Fabermännchen

24. November 2014

Gefunden bei der Suche nach etwas ganz anderem: Die Wort-Bildmarke „Fabermännchen” von A.W. Faber-Castell, 1952 eingetragen und 2002 gelöscht.

Fabermännchen

In der freien Wildbahn ist mir dieses lustige Kerlchen leider nie begegnet.

Auf die Schnelle

23. November 2014

Da ich heute eigentlich keine Zeit fürs Weblog habe, gibt es nur etwas Schnelles.

Auf die Schnelle

Ausschnitt vom Titel der Gebrauchsanweisung zu den Thermochrom-Messfarbstiften
von Faber-Castell (ca. 1964)

Black Star

22. November 2014

Etwas ungewöhnlich finde ich es schon, dass Bohemia Works1 auch diese Farbstifte „Black Star” genannt hat, doch das tut der für mich großartigen Gestaltung keinen Abbruch.

Black Star

Das war's auch schon für heute.

  1. Laut Brand Name Pencils war Bohemia Works eine 1957 gegründete Exportfirma von L. & C. Hardtmuth aus der damaligen Tschechoslowakei

Wundersame Welt der Waren (31)

20. November 2014

Der Gebrauch des Hinweises „Serviervorschlag” treibt seltsame Blüten. Sogar die einer Son­nenblume.

Sonnenblume

Wer nun denkt, das einem aus dem Becher der Sonnenblumen-Margarine („mit 5% ande­ren pflanzlichen Fetten”) der REWE-Hausmarke „ja!” eine Sonnenblume entgegensprießt, liegt falsch, denn aus langjähriger Erfahrung weiß ich, dass der Serviervorschlag den Inhalt stets so zeigt, wie er nicht ist. Die Frage, wie man die Sonnenblume aufs Brot streichen soll, stellt sich daher auch nicht.

Wenn ich einen Lieblings-Serviervorschlag nennen müsste, dann wäre es dieser.

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Giraffe

18. November 2014

Da einigen Lesern der letzte Beitrag zu lang war, gibt es heute einen kurzen.

Giraffe

Die inkorrekten Proportionen bitte ich zu entschuldigen. (Träfe man diese Kombination in der Natur an, wäre der Bleistift etwa 5,70 m lang und 25 cm dick, womit es der Giraffe recht schwer fallen dürfte, ihn zu benutzen.)

Vielen Dank an Baktasch für den „giraffe”-Bleistift!

Nach Art des Hauses

15. November 2014

Vor wenigen Tagen habe ich das vierte Set aus der Reihe „Les Crayons de la Maison Caran d'Ache” vorgestellt. Dabei sind mir ein paar Dinge aufgefallen:

  • Das Sternchen in „Aussergewöhnliche Holzarten* für eine exklusive Kollektion” im Faltblatt verweist auf Pressholz.
  • Die Bleistifte haben kein für mich wahrnehmbares Aroma.
  • Das Gewicht der Bleistifte schwankt nicht in dem Maß, wie es die Dichten der aufgeführten Hölzer erwarten lassen.
  • Selbst mit der Lupe kann ich bei keinem der Bleistifte die für einen aus Brettchen herge­stellten Bleistift typischen Trennlinien erkennen.
  • Die Beziehung zwischen den im Faltblatt genannten Edelhölzern und den Bleistiften
    ist mir unklar.

Während ich geduldig und zuversichtlich auf eine Nachricht von Caran d'Ache warte – ich hatte um einen Kommentar zu meinen Beobachtungen gebeten –, habe ich mich weiter mit den Stiften befasst. Heute früh war ich in meinem Labor, in dem ich zuweilen auch kleine Mahlzeiten zubereite, um das Exemplar „Silberpappel” aus dem zweiten Set einer eingehenden hydrothermischen Be­handlung zu unterziehen1.

Nach Art des Hauses

Nach gut zehn Minuten auf großer Flamme habe ich den Bleistift herausgenommen und im noch warmen bis heißen Zustand leicht gekrümmt. Dabei entstand an der Spitze ein Spalt, von dem aus ich den Stift in zwei Hälften zerlegen konnte. Ich fand es bemerkenswert, wie stark sich diese Hälften biegen ließen, ohne dass sie brachen.

Nach Art des Hauses

Ich konnte feststellen, dass das Schaftmaterial schichtförmig aufgebaut ist. Beim Trennen der Schichten, deren Flächen silbrig glänzten, fielen mir zudem Fäden ähnlich denen eines Klebstoffs auf.

Nach Art des Hauses

Beim Zerkleinern der einen Hälfte kochte die andere weiter vor sich hin. Als ich letztere aus dem Wasser nahm, war sie weich (al dente) und sehr biegsam, und die etwa 0,6 bis 0,9 mm dicken Schichten ließen sich nun noch leichter voneinander trennen. Nach dem Erkal­ten war das Material wieder steifer. – Doch was soll diese Albernheit?

Nach Art des Hauses

Caran d'Ache spricht in den Faltblättern der „Les Crayons de la Maison”-Sets von „ausserge­wöhnliche[n] Holzarten” und nennt jeweils vier. Daraus haben ein paar Bekannte und ich geschlossen, die Bleistifte wären aus den genannten Hölzern gefertigt worden, und auch so mancher Händler scheint sich dessen sicher zu sein:

  • „Die Bleistifte sind aus folgenden Hölzern hergestellt worden: Azobe aus Afrika […]” (Bürowelt Schiff)
  • „Bleistifte aus 4 aussergewöhnlichen Holzarten: Graupappel […]” (Zumstein)
  • „Set aus 4 Bleistiften aus verschiedenen feinen Edel-Hölzern: Afrikanisches Ayous […]” (Trixie Gronau)
  • „Nur ausgewählte Holzarten mit FSC- und OLB-Zertifikat kommen hier zum Einsatz: Graupappel […]” (Bethge Hamburg)
  • „Les Crayons de la Maison Caran d'Ache is an exotic pencil set featuring four individual pencils crafted out of four rare species of wood […] The woods used in this set are Macassar Ebony […]” (pencils.com)
  • „This, the third set in the range, is a set of 4 pencils and includes one each of the following woods: Grey Poplar […]” (CultPens)

Inzwischen zweifle ich jedoch daran, vor allem aufgrund des Hinweises auf Pressholz in den Faltblättern des zweiten und vierten Sets. Doch welches Material ist es dann? Im Faltblatt des ersten Sets – und nur dort – steht:

Die Bleistifte von Caran d'Ache verdanken ihre Besonderheit einer passionierten Suche nach feinen Edelhölzern und sind das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen der Genfer Manufaktur und dem italienischen Spezialisten für Holz­bearbeitung.

(Darüber, dass dieser Satz später nicht mehr auftaucht, will ich nicht spekulieren.) Ich bin schon damals in den Artikelbeschreibungen einiger Anbieter auf den Namen ALPI gesto­ßen2, habe dieses Detail aber erst jetzt verfolgt. Ist ALPI dieser Spezialist? Zum ALPI-Pro­dukt ALPIlignum heißt es (Hervorhebung von mir):

ALPIlignum is ALPI's reconstituted wood […] A family of products made from composite wood. ALPIlignum can reproduce naturally-occurring species and maintain their patterning through changes in colour and the creation of imaginative designs. ALPIlignum may be applied to any surface and can be manufactured to different thicknesses depending upon intended use.

Die Design-Vielfalt ist beeindruckend: Wer auf die „Wood Collection” und dort über „Did not find your wood?” zur „Design Collection” geht, findet bemerkenswerte Muster. Auch die Beschreibung von ALPIkord klingt interessant:

ALPIkord is a line of new generation pre-finished woods, created to enhance and bring out the natural character of wood by offering natural textures and aesthetic impact to a previously unprecedented degree.

Die ALPIkord-Broschüre führt übrigens drei der vier Holzbezeichnungen des ersten Sets auf. – Ebenfalls aufschlussreich sind die Details zum Produktionsprozess bei ALPI.

Die Angaben von ALPI und die Schichten des gekochten Stifts könnten dem Satz „Ausser­gewöhnliche Holzarten* für eine exklusive Kollektion” und erst recht dem englischen „An exclusive collection made with essences* of noble woods” eine ganz andere Bedeutung geben. Hätte ich mich auch hier an die Regel gehalten, dass man auch auf das achten soll, was nicht gesagt wird, wären mir die Ungereimtheiten schon früher aufgefallen.

Wenn Caran d'Ache tatsächlich ALPIlignum verwendet hat, so haben die Stifte der „Les Crayons de la Maison”-Sets einen Schaft aus gefärbten und verleimten Schichten von Pap­pel oder Ayous3, und das würde meiner Ansicht nach weder zur Aufmachung noch zum Preis des Produkts passen.

  1. Le Bouillon de la Maison Lexikaliker.
  2. Siehe z. B. Skripta Paris, Kadmium und Embelezzia.
  3. Auch als Abachi bekannt.

J.S. Staedtler 1919 (10)

14. November 2014

„Der beliebteste Zeichenstift in mittlerer Preislage” war laut dem Katalog von J.S. Staedtler aus dem Jahr 1919 der „Vorwärts”-Zeichenstift.

J.S. Staedtler 1919 (10)

Den Namen des Bleistifts finde ich großartig, ebenso den Schriftzug „Zeichenstift” auf dem Schaft.

J.S. Staedtler 1919 (10)

Ob es mit diesem Bleistift vorwärts ging? Ich habe keine Zweifel!

J.S. Staedtler 1919 (10)

Die hier verwendeten Schriften sind übrigens die Behrens Antiqua von Peter Behrens („Mit Stempel”, Text unter dem Bleistift) und die Fette Bernhard-Antiqua von Lucian Bernhard („Vorwärts”).

Techniker-Etuis „Famulus” | J.S. Staedtler 1919

Les Crayons de la Maison Caran d'Ache Ed. № 4

10. November 2014

Vor kurzem kam das vierte Set der Reihe „Les Crayons de la Maison Caran d'Ache”1 auf den Markt und sofort in meinen Warenkorb2.

Les Crayons de la Maison Caran d'Ache Ed. № 4

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Mein erster Eindruck war ein sehr guter. Der Klappkarton der ersten drei Sets wurde von einer stabileren und mich ansprechenden Schiebeschachtel abgelöst. Ihre Verarbeitungs­qualität und die der vier Bleistifte ist sehr gut; Fertigungsmängel wie beim ersten Set konn­te ich nicht feststellen.

Les Crayons de la Maison Caran d'Ache Ed. № 4

Nach härteren Minen im zweiten und dritten Set sind die im aktuellen wieder weicher und denen im ersten Set sehr ähnlich; sie entsprechen etwa HB–B beim Staedtler Mars Lumo­graph3. Unklar ist für mich jedoch, warum sie sich überhaupt unterscheiden. – Gleiteigen­schaften und Radierbarkeit sprechen für eine keramische Mine.

Les Crayons de la Maison Caran d'Ache Ed. № 4

Auch dieses Set enthält ein dreisprachiges Faltblatt. Unter „Aussergewöhnliche Holzarten* für eine exklusive Kollektion” werden Afrikanisches Ayous, Silberpappel, Red & Olive Zebra­no und Indische Pappel genannt; das Sternchen verweist dabei auf „Pressholz” am unteren Rand. In der französischen und englischen Beschreibung heißt es „Des essences* de bois d'exception pour une collection exclusive” (*Bois reconstitué) und „An exclusive collection made with essences* of noble woods” (*Reconstituted wood). Bei einem weiteren Blick auf die Faltblätter zu den anderen drei Sets entdecke ich den Hinweis auf Pressholz auch in dem zum zweiten. Doch warum Pressholz? Und was bedeutet „essences”, zu finden in al­len Faltblättern?

Les Crayons de la Maison Caran d'Ache Ed. № 4

Ich finde das rätselhaft. Würde da nicht eher „Hergestellt aus …” stehen, wenn diese Blei­stifte tatsächlich aus den genannten Hölzern gefertigt worden wären?4 Während Caran d'Ache beim 348 aus Buche und dem Bleistift aus Lärche das jeweilige Holz verarbeitet hat, kam bei den Bleistiften der „Les Crayons de la Maison Caran d'Ache”-Sets offenbar eine an­dere Technik zum Einsatz. Mein Leser Tom kommentierte bereits am 31.7.14:

Am I right in thinking the pencils are NOT made from the woods they are named after? They are I think made from reformed and coloured wood powder (FSC) that is inspired by certain natural woods in its patterning and colouring …

Ich habe diesen Gedanken zunächst abgetan, kann ihn aber jetzt nachvollziehen, denn die Bleistifte haben kein für mich wahrnehmbares Aroma und ihr Gewicht schwankt bei weitem nicht in dem Maß, wie es die Dichten der aufgeführten Hölzer erwarten lassen. Es wäre zweifellos eine große Leistung, mit gefärbten Holzmehlen die Maserung edler Hölzer nach­zuempfinden, doch sollte man das bei diesen Sets wirklich gemacht haben, hätte ich eine entsprechende Information ehrlicher gefunden als den für mich hier nichtssagenden Begriff „essence” (aber immerhin wurde auf Pressholz verwiesen).

Les Crayons de la Maison Caran d'Ache Ed. № 4

Die Stifte aller Sets finde ich sehr schön, doch die meiner Ansicht nach unklare Material­beschreibung trübt meine Freude.

Nachtrag vom 11.11.14: Kurioserweise habe ich noch etwas übersehen. Selbst mit der Lupe kann ich bei keinem der 16 Bleistifte in den Sets die für einen aus Brettchen herge­stellten Bleistift typischen Trennlinien erkennen. Gerade bei den stärker gemaserten Exem­plaren müssten die Hälften durch eine Störung des Musters deutlich erkennbar sein, doch das ist nicht der Fall.

Nachtrag vom 12.11.14: Weitere Beobachtungen und Gedanken habe ich in diesem Kommentar untergebracht.

Nachtrag vom 15.11.14: Weiter geht es hier.

  1. Das erste gibt es hier zu sehen.
  2. Zeichen-Center Ebeling, knapp 21 Euro. – Aus der Serie „Les Crayons de la Maison” gibt es jetzt auch eine Stiftablage № 1.
  3. Die Minen im zweiten kommen F–HB und die im dritten H–F sehr nahe.
  4. Rätselhaft finde ich übrigens auch, dass mir dieser Gedanke nicht schon beim ersten, spä­testens jedoch beim zweiten Set gekommen ist.
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