28 Herr Zahl 

Puck

Die „Granate” war sicher der bekannteste, aber nicht der einzige Spitzer von Möller & Breitscheid aus Köln.

Puck

Schlanker, nicht so martialisch und in verwandter Form kam der „Puck” daher, den es aus Messing und Magnesium gab.

Puck

Gut 21 mm lang und knapp 13 mm dick verschafft er Bleistifte mit einem Durchmesser von bis zu 8 mm einen Standard-Konus von 22° und geht dabei sparsam, nämlich mit einer Span­dicke von durchschnittlich 0,22 mm zu Werke.

Puck

Auch beim „Puck” wird das Messer durch zwei Stifte in Position gehalten, doch statt der von älteren Spitzern bekannten Rändel- hat er bereits eine Schlitzschraube.

Puck

Die Verarbeitungsqualität enttäuscht etwas, denn die Materialstärke am unteren Ende des Messers ist so knapp dimensioniert, dass sich ein Riss zeigt.

Puck

Das Spitzergebnis des „Puck” ist ähnlich ungewöhnlich wie das der „Granate 5″, da ein et­wa 0,6 mm dünnes Stück der Mine stehenbleibt.

Möller & Breitscheid

Der Name Möller & Breitscheid ist heute weitgehend vergessen, doch im Rheinisch-West­fälischen Wirtschaftsarchiv gibt es noch einige Unterlagen. Aus diesen geht hervor, dass die Kaufleute W. Möller und E. Breitscheid ihr Unternehmen am 1. Mai 1869 in Köln ge­gründet haben. Durch ihre Freundschaft mit dem Erfinder der Kugelspitzfeder Diedrich Leonardt1 aus Birmingham bestand ihre erste unternehmerische Tätigkeit in der Einfuhr dieser Federn nach Deutschland; zudem erhielten sie den Alleinvertrieb für Europa.

Ein Fragebogen von 1937, mit dem die Ausfuhr von Bleistiftspitzern und Ersatzmessern in zahlreiche europäische Länder und die USA beantragt wurde, belegt, dass das Unterneh­men als offene Handelsgesellschaft lief und vier kaufmännische Angestellte sowie einen Arbeiter beschäftigte. Er zeigt außerdem, dass Möller & Breitscheid keine eigene Fertigung hatte und sich ausschließlich mit dem Vertrieb von Schreibwaren und Büroartikeln befasste. Ein weiteres Formular, vermutlich aus der Kriegszeit, führt die Firma als Großhandel und er­wähnt sechs Beschäftigte, aber keine Rohmaterialien. Es spricht also einiges dafür, dass die unter den Eigenmarken „Granate” und „Puck” vertriebenen Spitzer von einem anderen Un­ternehmen2 hergestellt und von Möller & Breitscheid exklusiv vertrieben wurden. – In den 1950er Jahren spielten diese beiden Spitzer neben Spitzmaschinen eine Hauptrolle im von Möller & Breitscheid angebotenen Bürobedarf.

Ein Eintrag im Handelsregister vom 13. Januar 1975 belegt die Auflösung des zuletzt in Ro­denkirchen bei Köln ansässigen Unternehmens.

Nachtrag vom 4.5.12: Das Warenzeichenblatt des damaligen Reichspatentamts teilte in der Ausgabe vom 31.3.1939 die Eintragung der Marken „Puck” und „Leonardt's Kugelspitz-Feder” mit:

Warenzeicheneintragung „Puck”

Warenzeicheneintragung „Leonardt's Kugelspitz-Feder”

Danke an das DPMA für die Scans!

Nachtrag vom 10.5.15: Das Buch „German Tool and Blade Makers. A guide to manu­facturers and distributors, their trademarks and brand names” von John Walter (Nevill Pub­lishing 2012) enthält folgenden Eintrag:

PUCK (1900, no. 42154)
Möller & Breitscheid, Köln a. Rh.
Registry class: 9b
Style: block

Gut möglich, dass damit der hier gezeigte Spitzer gemeint ist.

  1. Hier scheiden sich die Geister, wird doch auch Friedrich Soennecken als Erfinder genannt.
  2. Diesen Hersteller zu ermitteln ist natürlich eine Herausforderung.

Stichwörter: Möller & Breitscheid, Museum, Spitzer

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Ich versuche, auf alle Kommentare einzugehen, und sei es auch nur, um Danke zu sagen.


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