A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Land­kar­ten­stifte1 üben gro­ßen Reiz auf mich aus, ohne dass ich sagen kann, warum – oft sind es nur Farb­stifte in ande­rer Ver­pa­ckung, und zum meist mili­tä­ri­schen Hin­ter­grund habe ich keine Bezie­hung. Am meis­ten spre­chen mich jedoch die Gestal­tung und die oft anzu­treffende Legende an; ver­mut­lich ist es deren Ästhe­tik, die mich auch in die­sem Fall hat zugrei­fen lassen.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Das Krokier-Etui Nr. 7673 von A.W. Faber ist aus Blech, misst 185 × 54 × 18 mm und ent­hält zwölf Farb­stifte der Marke „Pes­ta­lozzi“2. Wann diese Marke benutzt wurde, konnte ich noch nicht her­aus­fin­den; ich gehe aber davon aus, dass die­ses Etui aus der Zeit des zwei­ten Welt­kriegs stammt.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Der Name des Her­stel­lers wurde in den Klapp­de­ckel geprägt.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Auf der Papier­um­man­te­lung des Etuis fin­den sich Anga­ben zur Ver­wen­dung der Far­ben so­wie Details der topo­gra­phi­schen Dar­stel­lung für Krokierzwecke.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Die mit den Farb­mus­tern genann­ten Num­mern kor­re­spon­die­ren mit denen der Stifte, und ange­sichts der Lücken in der Num­me­rie­rung ver­mute ich, dass die zwölf Farb­stifte eine Aus­wahl aus einem grö­ße­ren Sor­ti­ment waren.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Die sechs­flä­chi­gen Farb­stifte haben eine fes­tere und deut­lich weni­ger krei­dige Mine als die meis­ten ande­ren mir bekann­ten Land­kar­ten­stifte. Diese ist was­ser­ver­mal­bar, lässt sich aber kaum radieren.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Ihr Auf­druck ist knapp, und neben der Farb- gibt es noch eine Arti­kel­num­mer und die da­mals als Logo genutzte Waage, eines der für mich schöns­ten Waren­zei­chen aus der Büroartikelwelt.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Der helle, leicht abwisch­bare Belag an den Spit­zen stammt wahr­schein­lich vom Aus­blü­hen des Wach­ses, mit dem die Minen imprä­gniert wurden.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Für mich ein sehr schö­nes Etui!

Anm.: Bei der topo­gra­fi­schen Karte im Hin­ter­grund han­delt es sich auch dies­mal um das Blatt Lauter­bach, bear­bei­tet durch das hes­si­sche Katas­ter­amt 1909.

  1. Ich unter­scheide nicht zwi­schen „Land­kar­ten­stift“ und „Kro­kierstift“.
  2. Es gab auch Blei­stifte die­ser Marke; Namens­ge­ber war wohl der Schwei­zer Päd­agoge Johann Hein­rich Pes­ta­lozzi (1746–1827). – In dem Buch „Faber-Castell since 1761“ wird der Waren­katalog des Jah­res 1932 zitiert mit „Pes­ta­lozzi – der Schul­farb­stift mit der dün­nen Mine zum bil­li­gen Preis – mit Was­ser ver­mal­bar“.

3 Kommentare zu „A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673“

  1. Faber-Castell hat mir mit­ge­teilt, dass die Marke „Pes­ta­lozzi“ schon 1907 ein­ge­tra­gen wurde. Sie stammte ursprüng­lich aus dem Mar­ken­port­fo­lio der Blei­stift­fa­brik J.W. Gutt­knecht in Stein, die 1907 von A.W. Faber über­nom­men wurde. Beson­ders in den 1930er Jah­ren war ein brei­tes Sor­ti­ment Pestalozzi-Schulfarbstifte in deko­ra­ti­ven Ble­ch­etuis auf dem Markt.

    Pestalozi-Schulfarbstifte von A.W. Faber

    Nach dem Fir­men­logo zu urtei­len, so Faber-Castell wei­ter, dürfte das Kro­kie­r­etui Nr. 7673 in die 1930/40er Jahre zu datie­ren sein. Da die­ses spe­zi­elle Kro­kie­r­etui nicht in den Standard-Waren­katalogen ver­zeich­net ist, könnte es mög­li­cher­weise eine spe­zi­fi­sche Zusam­men­stel­lung für Schu­len gewe­sen sein.

    Danke an Faber-Castell für die Details und die Scans!

  2. Wun­der­schö­nes Set.

    Ich habe noch zwei A.W. Faber Faber­männ­chen „Pes­ta­lozzi“ HB-Bleistifte mit wei­ßer Tauch­kappe aus mei­ner Grund­schul­zeit (ca. 1969-72) mit dem iden­ti­schem Pestalozzi-Schriftzug (eine Art Süterlin-(Vereinfachte)-Ausgangsschrift); daher würde ich eher auf die 50er datie­ren; auch das Logo in Blau und Gelb kenne ich noch aus eige­ner Anschauung.
    Das Aus­blü­hen des Wach­ses habe ich bei eini­gen Fedra 2B- und 3B-Bleistiften aus den 50ern. Nach ein­ma­li­gen Spit­zen las­sen sich die Stifte aber wie gewohnt nutzen.

  3. Danke für die Details zu den Pestalozzi-Bleistiften. Bei der für diese Blei­stifte ver­wen­de­ten Schrift wird mir wie­der deut­lich, wel­che Viel­falt bei der Beschrif­tung es damals gab. Heute beschrän­ken sich zumin­dest die gro­ßen Her­stel­ler (viel­leicht auch aus Kos­ten­grün­den und wegen des Cor­po­rate Designs) auf einige wenige Standard-Fonts, was in mei­nen Augen zuwei­len etwas lang­wei­lig wirkt. – Von Fedra gab es holf­ge­fasste Blei­stifte? Bis­her wusste ich nur von Minen­hal­tern, Minen und Zube­hör (wie Minen­spit­zer). – Ich habe die Erfah­rung gemacht, dass sich das Wachs auch mit der Hand abwi­schen lässt.

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