Monat: September 2009

Stift und Stil (2)

Vom japa­ni­schen Kunst­hand­wer­ker „Craft A“, der bereits Ver­län­ge­rer aus Acryl gefer­tigt hat, stammt die­se attrak­ti­ve Blei­stift­kap­pe mit Clip aus dem glei­chen Material.

Bleistiftkappe von„Craft A” aus Japan

Im Innern der 57 mm lan­gen und 11,5 mm dicken Kap­pe sorgt ein pfif­fig geform­tes Blech mit vier Federn für den siche­ren und scho­nen­den Halt auf dem Blei­stift. Die Wand­stär­ke ist mit 2 mm groß­zü­gig dimen­sio­niert, und der hemd­en­ta­schen­freund­li­che Clip sitzt fest.

Bleistiftkappe von„Craft A” aus Japan

Die in elf bun­ten Vari­an­ten ange­bo­te­ne Blei­stift­kap­pe ist bei Bun­do­ki für 1050 Yen (knapp 8 Euro) zu haben.

Kurz notiert

Notizbuch „Kompagnon” von Brunnen

Das Ange­bot eng­lisch­spra­chi­ger Blogs zu Notiz­bü­chern ist umfang­reich, doch das deut­sche immer noch recht über­schau­bar. Ein kürz­lich ent­deck­tes und (wie ich fin­de) lesens- und beob­ach­tens­wer­tes Web­log zu die­sem The­ma ist das Notiz­buch­blog, das sich seit einem knap­pen hal­ben Jahr auf viel­fäl­ti­ge und inter­es­san­te Wei­se mit den klei­nen, nicht immer schwar­zen Din­gern sowie deren Drum­her­um beschäf­tigt. Mir gefällt dabei auch, dass sich der Autor nicht auf die rei­ne Dar­stel­lung des Ange­bots beschränkt, son­dern wie z. B. in „Schrift­lich­keit hilft“ auch mal über den Notiz­buch­rand hin­aus­schaut. Empfehlenswert!

Flohmarkt-Fund

Auch wenn ich bei mecha­ni­schen Blei­stif­ten die Model­le mit Fein­mi­ne und Druck­me­cha­nik bevor­zu­ge, so bin ich doch ande­ren Vari­an­ten längst nicht abge­neigt. Die­ser Dreh­blei­stift unbe­kann­ten Fabri­kats kam mir auf einem Floh­markt im nie­der­län­di­schen Mid­del­burg unter die Augen und gleich in die Tasche, da mich sei­ne Gestal­tung, sein sehr guter Zustand und der attrak­ti­ve Preis sehr ange­spro­chen haben.

Flohmarkt-Fund

Er ist 86 mm kurz, 10 mm dick, gut 11 g leicht und arbei­tet mit 1,18-mm-Minen, die durch Dre­hen der metal­le­nen Spit­ze trans­por­tiert wer­den. Sei­ne gerin­ge Län­ge lässt ver­mu­ten, dass er für den mobi­len Gebrauch gedacht war. Wie „Mecha­ni­cal pen­cil lead dia­me­ters“ bei pen­cil talk infor­miert, waren Minen die­ses Durch­mes­sers bis in die 60er Jah­re der Stan­dard und kom­men auch heu­te noch zum Einsatz.

Flohmarkt-Fund

Ledig­lich 26 mm der Mine pas­sen in das Vor­der­teil und wer­den in die­sem durch eine 3,5 mm lan­ge, geschlitz­te Hül­se aus wei­chem Blech gehal­ten. Dies erscheint mir sehr wenig, und so kann ich trotz gründ­li­cher Rei­ni­gung einen Defekt nicht ganz aus­schlie­ßen. – Die Befül­lung des Stifts fin­det von vor­ne statt.

Flohmarkt-Fund

Der Dreh­blei­stift wur­de zusam­men mit einem unvoll­stän­dig gefüll­ten Papp­röhr­chen Minen des eng­li­schen Her­stel­lers Pla­ti­gnum ver­kauft; die­se haben den für den Stift not­wen­di­gen Durchmesser.

Flohmarkt-Fund

Bei dem Mate­ri­al des in dun­kel­rot und braun mar­mo­rier­ten Kor­pus mit einer Wand­stär­ke von etwa 2,5 mm und ohne jede erkenn­ba­re Mar­kie­rung könn­te es sich um Bake­lit han­deln. – Ein gut sit­zen­der Schraub­de­ckel aus Metall ver­schließt den für Reser­vemi­nen gedach­ten Hohl­raum des Stifts.

Flohmarkt-Fund

Ich habe über­haupt kei­ne Ahnung, wie alt die­se Schreib­uten­si­li­en sind. Kann viel­leicht mei­ne geschätz­te Leser­schaft etwas dazu sagen?

Nach­trag vom 8.9.09: Ein kun­di­ges Mit­glied des Foun­tain Pen Net­work geht davon aus, dass die­ser Dreh­blei­stift aus Gala­lith, einem halbsyn­the­ti­schen Werk­stoff auf der Basis von ent­fet­te­tem Casein, gefer­tigt wur­de. Ange­sichts des ein­fa­chen Auf­baus und der gro­ßen Wand­stär­ke kämen auch klei­ne­re Werk­stät­ten, die der­ar­ti­ges ab 1910 fer­ti­gen konn­ten, als Her­stel­ler des Stifts in Fra­ge. – Dan­ke an Tho­mas für die­se Informationen!

Stille Beobachter (33)

Bohle in einem Garten an der niederländischen Nordseeküste

Wis­send, wei­se und wohl­wol­lend wirkt die­ser stil­le Beob­ach­ter in dem klei­nen Gar­ten eines als Feri­en­do­mi­zil genutz­ten Fischer­häus­chens an der nie­der­län­di­schen Nord­see­küs­te. Wind und Wet­ter haben in sei­nem Ant­litz deut­li­che Spu­ren hin­ter­las­sen, und wer weiß, wel­che Won­nen und Wid­rig­kei­ten ihm schon wider­fah­ren sind und noch auf ihn warten.

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Markiges Marketing (6)

Reklamemarke von J.J. Rehbach

Für die Radier­gum­mis des Her­stel­lers J.J. Reh­bach, der von 1821 (damals noch unter dem Namen „Schlüssel-Bleistift-Fabrik J.J. Reh­bach“) bis Mit­te der 1970er Jah­re in Regens­burg ansäs­sig war, warb die­se 39 × 60 mm gro­ße und wohl etwa 80 Jah­re alte Reklamemarke.

Das Bild des Zei­chen­bü­ros (eines Archi­tek­ten?), das die­se Mar­ke ver­mit­telt, ist sicher stark ver­ein­facht und daher nicht ganz rea­lis­tisch. Ich hof­fe, dass es um die Ergo­no­mie die­ser Ar­beitsplätze etwas bes­ser bestellt war als abge­bil­det, denn die gezeig­te Hal­tung ist alles an­dere als der Gesund­heit des Rückens zuträglich.

Wie das her­vor­ra­gen­de Buch „Tools of the Ima­gi­na­ti­on: Drawing Tools and Tech­no­lo­gies from the Eigh­te­enth Cen­tu­ry to the Pre­sent“ in beein­dru­cken­der Wei­se zeigt, waren die Werk­zeu­ge und Tech­ni­ken zu der Zeit, als die­se Mar­ke ent­stand, weit­aus fort­schritt­li­cher als auf ihr dar­ge­stellt (wenn auch nicht über­all bekannt und ver­füg­bar). Der 124-seitige Band, her­aus­ge­ge­ben von Sus­an C. Piedmont-Palladino und erschie­nen 2007 bei Prince­ton Archi­tec­tu­ral Press, schließt an eine Aus­stel­lung mit dem glei­chen Titel an, die 2005 im Na­tional Buil­ding Muse­um in Washing­ton, D.C. zu sehen war und einen umfang­rei­chen Ein­blick in die Zei­chen­tä­tig­keit von Archi­tek­ten aus über 250 Jah­ren bot. – NB: Der Essay „The Lead Pen­cil: Lever of the Architect's Ima­gi­na­ti­on“ von Paul Emmons in die­sem Buch befasst sich aus­schließ­lich mit dem Bleistift.

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Gut beraten

Gut beraten

Ges­tern früh erfreu­te mich mei­ne Kol­le­gin G. mit einem Blei­stift, auf des­sen rotem Lack ein klu­ger Spruch von Mark Twain prangt:

Schrei­ben ist leicht, man muß nur die fal­schen Wör­ter weglassen.

Gibt es einen bes­se­ren Platz für die­sen nütz­li­chen Tipp eines Pro­fis als das Äuße­re eines Blei­stifts? (Natür­lich nicht.) Und wer beim all­zu eif­ri­gen Schrei­ben die fal­schen Wör­ter aus Ver­se­hen nicht weg­ge­las­sen hat, dem kommt der zum Stift gehö­ren­de und gleich­zei­tig als schüt­zen­de Kap­pe die­nen­de Radie­rer wirk­sam zur Hilfe.

Gut beraten

Vie­len Dank an G. für die­sen Bleistift!

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