Viking Skoleblyant 029 Kurz notiert 

Bleistifthölzer

Wenn im Zusammenhang mit Bleistiften von Zeder gesprochen wird, so ist damit meist die Kalifornische Bleistiftzeder (auch Weihrauch-Zeder, Calocedrus decurrens, engl. incense cedar) gemeint, die vor etwa 100 Jahren die Virginische Bleistiftzeder (Juniperus virginiana, engl. red cedar) abgelöst hat. Die Kalifornische Bleistiftzeder muss imprägniert werden, um die gewünschten Eigenschaften zu erhalten, und wird dabei auch manchmal rot gefärbt, damit sie der Virginischen Bleistiftzeder ähnlich sieht. Als Ersatz kamen und kommen jedoch immer wieder andere Hölzer zum Einsatz; hier die meines Wissens zurzeit am häufigsten genutzten.

Bleistifthölzer

(zum Vergrößern anklicken)

Im Bild:

Erhard Sattmann nennt in „Vom Faustkeil zum Bleistift” (1949) zudem Espe, Pappel, Ahorn sowie Föhre, und Henry Petroski erwähnt in „Der Bleistift” (1995) die brasilianische Pinie, die dort von Faber-Castell angebaut wird. Auch Erle hat man früher eingesetzt, doch die ist sehr hart und lässt sich nur schwer spitzen.

Einen Blick auf die Geschichte der Zeder als Bleistiftholz gibt es im zweiten Teil, und „Von der Linde zum Bleistift” berichtet von einem Projekt um die Linde als Bleistiftholz.

Stichwörter: Brevillier Urban & Sachs, Faber-Castell, STABILO, STAEDTLER, Viking

13 Kommentare zu „Bleistifthölzer”

  1. Wowter

    Gunther, you did it again: Surprise me! As a biologist from background it is one of the things that makes me wonder the most. What kind of tree was used for this pencil? The smell, the appearance, the way it sharpens. Thank you for elucidating some of this magic. Tilia (Stabilo EasyGraph) and Fagus (Beech/Buche - used by Caran d’Ache 348) are different as they are no conifers (”needle”-bearing trees) but trees that have leaves. Populus (Pappel - Poplar) and Acer (Ahorn - Maple) are also leaf-bearing trees.

  2. Wowter

    Sorry, also Alnus (Erle - Alder) sheds its leaves. Great to collect pencils on their wood species and not on their brand/trade mark.

  3. Lexikaliker

    Thank you, Wowter – I'm happy to hear that! :-) Thank you also for the additions and the details (I didn't had the Caran d'Ache in mind when I wrote that post). Of course there are differences because e. g. of the origin of the wood (e. g. German vs. Chinese Tilia), and Petroski also men­tions a certain Indian cedar. Besides that it is now possible to modify the properties of the wood consid­erably. If we also count the unusual pencils from the „Les Crayons de la Maison Caran d'Ache” sets we have to include Abachi (Triplochiton scleroxylon) too.

    Of course there is much more to say about the wood used for pencils – this post was only a humble beginning.

  4. Sola

    Wow! This is one of the areas that I find most difficult to figure out, thank you for the information :) There seems to be many more kinds of wood employed in the production of pencils than I thought. So it’s not all incense cedar and jelutong? Now I know what kind of wood to avoid, too ;)

  5. Matthias

    Danke für diese Informationen.
    In Deinem Bild gefällt mir die Weihrauch-Zeder am besten. Man kann die Jahresringe so schön sehen.

  6. Lexikaliker

    Sola: You're welcome! It is difficult for me too, and I am far from able to identify the common kinds of wood reliably. – Please don't base you decision on what wood to avoid on the photo alone. It's far from perfect, and even the same kind of wood may look very different in another pencil. – May I ask which kind wood you will steer clear of?

    Matthias: Gern geschehen! Eigentlich sind Jahresringe ja nicht so gut, da dort das Material dichter ist, was das Spitzen erschwert. Im Fall des Viking Rollo jedoch merkt man davon nichts – das Holz lässt sich hervorragend spitzen. Ich hatte in einer ersten Variante des Fotos den STAEDTLER Mars Lumograph als Beispiel für die Weihrauch-Zeder; bei diesem waren kaum Jahresringe, aber dafür ein leicht silbriges Schimmern zu sehen (für letzteres hatte ich keine Erklärung). Es ist recht schwer, die typischen Merkmale der Holzarten zu zeigen, und so werde ich bei Gelegenheit noch einen wei­teren Anlauf nehmen. Interessant wäre vielleicht auch der Vergleich verschiedener Bleistifte aus der gleichen Holzart und die Darstellung von Effekten wie z. B. der Migration, durch die bei Kolo­rado-Tanne und Weihmuth-Kiefer das Harz austreten und den Bleistift unansehnlich machen kann (übigens gibt es die Migration auch bei der Weihrauch-Zeder; dort können Terpene aus­treten).

  7. Wowter

    Well, I made another few mistakes considering all exotic trees used for pencil manufacture are conifers. Gmelina is a leaf-bearing tree too. And what beautiful flowers it produces! See: http://en.wikipedia.org/wiki/Gmelina_arborea . And Dyera (Jelutong) is one also. See: en.wikipedia.org/wiki/Dyera_costulata . The myth that only conifers are useful for pencil production is hereby erased from my grey cells (brain). Quite a revelation!

  8. Wowter

    Please note that according to Wikipedia sawdust from Jelutong may cause allergic reactions. If you notice a rash there might be a connection. However, I have not had any troubles with the GREENGraph. Claims are easier made than proven.

  9. Lexikaliker

    Wowter, thank you for these details! The flowers of Gmelina look indeed beautiful. – Maybe there is a way to treat Jelutong to reduce the risk of allergic reactions later in the process. (By the way, I haven't had any problems either.) However, I think that there are better choices for pencils than Jelutong and Gmelina. – I forgot to mention the larch which has been used for pencils at least once, and at „Hêtre ou ne pas être, le défi de Caran d'Ache” one can read that Caran d'Ache has tested Pulai (Alstonia scholaris) and Swiss pine (Pinus cembra).

  10. Hagen R.

    Vielen Dank für den Artikel, äußerst interessant! Ich hatte mich einmal bezüglich Bleistifthölzer informiert, da mir ein deutlicher Unterschied im Geruch vom Faber-Castell 9000 und dem Mars Lumograph aufgefallen war (und ich den Faber Castell vor allem aufgrund seines Geruchs bevorzuge … oweh, was für ein Kriterium).
    Meine Recherche hatte ergeben, dass der Faber-Castell 9000 aus „Zeder” gefertigt wird und ich war von Juniperus virginiana ausgegangen …
    Zum Mars Lumograph konnte ich keine anständigen Informationen finden, deshalb hatte ich bei Staedler angerufen, wo mir gesagt wurde, dass der Mars Lumograph aus wechselnden Hölzern hergestellt wird (was mich zwar gewundert hat, aber ich habs geschluckt) - ist das tatsächlich so, oder wurde ich da einfach „abgekanzelt”?

  11. Lexikaliker

    Ich habe zwar auch keine Details, will aber nicht ausschließen, dass der Lumograph tatsächlich aus wechselnden Hölzern hergestellt wird. Allerdings habe ich bei meinen Exemplaren aus neun Jahr­zehnten den Eindruck, als hätte man immer Weihrauch-Zeder benutzt, doch ich bin kein Experte und habe bei der Holzbestimmung schon einige Male daneben gelegen. Ansonsten ist es durchaus möglich, dass ein Hersteller das Holz wechselt – Beispiel Noris: Wenn ich die Hölzer richtig identi­fiziere, war er früher mal aus Weihrauch-Zeder und aus Jelutong; das heute für ihn verwendete Holz könnte Kolorado-Tanne sein.

    Man darf zudem nicht davon ausgehen, dass ein Holz ausschließlich in einer einzigen Qualität vor­liegt, denn es gibt Unterschiede u. a. durch das Anbaugebiet, das Alter und den verwendeten Teil des Baums. Bei der Bleistift-Zeder z. B. war junges Holz härter und ließ sich dadurch schlechter spitzen als altes. Darüber hinaus waren nicht alle Teile der Bleistift-Zeder gleich gut. Das beste war der rote Kern, doch die helleren Kranzpartien, das sog. Splintholz, ließ sich durch geeignete Be­handlung für billige Bleistiftsorten nutzbar machen (und wurde obendrein oft gefärbt). – Soweit ich weiß, können die Möglichkeiten der Behandlung auch heute noch bei vielen Hölzern für Unter­schiede sorgen.

  12. Anonymous

    sehr schöne Bleistifte in verschiedene Hölzer

    https://www.youtube.com/watch?v=Ri2rw1fsCCU

  13. Lexikaliker

    Oh! Diese Bleistifte sind sehr beeindruckend.

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Ich versuche, auf alle Kommentare einzugehen, und sei es auch nur, um Danke zu sagen.


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