Monat: Februar 2015

Genau schauen

Seit fast zwei Wochen kein Foto von Kisho? Das ist kein Zustand.

Genau schauen

Wenn Kisho einen ande­ren Hund sieht, setzt er sich erst ein­mal hin und schaut genau. Hier hat er einen Boxer erspäht. – Kommt der andere Hund näher, macht sich Kisho oft ganz flach.

Caran d’Ache GRAFIK

Ges­tern sind einige Blei­stifte von Caran d’Ache ein­ge­trof­fen, dar­un­ter auch ein paar aus der GRAFIK-Serie, deren Gestal­tung mich sehr anspricht.

Caran d'Ache GRAFIK

Doch die Freude währte nur kurz – eine Abplat­zung bei einem, Ein­schlüsse im Lack und au­ßermittig sit­zende Minen bei man­chen sowie unsau­bere Enden bei allen Blei­stif­ten pas­sen gar nicht zu der Qua­li­tät, wie ich sie von Caran d’Ache kenne. Die Minen indes sind zum Glück immer noch sehr gut, wie ich in einem schnel­len Test fest­stel­len konnte; ihre Härte ent­spricht etwa der des STAEDTLER Mars Lumo­graph F.

Caran d'Ache GRAFIK

Hier der rote GRAFIK:

Caran d'Ache GRAFIK

(Nicht zen­trisch sit­zende Minen sind des­halb ärger­lich, weil beim Spit­zen das Holz ungleich­mäßig abge­tra­gen wird und so an einer Stelle sehr weit an die Minen­spitze her­an­reicht; dies kann beim Schrei­ben stören.)

Eben­falls bestellt hatte ich den Tech­no­graph 777 in unter­schied­li­chen Här­te­gra­den und in der Hoff­nung, nicht die Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät zu erhal­ten, die mich auf der Paper­world ver­wundert hat. Aber nein: Hat mein letz­ter alter Tech­no­graph einen gleich­mä­ßi­gen, glat­ten Lack, so ist der des aktu­el­len ungleich­mä­ßig und stumpf; zudem ist der Prä­ge­druck nicht mehr so sau­ber. – Den Sitz der Mine konnte ich nicht prü­fen, da der Tech­no­graph 777 ein Käpp­chen hat, doch einige der werk­sei­ti­gen Spit­zen haben mich skep­tisch gestimmt.

Bis auf die außer­mit­ti­gen Minen mögen das Äußer­lich­kei­ten sein, doch bei einem Preis von 1,20 Euro (GRAFIK) bzw. 1,95 Euro (Tech­no­graph 777) pro Stift und der ehe­mals hohen Qua­li­tät finde ich diese Blei­stifte enttäuschend.

Nach­trag: Auch ein Exem­plar des vier­ten Blei­stifts die­ser Reihe hat Fertigungsmängel:

Caran d'Ache GRAFIK

Die Mine und das Holz (Zeder!) sind sehr gut und das Design ist pfif­fig. Warum rui­niert man alles durch eine der­art schlechte Verarbeitung?

Dick und weich

Ein beson­de­res Ver­hält­nis von Minen- zu Stift­durch­mes­ser gibt es beim Art­Graf soft car­bon des por­tu­gie­si­schen Her­stel­lers Viarco zu bestaunen.

Dick und weich

Der was­ser­ver­mal­bare Stift mit einem Durch­mes­ser von 7,4 mm hat näm­lich eine 5 mm dicke Mine:

Dick und weich

Fer­ti­gungs­tech­nisch ist das sicher eine Her­aus­for­de­rung, und so sei der nicht exakt zentri­sche Sitz der Mine verziehen.

Dick und weich

Gespitzt mit dem CARL Angel-5 Royal

Erwar­tungs­ge­mäß ist die Abgabe nicht ganz sau­ber, doch der matte, tief­schwarze Abstrich erfreut.

Kurz notiert

Vor einer Woche wurde ein für STAEDTLER ein­ge­tra­ge­nes Gebrauchs­mus­ter veröffent­licht. Es beschreibt eine durch Extru­sion zu fer­ti­gende „Mine für Schreib-, Zeichen- und/ oder Mal­ge­räte“ mit Poly­mer­bin­dung, wobei als Bin­de­mit­tel kein Roh­öl­pro­dukt, son­dern Po­lylactid ver­wen­det wird. Poly­l­ac­tid, auch Poly­milch­säure oder PLA, wurde bereits Mitte des 19. Jahr­hun­derts ent­deckt; in den frü­hen 1930er Jah­ren gelang es, ein Ver­fah­ren zur in­dustriellen Pro­duk­tion zu fin­den. Die wich­tigs­ten Ein­satz­ge­biete die­ses haupt­säch­lich aus Mais­stärke und land­wirt­schaft­li­chen Abfall­stof­fen wie Molke her­ge­stell­ten und abbau­ba­ren Poly­mers sind die Ver­pa­ckungs­in­dus­trie und die Medi­zin­tech­nik. – PLA kam wohl schon vor eini­ger Zeit in die Welt des Blei­stifts, denn soweit ich weiß, ist der Behäl­ter des Doppel-Gehäusespitzers Ellip­tic Swing Green Line von Möbius+Ruppert aus die­sem Material.

Frisch geerntet

Im Schreib­wa­ren­la­den frisch geern­tet: Der neue Blei­stift „SAVE NATURE ECO“ – ist das sein Name? – von Brun­nen, der bewor­ben wird mit „Her­ge­stellt aus Res­ten der Weizen-Ernte“ (!). Da ich mich hin und wie­der gerne durch die Wer­bung ver­füh­ren lasse und mit Pro­duk­ten von Brun­nen bis­her nur gute Erfah­run­gen gemacht habe, musste ich ihn unbe­dingt mitnehmen.

Frisch geerntet

Der extru­dierte, in drei Far­ben erhält­li­che Stift ist drei­flä­chig, 176 mm lang, 7,3 mm dick und mit 8 g gut dop­pelt so schwer wie ein holz­ge­fass­ter Blei­stift. Er hat stark ver­run­dete Kan­ten, eine etwa 2,3 mm dicke Mine und einen ein­far­bi­gen, sau­be­ren Prä­ge­druck ohne Här­te­grad­an­gabe; ein Auf­kle­ber trägt die GTIN 4003273665750, den Strich­code und die Arti­kel­num­mer 10-29 062.

Frisch geerntet

Es fällt auf, dass der Blei­stift recht leicht bieg­bar ist, und viel­leicht ist das der Grund dafür, dass kei­nes mei­ner sechs Exem­plare wirk­lich gerade ist. Wäre das noch ein erträg­li­cher Schön­heits­feh­ler, so sieht es bei der Mine, deren Här­te­grad sub­jek­tiv zwi­schen HB und F des STAEDTLER Mars Lumo­graph liegt, schon anders aus: Sie haf­tet spür­bar am Papier, schwärzt nur mäßig, hat bei fri­scher Spitze, auf der Poren sicht­bar sind, eine unsau­bere Abgabe und ist nicht bruch­sta­bil. Ihre Radier­bar­keit indes ist ordentlich.

Frisch geerntet

Spit­zen (von links): ab Werk, Kur­bel­spit­zer, Handspitzer

Beim Spit­zen im Hand­spit­zer zei­gen sich wei­tere Schwä­chen, denn mir ist die Spitze mehr­mals abge­bro­chen; auch wurde sie, wenn es funk­tio­niert hat, nie rich­tig spitz. Eben­falls nicht gut ist die Bin­dung von Mine und Schaft – der Hand­spit­zer löst Teile des Schaftmate­rials von der Mine, und beim Span fällt auf, dass sich die bei­den Kom­po­nen­ten sofort von­einander trennen.

Ich finde die Idee und auch die Auf­ma­chung der Blei­stifte gut. Die Qua­li­tät jedoch ent­täuscht mich und ent­spricht nicht der, die ich von Brun­nen gewohnt bin; zudem halte ich dafür den Stift mit 95 Euro-Cent für zu teuer. Inter­es­sant zu wis­sen wäre aller­dings noch, wel­che Teile des Wei­zens ver­wen­det und wo die Stifte her­ge­stellt wer­den. – Zu die­sen Blei­stif­ten wer­den ein Radie­rer aus Natur­kau­tschuk und ein Doppel-Gehäusespitzer aus Poly­ac­tid (PLA) ange­bo­ten, des­sen Design und Innen­le­ben mich sehr an den Ellip­tic Swing Green Line von Möbius+Ruppert erinnert.

Nach­trag vom 28.2.15: Ein Fach­mann sagte mir, dass der Schaft die­ses Blei­stifts weni­ger als 10% pflanz­li­che Fasern ent­halte. Damit kommt zu der gerin­gen Qua­li­tät der Ver­dacht, dass „SAVE NATURE“ und „ECO“ hier nicht so ganz passen.

Noch in Gebrauch

Ich freue mich immer, wenn ich altes, nicht mehr erhält­li­ches Schreib­ge­rät sehe, das noch benutzt wird. Heute fiel mir in einem Main­zer Fach­ge­schäft der Behäl­ter­spit­zer 920 von Möbius+Ruppert auf.

Noch in Gebrauch

Die­ses Modell trägt das alte Logo, das zwi­schen M und R zwei Geo­drei­ecke und ein Spitz­loch hatte, wobei letz­te­res an ein „O” erin­nerte und das Logo daher wie „MOR” aus­sah. Es wurde bis 1992 ver­wen­det, und so ist der (übri­gens bemer­kens­wert gut erhal­tene) Spit­zer min­des­tens 23 Jahre alt. Klasse!

Nach­trag vom 30.3.15: In der ers­ten Vari­ante des 920 war der Magne­si­um­spit­zer in den Deckel ein­ge­schraubt (siehe Patent DE1805118 von 1968). Da dies fer­ti­gungs­tech­nisch sehr auf­wän­dig war – der Deckel musste dop­pelt ent­spin­delt wer­den – hat man den Spit­zer spä­ter ein­ge­gos­sen. Diese ver­ein­fachte Vari­ante ist auch im Foto zu sehen.

50 Jahre STAEDTLER Mars plastic

Auf der Paper­world 2015 und bei Blei­stift wurde schon gefei­ert, und auch ich möchte in das Geburts­tags­ständ­chen ein­stim­men: Der Radierer-Klassiker Mars plastic von STAEDTLER ist in die­sem Jahr 50 geworden.

50 Jahre STAEDTLER Mars plastic

Zu die­sem Jubi­läum gibt es ihn mit Jubi­lä­ums­man­schette und die Metall­spit­zer 51010 sowie 51020 in einer gold­far­be­nen Aus­füh­rung. – Übri­gens: Die Spit­zer sind aus Zink­druck­guss und sprüh­lackiert; der Lack ist extrem abriebfest.

Danke an STAEDTLER für die Muster!

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