Monat: Juli 2007

Wundersame Welt der Waren (1)

Happy End Toilettenpapier Finale Cola

Ob Zucker­brause für den fina­len Ret­tungs­schluck oder Hygie­ne­pa­pier zum glück­li­chen Aus­gang: Bei so man­chen Pro­dukt­na­men kann ich mir nur schwer vor­stel­len, dass ihre Schöp­fer ernst zu Werke gehen, und so möchte ich über die Hin­ter­gründe sol­cher Benen­nun­gen noch nicht ein­mal spe­ku­lie­ren. Für mich als Ver­brau­cher jedoch machen Arti­kel wie diese den Ein­kauf deut­lich unterhaltsamer!

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Stein auf Stein

Lego-Baustelle im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt/Main

Für kleine und große Lieb­ha­ber der bun­ten Klötz­chen geht noch bis zum 12. August 2007 im Deut­schen Archi­tek­tur­mu­seum in Frank­furt am Main die Sonne auf. Unter dem Motto „Wir bauen die Stadt der Zukunft“ war­ten rie­sige Men­gen der belieb­ten Lego-Steine da­rauf, in den Hän­den phan­ta­sie­vol­ler Bau­meis­ter zu Kunst­wer­ken aller Art zu werden.

Gebaut wird auf dem Fuß­bo­den des Audi­to­ri­ums im Her­zen des Archi­tek­tur­mu­se­ums, wobei wär­mende und pols­ternde Gum­mi­mat­ten, die in aus­rei­chen­der Zahl zur Ver­fü­gung ste­hen, den Auf­ent­halt erleich­tern; für legoa­b­sti­nente Beglei­ter und erho­lungs­be­dürf­tige Künst­ler gibt es Sitz­plätze. Die Vor­gabe, farb­rein zu Werke zu gehen (ledig­lich schwarz und weiß dür­fen gemischt wer­den), stellte für uns keine Ein­schrän­kung dar, und so hat­ten wir vier gro­ßen und klei­nen Kin­der mit zusam­men 86 Jah­ren viel Ver­gnü­gen beim Spiel mit den far­ben­fro­hen Elementarteilchen.

Die Lego-Baustelle ist Diens­tag bis Sonn­tag von 10 bis 17 Uhr für Kin­der von 4 bis 12 Jah­ren geöff­net. Älte­ren Kin­dern (zu denen ich mich gerne zähle) wird der Zugang nicht ver­wehrt, doch an den Wett­be­wer­ben mit wöchent­li­chen wech­seln­den The­men kön­nen sie lei­der nicht teil­neh­men. Der Ein­tritt beträgt 3 Euro.

Deut­sches Architekturmuseum
Schau­main­kai 43
60596 Frankfurt/Main

Zwei rote Rosen

Untergeschoss des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt /M.

Unter­ge­schoss des Deut­schen Film­mu­se­ums in Frankfurt/Main (HDR-Aufnahme)

Dem deut­schen Spiel­film „Zwei rote Rosen“ aus dem Jahr 1928, der das Wer­ben zweier Frauen um einen Mann zeigt, hat die Film­prüf­stelle Ber­lin die Zulas­sung für Jugend­li­che ver­sagt, da „[eine] Ver­wir­rung sitt­li­cher Begriffe ent­ste­hen wird, die einer Gefährung der sitt­li­chen Ent­wick­lung gleich­kommt“ und die Dar­stel­lun­gen „die Phan­ta­sie in einer Weise beschäf­ti­gen kön­nen, die einer Überr­rei­zung gleich­kommt“ (Quelle: DIF).

Erinnerungen an den KREUZER BLIFT

Die­ser Bei­trag wird gründ­lich über­ar­bei­tet und irgend­wann in erwei­ter­ter Form wiederveröffentlicht.

Mein Inter­esse an mecha­ni­schen Blei­stif­ten setzte Anfang der 70er Jahre ein, als die heute nicht mehr exis­tie­rende Firma Kreu­zer ihren Dreh­blei­stift KREUZER BLIFT auf den Markt brachte und damit bei mir – damals noch ein klei­ner Junge – für große Freude sorgte.

Erinnerungen an den KREUZER BLIFT

Der BLIFT wog noch nicht ein­mal sechs Gramm, war etwas dicker als ein Holz­blei­stift und mit knapp 16 cm deut­lich län­ger als viele Fein­mi­nen­stifte von heute. Das Dre­hen des farb­lich abge­setz­ten Endes sorgte für den Vor­schub der 1,2 mm dicken Mine, und wie bei den Fall­mi­nen­stif­ten gab es weder einen Minen­vor­rats­be­häl­ter noch einen Radie­rer. Die ver­press­ten Teile des BLIFT mach­ten ein zer­stö­rungs­freies Zer­le­gen unmöglich.

Ich glaube nicht, daß ich zu die­ser Zeit irgend­et­was beson­ders wich­ti­ges zu zeich­nen hatte, was den Ein­satz eines mecha­ni­schen Blei­stifts zwin­gend not­wen­dig gemacht hätte. Der BLIFT war tech­nisch und qua­li­ta­tiv recht ein­fach aus­ge­führt und konnte daher kaum mit pro­fes­sio­nel­lem Zei­chen­ge­rät kon­kur­rie­ren. So musste man die neue Mine durch die Spitze am vor­de­ren Ende ein­füh­ren, wobei sie abge­schabt wurde und manch­mal auch zer­brach. Auch das Ver­sen­ken der Mine war nicht son­der­lich kom­for­ta­bel, denn dazu drehte man den Knopf in die ent­gen­ge­setzte Rich­tung und drückte dann die Mine hin­ein. Die­ses und die nicht immer ganz geschmei­dig arbei­tende Mecha­nik redu­zier­ten den Gebrauchs­wert deut­lich, taten mei­ner Begeis­te­rung jedoch kei­nen Abbruch.

Erinnerungen an den KREUZER BLIFT

Den ers­ten BLIFTen, die es auch mit Farb­mine gab, folg­ten zu drü­ckende Vari­an­ten mit Minen­vor­rats­be­häl­ter und dem obli­ga­to­ri­schen Radie­rer unter der Kappe. Das Minen­füh­rungs­röhr­chen des Drück-BLIFT erleich­terte zudem den Ein­satz am Lineal.

Erinnerungen an den KREUZER BLIFT

Sepa­rat erhält­li­che Gum­mi­kap­pen in unter­schied­li­chen For­men und Far­ben dien­ten nicht etwa dem Schutz der Spitze oder als Radie­rer, son­dern ledig­lich der Deko­ra­tion des BLIFT (dem Zei­ge­fin­ger kann ich einen gerin­gen Gebrauchs­wert jedoch nicht ganz absprechen).

Erinnerungen an den KREUZER BLIFT

Kreu­zer ist ver­schwun­den, und auch das Mar­ken­re­gis­ter des Deut­schen Patent- und Mar­ken­am­tes kennt BLIFT nicht mehr. Doch meine Begeg­nung mit dem BLIFT hatte Fol­gen: Bis heute ist der mecha­ni­sche, spe­zi­ell der Druck­blei­stift, das Schreib­ge­rät mei­ner Wahl, das ich täg­lich für Ent­würfe, Skiz­zen und Noti­zen benutze. Dabei wechsle ich gerne hin und wie­der das Modell, beson­ders dann, wenn ich auf unge­wöhn­li­che Exem­plare wie den Ohto Super Pro­me­cha stoße oder – wie kürz­lich gesche­hen – bei einem Abver­kauf zu alten Model­len aus dem Hause Rot­ring kom­men kann.

Mit mecha­ni­schen Blei­stif­ten beschäf­ti­gen sich:
Daves Mecha­ni­cal Pencils
JL6&39;s Pen­cil Collection
Pen­cil Box
Lead­hol­der
The Uncom­for­ta­ble Chair (in japanisch)
John Johnson’s 0.3 mm Mecha­ni­cal Pencils
Mecha­ni­cal Pen­cils (Pig­Pog)
Scripto & Skilcraft Pen­cil History Page
Vin­tage Pen­cils 1850-1935
The Cult Pens Guide to Mecha­ni­cal Pen­cils (Cult Pens)
Moon­Wiki – Mecha­ni­cal Pen­cil Database
The quest for the best in mecha­ni­cal pen­cils (Ask Meta­Fil­ter)

Nach­trag: Bis jetzt konnte ich lei­der nicht her­aus­fin­den, was aus Kreu­zer gewor­den ist; STAEDTLER, Faber-Castell, Eber­hard Faber, Läufer-Gutenberg sowie zahl­rei­che Fachänd­ler in mei­ner Umge­bung konn­ten mir nicht wei­ter­hel­fen. Ich freue mich daher sehr über jeden Hin­weis aus mei­ner Leserschaft!

Der Raubritter mit dem Plastikarm

Raubritter-Nachwuchs auf Beutezug im Legoland (Günzburg)

Raubritter-Nachwuchs auf Beu­te­zug im Lego­land (Günz­burg)

Erst­mals nach­ge­wie­sen wurde der Begriff „Raub­rit­ter“ nach der­zei­ti­gem Kennt­nis­stand aus­ge­rech­net in einem anonym erschie­ne­nen Rit­ter­ro­man aus dem Jahr 1799 mit dem bezeich­nen­den Titel Der Raub­rit­ter mit dem Stahl­arme, oder der Ster­nen­kranz. Eine Geis­ter­ge­schichte (Quelle).

„Mögen hätt’ ich schon wollen, …

… aber dür­fen hab’ ich mich nicht getraut“ – so einer der bekann­tes­ten Aus­sprü­che des Komi­kers und Kaba­ret­tis­ten Karl Valen­tin, des­sen umfang­rei­ches Schaf­fen das Deut­sche Film­mu­seum in Frank­furt am Main mit einer Son­der­aus­stel­lung würdigt.

Karl-Valentin-Ausstellung im Deutschen Filmmuseum, Frankfurt/Main

Die her­vor­ra­gend gemachte Aus­stel­lung mit zahl­rei­chen Fotos, Pla­ka­ten, Manu­skrip­ten, O-Tönen, Fil­men, Requi­si­ten und vie­lem mehr des Film­pio­niers und Medi­en­hand­wer­kers wird durch Kinotermine sowie einen 160-seitigen Kata­log ergänzt. Karl-Valentin-Fans und sol­che, die es wer­den wol­len, haben noch bis zum 28. Okto­ber 2007 die Gele­gen­heit, das große Mul­ti­ta­lent neu- und wiederzuentdecken.

Deut­sches Filmmuseum
Schau­main­kai 41
60596 Frankfurt/Main

Links:
Deut­sches Film­mu­seum Frankfurt/Main
Details zur Karl-Valentin-Ausstellung

Nach­trag: Die Deut­sche Post bie­tet sowohl eine Son­der­brief­marke zu 0,45 Euro als auch eine DVD mit fünf sei­ner Kurz­filme an (dar­un­ter „Die Orches­ter­probe“). Letz­tere wird mit einem Vie­rer­block der Son­der­brief­marke aus­ge­lie­fert und kos­tet 9,90 Euro.

Knusprige Kreationen

Im prall gefüll­ten Korb der Knusp­rig­kei­ten mei­nes ört­li­chen Koh­len­hy­drate­lie­fe­ran­ten (vulgo: Bäcker) lau­er­ten heute Bal­last­stoffe für die Sprachverdauung:

  Brot­bröt­chen  

Ich habe mir die­ses krea­tive Wort­ge­bäck kurz auf der geis­ti­gen Zunge zer­ge­hen las­sen und mich dann verkrümelt.

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