Archiv des Stichworts „Spitzer”

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Kurz notiert

Dienstag, 24. März 2015
  • Die Ausstellung „The Secret Life of the Pencil” des Industriedesigners Alex Hammond und des Fotografen Mike Tinney vom 19. Mai bis 3. Juni in London wird großformatige Detailaufnahmen von Bleistiften bekannter Nutzer zeigen. Hier der 15 Jahre lang ge­nutzte Druckbleistift des Schriftstellers William Boyd:
    William Boyds Druckbleistift
    (Foto © Mike Tinney 2014.) Einführende Worte gibt es von Alex Hammond; ein Kata­log ist in Planung. – Danke an Sean für den Hinweis!
  • Bleistift-Verkaufsautomaten: Selbstgebaut und fertig zu kaufen. – Danke an Andreas Weinberger für den Hinweis!
  • Die Erfindung des kegelförmig gebohrten Bleistiftspitzers gebührt offenbar nicht Theo­dor Paul Möbius, sondern dem Londoner Ableger der französischen Firma A. Marion & Co., deren „Pencil Cutter and Sharpener” bereits 1852, also 56 Jahre vor Möbius, so ausgeführt gewesen sein soll. – Danke an Wowter für den Hinweis!
  • Craft Design Technology hat den Bleistift item 17 aus dem Sortiment genommen und durch den item 32 mit Radiertip ersetzt. Letzterer kommt von einem anderen Herstel­ler und hat keine gebrannte Polymermine mehr. (Gebrannte Polymerminen gibt es üb­licherweise nur für Druckbleistifte, und so war die zwei Millimeter dicke Mine im item 17 und im bis 2011 erhältlichen Pentel Black Polymer 999 etwas Besonderes.) – Danke an Sola für den Hinweis!

Constant de Thierry des Estivaux, 1847

Montag, 23. März 2015

Bei einer Spurensuche habe ich den Franzosen Constant de Thierry des Estivaux und seine Erfindung eines rohrförmigen Bleistiftspitzers mit sich verjüngender Spitze1 und einem Mes­ser aus dem Jahr 1847 erwähnt. Mein Leser Wowter hat nun die Patentschrift2 gefunden; hier die Abbildung daraus.

Constant de Thierry des Estivaux, 1847

Wenn ich richtig infomiert bin, ist das der Urahn aller moderner Handspitzer3. – Danke an Wowter für diesen Fund!

  1. Ich schließe angesichts des wenigen Materials eine Bohrung aus und denke eher, dass zumin­dest das konische Vorderteil von Estivaux' Konstruktion aus Blech geformt war. Hinzu kommt, dass die kegelförmige Bohrung Theodor Paul Möbius zugeschrieben wird; er soll sie 1908 zum ersten Mal bei einem Spitzer angewandt haben.
  2. Ein direkter Link auf diese Patentschrift ist leider nicht möglich, doch so gelangt man zu ihr: http://bases-brevets19e.inpi.fr → Recherche avancée → Déposant/Mandataire Estivaux → Cote: 1BB5474, Voir le dossier.
  3. Interessant zu wissen wäre, ob er jemals gefertigt wurde.

Granate 1975

Samstag, 21. März 2015

Ein weiteres Puzzlestück in der Geschichte des als „Granate” bekannten Handspitzers 6041 von Möbius+Ruppert ist diese Abbildung aus dem Katalog des Jahres 1975.

Granate 1975

Hier fällt auf, dass das Messer zwar schon mit einer Schlitzschraube befestigt und auch nicht mehr durch zwei Stifte fixiert wurde, aber noch wie bei den älteren Modellen mit Rändelschraube über den Rand des Korpus herausragt2. Später hat man das Messer schma­ler gemacht und in ein Messerbett gelegt; es schloss dadurch bündig ab und wurde zudem durch Formschluss gehalten.

  1. Begonnen hat die „Granate” bei Möbius+Ruppert meines Wissens in den 1930er Jahren mit der Typenbezeichnung 14, wobei die 14/I aus Messing und die 14/II aus „Elektron-Metall”, also einer Magnesium-Legierung, war; ihr folgte die 640.
  2. Vorausgesetzt, die Illustration ist korrekt.

Spitzer spitzen (7¾)

Mittwoch, 18. März 2015

Neu von KUM: Der Langkonus-Spitzer Masterpiece. – Sobald ich ein Exemplar habe und et­was Zeit finde, stelle ich es hier vor.

Noch in Gebrauch

Samstag, 21. Februar 2015

Ich freue mich immer, wenn ich altes, nicht mehr erhältliches Schreibgerät sehe, das noch benutzt wird. Heute fiel mir in einem Mainzer Fachgeschäft der Behälterspitzer 920 von Möbius+Ruppert auf.

Noch in Gebrauch

Dieses Modell trägt das alte Logo, das zwischen M und R zwei Geodreiecke und ein Spitz­loch hatte, wobei letzteres an ein „O” erinnerte und das Logo daher wie „MOR” aussah. Es wurde bis 1992 verwendet, und so ist der (übrigens bemerkenswert gut erhaltene) Spit­zer mindestens 23 Jahre alt. Klasse!

Nachtrag vom 30.3.15: In der ersten Variante des 920 war der Magnesiumspitzer in den Deckel eingeschraubt (siehe Patent DE1805118 von 1968). Da dies fertigungstechnisch sehr aufwändig war – der Deckel musste doppelt entspindelt werden – hat man den Spit­zer später eingegossen. Diese vereinfachte Variante ist auch im Foto zu sehen.

Paperworld 2015

Montag, 9. Februar 2015

Vor einer Woche ging die Paperworld 2015 in Frankfurt/Main zu Ende; hier ein paar No­tizen.

Paperworld 2015

Schon gewusst? Der Frankfurter Messeturm wird im Volksmund „Bleistift” genannt.

Ich kann nicht verhehlen, dass sich bei mir über die Jahre eine gewisse Sättigung einge­stellt hat. Hinzu kommt eine Verlagerung von der Breite in die Tiefe, d. h. während ich mir früher gerne möglichst viel angesehen habe, schaue ich heute lieber bei ausgewählten Themen genauer hin. So habe ich diesmal eine enge Auswahl getroffen.

Nicht dabei waren u. a. Brunnen, LAMY und Schwan-STABILO, doch letztere werden auf der erstmals im Oktober stattfindenden PBS1-Messe Insights X2 in Nürnberg vertreten sein.

CARL, leider immer noch ohne deutschen Vertrieb, zeigte einen neuen Kurbelspitzer im Design eines kleinen Bahnhofs. Er soll eine konkave Spitze produzieren, doch das kann ich nicht bestätigen. – Tombow bietet in Deutschland nach wie vor nur eine kleine Auswahl des im Heimatland Japan erhältlichen Sortiments an, und im Gespräch hatte ich nicht den Eindruck, als würde sich das in absehbarer Zeit ändern.

Bei Faber-Castell, KUM und LYRA konnte ich keine Neuigkeiten entdecken. Faber-Castell hatte das Buch „Since 1761″ ausliegen, was mich überrascht hat, wurde es doch bisher nicht beworben (auch auf der Website wird es nicht erwähnt). – Am Stand von Schnei­der hat mich der sehr fein, leicht und sauber schreibende Slider Basic F beeindruckt3.

Atoma hat immer noch keinen Vertrieb für Deutschland, aber einzelne Händler bestellen direkt in Belgien und können so eine Auswahl der Produkte anbieten. Die Mitarbeiterin, von der ich das erfahren konnte, hat mir in kürzester Zeit so viel wie möglich mitzuteilen versucht und mich dann mit „Gute Besserung” verabschiedet. Das fand ich bemerkens­wert.

Die meiste Zeit habe ich bei Viarco, Möbius+Ruppert, STAEDTLER und Caran d'Ache verbracht.

Viarco

Der portugiesische Hersteller mit über 100-jähriger Geschichte imponiert mir immer wieder, vor allem durch die Gestaltung seiner Produkte und ihrer Verpackungen.

Paperworld 2015

Am kleinen, aber feinen Stand gab es Ungewöhnliches zu sehen wie z. B. das „Tablet”, eine Lochplatte mit variablen Gummiband, auf dem Schreib- und Werkzeug gehalten wer­den können.

Paperworld 2015

Interessant finde ich die „Artgraf Twins” mit zwei 22 cm langen Bleistiften mit 4 mm dicker Mine, von denen der eine den Härtegrad B hat und der andere wasservermalbar ist. – Mit im Bild der ArtGraf XL.

Paperworld 2015

Für erwähnenswert halte ich auch die Farbstifte mit den Symbolen des ColorAdd-Systems, das Menschen mit Farbsehschwächen die korrekte Identifikation von Farben vorwiegend im öffentlichen Raum ermöglicht. – In der Welt des Bleistifts könnte es gerne noch mehr klei­ne Unternehmen wie Viarco geben, die unkonventionelle Ideen haben und umsetzen!

Möbius+Ruppert

Dem traditionsreichen Unternehmen mit Sitz in Erlangen bin ich schon lange zugeneigt, da mich dessen Produkte immer überzeugt haben.

Paperworld 2015

Zu den Neuigkeiten gehören ein Behälter-Doppelspitzer im ausgefallenen Design und ein Aufsteckspitzer.

Paperworld 2015

Der unscheinbar wirkende Aufsteckspitzer hat es mir angetan. Die beiden sauber verarbei­teten Komponenten des Spitzers sitzen sicher ineinander und lassen sich gut verdrehen; im geschlossenen Zustand rastet das innere Teil ein. Für den Halt auf dem Stift sorgt ein O-Ring, der jedoch drehbar gelagert ist, so dass sich der Stift beim Spitzen leicht drehen lässt. Bei einem schnellen Test hat das eingegossene Messer einen etwa 0,25 mm dicken Span abgenommen.

STAEDTLER

Auch die Produkte von STAEDTLER haben mich nie enttäuscht, und so galt dem Stand dieses Unternehmens ein eingehender Besuch.

Paperworld 2015

Der Radierer Mars plastic feiert in diesem Jahr 50-jähriges Jubiläum. Passend dazu gibt es bereits seit Januar die Spitzer 510 10 und 510 20 in einer goldfarbenen Ausführung.

Paperworld 2015

Die vor zwei Jahren eingeführte Initium-Kollektion wurde um die Metallum-Schreibgeräte – Füllhalter, Tintenroller, Kugelschreiber und Drehbleistift – mit einem Schaft aus eloxiertem Aluminium erweitert.

Paperworld 2015

Den pigment liner 308 gibt es nun auch in den Strichstärken 1,0 und 1,2 mm sowie mit Keilspitze, wobei ich letztere am interessantesten finde.

Paperworld 2015

Zu dem 2013 vorgestellten dreiflächigen Bleistift mit Stylus-Funktion für Schreibanfänger kam mit dem Noris stylus pencil eine hexagonale Variante mit Standarddurchmesser. Er ist in blau, gelb und schwarz erhältlich.

Paperworld 2015

Seit Januar ist der 2013 gezeigte Noris color verfügbar. Der durch Coextrusion aus WOPEX-Material gefertigte Farbstift, der jetzt „Noris colour”4 heißt, wird in 24 Farben angeboten. – Im Gegensatz zum Noris eco, bei dem drei von sechs Flächen schwarz sind, hat der Noris colour das echte Noris-Design mit zwei gegenüberlie­genden schwarzen Flächen und zwei gegenüberliegenden schwarzen Kantenstrei­fen.

Paperworld 2015

Den Noris colour konnte ich noch vor Ort testen; seine Eigenschaften haben mich sehr beeindruckt.

Caran d'Ache

Der Auftritt von Caran d'Ache stand im Zeichen des 100-jährigen Firmenjubiläums.

Paperworld 2015

Selbstverständlich habe ich gleich meine Gedanken zum Holz der „Les Crayon de la Maison Caran d'Ache”-Sets ausgesprochen. Der Mitarbeiter, mit dem ich sprach, machte den Ein­druck, als wisse er genau, wovon ich spreche, und reagierte sehr diplomatisch. Seiner Ant­wort konnte ich nicht nur entnehmen, dass meine Vermutungen zum Material richtig sind, sondern auch, dass er die Unklarheit etwas bedauert. – Neben dem großen Sortiment, das durch die Farbstifte beherrscht wurde, gab es einige Jubiläums-Sets zu sehen, darunter eines mit dem Bleistift Technograph 777 und ein anderes mit einem Fixpencil.

Paperworld 2015

Das Technograph-Set5 enthält vier Bleistifte in den Härtegraden HB, B, 2B und 3B und ei­nen Einfachst-Magnesiumspitzer von Eisen. Verglichen mit dem alten Technograph hatten die Bleistifte im Set einen vergleichsweise rauhen und ungleichmäßigen Lack; darauf ange­sprochen sagte mir ein Mitarbeiter, dass man auf Wasserlack umgestellt habe. Ebenso wie die Lackierung der Bleistifte finde ich den Magnesiumspitzer des Jubiläums nicht würdig, und da es sich bei dem Inhalt des Sets um reguläre Artikel handelt, halte ich den Preis von 22 Euro für zu hoch6.

Paperworld 2015

Von ganz anderem Kaliber ist der mit 45 Euro zwar nicht billige, aber einzigartige Fixpencil, denn diese Variante mit einem Schaft aus gebürstetem Aluminium mit cm- und Inch-Skala ist nur in diesem Jubiläums-Set erhältlich. – Zur Geburtstagskollektion gehören außerdem der Prismalo-Aquarellstift, der Kugelschreiber 849 und der Kugelschreiber Ecridor.

Paperworld 2015

Ansprechend fand ich zudem die Bleistifte der GRAFIK-Serie, die es außer mit den Spielkar­ten-Symbolen auch noch in vier kontrastreichen Farbkombinationen mit unterschiedlich ge­formten Griffnoppen gibt.

Paperworld 2015

Auch Caran d'Ache bietet Luxus-Schreibgeräte an. Die auf 888 Stück limitierte Serie „Year of the Goat” hat einen Schaft mit Chinalack und Silber; der Kugelschreiber kostet 2300 Euro und der Füllhalter 2600 Euro.

Paperworld 2015

Solche Dinge mag und brauche ich nicht. Ich bleibe beim einfachen Bleistift und habe mich daher sehr über die zwei pfiffig gestalteten Jubiläums-Bleistifte gefreut, die wie die Schach­tel in den Schweizer Farben gehalten sind, wobei der weiße ein rotes und der rote ein weißes Käppchen hat. Ein in meinen Augen sehr geschmackvolles Werbegeschenk!7

Paperworld 2015

Das war's für dieses Mal – die nächste Paperworld öffnet am 30. Januar 2016 ihre Tore.

  1. Papier, Büro, Schreibwaren.
  2. Ich würde zu gerne wissen, wie man auf diesen beknackten Namen gekommen ist.
  3. So weit ist es gekommen – ich schaue mir einen Kugelschreiber an und finde den auch noch gut.
  4. Dem aufmerksamen Beobachter wird auffallen, dass die aus dem WOPEX-Material gefertigten Blei- und Farbstifte nicht mehr „WOPEX” heißen, sondern unter den Namen „Noris” laufen. Der Begriff „WOPEX” verschwindet von den Bleistiften und tritt nur noch als „WOPEX MATERIAL” mit eigenem Logo in Erscheinung.
  5. In der Beschreibung dieses Sets war bis gestern unter „Eigenschaften der Stifte” die Angabe „zehnschichtig” enthalten (in der englischen Variante hieß es „10 ply”), was mich an Sperrholz (plywood) hat denken lassen. Auf meine Anfrage hat mir Caran d'Ache mitgeteilt, dass „10 ply” die Schichtdicke angibt und „zehnschichtig” eine schlechte Übersetzung wäre (und dass der Technograph aus kalifornischer Zeder gefertigt würde). Heute fehlt dieses Detail, doch in der deutschen Beschreibung des dickeren Grafwood findet sich noch „8 plys” (englisch: „8 ply”).
  6. Der Technograph 777 kostet einzeln knapp 2 Euro.
  7. Wenn ich sehe, was Caran d'Ache zum 100-jährigen Jubiläum aufgefahren hat, wundere ich mich erneut darüber, dass es zum 250-jährigen von Faber-Castell nichts gab.

An die Leine gelegt

Freitag, 6. Februar 2015

Eine alte Idee erneut umgesetzt:

Gibt es einen attraktiveren Anhänger? (Natürlich nicht). – Der mit einer zweiten Bohrung versehene Spitzer ist ein M+R 600.

Anm.: Der Stoff im Hintergrund ist kein Tenugui (das traditionelle japanische Handtuch), sondern ein halb so großes Taschentuch aus dem gleichen dünnen Baumwollstoff. Im Ge­gensatz zum Tenugui sind die beiden offenen Kanten umgenäht; die anderen sind auch hier Webkanten.

Kurz angespitzt

Freitag, 6. Februar 2015
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