Noch in Gebrauch Kurz notiert 

Frisch geerntet

Im Schreibwarenladen frisch geerntet: Der neue Bleistift „SAVE NATURE ECO” – ist das sein Name? – von Brunnen, der beworben wird mit „Hergestellt aus Resten der Weizen-Ernte” (!). Da ich mich hin und wieder gerne durch die Werbung verführen lasse und mit Produkten von Brunnen bisher nur gute Erfahrungen gemacht habe, musste ich ihn unbe­dingt mitnehmen.

Frisch geerntet

Der extrudierte, in drei Farben erhältliche Stift ist dreiflächig, 176 mm lang, 7,3 mm dick und mit 8 g gut doppelt so schwer wie ein holzgefasster Bleistift. Er hat stark verrundete Kanten, eine etwa 2,3 mm dicke Mine und einen einfarbigen, sauberen Prägedruck ohne Härtegradangabe; ein Aufkleber trägt die GTIN 4003273665750, den Strichcode und die Artikelnummer 10-29 062.

Frisch geerntet

Es fällt auf, dass der Bleistift recht leicht biegbar ist, und vielleicht ist das der Grund dafür, dass keines meiner sechs Exemplare wirklich gerade ist. Wäre das noch ein erträglicher Schönheitsfehler, so sieht es bei der Mine, deren Härtegrad subjektiv zwischen HB und F des STAEDTLER Mars Lumograph liegt, schon anders aus: Sie haftet spürbar am Papier, schwärzt nur mäßig, hat bei frischer Spitze, auf der Poren sichtbar sind, eine unsaubere Abgabe und ist nicht bruchstabil. Ihre Radierbarkeit indes ist ordentlich.

Frisch geerntet

Spitzen (von links): ab Werk, Kurbelspitzer, Handspitzer

Beim Spitzen im Handspitzer zeigen sich weitere Schwächen, denn mir ist die Spitze mehr­mals abgebrochen; auch wurde sie, wenn es funktioniert hat, nie richtig spitz. Ebenfalls nicht gut ist die Bindung von Mine und Schaft – der Handspitzer löst Teile des Schaftmate­rials von der Mine, und beim Span fällt auf, dass sich die beiden Komponenten sofort von­einander trennen.

Ich finde die Idee und auch die Aufmachung der Bleistifte gut. Die Qualität jedoch ent­täuscht mich und entspricht nicht der, die ich von Brunnen gewohnt bin; zudem halte ich dafür den Stift mit 95 Euro-Cent für zu teuer. Interessant zu wissen wäre allerdings noch, welche Teile des Weizens verwendet und wo die Stifte hergestellt werden. – Zu diesen Bleistiften werden ein Radierer aus Naturkautschuk und ein Doppel-Gehäusespitzer aus Polyactid (PLA) angeboten, dessen Design und Innenleben mich sehr an den Elliptic Swing Green Line von Möbius+Ruppert erinnert.

Nachtrag vom 28.2.15: Ein Fachmann sagte mir, dass der Schaft dieses Bleistifts weniger als 10% pflanzliche Fasern enthalte. Damit kommt zu der geringen Qualität der Verdacht, dass „SAVE NATURE” und „ECO” hier nicht so ganz passen.

Stichwörter: Brunnen

2 Kommentare zu „Frisch geerntet”

  1. Matthias

    Eine tolle Idee. Die Stifte schauen auch sehr gut aus, mir gefallen die verschiedenen Schattierungen, vor allem beim blau-grünen Stift.

    Schade, dass die Umsetzung nicht so gut ausgefallen ist. Deine Beschreibung der Mine erinnert mich an die Minen der Remarkable Bleistifte, die mehr oder weniger unbrauchbar sind.

    Vielleicht kann Brunnen in Zukunft die Minenrezeptur noch verbessern (wobei das bei extrudierten Stiften bestimmt schwierig ist).

  2. Lexikaliker

    Auch mir haben die Idee und die Gestaltung der Stifte sofort gut gefallen. Sie fassen sich zudem schön an, und so war die Qualität der Mine umso enttäuschender; die geringe Bruchfestigkeit stört mich dabei am meisten. – Ich denke, dass Brunnen diese Stifte nicht selber fertigt, sondern sie von einem OEM bezieht. Die Herstellung guter extrudierter Minen ist sicher sehr aufwändig, und von allen Bleistiften dieser Art finde ich nur den WOPEX (jetzt: Noris eco) wirklich gut.

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Ich versuche, auf alle Kommentare einzugehen, und sei es auch nur, um Danke zu sagen.


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