Monat: März 2016

Granate 1903–1908

Auch im Archiv von Faber-Castell fin­det sich der Hand­spit­zer „Gra­nate“.

Granate 1903–1908

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In den Waren­ka­ta­lo­gen von A.W. Faber Ber­lin wur­den von 1903 bis 1907 unter dem Pro­duktnamen „Gra­nate“ der Blei­stift­spit­zer No. 1903 und der Farb­stift­spit­zer No. 1696 sowie Ersatz­mes­ser ange­bo­ten. – Der höhere Preis für den Farb­stift­spit­zer lässt mich ver­mu­ten, dass er ähn­lich die­ser Vari­ante von Möl­ler & Breit­scheid für dickere Stifte aus­ge­legt und da­her grö­ßer war.

Granate 1903–1908

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1908 bewarb ein fran­zö­si­scher Waren­ka­ta­log von A.W. Faber auf Seite 232 (!) die „Gra­nate“, dies­mal mit der Arti­kel­num­mer 4001.

Über den (oder die) Her­stel­ler die­ser Spit­zer hat das Archiv von Faber-Castell keine Infor­mationen. – Bereits ein paar Mal bin ich auf die 1953 gegrün­dete Fabrik für Fein­me­cha­nik und Elek­tro­tech­nik Her­mann Mel­lert (heute: Mel­lert SLT GmbH & Co. KG) auf­merk­sam gewor­den. Die­ses Unter­neh­men hat in den 1950er Jah­ren Mes­sing­spit­zer gefer­tigt und könnte daher auch die (spä­tere) „Gra­nate“ her­ge­stellt haben, doch lei­der gibt es im Unter­nehmen keine Doku­mente zur Spit­zer­fer­ti­gung mehr.

Granate 1903–1908

Es fällt übri­gens die bemer­kens­werte Ähn­lich­keit der bei­den Abbil­dun­gen auf (man be­achte u. a. die Dar­stel­lung der Refle­xio­nen auf Rän­del­schraube und Mes­ser); ich gehe da­von aus, dass bei­den Kata­log­ein­trä­gen die­selbe Illus­tra­tion zu Grunde lag.

Hier noch die Titel der zitier­ten Kataloge:

Granate 1903–1908

Granate 1903–1908

Danke an Faber-Castell für die Scans!

Granate 1892–1933

Bemer­kens­werte Details zur Geschichte des als „Gra­nate“ bekann­ten Hand­spit­zers fin­den sich im Early Office Museum, wo er ihn in der Rubrik „Small Pen­cil Shar­pe­ners“ als „Ame­ri­can Car­tridge Pen­cil Shar­pe­ner“ von Eber­hard Faber auf­ge­führt wird. Es heißt dort, eine Anzei­ge von 1892 habe damit gewor­ben, dass die­ser Mes­sing­spit­zer zuerst in Europa her­ge­stellt wor­den wäre. Eber­hard Faber habe ihn jedoch ver­bes­sert und ihn dann paten­tie­ren und in den USA fer­ti­gen las­sen. Wei­tere Anzei­gen für die­sen Spit­zer sol­len 1905, 1911 und 1933 erschie­nen sein. Eine Abbil­dung zeigt den Spit­zer mit der Prä­gung „E. Faber Pat. Appl’d.“1

Im sel­ben Jahr, so das Early Office Museum, soll eine Bespre­chung des „Stan­dard Pen­cil Shar­pe­ner“, her­ge­stellt von der Con­nec­ti­cut Mfg. Co., Hart­ford, mit einer ähn­li­chen Dar­stellung ver­öf­fent­licht wor­den sein. Das Unter­neh­men habe ange­ge­ben, dass die­ser Spit­zer, obwohl weit­ge­hend iden­tisch zu dem seit kur­zer Zeit erhält­li­chen, bes­ser gefer­tigt und in allen Belan­gen zufrie­den­stel­len­der sei. Ein gleich­ar­ti­ges Modell soll 1894 als „Peer­less Long Bevel Lead Pen­cil Shar­pe­ner“ bewor­ben wor­den sein.

Eine kurze Suche bei Google Books för­derte die­sen Ein­trag aus dem Kata­log von Mont­gomery Ward & Co. (1895) zutage:

Granate 1892–1933

Für mich sieht der „Peer­less“ wie eine Langkonus-Variante der Gra­nate aus. – Dem „Hand­buch für Papier und Büro­be­darf“ von 1949 zufolge kam die­ser Spit­zer vor etwa 60 Jah­ren, also um 1889 in den Han­del; die Anga­ben im Early Office Museum könn­ten dazu passen.

Nach­trag vom 9.5.17: Mehr zum „Peer­less“, der ver­mut­lich ein im Inland gefer­tig­tes Kon­kurrenzprodukt zur impor­tier­ten „Gra­nate“ war, gibt es unter „Gra­nate 1893“.

  1. Ein direk­ter Link ist lei­der nicht mög­lich. – Ich habe das Early Office Museum nach wei­te­ren Details zur Anzeige von 1892 gefragt, aber lei­der keine Ant­wort erhal­ten.
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