Archiv der Kategorie „Kultur”

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Verpackungskunst

Samstag, 16. Oktober 2010

Verpackungskunst

Langer Schornstein, kurzer Text: Die Vorderseite der Verpackung des blauen Farbstifts FILA 835 („matite a pastello colorate per ufficio”) macht hier und heute Werbung für den hervorragenden Beitrag „Packaging Blackwing Pencils” auf The Blackwing Pages, in dem mal nicht der klassische Bleistift, sondern vier seiner mindestens ebenso attraktiven Kartons im Vordergrund stehen. Hingehen und staunen!

Ein besonderes Erlebnis

Samstag, 9. Oktober 2010

Vor einer Weile machte mich mein Leser boomerang auf einen Comic von Flix aufmerksam. In diesem betrauerte der bekannte Künstler das Ende seines Druckbleistifts Apollo L 0.5, mit dem er 15 Jahre lang gearbeitet hat. Da fühlte ich mit, denn die enge Beziehung zu Schreibgeräten ist mir vertraut, und erinnerte mich an einen Apollo in meinem Fundus (dieser Stift von Faber-Castell ist schon lange nicht mehr erhältlich). Kurz darauf war mein Exemplar als Geschenk an Flix unterwegs, auch wenn ich wusste, dass der blaue Apollo sein rotes Original nicht ersetzen kann.

Wenige Tage später war ich beim Blick in die Post gleichermaßen gerührt wie hingerissen:

Ein besonderes Erlebnis

Herzlichen Dank an Flix für diese wunderschöne Zeichnung, die mich – demnächst gerahmt und aufgehängt – immer erfreuen wird!

Nachtrag vom 18.10.10: Details zum Stift gibt es unter „Apollo-Mission”.

Große Buchstaben

Mittwoch, 18. August 2010

Große Buchstaben

Ich mag große Buchstaben. Diese alten Exemplare an der Autobahn-Raststätte Eisenach haben es mir besonders angetan: Die Typografie, der Kontrast zum Gebäude, die schräge Anbringung – für mich eine ansprechende Leuchtschrift, zu deren Reiz auch der selten gewordene Begriff „Rasthaus” beiträgt.

Kunstkopf

Sonntag, 15. August 2010

Kunstkopf

Holzskulptur „Großes Gesicht” von Egon Stöckle bei Kaditzsch (Muldental, Sachsen)

Auf die Spitze getrieben

Dienstag, 3. August 2010

Filigrane Kunstwerke aus Graphit: „14 Creative Pencil Tip Sculptures by Dalton Ghetti”.

Danke an Stefan für den Hinweis!

Römisch Linkskursiv

Sonntag, 1. August 2010

Die ungewöhnliche, nach links geneigte Schriftart „Römisch Linkskursiv” war bis vor einigen Jahren ein charakteristisches Merkmal topografischer Karten, doch mittlerweile ist sie durch die vereinfachte Kartengestaltung nur noch selten anzutreffen.

Römisch Linkskursiv

Ausschnitt der topografischen Karte für Groß-Gerau
(© Hessisches Landesvermessungsamt 1997)

Genutzt wurde sie für den Satz der Gewässernamen, wobei sich ihre Höhe von 1,5 bis 6 mm an der Größe des Gewässers orientierte; bei 6 mm kam eine hohle, d. h. eine Outline-Variante zum Einsatz. – Weitere Details nennt das „Musterblatt für die Topographische Karte 1:25000″ ab Seite 58.

Römisch Linkskursiv

Ausschnitt der Legende zur topografischen Karte für Neustadt/Hessen
(© Hessisches Landesvermessungsamt 1989)

Die oben gezeigte Legende für Gewässer und Gelände ist übrigens eine Besonderheit, denn sie wirkt wie eine eigene Landkarte. Wie ich vom Hessischen Landesvermessungsamt (heute Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation) vor einiger Zeit erfahren konnte, empfanden viele diese Darstellung als missverständlich, so dass sie Mitte der 1990er Jahre durch die tabellarische Form abgelöst wurde. Leider hat diese Behörde keine Details zu dieser Schrift.

Römisch Linkskursiv

Roemisch Rueckwaerts Liegend (Linotype, Größenangaben in Punkt)

Ich habe die stets in blau gehaltene „Römisch Linkskursiv”, deren besondere Ästhetik mich anspricht, nie außerhalb topografischer Karten angetroffen und kenne auch ihre Herkunft nicht. Linotype führt eine auf den ersten Blick ähnlich wirkende, bei genauer Betrachtung jedoch deutlich abweichende Schriftart unter „Roemisch Rueckwaerts Liegend”, kann aber nichts zum Ursprung dieser sagen.

Römisch Linkskursiv

Ausschnitt der Legende zur topografischen Karte für Bad Karlshafen
(© Niedersächsisches Landesvermessungsamt 1987)

Wer weiß etwas zur Geschichte dieser Schrift?

Kunst und Konstruktion

Samstag, 10. Juli 2010

Die Ästhetik der technischen Zeichnung begeistert mich mindestens ebenso wie die früher dafür benutzten Utensilien, und so greife ich mir jedes Buch zur Geschichte dieser Kunst, das ich bekommen kann. Nach „The Art of the Engineer” fielen mir kürzlich zwei weitere in die Hände, und zwar „Zirkel und Lineal. Kulturgeschichte des konstruktiven Zeichnens” von Jörg Sellenriek (1987) sowie „Kulturgeschichte des technischen Zeichnens” von Alois Nedoluha (1960).

Kunst und Konstruktion

Beide Bücher sind sehr interessant aufgemacht und versprechen eine spannende Lektüre zu werden. Bereits ihre äußere Gestaltung erfreut mich: Die Konstruktion einer Sonnenuhr von Albrecht Dürer aus „Underweysung der Messung, mit dem Zirckel und Richtscheyt” (1525) schmückt den Leineneinband des ersten Titels und die stilisierte Darstellung eines Zeichenkopfes nebst dessen Führung den des zweiten.

Kunst und Konstruktion

Solche Details finde ich einfach klasse.

Nachtrag vom 17.10.10: Ein Ausschnitt des Leineneinbands von „The Art of Mechanical Drawing – A Practical Course for Drafting and Design” (William F. Willard, Popular Mechanics 1912, Neuauflage Hearst Books 2009).

Kunst und Konstruktion

Nachruf auf einen Pfeil

Freitag, 16. April 2010

Ich mag Pfeile: kleine und große, dicke und dünne, gerade und gebogene, Pfeile auf und aus Papier, Holz und Metall.

Alter Herzpfeil

Ausgerechnet ein mir besonders vertrauter Pfeil ist inzwischen fast vollständig aus dem öffentlichen Raum verschwunden, und zwar der Herzpfeil. Auf zahlreichen Straßenschildern richtungsweisend und bereichsmarkierend vertreten war er für lange Zeit ein wichtiger und auffälliger Teil des Straßenbilds, das sich jetzt wandelt, denn schon einige Jahre vor der am 1. September 2009 eingeführten neuen Straßenverkehrsordnung erfuhren etliche Schilder eine Überarbeitung. Bei dieser Straffung – einer weiteren unseres Alltags – musste der alte Herzpfeil mit seiner freundlichen und etwas füllig wirkenden Gestalt der mageren, kantig-strengen Iso-Variante weichen.

Neuer Isopfeil

Es klingt bestimmt völlig irrational und hoffnungslos nostalgisch, aber mir wird der Herzpfeil fehlen.