Sprache

„Endzeit-Taste drücken“

Die Bedie­nungs­an­lei­tung zur Wasch­ma­schi­ne Grun­dig GWN 26430 infor­miert zur Endzeit-Funktion:

„Endzeit-Taste drücken”

Gut zu wis­sen, dass man vor dem Welt­un­ter­gang noch schnell eine Unter­ho­se durch­spü­len kann. Doch Vor­sicht: „Nach Ablauf des Count­downs erlö­schen alle End­zeit­an­zei­gen und das aus­ge­wähl­te Pro­gramm startet.“

Dan­ke an Klapp­kon­tor für den Hin­weis auf die­se bemer­kens­wer­te Funktion!

Wundersame Welt der Waren (26)

„Ofen­frisch für Sie geba­cken“ lässt die Super­markt­ket­te REWE mit­tels ihrer Bröt­chen­tü­ten wissen.

Rätselhafter Hinweis von REWE

Seit Tagen rät­se­le ich nun, wie man ofen­frisch backen kann. Ist „ofen­frisch“ viel­leicht eine beson­de­re Reg­ler­stel­lung an den Back­öfen von REWE? Wenn ja, was genau macht ein Ofen, den man dazu auf­for­dert, ofen­frisch zu backen? (Ich bin tech­nisch interessiert.)

Ich hof­fe, dass mir mei­ne Leser­schaft hel­fen kann, denn sonst muss ich noch über die Oster­fei­er­ta­ge an die­sem Wort­ge­bäck knabbern.

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Wundersame Welt der Waren (25)

Offen­bar ist nichts zu dumm, um nicht in der Wer­bung ver­wen­det zu werden.

Von Hand gesalzener Schinken

„[V]on Hand gesal­zen“ tex­tet die Fir­ma Abra­ham („Der Schin­ken­spe­zia­list”) zu ihrem „Deli­ka­tess Bau­ern­schin­ken“ und zeigt damit, dass ihr der den­ken­de Teil der Kun­den völ­lig am Schin­ken vorbeigeht.

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Wie meinen?

Wenn man denkt, es geht nicht schlim­mer, kommt einer und macht's. Dies­mal kam einer von der Telekom.
„Hel­fer­line: 11833“ leuch­te­te heu­te ein gro­ßer Flach­bild­schirm in den Kas­sen­be­reich einer ört­li­chen REWE-Filiale1. Doch wer oder was ist „Hel­fer­line“? Gab es bei der Tele­kom etwa den Wett­be­werb, eine Alter­na­ti­ve für den stra­pa­zier­ten Ter­mi­nus „Hot­line“ zu fin­den?2 Betreibt man hier einen fern­münd­li­chen Kum­mer­kas­ten und erwar­tet von den Hilfesuchen­den, dass sie „Hel­fer“ deutsch und „line“ eng­lisch aus­spre­chen, also mit­ten im Wort die Spra­che wech­seln? Will man sich dabei die posi­ti­ve Kon­no­ta­ti­on des ver­sa­ti­len Hel­fer­leins zunut­ze machen? Oder nennt man eine Mit­ar­bei­te­rin am ande­ren Ende der „Line“ Helfer­line? Wären dann nicht „Hel­fi­ne“ (weil kür­zer) oder „Hel­fin­chen“ (mein Favo­rit3) bes­ser gewesen?
Wie auch immer: So hilf­los, dass ich mich frei­wil­lig an die „Hel­fer­line“4 wen­de, wer­de ich hof­fent­lich nie sein.

  1. Die audio­vi­su­el­le Beläs­ti­gung beim War­ten ist ein ande­res Reiz­the­ma.
  2. „Mach ma wat schö­net!” – „Heiß­li­ne!“ – „Nee, det klingt wie Reiß­lei­ne!“ – „Hel­fer­line!“ – „Jut, det nehm wa!“
  3. „Guten Tag, sie spre­chen mit Hel­fin­chen! Wie kann ich ihnen hel­fen?”
  4. Aus dem Fest­netz 1,99 Euro/Minute, Mobil­funk ggf. abwei­chend.

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The Noun Pro­ject hat sich vor­ge­nom­men, die Kom­mu­ni­ka­ti­on durch Sym­bo­le zu verein­fachen. Die Idee ist nicht neu, doch das Vor­ha­ben des Pro­jekts ehr­gei­zig: Man möch­te die visu­el­le Spra­che der gan­zen Welt in einer ein­zi­gen Daten­bank zusam­men­stel­len, organisie­ren und frei ver­füg­bar machen. Sehr beeindruckend!

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Der Blei­stift im Noun Project

Wie meinen?

Merk­wür­di­ge Wer­bung gibt es zuhauf, doch die­se ist von ganz beson­de­rer Qualität.

Wie meinen?

Was um alles in der Welt ist ein „Hauch leich­ter Koh­len­säu­re“? Und von wel­cher Denkfähig­keit des Publi­kums gehen die dafür ver­ant­wort­li­chen Wer­be­tex­ter eigent­lich aus?

Wie meinen?

Aber viel­leicht gehö­re ich ja ein­fach nicht zur Ziel­grup­pe des sanf­ten Rhön-Sprudels mit ei­nem … – nein, ich möch­te es nicht wiederholen.

Danke, Herr Opel!

Wer­ter Herr Opel,

als pas­sio­nier­tem Bedie­nungs­an­lei­tungs­gern­le­ser war es mir heu­te früh ein außerordent­liches Ver­gnü­gen, mich der Doku­men­ta­ti­on Ihres „Info­tain­ment Sys­tem OPEL CD 70 NAVI / OPEL DVD 90 NAVI“ (deutsch/englisch, 01/2005, Art.-Nr. 09 952 841) ein­ge­hend wid­men zu dür­fen. Das beschrie­be­ne Gerät und mein Inter­es­se am bestim­mungs­ge­mä­ßen Ge­brauch des­sel­ben rück­ten jedoch plötz­lich in den Hin­ter­grund, als ich auf Sei­te 13 mit dem mir bis dato unbe­kann­ten Begriff der „Ver­weil­sei­te“ bekannt gemacht wurde.

Danke, Herr Opel!

Ich dan­ke Ihnen recht herz­lich für die Berei­che­rung mei­nes Wort­schat­zes um die­sen wun­derschönen Ter­mi­nus, der ab sofort fes­ter Bestand­teil mei­nes münd­li­chen und schrift­li­chen Wort­guts sowohl im pri­va­ten als auch beruf­li­chen All­tag sein wird.

Hoch­ach­tungs­voll,

Ihr Lexi­ka­li­ker

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