Monat: Januar 2015

Kurz notiert

Pilot FriXion

Zu den Tin­ten­rol­lern und Text­mar­kern der erfolg­rei­chen FriXion-Familie von Pilot kam Ende 2013 ein holz­ge­fass­ter Farb­stift, der offi­zi­ell nur in Japan erhält­lich ist.

Pilot FriXion

Auch die­ser Stift hat ein ther­mo­sen­si­ti­ves Pig­ment, das beim Erhit­zen auf 60 °C transpa­rent1 und beim Abküh­len auf −10 °C wie­der sicht­bar wird. Seine Zwinge hält statt einem Radie­rer einen Hartgummi-Stopfen, mit dem das Papier auf­ge­heizt wird.

Pilot FriXion

Die Kunststoff-Klappbox ent­hält zwölf werk­sei­tig gespitzte Stifte, die rund, 17,5 cm lang und 7,4 mm dick sind. Der bemer­kens­wert aus­führ­li­che Auf­druck umfasst u. a. den Pro­duktnamen, die Farb­be­zeich­nung, ein Feld zum Beschrif­ten, die GTIN und den Strich­code. Dane­ben gibt es die Blind­prä­gung „1402“, die ver­mut­lich für das Jahr und den Monat der Fer­ti­gung steht. Ein Bei­le­ger infor­miert über das Produkt.

Pilot FriXion

Ganz oben unter „Fri­Xion“ heißt es: フリクション (furi­kus­hon) – Rei­bung, いろ (iro) – Farbe
und えんぴつ (enpitsu) – Bleistift.

Die Stifte sind gut ver­ar­bei­tet. Der Auf­druck ist sehr sau­ber und die Zwinge sitzt fest und bün­dig; ledig­lich einige Unre­gel­mä­ßig­kei­ten im Lack und ein dunk­ler Längs­strei­fen auf je­dem Stift (offen­bar fer­ti­gungs­be­dingt) trü­ben den Gesamteindruck.

Pilot FriXion

Beim Blick auf die Spitze fällt eine mil­chige Schicht zwi­schen Holz und Mine auf. Sie erin­nert an die A·B·S-Technik von STAEDTLER, bei der ein wei­ßer Man­tel die Mine schützt und ihre Bruch­fes­tig­keit erhöht2; gut mög­lich, dass man hier etwas ähn­li­ches gemacht hat. – Die Mine ist mit mil­chi­ger Schicht 3,5 mm dick.

Pilot FriXion

Die Abgabe des Pilot Fri­Xion ist sau­ber und leicht wach­sig, aber nicht sehr satt; ins­ge­samt sind die Far­ben etwas pas­tel­lig. Der „Radie­rer“, mit dem man bei gerin­gem Andruck auf­hellen kann, arbei­tet gründ­lich und ohne Ver­wi­schen. Er nutzt sich nicht ab und hin­ter­lässt daher auch keine Krümel.

Pilot FriXion

Malt man sehr schnell mit kräf­ti­gem Andruck, ist die Rei­bungs­wärme der Mine auf dem Pa­pier so hoch, dass der Abstrich trans­pa­rent wird. Die Farbe ver­schwin­det daher beim Über­malen teil­weise, wird aber gleich durch die neue Schicht über­deckt, was so aus­sieht, als würde der Über­gang vom trans­pa­ren­ten zum sicht­ba­ren Zustand stattfinden.

Pilot FriXion

Für den Spitz­stopp im Kur­bel­spit­zer CARL Decade DE-100 ist die Mine zu weich, so dass man u. U. mehr weg­spitzt als nötig; im Hand­spit­zer (hier die Gra­nate von Möbius+Ruppert) macht der Stift jedoch eine gute Figur. Die feine Spitze bricht natür­lich sofort ab, doch an­sonsten ist die ver­gleichs­weise feste Mine des Pilot Fri­Xion sehr bruch­sta­bil. – Beim Holz tip­pe ich auf Zeder.

Pilot FriXion

Die in Japan her­ge­stell­ten Farb­stifte sind in blauer und rosa3 Klapp­schach­tel sowie ein­zeln erhält­lich; ich habe für mein Set bei Jet­Pens umge­rech­net etwa 14,60 Euro bezahlt.

Anm.: Der Stoff im Hin­ter­grund ist ein sog. Tenu­gui, ein tra­di­tio­nel­les japa­ni­sches Hand­tuch, das sti­li­sierte Kra­ni­che zeigt. In Japan gilt der Kra­nich als Sym­bol für Glück und ein lan­ges Leben.

  1. Man kann den Abstrich also auch weg­bü­geln.
  2. Sehr wich­tig für die Bruch­fes­tig­keit der Mine ist die Qua­li­tät der Ver­lei­mung mit dem Holz. Da jede Farbe zu einer ande­ren Zusam­men­set­zung der Mine führt, müsste man für jede Farbe einen eige­nen Leim ver­wen­den, um die opti­male Ver­lei­mung zu erhal­ten. Umhüllt man aber alle Farb­mi­nen mit der glei­chen Schicht, muss man den Leim nur auf das Schicht­ma­te­rial und das Holz abstim­men und kann so für alle Far­ben den glei­chen nut­zen.
  3. Diese Far­ben und die Gestal­tung las­sen ver­mu­ten, dass Pilot mit die­sem Pro­dukt junge Kun­den anspricht.

Herausragendes Merkmal

Über ein im wahrs­ten Sinne des Wor­tes her­aus­ra­gen­des Merk­mal ver­fügt die­ses Notiz­buch von Hobo­ni­chi, dem Her­aus­ge­ber des Hobo­ni­chi Techo, und Mizu­shima, einer Schreibwarenmarke.

Herausragendes_Merkmal

Das Notiz­buch1 im For­mat A5 hat 80 karierte Sei­ten; das Ras­ter­maß beträgt 3,7 mm. Die erste Seite trägt einen Index.

Herausragendes_Merkmal

Jedes Blatt hat am Rand gegen­über der Bin­dung sechs halb­kreis­för­mige Per­fo­ra­tio­nen (hier man­gels Kon­trast nur sehr schwer zu erkennen).

Herausragendes_Merkmal

Trennt man diese Per­fo­ra­tion auf, kann man das Papier herausklappen …

Herausragendes_Merkmal

… und erhält damit ein Griffregister.

Herausragendes_Merkmal

Der Umschlag des Notiz­buchs ragt so weit über den Rand, dass das Grif­f­re­gis­ter geschützt ist.

Herausragendes_Merkmal

Das Notiz­buch kos­tet 702 Yen (etwa 5,40 Euro) und ist auch als Blanko-Variante sowie in A6 verfügbar.

Anm.: Der Stoff im Hin­ter­grund ist ein sog. Tenu­gui, ein tra­di­tio­nel­les japa­ni­sches Hand­tuch, das sti­li­sierte Pini­en­na­deln zeigt. In Japan gilt die Pinie – ebenso wie der Bam­bus und die Ume – als Sym­bol für ein lan­ges Leben.

  1. Die Zei­chen auf der Ban­de­role はみだし ノ–ト (hami­da­shi no-to) bedeu­ten her­vor­tre­ten, her­aus­ste­hen (hami­da­shi) und Notiz­buch (no-to).

Tier und Tuch

Die erste Begeg­nung mit dem Tenu­gui, dem tra­di­tio­nel­len japa­ni­schen Hand­tuch aus dün­ner und bunt gefärb­ter oder bedruck­ter Baum­wolle, hatte ich vor knapp vier Jah­ren, als ich mir zwei geschmack­voll und the­ma­tisch pas­send bedruckte Exem­plare zuge­legt habe. Seit­dem habe ich immer wie­der mal nach schö­nen Stü­cken geschaut; dabei bin ich kürz­lich auf eine Beson­der­heit gestoßen.

Tier und Tuch

Der Her­stel­ler Hama­mo­nyo hat sich 2005 die Idee des Tenugui-Buchs schüt­zen las­sen. Für die­ses wird das etwa 30 × 90 cm große Tuch ein­mal längs und dann im Zick­zack gefal­tet und mit zwei Schlau­fen zusam­men­ge­hal­ten. Diese Bücher gibt es in zahl­rei­chen Vari­anten, und als ich das Tenu­gui „Was Hunde den­ken“1 sah, war es um mich geschehen.

Tier und Tuch

Das in mei­nen Augen sehr schöne Tenu­gui stellt einige Hunde dar, dar­un­ter – wenn ich es rich­tig sehe – ein paar der tra­di­tio­nel­len japa­ni­schen Ras­sen wie z. B. den Akita.

Tier und Tuch

Eines der schö­nen Details: Wäh­rend die Vor­der­seite des Buchs einen Hund von vorne zeigt, ist auf der Rück­seite einer von hin­ten zu sehen. – Wie gerne würde ich alle japani­schen Schrift­zei­chen die­ses Tenu­guis lesen können …

Tier und Tuch

Da noch ein zwei­tes Exem­plar unter­wegs ist, das in der gebun­de­nen Form blei­ben wird, habe ich die­ses geöffnet.

Tier und Tuch

Wun­der­schön, erst recht mit Kisho!

  1. Über­set­zung des Anbie­ters.

Low-tech

Wäh­rend mein Umfeld kommunikations- und unter­hal­tungs­elek­tro­nisch auf­rüs­tet (und sich aus mir uner­find­li­chen Grün­den nicht sel­ten von zwei Bild­schir­men gleich­zei­tig bespa­ßen lässt), gehe ich den ent­ge­gen­ge­setz­ten Weg. Nach­dem mein Einfachst-Mobiltelefon Sam­sung GT-E1230 – als Aus­lauf­mo­dell für 19,75 Euro erwor­ben – ver­se­hent­lich mit der Hun­dehose in die Wäsche und aus bei­den betriebs­un­fä­hig her­aus­kam, musste Ersatz her. Und siehe da – das GT-E1200i vom sel­ben Her­stel­ler kann etwas weni­ger (aber immer noch mehr als ich brau­che) und ist oben­drein mit nur 15 Euro günstiger.

Low-tech

Den Gebrauchs­wert emp­finde ich als sehr hoch: Lange Akku­lauf­zeit, gute Gesprächs- und Emp­fangs­qua­li­tät und ein­fa­che Bedie­nung machen das GT-E1200i zu einem funk­tio­nel­len und nütz­li­chen Beglei­ter; zudem frisst es weder Zeit noch Auf­merk­sam­keit und ver­sen­det auch keine detal­lier­ten Infor­ma­tio­nen über sich und sei­nen Benut­zer. Und sollte es beschä­digt wer­den, sind Ver­lust und Ver­druss gering. Fazit: Genau mein Ding!

Wau‽

Von der Web­site der Messe Phar­ma­pack: Ein rät­sel­haf­tes Sym­bol für tier­me­di­zi­ni­sche Verpackungen.

Wau‽

Der Hund wird also ver­packt und die Medi­ka­mente dür­fen frei her­um­lau­fen. Will man so das Tier vor den Medi­ka­men­ten schüt­zen? Den Vete­ri­när vor dem Tier? Bei­des ginge bestimmt einfacher.

Danke an San­dra für den Hin­weis auf diese bemer­kens­werte Grafik!

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