Begegnung

25. April 2015

Begegnung

Kisho hat sich für diese beeindruckende Raupe überhaupt nicht interessiert, dafür umso mehr sein elf Monate junger Freund Joko.

Wundersame Welt der Waren (32)

21. April 2015

Den unmündigen Verbraucher ganz fest an die Hand nimmt die Drogeriemarkt-Kette dm bei ihren Sicherheits-Zündhölzern aus der Serie „profissimo” („…für ein schönes Zuhause!”).

Max. 40°

Mit großem Respekt vor dieser Handreichung habe ich nie ein Zündholz über die Reibe­fläche geführt, ohne mich vorher mit einem Winkelmesser davon zu überzeugen, dass der Streichwinkel 40° nicht überschreitet. Leider sehe ich trotzdem zahlreiche unschöne Spu­ren auf der Reibefläche. Was habe ich falsch gemacht? Gibt es etwa einen Mindeststreich­winkel, den zu unterschreiten unzulässig ist? Wenn ja, warum wird er hier nicht genannt?

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Kurz notiert

8. April 2015
  • Ein sehr ungewöhnlicher Spitzer ist der Tsunago von Nakajima Jukyudo1, denn er dient auch der Verlängerung von Bleistiftstummeln. – Danke an Andreas Weinberger und Viola Voß für den Hinweis!
  • In meinen Augen pfiffig und geschmackvoll ist der Pencil Shaving Desk Tidy, ein Kick­starter-Projekt von Clive Roddy. – Danke an boomerang für den Hinweis!
  • Nicht mehr neu, aber immer noch schön anzuschauen ist das historische Reklame- und Verpackungsmaterial unter „Pencil Points”.
  • Brevillier Urban & Sachs in Österreich wirbt damit, dass der Öko-Schulstift von JOLLY aus heimischer Weymouth-Kiefer gefertigt wird, und ein Fachhändler in meiner Nähe konnte von einem Vertriebsmitarbeiter erfahren, dass das Holz aus dem Odenwald kommt. Ich habe dabei gleich an das Sägewerk Monnheimer in Grasellenbach gedacht und Brevillier Urban & Sachs darauf angesprochen, aber leider keine Antwort bekom­men (was mich allerdings nicht überrascht hat). Es wäre zwar schön gewesen, mal einen Bleistift mit lokalem Bezug zu nutzen, doch angesichts der schlechten Mine des Öko-Schulstifts verzichte ich gerne darauf.
  • Apropos Qualität: Auch auf die Gefahr, ein Querulant zu sein, habe ich Caran d'Ache auf die Qualitätsmängel der GRAFIK-Bleistifte angesprochen. Leider blieb diese Anfrage ebenfalls ohne Reaktion.
  1. Wer sich auf der Website von Nakajima Jukyudo umschaut und die bestimmt nicht ohne Grund unscharfen Fotos in der Rubrik „OEM” betrachtet, findet u. a. einen Spitzer, der dem Kutsuwa T’GAAL bemerkenswert ähnlich sieht.

KUM Masterpiece

28. März 2015

Vor gut einem Jahr hier erwähnt und seit kurzem erhältlich: Der neue Langkonus-Spitzer „Masterpiece”1 von KUM.

KUM Masterpiece

Der 9,25 Euro teure Spitzer ist in einer Neoprenhülle und einer transparenten Kunststoff­box verpackt.

KUM Masterpiece

Über den QR-Code auf der Unterseite der Box gelangt man zur Masterpiece-Produktseite.

KUM Masterpiece

Der Spitzer ist aus Magnesium, Kunststoff2 und Edelstahl gefertigt3 und 35 × 27 × 12 mm groß.

KUM Masterpiece

Die Verarbeitungsqualität des Magnesiumteils überzeugt mich nicht. Warum hat man ihm – erst recht angesichts des hohen Preises – nicht die gleiche Oberflächenbehandlung wie dem aktuellen KUM 400-5L gegönnt? Auch die Kanten hätte man besser entgraten kön­nen. Auf der Produktseite heißt es, der KUM Masterpiece durchlaufe acht Qualitätsprüfun­gen. Wie ging dieses Finish durch? – Die Aussicht auf eine Messingversion dürfte übrigens sehr gering sein, denn KUM hat schon von einigen Jahren die Fertigung der Messingspitzer eingestellt.

KUM Masterpiece

Der erste Stifteinlass hat einen Durchmesser von 8,5 mm und nimmt so auch geringfügig dickere Bleistifte auf, was bei älteren und vielen Stiften aus Japan nützlich ist; der zweite misst 6,8 mm. – Das Kunststoffteil ist mittels Nut und Feder befestigt. Es sitzt fest genug, um sich nicht von selbst zu lösen, lässt sich aber gut verschieben und ganz abnehmen.

KUM Masterpiece

In dem Kunststoffteil finden zwei Ersatzmesser Platz.

KUM Masterpiece

Das Spitzen mit dem Masterpiece ist großartig: Der Kraftaufwand ist gering, der Span mit durchschnittlich 0,21 mm4 sehr dünn, die Holzoberfläche sauber und der Bleistift nadelspitz (!). Bei keinem meiner zahlreichen Versuche ist das Holz gesplittert oder die Spitze abge­brochen, selbst bei weichen5 und Farbstiften nicht. Ab und zu kam es vor, dass der zweite Stifteinlass einen Ring in das Holz gedrückt hat, doch diesen konnte ich durch ein kurzes Nachspitzen auf Stufe 1 entfernen.

KUM Masterpiece

Beim Pentel Black Polymer 999 H bleibt eine hauchdünne Holzschicht auf der Mine; ver­mutlich ist letztere etwas dünner als der Standard, für den der Spitzer ausgelegt ist6. Diese Schicht kann man leicht durch ein etwas verkantetes Spitzen im ersten Loch ablösen, was jedoch nicht nötig ist, da sie im zweiten Spitzvorgang entfernt wird.

KUM Masterpiece

Von links: CARL Decade DE-100, CARL Angel-5, KUM 400-5L, KUM Masterpiece.

Der Vergleich zeigt die deutlich längere und sehr feine Spitze, die der Masterpiece schnei­det. Mit meinen bescheidenen Mitteln habe ich den beeindruckenden Spitzenwinkel von 16° gemessen (der KUM Automatic Longpoint und der KUM 400-5L kommen auf 19°; Standard sind 22°).

KUM Masterpiece

Da sich das die Minenlänge begrenzende Vorderteil verschieben lässt, kann man die Mine auch weiter freilegen.

KUM Masterpiece

Beim genauen Blick ist mir aufgefallen, dass die Messer leicht konisch sind und die Schnei­den nicht parallel zur Stiftachse verlaufen; dies habe ich noch bei keinem anderen Hand­spitzer gesehen. Welchen Sinn das hat, weiß ich allerdings nicht. Schneidet das Messer dadurch vielleicht sauberer?

Geschichte

Die Idee, Holz und Mine getrennt zu spitzen, ist nicht neu. Bereits 1931 hat sich Mö­bius+Ruppert einen zweigeteilten Spitzer patentieren7 lassen (DE561385), dessen Vorder­teil gedreht werden konnte und so drei verschiedene Spitzenformen möglich machte. Dieser Spitzer war in den 1930er Jahren unter dem Namen Artena Nr. 64 erhältlich8.

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Bleistiftspitzer” (DE561385, 1931)

In den 1940er Jahren hat man im Erlanger Unternehmen A. Klebes & Co. KG (später KUM) erkannt, dass das zweistufige Spitzen die Qualität des Spitzergebnisses verbessert, und sich 1948 einen Spitzer mit – wie es später heißen sollte – „Anschlag zur Begrenzung der freien Minenlänge” patentieren lassen (das Originalpatent liegt mir nicht vor, aber GB665048 und US2642044 verweisen darauf).

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Improvements in or relating to a pencil sharpener” (GB665048, 1949)

Diese Form, die es meines Wissens erstmals 1950 von Hadinor und wenige Jahre später auch als Behälterspitzer gab, lebt bis heute im KUM Longpoint Automatic weiter9.

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Improvements in or relating to a pencil sharpener” (GB665048, 1949)

1958 gab es eine Weiterentwicklung dieses Spitzers, wie das Patent DE1042427 belegt.

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Schreibstiftspitzer mit Anschlag zur Begrenzung der freien Minenlänge” (DE1042427, 1958)

Motivation für die Trennung von Spitzer und Anschlag waren das Bemühen, die Fertigung zu vereinfachen, sowie der Wunsch, auch einen längeren Minenabschnitt freilegen zu kön­nen. Bei allen in der Patentschrift gezeigten Varianten greifen die beiden Teile mit Nut und Feder zusammen. Abbildung 5 zeigt die Ausführung, die es später als KUM Automatic 3 gab und heute als Masterpiece anzutreffen ist.

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Schreibstiftspitzer mit Anschlag zur Begrenzung der freien Minenlänge” (DE1042427, 1958)

An die Unterbringung von Ersatzmessern im verschiebbaren Anschlag hat man damals ebenso gedacht wie an die Sicherung des Anschlags mit einem Stift (ob jedoch letztere jemals umgesetzt wurde, weiß ich nicht). – Angaben zu den Spitzenwinkeln der älteren Mo­delle konnte ich bis jetzt leider nicht finden.

KUM Masterpiece

Fazit: Der einzigartige KUM Masterpiece spitzt hervorragend und liefert grandiose Ergebnis­se, verdient aber meiner Meinung nach ein besseres Finish (z. B. durch Gleitspanen). – Vielen Dank an KUM für das Muster!

Anm.: Der Stoff im Hintergrund ist ein sog. Tenugui, ein traditionelles japanisches Hand­tuch, mit dem sog. Sei-gai-ha-Muster (青海波), dessen Geschichte bis in die späte Jō­mon-Zeit (1200–300 v. Chr.) zurückreicht. In Japan gelten diese symbolisierten endlosen Wellen als Glücksbringer.

Nachtrag vom 29.3.15: Mein Leser Wowter hat mich darauf hingewiesen, dass das er­wähnte erste Patent vom 1.10.1948 umgeschrieben wurde und jetzt unter DE1640996U vorliegt. Ich bin zwar auch auf dieses Patent gestoßen, habe es aber aufgrund des Datums auf dem Deckblatt (17.7.1952) nicht für das erste gehalten. Die bibliografischen Daten beim DPMA nennen jedoch den 1.10.1948 als Anmeldedatum und weisen es damit als das erste Patent für den Doppelspitzer aus, eingetragen auf die A. Klebes & Co. KG. Hier die Zeichnungen daraus, die sich natürlich nur unwesentlich von der in GB665048 unterschei­det, aber der Vollständigkeit halber wiedergegeben sei:

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Bleistiftspitzer” (DE1640996U, 1948)

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Bleistiftspitzer” (DE1640996U, 1948)

Dieses Patent erwähnt zudem den Vorteil, dass man für beide Spitzvorrichtungen die glei­chen Messer benutzen und sie so austauschen kann; einen weiteren sah man darin, den Minenspitzkegel etwas spitzer als den Holzspitzkegel ausführen zu können. – Danke an Wowter für den Hinweis auf die Patentumschreibung!

Zwei unterschiedliche Spitzkegel? Da lohnt der erneute Blick:

KUM Masterpiece

Lege ich die Spitzen auf eine gerade Fläche und schaue gegen das Licht, habe ich bei den meisten den Eindruck, als gäbe es einen kleinen Spalt in der Nähe des Übergangs vom Holz zur Mine; dies könnte – ebenso wie das Foto – dafür sprechen, dass auch der Masterpiece mit zwei leicht unter­schiedlichen Spitzenwinkeln arbeitet.

Nachtrag vom 31.3.15: Noch nicht eingangen bin ich auf mögliche Unterschiede zwi­schen dem Automatic 3 und dem Masterpiece. Da ich ersteren leider nicht kenne (und noch nicht einmal weiß, wann er auf dem Markt war), kann ich nur spekulieren: Möglich wären kleinere Spitzenwinkel, aber auch Verbesserungen an den Messern wie z. B. eine an­dere Legierung, eine höhere Härte (aktuell: 62 hrc), eine andere Geometrie (man denke nur an den Winkel zwischen Schneide und Messerachse) und ein anderer Schliff. Auf der Pro­duktseite heißt es außerdem „Die Spanabnahme ist auf ein TC-System eingestellt (Thin Cut)”, und so ist es denkbar, dass der Span des Automatic 3 dicker war. – Die von KUM auch beim Masterpiece beworbene Technik „Dynamic Torsion Action” beschreibt die Krüm­mung des Messer nach oben, also gegen die Kraft der Schraube, die, so KUM, ein Aus­brechen der Stiftspitze verhindert. Dass es diese Technik bereits beim Automatic 3 gab, halte ich für fraglich (die Wortmarke wurde erst 1998 eingetragen, aber das muss nichts heißen).

Nachtrag vom 13.4.15: KUM hat mir bestätigt, dass der Masterpiece tatsächlich mit zwei unterschiedlichen Spitzenwinkeln arbeitet, wobei der für die zweite Stufe kleiner ist. Ich konnte auch erfahren, dass der Automatic 3 einen Spitzenwinkel von 20° hatte.

  1. Auf dem Spitzer steht „The Masterpiece”, doch ich wähle den einfacheren Namen.
  2. Welcher Kunststoff das ist, weiß ich leider nicht.
  3. Das Material der Schrauben kenne ich nicht.
  4. Gemessen an Bleistiften aus Zeder, Weymouth-Kiefer, Kolorado-Tanne und Jelutong.
  5. Getestet bis STAEDTLER Mars Lumograph 4B. – Für den STAEDTLER WOPEX und den STAEDTLER Noris eco eignet sich der Masterpiece übrigens nicht, denn für diesen Bleistift braucht man einen Spitzer, der einen dickeren Span abnimmt.
  6. Mit dem Koh-I-Noor № 1000 gab es einen zweistufigen Spitzer, dessen erstes Messer durch ein Langloch verschoben und so an die Minendicke angepasst werden konnte.
  7. Ich kann nicht in allen Fällen sicher unterscheiden, ob es sich um ein Patent oder um ein Gebrauchsmuster handelt und spreche daher immer von einem Patent.
  8. Der heute noch erhältliche M+R 207 arbeitet anders, produziert aber ähnliche Spitzen.
  9. Mit dem Hadinor Universal 63 ließen sich auch Minen unterschiedlicher Stärke spitzen; er war wohl der Vorgänger des heutigen KUM Longpoint Automatic AS2M.

Kurz notiert

24. März 2015
  • Die Ausstellung „The Secret Life of the Pencil” des Industriedesigners Alex Hammond und des Fotografen Mike Tinney vom 19. Mai bis 3. Juni in London wird großformatige Detailaufnahmen von Bleistiften bekannter Nutzer zeigen. Hier der 15 Jahre lang ge­nutzte Druckbleistift des Schriftstellers William Boyd:
    William Boyds Druckbleistift
    (Foto © Mike Tinney 2014.) Einführende Worte gibt es von Alex Hammond; ein Kata­log ist in Planung. – Danke an Sean für den Hinweis!
  • Bleistift-Verkaufsautomaten: Selbstgebaut und fertig zu kaufen. – Danke an Andreas Weinberger für den Hinweis!
  • Die Erfindung des kegelförmig gebohrten Bleistiftspitzers gebührt offenbar nicht Theo­dor Paul Möbius, sondern dem Londoner Ableger der französischen Firma A. Marion & Co., deren „Pencil Cutter and Sharpener” bereits 1852, also 56 Jahre vor Möbius, so ausgeführt war. – Danke an Wowter für den Hinweis!
  • Craft Design Technology hat den Bleistift item 17 aus dem Sortiment genommen und durch den item 32 mit Radiertip ersetzt. Letzterer kommt von einem anderen Herstel­ler und hat keine gebrannte Polymermine mehr. (Gebrannte Polymerminen gibt es üb­licherweise nur für Druckbleistifte, und so war die zwei Millimeter dicke Mine im item 17 und im bis 2011 erhältlichen Pentel Black Polymer 999 etwas Besonderes.) – Danke an Sola für den Hinweis!

Constant de Thierry des Estivaux, 1847

23. März 2015

Bei einer Spurensuche habe ich den Franzosen Constant de Thierry des Estivaux und seine Erfindung eines rohrförmigen Bleistiftspitzers mit sich verjüngender Spitze1 und einem Mes­ser aus dem Jahr 1847 erwähnt. Mein Leser Wowter hat nun die Patentschrift2 gefunden; hier die Abbildung daraus.

Constant de Thierry des Estivaux, 1847

Wenn ich richtig infomiert bin, ist das der Urahn aller moderner Handspitzer. – Danke an Wowter für diesen Fund!

  1. Ich schließe angesichts des wenigen Materials eine Bohrung aus und denke eher, dass zumin­dest das konische Vorderteil von Estivaux' Konstruktion aus Blech geformt war. Hinzu kommt, dass die kegelförmige Bohrung Theodor Paul Möbius zugeschrieben wird; er soll sie 1908 zum ersten Mal bei einem Spitzer angewandt haben.
  2. Ein direkter Link auf diese Patentschrift ist leider nicht möglich, doch so gelangt man zu ihr: http://bases-brevets19e.inpi.fr → Recherche avancée → Déposant/Mandataire Estivaux → Cote: 1BB5474, Voir le dossier.

Granate 1975

21. März 2015

Ein weiteres Puzzlestück in der Geschichte des als „Granate” bekannten Handspitzers 6041 von Möbius+Ruppert ist diese Abbildung aus dem Katalog des Jahres 1975.

Granate 1975

Hier fällt auf, dass das Messer zwar schon mit einer Schlitzschraube befestigt und auch nicht mehr durch zwei Stifte fixiert wurde, aber noch wie bei den älteren Modellen mit Rändelschraube über den Rand des Korpus herausragt. Später hat man das Messer schma­ler gemacht und in ein Messerbett gelegt; es schloss dadurch bündig ab und wurde zudem durch Formschluss gehalten.

  1. Begonnen hat die „Granate” bei Möbius+Ruppert meines Wissens mit der Typenbezeichnung 14/I in den 1930er Jahren; ihr folgte die 14/II und schließlich die 640.

Seltsames Muster

20. März 2015

Manche älteren Winkelmesser wie z. B. dieses mindestens 23 Jahre alte1 Exemplar2 von Möbius+Ruppert tragen außer den Gradskalen noch ein seltsames Muster. Welchen Zweck hat dieses?

Seltsames Muster

Dieser sog. Transversalmaßstab (engl. diagonal scale) dient der präzisen Längenmessung. Während die Teilung der meisten Lineale nur das sichere Ablesen von Millimetern erlaubt und man bei Zehntelmillimetern schätzen muss (eine solche Teilung lässt sich kaum noch vernünftig anbringen), so können mit diesem Transversalmaßstab auch letztere noch gut abgelesen werden.

Seltsames Muster

(zum Vergrößern anklicken)

Dazu legt man den Maßstab so an, dass das rechte Ende der abzumessenden Strecke auf einem Zehnerwert und das linke innerhalb des schräg schraffierten Bereichs liegt. Anschlie­ßend verschiebt man den Maßstab parallel zur Strecke, bis sich das linke Ende unter einem Schnittpunkt befindet, und liest an der unteren Skala die Millimeter ab. Die Zehntel­millimeter erhält man, indem man vom Schnittpunkt nach links zur senkrechten Skala geht. Die Strecke im Beispiel ist also 40+7+0,6=47,6 mm lang.

Benutzt wurde der Transversalmaßstab im technischen Zeichnen und – daher auch die An­gabe „1:1000″ – in der Kartografie (da oft zusam­men mit einem Stechzirkel). Laut dem Buch „Drawing Instruments 1580–1980″ von Maya Hambly (Sotheby's Publications 1988) reicht die Geschichte des Transversalmaßstabs bis in das frühe 18. Jahrhundert zurück.

  1. Das Logo wurde 1992 geändert.
  2. Dieser Winkelmesser hatte im Katalog von 1975 die Artikelnummer 2109.
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