Archiv des Stichworts „Sprache”

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An der Haftgrenze

Freitag, 14. November 2008

Anlässlich des Weltfinanzgipfels sprach Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) von den angestrebten Regulierungen für den Finanzmarkt als „Leitplanken für die Irrationalität” (Quelle: hr2, 14.11.08, 8-Uhr-Nachrichten).

Leitplanke

Leitplanke (für Autos, nicht für die Irrationalität)

„Leitplanken für die Irrationalität”? Mich und meinen fahrbaren Untersatz hat's ja fast aus der Kurve gehauen, als mir diese Sprachkonstruktion aus dem Autoradio entgegenkam. Ich bin ja auch gerne hin und wieder abseits der Spurrillen unterwegs, doch angesichts der verschlungenen Pfade dieser sprachlichen Offroader kann ich nur noch staunen.

So, genug scherzgetextet – ich spitze jetzt Ohren und Bleistift für die nächsten Ziel­einläufe unserer Wortsportler in Berlin.

Brotkunst-Los

Mittwoch, 5. November 2008

Brotkunst-Los

„Appetit auf einen Job?” fragt ein Anbieter von belegtem Backwerk, der für seine noch zu eröffnende Filiale im Wiesbadener Hauptbahnhof einen „Sandwich Artist” sucht. Was um alles in der Welt macht ein „Sandwich Artist”? An dieser Frage werde ich wohl noch eine ganze Weile zu knabbern haben.

Freitagsfiguren

Freitag, 22. August 2008

„Ich”, sagt die erste der drei Figuren, „helfe den Menschen immer dann, wenn sie besonders eindringlich wirken oder Wichtiges betonen wollen.” „Und wenn jemand weniger schreiben oder etwas lediglich andeuten möchte, dann bin ich zur Stelle”, erwidert die zweite, doch die dritte schmunzelt nur. „Mich gibt’s sogar im Weltall, und entdeckt hat man mich dort bereits vor über vierhundert Jahren.”

Welchen Namen haben diese drei Figuren gemein? Wer als erster einen Kommentar mit der richtigen Lösung und einer funktionierenden E-Mail-Adresse hinterlässt, bekommt – nein, nicht schon wieder einen Lexikaliker-Bleistift, sondern den sehr hochwertigen und in Deutschland nicht erhältlichen Stangen-Radierer „Mono one” des bekannten japanischen Herstellers Tombow (selbstverständlich frei Haus).

Stangen-Radierer Tombow Mono one

Am Montag um die gleiche Zeit löse ich das Rätsel auf, sollte es bis dahin kein anderer getan haben.

Jungbrunnen

Mittwoch, 13. August 2008

Jungbrunnen

Mit dieser bemerkenswerten Aufstellung seiner pflegenden Leistungen wirbt ein „Beauty & Wellness”-Anbieter aus meiner näheren Umgebung, jedoch nicht ohne mich rätseln zu lassen. Welche Behandlung wird denn mir und meinem Körper in der Saftquelle zuteil, nachdem meine Haare dauerhaft entfernt, meine Haut verjüngt und meine Falten redu­ziert wurden? Darf ich darin planschen, um wieder feucht hinter den Ohren zu werden, oder muss ich davon trinken? Oder ergießen sich dort gar Körpersäfte? Wenn ja, wessen? Wie auch immer – Neugierde hält jung, und so wirkt die Saftquelle bereits aus der Ferne auf mich. Ich muss da wohl mal mit einem Probierglas vorstellig werden, um meinen Wis­sensdurst zu stillen.

Redewendung des Tages

Mittwoch, 23. Juli 2008

„In die Möhre gucken”: sich wieder einmal mit irgendwelchen gesunden Resten abgeben müssen, weil man vergessen hat, etwas anderes einzukaufen. – Siehe dazu auch „in die Röhre gucken” (Lutz Röhrich, Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, Berlin 2004, Band 4, Seite 1249).

Fragen über Fragen

Sonntag, 10. Februar 2008

Dialogannahme in Eberstadt

Was ist denn eine Dialogannahme? Nimmt man sich dort meiner Dialoge an, die ich mal geführt habe und jetzt nicht mehr brauche? Oder müsste ich dazu eine Dialogabgabe aufsuchen? Was passiert dann mit meinen alten Dialogen, die ich dort abgebe? Manche Dialoge klingen mir doch sehr vertraut, so dass ich argwöhne, dass die entsorgten Dialoge auf geheimnisvolle Weise zurückgeschleust werden oder man gar die ollen Dinger in einem unbewachten Augenblick wieder untergejubelt bekommt. Oder gibt es vielleicht sogar eine Dialogausgabe, an der sich womöglich wildfremde Menschen meine Dialoge abholen können? Wer steckt dahinter? Und wo kümmert man sich eigentlich um meine Monologe?

Das wird ja immer schöner!

Dienstag, 22. Januar 2008

Eine der Schönheit verpflichtete Unternehmerin aus meiner näheren Umgebung zieht mich immer wieder aufs Neue in ihren Bann. Dabei faszinieren mich weniger die Dienstleisterin selbst und ihre Mitarbeiterinnen, sondern vielmehr die bemerkenswerten Bezeichnungen ihrer Angebote zur Verschönerung, die unter die Lupe zu nehmen mir jedes Mal große Freude bereitet.

Geweckt wurde mein Interesse schon vor einiger Zeit durch die vielversprechende Basis-Gesichtsbehandlung (spontan dachte ich dabei an Max Schmeling), doch bevor ich nähere Details zu dieser erfuhr, wurde bereits das Ganzkörper-Peeling offeriert. Wohl als Kontrast zu dieser sehr umfassenden Abreibung gab es kurz darauf die Körperwickel der Extraklasse; ob da ein Zusammenhang mit den Krautwickeln des Metzgers schräg gegenüber bestand, konnte ich leider nicht herausfinden. Neu im Pflegeprogramm ist nun die Happy Nails Hour, die mich jedoch nicht so anspricht, wie es eine „Happy Hair Hour” getan hätte (allerdings nur wegen der Alliteration, denn bei meiner übersichtlichen Frisur brauche ich eine aufwändige Haarpflege so dringend wie parfümierte Schnürsenkel).

Was kommt als nächstes? Ich bin so gespannt, dass sich meine reife Haut – so sagt man ja bei über 40 Lenzen – von selbst strafft und ich vorerst sicher ohne glättende Maßnahmen auskomme.

Wundersame Welt der Waren (1)

Dienstag, 31. Juli 2007

Happy End Toilettenpapier Finale Cola

Ob Zuckerbrause für den finalen Rettungsschluck oder Hygienepapier zum glücklichen Aus­gang: Bei so manchen Produktnamen kann ich mir nur schwer vorstellen, dass ihre Schöp­fer ernst zu Werke gehen, und so möchte ich über die Hintergründe solcher Benennungen noch nicht einmal spekulieren. Für mich als Verbraucher jedoch machen Artikel wie diese den Einkauf deutlich unterhaltsamer!

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