LYRA-ORLOW № 2736

Pas­send zum alten Geraf­fel der letz­ten Zeit hier ein wei­te­res Expo­nat aus dem Museums­keller, das heute mal an die Luft und in die Sonne durfte.

LYRA-ORLOW № 2736

Land­kar­ten­stifte gab es nicht nur von Eber­hard Faber, son­dern auch von LYRA. Ver­mut­lich um die 70 Jahre und damit etwa so alt wie ers­tere ist die­ses knapp 12 × 5 × 2 cm große Set LYRA-ORLOW № 2736 mit zehn kur­zen Farb­stifte des Typs LYRATO 675.

LYRA-ORLOW № 2736

Jedem Kar­ten­ele­ment waren eine Farbe und eine Num­mer zuge­wie­sen; die Lücken in der Num­me­rie­rung las­sen ver­mu­ten, dass diese Far­ben nur eine Aus­wahl aller ver­füg­ba­ren wa­ren. – Bemer­kens­wert finde ich die Anord­nung von Legende und Bei­spie­len, befin­den sich die zusam­men­ge­hö­ren­den Details doch immer auf glei­cher Höhe.

LYRA-ORLOW № 2736

Die Stifte sind schlicht und haben die übli­chen Kenn­zeich­nun­gen. Auf den Far­ben 15 und 23 jedoch fin­det sich ein mir frem­des Sym­bol, und zwar ein dicker Punkt mit einem waag­rechten Strich.

LYRA-ORLOW № 2736

LYRA-ORLOW № 2736

Lei­der wurde LYRA in bei­den Welt­krie­gen stark beschä­digt, und so hat das Archiv des Un­ternehmens auch zu die­sen Farb­stif­ten keine Infor­ma­tio­nen mehr.

LYRA-ORLOW № 2736

16 Kommentare zu „LYRA-ORLOW № 2736“

  1. Thank you for sharing this report and these images. I admire the way these pen­cil sets were care­fully made for tasks such as muni­ci­pal plan­ning and land surveying.

  2. Schoene Stifte. Ich Frage mich wel­che Berufe und wel­che Hob­bies diese Stifte am meis­ten ein­ge­setzt haben und ob es auch spe­zi­el­les Papier dafuer gab.
    Von der Armee, ueber den Jae­ger bis zum Holz­fa­el­ler und Pil­ze­samm­ler gibt es ja alle moe­g­li­chen Ein­saetze, aber ich nehme fast an Lyra hatte bestimmte Berufe als Kun­den im Auge.

  3. Das nächste mal wenn ich nach Deutsch­land rei­sen, ich will mit dir gehen einkaufen. :)

  4. Thank you for your kind comments!

    Ste­phen, you’re right – the great care taken over the design is indeed amazing.

    Mat­thias, beim genauen Ver­wen­dungs­zweck kann ich nur raten, doch die Land­kar­ten­stifte von Eber­hard Faber waren für den mili­tä­ri­schen Ein­satz gedacht; gut mög­lich, dass die von LYRA auch zum Erfas­sen von Daten im Feld für die Kar­to­gra­fie genutzt wurden.

    Sean, das wäre mir eine große Freude! :-) Diese Stifte stam­men jedoch nicht aus einem Geschäft vor Ort, son­dern von eBay.

  5. Inter­es­sant ist auch die Ver­pa­ckung, und zwar in druck­tech­ni­scher Hin­sicht. Man hat damals im Buch­druck tat­säch­lich jede Farbe ein­zeln gedruckt, hatte also drei­zehn Druck­for­men und das Eti­kett ist auch drei­zehn mal durch die Maschine gelau­fen, was natür­lich zu leich­ten Paß­dif­fe­ren­zen geführt hat (das Blau [3] steht etwas zu tief, das grün [10] zu rechts usw.).
    Hier hat der Dru­cker rich­tig geschwitzt beim zurich­ten, ein sehr schö­nes Zeit­zeug­nis. Heute würde man die vie­len Far­ben ein­fach als Vier­farb­satz sepa­rie­ren. Das würde zwar glat­ter aus­se­hen, hätte aber eben nicht den Charme »echt« gedruck­ter Farbflächen.

  6. Danke für die­sen kun­di­gen Kom­men­tar mit den span­nen­den Details! Es ist wirk­lich bemer­kens­wert, was in die­ser alten Ver­pa­ckung steckt.

  7. Adrian Leverkühn

    Mein Vater hat in den 50er Jah­ren in einem soge­nann­ten „Forstein­rich­tungs­amt“ (eine Art Pla­nungs­amt für den Forst­be­trieb) gear­bei­tet. Da wur­den die Kar­ten (für eigene Zwe­cke) hand­ko­lo­riert mit ver­schie­de­nen Far­ben für ver­schie­dene Baumarten.

  8. Die meis­ten Fir­men unter­schie­den zwi­schen Land­kar­ten­stif­ten und den hier gezeig­ten Stif­ten mit spe­zi­el­ler Sor­tie­rung für ver­schie­dene Berufs­grup­pen. Land­kar­ten­stifte waren in der Regel Ölkreide oder Krei­de­stifte. Die spe­zi­el­len Sor­tie­run­gen ent­hiel­ten die Bunt­stifte, die zur jewei­li­gen Zeit eine umfang­rei­che Farb­aus­wahl boten, aber auch im Nor­mal­sor­ti­ment erhält­lich waren. Bei der Schwan-Bleistiftfabrik war dies z.B. vor 1945 der Poly­chro­mos, der in 60 Far­ben erhält­lich war. Spä­ter wurde der STABILO Dünn­kern­farb­stift ver­wen­det. Es gab Etuis u.a. für Archi­tek­ten, Bau­tech­ni­ker, Geo­me­ter, Inge­nieure, Elektro- und Maschi­nen­tech­ni­ker und für den mili­tä­ri­schen Gebrauch. Daher auch die Lücken in der Nummerierung.

  9. Danke für diese detal­lier­ten Infor­ma­tio­nen! Die hier gezeig­ten Stifte sind nicht krei­de­ar­tig wie die Land­kar­ten­stifte, son­dern ähneln den ver­trau­ten Bunt­stif­ten und dien­ten daher wohl einem ande­ren Zweck. – In mei­nem Fun­dus habe ich noch das Etui STABILO 8770 für Inge­nieure, Archi­tek­ten und Techniker:

    STABILO 8770

    Gestal­tung, Aus­füh­rung und Qua­li­tät die­ses Sets spre­chen mich sehr an, und so werde ich es bei Gele­gen­heit detal­lier­ter zei­gen (ich habe jedoch noch keine wei­te­ren Infor­ma­tio­nen dazu).

    STABILO 8770

  10. Diese Kaliko-Klappetuis von STABILO (mit Kaliko bezo­gene Kartonage)lösten gegen 1930 die alten Kro­kie­r­etuis ab. Ein­le­ge­blatt und Etui sind von 1976 bis 1984.
    Auf den Stif­ten müsste sich eine Blind­prä­gung befin­den die das Her­stel­lungs­jahr erken­nen lassen.
    Kaliko-Etuis gab es mit 12 und 24 Far­ben. Techniker-Etuis jedoch nur mit 12 Farben.

  11. Danke auch für diese Details!

    Die Blind­prä­gun­gen:
    8731: 380
    8732, 8733, 8735, 8736, 8737, 8739, 8753, 8754: 181
    8740, 8744, 8749: 480

  12. Dann wurde das Etui frü­hes­tens 1981 befüllt. 380 = März 1980

  13. wie groß­ar­tig ist das denn?
    das es sowas mal gab wurde uns in der aus­bil­dung lei­der vor­ent­hal­ten – wir haben für unsere skiz­zen die bunt­stiffte mit­tels zet­tel­chen und tesa sel­ber beschriftet ^^
    der rest ist dann ja aber schon am com­pu­ter entstanden…
    aber wenn sich die gel­ge­nen­heit erge­ben sollte werde ich mal ältere ex-kollegen fra­gen ob sie sich an sowas erinnern.
    für eine „echte“ karte wäre die­ser druck ziem­lich schlam­pig gewesen!

  14. Auch ich war sehr von die­sem Fund ange­tan, weiß aber nicht, für was genau diese Stifte gedacht und wie lange sie erhält­lich waren – gut mög­lich, dass sie weni­ger für die Kar­to­gra­phen als viel­mehr für den mili­tä­ren Ein­satz ange­bo­ten wur­den. Lei­der hat das Archiv von LYRA in bei­den Welt­krie­gen große Schä­den davon­ge­tra­gen, so dass man dort über diese Stifte auch nichts mehr weiß. Wenn sich noch etwas her­aus­fin­den lässt, so freue ich mich über jedes Detail! – Ja, diese Druck­qua­li­tät hätte man bei einer Karte wohl kaum akzeptiert.

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