Monat: Mai 2012

(low) tech writer

Es ist schon einige Zeit her, dass ich auf den Arti­kel „General’s Semi-Hex 498 2 2/4 … Rea­sons Why #1“ gesto­ßen bin, doch ich weiß noch, dass er mir gut gefal­len hat – so gut, dass ich das Web­log „(low) tech wri­ter“ von David Mad­da­lena im Auge behal­ten habe.

Wie ich spä­ter erfuhr, gehört der Arti­kel über den Blei­stift von Gene­ral zu 50 Essays, in de­nen sich der im Sili­con Val­ley lebende Autor zwi­schen Januar 2009 und Dezem­ber 2010 mit alt­mo­di­schen, ein­fa­chen und schö­nen Din­gen und Orten aus­ein­an­der­ge­setzt hat. Aus die­sen zunächst als Web­log ver­öf­fent­li­chen Tex­ten wurde danach eine Web­site und im April die­ses Jah­res ein Buch.

(low) tech writer

In „(low) tech wri­ter“ betrach­tet David Mad­da­lena u. a. ein­fa­che Werk­zeuge, Land­kar­ten, Wör­ter­bü­cher und Selbst­ge­mach­tes und spricht mich damit gleich in mehr­fa­cher Hin­sicht an. Doch er ist kein Maschi­nen­stür­mer – ganz im Gegen­teil: Er tritt ein für ein sinn­vol­les, über­legtes Neben­ein­an­der von alter und neuer Tech­nik und so für eine bewuss­tere Wahl der Mit­tel. Sei­ner Wert­schät­zung schlich­ter, dem High-Tech zuwei­len über­le­ge­ner Dinge ver­leiht er klug und humor­voll Aus­druck und regt zum Nach­den­ken an.

„(low) tech wri­ter – low tech princi­ples in a high tech world“ hat etwa A5-Format, 158 Sei­ten und ent­hält zahl­rei­che Schwarzweiß-Abbildungen sowie einige zuvor nicht veröf­fentlichte Texte. Es ist bei Lulu als Print-on-Demand erschie­nen und kos­tet 11,39 Euro.

Danke an Kai für den Hin­weis auf das Buch!

Im Bild: Becher von Wäch­ters­bach (alt), Notiz­buch „Agenda“ (heute „Pocket“) von Leuchtturm1917, Blei­stift STAEDTLER Noris 120 B, Spit­zer Faber-Castell Janus 4048 und Radie­rer Mitsu­bi­shi Boxy.

Von A.C. bis Zinco

Von A.C. bis Zinco

Albert.—A popu­lar small size of pri­vate note paper, 6 by 3⅞ in. when folded to fly sheet, princi­pally pre­fer­red for ladies‘ uses des­pite its mas­cu­line description.

Ele­phant.—A size of paper, 23 in. by 28 in., used occa­sio­nally in car­tridge paper and paper han­gings. It is sup­po­sed to derive its name from the fact that it origi­nally con­tai­ned a water­mark of an ele­phant, but there is not much evi­dence to sup­port this theory.

Von A.C. bis Zinco

H., H.B., H.H. etc.—Abbre­via­ted descrip­ti­ons app­lied to black­lead pen­cils. H. signi­fies hard, and the exact degree of hard­ness is fur­ther spe­ci­fied by the num­ber of H’s., thus one H. would repre­sent a merely hard pen­cil while 6H would cor­re­spond to about the maxi­mum degree of hard­ness. H.B. deno­tes hard and black, while fur­ther degrees of soft­ness and black­ness are spe­ci­fied by the num­ber of B.’s. Thus, while B. repres­ents a soft black pen­cil, B.B. would indi­cate a fur­ther degree of softness.

Von A.C. bis Zinco

Music Paper.—A class of high qua­lity prin­ting paper of stan­dard size made with spe­cial con­si­de­ra­tion to thic­kness, sur­face, flat­ness and fle­xi­bi­lity. The cor­rect way of grain for ope­ning easily and not cur­ling is important.

Pro­pel­ling Pen­cils.—The type of pocket pen­cil which car­ries a slen­der lead in a tube and which has a screw of simi­lar mecha­nism for the pur­pose of pro­pel­ling the lead point up for wri­ting or down into the case for safety.

Von A.C. bis Zinco

Style.—From “stylus”, the imple­ment with which the early Egyp­ti­ans incised their his­to­ri­cal records or bees­wax tablets, the incisi­ons being after­wards fil­led in with ear­thy colour for dis­tinc­tion, effect and endu­rance. The modern “style” is a short blunt pen­cil with a bone or agate point, and is used for wri­ting on mani­fold dupli­ca­tes where two-sided car­bon bet­ween the lea­ves pro­du­ces a dou­ble copy. The leaf on which the style is used is thin mani­fold, the trans­pa­rency of which per­mits the car­bon impres­sion to show through clearly from the back.

Von A.C. bis Zinco

Water­line Ruling.—A method of ruling employed when the lines are requi­red to be barely visi­ble, as in occa­sio­nal note paper and for­eign bank­post orders. The ruling ink is thin­ned down for the pur­pose of a mere tint. Water­li­ning is also accom­plis­hed by the paper­ma­ker in the manu­fac­ture of brief fool­scaps and other legal forms by embo­dy­ing the pat­tern as a water­mark. Mainly this method is employed in the pro­duc­tion of hand-made papers, in which case the wire­mould in which the she­ets are for­med con­tains the water­line pat­tern in relief. The impres­sion of the rai­sed wires on the moist pulp crea­tes the necessary watermark.

Von A.C. bis Zinco

Harry A. Mad­dox: A Dic­tion­ary of Sta­tio­nery. J. Whita­ker and Sons, Ltd, Lon­don. 2. überar­beitete Auf­lage 1942, Nach­druck 1946. Gedruckt in Eng­land von Unwin Bro­thers Limi­ted, Lon­don and Woking. 10,5 × 16,5 cm, 124 Sei­ten. Ehe­ma­li­ges Bibliotheks-Exemplar. – Der Blei­stift im ers­ten Bild ist ein Wolff’s Royal Sov­er­eign 5151 HB, her­ge­stellt in Pon­ty­clun, Gla­morgan (Wales).

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Die­ses Jubi­läum fand bereits 1955 statt, doch das, was aus­ge­wähl­ten Per­so­nen zu die­sem Anlass über­reicht wurde, lässt heute noch staunen.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Schon die Ver­pa­ckung beein­druckt. Der feste, 20 × 6 × 1 cm große und mit goldfarbe­ner Folie über­zo­gene Schie­be­kar­ton trägt auf Vorder- und Rück­seite voll­flä­chige, far­big ab­gestimmte Eti­ket­ten, die stil­voll und sau­ber bedruckt sind.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Auch nach über einem hal­ben Jahr­hun­dert hat sich weder der Kar­ton nen­nens­wert verzo­gen noch eine Ver­kle­bung gelöst – zwei­fel­los keine Selbstverständlichkeit.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Im Innern des geschmack­vol­len Etuis war­tet ein hal­bes Dut­zend dicker, dun­kel­ro­ter Bleistif­te mit mat­ten, gold­farbenen Kan­ten­strei­fen, klei­nen wei­ßen Schwä­nen und goldglänzen­den Metall­kap­pen. Die Stifte haben einen eben­falls gold­glän­zen­den Prä­ge­druck mit dem Logo und dem Namen des Her­stel­lers, geschmück­ten Jah­res­zah­len und einer auf allen Flä­chen ange­brach­ten „100“1.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Die Schwäne, mit Watte vor Bruch geschützt, sind aus Kunst­stoff und mit Sockel 10 mm lang. – Neben der Luxus­aus­füh­rung die­ses Sets mit Schwän­chen gab es noch eine ein­fachere, deren Blei­stifte eine Tauch­kappe mit Schwan-Logo (dem sog. „Schwan-Auge“) zierte.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Gold­glän­zende, 43 mm lange Metall­kap­pen mit Schlitz und Bör­de­lung schüt­zen die Spitzen.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Der mit Schwän­chen 18,5 cm lange Stift ist 9 mm dick und hat eine etwa 3,5 mm starke Mine, deren Mischung der im Sta­bilo micro 8000 B2 ent­spricht. Sie schreibt sehr sau­ber, ist ver­gleichs­weise wisch­fest, gut radier­bar und glei­tet äußerst leicht. – Als ich das Set be­kommen habe, hat­ten die Spit­zen einen grauen Belag. Die­ser ist durch das Aus­blü­hen des Wach­ses, mit dem die Minen getränkt wur­den, ent­stan­den und ließ sich abwischen.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Die Unre­gel­mä­ßig­kei­ten an der Kap­pen­spitze sind keine Spu­ren der Kor­ro­sion, son­dern Reflexionen.

Das Zedern­holz des Stif­tes ist röt­lich und fein gema­sert (auf den Griff zum Spit­zer habe ich dies­mal ver­zich­tet). – Bei genauem Blick erkennt man, dass zuerst die Kan­ten gold­far­ben und dann die Flä­chen rot lackiert wurden.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Zum Grö­ßen­ver­gleich ein aktu­el­ler STABILO Opéra 285.

Die Liebe zum Detail, die sorg­fäl­tige Ver­ar­bei­tung und die sehr hohe Qua­li­tät machen die­ses groß­ar­tige Jubiläums-Set, das nur als Prä­sent gedacht und nicht zu kau­fen war, für mich zu einer Kostbarkeit.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Danke an Her­bert R. für die Details zum Hin­ter­grund des präch­ti­gen Sets!

  1. Eine nette Aktion von Schwan zu die­sem Jubi­läum war übri­gens, alle Bür­ger Deutsch­lands, die 1955 auch 100 Jahre alt wur­den, zu besu­chen und zu beschen­ken. Über Zeit­schrif­ten­an­zei­gen und Arti­kel hatte man nach ihnen gesucht, und alle 50, die sich gemel­det haben, wur­den auch bedacht.
  2. Bereits 1930 ließ sich die Schwan-Bleistift-Fabrik „mikrof­ein“ und 1938 „micro­tom“ ein­tra­gen. Diese Namen gin­gen wohl zurück auf die „mikro­sko­pisch fein ver­mah­lene Spe­zi­al­mine“, wie der Kata­log des Jah­res 1938 schrieb. Die Bezeich­nung „micro­tom“ und die Kurz­form „micro“ wur­den ab 1959 für Fallstift-Minen genutzt und spä­ter für den STABILO micro 8000 über­nom­men; die Mine des letz­te­ren ent­sprach der Fallstift-Mine.

J.S. STAEDTLER Noris 278

Um die hun­dert Jahre alt ist die­ses Dut­zend des Noris 278 von J.S. STAEDTLER.

J.S. STAEDTLER Noris 278

Der 1901 ein­ge­tra­gene Mar­ken­name „Noris“ hat seine Wur­zeln im 11. Jahr­hun­dert, als der Norica-Stamm die Ansied­lung Nori­m­berga (auch „Noren­berg“) auf dem Burg­berg grün­dete. Dich­ter der dar­aus ent­stan­de­nen Stadt Nürn­berg stell­ten im 17. Jahr­hun­dert ihre Hei­mat als „Nym­phe Noris“ dar und mach­ten so den Namen „Noris“ populär.

J.S. STAEDTLER Noris 278

Die ers­ten Pro­dukte der Marke „Noris“ waren runde und sechs­flä­chige Stifte mit Poli­tur, doch bereits 1919 umfasste das „Noris“-Sortiment außer­dem Kopier­stifte, Hand- und Kur­belspitzer, Radie­rer, Krei­den und sogar einen Dreh­blei­stift, den Noris-Füllstift 8280, mit 60 mm lan­gen und 2,45 mm dicken Minen. Der Kata­log die­ses Jah­res führte auch den Blei­stift Nr. 278 auf; ihn bot man nur in Härte 2 an.

J.S. STAEDTLER Noris 278

Aus­schnitt des Kata­logs von 1919

Rot lackiert und mit gold­far­be­ner Prä­gung gab der 278 eine ele­gante Erschei­nung ab, aber auch die ande­ren Vari­an­ten in schwarz, gelb und grün waren sicher schön anzusehen.

J.S. STAEDTLER Noris 278

Meine Exem­plare indes sind ziem­lich mit­ge­nom­men und haben nicht die bedruckte, im Ka­talog von 1919 abge­bil­dete Ban­de­role. – Ich kann nicht sagen, ob die Abplat­zun­gen des Lacks und die Risse auf Pro­duk­ti­ons­män­gel oder eine unsach­ge­mäße Lage­rung zurück­zuführen sind. Bemer­kens­wert ist aller­dings, dass bei kei­nem Stift die Mine erkenn­bar ex­zentrisch sitzt und nur ein ein­zi­ger leicht gekrümmt ist; bei­des ist für Blei­stifte die­ses Alters keine Selbstverständlichkeit.

J.S. STAEDTLER Noris 278

Aus­schnitt des Kata­logs von 1919

Der hexa­go­nale Noris 278 hat einen Durch­mes­ser von knapp 8 mm, eine 2 mm dicke Mine und recht scharfe Kan­ten. Neben sei­ner Bedruckung mit den übli­chen Infor­ma­tio­nen, zu denen auch der Vier­tel­mond als das dama­lige Waren­zei­chen gehört, trägt er noch die Blind­prä­gung „MADE IN GERMANY“.

J.S. STAEDTLER Noris 278

Das Holz bezeich­net der Kata­log als „Zeder­n­er­satz­holz“, ohne es jedoch genauer zu spezifi­zieren. Es ist hell, hat eine sehr feine, gleich­mä­ßige Mase­rung und lässt sich im Hand- und im Kur­bel­spit­zer sau­ber, aber nicht beson­ders leicht spitzen.

J.S. STAEDTLER Noris 278

Gespitzt mit der „Gra­nate“ …

Die Mine des 278 ist von ordent­li­cher Qua­li­tät, kommt aber nicht an die spä­te­rer Blei­stifte die­ses Her­stel­lers heran. Trotz ihrer Rau­hig­keit schreibt sie sau­ber und ist gut radier­bar. – Es fällt auf, dass die Mine wei­cher und schwär­zer ist als spä­tere des glei­chen Härtegrads.

J.S. STAEDTLER Noris 278

… und dem Kur­bel­spit­zer Carl Decade DE-100

Der Spit­zen­blei­stift des „Noris“-Programms war in den 1930er Jah­ren der weiß lackierte 6049 aus Zedern­holz mit roter Tauch­kappe und gold­far­be­nem Prä­ge­druck. 1934 kam der erste schwarz-gelb gestreifte Noris auf den Markt, und 1955 erhielt er den wei­ßen Kra­gen und das rote Krön­chen mit Wellenrand.

J.S. STAEDTLER Noris 278

Thoreaus Bleistifte

Wie bereits erwähnt, hat der Schwei­zer Diogenes-Verlag anläss­lich des 150. Todes­ta­ges des US-amerikanischen Schrift­stel­lers Henry David Tho­reau am 6. Mai 2012 ein Bleistift-Set her­aus­ge­bracht. Bei dem Preis von knapp 10 Euro habe ich erst gezö­gert, dann aber doch zugegriffen.

Thoreaus Bleistifte

Die gut 180 × 55 × 10 mm große Metall­schach­tel ent­hält sechs hexa­go­nale, werk­sei­tig gespitzte Blei­stifte mit Zita­ten und der Unter­schrift Thoreaus.

Thoreaus Bleistifte

Ein Falt­blatt beschreibt kurz Tho­re­aus Leis­tung für den ame­ri­ka­ni­schen Blei­stift; die Rück­seite wirbt für die Thoreau-Ausgaben von Diogenes.

Thoreaus Bleistifte

Der mit Schaum­stoff aus­ge­legte Boden der Schach­tel, die Farb­ge­bung der Stifte und die Gestal­tung des Falt­blatts machen einen anspre­chen­den Eindruck.

Thoreaus Bleistifte

Thoreaus Bleistifte

Viele wer­den sich das Set wohl zur Seite legen und damit der Benut­zung ent­zie­hen, doch ich sehe auch diese Blei­stifte als Gebrauchs­ge­gen­stände und habe sie daher unter die Lu­pe genommen.

Thoreaus Bleistifte

Das helle und geruchs­freie Holz mit deut­li­cher Mase­rung lässt sich in der „Gra­nate“ gut spit­zen, doch beim Schrei­ben folgt eine Ent­täu­schung – die Mine hat zwar eine recht sau­bere Abgabe, schreibt aber rauh und kratzt. Zudem ist sie weder son­der­lich wisch­fest noch gut radierbar.

Thoreaus Bleistifte

Der nähere Blick auf die Ver­ar­bei­tung der Stifte zeigt wei­tere Schwä­chen. Der Lack – of­fenbar nur eine Schicht – ist ungleich­mä­ßig, denn er hat viele kleine Del­len (vom Holz?), und die Käpp­chen sind unter­schied­lich groß. Auch der Auf­druck hat Män­gel; hier fal­len die grobe Auf­lö­sung und die unter­schied­li­che Farb­sät­ti­gung auf.

Thoreaus Bleistifte

Bei Werbe-Bleistiften würde ich viel­leicht ein Auge zudrü­cken, doch bei die­sen, die einen Mann ehren sol­len, der sich der Qua­li­tät von Blei­stif­ten ver­pflich­tet hatte und sie auch bot, kann ich das nicht hin­neh­men, erst recht nicht ange­sichts des Prei­ses, und so bereue ich den Kauf. – Übri­gens hat mir Dio­ge­nes auf meine Frage nach dem Her­stel­ler der Blei­stifte nicht geant­wor­tet; das finde ich eben­falls schade.

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