Archiv des Stichworts „Zeichen”

 Ältere Beiträge Neuere Beiträge 

Wundersame Welt der Waren (28)

Donnerstag, 11. September 2014

Die Hauptaussage mit einem Sternchen? Dieses Werbeplakat von Barilla musste ich mir ge­nauer anschauen.

*

Vielleicht bin ich ja ein zu kritischer Zeitgenosse, aber für mich ist das Sternchen nicht po­sitiv konnotiert, da es häufig auf Einschränkungen verweist. So auch hier:

*

Also enthält nur eines der vier gezeigten Pestos frisches Basilikum*. Bemerkenswert finde ich, dass die Etiketten von zwei weiteren Pestos ebenfalls Basilikum zeigen; dieses dürfte demnach nicht frisch sein (es sei denn, die Etiketten tragen den Hinweis „Serviervorschlag” und bilden die Zutaten nicht notwendigerweise korrekt ab). Was dann noch der Zusatz „KEINE KOMPROMISSE” aussagen soll, wo doch schon Zugeständnisse gemacht wurden, ist mir rätselhaft. Aber ich gehöre wohl nicht zur Zielgruppe …

* Genaugenommen ist Basilikum nur direkt nach der Ernte frisch, aber das nur nebenbei.

 vorherige | Wundersame Welt der Waren | nächste 

Kurz vor Zwölf

Sonntag, 17. August 2014

Kurz vor Zwölf

Hier öffnen

Freitag, 11. April 2014

Als großer Freund des Hinweises „Hier öffnen”1 schaue ich mir dessen unzählige Varianten gerne genau an. Dabei begegne ich hin und wieder einem besonderen Exemplar, so wie diesem auf der Verpackung des jungen Goudas vom Discounter Penny.

Hier öffnen

Während man den Text oft durch einen Pfeil oder einen gebogenen Verpackungsteil er­gänzt, so gibt es hier eine Hand2 mit Manschette zu bewundern. Auch wenn ich den Dau­men etwas zu lang finde, so gefallen mir die Idee und die Umsetzung.

Erfreulich ist zudem die ff-Ligatur der Hausschrift Akko, die zeigt, dass man bei der Anfang 2012 begonnenen und in meinen Augen geschmackvollen Neugestaltung des Discounters mit Sorgfalt zu Werke ging. – Die Kontur der Kuh hat mich natürlich gleich an eine Art­genossin auf einer Milchverpackung aus dem gleichen Hause erinnert.

  1. „Hier öffnen” (im Original „Open Here – The Art of Instructional Design”, 1999) ist auch der Titel eines hervorragenden Buches von Paul Mijksenaar und Piet Westendorp, das sich mit der Kunst der Gebrauchsweisung beschäftigt und eine Fülle grafischer Anleitungen enthält.
  2. Nein, leider keine Zeigehand.

Nicht ohne

Mittwoch, 15. Januar 2014

Nicht ohne

Doppelte Verneinungen sind nicht ohne, besonders dann, wenn – wie hier – die eine Ver­neinung als Text und die andere als Grafik daherkommt. Der Gartenartikel-Hersteller WOLF meint es mit diesem Zeichen auf seinem Rasendünger L-PM 300 sicher gut, doch wer darüber nachdenkt, liest „nicht ohne Moos” und damit etwas heraus, was WOLF bestimmt nicht hinein­getan hat.

Danke an Andreas zum Winkel für den Hinweis auf dieses schöne Zeichen!

Anm.: Möglicherweise im gleichen Bemühen, das besondere Merkmal zu betonen, hat Pa­nasonic seinen Batterien den Schutz vor Nicht-Auslaufen verpasst und damit Gelegenheit zur unterhaltsamen Fehl­interpretation gegeben.

Zeichen setzen

Freitag, 22. November 2013

The Noun Project hat sich vorgenommen, die Kommunikation durch Symbole zu verein­fachen. Die Idee ist nicht neu, doch das Vorhaben des Projekts ehrgeizig: Man möchte die visuelle Sprache der ganzen Welt in einer einzigen Datenbank zusammenstellen, organisie­ren und frei verfügbar machen. Sehr beeindruckend!

Zeichen setzen

Der Bleistift im Noun Project

Kleine Hand (2)

Sonntag, 10. November 2013

Zu meinen zahlreichen Obsessionen gehört die Zeigehand. Hat sie mich in meiner Jugend durch ihre Ästhetik angesprochen und u. a. als Stempel erfreut, so habe ich später bemer­kenswerte Details aus ihrer über 900-jährigen Geschichte erfahren. Dies und mein Inter­esse an Typografie lässt mich seitdem zu allem greifen, was sich mit ihr befasst.

Kleine Hand (2)

„Shady Characters: The Secret Life of Punctuation, Symbols, & Other Typographical Marks” von Keith Houston, erschienen im September 2013 bei Particular Books (UK) und W.W. Norton (USA), ist nicht nur wegen des Kapitels „The Manicule”1 sehr lesenswert. Jedem, der sich für die Geschichte der Satz- und Sonderzeichen interessiert, sei dieses her­vorragend aufgemachte Buch wärmstens empfohlen; auch der Besuch des Weblogs Shady Characters, das diesem Buch vorausging, lohnt sehr.

Kleine Hand (2)

„The Typophiles”, ein loser Zusammenschluss von an Typografie, Druck und Büchern Inter­essierten, trafen sich zum ersten Mal in den 1930er Jahren in New York. 1935 begann man mit der Veröffentlichung sog. „chap books”, die zunächst nicht nummeriert waren, da man noch nicht an eine Serie dachte. 1940 führte man die Nummerierung ein, und 1942 er­schien Band 7, „Roman Numerals, Typographic Leaves and Pointing Hands. Some Notes on their Origin, History and Contemporary Use” von Paul McPharlin2.

Kleine Hand (2)

McPharlin war möglicherweise der erste, der sich eingehend mit der Zeigehand befasst hat, und so ist dieses Büchlein für mich ein ganz besonderes, auch wegen der geringen Auflage von nur 495 Exemplaren3.

Kleine Hand (2)

Es gibt so viel zu entdecken!

  1. Einen Auszug gibt es unter „The Mysterious Manicule”.
  2. Paul McPharlin war übrigens hauptberuflicher Puppenspieler und Mitbegründer der Puppeteers of America.
  3. Die ersten 395 Exemplare waren durchnummeriert und gingen an Mitwirkende und Abonnen­ten; 100 kamen in den Verkauf.

L

Mittwoch, 24. April 2013

Als Freund des großen L1 muss ich diese Dekoration vor dem Gutenberg-Museum in Mainz unbedingt hier zeigen.

L

Davon ein Abzug – das wär's!

  1. Ja, das steht in diesem Fall auch für „Lückenfüller”.

Sonderzeichen

Samstag, 23. März 2013

„Rüsselsheim” ist nicht – wie viele immer noch glauben – die umgangssprachliche Be­zeich­nung für das geräumige Vorderteil der Herrenunterhose1, sondern eine Stadt, die viel zu bieten hat. Zum Beispiel eine harmlos, bestenfalls ungewöhnlich wirkende Leuchtschrift.

Sonderzeichen

„Oh, ein »et«”, mag der an Typografie Interessierte beim Anblick dieser Konstruktion den­ken, bevor er angesichts der Verwendung dieser Glyphe erschaudert. Nein, das Gebilde soll nicht „Etschner” bedeuten – auch nicht „Undschner” –, sondern „Eschner”. Ja, ohne „t”. Kein Witz.

Ich staune jedesmal aufs Neue, wenn ich an diesem Gefüge vorbeikomme.

  1. Ich weiß, dass ich diesen Kalauer hier schon einmal gemacht habe, aber nach fast fünf Jahren kann ich ihn bedenkenlos wiederholen.

Diese Website nutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie zu, diese Cookies zu verwenden. Mehr Informationen erhalten Sie im Datenschutzhinweis.
OK