 mm dünn und 1,3 g leicht.

Taschenbleistift

Kommt gar nicht in Frage, dass ich etwas vom einzigartigen Pentel Black Polymer 999 ver­schwende.

Sonntag

Sonntag, 13. Mai 2012

Sonntag

Craft Design Technology item 17, gespitzt mit dem Faber-Castell Janus 4048

Top Two (1)

Donnerstag, 19. Januar 2012

Hin und wieder werde ich gefragt, welchen Bleistift ich bevorzuge; hier eine kurze Ant­wort.

Top Two

Es sind zwei, nämlich der STAEDTLER Mars Lumograph B und der Pentel Black Polymer 999 HB. Der erste bedarf sicher keiner Worte, ist er doch schon seit über 80 Jahren erhältlich und weltweit für seine Qualität und sein Design bekannt1. Der zweite hingegen ist ein Exot, denn er hat als einziger mir bekannter holzgefasster Stift statt der keramik- eine poly­mergebundene Mine, wie man sie sonst nur wesentlich dünner für Druckbleistifte nutzt. Diese Mine ist äußerst bruchfest, sehr gut radierbar und hat eine saubere Abgabe2. – Der Black Polymer 999 kam im August 1987 auf den japanischen Markt; leider wurde die Pro­duktion im vergangenen Jahr eingestellt3 (meine kleine Reserve müsste noch eine Weile reichen).

Die Welt der Bleistifte ist jedoch zu facettenreich, als dass ich mich beim alltäglichen Schrei­ben auf diese beiden Exemplare beschränken könnte, und so greife ich manchmal nicht nur zu weiteren Härtegraden der genannten Stifte, sondern auch zu anderen Exemplaren und erfreue mich an der Vielfalt.

Und welche Bleistifte bevorzugen meine Leser?

  1. Am schönsten fand ich die Variante mit der weißen Beschriftung in Helvetica, zu sehen u. a. hier.
  2. Übrigens werden diese Polymerminen ebenfalls gebrannt, wobei ein Teil des Polymers karboni­siert wird und zur Schwärzung beiträgt.
  3. Pentel hat diesen Bleistift von einem OEM fertigen lassen; wer das war, weiß ich nicht. – Neben der schwarzen gab es noch eine türkise und eine klarlackierte Variante sowie den 999 alpha, und auch der item 17 von Craft Design Technology hatte eine solche Mine.

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