Archiv des Stichworts „Sprache”

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Wundersame Welt der Waren (15)

Mittwoch, 11. August 2010

Die Dinge des Alltags können interessant sein, und manchmal lohnt auch der Blick in die beiliegende Anleitung. Mit einem Küchengerät kam mir dieser Sicherheitshinweis ins Haus:

Personen (einschließlich Kinder), die aufgrund ihrer physischen, sensorischen oder geistigen Fähigkeiten oder ihrer Unerfahrenheit oder Unkenntnis nicht in der Lage sind, das Gerät sicher zu benutzen, sollten dieses Gerät nicht ohne Aufsicht oder Anweisung durch eine verantwortliche Person benutzen.

Wer jetzt denkt, ich müsste das neue Gerät vor den Kindern verstecken oder gar in einem Waffenschrank verwahren, liegt falsch – es ist ein batteriebetriebener Milchaufschäumer.

Wen hat der Hersteller vor Augen, wenn er an seine Kunden denkt? Welche Fähigkeiten und welche Verantwortung für das eigene Handeln traut er ihnen zu? Oder dient dieser dramatische Text hauptsächlich der rechtlichen Absicherung? Auch die weiteren Hinweise zum sicheren Gebrauch zeugen nicht gerade von einer Überschätzung der Kunden durch den Hersteller.

In der Anleitung vergeblich gesucht habe ich den Satz „Milch nicht im Mund aufschäumen”.

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Aufgeschnappt

Samstag, 3. Juli 2010

In einer Gaststätte:

Gast (am Tisch sitzend): Ein Fass vom Pils!
Bedienung: Zum hier Trinken?

Rätselhafte Leere

Dienstag, 26. Januar 2010

Manche merkwürdigen Dinge verbergen sich ausgerechnet dort, wo man sie am wenigsten vermutet. So hat mir das praktische, im Betriebssystem „Windows” für den komfortablen Zugriff auf die über die Tastatur nicht ohne weiteres erreichbaren Symbole integrierte und „Zeichentabelle” benannte Hilfsmittel kürzlich ein „Dauerleerzeichen” präsentiert und mich mit diesem äußerst nachdenklich gestimmt.

Windows-Zeichentabelle mit Dauerleerzeichen

Als ein an Typografie sehr Interessierter bin ich mit dem klassischen Leerzeichen recht gut vertraut und schätze seine Vorzüge, trägt es doch – besonders wenn in ausreichender Zahl und fachkundig verteilt – nicht unerheblich zur Lesbarkeit des umgebenden Textes bei. Auch sind mir die Gefahren dieses besonderen Zeichens, das ja strenggenommen keines ist, sondern elegant die Abwesenheit eines solchen verkörpert, durchaus bewusst. So sorgt sein Umfeld gelegentlich dafür, dass es sich in der Breite an dieses anpasst, um seinen Teil zum harmonischen Ganzen beizutragen, und manchmal drängeln sich sogar zwei an dem für ein einzelnes vorgesehenen Platz, was nur durch sehr sorgfältige Kontrolle, per Zufall oder gar nicht (!) entdeckt wird.

Habe ich bei den meisten der in der Zeichentabelle vorrätigen Charaktere überhaupt keine Berührungsängste und würde sie daher bedenkenlos in mein Werk übernehmen (falls es zielführend wäre), so hatte ich nicht den Mut, bei dem mir völlig fremden Dauerleerzeichen beherzt zuzugreifen.

Nimmt es etwa die ihm einmal zugewiesene Position auf Dauer ein und zerteilt später ein an dieselbe Stelle rückendes Wort unaufgefordert, skrupellos und sinnentstellend? Wenn ja, wie bekomme ich es wieder weg? Verbreitet es womöglich dauerhafte Leere? Bei den Texten, für die ich verantwortlich zeichne, könnte ich mir dies nun wirklich nicht erlauben, erst recht dann nicht, wenn dieser kritische Vorgang schleichend und zunächst unbemerkt stattfände. Oder verweilt es nur für eine ganz bestimmte Dauer am Ort, um anschließend, noch nicht mal eine Leerstelle hinterlassend, spurlos zu verschwinden? Dies würde das beträchtliche Risiko bergen, dass zwei bis dahin getrennte Worte plötzlich verschmelzen und mir das Dauerleerzeichen ein unerwünschtes Kompositum hinterlässt, was mir selbst bei frei wählbarer Dauer des Verbleibs nicht genehm wäre (allerdings konnte ich bis jetzt nichts einer Zeitsteuerung ähnliches finden). Und: Käme es irgendwann wieder zurück?

Ab und zu probiere ich ja schon gerne etwas Neues, und es hat mir im Finger über der linken Maustaste gejuckt, das Dauerleerzeichen auszuwählen, es unverzagt in meine Arbeit einzubauen und seine Eignung für diese gründlich zu prüfen. In diesem Fall aber habe ich das Wagnis einfach nicht kalkulieren können, so dass ich – wenn auch schweren Herzens – weiterhin mit dem Standard-Leerzeichen vorlieb nehmen und damit wohl vorerst auf die Enträtselung des Dauerleerzeichens verzichten muss.

Ampfel

Montag, 13. Juli 2009

Ampfel

Begriffserklärung

Dienstag, 7. Juli 2009

Zir|pus, der; -, -se: der Zirkus, den die Grillen machen, wenn sie an einem Sommerabend so richtig laut zirpen.

Lückenfüller

Freitag, 27. März 2009

Ab und zu denke ich nach (ja, am Anfang hat mich das auch überrascht, aber inzwischen konnte ich mich daran gewöhnen). So habe ich heute früh mal wieder besonders gründlich nachgedacht und mich gefragt: Gibt es ein Wort für die Wörter, die es nicht gibt?

Meines Wissens gibt es keinen Imperativ von „wollen” (wozu auch). Die Formulierung „du musst jetzt wollen” zeigt den fragwürdigen Sinn dieses Wortes, das man jedoch zweifellos so erschaffen könnte, dass es formalen Ansprüchen genügt und im Wörterbuch nicht auffällt. Wer noch mehr nachdenkt als ich, findet sicher schnell weitere, nicht existierende Wörter, die ähnliche Eigenschaften aufweisen und für die ich einen Oberbegriff suche. – Soweit ich weiß, handelt es sich hier nicht um die sog. „lexikalische Lücke”1, denn im genannten Beispiel fehlt ja nicht die Umschreibung eines Konzepts, sondern lediglich ein Modus eines Verbs (aber da lasse ich mich gerne von linguistisch Kundigen aufschlauen).

Sollte es allerdings für die Wörter, die es nicht gibt, kein Wort geben, so wäre das wohl eine Rekursion und damit weitaus kniffliger als mir lieb ist.

Wer hat einen passenden Sammelbegriff parat?

  1. Nicht zu verwechseln mit des Lexikalikers (Zahn-)Lücke.

Breckfast

Montag, 15. Dezember 2008

Heißt das jetzt eigentlich „die Nusscorner” oder „der Nusscorner”? Nicht dass ich gleich mit meiner ersten Bestellung anecke.

Punktlandung

Freitag, 21. November 2008

Fahrradständer an einer Bäckerei in Rüsselsheim

Oder vielleicht doch eher ein Bauchplatscher? Wie auch immer: Offenbar bleibt einem auch wirklich gar nichts erspart.


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