Monat: Juni 2009

Basteln mit dem Lexikaliker (6)

Die pra­xis­taug­li­che und ästhe­tisch befrie­di­gende Orga­ni­sa­tion der Blei­stifte nicht nur auf dem Schreib­tisch ist immer wie­der eine große Her­aus­for­de­rung, der ich mich heute erneut stel­len möchte. Wie üblich, geht es bei den hier gezeig­ten Bas­te­leien weder um die publi­kums­wirk­same Prä­sen­ta­tion exo­ti­scher Kennt­nisse noch um den vir­tuo­sen Umgang mit eben­sol­chen Werk­zeu­gen – alles, was wir brau­chen, fin­det sich in jedem gut sor­tier­ten Bas­tel­haus­halt oder lässt sich güns­tig erstehen.

Pro Blei­stift benö­ti­gen wir etwa 25 mm Weich-PVC-Schlauch mit einem Innen­durch­mes­ser von 8 mm (z. B. Reste des Spit­zen­schüt­zers) und einen run­den Neodym-Magneten, der in die­sen Schlauch passt (3 mm dicke Aus­füh­run­gen gibt es bereits für gut 30 Euro-Cent).

Bleistift-Haltehülse

Der Zusam­men­bau geht rasch und ein­fach von der Hand: Magnet in den Schlauch ste­cken, so dass er bün­dig abschließt, und mit etwas Kleb­stoff fixie­ren. Fertig!

Bleistift-Haltehülse

Mit einer sol­chen Halte­hülse ver­se­hen lässt sich ein Blei­stift an Orten und in Posi­tio­nen unter- und anbrin­gen, die vor­her undenk­bar waren: Senk­recht mit der Spitze nach oben auf einer metal­li­schen Unter­lage am Tisch, hän­gend mit der Spitze nach unten an einem Arm der Schreib­tisch­lampe – der Phan­ta­sie sind dabei fast keine Gren­zen gesetzt. Wer mag, nimmt ein län­ge­res Stück des Schlauchs, kom­bi­niert Spit­zen­schüt­zer und Halte­hülse und bekommt so ein wei­te­res nütz­li­ches und im Han­del wohl nicht erhält­li­ches Zubehör.

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Rosige Zeiten

Beim Blick auf die in Japan ange­bo­te­nen Bleistift-Verlängerer über­rascht die Viel­falt. Neben technisch-funktionellen aus Metall, far­ben­fro­hen aus Zel­lu­loid, luxu­riö­sen mit Kap­pen und zahl­rei­chen ein­fa­chen, aber nicht min­der inter­es­san­ten Vari­an­ten erfreut die­ses hochwer­tige Exem­plar die Sinne der­je­ni­gen, deren kurz­ge­schrie­bene Blei­stifte sich der Benut­zung durch die unbe­waff­nete Hand entziehen.

Bleistift-Verlängerer aus Rosenholz

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Der in einem schlich­ten, hell­brau­nen Kar­ton ohne Kenn­zeich­nung ver­packte Ver­län­ge­rer wurde von Atsu­shi Nagata aus Rosen­holz, einer süd­ame­ri­ka­ni­schen Pali­san­der­art, gefer­tigt. Das nütz­li­che Uten­sil ist gut 11 cm lang, wiegt knapp 12 g und hat eine glatte Ober­flä­che; die Ver­ar­bei­tung ist sehr gut.

Bleistift-Verlängerer aus Rosenholz

Das zwei­tei­lige, sau­ber ein­ge­brachte Klemm­stück mit vier Backen, des­sen 21 mm lange Griff­zone leicht gerän­delt und 11 mm dick ist, hält Blei­stifte mit Durch­mes­sern zwi­schen 7 und 8 mm sehr zuver­läs­sig und hin­ter­lässt dabei nur geringe Spu­ren am Schaft des Stif­tes. Bis zu 104 mm des Blei­stifts fin­den Platz im Innern des Ver­län­ge­rers, doch selbst ein Stum­mel mit einer Länge von 12 mm (exklu­sive Spitze) wird noch sicher gehalten.

Bleistift-Verlängerer aus Rosenholz

Sein Gebrauchs­wert und das unkon­ven­tio­nelle Design machen die­sen Ver­län­ge­rer zu einem glei­cher­ma­ßen nütz­li­chen wie attrak­ti­ven Bleistift-Zubehör, das sowohl in der Hand als auch auf dem Schreib­tisch zu über­zeu­gen vermag.

Bleistift-Verlängerer aus Rosenholz

Der Ver­län­ge­rer ist bei Bun­doki erhält­lich und kos­tet 4200 Yen (zur Zeit etwa 31 Euro). – Über zahl­rei­che wei­tere Pro­dukte des Her­stel­lers Atsu­shi Nagata und sei­nes Unter­neh­mens SETSU infor­miert sein reich bebil­der­tes Web­log.

Bleistift-Verlängerer aus Rosenholz

Reife Leistung

Von all den Blei­stif­ten, die ich in den letz­ten Tagen schlauch­ge­schützt und kur­bel­ge­spitzt mit mir geführt und benutzt habe, hat es mir der „No. 9800“ des japa­ni­schen Her­stel­lers Mitsubishi/uni beson­ders angetan.

Mitsubishi 9800

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Die Rück­seite der Falt­schach­tel informiert:

Lar­gest Pro­duc­tion Quan­tity in the World
No other pen­cil in the world is pro­du­ced in such a large quan­tity as this. This is proof that the ver­sa­tile Mitsu­bi­shi No. 9800 pen­cil is used by a great many people around the world.

Fea­tures
It has a spe­cially pro­ces­sed smooth lead which lea­ves clear marks. Mitsu­bi­shi No. 9800 is the best pen­cil eit­her for wri­ting or for drafting. 

Ver­glei­chende Zah­len zu Pro­duk­tion und Ver­brei­tungs­grad des 9800 lie­gen mir nicht vor und „spe­cially pro­ces­sed“ sagt mir lei­der gar nichts, doch seine sehr hohe Qua­li­tät kann ich bestä­ti­gen: Mate­rial und Ver­ar­bei­tung sind wirk­lich her­vor­ra­gend, ebenso die Abgabe, die Schwärzung und die Radier­bar­keit – der 9800 ist ein­fach klasse.

Mitsubishi 9800

Aber es sind nicht in ers­ter Linie seine Qua­li­tät und seine Gebrauchs­ei­gen­schaf­ten, die den 9800 in mei­nen Augen so anspre­chend machen, son­dern seine Gestal­tung, die wohl ganz bewusst alt­mo­disch gehal­ten wurde. Im Gegen­satz zu den meis­ten ande­ren Blei­stif­ten aus aktu­el­ler Pro­duk­tion kommt der in sehr dunk­lem Grün lackierte 9800 ohne Strich­code und EAN, was die gold­far­bene und weiße Bedruckung ins­ge­samt wohl­tu­end auf­ge­räumt und auch vor­nehm wir­ken lässt; allein der Zusatz „GENERAL WRITING“ wirkt nicht so pas­send („MASTER WRITING“ gibt es übri­gens auch).

Mitsubishi 9800

Die Typo­gra­fie emp­finde ich als gelun­gen und geschmack­voll, wobei der gebo­gene Hin­weis auf das Grün­dungs­jahr des Unter­neh­mens und das in Schreib­schrift aus­ge­führte „Matu­red“ wohl­über­legte und gekonnte Akzente dar­stel­len. Bei letz­te­rem bin ich übri­gens ganz der ideale Kon­su­ment: Ich habe über­haupt keine Ahnung, was „Matu­red“ in die­sem Kon­text bedeu­ten soll, finde es aber prima ;-)

Mitsubishi 9800

An dem der Schreib­spitze abge­wand­ten Ende des 9800 war­tet eine kleine Beson­der­heit, und zwar eine schwarze, flach abge­run­dete und sorg­fäl­tig ange­brachte Kunst­stoff­kappe mit weiß auf­ge­druck­tem Här­te­grad; diese erleich­tert die Iden­ti­fi­zie­rung des Stifts.

Mitsubishi 9800

Der in sechs Här­te­gra­den von 2H bis 2B ange­bo­tene Mitsu­bi­shi 9800 kos­tet im Dut­zend 504 Yen (zur Zeit etwa 3,75 Euro) und ist damit zudem sehr preiswert.

Nach­trag vom 26.9.11: Hier heißt es, der 9800 hätte nun einen Strich­code. Schade!

Spitzenschützer

Schüt­zende Kap­pen für die fri­schen Spit­zen unse­rer Lieblings-Schreiber sind nicht sel­ten schwer zu bekom­men, hal­ten meist nur auf Blei­stif­ten mit einem bestimm­ten Durch­mes­ser zuver­läs­sig, haben gern ein unmög­li­ches Design, beher­ber­gen zuwei­len sogar einen wenig über­zeu­gen­den Spit­zer oder sind mit­un­ter ein­fach nur zu teuer – das ist kein Zustand.

Rasche Abhilfe schafft da der Griff zum PVC-Schlauch, der in Bau­märk­ten (ich schätze das Bau­haus sehr) als Meter­ware feil­ge­bo­ten wird und mit einem Innen­durch­mes­ser von 8 Mil­li­me­tern für unsere Anwen­dung gera­dezu prä­de­sti­niert ist. Bei dem güns­ti­gen Preis (im Bau­haus nur 85 Euro-Cent für einen Meter der trans­pa­ren­ten Aus­füh­rung) kann man sich den Schlauch ruhig groß­zü­gig ablän­gen las­sen und so einen ordent­li­chen Vor­rat anle­gen. Zuhause reicht dann ein schar­fes Schneid­werk­zeug, um das Mate­rial in ein­satz­fer­tige Stü­cke zu zer­tei­len; 50 mm pro Stift haben sich bei mir als pra­xis­taug­li­che Länge erwiesen.

Spitzenschützer

Von oben: Caran d'Ache Tech­no­graph 777, Mitsubishi/uni 4563, Cali­for­nia Repu­blic Palomino

Die gering­fü­gige Rest­krüm­mung der duk­ti­len, auf Rol­len vor­ge­hal­te­nen Schlauch­ware ist viel­leicht optisch, nicht jedoch im Gebrauch von Nach­teil, sorgt sie doch für einen etwas bes­se­ren Kraft­schluss und damit für siche­ren Halt auch auf sol­chen Blei- und Farb­stif­ten, deren Durch­mes­ser unter dem Stan­dard liegt. – Wäh­rend die­ses preis­werte Zube­hör ganz neben­bei auch noch die Hemd­ta­sche schont, wäre ich mit der Lage­rung im auf­ge­steck­ten Zustand indes sehr vor­sich­tig, da der Weich­ma­cher im PVC mit dem Lack des Stifts eine schwer und nicht ohne Schä­den lös­bare Ver­bin­dung ein­ge­hen könnte.

Übri­gens: Der äußerst güns­tige Preis von 4,25 Euro-Cent pro 50-mm-Schützer (exklu­sive der Fahrt­kos­ten zum Bau­markt) erlaubt auch sei­nen Ein­satz als Ver­pa­ckungs­ma­te­rial, und der nächst­di­ckere PVC-Schlauch mit 10 mm Innen­maß bie­tet eben­falls Poten­tial für krea­tive Tätig­kei­ten rund um das holz­ge­fasste Gra­phit. – Wer mag, zieht einen Spalt­ring oder eine Schlaufe durch ein vor­her geloch­tes Ende des Spit­zen­schüt­zers und bekommt so einen anhäng­li­chen Blei­stift.

Oink!

Im März ver­gan­ge­nen Jah­res trat hier ein Glücks­schwein­chen im Rah­men der Rüs­sels­hei­mer Stadt­mu­si­kan­ten auf. Es wurde Ende 2007 in einer Main­zer Filiale des Kaf­fee­rös­ters Tchibo gebo­ren erwor­ben und ist bereits lange ausverkauft.

Glücksschweinchen von Tchibo

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Eine Lese­rin mei­nes Web­logs ist auf der Suche nach einem sol­chen Glücks­schwein­chen und hat mich ange­schrie­ben, doch da das gezeigte weder mei­nes noch ver­käuf­lich ist, möchte ich mich hil­fe­su­chend an meine geschätzte Leser­schaft wen­den. Wer hat noch eines die­ser knuf­fi­gen Tchibo-Schweinchen und würde es ver­kau­fen? Über eine Nach­richt mit einem Ange­bot oder einem sach­dien­li­chen Hin­weis an die im Impres­sum ange­ge­bene E-Mail-Adresse freuen sich sowohl die suchende Lese­rin als auch ich. Danke!

Bleistift-Blödeleien

Zum „Casual Fri­day“ eine kleine Albern­heit: Ein selbst­ge­schnitz­ter Maus­zei­ger in Form eines Bleistiftstummels.

Nachher Nachher
Vor­her Nach­her

Den mit dem kos­ten­lo­sen Real­World Cur­sor Edi­tor auf die Schnelle zusam­men­ge­pi­xel­ten Zei­ger im .cur-Format für Win­dows XP und neuer gibt es hier zum Down­load; das Pen­dant mit ana­lo­ger Uhr für die Anzeige wäh­rend hin­ter­grün­di­ger Tätig­kei­ten des Betriebs­sys­tems war­tet dort.

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