Archiv des Stichworts „Bücher”

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Drehbleistift (2)

Donnerstag, 25. August 2011

Als August Buchwald in seinem Buch mit dem ausführlichen Titel „Blei­stifte, Farbstifte, far­bige Kreiden und Pastellstifte, Aquarell­farben, Tusche und ihre Herstel­lung nach bewähr­ten Verfahren” (1904) das Konzept eines Drehbleistifts beschrieb, beließ er es nicht bei der einfachsten Variante, sondern stellte noch weitere Bauformen vor.

Drehbleistift (2)

Bei einer anderen Ausführungsform ist das vordere Ende, ein Kopf, lösbar mit dem Stiel verbunden; entweder ist es aufgeschraubt, oder es ist der Kopf mit einem Konus versehen, welcher in eine entsprechende Bohrung des Stieles eingesteckt ist. Auch kann, im Fall die Graphiteinlage kurz abgebrochen ist, das Anschneiden mit dem Messer überflüssig werden, wenn man bei einer weiteren Ausführungsform die Befestigung zwischen Kopf und Stiel löst und die Einlage von hinten durch den Kopf herausschraubt.

Diese Ausführung löst gleich mehrere Probleme, die beim Gebrauch der ersten auftreten können, doch es geht noch weiter.

Drehbleistift (2)

Einsatz für den Halter. – Spitze frei auf das Ende des Halters aufgesetzt.

Drehbleistift (2)

Verschiedene Ausführungsformen.

Es soll weiter das Anfassen der Graphitseele ohne Anwendung einer beson­deren Mutter dadurch vermieden werden, daß die Spitze des Halters selbst drehbar ist und mit einem unrunden Loch eine unrunde Graphitseele aufnimmt, welche in einem Gewinde des Halters liegt, so daß bei Drehung der Spitze die Graphitseele mitgedreht und in dem Gewinde der runden Halterbohrung vor­geschoben wird.

Die unrunde Graphitseele mit Außengewinde sitzt jetzt also mittels Formschluss verdreh­sicher in der Spitze, schiebt sich aber bei Verdrehung im Halter durch dieselbe.

Drehbleistift (2)

Befestigungsart der Spitze.

Drehbleistift (2)

Längsschnitt mit abgenommender Spitze. – Ansicht des gebrauchsfertigen Bleistiftes.

In den Abbildungen sind mehrere Ausführungformen dargestellt: Fig. 98 ist ein Längsschnitt mit abgenommender Spitze; Fig. 99 zeigt einen Einsatz für den Halter einzeln; Fig. 100 ist eine Ansicht des gebrauchsfähigen Bleistiftes;

Hier hat Buchwald offenbar die Abbildungsnummern vertauscht, denn Fig. 98 zeigt den Einsatz und Fig. 99 den Längsschnitt.

Fig. 101 zeigt eine Ausführungsform, bei welcher die Spitze frei auf das Ende des Halters aufgesetzt wird; Fig. 102–105 zeigen weitere Ausführungsformen; Fig. 103 veranschaulicht eine Befestigungsart der Spitze.

Drehbleistift (2)

Der Halter A ist mit Schraubengewinde versehen, welches entweder direkt im Halter, Fig. 101, oder in einem in demselben angeordneten Einsatz A1 (Fig. 104) angebracht sein kann. Der Einsatz kann eine beliebige Konstruktion haben und besteht beispielsweise aus einem bei A4 geschlitzten Rohr A3 (Fig. 98 und 99), welche eine bequeme Entfernung der Graphiteinlage gestattet, wenn dieselbe im Halterinneren zerbricht. Die Graphiteinlage ist in jedem Fall unrund und ebenso ist die Bohrung B3 der Spitze B entsprechend unrund und ohne Innengewinde. Es ist ersichtlich, daß infolgedessen durch Drehung der lose aufgesetzten Spitze die Graphitseele mitdreht und in dem Gewinde des Halters vorgeschoben werden kann. Bei der Ausführungsform nach Fig. 101 ist der Halter von einer dünnen Hülse D2 umgeben, auf welcher die Spitze D3 auf­gesetzt ist. Zum Verschieben der Einlage kann hierbei entweder der Halter mit der Hülse mittels des Griffes D4 oder es kann auch die Spitze D3 gedreht wer­den. Bei der Ausführungsform nach Fig. 100 ist das Ende des Halters A ge­schlitzt, so daß die aufgesetzte Spitze federnd gehalten wird. In der Spitze sitzt eine Sackung D5, welche die Graphiteinlage mit starker Reibung erfaßt. Fig. 102 zeigt die Spitze mit der Packung auf dem Halter.
Fig. 103 veranschaulicht eine Befestigungsart für die Spitze. Die Spitze besitzt innen eine Nase C4, mittels welcher sie in einer Längsnut C2 des Halters auf­geschoben werden und dann durch Drehung in der Ringnut C3 gesichert wird.

Die Beschreibung der Varianten ist nicht sofort zu durchschauen; hier eine Übersicht der Details:

  • Die Mine lässt sich über die lösbare Spitze drehen.
  • Das geschlitzte Ende des Halters (Fig. 98 und 99) erleichtert die Entnahme von Minen­resten.
  • Der Halters ist geschlitzt und hält die Spitze durch Kraftschluss (Buchwald verweist hier auf Fig. 100, doch dort kann ich keinen Schlitz erkennen).
  • Die Spitze sitzt nicht auf dem Halter, sondern auf einer Hülse, die den Halter umschließt (Fig. 101). Das Ende ist zur leichteren Drehbarkeit gerändelt.
  • Die Spitze hält die Mine nicht durch Formschluss, sondern mit starker Reibung (Fig. 102). Wie sich dann aber die Mine nach vorne durchschieben soll, ist mir unklar.
  • Durch eine Nase an ihrem rückwärtigen Ende sitzt die Spitze in einer Nut im Halters, ist aber drehbar (Fig. 103).
  • Das Gewinde befindet sich nicht im Halter, sondern in einem Einsatz nahe der Spitze (Fig. 104).
  • Die Spitze ist aufgeschraubt (Fig. 104), doch dazu lässt sich Buchwald nicht aus.

Diese Konstruktionen mögen zunächst reizvoll wirken, haben jedoch das Problem der nicht unerheblichen mechanischen Beanspruchung der Mine, die wohl hauptsächlich zu Graphit­staub, durch die Torsionslast aber auch zum Bruch geführt hätte. – Interessant zu sehen wäre nun, wer diese Ideen aufgegriffen hat und wie sie weiterentwickelt wurden.

Drehbleistift

Mittwoch, 17. August 2011

Ein bemerkenswertes Mittelding aus mechanischem und Holzbleistift zeigt das Buch „Blei­stifte, Farbstifte, farbige Kreiden und Pastellstifte, Aquarell­farben, Tusche und ihre Herstel­lung nach bewährten Verfahren” von August Buchwald, erschienen 1904 in A. Hartleben’s Verlag1.

Drehbleistift

Bleistifte mit schraubbarer Graphitseele.
Bei dieser Konstruktion eines Bleistiftes soll das Lösen und Verstellen der Einlage aus Graphit, Kreide usw. auf das einfachste dadurch erreicht werden, daß die Einlage an ihrer Außenseite mit einem Gewinde versehen wird, während der zur Aufnahme desselben dienende Stift ein entsprechendes Muttergewinde auf­weist, in welches die Einlage unmittelbar eingeschraubt werden kann. Diese einfachste Form des Gedankens ist in Fig. 97 im Längs- und Querschnitt darge­stellt. Der Stiel, welcher vorzugsweise aus Holz ausgeführt wird, kann außen die gebräuchliche runde oder sechseckige Form erhalten. Im Innern ist er seiner ganzen Länge nach oder auch an einem Stück seiner Länge mit einem Mutter­gewinde versehen.

Drehbleistift

Die Einlage e aus Graphit, Kreide u. dgl. ist in ihrer ganzen Länge nach auf der Außenseite mit Gewinde ausgestattet. Das Gewinde erhält eine so geringe Stei­gung, daß die Einlage durch den Längsdruck, der bei dem Gebrauch des Stiftes ausgeübt wird, in dem Stiel nicht verschoben werden kann, obgleich sie sich so leicht in dem Muttergewinde dreht, daß sie ohne weiteres mit den Fingern ver­stellt werden kann. Ist die Spitze verbraucht, so wird sie einfach mit dem Dau­men und Zeigefinger erfaßt und durch die Drehung in entsprechendem Sinn aus dem Stiel um ein Stückchen herausgeschraubt.

Drehbleistift Drehbleistift

(Miniaturen anklicken, um die Ausschnitte vergrößert anzuzeigen)

Sollte sie beim Gebrauch so kurz abgebrochen oder durch Unvorsichtigkeit soweit hineingeschraubt sein, daß man sie nicht mehr mit den Fingern fassen kann, so kann man durch Anschneiden des Holzstieles in üblicher Weise mit dem Messer ein genügendes Stück freilegen.

Wer diese Idee hatte und ob ein solcher Stift jemals gefertigt wurde, lässt Buchwald leider offen, präsentiert aber noch andere, aufwändigere Umsetzungen dieses Konzepts. Diese seien jedoch für einen späteren Beitrag aufgehoben.

Nachtrag vom 25.8.11: Weiter geht es unter „Drehbleistift (2)”.

  1. Dieser Titel war wohl der erste deutschsprachige, der sich umfassend mit diesen Themen bechäftigt hat.

Batougol

Dienstag, 16. August 2011

Der Batougol1 im Sajangebirge nahe Irkutsk in Südsibirien dürfte jedem Bleistiftinteressier­ten ein Begriff sein, barg dieser Berg doch Graphit, der in seiner Qualität dem Cumberland-Graphit entsprach. Nach einem Zufallsfund des Kaufmanns Jean-Pierre Alibert begann 1847 der Abbau; 1856 sicherte sich A.W. Faber die Exklusivrechte an diesem schwarzen Gold. So erwähnen nicht nur viele Bücher über den Bleistift diese legendäre Grube, sondern auch die Fach­literatur zum Graphit wie z. B. der Titel von Ing. Anfred Haenig. Letzterer ist inzwi­schen gemeinfrei, und so freue ich mich, hier Scans zeigen und zum Download anbie­ten zu können. Beginnen möchte ich mit vier Abbildungen, deren Ästhetik mich anspricht.

Batougol

Berg Batougol und die Straßen vom Meierhof zum Graphitbergwerk

Batougol

Das Graphitbergwerk im Sajanischen Gebirge (Ostsibirien2)

Batougol

Grubeneingang im Graphitbergwerk

Batougol

Hauptschacht des Graphitbergwerkes3

Eine Zip-Datei mit den Abbildungen in 600 dpi gibt es hier (ca. 60 MB). – Die obigen vier sowie zwei weitere Bilder finden sich auch in „La Mine de Graphite Sibérie découverte en 1847 par M. J.-P. Alibert: Comptes-rendus des Académies des Sociétés Savantes et des Journaux” (Imprimerie Poitevin 1865) bei Google Books. Als Quelle ist dort „Impr. de C. Dunzinger, Nuremberg” angegeben.

  1. Auch „Batugol”.
  2. Hier irrt Haenig.
  3. Die Ähnlichkeit zu diesem Bild ist natürlich verblüffend.

Der Graphit

Samstag, 6. August 2011

Immer auf der Suche nach technik- und kulturgeschichtlichen Aspekten des Bleistifts hatte ich kürzlich das Glück, meine kleine Quellensammlung um gleich drei historische Fachbücher über den Graphit erweitern zu können:

  • Donath, Eduard: Der Graphit. Eine chemisch-technische Monographie (Franz Deuticke 1904)
  • Haenig, Alfred: Der Graphit. Eine technische Monographie (A. Hartleben's Verlag 1910)
  • Ryschkewitsch, Dr. Eugen: Graphit. Charakteristik, Erzeugung, Verarbeitung und Verwendung (S. Hirzel 1926)

Alle drei behandeln auch den Bleistift, doch das für mich interessanteste ist das zweite, aus dem hier der Haupttitel und einige bemer­kenswerte Details wiedergegeben seien.

Der Graphit

So schreibt Haenig zur Alibert-Mine, dass man erst 300 Tonnen mittelmäßigen Graphits ab­bauen musste, bis man an das Lager des „besten und reinsten Graphits” stieß; acht Jahre unermüdliche Arbeit und ein Kapital von einer Million Francs seien dazu nötig gewesen. – Als einzige mir bekannte Quelle nennt Dr. Eugen Ryschkewitsch in „Graphit” den Kosaken­offizier Tscherepanoff als Entdecker und Verkäufer dieser Mine.

Haenig:

Zwar finden wir in den Kirchenbüchern des Dorfes Stein (unweit Nürnberg) bereits im Jahre 1726 bei Gelegenheit der Verehelichungsanzeigen auch „Bleistiftmacher”, etwas später auch „Bleiweißschneider” und „Bleiweiß­schneiderinnen” verzeichnet, doch kam diese damalige Verfertigung von Bleistiften nicht über den Rahmen eines Handwerksbetriebs hinaus und konnte schon deshalb gar nicht daran denken, der englischen Fabrikation erfolgreich Konkurrenz zu machen. Erst als dann die bayerische Regierung auf diesen Industriezweig aufmerksam wurde und, um ihn zu fördern, im Jahre 1766 bereits dem Grafen von Kronsfeld die landesherrliche Bewilligung zur Errichtung einer Bleistiftfabrik verlieh, schien ein wirklicher Anfang für fabriksmäßige Herstellung gemacht zu sein. Indessen blieb doch diese Fabrikation, da es an Material, an Erfahrung und Absatz gebrach, zu unbedeutend, so daß die Bleistiftmacherei in der 1777 erschienenen Technologie von Beckmann zur oberflächlich Erwähnung findet. Die Regierung in Bayern sah sich daher sehr bald wieder veranlaßt, hier fördernd einzugreifen und errichtet im Jahre 1816 eine königliche Bleistiftfabrik in Obernzell (Hafnerzell), in der nunmehr nach dem damals neuen französischen Verfahren gearbeitet wurde, in dem man Ton als Bindemittel des Graphits verwendete.
Sobald diese Fabrik aber in Gang war, suchte die Regierung sie, wie von vornherein auch beabsichtigt, in Privathände übergehen zu lassen. Dieses Etablissement existiert auch heute noch und gehört einem Regensburger Fabrikanten.

Von Graphit Kropfmühl konnte ich kürzlich erfahren, dass lediglich 5% des Graphits in Blei­stiften landet. Haenig nennt die gleiche Größenordnung:

Wie gering aber dieser Materialverbrauch trotz der heutigen Massenfabrikation von Bleistiften sich tatsächlich stellt, geht daraus hervor, daß noch nicht 4% der gesamten Graphitproduktion für die Bleistiftfabrikation verbraucht werden.

Auch zum Holz hat Haenig ein weniger bekanntes Detail:

Inzwischen hat aber die Firma A.W. Faber Versuche angestellt, diesen virgini­schen Wacholder auch in Deutschland anzubauen und ist es ihr auch geglückt, aus Samen, die sie direkt aus Florida, von woher bekanntlich alles Zedernholz bisher für die Bleistiftfabrikation bezogen wurde, kommen ließ, auf ihrem Mustergut 5000 Pflanzen zu ziehen und auszupflanzen.

Bei dieser Gelegenheit sei Erhard Sattman aus seinem Buch „Vom Faustkeil zum Bleistift” (1953) zitiert:

Interessant ist auch der Versuch, der in der Mitte der Siebziger Jahre von Lothar von Faber vorgenommen wurde, die Juniperus virginiana L. als Waldbaum in Deutschland heimisch zu machen. Zwischen Stein und Nürnberg wurde ein ca. 6 ha großer Acker angepflanzt. Die Pflanzen, die aus amerikanischem Samen gezogen wurden, überstanden sogar die außergewöhnlich strengen Winter 1879/1880 und 1880/81 überraschend gut, trotzdem in der Umgebung an anderen Bäumen und Pflanzen großer Schaden angerichtet wurde. Nachdem dieser Zedernwald, der übrigens der einzige seiner Art nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt war – da der Baum selbst in seiner Heimat nur vereinzelt auftritt –, fast 70 Jahre allen Witterungseinflüssen standgehalten und sich gut entwickelt hatte, fiel er im Jahre 1946 der Brennstoffknappheit zum Opfer. Die in der Umgebung ansässige Bevölkerung hatte den Wald bis auf ein Drittel seines ursprünglichen Bestandes abgeholzt. Der Rest wurde eingeschla­gen und fand für die Bleistiftherstellung Verwendung. Es zeigte sich aber, daß dieses Holz infolge seines langsamen Wuchses zu dicht und dadurch viel zu fest war und dem fremdländischen Zedernholz an Qualität nicht gleich kam.

Es gibt immer noch etwas zu entdecken!

Nachtrag vom 8.8.11: Mehr Details zum und Bilder vom Zedernwald gibt es in „Schwan­berg and the Pencil Cedar” im Weblog „Bleistift”.

Kunst und Konstruktion

Samstag, 10. Juli 2010

Die Ästhetik der technischen Zeichnung begeistert mich mindestens ebenso wie die früher dafür benutzten Utensilien, und so greife ich mir jedes Buch zur Geschichte dieser Kunst, das ich bekommen kann. Nach „The Art of the Engineer” fielen mir kürzlich zwei weitere in die Hände, und zwar „Zirkel und Lineal. Kulturgeschichte des konstruktiven Zeichnens” von Jörg Sellenriek (1987) sowie „Kulturgeschichte des technischen Zeichnens” von Alois Ne­doluha (1960).

Kunst und Konstruktion

Beide Bücher sind sehr interessant aufgemacht und versprechen eine spannende Lektüre zu werden. Bereits ihre äußere Gestaltung erfreut mich: Die Konstruktion einer Sonnenuhr von Albrecht Dürer aus „Underweysung der Messung, mit dem Zirckel und Richtscheyt” (1525) schmückt den Leineneinband des ersten Titels und die stilisierte Darstellung eines Zeichenkopfes nebst dessen Führung den des zweiten.

Kunst und Konstruktion

Solche Details finde ich einfach klasse.

Nachtrag vom 17.10.10: Ein Ausschnitt des Leineneinbands von „The Art of Mechanical Drawing – A Practical Course for Drafting and Design” (William F. Willard, Popular Mechanics 1912, Neuauflage Hearst Books 2009).

Kunst und Konstruktion

Kulturtechnik

Sonntag, 10. Januar 2010

Der stets scharfsichtige zonebattler beweist erneut ein waches Auge für nützliche Technik mit außerordentlich hohem Gebrauchswert und präsentiert allen Freunden des gedruckten Wortes eine überaus komfortable Lösung zur raschen Abarbeitung des Stapels teil- und nicht gelesener Lektüre. Sensationell!

Ein besserer Bleistift

Sonntag, 22. November 2009

Die interessante Geschichte der Schreibgeräte und ihres Gebrauchs aus dem Blickwinkel der digitalen Revolution präsentiert Dennis Baron in seinem Buch „A Better Pencil: Readers, Writers, and the Digital Revolution”, erschienen vor wenigen Wochen bei Oxford University Press.

Parallel zur technischen Entwicklung von den Anfängen der Schrift bis hin zur schriftlichen Kommunikation über das Internet beschreibt Baron auch die Ängste und Widerstände, die jede Neuerung begleitet haben, selbst wenn sie so klein waren wie z. B. der Radiergummi am Ende des Bleistifts. So warnte Plato 500 v. Chr. davor, dass die Verschriftlichung das Erinnerungsvermögen beeinträchtigt, der als „Unabomber” bekannte Ted Kaczynski sorgte 18 Jahre lang für Terror gegen diejenigen, die er für die von ihm verhasste, technisierte Welt verantwortlich hielt, und der Neo-Luddit Kirkpatrick Sale zertrümmerte 1995 in bester Tradition vor großem Publikum einen Computer. Plato jedoch betrachtete die Schrift nur als Merkhilfe, nicht als Mittel der Verständigung, und Ted Kaczynski ließ sein Manifest durch eine große Zeitung verkünden und bediente sich somit dessen, was er bekämpfte.

Teilnehmer eines Kurses des Autors schrieben in Knetmasse und konnten so die Arbeit derjenigen nachempfinden, die 4000 Jahre zuvor ihre Zeichen in Lehm einbrachten; die dabei auftretenden Probleme sowie die (nicht nur hier angesprochene) Wechselwirkungen zwischen Werkzeug, Form und Inhalt legt Baron ebenso lebendig dar wie die wechselvolle und sehr holprige Entwicklung der computergestützten Textverarbeitung, bei der man erst recht spät an den Nutzer als Schreiber dachte.

Das Kapitel über den Bleistift hält u. a. bemerkenswerte Details über Henry David Thoreau parat, und ein anderes schaut auf unsere Mittel und Wege, erst handschriftlichem, dann gedrucktem und schließlich computergeneriertem Text zu vertrauen. – Die negative, gar apokalyptische Sicht auf E-Mail, Instant Messaging, Facebook und ähnlichem teilt der Autor nicht, ist sich aber der problematischen Aspekte dieser Techniken durchaus bewusst. Der Befürchtung, diese würden das Ende der Sprache, der Kommunikationskünste, der sozialen Beziehungen und damit letztendlich das der Zivilisation bedeuten, hält er Entwicklungen wie solche, die zu einer „Netiquette” führten, entgegen.

Der analytische und humorvolle Stil des sehr kundigen Autors, der immer wieder plausible Argumente gegen den romantisierenden, verklärenden Umgang mit alter Technik anführt, gefällt mir ausgemacht gut, auch wenn ich als zuweilen irrationaler Bleistift-Nutzer, Freund des Transzendenten und latenter Luddit seine Ansichten nicht durchgehend teile.

Das gebundene Buch enthält zahlreiche, z. T. ungewöhnliche Schwarzweiß-Abbildungen, ein umfangreiches Literaturverzeichnis sowie ein Register und kostet knapp 18 Euro.

Danke an Viola für den Hinweis auf „A Better Pencil”!

Der Bleistift im Buch

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Bereits seit längerem habe ich eine Literaturliste zu Bleistiften und dem ganzen Drumherum in Arbeit, wobei ich mir die Freiheit genommen habe, das Spektrum recht weit zu fassen. Nun bin ich in meinem jugendlichen Leichtsinn davon ausgegangen, die einzelnen Titel die­ser Liste mit überschaubarem Zeitaufwand detailliert kommentieren zu können, auf dass meine werte Leserschaft möglichst viel von ihr profitiere – doch weit gefehlt: Bis jetzt ist es mir noch nicht einmal gelungen, alle aufgeführten Bücher vollständig zu lesen, so dass an eine Kommentierung, erst recht an eine gründliche, in absehbarer Zeit nicht zu denken ist.

Damit diese Aufstellung nicht länger als digitaler Entwurf im Verborgenen ruht, gebe ich sie mit nur knappen und lückenhaften Anmerkungen heraus. Wer Fragen zu den Titeln hat, möge diese in einem Kommentar stellen. – Die Liste werde ich kontinuierlich pflegen; über Ergänzungen und Korrekturen freue ich mich.

Die mit der letzten Überarbeitung hinzugekommenen Titel sind rot hervorgehoben.

  • Baron, Dennis: A Better Pencil. Readers, Writers and the Digital Revolution (Oxford University Press 2009)
    Dieses Buch betrachtet den Einfluss der digitalen Revolution auf das Lesen und Schreiben, die Geschichte unseres Gebrauchs von Schreibgeräten und die Rolle des Computers in der Technikgeschichte der Schreibwerkzeuge. Mit einem Kapitel über den Bleistift. – Eine Besprechung findet sich hier.
  • Bauernfeind, Martina: 150 Jahre Schwanhäußer in Nürnberg. Der Grundbesitz der Familie im Stadtteil Gärten hinter der Veste und Umgebung (Hg.: Schwanhäußer Grundbesitz Holding GmbH & Co., 2005)
    Geschichte der Familie, ihrer Immobilienaktivitäten und der industriellen Entwicklung.
  • Baynes, Ken; Pugh, Francis: The Art of the Engineer (Lutterworth Press 1981)
    Auch wenn hier nichts über Bleistifte zu lesen ist, so erzählt dieses exzellente Buch doch von historischen Zeichenbüros und zeigt unzählige Beispiele. – Eine kurze Besprechung gibt es hier.
  • Bischoff, Johannes: Zur Familiengeschichte Alt-Nürnberger Bleistiftmacher (Gesellschaft für Familienforschung in Franken 1939)
    Erschienen in der Reihe „Familiengeschichtliche Schriften” und gedacht als Beitrag zur Frühgeschichte der Nürnberger Bleistiftindustrie bietet dieses Büchlein auf über 60 Seiten auch Erklärungen alter Berufsbezeichnungen und ein Ortsregister.
  • Booker, Peter Jeffrey: History of Engineering Drawing (Chatto & Windus 1963)
    Eng verknüpft mit der Geschichte des Bleistifts ist die des Technischen Zeichnens. – Das Werk erschien 1979 in einer zweiten Auflage.
  • Bruce, Harry: Page Fright. Foibles and Fetishes of Famous Writers (Emblem 2010)
    Mit dem Kapitel „The Properly Pointed, Perfectly Portable Pencil” über den Bleistift in der Hand berühmter Schriftsteller.
  • Buchwald, August: Bleistifte, Farbstifte, farbige Kreiden und Pastellstifte, Aquarell­farben, Tusche und ihre Herstellung nach bewährten Verfahren (A. Hartleben's Verlag 1904)
    Das erste deutschsprachige Buch, das sich umfassend und sehr detailliert diesen Themen widmet.
  • Cobb, Vicky: The Secret Life of School Supplies (J.B. Lippincott 1981)
    Dieses von Bill Morrison humorvoll illustrierte Buch für Kinder und Jugendliche erklärt anschaulich die wissenschaftlichen und technischen Hintergründe von Papier, Tinte, Bleistiften, Kreide, Klebstoffen und Radierern. Zahlreiche Anleitungen zum Selber­machen regen zum Experimentieren und Entdecken an.
  • Cornfeld, Betty; Edwards, Owen: Quintessenz. Die schönen Dinge des Lebens (Popa-Verlag 1984)
    Mit einem Beitrag zum Eberhard Faber Mongol 486 Nr. 2.
  • Dingwerth, Leonhard: Kleine Anspitzer-Fibel. Von den Anfängen bis 1960 (Verlag Dingwerth 2008)
    Unzählige, oft ausführlich kommentierte Abbildungen von Spitzern, meist aus Anzeigen, illustrieren Geschichte und Vielfalt dieses unverzichtbaren Zubehörs.
  • Dirks, Paul; Kessels, Toon: Potloden & Puntenslipers (Pictures Publishers 2012)
    Die 128 durchgehend farbigen Seiten präsentieren historische Stücke aus Paul Dirks' Sammlung auf sehr geschmackvolle Weise. – Hier gibt es eine kurze Besprechung.
  • Donath, Eduard: Der Graphit. Eine chemisch-technische Monographie (Franz Deuticke, 1904)
    Ein weiteres Fachbuch, das auf 22 Seiten mit zehn Illustrationen die Bleistiftherstellung beschreibt.
  • du – Die Zeitschrift der Kultur, Heft Nr. 730, Oktober 2002
    Robert Walser: Aus dem Bleistiftgebiet. Mit einer kurzen Geschichte des Bleistifts sowie der Unternehmen Faber-Castell und Caran d'Ache, Stimmen einiger Künstler und Blei­stiftskizzen.
  • Emmert-Sinzinger, Ralph; Murko, Matthias: Ein Stift geht um die Welt – Nürnberger Bleistiftgeschichte (Museum Industriekultur Nürnberg 2001)
    Katalog zur gleichnamigen Ausstellung.
  • Endres, Rudolf; Fleischmann, Martina: Nürnbergs Weg in die Moderne. Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert (Verlag W. Tümmels 1996)
    Mit vielen Details zur Bleistiftindustrie Nürnbergs.
  • Eule, Wilhelm: Mit Stift und Feder. Kleine Kulturgeschichte der Schreib- und Zeichenwerkzeuge (Fachbuchverlag Leipzig 1955)
    Besonders beeindruckt hat mich hier die hohe Wertschätzung, mit der der Autor von den Menschen hinter und an den Schreibgeräten spricht.
  • Faber-Castell AG (Hg.): Die Unternehmensgeschichte (2011, online/PDF)
  • Faber-Castell AG (Hg.): Im Galopp durch die Bleistiftgeschichte (2004, online/PDF)
  • Faber-Castell AG (Hg.): Zum Jubiläum 1761-2011 (Kendl + Weissbach 2011)
    Großformatiges, reich bebildertes Magazin zum 250. Firmenjubiläum.
  • Faber-Castell since 1761 (Colection Rolf Heye 2013)
    Eine Unternehmens- und Familiengeschichte der Bleistiftdynastie. – Hier gibt es eine kurze Besprechung.
  • Feldhaus, Franz Maria: Geschichte des Technischen Zeichnens (Hg.: Franz Kuhlmann KG, 1. Aufl. 1953, 2. Aufl. 1959, 3. Aufl. 1967)
    Eines der wenigen deutschsprachigen Bücher zu diesem Thema.
  • Fererri, Marco (Hg.): Pencils (Mostre Georgetti 1996)
    Grandioser Katalog zu einer Ausstellung, die 1996/1997 in Mailand stattfand, mit einer Fülle an fantastischen Fotos.
  • Ferguson, Eugene S.: Das innere Auge. Von der Kunst des Ingenieurs (Birkhäuser 1993)
    Geht auch auf die Entwicklung des Technischen Zeichnens ein.
  • Franzke, Jürgen (Hg.): Das Bleistiftschloß. Familie und Unternehmen Faber-Castell in Stein (Heinrich Hugendubel Verlag 1986)
    Katalog zur Ausstellung anlässlich des 225-jährigen Bestehens des Unternehmens Faber-Castell.
  • French, Thomas E.: Engineering Drawing (McGraw-Hill, 6. Auflage 1941)
    Die alten Ausgaben dieses klassischen Lehrbuchs sagen einiges zum Gebrauch des Bleistifts für das Technische Zeichnen, so z. B. zum Spitzen.
  • Garenfeld, Barbro: Das große Buch der Schreibgeräte (H. F. Ullmann 2010)
    Das dreisprachige und reich illustrierte Buch ist sehr schön gemacht, wird aber dem Anspruch, einen umfassenden Überblick über die Geschichte und Entwicklung der Schreibgeräte zu bieten, leider nicht gerecht (so ist z. B. das Kapitel zum Bleistift sehr kurz). Auch die Aussage, „alle relevanten Hersteller” zu präsentieren, ist nicht richtig, da z. B. STAEDTLER fehlt – zumindest die Erwähnung der Füllhalter dieses Herstellers wäre in diesem Buch, das sich hautpsächlich an die Liebhaber von Tinten­schreibgeräten richtet, angebracht gewesen.
  • Geyer, Dietmar: Collecting Writing Instruments (Schiffer Publishing 1990)
    Auch wenn sich dieser mit Fotos, technischen Darstellungen, Katalogseiten und Anzei­gen reich illustrierte Titel hauptsächlich an die Sammler von Tintenschreibgeräten rich­tet, so enthält er doch auch ansprechend aufbereitete Informationen zur Geschichte und Herstellung des Bleistifts. – Mit Portraits der Firmen Faber-Castell, J.S. Staedtler und Schwan-Stabilo sowie einem Abschnitt zum Bleistift in der Literatur.
  • Haenig, Alfred: Der Graphit. Eine technische Monographie (A. Hartleben's Verlag 1910)
    Auch dieses Fachbuch beschreibt die Bleistiftherstellung und nennt auf 21 Seiten viele technische und geschichtliche Details mit Quellen und Abbildungen.
  • Hambly, Maya: Drawing Instruments 1580-1980 (Sotheby's Publications 1988)
    Über 200 Seiten mit zahlreichen, zum Teil farbigen Abbildungen illustrieren die Geschichte der Zeichengeräte, aber auch ihrer Schöpfer, aus vier Jahrhunderten.
  • Heine, Hugo: Der technische Zeichenbedarf. Eine Warenkunde mit arbeitstechnischen Hinweisen (rotring-Werke/Georg Westermann 1978)
    Herausgegeben von einem Hersteller hochwertiger Schreib- und Zeichengeräte anlässlich seines 50-jährigen Bestehens und einem renommierten Schulbuch-Verlag richtet sich dieses Nachschlagewerk sowohl an Berufsanfänger als auch an Fach­verkäufer. Neben konkreten Informationen zur Zeichenaustattung und ihrem Einsatz bietet es auch geschichtliche sowie fertigungstechnische Details; ein kurzer, aber informativer Abschnitt ist Blei- und Farbstiften gewidmet.
  • Henderson, Bill (Hg.): Minutes of the Lead Pencil Club (Pushcart Press 1996)
    Kein Buch über Bleistifte, sondern – so der Untertitel – „Letters, essays, cartoons, and commentary on how and why to live contraption-free in a computer-crazed world”, beigesteuert von Mitgliedern eines Clubs, der sich den Bleistift als Zeichen gegeben hat; etliche Beiträge befassen sich mit diesem Schreibgerät.
  • Huber, Jürg-Peter: Griffel, Feder, Bildschirmstift. Eine Kulturgeschichte der Schreibgeräte (AT Verlag 1985)
    Mit vielen Abbildungen, darunter auch Reproduktionen von Katalogseiten, aber insgesamt recht nüchtern geschrieben.
  • ISZ (Industrieverband Schreiben, Zeichnen, Kreatives Gestalten e.V.): Welchen Spitzer für welchen Stift? (3. Auflage 2006)
    Diese kleine, in deutsch und englisch erhältliche Broschüre informiert über Qualitäts­kriterien, Geometrie und den richtigen Einsatz von Spitzern für Blei- und Farbstifte.
  • Jegel, Dr. Alfred: Die wirtschaftliche Entwicklung von Nürnberg-Fürth, Stein und des Nürnberger Raumes seit 1806 mit Berücksichtigung des allgemeinen Geschehens (Verlag Lorenz Spindler 1952)
    Das oft genannte Buch macht auf 24 Seiten detallierte Angaben zur Geschichte der Bleistiftherstellung im Raum Nürnberg.
  • Jensen, Gotthard B.: Schreibgeräte, unter besonderer Berücksichtigung von Schülerschreibgeräten. Historische Entwicklung und kulturethologische Verlaufsformen dieser Entwicklung (aufgezeigt an Kielfeder, Schiefergriffel und -tafel, Bleistift, Stahlfeder mit Halter und Füllfederhalter) (2004)
    Inaugural-Dissertation in der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
  • Klöffler, Dr. Martin: … nie wieder einer lieblichen Hand fähig. Zeichentechnik beim Militär ca. 1750-1820 (PDF)
  • Kreuzer, Dr. Rudolf: Meine Ziele. Ein Unternehmerschicksal in bewegter Zeit (Verlag Moderne Industrie 1967)
    Dr. Rudolf Kreuzer war Mitinhaber und Leiter von STAEDTLER und zog anlässlich seines 80. Geburtstags in diesem Buch eine Bilanz seines Lebens.
  • Krichbaum, Jörg: Made in Germany (dtv 1997)
    In diesem Buch, das 100 bekannte deutsche Markenprodukte präsentiert, erfährt der Bleistift-Klassiker Faber-Castell 9000 eine kurze, aber detallierte Würdigung.
  • Lefebure, Molly: Cumberland Heritage (Victor Gollancz 1970)
    Ein Kapitel dieses Buches zur Geschichte dieser Region im Nordwesten Englands widmet sich dem Graphit, der zuerst in der Grube zu Borrowdale bei Keswick in Cumberland gefunden wurde.
  • Linscheid, Friedrich E.: Werkzeuge des Geistes (Carinthia 1994)
    Das Kapitel über den Bleistift ist zwar recht kurz, enthält aber interessante und nicht überall zu findende Details.
  • LYRA (Hg.): Gedenkschrift anläßlich des 100jähr. Bestehens der LYRA-Bleistiftfabrik Nürnberg (1906)
    70-seitige Festschrift im prächtigen Jugendstil-Design zum 100-jährigen Jubiläum des Unternehmens mit farbigen und Schwarzweiß-Abbildungen sowie Details zur Geschichte und Technik des Bleistifts.
  • LYRA (Hg.): Meilensteine. 150 Jahre Lyra-Orlow (Daco-Verlag 1956)
    Inklusive einer Darstellung des kompletten (?) damaligen Sortiments mit vielen Schwarzweiß- und Farbbildern.
  • Moist, Kevin M.; Banash, David (Hg.): Contemporary Collecting – Objects, Practices and the Fate of Things (Scarecrow Press 2013)
    Mit einem Abschnitt zum Eberhard Faber Blackwing 602 und Zitaten aus dem Artikel „No Ordinary Pencil: A Portrait of the Eberhard Faber Blackwing 602″.
  • Museum für Gestaltung Zürich (Hg.): Unbekannt – Vertraut. „Anonymes” Design im Schweizer Gebrauchsgerät seit 1920. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung (Reihe Schweizer Design-Pioniere 4, 1987)
    Ein Kapitel dieses Buches beschäftigt sich detalliert mit Caran d'Ache sowie dem Fixpencil und ein anderes mit dem Gedess-Minenschärfer.
  • N.N.: Dr. Rudolf Kreutzer – 75 Jahre Leben und Lernen, 57 Jahre Werken und Wirken (Die Leistung, Heft 95, Jahrgang 12; Daco-Verlag 1962)
    Dr. Rudolf Kreuzer, ab 1905 Mitarbeiter von J.S. STAEDTLER und ab 1911 Teilhaber, wurde am 29. Mai 1962 75 Jahre alt; ihm war diese Ausgabe der Zeitschrift „Die Leistung” gewidmet. Neben seiner Geschichte und der des Unternehmens vermittelt das Heft Einblicke in Entwicklung, Fertigung sowie Vertrieb und stellt ausgewählte Produkte der damaligen Zeit vor.
  • Nagler, Dr. phil. Josef: Die keramische Bleistiftmine. Zum 200. Geburtstag von Joseph Hardtmuth. In: Blätter für Technikgeschichte, Heft 20, Technisches Museum Wien (Hg.) (Springer 1958)
    Portrait des ehemaligen Baumeisters Joseph Hardtmuth, dem hier die Erfindung der Graphit-Ton-Mine zugesprochen wird, mit Details zur Fertigung nicht nur von Bleistiften und seiner Fabrik, die unter seinen Söhnen Ludwig und Carl sowie seinem Enkel Franz unter dem Namen „Koh-I-Noor” zu Weltruhm gelangte.
  • Nelms, Henning: Thinking with a Pencil (Gramery Pubslishing Company 1985)
    Ein großartiges Handbuch zur Visualisierung mit 692 Illustrationen auf 347 Seiten.
  • Nitzke-Dürr, Juliane: Lothar Freiherr von Faber (Ullstein 1999)
    Die Familien- und Unternehmengeschichte von 1758 bis 1998.
  • Petroski, Henry: Der Bleistift (Birkhäuser 1995)
    Der Klassiker.
  • Petroski, Henry: Invention by Design. How Engineers Get From Thought To Thing (Harvard University Press 1996, 5. Aufl. 2000)
    Im Kapitel „Pencil Points and Analysis” schaut Petroski auf abbrechende Bleistiftspitzen und fragt, was sie uns über die Festigkeit von Materialien und das Vorgehen des Inge­nieurs beim Lösen von Problemen sagen. Besonders interessant finde ich die Erklärung dafür, dass die Bruchfläche nicht senkrecht zur Minenachse, sondern in einem Winkel zu ihr verläuft sowie die geschichtlichen Details zur Verbesserung der Verleimung von Mine und Holz.
  • Piedmont-Pallatino, Susan C. (Hg.): Tools of the Imagination (Princeton Architectural Press 2007)
    Zeichengeräte und -tätigkeit der Architekten aus über 250 Jahren. – Der Essay „The Lead Pencil: Lever of the Architect's Imagination” von Paul Emmons in diesem Buch befasst sich ausschließlich mit dem Bleistift.
  • Rees, David: Die Kunst, einen Bleistift zu spitzen (Walde + Graf bei Metrolit, 2013)
    Deutsche Ausgabe von „How to Sharpen Pencils”.
  • Rees, David: How to Sharpen Pencils (Melville House 2012)
    Ein gleichermaßen unterhaltsames wie auch informatives, aber nicht durchgehend sehr gutes Buch des als „Artisanal Pencil Sharpener” bekannt gewordenen Künstlers.
  • Renk, Rudolf: Technisch Zeichnen (Faber-Castell/Nathan International 1984)
    Dieses kleine Büchlein zeigt ausschließlich und detalliert Produkte von Faber-Castell.
  • Ryschkewitsch, Dr. Eugen: Graphit. Charakteristik, Erzeugung, Verarbeitung und Verwendung (S. Hirzel 1926)
    Dieses Fachbuch geht auch auf die Bleistiftherstellung ein und nennt auf acht Seiten interessante technische Details.
  • Sattmann, Erhard: Vom Faustkeil zum Bleistift. Eine Kulturgeschichte der Schreibwerkzeuge (Verlag Peter Basten 1949)
    Das gut 60-seitige und mit Zeichnungen sowie Schwarzweiß-Fotografien illustrierte Büchlein zeigt Bekanntes, wartet aber auch mit zahlreichen bemerkenswerten Details auf, die ich bisher in noch keinem anderen Buch finden konnte. – Interessant sind auch das Vorwort „Deutsche Bleistift-Industrie mit Wiederaufbau nach 1945″ von Ludwig Kornegger, dem damaligen Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Bleistift-Industrie, sowie die Anzeigen (vermutlich der Sponsoren) am Ende des Buches.
  • Schillinger, Dr. Klaus (Bearbeitung): Zeicheninstrumente (Katalog). Staatlicher Mathematisch-Physikalischer Salon Dresden (1990)
    Zeicheninstrumente und Zubehör des 16. bis 19. Jahrhunderts. 32 Tafeln, davon die Hälfte farbig, mit ausführlicher Beschreibung sowie technische und geschichtliche Details mit Notizen zum Bleistift.
  • Schröder, Max (Hg.): Firmenmonografie zur A.W. Faber Bleistiftfabrik AG Stein bei Nürnberg. Internationale Industrie-Bibliothek, 56. Band, 10. Jahrgang 1934 (Verlag Max Schröder, Berlin)
    42 Seiten mit zahlreichen Schwarzweiß-Abbildungen. Mit den Kapiteln „Der Bleistift – eine kleine Kulturgeschichte” und „Das Geroldsgrüner Werk und seine Rechenstäbe”. – Ein Detail des Titels gibt es hier zu sehen.
  • Scott-Scott, Michael: Drawing Instruments (Shire Publications 1986)
    Mehr eine Broschüre als ein Buch, aber trotzdem anschaffens- und lesenswert. – Der Autor ist Sammler.
  • Schwan Bleistift-Fabrik: Chronik der Schwan-Bleistift-Fabrik Schwanhäußer & Co. in Nürnberg und ihrer Tochterwerke in Wien und Weißenburg von ihrer Gründung 1855 an (Eigenverlag 1962)
  • Schwan-STABILO (Hg.): 125 Jahre Schwan-STABILO. Der Weg eines mittelständischen Familienunternehmens (Intensiv-Werbung GmbH 1980)
    Luxuriöse, 32-seitige, reich bebilderte und durchgehend farbige Broschüre mit vielen Ausklappseiten und viersprachigem Text: eingelegt ist eine 24-seitige, illustrierte Firmenchronik in deutscher Sprache und mit geprägtem Titel.
  • Schwanhäußer Industrie Holding (Hg.): Millions of Colours – One World. 150 Years of Schwan-STABILO. Eine Unternehmensgeschichte im Zeichen des Schwans (2005)
    Ein hervorragendes Firmenportrait, dessen Inhalt und Aufmachung von höchster Qualität ist. – Der Titel erschien außer in Deutsch noch in Englisch und Französisch.
  • Schwanhäußer, Dr. Eduard: Die Nürnberger Bleistiftindustrie und ihre Arbeiter in Vergangenheit und Gegenwart (Schrag-Verlag 1895)
    Buchveröffentlichung der 1893 an der Universität Greifswald eingereichten Inauguraldissertation des älteren der beiden Söhne des Firmengründers Gustav Adam Schwanhäußer; er und sein Bruder August übernahmen 1908 die Leitung des Unternehmens.
  • Seiler, Dr. Karl (Hg.): Das Wirtschaftsleben der Stadt Nürnberg von 1050–1950
    Mit Monografien der Firmen A.W. Faber, Bleistiftmaschinen-Fabrik Fr. Erhardt, Glocken-Bleistift-Fabrik, H.C. Kurz, LYRA, Schwan und J.S. Staedtler.
  • J.S. Staedtler (Hg.): 275 Jahre Staedtler-Stifte 1662–1937 (J.S. Staedtler 1937)
    Das erste der beiden Kapitel dieses Buches, „Bleistifte schreiben Weltgeschichte”, behandelt die Geschichte der Schreib- und Zeichengeräte und stammt von Franz Maria Feldhaus; das zweite, verfasst von Wigo Weigand, beschreibt die Entstehung der Bleistifts bei Staedtler. Eine Übersicht der Produktvielfalt und Anwendungsbereiche sowie ein Quellenverzeichnis und ein Register runden das Buch ab. – Mit vielen, zum Teil ungewöhnlichen Abbildungen.
  • Sobtzyk, Gerd; Stöcker, Uwe; Georgi, Heike (Illustrationen): Die Geschichte von Bleistift, Radiergummi und Spitzer (ALWIS-Verlag 2007)
    Ein Kinderbuch mit sehr schönen Illustrationen, in dem ein Bleistift zusammen mit einem Radiergummi und einem Spitzer die Hauptrolle spielt.
  • J.S. Staedtler MARS-Bleistiftfabrik (Hg.): Der Staedtler-Stift. Seine vielseitige Verwendung, Geschichte und Herstellung (Verlag J.S. Staedtler Nürnberg, 1928)
    50-seitiges Büchlein mit vielen Farb- und Schwarzweiß-Zeichnungen sowie -Fotos.
  • Stationery Magazine Vol. 1 bis 10 (2005-2014)
    Ein jährlich von Herstellern und Händlern in Japan herausgegebenes, prächtiges Maga­zin. Fast durchgehend in Japanisch, doch die Anschaffung lohnt allein schon wegen der Fotos.
  • Stöwer, Dr. Ulrike: Woher kommt der „Bleistift”? (in: Tätigkeitsbericht der Arbeitsstelle Göttingen des Deutschen Wörterbuchs von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm 2009; PDF-Datei)
    Anmerkungen zur Etymologie des Wortes „Bleistift”.
  • Veley, Jonathan A.: The Catalogue of American Mechanical Pencils (Greyden Press 2011)
    Das knapp 180 Seiten umfassende Buch mit über 600 Farbfotos – das erste seiner Art – präsentiert unzählige mechanische Bleistifte von über 250 US-amerikanischen Herstel­lern, ihre Geschichte, Patente, Sammlerpreise, Details zum Sammeln und Restaurieren und vieles mehr. Es basiert auf der Sammlung des Autors.
  • von Sell, Philine: Made in Germany (Hatje Cantz 2008)
    Mit zwölf Fotos aus der Produktion von Faber-Castell.
  • Whalley, Joyce Irene: Writing Implements and Accessories. From the Roman Stylus to the Typewriter (David & Charles 1975)
  • 筆箱採集帳 ブング・ジャム (2009)
    Dieser sehr schöne Titel von Kidate Taku, Takabatake Masayuki und Tako Kabeuji zeigt 59 Mäppchen nebst deren Inhalt und ist aufgrund der Fotos auch für die der japani­schen Sprache Unkundigen (wie mich) eine lohnende Anschaffung. – Eine englische Besprechung mit ein paar Kostproben gibt es unter „A Collection of Pencil Cases” bei Dave's Mechanical Pencils.

Stand: 29.4.15


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