Paperworld 2016 (3)

7. Februar 2016

Im dritten und letzten Teil meiner Notizen zur Paperworld 2016 geht es um die neuen Pro­dukte von Möbius+Ruppert1, die für mich die interessantesten der diesjährigen Paper­world waren.

Paperworld 2016 (3)

Schon eine Weile erhältlich ist der Minofix für Minen mit 2 und 3,2 mm Durchmesser; er ist der einzige mir bekannte Messing-Minenspitzer aus aktueller Produktion. – Den Spitzer-Klassiker Granate gibt es jetzt auch mit einer kleinen Bohrung, um ihn z. B. an einem Ring oder einer Schnur zu befestigen.

Paperworld 2016 (3)

Der Knüller sind die Langkonus-Spitzer Castor und Pollux. Castor hat einen Spitzenwinkel von etwa 18,5°2 und Pollux schneidet mit seinem gekrümmten Messer einen konkaven Konus.

Paperworld 2016 (3)

Ich hatte das Vergnügen, ein Muster des Pollux ausgiebig testen zu dürfen, und war be­geistert. Mit diesen beiden Spitzern dürften die Wünsche vieler Bleistiftnutzer in Erfüllung gehen! – Die neuen Spitzer kommen voraussichtlich im April in den Handel.

Paperworld 2016 (3)

Das war's für dieses Jahr; die nächste Paperworld öffnet am 28.1.2017.

  1. Möbius+Ruppert ist meines Wissens der weltweit einzige Hersteller von Messingspitzern (KUM hat die Fertigung seiner Messingspitzer vor etwa drei Jahren eingestellt).
  2. Zum Vergleich: Granate 22°, KUM 400-5L 19°.

Paperworld 2016 (2)

6. Februar 2016

Auch in diesem Jahr war ich wieder bei DOMS.

Paperworld 2016 (2)

Der indische Hersteller, der 1976 mit der Fertigung von Bleistiften begonnen hat und seit ein paar Jahren zur FILA-Gruppe gehört1, zeigte sich im neuen Design, zu dem ein lustiges Maskottchen und der Slogan „Sharp Minds” gehören. Das Design ist zwar sehr bunt, aber durchaus reizvoll.

Paperworld 2016 (2)

Die Bleistifte sind von ordentlicher Qualität und haben – ebenso wie die Verpackungen – eine pfiffige Gestaltung (ich werde bei Gelegenheit einige Details zeigen). – Außer Pappel kommt übrigens Chandada (auch Vatta oder Kenda, bot. Macaranga peltata) zum Einsatz; dieses Bleistiftholz war mir neu.

Paperworld 2016 (2)

Der Besuch am Stand von Viarco gehörte selbstverständlich auch zum Programm, da das portugiesische Unternehmen immer etwas Besonderes präsentiert.

Paperworld 2016 (2)

Sehr gut gefallen haben mir die dünnen Bleistifte mit rechteckigem Querschnitt und stark verrundeten Kanten, die es in sechs Varianten gibt.

Paperworld 2016 (2)

Viarco nutzt für Muster ein Kartonetui, und dieses steht den flachen Bleistiften ebenfalls gut.

Paperworld 2016 (2)

Gerade in Arbeit ist eine Wiederauflage alter Designs für Bleistifte und Kartons, die hier in einer ersten Version zu sehen waren (die Bleistifte stammen aus dem Archiv).

Paperworld 2016 (2)

Die besten zurzeit erhältlichen Kurbelspitzer kommen meiner Ansicht nach vom japanischen Hersteller CARL, und da ich von einer Neuheit wusste, war ich kurz am Stand.

Paperworld 2016 (2)

Die Lehre des GP-6 klemmt das Papier, und der Locher hat eine Nase, die in den Kerben der Lehre einrastet; so lässt sich mit diesem Set für nahezu jedes Ringbuch präzise lochen.

Paperworld 2016 (2)

Der Putitto ist sicher einer der kleinsten Locher für die Standardlochung (zwei Löcher mit einem Durchmesser von etwa 6 mm im Abstand von 80 mm). Die Details, auf die geachtet wurde, lassen staunen: Eine Aussparung ermöglicht, den korrekten Sitz des Papiers zu prü­fen, und der Drücker lässt sich versenken und arretieren, um den Putitto bei Nichtge­brauch noch flacher zu machen. Eine Öse, um den Locher an eine Schnur zu hängen, und einen Auffangbehälter für den Spitzabfall gibt es ebenfalls.

Paperworld 2016 (2)

Besonders neugierig war ich auf den CPS-80, einer ungewöhnlichen Kombination aus Hand- und Kurbelspitzer. Das Gerät ist so gestaltet, dass man nicht den Bleistift im Spitzer, sondern den Spitzer mithilfe der Kurbel um den Bleistift dreht. Es funktioniert perfekt und erfreut nicht nur den zehnjährigen Jungen mir! – Ich hoffe, dass CARL bald einen deut­schen Vertrieb findet.

Paperworld 2016 (2)

Im dritten und letzten Teil geht es um den Erlanger Hersteller Möbius+Ruppert, der mit großen Überraschungen aufwartete.

  1. Genauer: DOMS ist eine Marke der Writefine Products Pvt. Limited (WFPL), und das italienische Unternehmen FILA (Fabbrica Italiana Lapis ed Affini) hat seinen 2012 erworbenen Anteil an WFPL von 18,5% im vergangenen Jahr auf 51% erhöht. – Zu FILA gehören u. a. LYRA, Dixon und Ticonderoga.

Paperworld 2016 (1)

5. Februar 2016

Vor wenigen Tagen gingen die Paperworld und die zeitgleich stattfindende Creativeworld in Frankfurt/Main zu Ende; hier der erste Teil meiner kurzen und nicht repräsentativen Noti­zen. – Diesmal nicht vertreten waren u. a. Atoma, Brunnen, Dahle, Haff, Herlitz, Koh- I-Noor, LAMY, Pilot, Plus, Schneider und Schwan-Stabilo.

Der Auftritt von STAEDTLER stand ganz im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums von FIMO. Es gab auch einen Aufsteller mit Bleistiften, darunter der Mars Lumograph, doch zu meiner großen Überraschung wurde nicht dessen erweitertes Sortiment präsentiert. – Bei Faber-Castell und Eberhard Faber sind mir keine Neuheiten aufgefallen, ebenso wenig bei KUM.

Paperworld 2016 (1)

Neu vom Schweizer Hersteller Caran d'Ache ist der Bleistift GENIUS 353 mit Touch­screen-Tip, den es mit schwarzem und weißem Lack, aber nur in HB gibt. – Der Tip ist nicht abnehmbar.

Paperworld 2016 (1)

Zu sehen war auch das im vergangenen August eingeführte Geschenkset SWISS WOOD mit einem Bleistift aus Jura-Buche und einem aus Arve nebst Radierer und Magnesium-Spitzer. Letzterer trug außer „Made in Germany” auf dem Messer keine Kennzeichnung; ich vermute, dass er im Gegensatz zu den Spitzern anderer Sets von Caran d'Ache nicht von Eisen stammt.

Paperworld 2016 (1)

Paperworld 2016 (1)

Bei zwei der vier Bleistifte eines Sets der GRAFIK-Serie fielen mir außermittig sitzende Minen auf.

Paperworld 2016 (1)

Vorgestellt wurden zudem zwei Sonderausführungen des im Jahr 1930 erstmals erhältli­chen Fixpencil, mit dem der Schweizer Architekt Mario Botta gewürdigt wird. Die Sets mit Fixpencil, Graphitmine in B und vier wasservermalbaren Farbminen sind ab April erhältlich.

Paperworld 2016 (1)

Die wohl ungewöhnlichsten Bleistifte der diesjährigen Paperworld kommen vom Start-Up Manaomea.

Paperworld 2016 (1)

Das Münchener Unternehmen fertigt sie nach eigenem patentierten Verfahren aus Jute, Flachs und anderen Naturfasern sowie Biopolymeren. Die Materialien für die beiden Bleistif­te und das Mäppchen stammen meist aus Entwicklungsländern und immer aus Bio-Anbau, und beim gesamten Herstellungsprozess wird auf Fairness und Umweltverträglichkeit ge­achtet. Die verwendete Technik bietet große Gestaltungsfreiheiten, und so lassen sich Stifte in unterschiedlichen Profilen, Farben und Oberflächen fertigen.

Paperworld 2016 (1)

Bei Pentel konnte ich erfahren, dass die Verfügbarkeit der Metallvariante des 0,2-mm-Druckbleistifts Pentel orenz in Deutschland davon abhängt, wie gut die anderen Ausfüh­rungen ankommen.

Paperworld 2016 (1)

Die großartigen Ecoline-Wasserfarben des niederländischen Anbieters Royal Talens gibt es ab sofort auch als Pinselstift. – Interessantes Detail: Die Farbe in den Pinselstiften ist etwas konzentrierter als die im Glas, damit die Farben zueinander passen. Würde man den Pin­selstift nachfüllen (was möglich ist), wäre der Abstrich zu hell.

Paperworld 2016 (1)

Im zweiten Teil geht es um DOMS, Viarco und CARL.

Veranschaulichung

30. Januar 2016

Mit zwei bemerkenswerten Veranschaulichungen wartete Franz Maria Feldhaus in seiner zwölfseitigen Schrift „Der Bleistift” aus dem Jahr 1922 auf.

Veranschaulichung

(zum Vergrößern anklicken)

Acht Züge mit je fünfundzwanzig Waggons, davon vier mit Holz und vier mit Kohle, zeigen den damaligen Jahresverbrauch von J.S. Staedtler für die Bleistiftproduktion. Noch beein­druckender indes ist folgende Abbildung:

Veranschaulichung

Würde man alle damals von Staedtler pro Jahr gefertigten Stifte – etwa 65.000.000 Stück – aneinanderreihen, so käme man auf 11.375.000 Meter (zum Vergleich: Die Erdachse ist 12.712.000 Meter lang).

Kurz notiert

26. Januar 2016
  • Manaomea, ein Start-up aus München, fertigt nach eigenem patentierten Verfahren Bleistifte aus Jute, Flachs und anderen Naturfasern sowie Biopolymeren. Die Materialien stammen meist aus Entwicklungsländern und immer aus Bio-Anbau, und beim gesamten Herstellungsprozess wird auf Fairness und Umweltverträglichkeit geachtet.
    Manaomea (Klick führt zur Website)
    Das Unternehmen präsentiert sich und seine Produkte auf der Paperworld 2016 in Frankfurt/Main am Stand B80C in Halle 6, Ebene 1.
  • Noch mehr Bleistift-Schnitzereien: „Artist Meticulously Carves Pencils to Recreate the World Around Him”. – Via Bleistift.

LUNA

23. Januar 2016

LUNA

Die Marke „LUNA” wurde im Januar 1914 auf die J.S. Staedtler GmbH & Co. KG eingetra­gen und dann für Blei- und Farbstifte benutzt; das aktuellste Produkt mit diesem Namen ist der dreiflächige Druckbleistift LUNA 7612 von STAEDTLER Japan. – Siehe auch diese Grafik.

Danke an Herrn Grosse für diese Blechschachtel!

Achsen-Lineal Nr. 798

22. Januar 2016

Achsen-Lineal Nr. 798

(zum Vergrößern anklicken)

Achsen-Lineal Nr. 798

Rot und Blau

21. Januar 2016

Bereits im November habe ich überlegt, an was mich dieses Schild erinnert.

Rot und Blau

Jetzt weiß ich es: An die Kennzeichnung des Rot-Blau-Stifts CV-REA VP von Tombow.

Rot und Blau

(Nein, ich habe nicht nur Stifte im Kopf.)

 1 2 3 4 5 ...163 164 165 Nächste

Diese Website nutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie zu, diese Cookies zu verwenden. Mehr Informationen erhalten Sie im Datenschutzhinweis.
OK