Archiv des Stichworts „Bücher”

 Ältere Beiträge Neuere Beiträge 

Bleistifthölzer (2)

Mittwoch, 27. Mai 2015

Wer sich mit Bleistifthölzern beschäftigt, stößt recht schnell auf das Buch „Fleta Minor. The Laws of Art and Nature, in Knowing, Judging, Assaying, Fining, Refining and Inlarging the Bodies of confin'd Metals” von Sir John Pettus, erstmals erschienen 1683 in London, denn dieses enthält die älteste bekannte Erwähnung der Zeder als Bleistiftholz.

Henry Petroski zitiert Pettus in seinem Buch „Der Bleistift” (1995):

Es gibt auch ein Mineral Blei, das wir Black Lead nennen, etwas Ähnliches wie Antimon, aber nicht so glänzend oder hart …; in letzter Zeit wird es in Holzkörper aus Kiefer oder Zeder auf sonderbare Art hineingeformt und dann als trockene Bleistifte verkauft, als etwas Nützlicheres als Feder und Tinte.

(Petroski nennt als Quelle zwar nur „ein Buch über Metallurgie”, doch diese Bezeichnung und die Jahreszahl 1683 sprechen für „Fleta Minor”, denn der zweite Teil von Pettus' Buch ist ein Lexikon der Metallurgie.)

Dr. Eduard Schwanhäußer führt in „Die Nürnberger Bleistiftindustrie und ihre Arbeiter in Vergangenheit und Gegenwart” (1895) ebenfalls „Fleta Minor” als die älteste ihm bekannte Quelle auf, in der das Zedernholz zum Zwecke der Bleistiftherstellung erwähnt wird; die Kiefer spricht er in diesem Zusammenhang allerdings nicht an.

Im englischen Original „The Pencil” (1989) von Petroski heißt es jedoch:

There is also mineral lead, which we call black lead, something like antimony, but not so shining or solid […]; and of late, it is curiously formed into cases of deal or cedar, and so solid as dry pencils, something more useful than pen and ink.

Hier der Abschnitt aus dem Buch von Pettus (Ausgabe von 1686):

Bleistifthölzer (2)

„Deal” heißt meines Wissens „Nadelholz”, wurde aber in „Der Bleistift” mit „Kiefer” über­setzt.

Petroski zitiert auch John Beckmann, der in seinem Buch „A History of Inventions and Dis­coveries” (Band 4, 3. Auflage 1817) das von Pettus genannte „deal” als „fir”, also Tanne, identifiziert. John Beckmann (eigentlich Johann Beckmann) war Professor der Ökonomie zu Göttingen, und „A History …” war eine Übersetzung seiner „Beyträge zur Geschichte der Erfindungen”, in deren Band 5 aus dem Jahr 1805 ebenfalls von Tanne die Rede ist.

So wird man weiter recherchieren müssen, um zu erfahren, ob man zu Pettus' Zeiten Tan­ne oder Kiefer (oder vielleicht beide) benutzt hat und welche Arten damals zum Einsatz kamen.

„Die Leistung”

Samstag, 14. Februar 2015

Heute gibt's nur einen schnellen Scan, und zwar vom in meinen Augen attraktiven Titel der Zeitschrift „Die Leistung”, Heft 95, Jahrgang 12.

„Die Leistung”

Diese Ausgabe war Dr. Rudolf Kreutzer (1887–1976), Teilhaber von STAEDTLER seit 1911, zu seinem 75. Geburtstag am 29. Mai 1962 gewidmet und beschäftigte sich auf 32 Seiten mit ihm sowie der Geschichte und den Produkten von STAEDTLER. – „Die Leistung” er­schien im Daco-Verlag, Stuttgart.

Kurz notiert

Samstag, 31. Januar 2015

Fachliteratur

Sonntag, 21. September 2014

Fachliteratur

Zum Größenvergleich: Der Rot-Blau-Stift Mitsubishi 772.

Das gut 280-seitige Buch „Adventures in Stationery. A Journey Through Your Pencil Case” von James Ward ist am 11. September erschienen und war sofort in meinem virtuellen Warenkorb. (Die für Mai 2015 angekündigte US-amerikanische Ausgabe trägt übrigens den Titel „The Perfection of the Paperclip: Curious Tales of Invention, Accidental Genius, and Stationery Obsession” – kurios, aber die beiden letzten Worte sprechen mich durchaus an.) Auf die Lektüre bin ich sehr gespannt, doch vorher lese ich noch „On the Dot. The Speck That Changed the World” von Alexander und Nicholas Humez zuende.

Nachtrag vom 28.9.14:
The Blackwing Pages: The Blackwing 602 in Adventures in Stationery
Bleistift: Don't mess with a pencil enthusiast.
The Independent: Adventures In Stationery: Author James Ward loves Post-it notes, pa­per clips and staplers so much he has written a whole book about them
The Guardian: From stationery fiends to hand dryer enthusiasts… who are you calling bor­ing?
Weblog des Autors James Ward: I Like Boring Things
Weblog zum Buch: Adventures In Stationery

Mercedes Elektra

Donnerstag, 27. Februar 2014

Mercedes Elektra

Dr. Hermann Wildt, Arthur Guthke, Dipl.-Hdl. Franz Karl Reckert: Handbuch für den Büro­bedarfs- und Papierwarenhandel. Berlin: Max Schwabe Verlag 1939.

Innere Mechanik der Füllbleistifte

Sonntag, 23. Februar 2014

Innere Mechanik der Füllbleistifte

Dr. Hermann Wildt, Arthur Guthke, Dipl.-Hdl. Franz Karl Reckert: Handbuch für den Büro­bedarfs- und Papierwarenhandel. Berlin: Max Schwabe Verlag 1939.

Doppelspitzer

Dienstag, 11. Februar 2014

Doppelspitzer

Dr. Hermann Wildt, Arthur Guthke, Dipl.-Hdl. Franz Karl Reckert: Handbuch für den Büro­bedarfs- und Papierwarenhandel. Berlin: Max Schwabe Verlag 1939. (Nachfolger dieses Buches war das Handbuch für Papier und Bürobedarf von Dipl.-Hdl. Franz Karl Reckert aus dem Jahr 1949.) – Ich mag generische Abbildungen.

Spurensuche

Mittwoch, 29. Januar 2014

Nach wie vor unbekannt ist mir der Ursprung des unter dem Namen „Granate” bekannten Handspitzers, und so greife ich zu allem, was Aufschluss geben könnte. Zwei Funde der jüngsten Zeit liefern interessante Details.

Spurensuche

Im Bild die aktuelle „Granate” von Möbius+Ruppert.

Das „Handbuch für Papier und Bürobedarf” von Dipl.-Hdl. Franz Karl Reckert, einem gut 600-seitigen Fachbuch für den Bürobedarfs- und Papierwarenhandel aus dem Max Schwa­be Verlag, erschienen im Jahre 19491, nennt und zeigt die „Granate” in der Rubrik „Blei­stiftanspitzer”.

Spurensuche

Das hier abgebildete Modell ähnelt sehr der „Granate 5″ von Möller & Breitscheid.

Bemerkenswert ist der Hinweis darauf, dass dieser Spitzer vor etwa 60 Jahren, also um 1889 in den Handel gekommen sein soll.

Die „Kleine Anspitzer-Fibel” von Leonhard Dingwerth nennt als Erfinder der „Granate” den Franzosen de Thierry; das Patent soll er am 14. April 1847 erhalten haben. Die Fibel enthält zwei Anzeigen von 1900 und 1925, die mit dem Namen „Granate” werben, doch dieser wur­de erst 1939 als Warenzeichen für Möller & Breitscheid eingetragen. War er schon früher üblich, aber nicht als Marke registriert? Weiter heißt es dort, die „Granate” wäre ab ca. 1847 von Möller & Breitscheid hergestellt worden, was jedoch im Widerspruch zum „Handbuch für Papier und Bürobedarf” steht. Hinzu kommt, dass Möller & Breitscheid keine eigene Produktion hatte, sondern nur eine Vertriebsfirma war.

Mir neue Informationen lieferte der Artikel „Constant de Thierry des Estivaux, Marquis de Faletans – Inventor of the Pencil Sharpener” von Rupert Willoughby, veröffentlicht im Juli 2011.

Spurensuche

Constant de Thierry des Estivaux (Quelle: Rupert Willoughby)

Constant de Thierry des Estivaux2, geboren 1797 in Paris, erhielt 1839 sein erstes Patent. Nach einer weiteren Erfindung im Jahr 18463 folgte 1847 das dritte Patent, diesmal für einen rohrförmigen Bleistiftspitzer mit kegelförmiger Bohrung und einem Messer4. Wie die­ser aussah, müssten die Patentunterlagen zeigen5, doch wer hat diesen Spitzer wann und wo erstmals gefertigt? Wie kam das Design6 dann zu Möbius+Ruppert und dem Hersteller, der Möller & Breitscheid beliefert hat? Hat vielleicht Möbius+Ruppert für Möller & Breitscheid produziert?

Es gibt noch einige Spuren zu verfolgen!

Nachtrag vom 23.3.15: Die „Granate” stammt nicht von Constant de Thierry des Esti­vaux; Details zu seiner Erfindung gibt es hier.

  1. Vorläufer waren das Handbuch für den Bürobedarfs- und Papierwarenhandel von Dr. Hermann Wildt, Arthur Guthke und Dipl.-Hdl. Franz Karl Reckert, erschienen 1939 im Max Schwabe Ver­lag (Berlin), sowie das Handbuch des Papier- und Schreibwarenhandels, herausgegeben vom Reichsbund Deutscher Papier- und Schreibwarenhändler e.V. und erschienen 1928 im Verlag Der Papierhändler GmbH (Würzburg). – Diese drei Bücher unterscheiden sich deutlich. Das erste hat im Gegensatz zum zweiten und dritten keine Abbildungen, und nur das dritte zeigt die „Granate”; zudem wurde es über Anzeigen mitfinanziert (z. B. mit dieser für die Argument- Füllhalterfabrik).
  2. Der Name Thierry des Estivaux wird auch im Buch „Potloden & Puntenslijpers” von Paul Dirks und Toon Kessels erwähnt. – Als Erfinder des ersten Bleistiftspitzers, der unserem heutigen jedoch gar nicht ähnlich sieht, wird oft der Franzose Bernard Lassimonne (auch Lassimone) genannt; sein Patent mit der Nummer 2444 soll aus dem Jahr 1828 stammen (siehe dazu diese Quelle).
  3. Seine ersten beiden Erfindungen hatten nichts mit Bleistiften und Spitzern zu tun.
  4. Laut dem Stadtlexikon des Stadtarchivs Erlangen hat Theodor Paul Möbius (1868–1953) im Jahr 1908 den kegelförmig gebohrten Bleistiftspitzer erfunden und noch im selben Jahr mit der industriellen Fertigung begonnen. Ging es bei seiner Erfindung vielleicht eher um die Produk­tionstechnik? Auch hier lohnt sicher ein genauer Blick. – Das Unternehmen Möbius+Ruppert wurde 1922 von Alfred Möbius, einem Bruder von Theodor Paul Möbius, und Heinrich Ruppert gegründet; Theodor Paul Möbius' Betrieb ging nach finanziellen Schwierigkeiten 1983 in die Auffanggesellschaft DUX GmbH über.
  5. Diese aufzutreiben dürfte eine interessante Herausforderung sein.
  6. Man beachte die Unterschiede der alten Modelle – die gerändelte Schraube der älteren Vari­ante wurde später durch eine geschlitzte ersetzt, und auch das Messer bekam eine andere Form.

Diese Website nutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie zu, diese Cookies zu verwenden. Mehr Informationen erhalten Sie im Datenschutzhinweis.
OK