Archiv des Stichworts „Spitzer”

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Frankenstift

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Vor wenigen Tagen kam der Tsunago der japanischen Nakajima Jukyudo Co., der zwar als Spitzer geführt wird, aber nur dazu gedacht ist, Bleistiftreste miteinander zu verbinden, um sie weiter benutzen zu können. Hier der erste Versuch mit stark strapazierten Teilen des Pentel Black Polymer 999, STAEDTLER Mars Lumograph und STAEDTLER Noris:

Frankenstift

(zum Vergrößern anklicken)

Ich nenne das Ergebnis „Pendtler Frankenstift HB”. – Die Spuren am Pentel stammen von der Klemme eines Bleistiftverlängerers und die am Noris vom oberen Teil eines Kugel­schreiberschafts, den mein kreativer Kollege deh als Verlängerer benutzt hat (er bekam den Stift dann auch). – Eine ausführliche Besprechung des Tsunago folgt.

Nachtrag vom 18.12.15: Bei einem weiteren Versuch habe ich einen Pentel Black Poly­mer 999 B und einen STAEDTLER Noris 120 B kombiniert.

Frankenstift

Die abgerundeten Enden beider Stifte habe ich vorher mit dem Bandschleifer entfernt. – Die Spitzen stammen vom Faber-Castell Janus 4048 (links) und vom CARL Angel-5 Premium mit dem Fräser des Angel-5 Standard (rechts).

„Dienstbleistiftspitzer der Justiz”

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Aus dem Bericht der Süddeutschen Zeitung über den Prozess gegen den ehemaligen BND-Angestellten Markus R., der als Spion für die CIA gearbeitet hat:

Keine Laptops und Mobiltelefone im Gerichtssaal – das mag ja angehen. Aber auch keine Kugelschreiber. Keine Drehbleistifte. Es könnten Mikrophone oder Kameras darin versteckt sein.
Nur einfache Holzbleistifte, und wenn sie gespitzt werden müssen, muss man den Gerichtssaal verlassen und den Dienstbleistiftspitzer der Justiz benutzen.

Ich wüsste zu gerne, wie dieser Dienstbleistiftspitzer aussieht.

Fundstück

Mittwoch, 10. Juni 2015

Konkave Bleistiftspitzen, wie sie z. B. der Faber-Castell Janus 4048 schneidet, sieht man nur selten, und so ist mir dieses beeindruckende Exemplar im Industrie-Katalog von LYRA gleich aufgefallen:

Fundstück

Den dazugehörigen Spitzer konnte ich im Katalog jedoch leider nicht entdecken. Hat man vielleicht einen ähnlichen wie diesen benutzt?

„The new 5700 D”

Freitag, 22. Mai 2015

„The new 5700 D”

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Als „[t]he finest pencil sharpener ever made for draftsmen” bewarb J.S. Staedtler Inc. aus Hackensack, New Jersey (USA), den damals neuen Kurbelspitzer 5700 D, dessen beson­deres Leistungsmerkmal darin bestand, die Mine auf einer Länge von gut 6 bis 19 mm frei­zulegen1. Damit wurden dann auch Spitzen wie die hier und da gezeigten möglich. – Die Vorderseite dieses Faltblatts, das aus einer Blechdose stammt und etwa 60 Jahre alt sein dürfte, machte Reklame für den Farbstift Mars Lumochrom, der mit einer gefährlichen Spit­ze auftrat.

Danke an Sola für dieses Faltblatt!

  1. Soweit ich weiß, gab es noch einen 5700 (also ohne „D”), der das nicht konnte und zudem nur drei statt sechs Backen in der Stifthalterung hatte. – Ein Kommentator bei pencilsanotherthings berichtet, dass der 5700 D außerdem den Minendurchmesser auf 1,5 mm verringert.

Granate 1900

Dienstag, 12. Mai 2015

Ein weiteres Detail aus der Geschichte des Spitzerklassikers: Das „Waarenzeichenblatt”, he­rausgegeben vom Kaiserlichen Patentamt, gab in der Ausgabe vom März 1901 die Anmel­dung und die Eintragung des Warenzeichens „Granate” für die Schreibwaren-Großhandlung Möller & Breitscheid in Köln bekannt.

Granate 1900

Möller & Breitscheid hatte bereits am 27. Januar 1900 den Namen „Granate” angemeldet, musste aber zunächst eine Ablehnung hinnehmen, da „das Wort mithin eine Angabe über die Beschaffenheit der Waare enthalte und daher dem Verkehr freigehalten werden müs­se”1. Erst die Aufhebung dieser Entscheidung am 13. November 1900 machte die Eintra­gung möglich, die dann am 4. Februar 1901 unter der Nummer 47683 vorgenommen wur­de. – Eine weitere (erneute?) Eintragung des Warenzeichens „Granate” fand am 14. Feb­ruar 1939 statt.

Granate 1900

Geht man davon aus, dass sich die damalige Granate nicht wesentlich von der des Jahres 1913 unterscheidet, so hat der heute von Möbius+Ruppert unter der Artikelnummer 604 angebotene Spitzer eine mindestens 115-jährige Geschichte.

Danke an das DPMA für die Scans!

  1. Quelle: Chemiker-Zeitung vom 18. Mai 1901.

Granate 1901

Montag, 11. Mai 2015

Ein interessantes Detail zur Geschichte des als „Granate” bekannten Bleistiftspitzers findet sich in der Chemiker-Zeitung vom 18. Mai 1901.

Granate 1901

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Granate 1901

Granate 1901

Granate 1901

Granate 1901

In der Rubrik „Entscheidung in Waarenzeichensachen” heißt es:

II. Beschwerde-Abtheilung I des Patentamtes.
[…]
2. Die Eintragung des Wortes „Granate” für Bleistiftspitzer war von der Abtheilung für Waarenzeichen abgelehnt worden, weil Bleistiftspitzer in Form einer Granate, wenn auch ausschliesslich von der Anmelderin herrührend, seit Jahren im Verkehr seien, das Wort mithin eine Angabe „über die Beschaffenheit” der Waare enthalte und daher dem Verkehr freigehalten werden müsse. Die Beschwerde-Abtheilung I (Entsch. vom 13. November 1900) hob diese Entscheidung auf, weil die Form einer Granate keine sachliche Beziehung zu einem Bleistiftspitzer habe, und weil ferner die Form einer Granate im freien Verkehr nicht allgemein üblich für Bleistiftspitzer sei.

Die „Granate” war also bereits vor 1900 auf dem Markt1, und schon damals wollte man sich den Namen schützen lassen; möglich wurde das jedoch erst durch die hier erwähnte Auf­hebung der Entscheidung, den Eintrag abzulehnen. Wer die Anmelderin war, bleibt hier leider offen, aber es könn­te die Vertriebsfirma Möller & Breitscheid gewesen sein, denn diese wurde am 1. Mai 1869 gegründet und hat die „Granate” sehr lange angeboten2.

Unklar ist, ob daraufhin ein Warenzeichen eingetragen wurde, also bereits vor der Regis­trierung für Möller & Breitscheid im Jahr 1939 ein Schutz bestand, doch ein Eintrag im Buch „German Tool and Blade Makers. A guide to manufacturers and distributors, their trade­marks and brand names” von John Walter (Nevill Publishing 2012) könnte dafür sprechen:

GRANATE (1901, no. 47683)
Möller & Breitscheid, Köln a. Rh.
Registry class: 9b
Style: block

Die Quelle für diese Information kenne ich allerdings nicht, und auf meine Anfrage beim Autor habe ich bedauerlicherweise keine Antwort erhalten.

  1. Ich gehe davon aus, dass es sich bei dem in der Chemiker-Zeitung genannten Spitzer nicht um einen anderen mit zufällig gleichem Namen handelt.
  2. Im „Handbuch für Papier und Bürobedarf” von Dipl.-Hdl. Franz Karl Reckert aus dem Jahr 1949 heißt es, die Granate wäre um 1889 auf den Markt gekommen.

Kurz notiert

Montag, 11. Mai 2015
  • Dave's Mechanical Pencils hört nach über neun Jahren auf. Sehr schade!
  • El Casco, Bleistiftliebhabern vor allem durch seine Kurbelspitzer 430 und 475 bekannt, hat laut dem deutschen Vertrieb Dr. Gold & Co. KG einen neuen Eigentümer.

Granate 1925

Mittwoch, 29. April 2015

Diese Postkarte aus dem Jahr 1925 mit aufgeklebter Reklame für die Granate ist die älteste mir bekannte Erwähnung des klassischen Handspitzers.

Granate 1925

Die Karte trägt auf der Rückseite unvollständige Mengen- und Preisangaben zu Musterklam­mern, Büronadeln1, Clipsen und Anfeuchtern, was zusammen mit dem gerissenen oberen Rand vermuten lässt, dass sie aus einem Katalog für Bürobedarf herausgetrennt wurde.

Granate 1925

Die „Kleine Anspitzer-Fibel” von Leonhardt Dingwerth enthält eine sehr ähnliche Abbildung und nennt als Quelle den Katalog eines Wilh. Schweizer um 1900, aber da Dingwerth auch angibt, der Franzose de Thierry habe am 16.4.1847 das Patent auf die Granate erhalten, was nicht stimmt, habe ich Zweifel an der Quellenangabe. Dingwerth nennt zudem Möller & Breitscheid als Hersteller, doch dieses Unternehmen war eine reine Vertriebsfirma. – Be­merkenswert ist, dass das Warenzeichen „Granate” erst im Jahr 1939 für Möller & Breit­scheid in Köln registriert wurde.

Diese Reklame führt uns zwar ein Stück weiter in die Geschichte der Granate, sagt aber nicht, wann, wo und von wem dieser Spitzer zum ersten Mal hergestellt und angeboten wurde. Die Suche geht weiter!

Nachtrag vom 30.4.15: Die Granate im Illustrierten Hauptkatalog des Kaufhaus des Wes­tens aus dem Jahr 1913:

Granate 1913

Dieser Spitzer ist damit über 100 Jahre alt.

Nachtrag vom 15.5.15: Aus dem Stationery Catalogue № 1 (1911–12) von W.J. Gage & Co. Limited, Toronto:

Granate 1911

Die hier „Cartridge” genannte Granate gab es also bereits 1911 in Kanada.

  1. Gemeint sind damit Büroklammern, wie die Abbildung belegt.
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