Archiv des Stichworts „Bücher”

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Die Kunst des Ingenieurs

Samstag, 10. Oktober 2009

Zurück in eine Zeit, in der sich Kunst und Technik vielleicht etwas näher waren als heute, führt das exzellente Buch „The Art of the Engineer” von Ken Baynes und Francis Pugh, erschienen 1981 bei Lutterworth Press.

Die Kunst des Ingenieurs

„The Art of the Engineer” mit älterem STAEDTLER Mars Lumograph und Mitutoyo-Messschieber

Entstanden nach einer vom Arts Council of Wales organisierten Ausstellung in den Jahren 1978 und 1979 präsentiert dieser 240 Seiten umfassende und 23 × 34 cm große Band zahlreiche, Skizzen, Zeichnungen und Studien, aber auch kolorierte Lithografien und vieles mehr aus der Zeit vom Ende des 16. bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Die hervorragende Kombination aus sorgfältig recherchiertem, detailliertem Text und einer Fülle an Bildmaterial zeigt in äußerst beeindruckender Weise die enge Beziehung zwischen der Zeichen- und der Ingenieurskunst, wie sie sich von der ausgehenden Renaissance über die industrielle Revolution bis in die 1950er Jahre hinein entwickelt hat.

Die Kunst des Ingenieurs

Zeichnung aus einer Wartungsanleitung für einen Flugzeugmotor (1929)

Ausführlich kommentierte Zeichnungen von Schiffen, Eisenbahnen, Autos und Flugzeugen aus Europa und den USA, die zu einem großen Teil bisher nur sehr wenigen zugängig waren, veranschaulichen die wachsenden Fähigkeiten der Ingenieure und Zeichner sowie die zunehmenden Anforderungen, die an sie gestellt wurden. Die in der Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzende Entwicklung fällt dabei besonders auf: Gab es vorher selbst bei komplexeren Maschinen nur vergleichsweise wenige Zeichnungen, die zudem teilweise erst nach dem Zusammenbau erstellt wurden, so sorgten in der industriellen Revolution die Spezialisierung, die Arbeitsteilung und die sich damit ändernde Kommunikation für eine starke Zunahme sowohl der Anzahl der Zeichnungen als auch der dargestellten Details. Darüber hinaus macht das prächtige Buch die außerordentlich hohe künstlerische Qualität und die eigene Ästhetik dieses nicht nur für die Technik so wichtigen Mediums deutlich.

Die Kunst des Ingenieurs

Kolorierte Lithografie des Dampfschiffs „Great Eastern” (1860)

Die sehr große Vielfalt des Anschauungsmaterials umfasst auch Fotos von Zeichenbüros, Fabrikhallen und Werften, Portraits von Ingenieuren, Konstrukteuren und Zeichnern sowie Teile aus alten Lehrbüchern und anderen Fachpublikationen. – Das Buch „The Art of the Engineer” halte ich für uneingeschränkt empfehlenswert und angesichts der überragenden Qualität und Informationsfülle mit 46,25 £ (knapp 50 Euro) obendrein für vergleichsweise günstig.

Danke an Lutterworth Press für die Genehmigung zur Reproduktion der Ausschnitte! – Der Verlag ist übrigens auch auf der Frankfurter Buchmesse 2009 vertreten und dort am Stand K975 in Halle 8.0 zu finden.

Weitere Bücher zum Thema:

  • Booker, Peter Jeffrey: A History of Engineering Drawing (Chatto & Windus 1963)
  • Diderot, Denis: A Diderot Pictorial Encyclopedia of Trades and Industry Vol. 1 & 2 (Dover Publications 1993)
  • Feldhaus, Franz Maria: Geschichte des Technischen Zeichnens (Hg.: Franz Kuhlmann KG, 1. Aufl. 1953. 3. Aufl. 1967)
  • Lefèvre, Wolfgang (Hg.): Picturing Machines 1400–1700 (MIT Press 2004)
  • Nedoluha, Alois: Kulturgeschichte des technischen Zeichnens (Springer 1960)
  • Ramelli, Agostino: Various and Ingenious Machines of Agostino Ramelli (Dover Publications 1994)
  • Sellenriek, Jörg: Zirkel und Lineal. Kulturgeschichte des konstruktiven Zeichnens (Callwey 1987)
  • Willard, William F.: The Art of Mechanical Drawing. A Practical Course for Drafting and Design (Popular Mechanics 1912, Neuauflage Hearst Books 2009)

Zu Nedoluha, Sellenriek und Willard siehe auch „Kunst und Konstruktion”.

NB: Bei dem im ersten Bild dieses Beitrags gezeigten STAEDTLER Mars Lumograph handelt es sich um eine ältere, geringfügig dickere Variante ohne Strichcode und mit Beschriftung in Versalien.

Showtime: So verstau ich meine Bücher

Sonntag, 15. März 2009

Das Weblog „Read It!” ruft zur Blog-Parade auf, und dieser schließe ich mich gerne an. Auch wenn selbst wohlwollende Zeitgenossen die derzeitige Organisation meines Bestands noch nicht einmal als „suboptimal” bezeichnen würden: Vom exhibitionistischen Treiben Präsentieren eines Teils meiner Bücher und deren Arrangement hält mich dies nicht ab – los geht's!

Zwei gut gefüllte BILLY-Regale aus der Froschperspektive

Zwei gut gefüllte BILLY-Regale aus der Froschperspektive

Vom Möbelklassiker IVAR dem Schrecklichen habe ich mich zum Glück bereits vor geraumer Zeit befreit und so muss BILLY, ein anderer Regal-Recke, bei mir schwer tragen; er ist aber nicht allein und trägt nicht nur äußerst zuverlässig, sondern es auch mit Fassung. – Das ausgeklügelte Ordnungsprinzip orientiert sich zurzeit hauptsächlich an der Reihenfolge der Anschaffung sowie an den Stabilitätskriterien für Büchertürme (die beiden im Bild sind nicht die einzigen). Lexika, Nachschlage- und andere zu diesem Zweck genutzte Druckwerke klumpen dabei in der Nähe bevorzugter Sitzgelegenheiten.

Ein unsichtbares Bücherregal der Marke Eigenbau

Ein unsichtbares Bücherregal der Marke Eigenbau

Als bekennender Bastler hat mir die Idee des unsichtbaren Bücherregals sehr gut gefallen, so dass auch bei mir ein solches seinen sichtbaren Dienst verrichtet. Unsichtbar ist hier zudem der niedrige Preis: Tragendes Element ist ein kleiner Winkel aus dem Baumarkt für einen Euro, der in einem fast ebenso günstigen Buch* aus dem Antiquariat klebt – eine echte Alternative zur kommerziellen Variante, die mit knapp 20 Euro zu Buche schlägt und sich obendrein nach unten hin durch ein kleines Blechstück als doch nicht ganz unsichtbar verrät.

* Edward Tenner: Our Own Devices. The Past and Future of Body Technology (Alfred A. Knopf 2003); auch in einer überarbeiteten Taschenbuchausgabe erhältlich (Our Own Devices: How Technology Remakes Humanity; Vintage 2004). – Das bekannteste Buch dieses sehr kundigen Autors dürfte wohl „Die Tücken der Technik” (1997) sein.

Spitzerzeichen

Sonntag, 12. Oktober 2008

Allen bleischreibenden Leseratten, die nicht nur den Gebrauchswert, sondern auch die Äs­thetik ihrer bevorzugten Schreibgeräte und deren Drumherum schätzen, dient der japa­nische Versender Bundoki das passende Lesezeichen an.

Spitzerzeichen

Zu der aufwändigen Verpackung gehören außerdem eine schützende Folie und ein Pappschuber.

Am Ende des 123 mm langen, 6 mm breiten und mit einer Dicke von 0,5 mm buch­freundlichen Edelstahlstreifens sitzt ein 15 mm breiter Spitzer, dessen kleine Klinge tat­sächlich geschliffen und verschraubt ist. (Zum Gebrauch eignet er sich jedoch nur bedingt, wie ein kurzer Test an der 3,1-mm-Mine des STABILO 's move easy ergo gezeigt hat, aber diesen Anspruch erhebt das Schmuckstück ja auch nicht.)

Spitzerzeichen

Zum Größenvergleich: Der Langkonus-Spitzer KUM 400

Das sehr sauber verarbeitete, aufwändig verpackte und – wie ich finde – geschmackvolle Stück, das noch in sechs weiteren Varianten erhältlich ist, kostet 1050 Yen (knapp 8 Euro).

Auf- statt untergehen

Dienstag, 30. September 2008

Mit einer in meinen Augen sehr ansprechenden Einladung zu seinem Stand auf der am 15. Oktober 2008 beginnenden Frankfurter Buchmesse überraschte mich kürzlich der Verlag Hermann Schmidt in Mainz, dessen hervorragende Produkte zu Typografie, Grafikdesign und Kreativität ich sehr schätze.

© Muster aus: geometric von Kapitza (zum Vergrößern anklicken)

Mir gefallen sowohl die Grafik auf der wohltuend großen Karte im A4-Format als auch das Zitat sehr gut, nicht zuletzt deswegen, weil Jacques Tati einer meinen Lieblingsregisseure und -schauspieler ist. Ich bewundere seinen scharfen Blick, seine Liebe zum Detail und seine Sorgfalt auch im Kleinsten; ganz besonders an „Mon Oncle” (1958) und „Play Time” (1967) kann ich mich nicht sattsehen. Große Sorgfalt und Liebe zum Detail zeichnen auch die ästhetischen und kompetenten Bücher des Verlags Hermann Schmidt aus, und so steht bereits ein weiteres auf meiner Wunschliste. Ich bin mir sicher, dass ich an diesem Buch ebenso große Freude haben werde wie an all den anderen aus diesem Hause, die schon in meinem Regal stehen und die ich oft und gern zur Hand nehme.

Druck und Kunst

Montag, 28. Juli 2008

Einer der Höhepunkte unseres kürzlichen Aufenthalts in Leipzig (siehe u. a. hier, da und dort) war der Besuch des Museums für Druckkunst in der Nonnenstraße im Stadtteil Plag­witz, direkt gegenüber den ehemaligen Buntgarnwerken.

Das 1995 gegründete und 2000 in eine Stiftung überführte Museum präsentiert Druck­maschinen und Handpressen, Holzbuchstaben und Bleilettern für den Handsatz, Schriftma­trizen, Gieß- und Setzmaschinen sowie Stahlstempel, Schriftschablonen und etliche Geräte für die Buchbinderei, wobei ein Großteil der Exponate nur noch dort existiert.

Bei dem hervorragend ausgestatteten Druckkunst-Museum handelt es sich weniger um ein typisches Museum, sondern vielmehr um eine Druckwerkstatt zum Anfassen und Erleben, und so können Interessierte die Maschinen und die Arbeit an ihnen in Kursen praktisch kennen lernen (wir hatten das Glück, die Zeilensetz- und -gießmaschine „Rossia 7 H” im Betrieb durch einen sehr fachkundigen und freundlichen Mitarbeiter bewundern zu können und eine Schriftzeile gegossen zu bekommen). Künstler haben die Möglichkeit, das Mu­seum für eigene Arbeiten zu nutzen, und auch zur Ausbildung und Berufsförderung kommt die Vielzahl der kostbaren Stücke zum Einsatz.

Die folgenden HDR-Bilder werden beim Anklicken vergrößert angezeigt (mehr dazu unter „Schon gewusst?”).

Museum für Druckkunst Leipzig

Links: Komplettgießmaschine, H. Berthold AG, Berlin, 1. Hälfte des 20. Jh.;
rechts: Komplettgießmaschine, Leningrader Werk für Polygraphische Maschinen, St. Petersburg, Russland, 1967

Museum für Druckkunst Leipzig

Satzregal

Museum für Druckkunst Leipzig

Druck- und Setzmaschinensaal

Museum für Druckkunst Leipzig

Rechts: Stoppzylinder-Druckmaschine, Vereinigte Maschinenfabrik Augsburg und Maschinengesellschaft Nürnberg AG, Werk Augsburg, 1906

Museum für Druckkunst Leipzig

Weniger ein Museum als vielmehr eine Druckwerkstatt

Museum für Druckkunst Leipzig

Zeilensetz- und -gießmaschine „Rossia 7 H”, Leningrader Werk für Polygraphische Maschinen,
St. Petersburg, Russland, 1967

Museum für Druckkunst Leipzig

„Linotype”-Großkegel-Setzmaschine, Modell 20 „Universa”, Berliner Maschinenbau AG, Berlin, 1969

Museum für Druckkunst Leipzig

Links: Zeilensetz- und -gießmaschine „Intertype Modell C”, Intertype Corp., Brooklyn,
New York, USA, um 1927

Museum für Druckkunst Leipzig

Lochband-Perforator „Lino-Quick-Perforator”, Linotype GmbH, Berlin und Frankfurt/Main, 1966

Zusätzlich zur ständigen gibt es wechselnde Ausstellungen sowie Vorträge und Symposien, und ein kleiner Laden bietet Bücher, Plakate, Postkarten, Bleilettern und einiges mehr an (darunter auch zahlreiche Titel des Verlages Hermann Schmidt in Mainz, den ich sehr schät­ze).

Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit großem Einsatz und hoher Fachkompetenz ein außergewöhnliches und sehr hinteressantes Museum ge­schaffen haben. Ich freue mich darauf, bei meinem nächsten Aufenthalt in Leipzig diese einzigartige Sammlung erneut bewundern zu können!

Museum für Druckkunst
Nonnenstraße 38
04229 Leipzig
Tel. 0341-23162-0
Website
Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 10–17 Uhr
So. 11–17 Uhr

Wer nicht nach Leipzig kommt, aber Interesse an dieser Thematik und zudem Darm­stadt in erreichbarer Nähe hat, dem empfehle ich einen Besuch der ebenfalls sehr sehenswerten Außenstelle Schriftguss, Satz & Druckverfahren des Hessischen Landesmuseums Darmstadt.

(Beein-)Druckend

Montag, 2. Juni 2008

Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Außenstelle Schriftguss, Satz & Druckverfahren

Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Außenstelle Schriftguss, Satz & Druckverfahren

Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Außenstelle Schriftguss, Satz & Druckverfahren

Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Außenstelle Schriftguss, Satz & Druckverfahren

Ein ganz besonderes Erlebnis war für uns der gestrige Besuch der Außenstelle “Schriftguss, Satz & Druckverfahren” des Hessischen Landesmuseums Darmstadt. Dieses Museum zur Geschichte der Drucktechnik mit dem Schwerpunkt Buchdruck zeigt nicht nur historische Druckmaschinen, Hand- und Maschinensatz, Schriftguss und einiges mehr aus dem 19. bis zu den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, sondern bietet Kindern und Erwachsenen auch die Möglichkeit, diese Techniken in Workshops kennenzulernen und so im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen.

Wer sich für Kultur- und Technikgeschichte, Typografie und Verwandtes interessiert, dem sei ein Ausflug in dieses lebendige und außergewöhnliche Museum wärmstens ans Herz gelegt.

Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Außenstelle Schriftguss, Satz & Druckverfahren
Kirschenallee 88 (ehemals „Haus für Industriekultur”)
64293 Darmstadt
Tel. 06151-889176
Website
Öffnungszeiten:
Di. bis Sa. 10–17 Uhr
Mi. 10–20 Uhr
So. 11–17 Uhr

Bunte Bände

Samstag, 29. März 2008

Als ob ich hier die Lösung reinschreiben würde ;-)

Welche Buchgattung präsentiert sich hier so farbenfroh? Wer die richtige Antwort zusammen mit einer funktionierenden E-Mail-Adresse hinterlässt, bekommt einen roten Lexikaliker-Bleistift. – Nein, „Taschenbücher” lasse ich nicht gelten ;-) Mir geht es um das inhaltliche Genre.

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