Archiv des Stichworts „Spitzer”

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Fundstück

Mittwoch, 10. Juni 2015

Konkave Bleistiftspitzen, wie sie z. B. der Faber-Castell Janus 4048 schneidet, sieht man nur selten, und so ist mir dieses beeindruckende Exemplar im Industrie-Katalog von LYRA gleich aufgefallen:

Fundstück

Den dazugehörigen Spitzer konnte ich im Katalog jedoch leider nicht entdecken. Hat man vielleicht einen ähnlichen wie diesen benutzt?

„The new 5700 D”

Freitag, 22. Mai 2015

„The new 5700 D”

(zum Vergrößern anklicken)

Als „[t]he finest pencil sharpener ever made for draftsmen” bewarb J.S. Staedtler Inc. aus Hackensack, New Jersey (USA), den damals neuen Kurbelspitzer 5700 D, dessen beson­deres Leistungsmerkmal darin bestand, die Mine auf einer Länge von gut 6 bis 19 mm frei­zulegen1. Damit wurden dann auch Spitzen wie die hier und da gezeigten möglich. – Die Vorderseite dieses Faltblatts, das aus einer Blechdose stammt und etwa 60 Jahre alt sein dürfte, machte Reklame für den Farbstift Mars Lumochrom, der mit einer gefährlichen Spit­ze auftrat.

Danke an Sola für dieses Faltblatt!

  1. Soweit ich weiß, gab es noch einen 5700 (also ohne „D”), der das nicht konnte und zudem nur drei statt sechs Backen in der Stifthalterung hatte. – Ein Kommentator bei pencilsanotherthings berichtet, dass der 5700 D außerdem den Minendurchmesser auf 1,5 mm verringert.

Granate 1900

Dienstag, 12. Mai 2015

Ein weiteres Detail aus der Geschichte des Spitzerklassikers: Das „Waarenzeichenblatt”, he­rausgegeben vom Kaiserlichen Patentamt, gab in der Ausgabe vom März 1901 die Anmel­dung und die Eintragung des Warenzeichens „Granate” für die Schreibwaren-Großhandlung Möller & Breitscheid in Köln bekannt.

Granate 1900

Möller & Breitscheid hatte bereits am 27. Januar 1900 den Namen „Granate” angemeldet, musste aber zunächst eine Ablehnung hinnehmen, da „das Wort mithin eine Angabe über die Beschaffenheit der Waare enthalte und daher dem Verkehr freigehalten werden müs­se”1. Erst die Aufhebung dieser Entscheidung am 13. November 1900 machte die Eintra­gung möglich, die dann am 4. Februar 1901 unter der Nummer 47683 vorgenommen wur­de. – Eine weitere (erneute?) Eintragung des Warenzeichens „Granate” fand am 14. Feb­ruar 1939 statt.

Granate 1900

Geht man davon aus, dass sich die damalige Granate nicht wesentlich von der des Jahres 1913 unterscheidet, so hat der heute von Möbius+Ruppert unter der Artikelnummer 604 angebotene Spitzer eine mindestens 115-jährige Geschichte.

Danke an das DPMA für die Scans!

  1. Quelle: Chemiker-Zeitung vom 18. Mai 1901.

Granate 1901

Montag, 11. Mai 2015

Ein interessantes Detail zur Geschichte des als „Granate” bekannten Bleistiftspitzers findet sich in der Chemiker-Zeitung vom 18. Mai 1901.

Granate 1901

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Granate 1901

Granate 1901

Granate 1901

Granate 1901

In der Rubrik „Entscheidung in Waarenzeichensachen” heißt es:

II. Beschwerde-Abtheilung I des Patentamtes.
[…]
2. Die Eintragung des Wortes „Granate” für Bleistiftspitzer war von der Abtheilung für Waarenzeichen abgelehnt worden, weil Bleistiftspitzer in Form einer Granate, wenn auch ausschliesslich von der Anmelderin herrührend, seit Jahren im Verkehr seien, das Wort mithin eine Angabe „über die Beschaffenheit” der Waare enthalte und daher dem Verkehr freigehalten werden müsse. Die Beschwerde-Abtheilung I (Entsch. vom 13. November 1900) hob diese Entscheidung auf, weil die Form einer Granate keine sachliche Beziehung zu einem Bleistiftspitzer habe, und weil ferner die Form einer Granate im freien Verkehr nicht allgemein üblich für Bleistiftspitzer sei.

Die „Granate” war also bereits vor 1900 auf dem Markt1, und schon damals wollte man sich den Namen schützen lassen; möglich wurde das jedoch erst durch die hier erwähnte Auf­hebung der Entscheidung, den Eintrag abzulehnen. Wer die Anmelderin war, bleibt hier leider offen, aber es könn­te die Vertriebsfirma Möller & Breitscheid gewesen sein, denn diese wurde am 1. Mai 1869 gegründet und hat die „Granate” sehr lange angeboten2.

Unklar ist, ob daraufhin ein Warenzeichen eingetragen wurde, also bereits vor der Regis­trierung für Möller & Breitscheid im Jahr 1939 ein Schutz bestand, doch ein Eintrag im Buch „German Tool and Blade Makers. A guide to manufacturers and distributors, their trade­marks and brand names” von John Walter (Nevill Publishing 2012) könnte dafür sprechen:

GRANATE (1901, no. 47683)
Möller & Breitscheid, Köln a. Rh.
Registry class: 9b
Style: block

Die Quelle für diese Information kenne ich allerdings nicht, und auf meine Anfrage beim Autor habe ich bedauerlicherweise keine Antwort erhalten.

  1. Ich gehe davon aus, dass es sich bei dem in der Chemiker-Zeitung genannten Spitzer nicht um einen anderen mit zufällig gleichem Namen handelt.
  2. Im „Handbuch für Papier und Bürobedarf” von Dipl.-Hdl. Franz Karl Reckert aus dem Jahr 1949 heißt es, die Granate wäre um 1889 auf den Markt gekommen.

Kurz notiert

Montag, 11. Mai 2015
  • Dave's Mechanical Pencils hört nach über neun Jahren auf. Sehr schade!
  • El Casco, Bleistiftliebhabern vor allem durch seine Kurbelspitzer 430 und 475 bekannt, hat laut dem deutschen Vertrieb Dr. Gold & Co. KG einen neuen Eigentümer.

Granate 1925

Mittwoch, 29. April 2015

Diese Postkarte aus dem Jahr 1925 mit aufgeklebter Reklame für die Granate ist die älteste mir bekannte Erwähnung des klassischen Handspitzers.

Granate 1925

Die Karte trägt auf der Rückseite unvollständige Mengen- und Preisangaben zu Musterklam­mern, Büronadeln1, Clipsen und Anfeuchtern, was zusammen mit dem gerissenen oberen Rand vermuten lässt, dass sie aus einem Katalog für Bürobedarf herausgetrennt wurde.

Granate 1925

Die „Kleine Anspitzer-Fibel” von Leonhardt Dingwerth enthält eine sehr ähnliche Abbildung und nennt als Quelle den Katalog eines Wilh. Schweizer um 1900, aber da Dingwerth auch angibt, der Franzose de Thierry habe am 16.4.1847 das Patent auf die Granate erhalten, was nicht stimmt, habe ich Zweifel an der Quellenangabe. Dingwerth nennt zudem Möller & Breitscheid als Hersteller, doch dieses Unternehmen war eine reine Vertriebsfirma. – Be­merkenswert ist, dass das Warenzeichen „Granate” erst im Jahr 1939 für Möller & Breit­scheid in Köln registriert wurde.

Diese Reklame führt uns zwar ein Stück weiter in die Geschichte der Granate, sagt aber nicht, wann, wo und von wem dieser Spitzer zum ersten Mal hergestellt und angeboten wurde. Die Suche geht weiter!

Nachtrag vom 30.4.15: Die Granate im Illustrierten Hauptkatalog des Kaufhaus des Wes­tens aus dem Jahr 1913:

Granate 1913

Dieser Spitzer ist damit über 100 Jahre alt.

Nachtrag vom 15.5.15: Aus dem Stationery Catalogue № 1 (1911–12) von W.J. Gage & Co. Limited, Toronto:

Granate 1911

Die hier „Cartridge” genannte Granate gab es also bereits 1911 in Kanada.

  1. Gemeint sind damit Büroklammern, wie die Abbildung belegt.

Kurz notiert

Mittwoch, 8. April 2015
  • Ein sehr ungewöhnlicher Spitzer ist der Tsunago von Nakajima Jukyudo1, denn er dient auch der Verlängerung von Bleistiftstummeln. – Danke an Andreas Weinberger und Viola Voß für den Hinweis!
  • In meinen Augen pfiffig und geschmackvoll ist der Pencil Shaving Desk Tidy, ein Kick­starter-Projekt von Clive Roddy. – Danke an boomerang für den Hinweis!
  • Nicht mehr neu, aber immer noch schön anzuschauen ist das historische Reklame- und Verpackungsmaterial unter „Pencil Points”.
  • Brevillier Urban & Sachs in Österreich wirbt damit, dass der Öko-Schulstift von JOLLY aus heimischer Weymouth-Kiefer gefertigt wird, und ein Fachhändler in meiner Nähe konnte von einem Vertriebsmitarbeiter erfahren, dass das Holz aus dem Odenwald kommt. Ich habe dabei gleich an das Sägewerk Monnheimer in Grasellenbach gedacht und Brevillier Urban & Sachs darauf angesprochen, aber leider keine Antwort bekom­men. Es wäre zwar schön gewesen, mal einen Bleistift mit lokalem Bezug zu nutzen, doch angesichts der leider schlechten Mine des Öko-Schulstifts verzichte ich gerne darauf.
  • Apropos Qualität: Auch auf die Gefahr, ein Querulant zu sein, habe ich Caran d'Ache auf die Qualitätsmängel der GRAFIK-Bleistifte angesprochen. Leider blieb diese Anfrage ebenfalls ohne Reaktion.
  1. Wer sich auf der Website von Nakajima Jukyudo umschaut und die bestimmt nicht ohne Grund unscharfen Fotos in der Rubrik „OEM” betrachtet, findet u. a. einen Spitzer, der dem Kutsuwa T’GAAL bemerkenswert ähnlich sieht.

KUM Masterpiece

Samstag, 28. März 2015

Vor gut einem Jahr hier erwähnt und seit kurzem erhältlich: Der neue Langkonus-Spitzer „Masterpiece”1 von KUM.

KUM Masterpiece

Der 9,25 Euro teure Spitzer ist in einer Neoprenhülle und einer transparenten Kunststoff­box verpackt.

KUM Masterpiece

Über den QR-Code auf der Unterseite der Box gelangt man zur Masterpiece-Produktseite.

KUM Masterpiece

Der Spitzer ist aus Magnesium, Kunststoff2 und Edelstahl gefertigt3 und 35 × 27 × 12 mm groß.

KUM Masterpiece

Die Verarbeitungsqualität des Magnesiumteils überzeugt mich nicht. Warum hat man ihm – erst recht angesichts des hohen Preises – nicht die gleiche Oberflächenbehandlung wie dem aktuellen KUM 400-5L gegönnt? Auch die Kanten hätte man besser entgraten kön­nen. Auf der Produktseite heißt es, der KUM Masterpiece durchlaufe acht Qualitätsprüfun­gen. Wie ging dieses Finish durch? – Die Aussicht auf eine Messingversion dürfte übrigens sehr gering sein, denn KUM hat schon von einigen Jahren die Fertigung der Messingspitzer eingestellt.

KUM Masterpiece

Der erste Stifteinlass hat einen Durchmesser von 8,5 mm und nimmt so auch geringfügig dickere Bleistifte auf, was bei älteren und vielen Stiften aus Japan nützlich ist; der zweite misst 6,8 mm. – Das Kunststoffteil ist mittels Nut und Feder befestigt. Es sitzt fest genug, um sich nicht von selbst zu lösen, lässt sich aber gut verschieben und ganz abnehmen.

KUM Masterpiece

In dem Kunststoffteil finden zwei Ersatzmesser Platz.

KUM Masterpiece

Das Spitzen mit dem Masterpiece ist großartig: Der Kraftaufwand ist gering, der Span mit durchschnittlich 0,21 mm4 sehr dünn, die Holzoberfläche sauber und der Bleistift nadelspitz (!). Bei keinem meiner zahlreichen Versuche ist das Holz gesplittert oder die Spitze abge­brochen, selbst bei weichen5 und Farbstiften nicht. Ab und zu kam es vor, dass der zweite Stifteinlass einen Ring in das Holz gedrückt hat, doch diesen konnte ich durch ein kurzes Nachspitzen auf Stufe 1 entfernen.

KUM Masterpiece

Beim Pentel Black Polymer 999 H bleibt eine hauchdünne Holzschicht auf der Mine; ver­mutlich ist letztere etwas dünner als der Standard, für den der Spitzer ausgelegt ist6. Diese Schicht kann man leicht durch ein etwas verkantetes Spitzen im ersten Loch ablösen, was jedoch nicht nötig ist, da sie im zweiten Spitzvorgang entfernt wird.

KUM Masterpiece

Von links: CARL Decade DE-100, CARL Angel-5, KUM 400-5L, KUM Masterpiece.

Der Vergleich zeigt die deutlich längere und sehr feine Spitze, die der Masterpiece schnei­det. Mit meinen bescheidenen Mitteln habe ich den beeindruckenden Spitzenwinkel von 16° gemessen (der KUM Long Point Automatic und der KUM 400-5L kommen auf 19°; Standard sind 22°).

KUM Masterpiece

Da sich das die Minenlänge begrenzende Vorderteil verschieben lässt, kann man die Mine auch weiter freilegen.

KUM Masterpiece

Beim genauen Blick ist mir aufgefallen, dass die Messer leicht konisch sind und die Schnei­den nicht parallel zur Stiftachse verlaufen; dies habe ich noch bei keinem anderen Hand­spitzer gesehen. Welchen Sinn das hat, weiß ich allerdings nicht. Schneidet das Messer dadurch vielleicht sauberer?

Geschichte

Die Idee, Holz und Mine getrennt zu spitzen, ist nicht neu. Bereits 1931 hat sich Mö­bius+Ruppert einen zweigeteilten Spitzer patentieren7 lassen (DE561385), dessen Vorder­teil gedreht werden konnte und so drei verschiedene Spitzenformen möglich machte. Dieser Spitzer war in den 1930er Jahren unter dem Namen Artena Nr. 64 erhältlich8.

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Bleistiftspitzer” (DE561385, 1931)

In den 1940er Jahren hat man im Erlanger Unternehmen A. Klebes & Co. KG (später KUM) erkannt, dass das zweistufige Spitzen die Qualität des Spitzergebnisses verbessert, und sich 1948 einen Spitzer mit – wie es später heißen sollte – „Anschlag zur Begrenzung der freien Minenlänge” patentieren lassen (das Originalpatent liegt mir nicht vor, aber GB665048 und US2642044 verweisen darauf).

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Improvements in or relating to a pencil sharpener” (GB665048, 1949)

Diese Form, die es meines Wissens erstmals 1950 von Hadinor und wenige Jahre später auch als Behälterspitzer gab, lebt bis heute im KUM Automatic Long Point weiter9.

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Improvements in or relating to a pencil sharpener” (GB665048, 1949)

1958 gab es eine Weiterentwicklung dieses Spitzers, wie das Patent DE1042427 belegt.

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Schreibstiftspitzer mit Anschlag zur Begrenzung der freien Minenlänge” (DE1042427, 1958)

Motivation für die Trennung von Spitzer und Anschlag waren das Bemühen, die Fertigung zu vereinfachen, sowie der Wunsch, auch einen längeren Minenabschnitt freilegen zu kön­nen. Bei allen in der Patentschrift gezeigten Varianten greifen die beiden Teile mit Nut und Feder zusammen. Abbildung 5 zeigt die Ausführung, die es später als KUM Automatic 3 gab und heute als Masterpiece anzutreffen ist.

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Schreibstiftspitzer mit Anschlag zur Begrenzung der freien Minenlänge” (DE1042427, 1958)

An die Unterbringung von Ersatzmessern im verschiebbaren Anschlag hat man damals ebenso gedacht wie an die Sicherung des Anschlags mit einem Stift (ob jedoch letztere jemals umgesetzt wurde, weiß ich nicht). – Angaben zu den Spitzenwinkeln der älteren Mo­delle konnte ich bis jetzt leider nicht finden.

KUM Masterpiece

Fazit: Der einzigartige KUM Masterpiece spitzt hervorragend und liefert grandiose Ergebnis­se, verdient aber meiner Meinung nach ein besseres Finish (z. B. durch Gleitspanen). – Vielen Dank an KUM für das Muster!

Anm.: Der Stoff im Hintergrund ist ein sog. Tenugui, ein traditionelles japanisches Hand­tuch, mit dem sog. Sei-gai-ha-Muster (青海波), dessen Geschichte bis in die späte Jō­mon-Zeit (1200–300 v. Chr.) zurückreicht. In Japan gelten diese symbolisierten endlosen Wellen als Glücksbringer.

Nachtrag vom 29.3.15: Mein Leser Wowter hat mich darauf hingewiesen, dass das er­wähnte erste Patent vom 1.10.1948 umgeschrieben wurde und jetzt unter DE1640996U vorliegt. Ich bin zwar auch auf dieses Patent gestoßen, habe es aber aufgrund des Datums auf dem Deckblatt (17.7.1952) nicht für das erste gehalten. Die bibliografischen Daten beim DPMA nennen jedoch den 1.10.1948 als Anmeldedatum und weisen es damit als das erste Patent für den Doppelspitzer aus, eingetragen auf die A. Klebes & Co. KG. Hier die Zeichnungen daraus, die sich natürlich nur unwesentlich von der in GB665048 unterschei­det, aber der Vollständigkeit halber wiedergegeben sei:

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Bleistiftspitzer” (DE1640996U, 1948)

KUM Masterpiece

Aus der Patentschrift „Bleistiftspitzer” (DE1640996U, 1948)

Dieses Patent erwähnt zudem den Vorteil, dass man für beide Spitzvorrichtungen die glei­chen Messer benutzen und sie so austauschen kann; einen weiteren sah man darin, den Minenspitzkegel etwas spitzer als den Holzspitzkegel ausführen zu können. – Danke an Wowter für den Hinweis auf die Patentumschreibung!

Zwei unterschiedliche Spitzkegel? Da lohnt der erneute Blick:

KUM Masterpiece

Lege ich die Spitzen auf eine gerade Fläche und schaue gegen das Licht, habe ich bei den meisten den Eindruck, als gäbe es einen kleinen Spalt in der Nähe des Übergangs vom Holz zur Mine; dies könnte – ebenso wie das Foto – dafür sprechen, dass auch der Masterpiece mit zwei leicht unter­schiedlichen Spitzenwinkeln arbeitet.

Nachtrag vom 31.3.15: Noch nicht eingangen bin ich auf mögliche Unterschiede zwi­schen dem Automatic 3 und dem Masterpiece. Da ich ersteren leider nicht kenne (und noch nicht einmal weiß, wann er auf dem Markt war), kann ich nur spekulieren: Möglich wären kleinere Spitzenwinkel, aber auch Verbesserungen an den Messern wie z. B. eine an­dere Legierung, eine höhere Härte (aktuell: 62 hrc), eine andere Geometrie (man denke nur an den Winkel zwischen Schneide und Messerachse) und ein anderer Schliff. Auf der Pro­duktseite heißt es außerdem „Die Spanabnahme ist auf ein TC-System eingestellt (Thin Cut)”, und so ist es denkbar, dass der Span des Automatic 3 dicker war. – Die von KUM auch beim Masterpiece beworbene Technik „Dynamic Torsion Action” beschreibt die Krüm­mung des Messer nach oben, also gegen die Kraft der Schraube, die, so KUM, ein Aus­brechen der Stiftspitze verhindert. Dass es diese Technik bereits beim Automatic 3 gab, halte ich für fraglich (die Wortmarke wurde erst 1998 eingetragen, aber das muss nichts heißen).

Nachtrag vom 13.4.15: KUM hat mir bestätigt, dass der Masterpiece tatsächlich mit zwei unterschiedlichen Spitzenwinkeln arbeitet, wobei der für die zweite Stufe kleiner ist. Ich konnte auch erfahren, dass der Automatic 3 einen Spitzenwinkel von 20° hatte.

  1. Auf dem Spitzer steht „The Masterpiece”, doch ich wähle den einfacheren Namen.
  2. Welcher Kunststoff das ist, weiß ich leider nicht.
  3. Das Material der Schrauben kenne ich nicht.
  4. Gemessen an Bleistiften aus Weihrauch-Zeder, Weymouth-Kiefer, Kolorado-Tanne und Jelutong.
  5. Getestet bis STAEDTLER Mars Lumograph 4B. – Für den STAEDTLER WOPEX und den STAEDTLER Noris eco eignet sich der Masterpiece übrigens nicht, denn für diese Bleistifte braucht man einen Spitzer, der einen dickeren Span abnimmt.
  6. Mit dem Koh-I-Noor № 1000 gab es einen zweistufigen Spitzer, dessen erstes Messer durch ein Langloch verschoben und so an die Minendicke angepasst werden konnte.
  7. Ich kann nicht in allen Fällen sicher unterscheiden, ob es sich um ein Patent oder um ein Gebrauchsmuster handelt und spreche daher immer von einem Patent.
  8. Der heute noch erhältliche M+R 207 arbeitet anders, produziert aber ähnliche Spitzen.
  9. Mit dem Hadinor Universal 63 ließen sich auch Minen unterschiedlicher Stärke spitzen; er war wohl der Vorgänger des heutigen KUM Automatic Long Point AS2M.
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