Archiv der Kategorie „Kultur”

 Ältere Beiträge Neuere Beiträge 

Nachlese

Montag, 13. April 2009

Österlich geschmückter Brunnen in Rüsselsheim-Bauschheim

Österlich geschmückter Brunnen in Rüsselsheim-Bauschheim

Showtime: So verstau ich meine Bücher

Sonntag, 15. März 2009

Das Weblog „Read It!” ruft zur Blog-Parade auf, und dieser schließe ich mich gerne an. Auch wenn selbst wohlwollende Zeitgenossen die derzeitige Organisation meines Bestands noch nicht einmal als „suboptimal” bezeichnen würden: Vom exhibitionistischen Treiben Präsentieren eines Teils meiner Bücher und deren Arrangement hält mich dies nicht ab – los geht's!

Zwei gut gefüllte BILLY-Regale aus der Froschperspektive

Zwei gut gefüllte BILLY-Regale aus der Froschperspektive

Vom Möbelklassiker IVAR dem Schrecklichen habe ich mich zum Glück bereits vor geraumer Zeit befreit und so muss BILLY, ein anderer Regal-Recke, bei mir schwer tragen; er ist aber nicht allein und trägt nicht nur äußerst zuverlässig, sondern es auch mit Fassung. – Das ausgeklügelte Ordnungsprinzip orientiert sich zurzeit hauptsächlich an der Reihenfolge der Anschaffung sowie an den Stabilitätskriterien für Büchertürme (die beiden im Bild sind nicht die einzigen). Lexika, Nachschlage- und andere zu diesem Zweck genutzte Druckwerke klumpen dabei in der Nähe bevorzugter Sitzgelegenheiten.

Ein unsichtbares Bücherregal der Marke Eigenbau

Ein unsichtbares Bücherregal der Marke Eigenbau

Als bekennender Bastler hat mir die Idee des unsichtbaren Bücherregals sehr gut gefallen, so dass auch bei mir ein solches seinen sichtbaren Dienst verrichtet. Unsichtbar ist hier zudem der niedrige Preis: Tragendes Element ist ein kleiner Winkel aus dem Baumarkt für einen Euro, der in einem fast ebenso günstigen Buch* aus dem Antiquariat klebt – eine echte Alternative zur kommerziellen Variante, die mit knapp 20 Euro zu Buche schlägt und sich obendrein nach unten hin durch ein kleines Blechstück als doch nicht ganz unsichtbar verrät.

* Edward Tenner: Our Own Devices. The Past and Future of Body Technology (Alfred A. Knopf 2003); auch in einer überarbeiteten Taschenbuchausgabe erhältlich (Our Own Devices: How Technology Remakes Humanity; Vintage 2004). – Das bekannteste Buch dieses sehr kundigen Autors dürfte wohl „Die Tücken der Technik” (1997) sein.

Scharfe Sprühereien

Montag, 22. Dezember 2008

Erinnerungen an „Commander Keen” in Mainz-Kastel (Bilder zum Vergrößern anklicken)

Scharfe Sprühereien

Scharfe Sprühereien

Scharfe Sprühereien

Scharfe Sprühereien

Scharfe Sprühereien

Auf- statt untergehen

Dienstag, 30. September 2008

Mit einer in meinen Augen sehr ansprechenden Einladung zu seinem Stand auf der am 15. Oktober 2008 beginnenden Frankfurter Buchmesse überraschte mich kürzlich der Verlag Hermann Schmidt in Mainz, dessen hervorragende Produkte zu Typografie, Grafikdesign und Kreativität ich sehr schätze.

© Muster aus: geometric von Kapitza (zum Vergrößern anklicken)

Mir gefallen sowohl die Grafik auf der wohltuend großen Karte im A4-Format als auch das Zitat sehr gut, nicht zuletzt deswegen, weil Jacques Tati einer meinen Lieblingsregisseure und -schauspieler ist. Ich bewundere seinen scharfen Blick, seine Liebe zum Detail und seine Sorgfalt auch im Kleinsten; ganz besonders an „Mon Oncle” (1958) und „Play Time” (1967) kann ich mich nicht sattsehen. Große Sorgfalt und Liebe zum Detail zeichnen auch die ästhetischen und kompetenten Bücher des Verlags Hermann Schmidt aus, und so steht bereits ein weiteres auf meiner Wunschliste. Ich bin mir sicher, dass ich an diesem Buch ebenso große Freude haben werde wie an all den anderen aus diesem Hause, die schon in meinem Regal stehen und die ich oft und gern zur Hand nehme.

Freikletterer

Sonntag, 17. August 2008

Freikletterer

Tönerne Eidechsen in der Abendsonne an der Wand des Kulturzentrums Faselstall
in Biebesheim am Rhein (zum Vergrößern anklicken)

Wundersame Welt der Waren (7)

Freitag, 8. August 2008

Heute schauen wir auf eine kleine, nichtrepräsentative Auswahl jener Gerätschaften, die so manchen Lebensmitteln beiliegen und den sofortigen Verzehr auch ohne das vertraute Essbesteck ermöglichen. Dabei werden wir sehen, dass es jenseits der allgegenwärtigen Speiseeis-Spatel und Pommes-Pieker Bemerkenswertes zu entdecken gibt.

Hölzener Nordsee-Dreizack

Wir stechen in See mit der schlichten und funktionellen Gabel aus hellem Holz, die der für allerlei schmackhaftes Meeresgetier bekannte Anbieter Nordsee seinen Gästen zum mobilen Genuss der „Fish & Chips” andient (wenn ich dort vor Anker gehe, nehme ich gerne die große Portion mit Remouladensoße, aber das nur nebenbei). Das fast 2 mm dicke und daher ziemlich robuste Essgerät ist mit großzügigen 17 cm etwa so lang die interessant bedruckte Tüte der „Fish & Chips” tief, damit man auch den letzten der leckeren Happen zuverlässig herausangeln kann und erinnert sicher nicht zufällig an Neptuns Dreizack.

Göffel? Label? Gaböffel?

Im Kühlregal meines Lieblingsdiscounters Plus findet man eine Reihe appetitlicher und verzehrfertiger Salate, zu deren Lieferumfang diese ungewöhnliche Verschmelzung aus Gabel und Löffel gehört. („Göffel”? „Label”? „Gaböffel”? Hier gäbe es bestimmt noch beträchtliches Marketing-Potential.) Leider sind weder die Zinken dieses 10 cm kurzen Apparates spitz genug noch seine Laffe ausreichend tief, um wirklich praktisch zu sein, und da sich dieses sehr dünne, aus transparentem Kunststoff gefertigte Gerät zudem beim Einsatz recht leicht verbiegt, erfüllt es den angestrebten Verwendungszweck leider nur bedingt.

Plus-Klappspaten

Gut versteckt im hohen, mit knusprigen Flocken gefüllten Deckel der gesunden Joghurt-Müsli-Kombination vom selben Discounter ist ein kleiner klappbarer Löffel aus orange­farbenem Kunststoff, der nicht nur über einen außerordentlichen Gebrauchswert verfügt, sondern auch dem aufmerksamen Betrachter pfiffige Konstruktionsdetails offenbart: Zwei ganz unterschiedlich gestaltete Rastungen arretieren die fast 11 cm lange Schaufel sowohl im ein- als auch im ausgeklappten Zustand, wobei letzterer zusätzlich durch einen kleinen Steg stabilisiert wird – beeindruckend, mit welcher Sorgfalt der Hersteller Polimoon (seit 2007 Promens) bei diesem Produkt, das eigentlich nichts kosten darf, zu Werke ging. – Bedauerlicherweise hat die Plus-Filiale in der Nähe meines Arbeitsplatzes kürzlich alle drei Varianten dieser attraktiven Zwischenmahlzeit ausgelistet und damit auch den raffinierten Löffel verschwinden lassen.

Im Zusammenhang nicht nur mit Klappbarem sei das überaus lesenswerte Buch „Col­lapsibles – Ein Album platzsparender Objekte” von Per Mollerup aus dem Verlag Stiebner lobend erwähnt und allen an derartigen Dingen Interessierten wärmstens empfohlen.

Zackige  Kiwi-Säge von Zespri

Wurde meine Generation noch mit einem einfachen Pausenbrot in die Penne geschickt, so verwöhnt man die Kids von heute bereits vor ìhrem ersten Schultag mit zum Teil fremd­artigen Dingen. Anlässlich der Einschulung in Hessen vor wenigen Tagen gab eine nahr­hafte namhafte Supermarkt-Kette gegen Gutschein Zuckertüten (hier wohl angebrachter: Obsttüten) aus, die unter anderem neuseeländische Kiwis enthielten. Passend zu dieser Vitamin-C-reichen Frucht aus dem fernen Land fand sich im bunten Pappkegel ein hell­grünes Instrument von einem fernen Planeten – so zumindest mutet dieses ausgefallene und äußerst stabile Esswerkzeug an, das zwar Assoziationen an eine sehr grobe Säge weckt, aber zweifellos alle anderen Hilfsmittel zum Verzehr der Kiwi entbehrlich macht. – Notabene: Den zackigen, aus Poylstyrol (Recycling-Code 06) gefertigten Kiwi-Löffel der internationalen Marketing-Organisation Zespri gibt (gab?) es hierzulande in mindestens zwei Varianten.

Mein Favorit? Natürlich der grandiose Klapplöffel.

 vorherige | Wundersame Welt der Waren | nächste 

Druck und Kunst

Montag, 28. Juli 2008

Einer der Höhepunkte unseres kürzlichen Aufenthalts in Leipzig (siehe u. a. hier, da und dort) war der Besuch des Museums für Druckkunst in der Nonnenstraße im Stadtteil Plag­witz, direkt gegenüber den ehemaligen Buntgarnwerken.

Das 1995 gegründete und 2000 in eine Stiftung überführte Museum präsentiert Druck­maschinen und Handpressen, Holzbuchstaben und Bleilettern für den Handsatz, Schriftma­trizen, Gieß- und Setzmaschinen sowie Stahlstempel, Schriftschablonen und etliche Geräte für die Buchbinderei, wobei ein Großteil der Exponate nur noch dort existiert.

Bei dem hervorragend ausgestatteten Druckkunst-Museum handelt es sich weniger um ein typisches Museum, sondern vielmehr um eine Druckwerkstatt zum Anfassen und Erleben, und so können Interessierte die Maschinen und die Arbeit an ihnen in Kursen praktisch kennen lernen (wir hatten das Glück, die Zeilensetz- und -gießmaschine „Rossia 7 H” im Betrieb durch einen sehr fachkundigen und freundlichen Mitarbeiter bewundern zu können und eine Schriftzeile gegossen zu bekommen). Künstler haben die Möglichkeit, das Mu­seum für eigene Arbeiten zu nutzen, und auch zur Ausbildung und Berufsförderung kommt die Vielzahl der kostbaren Stücke zum Einsatz.

Die folgenden HDR-Bilder werden beim Anklicken vergrößert angezeigt (mehr dazu unter „Schon gewusst?”).

Museum für Druckkunst Leipzig

Links: Komplettgießmaschine, H. Berthold AG, Berlin, 1. Hälfte des 20. Jh.;
rechts: Komplettgießmaschine, Leningrader Werk für Polygraphische Maschinen, St. Petersburg, Russland, 1967

Museum für Druckkunst Leipzig

Satzregal

Museum für Druckkunst Leipzig

Druck- und Setzmaschinensaal

Museum für Druckkunst Leipzig

Rechts: Stoppzylinder-Druckmaschine, Vereinigte Maschinenfabrik Augsburg und Maschinengesellschaft Nürnberg AG, Werk Augsburg, 1906

Museum für Druckkunst Leipzig

Weniger ein Museum als vielmehr eine Druckwerkstatt

Museum für Druckkunst Leipzig

Zeilensetz- und -gießmaschine „Rossia 7 H”, Leningrader Werk für Polygraphische Maschinen,
St. Petersburg, Russland, 1967

Museum für Druckkunst Leipzig

„Linotype”-Großkegel-Setzmaschine, Modell 20 „Universa”, Berliner Maschinenbau AG, Berlin, 1969

Museum für Druckkunst Leipzig

Links: Zeilensetz- und -gießmaschine „Intertype Modell C”, Intertype Corp., Brooklyn,
New York, USA, um 1927

Museum für Druckkunst Leipzig

Lochband-Perforator „Lino-Quick-Perforator”, Linotype GmbH, Berlin und Frankfurt/Main, 1966

Zusätzlich zur ständigen gibt es wechselnde Ausstellungen sowie Vorträge und Symposien, und ein kleiner Laden bietet Bücher, Plakate, Postkarten, Bleilettern und einiges mehr an (darunter auch zahlreiche Titel des Verlages Hermann Schmidt in Mainz, den ich sehr schät­ze).

Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit großem Einsatz und hoher Fachkompetenz ein außergewöhnliches und sehr hinteressantes Museum ge­schaffen haben. Ich freue mich darauf, bei meinem nächsten Aufenthalt in Leipzig diese einzigartige Sammlung erneut bewundern zu können!

Museum für Druckkunst
Nonnenstraße 38
04229 Leipzig
Tel. 0341-23162-0
Website
Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 10–17 Uhr
So. 11–17 Uhr

Wer nicht nach Leipzig kommt, aber Interesse an dieser Thematik und zudem Darm­stadt in erreichbarer Nähe hat, dem empfehle ich einen Besuch der ebenfalls sehr sehenswerten Außenstelle Schriftguss, Satz & Druckverfahren des Hessischen Landesmuseums Darmstadt.

Fenster zum Hof

Mittwoch, 23. Juli 2008

Fenster zum Hof (Museum für Druckkunst, Leipzig)

Blick in den Innenhof des Museums für Druckkunst in Leipzig (HDR-Aufnahme; zum Vergrößern anklicken)


Diese Website nutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie zu, diese Cookies zu verwenden. Mehr Informationen erhalten Sie im Datenschutzhinweis.
OK