Am Wasser

23. April 2014

Am Wasser

Noch traut sich unser Kisho nicht hinein, aber nachdem er vor kurzem schon mit allen Vie­ren im Wasser stand, wird es sicher nicht mehr allzu lange dauern.

J.S. Staedtler Noris 1100 № 2

19. April 2014

Aus einem Stifte-Allerlei: Drei alte J.S. Staedtler Noris 1100 № 21.

J.S. Staedtler Noris 1100 № 2

Wie ich von STAEDTLER erfahren konnte, ist dieser Noris der erste mit „zwei gegenüberlie­genden schwarzen Stempelflächen und zwei gegenüberliegenden schwarzen Kantenstrei­fen”, wie es korrekt heißt, und damit die Urform des Bleistiftklassikers. Er kam am 5. Januar 1934 auf den Markt und war bis Januar 1943 erhältlich. Diesen Bleistift mit orangefarbener Grundpolitur2 gab es mit leicht veränderten goldfarbenen Stempelungen (erst kam der Zu­satz „CEDER”, dann „MADE IN BAVARIA”) bis März 1955.

J.S. Staedtler Noris 1100 № 2

Der Noris 1100 ist mit einem Durchmesser von 7,8 mm (Schlüsselweite 7 mm) geringfügig dicker als der aktuelle Noris 120 (7,4/6,8) und hat etwas schärfere Kanten. Gemessen an heutigen Standards zeigen Lack und Aufdruck kleine Fertigungsmängel, doch da diese Blei­stifte vor mehr als 70 Jahren hergestellt wurden, muss man natürlich andere Maßstäbe an­legen. Die 2 mm dicke Mine allerdings beeindruckt auch heute noch: Mit sauberer Abgabe, starker Schwärzung, hoher Bruchfestigkeit und sehr guter Radierbarkeit3 muss sie den Ver­gleich mit aktuellen hochwertigen Minen nicht scheuen. Sie ist jedoch ein klein wenig här­ter als die des Noris 120 und daher auch etwas sparsamer.

J.S. Staedtler Noris 1100 № 2

Exkurs: Noris

Die Marke „Noris” wurde am 10. September 1901 eingetragen und zuerst für runde und sechsflächige Stifte mit einfarbiger Politur benutzt4. Ein Bestseller der Noris-Reihe war u. a. der rote Noris 278, der in den 1910er Jahren angeboten wurde. Im März 1955 kam erst­mals der Noris 1100 mit schwarzem Kronenkäppchen und weißem Ring auf den Markt5. Kurz darauf gab es ihn auch mit farbig sortierten Kronenkäppchen, aber nur im Härtegrad 2. Noch im selben Monat erhielt er seine gelbe Grundpolitur und im August 1955 die die fünf Härtegrade (1/2B über 2½/HB bis 4/2H) kennzeichnenden farbigen Kronenkäppchen, wenn auch mit anderer Codierung als heute (z. B. war HB gelb und B rot)6. Anfang 1962 wurde das Sortiment um den Härtegrad 0 mit weinrotem Krönchen erweitert, 1963 die Richtung der Beschriftung umgekehrt und 19677 die Artikelnummer auf 120 umgestellt.

J.S. Staedtler Noris 1100 № 2

Das letzte Bild zeigt ein Generationentreffen: Noris 1100 (1934–1943), Noris 1100 (1955– 1963), Noris 120 (1967–20018) und Noris 120 (heute).

Danke an STAEDTLER für die Details zur Geschichte des Noris!

  1. Die korrekte Schreibweise ist die in Versalien, doch im Interesse einer besseren Lesbarkeit benutze ich hier ich die Gemischtschreibung und verzichte auch weitgehend auf die Anfüh­rungszeichen.
  2. Der Begriff „Politur” geht zurück auf die Zeit vor 1900, als die Spitzenbleistifte einen Schellack­überzug mit Schwermetall-Farben erhielten und von Hand poliert wurden.
  3. Getestet mit dem STAEDTLER Mars plastic und dem Pilot Foam Eraser.
  4. Quelle: „100 Years of NORIS”, Artikel in einer Firmenpublikation, STAEDTLER 2001.
  5. Genaugenommen wurde das Kronenkäppchen und der weiße Ring bereits im August 1938 ein­geführt. Für drei Jahre gab es den hellroten Noris 1102 und orangefarbenen Noris 1103 mit zwei blauen Stempelflächen, zwei blauen Kantenstreifen, blauem Kronenkäppchen und weißem Ring.
  6. Wann die Codierung umgestellt wurde, weiß ich leider nicht.
  7. Hierzu liegen mir widersprüchliche Angaben vor – mal heißt es 1967, mal 1969.
  8. Bei diesem Zeitraum bin ich mir nicht ganz sicher.

Wachstum

18. April 2014

Wachstum

Hinodewashi Matomaru-kun

17. April 2014

Vor kurzem habe ich den Radierer Matomaru-kun von Hinodewashi auf Verdacht bestellt, da mir schon der schwarze Matomaru-kun Premium1 gut gefallen hat. Meine Überraschung beim ersten Gebrauch hätte kaum größer und angenehmer ausfallen können.

Hinodewashi Matomaru-kun

Hier mit einem Craft Design Technology item 17.

Der 11 × 12 × 87 mm große und ungewöhnlich weiche Radierer arbeitet so gut, dass man nur noch staunen kann. Er entfernt den Graphit mit starkem Grip außerordentlich gründ­lich, ohne zu schmieren, und geht dabei sparsam und mit geringer Eigenverschmutzung zu Werke. Zudem rollen sich die Späne zusammen und bleiben oft als ein einziger Span am Radierer hängen2, wodurch der Arbeitsplatz sauber bleibt. – Aufgrund der Weichheit soll­te man den Radierer allerdings möglichst weit vorne halten und mit Manschette benutzen, da­mit man ihn gut führen kann und das Abbrechen vermeidet.

Hinodewashi Matomaru-kun

Eine kurze Suche im Internet hat mir gezeigt, dass es den Matomaru-kun3 noch in zwei weiteren Block- sowie in zwei Stangenformen gab oder gibt. Der hier vorgestellte hat die Artikelnummer NMM-100 und mich 2,50 Euro gekostet.

Gekauft habe ich den Radierer bei Fudepens, einem recht neuen Online-Shop für japani­sche Schreibwaren mit Sitz in Hamburg, auf den ich durch einen Beitrag im Weblog „Blei­stift” aufmerksam geworden bin. Das Lieferprogramm ist schon jetzt interessant, und bei einem sehr angenehmen Kontakt per E-Mail konnte ich erfahren, dass es noch erweitert wird. Ich bin gespannt!

Nachtrag vom 22.4.14: Weitere Varianten des Matomaru-kun zeigt die englische Pro­duktseite des Herstellers.

  1. Die Gestaltung des Matomaru-kun Premium kommt von Kenji Fukushima.
  2. Ich vermute, dass die Weichheit, der Grip und das Zusammenhalten der Späne auf denselben Bestandteil im Radierer zurückgehen. – Ein Radierer, der mit bemerkenswert wenig Grip sehr gut arbeitet, ist der Tombow MONO AIR touch.
  3. Kurz zum Namen: „matomaru” (まとまる) bedeutet in etwa sammeln, zusammentragen, in Ord­nung bringen, und -kun (くん) ist eine Anrede. (Stark vereinfacht: „-kun” ist mit Vorname die normale Anrede für männliche Jugendliche und mit Nachname die für Angestellte, auch weib­liche; „-san” (mit Nachnamen) entspricht unserem Herr/Frau.) – Die der japanischen Sprache Kundigen mögen über kleine Ungenauigkeiten hinwegsehen, mich aber bitte auf grobe Fehler hinweisen.

Das andere Ende

17. April 2014

Nach elf (!) langen Tagen ohne hier wieder mal ein Bild von Kisho.

Das andere Ende

Beim Blick auf die Spitze seiner Rute denke ich manchmal an einen Pinsel, der in schwarze Tusche getaucht wurde. – Apropos „anderes Ende”: Das Buch „Das andere Ende der Leine” von Patricia B. McConnell (Piper 2009) ist das beste Hundebuch, das mir bis jetzt untergekommen ist.

Kurz notiert

17. April 2014

Für den Kalligrafie-Füller SUPER5 wird es bald wasserfeste Tinten geben. Dazu bietet das Team hinter dem SUPER5 allen Interessierten die Möglichkeit, aus zehn Farben fünf aus­zuwählen; die fünf am höchsten platzierten Farben wird es dann geben. Wer mitmacht, kann zudem eines von fünf Sets mit je einem SUPER5 und drei Tinten gewinnen. Hier geht es zur Abstimmung. Ich habe meine Wahl bereits getroffen!

Wundersame Welt der Waren (26)

16. April 2014

„Ofenfrisch für Sie gebacken” lässt die Supermarktkette REWE mittels ihrer Brötchentüten wissen.

Rätselhafter Hinweis von REWE

Seit Tagen rätsele ich nun, wie man ofenfrisch backen kann. Ist „ofenfrisch” vielleicht eine besondere Reglerstellung an den Backöfen von REWE? Wenn ja, was genau macht ein Ofen, den man dazu auffordert, ofenfrisch zu backen? (Ich bin technisch interessiert.)

Ich hoffe, dass mir meine Leserschaft helfen kann, denn sonst muss ich noch über die Osterfeiertage an diesem Wortgebäck knabbern.

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Sonderanfertigung

15. April 2014

Fachmann im Umbau von Fallminen- und Druckbleistiften ist isu von the uncomfortable chair, und so dachte ich sofort an ihn, als ich mein Wunschmodell, einen Druckbleistift mit Holzschaft und 0,4-mm-Mine, nicht im Handel finden konnte.

Sonderanfertigung

Von links: Pilot S20 (0,3 mm), Pilot S10 (0,4 mm)

Er schlug vor, die Zwinge eines Pilot S20 (0,3 mm) etwas zu weiten und dessen Spitze und Drücker gegen die entsprechenden und erfreulicherweise kompatiblen Teile des Pilot S10 (0,4 mm) auszutauschen. Da mir die Form und das Holz1 des roten S20 sehr gut ge­fallen, habe ich isus Vorschlag ebenso gerne angenommen wie sein Angebot, mir diese Stif­te in Japan zu beschaffen.

Sonderanfertigung

Spitzen und Drücker entfernt

Einen 0,4 mm dünnen Bohrer hatte ich bereits, und als die beiden Stifte am vergangenen Wochenende eintrafen, konnte es losgehen. – Tipp: Lässt sich die Spitze nicht mit der bloßen Hand abschrauben, kann ein Stück Fahrradschlauch helfen, sie besser zu greifen.

Sonderanfertigung

Weiten der Zwinge des S20

Beim Weiten der Zwinge muss man aufpassen, dass man nicht zu großzügig vorgeht, denn sonst wird die 0,4-mm-Mine nicht mehr gehalten.

Sonderanfertigung

Rechts die unbearbeitete 0,3-mm-Zwinge des S20 mit einer 0,4-mm-Mine

Hier sieht man beide Zwingen mit einer 0,4-mm-Mine: Links die des S10 (0,4 mm) und rechts die noch unbearbeitete des S20 (0,3 mm). Doch warum muss man die Zwinge überhaupt weiten? Nun, wenn die für 0,3 mm ausgelegte Zwinge eine 0,4 mm dicke Mine greift, schließt sie beim Loslassen des Drückers früher und schaut weiter aus dem Klemm­ring heraus. Dies aber reduziert den Hub und damit den Minenvorschub auf ein unprak­tisches Maß2.

Sonderanfertigung

Die bearbeitete Zwinge des S20 geht schon etwas weiter in den Klemmring hinein

Es empfiehlt sich, die Zwinge so zu weiten, dass sie im geschlossenen Zustand mit Mine etwa so tief im Klemmring sitzt wie die des S10, aber die Mine noch zuverlässig hält (die Zwinge im obigen Bild geht bereits weiter in den Ring hinein als vor der Bearbeitung, aber noch nicht weit genug). Wer ganz sicher gehen will, setzt die Teile zwischendurch probe­weise zusammen und testet kurz.

Sonderanfertigung

Ein besonderer S20

Ist die richtige Weitung erreicht, montiert man Spitze und Drücker des S10. Fertig!

Sonderanfertigung

Der S20 an der Lederhülle des Hobonichi Techo

Und wozu der Aufwand? Zum einen habe ich festgestellt, dass bei meiner Schriftgröße der Minendurchmesser von 0,4 mm sehr gut zum 4-mm-Raster des Hobonichi Techo passt, und zum anderen wollte ich einen Schaft, der mehr mit der Lederhülle harmoniert als einer aus Metall oder Kunststoff. – Übrigens habe ich mit den Eno Neox-Minen3 von Pilot in der Härte 2B die besten Erfahrungen auf dem mit 52 g/m² sehr dünnen Tomoe River-Papier des Techo gemacht.

Sonderanfertigung

Der Drücker des S10 auf dem S20

Vielen Dank an isu für seine Hilfe!

  1. Pilot gibt an, dass es sich dabei um Kirschholz von der Insel Hokkaidō handelt.
  2. Ich komme mit etwa 5 mm bei zehnmaligem Drücken, also 0,5 mm pro Druck, am besten klar.
  3. Leider sind diese Minen nicht mehr erhältlich. – Mit den neuen Neox Graphite konnte ich sie noch nicht vergleichen; gut möglich, dass sie würdige Nachfolger sind.
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