Sprache

Freitagsfiguren

„Ich“, sagt die erste der drei Figu­ren, „helfe den Men­schen immer dann, wenn sie beson­ders ein­dring­lich wir­ken oder Wich­ti­ges beto­nen wol­len.“ „Und wenn jemand weni­ger schrei­ben oder etwas ledig­lich andeu­ten möchte, dann bin ich zur Stelle“, erwi­dert die zweite, doch die dritte schmun­zelt nur. „Mich gibt’s sogar im Welt­all, und ent­deckt hat man mich dort bereits vor über vier­hun­dert Jahren.“

Wel­chen Namen haben diese drei Figu­ren gemein? Wer als ers­ter einen Kom­men­tar mit der rich­ti­gen Lösung und einer funk­tio­nie­ren­den E-Mail-Adresse hin­ter­lässt, bekommt – nein, nicht schon wie­der einen Lexikaliker-Bleistift, son­dern den sehr hoch­wer­ti­gen und in Deutsch­land nicht erhält­li­chen Stangen-Radierer „Mono one“ des bekann­ten japa­ni­schen Her­stel­lers Tom­bow (selbst­ver­ständ­lich frei Haus). 

Stangen-Radierer Tombow Mono one

Am Mon­tag um die glei­che Zeit löse ich das Rät­sel auf, sollte es bis dahin kein ande­rer getan haben.

Jungbrunnen

Jungbrunnen

Mit die­ser bemer­kens­wer­ten Auf­stel­lung sei­ner pfle­gen­den Leis­tun­gen wirbt ein „Beauty & Wellness“-Anbieter aus mei­ner nähe­ren Umge­bung, jedoch nicht ohne mich rät­seln zu las­sen. Wel­che Behand­lung wird denn mir und mei­nem Kör­per in der Saft­quelle zuteil, nach­dem meine Haare dau­er­haft ent­fernt, meine Haut ver­jüngt und meine Fal­ten redu­ziert wur­den? Darf ich darin plan­schen, um wie­der feucht hin­ter den Ohren zu wer­den, oder muss ich davon trin­ken? Oder ergie­ßen sich dort gar Kör­per­säfte? Wenn ja, wes­sen? Wie auch immer – Neu­gierde hält jung, und so wirkt die Saft­quelle bereits aus der Ferne auf mich. Ich muss da wohl mal mit einem Pro­bier­glas vor­stel­lig wer­den, um mei­nen Wis­sensdurst zu stillen.

Fragen über Fragen

Dialogannahme in Eberstadt

Was ist denn eine Dia­log­an­nahme? Nimmt man sich dort mei­ner Dia­loge an, die ich mal geführt habe und jetzt nicht mehr brau­che? Oder müsste ich dazu eine Dia­log­ab­gabe auf­su­chen? Was pas­siert dann mit mei­nen alten Dia­lo­gen, die ich dort abgebe? Man­che Dia­loge klin­gen mir doch sehr ver­traut, so dass ich arg­wöhne, dass die ent­sorg­ten Dia­loge auf geheim­nis­volle Weise zurück­ge­schleust wer­den oder man gar die ollen Din­ger in einem unbe­wach­ten Augen­blick wie­der unter­ge­ju­belt bekommt. Oder gibt es viel­leicht sogar eine Dia­log­aus­gabe, an der sich womög­lich wild­fremde Men­schen meine Dia­loge abho­len kön­nen? Wer steckt dahin­ter? Und wo küm­mert man sich eigent­lich um meine Monologe?

Das wird ja immer schöner!

Eine der Schön­heit ver­pflich­tete Unter­neh­me­rin aus mei­ner nähe­ren Umge­bung zieht mich immer wie­der aufs Neue in ihren Bann. Dabei fas­zi­nie­ren mich weni­ger die Dienst­leis­te­rin selbst und ihre Mit­ar­bei­te­rin­nen, son­dern viel­mehr die bemer­kens­wer­ten Bezeich­nun­gen ihrer Ange­bote zur Ver­schö­ne­rung, die unter die Lupe zu neh­men mir jedes Mal große Freude bereitet.

Geweckt wurde mein Inter­esse schon vor eini­ger Zeit durch die viel­ver­spre­chende Basis-Gesichtsbehandlung (spon­tan dachte ich dabei an Max Schme­ling), doch bevor ich nähere Details zu die­ser erfuhr, wurde bereits das Ganzkörper-Peeling offe­riert. Wohl als Kon­trast zu die­ser sehr umfas­sen­den Abrei­bung gab es kurz dar­auf die Kör­per­wi­ckel der Extra­klasse; ob da ein Zusam­men­hang mit den Kraut­wi­ckeln des Metz­gers schräg gegen­über bestand, konnte ich lei­der nicht her­aus­fin­den. Neu im Pfle­ge­pro­gramm ist nun die Happy Nails Hour, die mich jedoch nicht so anspricht, wie es eine „Happy Hair Hour“ getan hätte (aller­dings nur wegen der Alli­te­ra­tion, denn bei mei­ner über­sicht­li­chen Fri­sur brau­che ich eine auf­wän­dige Haar­pflege so drin­gend wie par­fü­mierte Schnürsenkel).

Was kommt als nächs­tes? Ich bin so gespannt, dass sich meine reife Haut – so sagt man ja bei über 40 Len­zen – von selbst strafft und ich vor­erst sicher ohne glät­tende Maß­nah­men auskomme.

Wundersame Welt der Waren (1)

Happy End Toilettenpapier Finale Cola

Ob Zucker­brause für den fina­len Ret­tungs­schluck oder Hygie­ne­pa­pier zum glück­li­chen Aus­gang: Bei so man­chen Pro­dukt­na­men kann ich mir nur schwer vor­stel­len, dass ihre Schöp­fer ernst zu Werke gehen, und so möchte ich über die Hin­ter­gründe sol­cher Benen­nun­gen noch nicht ein­mal spe­ku­lie­ren. Für mich als Ver­brau­cher jedoch machen Arti­kel wie diese den Ein­kauf deut­lich unterhaltsamer!

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Knusprige Kreationen

Im prall gefüll­ten Korb der Knusp­rig­kei­ten mei­nes ört­li­chen Koh­len­hy­drate­lie­fe­ran­ten (vulgo: Bäcker) lau­er­ten heute Bal­last­stoffe für die Sprachverdauung:

  Brot­bröt­chen  

Ich habe mir die­ses krea­tive Wort­ge­bäck kurz auf der geis­ti­gen Zunge zer­ge­hen las­sen und mich dann verkrümelt.

Gesicherter Internetgeldbeutel

Aus den unend­li­chen Wei­ten des Inter­nets tru­delte gerade fol­gen­des ein:

Unser Sicher­heits­sys­tem hat den Ver­such ver­hin­dert, Ihren Inter­net­geld­beu­tel aus­zu­nut­zen. Des­halb ist Ihre Rech­nung blo­ckiert. Um die Rech­nung frei­zu­ge­ben muß man die Akti­vie­rungs­pro­ze­dur noch ein­mal durch­zu­neh­men. Bitte, fol­gen Sie dem Link […] und bekom­men Sie auf Ihre Post­adresse die Briefe mit dem Akti­vie­rungs­kode und die neue Parole.

Mit dem beru­hi­gen­den Wis­sen um ein funk­tio­nie­ren­des Sicher­heits­sys­tem, das die Aus­nut­zung mei­nes Inter­net­geld­beu­tels erfolg­reich über­wacht, gehe ich mei­nem Tage­werk gleich viel ent­spann­ter nach.

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