Bücher

Kurz notiert

  • Wer 620 Schwei­zer Fran­ken los­wer­den und dafür einen Spit­zer haben möchte, wird bei Hie­ro­ny­mus fün­dig. – Danke an Frau Fischer für den Hin­weis auf die­ses bemerkens­werte Produkt!
  • Zum Monats­wech­sel erschien bei Pres­tel das Buch „Schreib­wa­ren“; es ent­hält auch einen Bei­trag von mir. – Eine eng­li­sche Aus­gabe („Sta­tio­nery Fever“) ist eben­falls erhältlich.
    Schreibwaren (Prestel)
  • Aus der Reihe „Tools of the Trade“ des NPR: „Trace The Remar­kable History Of The Hum­ble Pen­cil“. – Danke an Andreas Wein­ber­ger und Sean für den Hinweis!
  • Ein Rück­blick auf die Blei­stift­fer­ti­gung von Eber­hard Faber in New York: „New York Today: Our Past in Pen­cils“. – Danke an Michael Leddy für den Hinweis!
  • Am ver­gan­ge­nen Sams­tag war ich einen hal­ben Tag auf der Insights X in Nürn­berg, der noch recht neuen1 PBS2-Messe in Nürn­berg; man hatte mich zu einem Blogger-Treffen ein­ge­la­den. Beson­ders gefreut hat mich das Tref­fen mit Mat­thias, mit dem ich seit 2009 in Kon­takt stehe, und sei­ner Fami­lie. Die Zeit war knapp, und wie erwar­tet habe ich mich haupt­säch­lich am Stand von STAEDTLER aufgehalten.
    Insights X
    Ob es einen Blog-Beitrag zur Insights X geben wird, kann ich noch nicht sagen.
  1. Sie fand erst­mals 2015 statt.
  2. Papier, Büro, Schreib­wa­ren.

Veranschaulichung

Mit zwei bemer­kens­wer­ten Ver­an­schau­li­chun­gen war­tete Franz Maria Feld­haus in sei­ner zwölf­sei­ti­gen Schrift „Der Blei­stift“ aus dem Jahr 1922 auf.

Veranschaulichung

(zum Ver­grö­ßern anklicken)

Acht Züge mit je fünf­und­zwan­zig Wag­gons, davon vier mit Holz und vier mit Kohle, zei­gen den dama­li­gen Jah­res­ver­brauch von J.S. STAEDTLER für die Blei­stift­pro­duk­tion. Noch beein­druckender indes ist fol­gende Abbildung:

Veranschaulichung

Würde man alle damals von Staedtler pro Jahr gefer­tig­ten Stifte – etwa 65.000.000 Stück – anein­an­der­rei­hen, so käme man auf 11.375.000 Meter (zum Ver­gleich: Die Erd­achse ist 12.712.000 Meter lang).

Bleistifthölzer (2)

Wer sich mit Blei­stift­höl­zern beschäf­tigt, stößt recht schnell auf das Buch „Fleta Minor. The Laws of Art and Nature, in Knowing, Jud­ging, Assay­ing, Fining, Refi­ning and Inlar­ging the Bodies of confin’d Metals“ von Sir John Pet­tus, erst­mals erschie­nen 1683 in Lon­don, denn die­ses ent­hält die älteste bekannte Erwäh­nung der Zeder als Bleistiftholz.

Henry Petroski zitiert Pet­tus in sei­nem Buch „Der Blei­stift“ (1995):

Es gibt auch ein Mine­ral Blei, das wir Black Lead nen­nen, etwas Ähn­li­ches wie Anti­mon, aber nicht so glän­zend oder hart …; in letz­ter Zeit wird es in Holz­kör­per aus Kie­fer oder Zeder auf son­der­bare Art hin­ein­ge­formt und dann als tro­ckene Blei­stifte ver­kauft, als etwas Nütz­li­che­res als Feder und Tinte.

(Petroski nennt als Quelle zwar nur „ein Buch über Metall­ur­gie“, doch diese Bezeich­nung und die Jah­res­zahl 1683 spre­chen für „Fleta Minor“, denn der zweite Teil von Pet­tus‘ Buch ist ein Lexi­kon der Metallurgie.)

Dr. Edu­ard Schwan­häu­ßer führt in „Die Nürn­ber­ger Blei­stift­in­dus­trie und ihre Arbei­ter in Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart“ (1895) eben­falls „Fleta Minor“ als die älteste ihm bekannte Quelle auf, in der das Zedern­holz zum Zwe­cke der Blei­stift­her­stel­lung erwähnt wird; die Kie­fer spricht er in die­sem Zusam­men­hang aller­dings nicht an.

Im eng­li­schen Ori­gi­nal „The Pen­cil“ (1989) von Petroski heißt es jedoch:

There is also mine­ral lead, which we call black lead, some­thing like anti­mony, but not so shi­ning or solid […]; and of late, it is curiously for­med into cases of deal or cedar, and so solid as dry pen­cils, some­thing more use­ful than pen and ink.

Hier der Abschnitt aus dem Buch von Pet­tus (Aus­gabe von 1686):

Bleistifthölzer (2)

„Deal“ heißt mei­nes Wis­sens „Nadel­holz“, wurde aber in „Der Blei­stift“ mit „Kie­fer“ übersetzt.

Petroski zitiert auch John Beck­mann, der in sei­nem Buch „A History of Inven­ti­ons and Dis­coveries“ (Band 4, 3. Auf­lage 1817) das von Pet­tus genannte „deal“ als „fir“, also Tanne, iden­ti­fi­ziert. John Beck­mann (eigent­lich Johann Beck­mann) war Pro­fes­sor der Öko­no­mie zu Göt­tin­gen, und „A History …“ war eine Über­set­zung sei­ner „Bey­träge zur Geschichte der Erfin­dun­gen“, in deren Band 5 aus dem Jahr 1805 eben­falls von Tanne die Rede ist.

So wird man wei­ter recher­chie­ren müs­sen, um zu erfah­ren, ob man zu Pet­tus‘ Zei­ten Tan­ne oder Kie­fer (oder viel­leicht beide) benutzt hat und wel­che Arten damals zum Ein­satz kamen.

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„Die Leistung“

Heute gibt’s nur einen schnel­len Scan, und zwar vom in mei­nen Augen attrak­ti­ven Titel der Zeit­schrift „Die Leis­tung“, Heft 95, Jahr­gang 12.

„Die Leistung”

Diese Aus­gabe war Dr. Rudolf Kreut­zer (1887–1976), Teil­ha­ber von STAEDTLER seit 1911, zu sei­nem 75. Geburts­tag am 29. Mai 1962 gewid­met und beschäf­tigte sich auf 32 Sei­ten mit ihm sowie der Geschichte und den Pro­duk­ten von STAEDTLER. – „Die Leis­tung“ er­schien im Daco-Verlag, Stuttgart.

Kurz notiert

Fachliteratur

Fachliteratur

Zum Grö­ßen­ver­gleich: Der Rot-Blau-Stift Mitsu­bi­shi 772.

Das gut 280-seitige Buch „Adven­tures in Sta­tio­nery. A Jour­ney Through Your Pen­cil Case“ von James Ward ist am 11. Sep­tem­ber erschie­nen und war sofort in mei­nem vir­tu­el­len Waren­korb. (Die für Mai 2015 ange­kün­digte US-amerikanische Aus­gabe trägt übri­gens den Titel „The Per­fec­tion of the Paper­clip: Curious Tales of Inven­tion, Acci­den­tal Genius, and Sta­tio­nery Obses­sion“ – kurios, aber die bei­den letz­ten Worte spre­chen mich durch­aus an.) Auf die Lek­türe bin ich sehr gespannt, doch vor­her lese ich noch „On the Dot. The Speck That Chan­ged the World“ von Alex­an­der und Nicho­las Humez zuende.

Nach­trag vom 28.9.14:
The Blackwing Pages: The Blackwing 602 in Adven­tures in Stationery
Blei­stift: Don’t mess with a pen­cil enthusiast.
The Inde­pen­dent: Adven­tures In Sta­tio­nery: Aut­hor James Ward loves Post-it notes, pa­per clips and stap­lers so much he has writ­ten a whole book about them
The Guar­dian: From sta­tio­nery fiends to hand dryer enthu­si­asts… who are you cal­ling boring?
Web­log des Autors James Ward: I Like Boring Things
Web­log zum Buch: Adven­tures In Stationery

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