H wie Hand
Mittwoch, 25. Januar 2012Hinweisende Hand auf einem Mülleimer in Bensheim (Bergstraße). – Mehr zur Zeigehand gibt es hier.
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Hinweisende Hand auf einem Mülleimer in Bensheim (Bergstraße). – Mehr zur Zeigehand gibt es hier.
Das et aus der Cooper Black1 (1921) gefällt mir so gut, dass ich mir einen Gummistempel mit dieser Glyphe habe machen lassen.
Wozu? Zum Ausleben der Freude, zur Dekoration und um zu vermeiden, dass dieses Jahr vernünftig ausklingt.
Ich wünsche meinen Lesern einen angenehmen Jahreswechsel und einen guten Start ins neue Jahr!
Mit was man sich so das Haus vollstopft! Etwa 60 × 31 cm² groß und knapp drei Kilogramm schwer ist dieses Blechschild aus den alten Tagen der Eberhard Faber KG in Neumarkt bei Nürnberg.
Zum Größenvergleich unten rechts ein Eberhard Faber Van Dyke 600 5H.
Thematisch passend wird es den Werkkeller zieren.
Das kleine c gefällt mir am besten.
Als eines der frühesten Warenzeichen für Bleistifte gilt der Halbmond, den J.S. Staedtler 1887 beim Amtsgericht Nürnberg angemeldet hat.
Die Herkunft dieses Halbmondes ist unklar; man vermutet einen Zusammenhang mit dem Export in den Orient1. Das hier gezeigte Exemplar aus einer Anzeige in der „Progressive Architecture” vom April 1952 ist nur 15 × 15 mm² klein und zudem mit einem Slogan geschmückt. – Genutzt wurde der Halbmond, der strenggenommen ein Viertelmond ist, bis in die 1960er Jahre hinein.
Dem versalen L bin ich aus diversen Gründen zugeneigt, und so konnte ich mir nicht verkneifen, bei der Bestellung von etwas ganz anderem noch um den Druck zweier Holzlettern zu bitten.
In einem Rahmen von Max Aab werden diese beiden meine Arbeitsecke zieren.
Als Hobby-Messie genieße ich den Vorzug, zuweilen etwas finden zu dürfen, ohne es zu suchen1. Heutiges Fundstück ist ein Linienplan der Londoner U-Bahn aus den Siebzigen.
(Bilder zum Vergrößern anklicken)
Dieser Plan ist ein Klassiker des Corporate Design und zudem ein Augenschmaus für viele Typoholiker wie mich, steht doch die berühmte, von Edward Johnston für die „Tube” entworfene und 1916 veröffentlichte Schrift „Johnston Sans” im Mittelpunkt (auch wenn die hier zu sehende Variante bereits eine überarbeitete ist).
Die für mich beste Darstellung dieser Schrift mit Details zu ihrem Schöpfer findet sich übrigens in dem sehr lesenswerten Buch „Just My Type” von Simon Garfield, erschienen 2010 bei Profile Books, das hiermit allen an Typografie Interessierten wärmstens empfohlen sei.
Christian Morgenstern sagte einmal:
Du lebst so lange nur, als du entdeckst.
Ginge es danach, so würde ich gründlich und lange leben, selbst wenn die Dinge, die ich entdecke, manchmal nicht nur einige hundert Jahre alt, sondern auch vielen schon bekannt sind. Startpunkt der Entdeckungsreise war diesmal „CopyPasteCharacter” bei Orange Crate Art (Thank you, Michael!).

Motiv des Stempels „DingsBums” von Kreuzer (1975)
Ich hätte nicht gedacht, dass die Hand mit Manschette und ausgestrecktem Zeigefinger bereits im 12. Jahrhundert aufkam, in etlichen Varianten von Schreibern, Druckern und Lesern in Manuskripten und Büchern zur Kennzeichnung benutzt wurde und heute in sechs Unicode-Zeichen weiterlebt.

Unicode-Zeichen „Weißer Zeigefinger nach rechts”
(U+261E; hier das Exemplar aus dem Font Zapf Dingbats)

Dreidimensionale Ausführung als Aufstecker für den
Drehbleistift Kreuzer Blift (ca. 1974)
Die Ästhetik der zeigenden Hand hat mich immer angesprochen, was soweit ging, dass ich eine Variante aus einem Handbuch der 1970er Jahre als Stempel umgesetzt habe (natürlich hat der als Bleistift ausgeführte Finger eine wichtige Rolle gespielt).

Stempel nach einem Symbol aus der Anleitung zum Taschenrechner TI-59
Ganz anders, nämlich wissenschaftlich hat sich William H. Sherman in „Toward a History of the Manicule” (PDF) mit diesem Zeichen befasst. Darin zitiert er Heather Wolfe, eine Kuratorin der Folger Shakespeare Library, die dem Ding einen Namen gab: „manicule”, von „manicula”, dem lateinischen Wort für „kleine Hand”.

22 × 17 Pixel: Mein Windows-Mauszeiger über einem Link
Die englische Bezeichnung hat es bis jetzt nicht in die großen Wörterbücher geschafft, und ich bin sicher, dass ich vor einem deutschen Begriff1 noch einige geschichtliche Details zu der kleinen Hand finde.
Bei einem Umzug findet man ja bekanntlich Dinge, die man in den zehn Jahren davor nicht vermisst hat. Als bekennender Poly-Sammler habe ich da eine große Auswahl, und so stieß ich kürzlich auf einen Karton mit alter Technik, darunter Taschenrechner mit Handbüchern sowie Handbücher ohne Taschenrechner. Unter ersteren befand sich auch der TI-59, in dessen Handbuch („Individuelles programmieren”, 1977/1979) mir dieses Symbol auffiel.
Es ist 14 × 14 mm² groß, kennzeichnet das Kapitel zur Programmierung und gefällt mir.