Monat: Februar 2016

Spitzenvergleich

Ent­stan­den nach einem Gespräch über Kur­bel­spit­zer von CARL: Ein Ver­gleich der Spit­zen eini­ger Modelle.

Spitzenvergleich

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Von links:

Die Win­kel habe ich im aus­ge­druck­ten Foto ermit­telt; die Genau­ig­keit schät­ze ich auf et­wa ±0,25°. – Der Angel-5 hat als ein­zi­ger der auf­ge­führ­ten Spit­zer weder eine Spitzen­verstellung noch gum­mi­ge­pols­ter­te Griff­ba­cken, doch ein Hin­weis im aktu­el­len Kata­log belegt, dass sich letz­te­res geän­dert hat, der Angel-5 also nicht mehr zubeißt. – Der Frä­ser des Angel-5 und der des Royal-Modells sind übri­gens austauschbar.

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Einer der für mich schöns­ten Rot-Blau-Stifte ist der Mars Lumochrom 2642 von J.S. Sta­edt­ler1.

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Der Farb­stift Lumochrom2, den es in 24 Far­ben und die­ser Rot-Blau-Variante gab, kam Mit­te der 1950er Jah­re auf den Markt und war bis in die 1990er Jah­re hin­ein erhält­lich. Mit sei­ner recht har­ten Mine wur­de er haupt­säch­lich Tech­ni­schen Zeich­nern ange­dient, und so gab es ihn nicht nur holz­ge­fasst, son­dern auch als 2-mm-Mine.

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Das Alter die­ses Lumochrom 2642 schät­ze ich auf etwa 50 Jah­re. Wie ande­re Stif­te von Sta­edt­ler aus der dama­li­gen Zeit zie­ren ihn der gold­far­be­ne Prä­ge­druck mit zum Teil unge­wöhnlich gestal­te­ten Buch­sta­ben (z. B. das A und das M), der Vier­tel­mond3 und das astro­nomische Zei­chen für den Pla­ne­ten Mars sowie des­sen bei­de Mon­de Pho­bos und Dai­mos. Auf der abge­wand­ten Sei­te fin­det sich die Blind­prä­gung „74“. – Der Blick auf das blaue Ende lässt ver­mu­ten, dass der Stift zuerst kom­plett rot und dann halb blau lackiert wurde.

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Der Farb­stift ist 7,6 mm4 und die Mine 2 mm dick. Sie ist bruch­sta­bil, hat eine sehr sau­be­re Abga­be, sät­tigt gut und bie­tet eine gute Wisch­fes­tig­keit; mit einem hoch­wer­ti­gen Radie­rer5 und etwas Geduld lässt sie sich weit­ge­hend, aber nicht voll­stän­dig ent­fer­nen. – Es fällt auf, das das Rot ganz leicht ins Vio­let­te geht, also einen gerin­gen Blau­an­teil hat. Die­ses wohl 60 Jah­re alte Falt­blatt6 aus der Früh­zeit des Lumochrom belegt, dass man beim 2642 Kar­min­rot (2625) und Blau (2619)7 kom­bi­niert hat:

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Ein fei­ner Stift!

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Den Ursprung und den erst­ma­li­gen Ver­wen­dungs­zweck der Rot-Blau-Stifte ken­ne ich bis heu­te nicht, aber ich konn­te ein paar Hin­wei­se finden:

  • Im Austel­lungs­ka­ta­log „Pen­cils“ schreibt Mar­co Fer­re­ri, dass ita­lie­ni­sche Leh­rer nor­ma­le Feh­ler rot und gra­vie­ren­de Feh­ler blau markieren.
  • Im 2. Welt­krieg haben deut­sche Sol­da­ten auf Kar­ten die feind­li­chen Trup­pen in Rot und die eige­nen in Blau eingetragen.
  • Deut­sche Kran­ken­schwes­tern haben den Blut­druck in Rot und die Kör­per­tem­pe­ra­tur in Blau notiert.

Aber wer weiß – viel­leicht dach­te mal jemand, dass das eine anspre­chen­de Kom­bi­na­ti­on wäre, und hat ein­fach einen sol­chen Stift hergestellt …

  1. Firmen- und Pro­dukt­na­me wer­den eigent­lich in Ver­sa­li­en geschrie­ben, doch zur bes­se­ren Les­barkeit wäh­le ich die Gemischt­schrei­bung.
  2. Der Name war von 1953 bis 2003 geschützt.
  3. Der Vier­tel­mond, ange­mel­det 1887 beim Amts­ge­richt Nürn­berg, gilt als eines des frü­hes­ten Waren­zei­chen für Blei­stif­te.
  4. Schlüs­sel­wei­te 7,2 mm.
  5. Getes­tet mit dem Plus Tree's Air-in Hard.
  6. Die ande­re Sei­te bewarb den Kur­bel­spit­zer 5700 D.
  7. Nach der Umstel­lung auf neue Arti­kel­num­mern im Jahr 1967 hat­ten die­se Far­ben die Num­mern 104-29 und 104-3.

Kurz notiert

Paperworld 2016 (3)

Im drit­ten und letz­ten Teil mei­ner Noti­zen zur Paper­world 2016 geht es um die neu­en Pro­dukte von Möbius+Ruppert1, die für mich die inter­es­san­tes­ten der dies­jäh­ri­gen Paper­world waren.

Paperworld 2016 (3)

Schon eine Wei­le erhält­lich ist der Mino­fix für Minen mit 2 und 3,2 mm Durch­mes­ser; er ist der ein­zi­ge mir bekann­te Messing-Minenspitzer aus aktu­el­ler Pro­duk­ti­on. – Den Spitzer-Klassiker Gra­na­te gibt es jetzt auch mit einer klei­nen Boh­rung, um ihn z. B. an einem Ring oder einer Schnur zu befestigen.

Paperworld 2016 (3)

Der Knül­ler sind die Langkonus-Spitzer Cas­tor und Pol­lux. Cas­tor hat einen Spit­zen­win­kel von etwa 18,5°2 und Pol­lux schnei­det mit sei­nem gekrümm­ten Mes­ser einen kon­ka­ven Konus.

Paperworld 2016 (3)

Ich hat­te das Ver­gnü­gen, ein Mus­ter des Pol­lux aus­gie­big tes­ten zu dür­fen, und war be­geistert. Mit die­sen bei­den Spit­zern dürf­ten die Wün­sche vie­ler Blei­stift­nut­zer in Erfül­lung gehen! – Die neu­en Spit­zer kom­men vor­aus­sicht­lich im April in den Handel.

Paperworld 2016 (3)

Das war's für die­ses Jahr; die nächs­te Paper­world öff­net am 28.1.2017.

  1. Möbius+Ruppert ist mei­nes Wis­sens der welt­weit ein­zi­ge Her­stel­ler von Mes­sing­spit­zern (KUM hat die Fer­ti­gung sei­ner Mes­sing­spit­zer vor etwa drei Jah­ren ein­ge­stellt).
  2. Zum Ver­gleich: Gra­na­te 22°, KUM 400-5L 19°.

Paperworld 2016 (2)

Auch in die­sem Jahr war ich wie­der bei DOMS.

Paperworld 2016 (2)

Der indi­sche Her­stel­ler, der 1976 mit der Fer­ti­gung von Blei­stif­ten begon­nen hat und seit ein paar Jah­ren zur FILA-Gruppe gehört1, zeig­te sich im neu­en Design, zu dem ein lus­ti­ges Mas­kott­chen und der Slo­gan „Sharp Minds“ gehö­ren. Das Design ist zwar sehr bunt, aber durch­aus reizvoll.

Paperworld 2016 (2)

Die Blei­stif­te sind von ordent­li­cher Qua­li­tät und haben – eben­so wie die Ver­pa­ckun­gen – eine pfif­fi­ge Gestal­tung (ich wer­de bei Gele­gen­heit eini­ge Details zei­gen). – Außer Pap­pel kommt übri­gens Chanda­da (auch Vat­ta oder Ken­da, bot. Maca­ran­ga pel­ta­ta) zum Ein­satz; die­ses Blei­stift­holz war mir neu.

Paperworld 2016 (2)

Der Besuch am Stand von Viar­co gehör­te selbst­ver­ständ­lich auch zum Pro­gramm, da das por­tu­gie­si­sche Unter­neh­men immer etwas Beson­de­res präsentiert.

Paperworld 2016 (2)

Sehr gut gefal­len haben mir die dün­nen Blei­stif­te mit recht­ecki­gem Quer­schnitt und stark ver­run­de­ten Kan­ten, die es in sechs Vari­an­ten gibt.

Paperworld 2016 (2)

Viar­co nutzt für Mus­ter ein Kar­ton­etui, und die­ses steht den fla­chen Blei­stif­ten eben­falls gut.

Paperworld 2016 (2)

Gera­de in Arbeit ist eine Wie­der­auf­la­ge alter Designs für Blei­stif­te und Kar­tons, die hier in einer ers­ten Ver­si­on zu sehen waren (die Blei­stif­te stam­men aus dem Archiv).

Paperworld 2016 (2)

Die bes­ten zur­zeit erhält­li­chen Kur­bel­spit­zer kom­men mei­ner Ansicht nach vom japa­ni­schen Her­stel­ler CARL, und da ich von einer Neu­heit wuss­te, war ich kurz am Stand.

Paperworld 2016 (2)

Die Leh­re des GP-6 klemmt das Papier, und der Locher hat eine Nase, die in den Ker­ben der Leh­re ein­ras­tet; so lässt sich mit die­sem Set für nahe­zu jedes Ring­buch prä­zi­se lochen.

Paperworld 2016 (2)

Der Putit­to ist sicher einer der kleins­ten Locher für die Stan­dard­lo­chung (zwei Löcher mit einem Durch­mes­ser von etwa 6 mm im Abstand von 80 mm). Die Details, auf die geach­tet wur­de, las­sen stau­nen: Eine Aus­spa­rung ermög­licht, den kor­rek­ten Sitz des Papiers zu prü­fen, und der Drü­cker lässt sich ver­sen­ken und arre­tie­ren, um den Putit­to bei Nichtge­brauch noch fla­cher zu machen. Eine Öse, um den Locher an eine Schnur zu hän­gen, und einen Auf­fang­be­häl­ter für den Spitz­ab­fall gibt es ebenfalls.

Paperworld 2016 (2)

Beson­ders neu­gie­rig war ich auf den CPS-80, einer unge­wöhn­li­chen Kom­bi­na­ti­on aus Hand- und Kur­bel­spit­zer. Das Gerät ist so gestal­tet, dass man nicht den Blei­stift im Spit­zer, son­dern den Spit­zer mit­hil­fe der Kur­bel um den Blei­stift dreht. Es funk­tio­niert per­fekt und erfreut nicht nur den zehn­jäh­ri­gen Jun­gen mir! – Ich hof­fe, dass CARL bald einen deut­schen Ver­trieb findet.

Paperworld 2016 (2)

Im drit­ten und letz­ten Teil geht es um den Erlan­ger Her­stel­ler Möbius+Ruppert, der mit gro­ßen Über­ra­schun­gen aufwartete.

Nach­trag vom 11.10.16: Die Patent­schrift zum CPS-80 gibt es hier.

  1. Genau­er: DOMS ist eine Mar­ke der Wri­te­fi­ne Pro­ducts Pvt. Limi­ted (WFPL), und das ita­lie­ni­sche Unter­neh­men FILA (Fab­bri­ca Ita­lia­na Lapis ed Affi­ni) hat sei­nen 2012 erwor­be­nen Anteil an WFPL von 18,5% im ver­gan­ge­nen Jahr auf 51% erhöht. – Zu FILA gehö­ren u. a. LYRA, Dixon und Ticon­de­ro­ga.

Paperworld 2016 (1)

Vor weni­gen Tagen gin­gen die Paper­world und die zeit­gleich statt­fin­den­de Crea­ti­ve­world in Frankfurt/Main zu Ende; hier der ers­te Teil mei­ner kur­zen und nicht reprä­sen­ta­ti­ven Noti­zen. – Dies­mal nicht ver­tre­ten waren u. a. Ato­ma, Brun­nen, Dah­le, Haff, Her­litz, Koh- I-Noor, LAMY, Pilot, Plus, Schnei­der und Schwan-Stabilo.

Der Auf­tritt von STAEDTLER stand ganz im Zei­chen des 50-jährigen Jubi­lä­ums von FIMO. Es gab auch einen Auf­stel­ler mit Blei­stif­ten, dar­un­ter der Mars Lumo­graph, doch zu mei­ner gro­ßen Über­ra­schung wur­de nicht des­sen erwei­ter­tes Sor­ti­ment prä­sen­tiert. – Bei Faber-Castell und Eber­hard Faber sind mir kei­ne Neu­hei­ten auf­ge­fal­len, eben­so wenig bei KUM.

Paperworld 2016 (1)

Neu vom Schwei­zer Her­stel­ler Caran d'Ache ist der Blei­stift GENIUS 353 mit Touch­screen-Tip, den es mit schwar­zem und wei­ßem Lack, aber nur in HB gibt. – Der Tip ist nicht abnehmbar.

Paperworld 2016 (1)

Zu sehen war auch das im ver­gan­ge­nen August ein­ge­führ­te Geschenkset „Swiss Wood“ mit einem Blei­stift aus Jura-Buche und einem aus Arve nebst Radie­rer und Magnesium-Spitzer. Letz­te­rer trägt außer „Made in Ger­ma­ny“ auf dem Mes­ser kei­ne Kenn­zeich­nung, doch ich ver­mu­te auf­grund der Ähn­lich­keit, dass er wie der Spit­zer im Technograph-Set von Eisen stammt.

Paperworld 2016 (1)

Paperworld 2016 (1)

Bei zwei der vier Blei­stif­te eines Sets der GRAFIK-Serie fie­len mir außer­mit­tig sit­zen­de Minen auf.

Paperworld 2016 (1)

Vor­ge­stellt wur­den zudem zwei Son­der­aus­füh­run­gen des im Jahr 1930 erst­mals erhältli­chen Fix­pen­cil, mit dem der Schwei­zer Archi­tekt Mario Bot­ta gewür­digt wird. Die Sets mit Fix­pen­cil, Gra­phit­mi­ne in B und vier was­ser­ver­mal­ba­ren Farb­mi­nen sind ab April erhältlich.

Paperworld 2016 (1)

Die wohl unge­wöhn­lichs­ten Blei­stif­te der dies­jäh­ri­gen Paper­world kom­men vom Start-Up Manao­mea.

Paperworld 2016 (1)

Das Mün­che­ner Unter­neh­men fer­tigt sie nach eige­nem paten­tier­ten Ver­fah­ren aus Jute, Flachs und ande­ren Natur­fa­sern sowie Bio­po­ly­me­ren. Die Mate­ria­li­en für die bei­den Bleistif­te und das Mäpp­chen stam­men meist aus Ent­wick­lungs­län­dern und immer aus Bio-Anbau, und beim gesam­ten Her­stel­lungs­pro­zess wird auf Fair­ness und Umwelt­ver­träg­lich­keit ge­achtet. Die ver­wen­de­te Tech­nik bie­tet gro­ße Gestal­tungs­frei­hei­ten, und so las­sen sich Stif­te in unter­schied­li­chen Pro­fi­len, Far­ben und Ober­flä­chen fertigen.

Paperworld 2016 (1)

Bei Pen­tel konn­te ich erfah­ren, dass die Ver­füg­bar­keit der Metall­va­ri­an­te des 0,2-mm-Druckbleistifts Pen­tel orenz in Deutsch­land davon abhängt, wie gut die ande­ren Ausfüh­rungen ankommen.

Paperworld 2016 (1)

Die groß­ar­ti­gen Ecoline-Wasserfarben des nie­der­län­di­schen Anbie­ters Roy­al Tal­ens gibt es ab sofort auch als Pin­sel­stift. – Inter­es­san­tes Detail: Die Far­be in den Pin­sel­stif­ten ist etwas kon­zen­trier­ter als die im Glas, damit die Far­ben zuein­an­der pas­sen. Wür­de man den Pin­selstift nach­fül­len (was mög­lich ist), wäre der Abstrich zu hell.

Paperworld 2016 (1)

Im zwei­ten Teil geht es um DOMS, Viar­co und CARL.

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