Mitsubishi

Kurz notiert

Kurz notiert

  • Mitsubishi/​uni Japan hat bereits Anfang Dezem­ber 2015 ange­kün­digt, die Pro­duk­tion des 1971 ein­ge­führ­ten Farb­stifts 7700 bis auf die Farbe Rot auf­grund man­geln­der Nach­frage Ende 2015 ein­zu­stel­len. Da die­ser in zwölf Far­ben erhält­li­che Stift bei japa­nischen Archi­tek­ten und Manga-​Zeichnern sehr beliebt ist, kam es zu Pro­tes­ten und Panik­käu­fen, wor­auf­hin Mitsu­bi­shi ein­ge­lenkt und zuge­sagt hat, neben Rot wei­ter­hin die Far­ben Hell­blau, Gelb­grün und Orange zu produzieren.
    Mitsubishi 7700
    (Aus dem Online-​Katalog 2016/​2017; die Web­site führt den 7700 nicht mehr auf.) – Danke an Sean für den Hinweis!
  • Erin­nert sich noch jemand an den Sprout-​Bleistift, des­sen Ende einen Samen ent­hielt und ein­ge­pflanzt wer­den konnte? „Das StartUp Sprout fei­ert unge­ahnte Erfolge mit sei­nem Blei­stift, aus dem eine Pflanze sprießt“ – Danke an Andreas Wein­ber­ger für den Hinweis!

Kurz notiert

  • Wer an alten Schreib­wa­ren und Büro­u­ten­si­lien Gefal­len fin­det, wird auch an den Fotos von @nrpq Freude haben. – Danke an Sola für den Hinweis!
  • Eine bemer­kens­werte Kom­bi­na­tion aus Hand- und Kur­bel­spit­zer ist der CARL CPS-​80.
  • Den Druck­blei­stift Pen­tel orenz, inzwi­schen in 0,2 und 0,3 mm erhält­lich, wird ab dem 26. Januar auch mit Metall­griff angeboten.
  • Von Mitsubishi/​uni Japan gibt es ab dem 25. Januar anläss­lich des 130-​jährigen Fir­men­ju­bi­lä­ums drei limi­tierte Bleistift-​Jubiläumssets, und zwar eines mit dem uni und zwei mit dem Hi-​uni; alle ent­hal­ten ein Notizbuch.

Spitzenleistung

Bei Espa­ce­net1 bin ich auf das Patent WO2014157731 (A1) („Mecha­ni­cal Pen­cil”) des japa­ni­schen Her­stel­lers Koto­buki & Co., Ltd.2 auf­merk­sam gewor­den. In der Zusam­men­fas­sung heißt es:

The pre­sent inven­tion pro­vi­des a mecha­ni­cal pen­cil that can rotate a lead by an appro­priate rota­tio­nal angle in accordance with the pres­sure applied to said mecha­ni­cal pencil.

Wenn ich das rich­tig ver­stehe, han­delt es sich hier um eine Vari­ante der Tech­nik, die beim Kuru Toga3 von Mitsu­bi­shi zum Ein­satz kommt. Die Mine in die­sem Druck­blei­stift wird nach jedem Papier­kon­takt leicht gedreht, um eine gleich­mä­ßige Abnut­zung zu erzie­len. Wäh­rend jedoch der Dreh­win­kel beim Kuru Toga kon­stant ist, so hängt er bei die­ser Erfin­dung vom Schreib­druck ab, d. h. die Mine wird um so mehr gedreht, je stär­ker der Druck ist4. – Diese Tech­nik ist nur bei sol­chen Schrift­s­y­te­men und Schreib­sti­len nütz­lich, bei denen der Stift oft ange­ho­ben und abge­setzt wird (also z. B. im Japa­ni­schen oder bei Druck­buch­sta­ben); bei der hier übli­chen Schreib­schrift kann er sein Poten­tial nicht voll ausspielen.

Spitzenleistung

Diese Zeich­nung aus dem Patent­do­ku­ment ist hier mehr Deko­ra­tion als Infor­ma­tion, denn bis auf die Zusam­men­fas­sung ist das Doku­ment auf Japa­nisch, so dass mir der genaue Blick auf die Funk­ti­ons­weise lei­der ver­wehrt bleibt.

  1. Eine kleine Ein­füh­rung zur Nut­zung von Espa­ce­net gibt es unter „Blick in die Zukunft“.↩
  2. Zu Koto­buki siehe „The Mys­te­rious Koto­buki“ bei Dave’s Mecha­ni­cal Pen­cils.↩
  3. Wenn ich rich­tig infor­miert bin, liegt dem Kuru Toga das Patent JP4240417 (B2) aus dem Jahr 2006 zugrunde. – Koto­buki hat sich bereits 2008 mit dem Patent JP2010120204 (A) eine Tech­nik zur Minen­dre­hung gesi­chert, und Pen­tel war 2010 mit Ähn­li­chem befasst, wie das Patent JP2011173343 (A) belegt.↩
  4. Ganz spon­tan dachte ich, dass es viel­leicht sinn­voll wäre, das Maß der Dre­hung ein­stel­len zu kön­nen, da sich eine wei­che Mine bei glei­chem Schreib­druck stär­ker abschreibt als eine harte und so auch mehr gedreht wer­den muss.↩

Mitsubishi Kouhitsu Shosha

Im Sor­ti­ment des japa­ni­schen Her­stel­lers Mitsubishi/​uni gibt es einen ganz beson­de­ren Bleistift.

Mitsubishi Kouhitsu Shosha

Die Kanji-​Zeichen 硬筆書写用 auf dem Blei­stift ste­hen für „kou­hitsu“ (硬筆), „sho­sha“ (書写) und „yo“ (用)1. „Kou­hitsu“ bedeu­tet wört­lich „fes­ter Pin­sel“ und bezeich­net Blei­stift, Kugel­schrei­ber, Feder, Füll­fe­der­hal­ter o. ä. (das Gegen­stück ist „mou­hitsu“, 毛筆, der wei­che Pin­sel). „Sho­sha“ steht für Schön­schrei­ben und Kal­li­gra­phie, und das nach­ge­stellte „yo“ bedeu­tet „zu die­sem Zweck“. Kurz: Die­ser Blei­stift dient zum Erler­nen einer schö­nen Hand­schrift und wird meist von Schul­kin­dern beim Abschrei­ben ein­zel­ner Zei­chen oder kur­zer Sätze genutzt, und so nenne ich ihn hier „Kou­hitsu Sho­sha“ (den in sei­ner Hei­mat für die­sen Stift übli­chen Namen kenne ich nicht).

Mitsubishi Kouhitsu Shosha

Den Kou­hitsu Sho­sha gibt es nur in 4B und 6B, dafür aber sowohl drei- als auch sechsflächig.

Mitsubishi Kouhitsu Shosha

Der Här­te­grad fin­det sich nicht nur auf den Sei­ten, son­dern auch auf dem Käpp­chen2 und als Farb­ring, der sehr zu der in mei­nen Augen geschmack­vol­len Gestal­tung bei­trägt. – Weni­ger schön ist der all­ge­gen­wär­tige Strich­code, der jedoch ent­ge­gen dem sonst Übli­chen zwei- statt ein­far­big gedruckt wurde und so dem Lese­ge­rät einen noch bes­se­ren Kon­trast bietet.

Mitsubishi Kouhitsu Shosha

Die Mine des Kou­hitsu Sho­sha ist beein­dru­ckende 4 mm dick und hat nur beste Eigen­schaf­ten: Sie ist außer­or­dent­lich bruch­sta­bil, glei­tet sehr leicht, hat eine äußerst sau­bere, spar­same Abgabe und schwärzt sehr gut. Bis jetzt ist mir noch kein ande­rer Blei­stift die­ses Här­te­grads mit ver­gleich­ba­ren Eigen­schaf­ten untergekommen!

Mitsubishi Kouhitsu Shosha

Dar­über, wie man diese erreicht, kann ich nur spe­ku­lie­ren, doch viel­leicht gibt der Auf­druck „Pressure-​Proofed Hi-​Density Lead“ Auf­schluss. Bei den deut­schen Her­stel­lern kamen frü­her Drei­wal­zen­stühle zum Ein­satz, um die Minen­masse zu ver­dich­ten und Agglo­me­rate auf­zu­bre­chen; aus Kos­ten­grün­den ging man spä­ter auf andere Ver­fah­ren über. Ich ver­mute daher, dass die Minen­masse die­ses Blei­stifts stär­ker ver­dich­tet wird als bei ande­ren Blei­stif­ten und man so die­ses her­vor­ra­gende Ergeb­nis erzielt; viel­leicht hat man auch noch eini­ges über die Imprä­gnie­rung gemacht.

Mitsubishi Kouhitsu Shosha

Ja, selbst das Spit­zen mit dem pin­ge­li­gen Faber-​Castell Janus 4048 ist pro­blem­los mög­lich3, und die Spitze hält sogar beim Kou­hitsu Sho­sha 6B stär­ke­rem Andruck stand. – Unnö­tig zu sagen, dass sich das Holz im Hand­spit­zer sehr leicht schnei­den lässt.

Mitsubishi Kouhitsu Shosha

Ein Foto kann den Abstrich die­ses gran­dio­sen Blei­stifts lei­der nur unzu­rei­chend wie­der­ge­ben, aber viel­leicht einen Ein­druck ver­mit­teln. – Auch wenn mir bereits die 4B-​Variante für das all­täg­li­che Schrei­ben zu weich ist, so macht es doch Freude, beide Här­te­grade hin und wie­der für kurze Noti­zen oder kleine Skiz­zen zu nutzen.

Ich habe den Mitsu­bi­shi Kou­hitsu Sho­sha bei Bun­doki gekauft und pro Stück umge­rech­net etwa 1 Euro bezahlt.

  1. Die der japa­ni­schen Spra­che Kun­di­gen mögen über kleine Unge­nau­ig­kei­ten hin­weg­se­hen, mich aber bitte auf grobe Feh­ler hin­wei­sen.↩
  2. Ein kur­zer Ein­griff mit dem Mes­ser zeigt, dass das Käpp­chen aus Kunst­stoff besteht und auf einem geschär­fel­ten Ende sitzt.↩
  3. Es ist natür­lich sinn­vol­ler, einen Spit­zer mit stump­fe­rem Konus zu benut­zen, damit man mehr von der Mine hat.↩
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